Godzilla- Bitte Hollywood! Lasst es einfach.

Zunächst mal eine kleine Warnung: Der Text enthält einige Spoiler!

Die Freude war groß! Gareth Edwars, der Mann hinter dem Geniestreich „Monsters“, dreht den neuesten Teil der Godzilla-Reihe. Denn ihm war es zu zutrauen, dass er aus dem Stoff was vernünftiges machen kann. Nicht so wie Mr. Emmerich, der einfach mal den T-Rex aus ‚Jurassic Park‘ nach New York einlud und das auf Film bannte.

Die ersten Trailer und Szenenbilder waren verheißungsvoll! Der japanische Schriftzug und viele auf Japan bezogene Motive schürten die Hoffnung, dass Edwars mit dem nötigen Respekt an das Material herangeht.
Und dann diese Enttäuschung am letzten Wochenende im Kino….diese unendliche Enttäuschung!
Die Story ist übersichtlich und schnell erzählt(für einen Godzilla-Film aber absolut ok):
Auf den Philippinen wird bei Minenarbeiten ein Monster erweckt, das sich von Atomenergie ernährt. Deshalb sucht es sich das näheste AKW aus, das rein zufällig in Japan liegt und verharrt dort im Boden bis es kräftig genug ist.
Als es irgendwann genug Energie gesammelt hat, bricht es aus und bewegt sich Richtung amerikanischer Westküste. Verfolgt wird es von Godzilla, der in der Nahrungskette über ihm steht und einfach mal wieder etwas zwischen die Kiemen will.
Dazu gesellt sich noch eine Geschichte über einen US-Soldaten, dessen Vater damals im besagten AKW arbeitete und bei einem Vorfall dort auch noch seine Mutter verlor.

Mehr will und mag ich nicht erzählen, denn alles andere ist eher bedeutungslos. Wie man schon rauslesen kann, war das alles nicht so der Knaller.
Wirklich positiv waren die Szenen, in denen Godzilla gegen MOTU(das erwachte Biest) kämpfte. Das war schon beeindruckend. Und auch das Design von Godzilla war nahezu perfekt. Leider ganz anders das Aussehen des MOTU…was ein Krampf! Absolut uninspiriert, austauschbar und langweilig. Teilweise sogar echt hässlich!Aaron Taylor-Johnson, der den pflichtbewussten US-Soldaten mimt, fand ich den kompletten Film über absolut unsympathisch. Der einzige Sympathieträger war Ken Watanabe. Aber der hatte leider zu wenig Screentime. Schade!
Viele Sequenzen waren auch richtig gut gefilmt, zB die Szenen des Halosprungs oder die ruhigeren Momente in der zerstörten Stadt. Meist noch mit sehr passender Musik unterlegt, war das echt beeindruckend.
Aber warum muss Godzilla wieder in den USA spielen? Ist es dem westlichen Zuschauer wirklich nicht zuzumuten, dass er sich fernöstliche Menschen und Orte anschauen muss? Und warum wieder so auf die US-Armee fixiert? Im Endeffekt hätte man die Monster auch mit Aliens tauschen können und *zack*. Fertig ist „World Invasion: Battle San Francisco“.

Also bitte Hollywood! Lasst die Finger in Zukunft einfach von Dingen, von denen ihr nix versteht. Damit meine ich Realfilme zu Anime/Manga, Remakes asiatischer Meisterwerke und bitte erst recht von japanischen Ikonen der Popkultur! IHR KÖNNT ES EINFACH NICHT!!!!
Sonst schick ich euch Godzilla vorbei! DANKE!

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