Japans Next Topmodel- Helter Skelter

Lilico(gespielt von Erika Sawajiri) ist Japans Über-Model und optisch einfach perfekt. Doch nicht Mutter Natur gab ihr das Aussehen, sondern Vater Schönheits-OP.Ihre Karriere könnte besser nicht laufen. Ständig unterwegs zu irgendwelchen Foto-Shoots oder Werbedrehs, zwischendurch Bettgeschichten mit einem anderen Promi…alles prima soweit. Bis sie eines Tages einen dunklen Fleck an ihrer Stirn entdeckt. Und das bleibt nicht der einzige an ihrem eigentlich mallosen Körper. Denn wie sich(in einer Nebenhandlung des Films) herausstellt,  wird die behandelnde Praxis verdächtigt, Organe von toten bei lebendigen Menschen zu verpflanzen.
Wäre das nicht genug, kommt auch noch eine neue Konkurrentin ins Spiel, die jünger und attraktiver ist(Kiko Mmizuhara).
Lilicos Absturz beginnt…

Der Film basiert auf dem gleichnamigen Manga von Kyoko Okazaki(ist in Deutschland bei Carlsen Comics erschienen) und wurde von Mika Ninagawa verfilmt. Von dieser stammt auch schon das bildgewaltige Werk „Sakuran“(ua mit Anna Tsuchiya).
Mit „Helter Skelter“ ist ihr ein ähnliches Meisterwerk gelungen. Tolle Aufnahmen von Tokyo, ein einzigartiges Set-Design und die kräftigen Farben geben dem Film eine besondere Atmosphäre. Dazu die Musik…unglaublich gut!
Auch der Cast macht seine Sache super. Erica Sawajira ist das perfekte Model, sowohl charakterlich als auch optisch. Sie trägt den Film schon fast alleine. Aber auch der Rest der Besetzung weiß zu überzeugen.
Was mir nicht so gut gefallen hat, war die Nebenhandlung über die Ermittlungen der Polizei gegen die Praxis. Das blieb alles recht unspektakulär und wirkte wie ein Fremdkörper zum Rest des Films.
Anonsten ein audiovisuelles Meisterwerk, das ein bißchen an „Black Swan“ oder „Perfect Blue“ erinnert.
Den Film gibt es bisher nur in Japan und Hong Kong als Blu-ray/DVD. Ich habe hier die Blu-ray aus Hong Kong, die neben dem japanischen O-Ton auch englische Untertitel hat. Leider hat auch diese wieder Ländercode A, läuft also nicht auf europäischen Playern.

Den Trailer gibt es hier!

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Serial Experiments Lain- Ein Meisterwerk unter den Anime-Serien

Zur Story an sich muss man ja(und darf auch nicht) viele Worte verlieren. Nur so viel: Die 13-jährige Lain Iwakura bekommt eine Mail von einer ihrer Mitschülerinnen. Das wäre an sich noch nicht so seltsam, wenn sich diese nicht einige Tage zuvor vom Dach eines Hauses gestürzt hätte.
Sie würde im „Wired“ weiterleben und hätte nur ihren Körper verlassen. Dadurch wird Lains Neugierde am „Wired“ erweckt, einer Form des Internets.
Zum Glück hat sie einen Technik-verrückten Vater, der ihr auch sofort das beste und neueste Navi(so heißen die Computer-Terminals) bestellt.
Nach und nach gerät Lain immer mehr in das „Wired“, das sich irgendwann mit der Realität zu vermischen scheint.

Mehr sollte man nicht sagen. Den Rest muss jeder Anime-Fan selber herausfinden. Der Macher der Serie, Yoshitoshi Abe, gehört sicherlich zu den außergewöhnlicheren Stars in der Anime-Szene. Der Mann ist ua auch für „Haibane Renmei“ oder „Texhnolyze“ verantwortlich.
Die Serie gehört definitv zu meine Top3-Animeserien(die anderen zwei sind „Neon Genesis Evangelion“ und die zwei Staffeln von „Ghost in the Shell Stand Alone Complex“), denn nicht nur die geheimnisvolle und sehr spannende Story kann überzeugen. Auch im audiovisuellen Bereich stimmt einfach alles.
Angefangen beim sehr reduzierten Stil der Zeichnungen, der ungewöhnlichen Farbgebung von Schatten und den schönen Animationen bis hin zum wunderschönen Opening-Song von BoA oder dem geheimnisvollen Surren der Stromleitungen. Das alles verbindet sich zu einem wahren Meisterwerk!
Leider hat es die Serie bis heute nicht auf Blu-ray zu uns geschafft, jedoch gibt es die DVDs auch hierzulande(nur noch gebraucht).
Ich besitze die Blu-ray-Box aus den USA, die auch noch ein Booklet, ein recht dickes Artbook und die Serie zusätzlich auf DVD beinhaltet. Alles sehr schick gemacht. Tolle Veröffentlichung! Achtung: Die Blu-rays haben Ländercode A, also nur auf US- oder Multiregion-Playern abspielbar!!
Die Bildqualität ist sehr ordentlich, es gibt kaum unscharfe Szenen. Aufgrund des Alters ist die Serie jedoch im 4:3-Format.

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Rom und die japanische Badekultur- Thermae Romae

Der römische Thermendesigner Lucius Modestus(gespielt von Hiroshi Abe) steckt in einer Krise.
Keine seiner Thermen kann das Publikum wirklich überzeugen. Und das trotz Studium in Athen.
Als er eines Tages mit einem seiner Freunde in das öffentliche Bad geht, wird er durch einen Strudel in das Japan der Gegenwart gezogen.
Dort kommt er in einem klassischen Onsen wieder zum Vorschein und lernt so die Badekultur der „Flachgesichter“(so nennt er die Japaner) kennen.
Bei jedem Besuch gibt es etwas Neues zu sehen. Onsen, heimische Badezimmer oder japanische Toiletten.
Während seiner Besuche trifft er immer wieder auf die erfolglose Mangaka Mami(schon lange nicht mehr gesehen: Aya Ueto), die, fasziniert von dem Besucher aus der Antike, sich in die römische Materie einarbeitet und am Ende sogar einen Latein- Crashkurs macht.
Durch einen blöden Zufall landen beide wieder im antiken Rom und ändern dadurch fast den Verlauf der Geschichte.

Klingt total bekloppt? Stimmt. Genau einer der Gründe, warum ich das japanische Kino so liebe. Der Film basiert auf der gleichnamigen Manga-Reihe von Mari Yamazaki(6 Bände, auch in den USA erschienen) und wurde als Anime-Serie umgesetzt.
Vor allem bleibt es nicht bei der verrückten Grundidee. Zwar spricht Lucius im alten Rom japanisch(ebenso wie alle anderen, hauptsächlich Nicht-Japaner, die aber teilweise sehr deutlich nachsynchtonisiert sind), doch sobald er in Japan landet, spricht er natürlich Lateinisch.
Alles sehr kurios!
Eines der absoluten Highlights ist Lucius‘ erste Begegnung mit einer japanischen Toilette. Man fühlt sich an die ersten eigenen Erfahrungen mit den Kloschüsseln aus Nippon erinnert. Großartig!!!
Einziger Kritikpunkt für mich ist die wirklich schwache zweite Hälfte des Film(als Mami und Lucius zusammen in Rom sind). Diese wirkt blass und sehr gewöhnlich im Vergleich zur etwas anderen Grundidee.

Gsehen habe ich „Thermae Romae“ auf Blu-ray aus Hong Kong. Diese hat Code A und bietet neben dem japanischen Originalton auch englische Untertitel.

Den Trailer findet ihr hier!

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Aloha und Mahalo…Reisebericht Hawaii 2013

Nach unseren wunderschönen Urlauben in Asien, wollten wir uns nun mal in die andere Himmelsrichtung aufmachen. So ging es dann dieses Jahr im Mai in den 50. und auch jüngsten Bundesstaat der USA, Hawaii.

Im Voraus haben wir alles in Deutschland gebucht. Von Flügen über Unterkünfte bis hin zum Mietwagen. Das ist auch unbedingt zu empfehlen, denn Hawaii ist immer gut besucht(auch in der Nebensaison wie bei uns) und kann sehr schnell sehr teuer werden.
Geflogen sind wir mit United Airlines von Frankfurt aus. Dort am Schalter der erste „Kulturschock“: eine nette Dame befragt die wartenden Fluggäste erneut zu ihrem Gepäck, zum Grund der Reise und wohin man denn fliegt. Eigentlich wurde das schon alles beim ESTA-Antrag beantwortet, aber gut…was macht man nicht alles für terroristenfreie Flugzeuge 😉
Nach knapp 10 Stunden Flug landeten wir in Newark, wo es zur Einreise ging. In Asien war das bisher immer sehr unkompliziert, in Amerika kam ich mir stellenweise wie ein Schwerverbrecher vor. Man will schon alles sehr genau wissen, vor jedem Flug muss man durch den Körperscanner, Schuhe müssen ausgezogen werden undundund…
Aber nachdem das alles erfolgreich absolviert war und wir „richtig“ in den USA angekommen waren, mussten wir uns etwas beeilen um unseren Anschlussflug zu bekommen. Also schnell raus aus dem Terminal, rein in den Airport-Zug und ab zum richtigen Gate.

Nach weiteren zehn Stunden im sehr runtergekühlten Flugzeug landeten wir gegen 18:30 Uhr Ortszeit in Honolulu. Erschöpft, aber happy, suchten wir den Schalter von Hertz, um unseren Mietwagen abzuholen. Dieser liegt zum Glück gleich gegenüber des Ankunfts-Terminals und kann gut per Fuß erreicht werden.
Reserviert hatte ich einen Kleinwagen, der auf Oahu absolut ausreicht. Bekommen haben wir dann einen Chevrolet Sonic. Für den Großteil an Stadtverkehr auf dieser Insel absolut ausreichend. Nur die Automatik-Schaltung gefiel mir nicht so.
Also, Rucksäcke rein ins Auto. Navi(vorher bei ebay günstig bekommen) installiert und los ging es Richtung Unterkunft. Diese haben wir, wie auch alle anderen, über airbnb.de gebucht. Dort gibt es Zimmer, Betten, Ferienwohnungen von Privatleuten zu super Preisen.
Nach einigen Irrungen und Wirrungen durch die amerikanische Straßenführung, kamen wir recht bald dort an. Wir wohnten etwas außerhalb von Honolulu(ca 20 Minuten mit dem Auto bis zur Innenstadt), sehr nahe am Regenwald, in einer ruhigen Wohnsiedlung. Unsere Hosts(ein junges Paar mit zwei Kindern und unzähligen Katzen) waren echt nett und konnten alle unsere Fragen beantworten.
Bevor wir den ersten Abend ausklingen ließen, wollten wir noch etwas essen. Also nochmal ins Auto und zum nächstbesten Supermarkt gefahren. Und das war schon ein Erlebnis! Eine riesige Auswahl an Lebensmitteln in allen Formen und Farben. Und ganz hawaii-typisch kulturell bunt gemischt. Also von Fastfood über Japanisch bis hin zu superfrischem Obst/Gemüse alles verfügbar. Einzig die Packungsgrößen sind für Reisende etwas zu überdimensioniert. Die kleinste Packung (laktosefreie)Milch hatte 2 Liter!!!

Nach einer kurzen Nacht(der Jetlag war deutlich zu spüren) entschlossen wir uns, erst mal Honolulu zu erkundigen. Unser erstes Ziel war der Aloha Tower, der früher die Schiffe in Hawaii willkommen hieß. Auch heute liegen dort riesige Kreuzfahrtschiffe und bringen Touris auf die Insel.
Von diesem aus ging es dann zu Fuß weiter durch das Bankenviertel nach Chinatown. Auf unserem Weg dorthin kamen wir auch an dem Regierungsgebäude vorbei mit der Statue des König Kamehameha vorbei, vielen eher bekannt als der Hauptsitz der Sondereinheit „Hawaii Five-0“.
In Chinatown selbst war an diesem Sonntag noch nicht so viel los, das änderte sich dann aber in den Folgestunden.
Nach einer leckeren Mahlzeit in einem Foodcourt ging es dann wieder zurück zum Auto und wir cruisten durch die Innenstadt zum Waikiki Beach. Parkplätze sind in Honolulu und besonders am Strand Mangelware. Ein guter Tipp ist hier der Zoo(sehr günstig) bzw der Parkplatz am Kapiolani Regional Park(kostenfrei).Nach den anstrengenden Stunden am Strand(liegen und die Seiten des Buches umblättern…puh!!), brauchten wir eine Stärkung und machten unsere erste amerikanische Burgererfahrung bei „Cheeseburgers in Paradise“. Absolut zu empfehlen. Sehr große Auswahl an unterschiedlichen Burgern(in einer ordentlichen Größe) und diese leckeren Pommes dazu!!! Wow!
Insgesamt hatten wir für Oahu eine Woche reserviert und diese Zeit kann man auf dieser tollen Insel absolut ausfüllen.
An den Folgetagen in Honolulu und Umgebung wanderten wir den Diamond Head hinauf(unbedingt feste Schuhe und Sonnenschutz mitnehmen), meine Liebste versuchte sich am Surfen und wir erkundeten die Shopping Malls in den USA(die sich mit der starken Konkurrenz auch Asien messen lassen mussten…knappe Sache!).Hervorzuheben ist hier natürlich die Ala Moana Mall, die größte ihrer Art auf Hawaii und ganz gut ausgestattet, wenn man einkaufen gehen will(va Klamotten und Schuhe).
An Tag 5 ging es zum ersten Mal richtig raus aus Honolulu und wir fuhren Richtung North Shore. Durch die amerikanische Geschwindigkeitsbegrenzung fährt man da verhältnismäßig lange, aber kann dafür die Umgebung genießen.
Erster Stopp dort war Haleiwa. Dort gab es neben vielen kleinen Läden mit allerlei Schätzen ein Highlight: Matsumotos Shave Ice. Crushed Ice mit Sirup übergossen. Also wie Wassereis bei uns. Und das war ein Gaumenschmaus! Aber Achtung: Zuckerschock! Kann unter Umständen sehr süß werden…
Entlang der North Shore gab es einige schöne Strände zu sehen und einfach eine tolle Natur.
Zwei Tage später machten wir uns dann an die Erkundung der Ostküste Richtung Kailua. Auf dem Weg dorthin gab es einen tollen Aussichtspunkt, Nu’uanu Pali. Dort hat man einen tollen Blick auf die Küste und kann die Vegetation Hawaiis bestaunen.
Auf dem Weg nach Kailua gibt es auch eine schöne japanische Tempelanlage zu sehen bei deren Anblick man sich in Nippon wähnt. Nach dem Erkunden der Stadt und einem leckeren Frühstück(um 12:30 Uhr) gab es auch hier wieder einige Stunden am Strand bevor es dann wieder zurück ging.
Den letzten Tag auf Oahu nutzten wir dann noch für eine Wanderung zu den Manoa Falls(sehr schlammig) und für eine Spritztour über den Tantalus Drive, von dem man eine unglaubliche Sicht auf Honolulu hat.

Tags drauf ging es dann mit Hawaiian Airlines weiter nach Maui. Das Flugzeug ist die sinnvollste Art zwischen den Inseln zu reisen. Geht einfach am schnellsten und ist sehr günstig.
Nach nicht mal dreißig Minuten landeten wir auch schon in Kahului. Auch hier hatten wir einen Wagen reserviert. Der Shuttlebus von Hertz holt die Kunden alle 10 bis 15 Minuten am Flughafen ab.
Trotz gebuchter Kleinwagen-Klasse, bekamen wir ein Update auf die Mittelklasse(kostenlos! Ist wohl sehr oft so, dass man „größere“ Autos bekommt, wenn die kleiner Klasse nicht mehr verfügbar ist) und hatten somit für die nächsten sieben Tage einen Ford Focus.
Unsere Unterkunft hatten wir in Kihei bei einem älteren Ehepaar. Diese haben ihr Haus geteilt und eine Ferienwohnung eingerichtet. Somit hatten wir den „Luxus“ eines eigenen Bades und einer kleinen Küche.
Also erst mal ausgepackt und von der unmenschlichen Abflugzeit in Honolulu erholt(7:10 Uhr FRÜH!!!!). Am Mittag fuhren wir dann nach Lahaina, das ca 45 Minuten Autofahrt entfernt ist. Und hier merkten wir schon: Maui ist ganz anders als Oahu. Besonders vom Publikum her! Sehr viele Aussteiger und nicht mehr so viele Japaner.
Lahaina ist ein kleiner, gemütlicher Ort, direkt am Meer. An diesem Sonntag war ein Künstlermarkt unter der Hauptattraktion der Stadt: einem uralten Baum, aus dessen Wurzeln andere Bäume wuchsen und sich über den ganzen Platz verteilen.
Und dann geschah es: REGEN! Auf Maui so selten(maximal zwei Tage im Jahr) und wir hatten natürlich das Glück…aber es blieb trotz Schauer warm und so flüchteten wir von Laden zu Laden an der Strandpromenade.
Am nächsten Tag besuchten wir mehrere Strände an der westlichen Seite Mauis, va aber südlich von Kihei oder dort direkt. Alle sehr schön und sauber. Und da Nebensaison auch nicht so voll von Menschenmassen.
Leider haben wir es mit der Sonnensucht etwas übertrieben und so war am Folgetag nur eines angesagt: der Sonne aus dem Weg gehen! Aber auch hierfür gibt es auf Maui zig Möglichkeiten.
Wir besuchten dann das Maui Ocean Center(Eintrittspreis zwar recht hoch mit knapp 30$ pro Kopf, aber absolut sehenswert) und am Nachmittag gab es dann in einem kleinen Kino „Iron Man 3“.
Ein absolutes Muss auf Maui ist die „Road to Hana“. Eine knapp 80km lange Strecke von Kahului nach…wer hätte es anders gedacht…Hana. Und dafür muss man Zeit einplanen. Sehr viel Zeit! Vor allem dann, wenn man auch noch sehen möchte was es so neben der Straße gibt. Wasserfälle, Strände, kleine Orte, einen Bambuswald…die Liste ist so lang wie die Straße.
Man sollte schon gerne Autofahren, denn die Strecke bietet einige fordernde Kurven, enge Abschnitte, großes Gefälle und teilweise Begrenzungen von 10mph.
Unbedingt vorher nochmal volltanken und am besten Verpflegung mitnehmen. Es gibt auch immer wieder mal Restaurants an der Straßenseite, aber die sind teuer. Leider haben wir die ganze Strecke nicht ganz geschafft, obwohl wir recht früh gestartet sind. Aber das was wir gesehen haben, war einfach nur: WOW!!!
Da Maui gefühlt mehr Strände als Einwohner hat, verbrachten wir die restlichen drei Tage auch an diesen. Mal für unsere Hochzeit und anschließendem Käsekuchen von Safeway, aber meist zum lässigen Strandstuhl-Sitzen mit Musik auf den Ohren. Entspannung pur!

Am 12.05. ging es dann schließlich auf die letzte Insel unserer Tour, Big Island. Auch hier per Flugzeug und Hawaiian Airlines. Und auch hier waren wir innerhalb von dreißig Minuten von der einen zur anderen Insel gelangt.
Diesmal hatten wir das Auto nicht bei Hertz gemietet, sondern bei Alamo. Leider gab es da ein großes Mißverständnis, da wir eigentlich zum Gipfel des Mauna Kea fahren wollten, dies aber nicht zulässig ist mit Autos von Alamo. Das bietet leider nur Harpers an. Zu happigen Konditionen.
Also: eigentlich war ein SUV reserviert, wir bekamen aber nur einen Mazda 5-Van. Sie hatten keinen SUV an der Station am Flughafen in Hilo, aber der Mitarbeiter schlug vor, dass wir das Auto in Kailua Kona(wohin wir sowieso fahren mussten) tauschen könnten. Gesagt getan.
Nach einer knapp dreistündigen über die Nordküste Big Islands durch eine unglaubliche Nebelwand und über Höhenunterschiede von über 2500m, kamen wir dort auch an. Umtausch war kein Problem. Und so hatten wir unseren Allrad Hyundai Tucson.
Die Unterkunft in Kailua Kona erreichten wir auch(dank Navi) gleich und waren auch hier von der Ausstattung positiv überrascht. Wir hatten wieder einen eigenen Teil des Hauses inkl. Bad/WC(japanische Toilette…yeah!!!), Küche, Gartenbereich mit Grill, TV…alles sehr schick!
Da Big Island, wie es der Name schon erahnen lässt, sehr groß ist, hatten wir zwei Unterkünfte gebucht. In der ersten blieben wir für drei Nächte.
Leider war der erste Tag surch die lange Autofahrt schon fast vorbei und so bleib nicht mehr viel Zeit für Sehenswürdigkeiten.
Am Folgetag besichtigten wir zunächst die „Painted Church“, eine sehr abgefahrene, katholische Kirche mit psychedelischen Deckenbildern.
Die tollen Serpentinen ging es dann wieder runter zum Meer, denn da ist Puuhonau O Honaunau. Eine alte hawaiianische Zufluchtsstätte in Parkform.
Defintives Highlight von Big Island und wahrscheinlich der ganzen Reise war die Fahrt auf den Mauna Kea. Schon lange vor dem Gipfel durchbricht man die Wolkendecke und hat einen sehr unwirklichen Blick auf die Vulkanlandschaft vor Ort. Das Besucherzentrum auf einer Höhe von ca 2800m erreicht man noch problemlos mit jeder Autoart, da die Straßen alle befestigt sind. Hier sollte man auch erst mal anhalten. Unbedingt warme Kleidung einpacken und die Chance zum Umziehen nutzen. Auch zur Umgewöhnung an die doch recht dünne Höhenluft muss man hier anhalten.
Wie oben schon erwähnt, erlauben es nur die wenigsten Autovermietungen bis ganz zum Gipfel zu fahren. Die, teils unbefestigte, Straße dorthin sollte man nur mit Allrad-Autos mit Bodenfreiheit befahren. Denn da gibt es Schlaglöcher, die Vulkankratern ähneln.
Am Gipfel selbst ist es nochmal kälter(bei uns war es um den Gefrierpunkt) und, da über den Wolken, sehr grell und blendend. Sonnenbrille ist empfohlen! Da oben bietet sich ein grandioser Blick und mit den Sternwarten im Hintergrund, kam man sich vor wie auf einem fremden Planeten.
Zurück am Besucherzentrum war es schon dunkel und einige Studenten der University of Hawaii hatten Teleskope aufgestellt. Dort gab es den Mond zu sehen und was besonders eindrucksvoll war: den Saturn samt Ring. Unglaublich!!

Bevor es dann zu unserer nächsten Unterkunft Richtung Süden ging, machten wir noch einen Abstecher in den Galaxy Garden. Was ein Trip!! Dort hat Jon Lomberg unsere Galaxie mit Blumen und Sträuchern nachgebaut. Ua gibt es dort noch Statuen zu jeder Weltreligion und Sandmandalas…sehr esoterisch.
In Pahoa angekommen, fiel die Suche der Unterkunft sehr schwer. Die war nicht direkt in Pahoa, sondern weiter südlich. Auch das Navi wusste manchmal nicht weiter.
Schließlich landeten wir in einer Wohnsiedlung für Aussteiger. Die Häuser hatten teilweise eine abgefahrene Architektur und neben unserem war eine Hippie-Kommune. Man fühlte sich wie am Ende der Welt. Kaum Handy-Empfang. Und nur alle hundert Meter mal ein Haus.
Pahoa und die Gegend um Hilo war im Vergleich zu den anderen Gebieten, die wir besuchten, sehr ländlich. Die Städte waren allesamt kleiner und es gab nicht mehr ganz so viel zu sehen wie in den Tagen zuvor.
Einen Tag verbrachten wir im Volcano Nationalpark, den man ganz gut mit dem Auto befahren kann. Ua kann man eine Straße entlang fahren, die durch einen (abgekühlten)Lavastrom versperrt wurde. Dieser hat im Jahr 2010 ein ganzes Dorf verschlungen. Toll waren auch die Schwefelfelder und die Erdlöcher aus denen der Wasserdampf steigt.
Highlight ist aber der aktive Vulkan, den man sich in den späten Abendstunden anschauen sollte. Denn dann sieht man das Glühen der Lava. Am besten etwas früher hingehen. Das ist ein beliebter Fotospot.
Auf Big Island kann man sich auch mal Hilo anschauen. Trotz Airport und den typischen Supermarkt-Ketten immer noch eine kleine, verschlafene Arbeiterstadt. Va an der Promenade lassen sich einige nette Läden entdecken.
Und dann kam auch schon der letzte Tag unserer Reise. Diesen nutzten wir für einen Besuch des Space Farmer Markets(der Hippie-Kommune von nebenan), letzten Strandbesuchen und einem Abendessen nicht von dieser Welt.
Die Rückreise zog sich dann etwas. Erst der Flug zurück nach Honolulu, dann weiter nach Chicago. Dort hatten wir sechs Stunden Aufenthalt und flogen um die Mittagszeit heimwärts nach Frankfurt.

Zum Schluss gibt es noch einige Infos und Fakten zu diversen Punkten:

– Wetter: Das Wetter war über die drei Wochen immer prima. Durchschnittswerte von um die 27°Grad, der Regen beschränkte sich(in Oahu) auf die Nächte. Auf Big Island war das Wetter sehr wechselhaft. Von Wolkenbruch bis zu Sonnenschein war alles dabei. Und das innerhalb von wenigen Minuten. Aber das liegt hauptsächlich an dem Klima der Vulkaninsel und ist wohl immer so.

– Flüge: Mit United Airlines muss ich nicht mehr fliegen. Das Essen und der Service waren im Vergleich zu Asiana oder Singapore Airlines nicht wirklich toll gemessen an dem Preis. Sehr negativ war auch das extreme Herunterkühlen des Innenraums auf den Inlandsflügen und dass das Essen dort auch etwas gekostet hat.

– Essen: Die Verpflegung auf Hawaii war durchgehend fantastisch. Anfangs muss man sich etwas an die Portionsgrößen gewöhnen. Keine großen Esser können sich diese locker teilen. Ein weiterer Pluspunkt: das Wasser ist immer gratis.
Besonders hervorheben möchte ich „Da Kitchen“ in Honolulu bzw „Da Kitchen Express“ in Kihei. Dort gibt es eine exzellente Auswahl aus hawaiianischen Gerichten und „typisch Amerikanisch“. Die Burger waren grandios und das Loco Moco(Spiegelei auf Hamburgerfleisch auf Reis, darüber Bratensoße) erst.
Wenn es etwas Mexikanisches sein soll, empfehle ich „Maui Taco“ oder in Kailua-Kona „Killertaco“.
Für die Mahlzeit am Morgen muss man „Leonard’s“ hervorheben(leckere Malasadas) und „Liliha Bakery“(gefüllte Windbeutel).

– Shopping: Also wenn man auf der Suche nach günstigen Schuhen und Klamotten ist, hat man mit den USA sein Traumland gefunden. Sollte man(so wie ich) gerne mal Filme oder Comics shoppen, gibt es schon nicht so viel Auswahl.
Es gibt sowohl in Honolulu als auch Aiea einen Comic-Laden namens „Jelly’s“. Die führen neben Comics auch Bücher, Schallplatten, CDs und Filme(neu und gebraucht).
Für Filme kann man in die „Barnes & Noble“-Filialen. Hier sollte man sich aber auf gehobenere Preise einstellen. Nicht vergleichbar mit amazon USA.

– Autofahren: Ist definitv entspannter als bei uns. Natürlich auch wegen der niedrigeren Tempolimits. Aber gerade auf Highways halten sich viele nicht daran. Es wird aber nicht so gedrängelt wie bei uns.
Das Tanken war ein kleines Abenteuer. Denn jede Tankstelle hat irgendwie verschiedene Zapfsäulen mit unterschiedlichen Sicherungssystemen. Und wenn man cash zahlt, muss man vorher in der Tanke bezahlen und dann wird die Zapfsäule freigeschalten.
Sprit ist sehr günstig. Eine Gallone kostets ca 4,20$.

– Geld: Kreditkarten werden natürlich überall akzeptiert. Wir nutzten die Auslandsfunktion der Postbank Sparcard, die eigentlich kostenfrei sind. Leider erheben aber die US-Banken eine Umrechnungsgebühr, so dass immer ca 1% mehr abgezogen wurde.

– Unterkünfte: Wie oben beschrieben kann man auch günstig in Hawaii nächtigen. Es muss nicht das Luxushotel am Waikiki Beach für 100$+++ sein. Wir haben pro Kopf für die drei Wochen 500€ bezahlt. Und hatten wirklich gute bis traumhafte Schlaf- und Wohngelegenheiten.

Die Hawaiianer an sich sind ein nettes Völkchen. Immer sehr respektvoll gewesen und man wurde sehr oft gegrüßt und angesprochen.
Alles in allem war es ein super Urlaub! Kann man definitv empfehlen!

Bilder folgen noch…