The Last Of Us Remastered- Das beste Konsolenspiel aller Zeiten?

Eines vorweg: Ich möchte hier ganz ungezwungen über dieses einzigartige Spieleerlebnis schreiben, daher werde ich wohl auch einiges über Szenen aus dem späteren Verlauf des Spiels schreiben.
Ihr seid also gewarnt vor diesen bösen Spoilern!!!

Da ich letztes Jahr beim Release von „The Last Of Us“ für die Playstation3 schon stark im NextGen-Fieber war und mich auf GTA V als letzten großen Titel eingestellt hatte, kam ich erst jetzt auf der PS4 zu der Ehre.
Was mich ehrlich gesagt auch abgeschreckt hat, waren zwei weitere Fakten:
Zum einen ist das Spiel von Naughty Dog entwickelt worden. Mit deren Spielen wurde ich bisher nicht warm. „Uncharted“ brach ich nach knapp zwei Stunden ab, da mir das Gameplay zu lahm und repetitiv war. Einzig „Jak & Daxter“ auf der PS2 konnte mich damals restlos begeistern.
Der andere Knackpunkt war meine fehlende. Begeisterung für Stealth-Games. Ich bevorzuge dann doch meist die Holzhammer-Methode und hab auch kein großes Talent im Schleichen.

Aber gut. Einerseits der vorherrschenden Spieleflaute auf der PS4, andererseits der vielen stimmungsvollen Trailer und Bilder geschuldet, habe ich dann letztlich doch zum Release der Remastered Edition zugeschlagen.
Und habe es kein bisschen bereut.

Die Fassung für die Playstation4 wurde nicht nur technisch etwas aufgehübscht(läuft, zumindest meistens, flüssig in 1080p mit 60fps), sondern beinhaltet neben einigen Online-Modi auch den DLC „Left Behind“. Dieser erzählt die Vorgeschichte Ellies und einen kleinen Teil aus dem späteren Teil des Hauptspiels.
Für das erste Durchspielen der Hauptkampagne habe ich gute 16 Stunden gebraucht. Habe aber auch alles nach Beute und Sammelgegenständen abgesucht und so manches mal einfach nur die Gegend bestaunt.
Für den DLC muss man dann noch ungefähr zwei bis drei Stunden einplanen.

Für alle, die noch nicht mit der Geschichte vertraut sind:
Schauplatz ist die USA zwanzig Jahre in der Zukunft. 2013 brach eine Erkrankung aus, die die Zivilisation wie wir sie kennen, weitgehend ausgelöscht hat. Durch den Pilz Cordyceps entstehen den Infizierten, zunächst im Gehirn, Parasiten und breiten sich dann langsam über den ganzen Körper aus. Die Betroffenen werden dadurch wahnsinnig und äußerst aggressiv.
Übertragbar ist sie durch das Einatmen der Sporen oder durch Bisse von Infizierten.
Das Militär hat in jeder größeren Stadt Quarantänezonen eingerichtet und verteidigt diese mehr oder minder erfolgreich gegen die Infizierten. Doch die Macht des Militärs ist umstritten. Es wird gnadenlos gegen Menschen vorgegangen, die sich dem strengen Regiment nicht unterwerfen und auch die Versorgung mit Nahrungsmitteln usw. läuft nicht ohne Probleme.
Daher formieren sich die „Fireflies“, eine Rebellengruppe die gegen die Militärherrschaft ankämpfen und diese stürzen will.

Und da kommt ihr ins Spiel. Ihr seid Joel, Ende 40, lebt in einer Quarantänezone in Boston und verdient euch wertvolle Wertmarken für Nahrung oder Wasser durch Schmuggel. Beim Ausbruch der Krankheit verlor er damals seine Tochter, was ihm auch immer noch zu schaffen macht.
Dort beginnt auch die Geschichte des Games. Ihr erlebt die erste Panik, den ersten Strom an Flüchtlingen und schließlich den Tod von Sarah, die von einem Soldaten erschossen wird.
Dann macht das Spiel einen großen Zeitsprung. Eben zwanzig in die Zukunft. Joel arbeitet mit Tess zusammen. Diese wurde gerade von zwei anderen Schmugglern in einen Hinterhalt gelockt und möchte sich nun an deren Boss rächen. Auf der Suche nach diesem ergeben sich einige Planänderungen und die beiden treffen schließlich auf Marlene, die Anführerin der Fireflies. Für eine Escortmission bietet sie ihnen im Austausch dafür Waffen an. Sie müssten nur etwas aus der Stadt rausbringen…
Dieses „Etwas“ ist die 14-jährige Ellie. Sie ist die letzte Hoffnung der Menschheit, denn sie wurde gebissen und hat sich dennoch nicht in eines der „Monster“ verwandelt. Um einen Wirkstoff zu erforschen, muss Ellie aber zu den Spezialisten der Fireflies gebracht werden. Und das sollen nun Joel und Tess erledigen.
Noch in Boston, wird Tess von einem Infizierten gebissen und opfert sich dann in einem selbstlosen Ablenkungsmanöver. Joel und Ellie sind von da ab also auf sich gestellt.

Weiter ins Detail möchte ich nicht gehen. Fortan erlebt man eine fast einjährige Odyssee quer durch die Staaten und eine unglaublich intensive Geschichte zweier Menschen und einer sich langsam entwickelnden Freundschaft. Sei es das postapokalyptische Boston, die verwinkelte Universität oder unglaublich furchteinflößende U-Bahn-Schächte…alles ist perfekt modelliert und lädt zum Erforschen ein.
Was mich absolut überzeugt hat, ist auch das sehr menschliche Verhalten der Charaktere, va Ellies kleine Marotten. Mal summt sie ein kleines Liedchen oder kommentiert mit ihrer unvergleichlichen(einerseits noch sehr kindlichen, dann aber wieder erschreckend erwachsenen Art) die ein oder andere Situation. Toll auch als sie ständig versucht hat, das Pfeifen zu lernen und der Moment als sie es dann wirklich konnte. Kleinigkeiten, die aber ganz viel Wirkung auf den Spieler haben.

Generell spricht das Spiel sehr stark die Emotionen an. Mal hält man es vor Spannung nicht mehr aus, wenn man sich an den gefährlichen Clickern vorbeischleicht oder mit knapper Munition auf eine große Menge von Gegnern trifft. Ein anderes Mal lacht man mit den Charakteren mit, beispielsweise als Ellie(im „Left Behind“-DLC) mit Riley im Fotoautomaten sitzt oder Joel aus ihrem Witzebuch vorliest.
Die Charaktere sind mir im Laufe des Spiels so sehr ans Herz gewachsen wie selten zuvor in einem Videospiel. Das hat höchstens noch ein „Shenmue“ auf dem Dreamcast erreicht.

Technisch gesehen gibt es auf der PS4 auch nichts zu meckern. Natürlich merkt man dem Game seine Herkunft an, ab und zu ploppen verspätet Grafikdetails ins Bild. Aber va die Charaktermodelle sind unglaublich detailliert und die Mimik absolut überzeugend.
Die Umgebung ist toll gestaltet und überall kann man bestimmte Details entdecken, auch ein paar Eastereggs sind versteckt. So stellt man sich die Postapokalypse vor. Man hat wirklich das Gefühl, dass das alles mal bewohnt war und fragt sich, was dort vorgefallen ist.

Auch trotz des eher unrealistischen Settings, fragt man sich doch, was passieren würde wenn es wirklich mal zu so einer Katastrophe kommen würde. Viele Notizen und Botschaften, die man während des Spielens finden kann, zeugen vom Schicksal der Hinterbliebenen. Und auch wenn die Infizierten echt angsteinflößende Wesen sind, sind die meisten Menschen, die man auf Joels und Ellies Reise trifft, die weitaus schlimmeren Monster.

Abschließend kann ich nur sagen, dass „The Last Of Us“ definitiv zu den fünf besten bisherigen Videospielen zählt. Für mich persönlich war es im Games-Bereich wohl eines der beeindruckendsten Erlebnisse und ich bereue den Kauf nicht. Kann nur jedem, der eine PS3 oder PS4 besitzt, empfehlen zuzuschlagen.

Noch ein kurzer Kommentar zu einem etwaigen Nachfolger: Bitte, Naughty Dog, tut es nicht! Lasst es einfach so stehen und es bleibt das einzigartige Erlebnis, das es war.
Natürlich kann man die Story von Joel und Ellie noch fortsetzen, aber ich kann mir nicht vorstellen wie man Teil 1 toppen will.
Was mich wirklich interessieren würde, wäre die Auswirkung der Seuche in anderen Erdteilen. Da könnte man vielleicht noch den ein oder anderen DLC nachschieben…wenn es denn sein muss!! 😉

 

 

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Dilarang merokok!…Reisebericht Indonesien 2014

Auch dieses Jahr ging es wieder für einige Tage ins Ausland. Diesmal zurück nach Asien, Ziel war Indonesien.
Da Indonesien aber nicht gerade ein kleines Land ist, musste man im Vornherein klären: Wo will man hin? Was will man sehen?
Wenn man dann auch „nur“ drei Wochen Zeit hat, grenzt sich das Ganze dann noch einmal ein.
Hilfreich war mal wieder der Reiseführer zu Indonesien von Stefan Loose und der Lonely Planet zu Bali & Lombok. Desweiteren natürlich der ein oder andere Reiseblog oder Reiseforen.

Indonesien besteht aus fünf Hauptinseln und mehreren tausend kleineren Inseln und ist mit ca 240 Mio Einwohnern der viertgrößte Staat der Welt. Fast 200 Mio Menschen davon sind Muslime, daher ist Indonesien der größte muslimische Staat der Welt(über Ausübung der Religion und damit verbundene Besonderheiten gibt es im Lauftext mehr).
Das Klima hängt aufgrund der starken Ost-West-Ausdehnung davon ab, wo man sich Indonesien befindet. Ist aber natürlich eher wärmer und feuchter.

Wir entschieden uns dann letztendlich für Java und Lombok als Reiseziel. Java, da es dort die interessantesten Städte gibt und man relativ einfach von A nach B kommen kann und Lombok, weil es nicht so von Touristen überlaufen ist wie Bali, aber trotzdem Traumstrände und pures Urlaubsfeeling bietet.
Der Flug war relativ schnell gefunden. Für ca 680,-€ pro Person buchten wir bei Etihad Hin- und Rückflug mit Zwischenstopp in Abu Dhabi.
Direktflüge von Deutschland nach Indonesien gibt es so gut wie keine, daher muss man einen Stopp einplanen.
Sonstige Reisevorbereitungen mussten nicht groß getroffen werden. Jeder sollte natürlich eine vernünftige Reiseapotheke parat haben, evtl nötige Impfungen abchecken und sich definitiv ein Moskitonetz kaufen(am besten ein imprägniertes).
Für Java sollte man die normalen Grundimpfungen haben, für Lombok wird auch eine Tollwut-Impfung aufgrund der vielen Straßenhunde empfohlen und Malaria-Prophylaxe sollte man auch im Gepäck haben. Am besten vorher beim Arzt oder besser noch, dem Tropeninstitut klären.
Da ich immer gerne schon mit etwas Bargeld ins Land einreise, habe ich bei der Reisebank indonesische Rupien bestellt. Das ging ziemlich problemlos und fix. 10000Rp entsprechen z.Zt. ungefähr 0,60€.
Die Inlandsflüge und Zugfahrten waren zunächst von Deutschland aus nur schwer zu organisieren. Entweder nahmen die Fluggesellschaften keine deutschen Kreditkarten an oder verweigerten komplett den Buchvorgang.
Zum Glück brachte mich aber eine Besitzerin des Hostels in Yogya im Laufe unseres Mail-Verkehrs auf die Seite www.tiket.com. Dort kann man von Unterkunft über Mietwagen bis hin zu Bahn oder Flug alles buchen was das Herz begehrt. Und ganz problemlos mit Kreditkarte bezahlen!
Unbedingt nötig wäre das alles nicht gewesen, denn vor Ort kann man sich ohne Probleme alles von Zug- über Flugtickets relativ spontan besorgen. Die meisten Hostels/Unterkünfte bieten dabei Hilfe an oder organiseren einfach ein Auto samt Fahrer.

Am Samstag, den 07.06. ging es dann endlich los. Unser Flug mit Etihad startete um 11.15 Uhr und war nach ca. 6h Flug in Abu Dhabi. Dort ging es dann nach einem längeren Aufenthalt weiter Richtung Jakarta und nach weiteren 8h kamen wir endlich am internationalen Flughafen an.
Vor Ort muss man sich bei der Einreise zunächst ein Visum kaufen. 30 Tage kosten 25,-US$(kann man nach der Laufzeit aber auch noch verlängern). Bezahlung geht nur mit Bargeld, ein Bankautomat ist aber in Reichweite des Visa-Schalters.
Inzwischen war es Sonntag und man war etwas gerädert. Zum Glück war es relativ einfach den Bus- Bahnhof zu finden, an dem die Busse in die Stadt fahren. Ein Ticket kostet 20000Rp, der Bus ist ca eine Stunde in die Innenstadt unterwegs.
Wir wollten zunächst zum Bahnhof Gambir und nahmen uns dort dann ein Taxi zum Hotel. Zu Taxis in Indonesien folgendes: Bitte nutzt die Taxis der Bluebird Group! Es gibt zwar auch andere „richtige“ Unternehmen, aber bei Bluebird hatten wir die wenigsten Probleme. Und achtet darauf, dass der Fahrer das Taxameter einschaltet. Von der Problematik haben wir vorher schon gelesen und sind deswegen gezielt auf ein blaues Taxi zugelaufen.
Blöderweise war das aber ein Bluebird-Fake!!! Da das Hirn nach 24h ohne viel Schlaf aber nicht mehr allzu leistungsfähig war, handelten wir eben einen Festpreis mit dem Fahrer aus. Also ging es für 75000Rp(für ca 12km) in den Stadtteil Tebet, dort hatten wir im Pop!Hotel reserviert.
Das Hotel ist relativ neu und bietet schöne Zimmer inkl. Dusche und Doppelbett für einen guten Preis(ca 25,-€/Nacht). Sehr zu empfehlen!!
Nach einer kurzen Erfrischung und einem kurzen Schläfchen ging es dann zurück an den Bahnhof Gambir. Mit einem richtigen Taxi! Und siehe da: das kostete auch nur die Hälfte.
Von Gambir kommt man relativ einfach zum Monumen Nasional, einer 137m hohen Säule, die an den Kampf der Unabhängigkeit Indonesiens erinnern soll. Dort war zu dem Zeitpunkt nicht mehr so viel los. Viele Stände hatten bereits geschlossen oder räumten gerade zusammen.
Aber der Anblick der, unterschiedlich beleuchteten Säule machte schon was her und war den Besuch wert.
So langsam meldete sich der Magen! Die Jl. Jaksa, eine Straße mit vielen Essensmöglichkeiten, lag laut unserem Reiseführer gleich ums Eck. Also liefen wir los…wir mussten nur über diese verfl*****, vierspurige Straße kommen. Von Europa verwöhnt, suchten wir also den Fußgängerweg über die Straße. Aber da war keiner! Nach 15 Minuten gaben wir entnervt auf über die Straße zu kommen und nahmen uns einfach ein Taxi. Nach fünf Minuten Fahrt waren wir dann endlich am Ziel und suchten uns etwas leckeres zum Essen!! Es gab: Nasi Goreng Ayam(gebratener Reis mit Hühnchen).
Wir waren von Sonntag bis Mittwoch in Jakarta. Ua erkundeten wir Chinatown(dort lud uns eine nette ältere Chinesin auf eine Portion Gado Gado ein) samt buddhistischen Tempel, besuchten das alte Stadtzentrum Jakartas inklusive Hafen und die Istiqlal-Moschee(die größte in Südostasien).
In der Moschee wurden wir gleich von einem der Sicherheitsbeamten einkassiert und wurden zunächst in die Besonderheiten eingewiesen. So musten wir uns etwas über unsere Straßenkleidung ziehen und durften uns auch nur auf einem bestimmten Stockwerk bewegen. War aber definitiv sehr interessant und atmosphärisch, va da wir auch gerade zur Gebetszeit da waren. Zu guter letzt „durften“ wir eine Spende geben, die sich der Herr aber anscheinend gleich mal selber eingesteckt hat. Verrückt!
Außerdem gab es eine kleine Shopping-Einheit in der Grand Indonesian Mall(acht Stockwerke inkl. Kino, Fressmeile und Kinderparadies). Denn wie wir auf den bisherigen Reisen gelernt haben: asiatische Malls sind doch die Besten!!!
An unserem letzten Abend besuchten wir nochmal das National-Denkmal, denn da startete just an diesem Tag das dreitägige Food Festival. Dort wurden landesweite Spezialitäten vorgestellt und verkauft. Anscheinend schauten wir bei vielen Speisen so fragend, dass uns manches gratis zum Testen angeboten wurde. So konnte man schon mal einen guten Überblick bekommen, was uns kulinarisch die nächsten Wochen noch erwarten würde: verdammt leckeres Essen!!!

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Am Mittwoch ging es dann vom Bahnhof Gambir aus mit dem Zug nach Bandung. Für eine Fahrt in der ersten Klasse zahlten wir für zwei Personen 13,-€.
Nach 3 1/2h kamen wir dann am Ziel an und nahmen ein Taxi zum Hostel. In Bandung blieben wir für zwei Tage und schliefen im Sanghata Inn.
Das war leider die schlechteste Unterkunft unserer Reise. Die Inhaber sprachen fast kein Englisch, das Zimmer war klein und dunkel, das Bad war in keinem guten Zustand und zwei der Fenster waren nicht komplett schließbar(zum Glück war das Moskitonetz gut zu spannen). Immerhin gab es leckere Mie Goreng zum Frühstück.
Bandung ist va durch seine vielen Outlet-Shops(der in Indonesien produzierenden Marken) und seine Art Deco- Architektur(bedingt durch die holländische Kolonialzeit) bekannt und besonders am Wochenende sehr beliebt bei Touristen aus In- und Ausland. Auch wir wollten uns dort mit ein paar Klamotten eindecken. Oft war es aber relativ schwer zwischen Original und Fake zu unterscheiden. Am sichersten kann man sich da in Marken- eigenen Shops oder in den großen Malls sein.
Obwohl Bandung wesentlich kleiner als Jakarta ist, ist der Verkehr mindestens genau so schlimm und nervenaufreibend. Deshalb flüchteten wir am Abend aus der Stadt und gingen in dem wunderschönen Restaurant Boemi Joglo über den Dächern Bandungs essen(in Dago, etwas nördlich von Bandung). Unser Host organisierte uns ein Taxi für den Hinweg. Für den Rückweg baten wir den Ober im Lokal, dass er uns eines bestellt. Ich gab ihm auch die Telefonnummer der Bluebird Taxis. Da er dort aber anscheinend niemanden erreicht hat(?!?!), fuhr er mit seinem Roller selber los und organisierte uns eines.
Doch leider war auch das kein „richtiges“ Taxi und daher wollte der Fahrer gleich mal 150000Rp für eine Strecke, die uns vorher nur 40000Rp kostete. Da wir  diesen Preis aber nicht bezahlen wollten, flogen wir nach einigen Kilometern aus dem Taxi. Netterweise lies uns der freundliche Herr neben einem echten Taxi aussteigen. Aber nicht ohne uns die 25000Rp Mindestgebühr abzuknöpfen, die für die richtigen Bluebird-Taxis gelten.
Echt ärgerlich!!!
In Bandung hat es jeden Tag pünktlich zum Nachmittag geregnet. Aber dann so richtig. Einmal hatten wir das Glück und fanden Unterschlupf in einem kleinen Imbiss. Die Besitzer und zwei Gäste waren recht glücklich über unsere Anwesenheit und haben uns ganz gut ausgefragt. Dazu gab es noch eine leckere Schüssel Bakso(Hackbällchen mit Brühe und Nudeln). Da kommt man doch gerne mal in den Regen!!
Die Stadt an sich ist ganz cool. Kann man mal für zwei Tage einstreuen, mehr zu sehen gibt es aber nicht.

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Am Freitag fuhren wir dann wieder Zug. Sieben Stunden Richtung Süd-Osten nach Yogyakarta, dem absoluten Highlight Javas.
Unser Zimmer hatten wir dort bei Andrea Hotel gebucht, einem kleinen und sehr gemütlichen Hostel in einer der Seitenstraßen in der Nähe des Bahnhofs. Dort reiht sich Hostel an Hostel. Aber es ist sehr ruhig!!
Erschlagen von der langen Zugfahrt, gab es so nicht mehr viel Programm für den Tag. Wir schlenderten über die Jl. Malioboro, der Hauptstraße der Stadt und aßen im Bedhots zu Abend. Echt zu empfehlen! Sehr leckeres Essen, indonesisch und westlich!
Für den Folgetag war ein Besuch des Prambanan- Tempelanlage geplant. Diese liegt ca 20km nördlich von Yogya, also waren wir auf den Bus angewiesen. Diese fahren an deutlich erkennbaren Haltestellen an der Jl. Malioboro und mit der richtigen Linie fährt man fast direkt bis vor die Anlage.
Dort mal wieder ein weiteres Touri-Ärgernis: Indonesier bezahlen knapp 2,-€ für den Einlass, Touristen jedoch ca 15,-€!!! Aber gut. Ist das Geld auf alle Fälle mal wert. Echt sehr sehenswert! Da kann man schon mal ein paar Stunden verbringen und sich von der Atmosphäre verzaubern lassen.
Wie schon bei einigen Sehenswürdigkeiten vorher(oder einfach mitten auf der Straße) wurden wir hier sehr oft von Einheimischen angesprochen, ob sie denn ein Foto von uns machen dürften. Das war anfangs sehr nett(in Korea war es ähnlich, besonders bei Jüngeren), aber mit der Zeit einfach etwas nervig. Oft konnte man keine fünf Meter gehen ohne dass man wieder angesprochen wurde oder man wurde einfach ungefragt heimlich fotografiert.
Neben der Tempelanlage gibt es eine Freiluftbühne. Dort tritt am Abend das Ramayana- Ballett auf, das in eindrucksvollen Bildern die Geschichte von Rama nachstellt. Gesang, Musik und Farbenspiel hypnotisieren einen regelrecht. Normalerweise gibt es vier Episoden mit je zwei Stunden Aufführung und an einem Tag gibt es eine ebenfalls zweistündige Zusammenfassung der Geschichte. Wir sahen Epsiode 2, zum besseren Überblick gibt es vor Ort Flyer mit der Geschichte.
Das war echt beeindruckend! Im Hintergund das beleuchtete Prambanan und der klare Vollmond über der Szenerie…wow!!!
Das Ticket dafür haben wir in der Tempelanlage erworben(200000Rp/Person), an der Abendkasse haben wir uns dann noch einen Platz für die Rückfahrt in die Stadt reserviert via Minibus.
Am folgenden Tag hieß es: früh aufstehen!!! Denn es ging zur Borobudur-Tempelanlage! Die Tour haben wir über unser Hostel gebucht und fuhren um fünf Uhr früh los. Eine knappe Stunde später waren wir dann vor Ort. Man kann für die Anlage auch Sunset- Touren buchen. In diesem Fall muss man aber schon um 4 Uhr los…muss im Urlaub nicht sein!
Auch diese Anlage ist echt sehenswert(va mit den im Morgendunst liegenden Wald und Gebirge außen herum), ab einer gewissen Uhrzeit war das aber alles so überlaufen(va von fotowütigen, indonesischen Schulklassen), dass es keinen großen Spaß mehr machte. Ein Fotowunsch nach dem anderen und viele unerwünschte „Ich knipps mal heimlich“-Fotos. Ab einem gewissen Zeitpunkt haben wir dann dankend abgelehnt.
Der Rest des Tages stand dann eher im Zeichen von Schlafen, Essen und gemütlichem Schlendern durch die Stadt.
Am letzten Tag gab es nochmal die volle Dröhnung Kulter: Sultanpalast, Wasserschloss und Vogelmarkt standen auf dem Plan. Sollte man sich alles mal anschauen. Sehr gewöhnungsbedürftig ist aber definitv letzterer. Denn dort werden nicht nur Tausende von Vögeln(von Spatzen über Eulen und bunte Kücken) angeboten, sondern auch Katzen, Hunde, Geckos oder Fledermäuse. In winzigen Käfigen, teils zerrupft oder eher krank wirkend.
Yogyakarta ist ein absolutes Must-see in Indonesien. Eine großartige Stadt mit tollem Ambiente!
Störend waren aber die vielen Kuschen- und Rikschafahrer an der Jl. Malioboro, die einen ständig anquatschten. Ständig wollte man uns etwas andrehen oder wir wurden zu exklsuiven Kunstausstellungen eingeladen, die komischerweise jeden Tag einen Sale hatten und nur noch kurze Zeit liefen…jaja.
Wenn man auf der Suche nach Batikstoffen ist, wird man in Yogya ebenfalls fündig. Am besten vorher informieren, wo es gute Stoffe gibt. Oft helfen auch aber die Angestellten in den Hostels weiter.

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Nächste Station war der Vulkan Mount Bromo. Erneut mit dem Zug ging es von Yogya nach Surabaya. Dort wurden wir von einem Mitarbeiter des Hotels am Bromo, Yoschis Guesthouse, abgeholt und waren nach knapp drei Stunden Fahrt 2300m weiter über dem Meeresspiegel.
Da die Planung von Deutschland, wie oben schon erwähnt, nicht so einfach war, hat sich erst in Indonesien herausgestellt, dass wir mit dem Zug auch noch ein Stück hätten weiterfahren können. So hätten wir uns ein paar Stunden Autofahrt ersparen können.
Das Guesthouse wurde von einer Deutschen gegründet und bietet auf den ersten Blick ein sehr gemütliches Ambiente. Das Zimmer war zwar etwas dunkel, aber Sanitäranlagen waren sauber und auch das dazugehörige Restaurant war super. Leider war aber das restliche Interieur sehr verstaubt und schmutzig(nichts für Allergiker!!!) und es wurde besonders in der Nacht immer sehr klamm und feucht. Das machte sich auch an den Klamotten bemerkbar, die nicht mehr trocken werden wollten. Aber da wir eh nur zwei Nächte blieben war das zu verschmerzen.
Im Guesthouse wollten wir uns nach einer Karte und dem leichtesten Weg zum Bromo hinauf informieren(wird so auch auf der Homepage beworben), aber angeblich hatte man keine Karten mehr und man beschrieb uns den Fußweg auch nicht richtig, da man uns lieber eine der überteuerten(und überlaufenen) Sunset-Touren andrehen wollte.
Letztlich konnten wir uns übers Internet genug Infos beschaffen und machten uns zu Fuß auf dem Weg zum Bromo. Nach einer knappen Stunde Fußmarsch(meist steil bergauf), fuhren wir dann doch bei zwei jungen Kerlen im Bus mit hoch zum Bromo Nationalpark. Nachdem man die ca 15,-€/Person Eintritt bezahlt hat, darf man sich dort frei bewegen.
Nun hat man die Wahl, ob man einen der überteuerten Jeeps zum Bromo nimmt oder auf einem der Roller mitfährt bzw sich von einem Pferd zum Gipfel tragen lässt. Man kann aber auch laufen.
Zu Fuß dauert das Ganze bis zum Gipfel eine knappe Stunde und es ist ein einmaliges Erlebnis durch diese Wüste auf den Bromo zu zulaufen. Kurz vor dem Krater sollte man sich übrigens noch einen der getrockneten Blumensträuße kaufen. Den soll man zur Beschwichtigung des (aktiven)Vulkans in den selbigen werfen.
Zu den Aussichtspunkten, die früh von den Sunset-Touren angefahren werden, kommt man am besten per Jeep. Aber auch hier werden unverschämte Preise aufgerufen. Leider! Den Weg von Nationalpark zum Guesthouse in Ngadisari legten wir auch wieder zu Fuß zurück in ca 1 1/2h.
Auch diese Station unserer Reise war die Strapazen wert. Wer die Möglichkeit hat, das im Rahmen eines Tagesausflugs zu machen, sollte das auch machen.
Wenn man vor dem Bromo in dieser unwirklichen Wüste steht, kommt man sich vor wie auf einem anderen Planeten. Die Natur kann so unglaublich schön sein!!!

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Dann verließen wir Java und flogen mit Lion Air von Surabaya aus nach Lombok. Leider hatte der Flug über eine Stunde Verspätung, was mein Vertrauen in die Fluggesellschaft nicht weiter steigern konnte(habe vorher schon von Problemen bei Landeanflügen usw gelesen). Aber im Endeffekt war der Flug super! Das Flugzeug war nagelneu und nach einer knappen Stunde landeten wir sanft auf der Rollbahn des neuen Flughafens in Lombok.
Auf Lombok wohnten wir in Kuta(nicht zu verwechseln mit dem Kuta auf Bali) in Yulis Homestay. Auch hier hatten wir wieder einen Mitarbeiter, der uns am Flughafen abholte und uns zum Hotel fuhr. Dort angekommen waren wir erst mal baff!! Eine unglaublich schöne Anlage mit zehn Ferienwohnungen, Pools und kleinen Bungalows(dort gab es immer Frühstück). Es gab eine Küche, die man nutzen und sich kostenlos mit Tee und Wasser versorgen konnte. Außerdem wurden wir sehr nett von Jon empfangen, dem „Mädchen für alles“. Er kümmert sich um jeden Wunsch der Gäste und war jederzeit ansprechbar.
Die Zeit in Kuta war dann auch nur zum Faulenzen und Entspannen gedacht. Mit Kultur war es nix!!!
Kuta an sich ist ein kleines gemütliches Städtchen direkt am Meer, das komplett vom Tourismus lebt. Hier reiht sich Surf- an Tauchshop, Batikladen an Imbiss und Rollerverleih an Reiseunternehmen(für Touren nach Bali, Komodo…). Die Abende kann man in den tollen Restaurants verbringen, die von westlichen Speisen wie Pizza oder Burgern bis hin zu indonesischen Spezialitäten alles anbieten.
An einem Tag nahmen wir uns einen Fahrer(selber Fahren, sei es mit Roller oder Auto, ist mir in Indonesien echt zu riskant), der uns etwas durch die Gegend kutschierte. Ua fuhren wir an einer Goldmine vorbei, die allerdings schwarz betrieben wird. Dort gab es wohl schon sehr viele Unfälle, da die Stollen wohl nicht sehr sicher sind. Ein- bis zweimal im Jahr gibt es wohl eine staatliche Kontrolle, ob die Mine auch wirklich nicht genutzt wird. Blöderweise immer mit vorheriger Ankündigung 😉
Die Strände, die wir an diesem Tag besuchten, waren menschenleer. Es war kaum etwas los!! Das Wasser war auch relativ angenehm von der Temperatur und sehr ruhig. Wieder einmal sind uns die vielen Straßenhunde aufgefallen und der Fahrer konnte endlich das Rätsel lösen, warum es davon so viele gibt: da die Muslime Hunde als ehrenlos betrachten, kümmert sich einfach keiner um die. Und dann vermehren die sich natürlich auch ins Unendliche.
Nach drei Tagen in Kuta brachte uns dann der Fahrer des Homestays nach Bangsal, in den Norden Lomboks. Dort setzten wir über auf die Insel Gili Air.
Eine winzige, traumhafte Insel, die neben Gili Meno und Gili Trawangan liegt. In gut 1 1/2h kann man die komplette Insel zu Fuß umrunden.
Am Hafen kann man Tickets für die Überfahrt kaufen. Und da gibt es zwei Möglichkeiten: entweder mit dem Speedboot für wirklich viel Geld oder mit dem regulären Boot. Dieses fährt mehrmals am Tag(um 15.30 Uhr das letzte Mal) und ist wesentlich günstiger(ich glaube es waren 15000Rp pP). Und die Strecke ist in nicht mal 15 Minuten geschafft. Allerdings auch etwas abenteuerlicher. Es steht zwar irgendwas dran von max. 20 Personen. Wir zählten aber weit über 50 auf unserem Schiff. Aber gut, wir haben überlebt und kamen heil auf Gili Air an.
Vor Ort kann man sich, bei viel Gepäck, eine der Pferdekutschen samt Fahrer mieten, die einen wohlbehalten zur Unterkunft bringt. Das haben wir doch gleich mal genutzt. Ich wusste gar nicht, dass man mit einer Kutsche um die Kurven driften kann…Zum Glück gibt es dort weder Autos noch Roller. Eine himmlische Ruhe!!
Wir wohnten in den Sejuk Cottages. Eine tolle, kleine Anlage unter französischer Führung. Unser Bungalow war super. Klimaanlage, große Dusche, Hängematte und ein riesiges Bett mit Moskitonetz. Auch hier war, wie fast überall, Frühstück inklusive. Und auch hier bestand es aus einem Saft, Kaffee/Tee und Omelett/Pfannkuchen oder Sandwich. Perfekter Start in den Tag!
Auch hier stand mehr das passive Leben im Vordergrund. Schlafen, Essen, Lesen, Musik hören, Essen, Schlafen…Hier wird einem aber auch einiges geboten. Von Surfen über Yoga bis zum Tauchen. Meine Frau nutzte vor allem die zwei letzteren Angebote sehr häufig. Zum Tauchen ging sie zu 3WDIVE(französicher Eigentümer; sie war sehr zufrieden damit!!) und für Yoga ins H2O.
Am Abend ging es dann immer in eines der zahllosen Restaurants, die fast alle direkt am Meer liegen und auch hier von Sushi über Burger bis hin zu perfekten BBQs alles bieten was das kulinarische Herz begehrt. Unser Favort war die Raja Bar, die wir gleich drei Tage in Folge besuchten und uns durch die Speisekarte schlemmerten.
Eine perfekte Location zum Abschalten und zum Erholen von den stressigen Großstädten Javas.

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Leider verging die Zeit aber wieder viel zu schnell und im Nu war Freitag und es ging zurück von Lombok nach Jakarta. Auch wieder mit Lion Air, auch wieder ohne Vorkomnisse.
Die letzte Nacht verbrachten wir im Pop!Hotel direkt am Airport. Auch hier gab es mal wieder Ärger mit dem Taxifahrer. Denn dieser wollte(trotz Taxameter) 100000Rp für eine 4km-Strecke. Nachdem wir uns mit dem Fahrer nicht einigen konnten, wurden wir mal wieder aus dem Taxi geschmissen. Aber zum Glück gibt es am Flughafen ja mehrere Taxis…und der nächste Fahrer war auch sehr freundlich und nutzte tatsächlich das Taxameter.
Das wars dann leider auch. Am nächsten Tag ging es wieder zurück nach Hause. Mit Etihad über Abu Dhabi nach Frankfurt.

Alles in allem war diesmal wieder ein wunderschöner Urlaub(trotz kleiner Ärgernisse). Die Indonesier sind ein sehr freundliches Volk. Das zeigten viele Gespräche mit Einheimischen. Leider hat man jedoch das Gefühl, dass va die Indonesier im Tourismusgewerbe vor lauter Rupien nichts mehr anderes sehen und Fairness und Ehrlichkeit vergessen. Das hab ich auch schon anders erlebt. Schade!
Für Jakarta sollte man nicht zu viele Tage einplanen, da die Mischung aus Dreck, Chaos und Lautstärke doch sehr nervenzehrend ist und es nicht so viele Sehenswürdigkeiten gibt. In den anderen Städten hat es von der Dauer des Aufenthalts perfekt gepasst.
Ansonsten ist Indonesien ein sehr günstiges Reiseland, teilweise haben wir für 3,-€ zu Abend gegessen(zu zweit!!). Auch die Taxifahrten und Kosten für öffentliche Verkehrsmittel sind sehr günstig. Westliches Preisniveau gibt es sehr selten.
Das Essen war auch super. Manchmal etwas scharf, aber immer lecker. Defintiv sehr viel Auswahl, von Huhn über Rind zu Ziege(Schwein gibt es ja nicht, da muslimisches Land). Mit Reis oder Nudeln. Aber auch die Fischgerichte waren besonders auf den Inseln großartig!!