The Last Of Us Remastered- Das beste Konsolenspiel aller Zeiten?

Eines vorweg: Ich möchte hier ganz ungezwungen über dieses einzigartige Spieleerlebnis schreiben, daher werde ich wohl auch einiges über Szenen aus dem späteren Verlauf des Spiels schreiben.
Ihr seid also gewarnt vor diesen bösen Spoilern!!!

Da ich letztes Jahr beim Release von „The Last Of Us“ für die Playstation3 schon stark im NextGen-Fieber war und mich auf GTA V als letzten großen Titel eingestellt hatte, kam ich erst jetzt auf der PS4 zu der Ehre.
Was mich ehrlich gesagt auch abgeschreckt hat, waren zwei weitere Fakten:
Zum einen ist das Spiel von Naughty Dog entwickelt worden. Mit deren Spielen wurde ich bisher nicht warm. „Uncharted“ brach ich nach knapp zwei Stunden ab, da mir das Gameplay zu lahm und repetitiv war. Einzig „Jak & Daxter“ auf der PS2 konnte mich damals restlos begeistern.
Der andere Knackpunkt war meine fehlende. Begeisterung für Stealth-Games. Ich bevorzuge dann doch meist die Holzhammer-Methode und hab auch kein großes Talent im Schleichen.

Aber gut. Einerseits der vorherrschenden Spieleflaute auf der PS4, andererseits der vielen stimmungsvollen Trailer und Bilder geschuldet, habe ich dann letztlich doch zum Release der Remastered Edition zugeschlagen.
Und habe es kein bisschen bereut.

Die Fassung für die Playstation4 wurde nicht nur technisch etwas aufgehübscht(läuft, zumindest meistens, flüssig in 1080p mit 60fps), sondern beinhaltet neben einigen Online-Modi auch den DLC „Left Behind“. Dieser erzählt die Vorgeschichte Ellies und einen kleinen Teil aus dem späteren Teil des Hauptspiels.
Für das erste Durchspielen der Hauptkampagne habe ich gute 16 Stunden gebraucht. Habe aber auch alles nach Beute und Sammelgegenständen abgesucht und so manches mal einfach nur die Gegend bestaunt.
Für den DLC muss man dann noch ungefähr zwei bis drei Stunden einplanen.

Für alle, die noch nicht mit der Geschichte vertraut sind:
Schauplatz ist die USA zwanzig Jahre in der Zukunft. 2013 brach eine Erkrankung aus, die die Zivilisation wie wir sie kennen, weitgehend ausgelöscht hat. Durch den Pilz Cordyceps entstehen den Infizierten, zunächst im Gehirn, Parasiten und breiten sich dann langsam über den ganzen Körper aus. Die Betroffenen werden dadurch wahnsinnig und äußerst aggressiv.
Übertragbar ist sie durch das Einatmen der Sporen oder durch Bisse von Infizierten.
Das Militär hat in jeder größeren Stadt Quarantänezonen eingerichtet und verteidigt diese mehr oder minder erfolgreich gegen die Infizierten. Doch die Macht des Militärs ist umstritten. Es wird gnadenlos gegen Menschen vorgegangen, die sich dem strengen Regiment nicht unterwerfen und auch die Versorgung mit Nahrungsmitteln usw. läuft nicht ohne Probleme.
Daher formieren sich die „Fireflies“, eine Rebellengruppe die gegen die Militärherrschaft ankämpfen und diese stürzen will.

Und da kommt ihr ins Spiel. Ihr seid Joel, Ende 40, lebt in einer Quarantänezone in Boston und verdient euch wertvolle Wertmarken für Nahrung oder Wasser durch Schmuggel. Beim Ausbruch der Krankheit verlor er damals seine Tochter, was ihm auch immer noch zu schaffen macht.
Dort beginnt auch die Geschichte des Games. Ihr erlebt die erste Panik, den ersten Strom an Flüchtlingen und schließlich den Tod von Sarah, die von einem Soldaten erschossen wird.
Dann macht das Spiel einen großen Zeitsprung. Eben zwanzig in die Zukunft. Joel arbeitet mit Tess zusammen. Diese wurde gerade von zwei anderen Schmugglern in einen Hinterhalt gelockt und möchte sich nun an deren Boss rächen. Auf der Suche nach diesem ergeben sich einige Planänderungen und die beiden treffen schließlich auf Marlene, die Anführerin der Fireflies. Für eine Escortmission bietet sie ihnen im Austausch dafür Waffen an. Sie müssten nur etwas aus der Stadt rausbringen…
Dieses „Etwas“ ist die 14-jährige Ellie. Sie ist die letzte Hoffnung der Menschheit, denn sie wurde gebissen und hat sich dennoch nicht in eines der „Monster“ verwandelt. Um einen Wirkstoff zu erforschen, muss Ellie aber zu den Spezialisten der Fireflies gebracht werden. Und das sollen nun Joel und Tess erledigen.
Noch in Boston, wird Tess von einem Infizierten gebissen und opfert sich dann in einem selbstlosen Ablenkungsmanöver. Joel und Ellie sind von da ab also auf sich gestellt.

Weiter ins Detail möchte ich nicht gehen. Fortan erlebt man eine fast einjährige Odyssee quer durch die Staaten und eine unglaublich intensive Geschichte zweier Menschen und einer sich langsam entwickelnden Freundschaft. Sei es das postapokalyptische Boston, die verwinkelte Universität oder unglaublich furchteinflößende U-Bahn-Schächte…alles ist perfekt modelliert und lädt zum Erforschen ein.
Was mich absolut überzeugt hat, ist auch das sehr menschliche Verhalten der Charaktere, va Ellies kleine Marotten. Mal summt sie ein kleines Liedchen oder kommentiert mit ihrer unvergleichlichen(einerseits noch sehr kindlichen, dann aber wieder erschreckend erwachsenen Art) die ein oder andere Situation. Toll auch als sie ständig versucht hat, das Pfeifen zu lernen und der Moment als sie es dann wirklich konnte. Kleinigkeiten, die aber ganz viel Wirkung auf den Spieler haben.

Generell spricht das Spiel sehr stark die Emotionen an. Mal hält man es vor Spannung nicht mehr aus, wenn man sich an den gefährlichen Clickern vorbeischleicht oder mit knapper Munition auf eine große Menge von Gegnern trifft. Ein anderes Mal lacht man mit den Charakteren mit, beispielsweise als Ellie(im „Left Behind“-DLC) mit Riley im Fotoautomaten sitzt oder Joel aus ihrem Witzebuch vorliest.
Die Charaktere sind mir im Laufe des Spiels so sehr ans Herz gewachsen wie selten zuvor in einem Videospiel. Das hat höchstens noch ein „Shenmue“ auf dem Dreamcast erreicht.

Technisch gesehen gibt es auf der PS4 auch nichts zu meckern. Natürlich merkt man dem Game seine Herkunft an, ab und zu ploppen verspätet Grafikdetails ins Bild. Aber va die Charaktermodelle sind unglaublich detailliert und die Mimik absolut überzeugend.
Die Umgebung ist toll gestaltet und überall kann man bestimmte Details entdecken, auch ein paar Eastereggs sind versteckt. So stellt man sich die Postapokalypse vor. Man hat wirklich das Gefühl, dass das alles mal bewohnt war und fragt sich, was dort vorgefallen ist.

Auch trotz des eher unrealistischen Settings, fragt man sich doch, was passieren würde wenn es wirklich mal zu so einer Katastrophe kommen würde. Viele Notizen und Botschaften, die man während des Spielens finden kann, zeugen vom Schicksal der Hinterbliebenen. Und auch wenn die Infizierten echt angsteinflößende Wesen sind, sind die meisten Menschen, die man auf Joels und Ellies Reise trifft, die weitaus schlimmeren Monster.

Abschließend kann ich nur sagen, dass „The Last Of Us“ definitiv zu den fünf besten bisherigen Videospielen zählt. Für mich persönlich war es im Games-Bereich wohl eines der beeindruckendsten Erlebnisse und ich bereue den Kauf nicht. Kann nur jedem, der eine PS3 oder PS4 besitzt, empfehlen zuzuschlagen.

Noch ein kurzer Kommentar zu einem etwaigen Nachfolger: Bitte, Naughty Dog, tut es nicht! Lasst es einfach so stehen und es bleibt das einzigartige Erlebnis, das es war.
Natürlich kann man die Story von Joel und Ellie noch fortsetzen, aber ich kann mir nicht vorstellen wie man Teil 1 toppen will.
Was mich wirklich interessieren würde, wäre die Auswirkung der Seuche in anderen Erdteilen. Da könnte man vielleicht noch den ein oder anderen DLC nachschieben…wenn es denn sein muss!! 😉

 

 

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