Filmlogbuch Nr.44- See You Tomorrow, Everyone

Japan, Anfang der 1980er: Satoru lebt zusammen mit seiner Mutter in einem riesigen Wohnkomplex, der seinen Bewohnern im Grunde alles direkt vor der Haustür bietet.
Eine Schule, einen Kindergarten und natürlich diverse Shoppingmöglichkeiten.
Und natürlich hat Satoru auch den Großteil seiner Freunde in der Siedlung.
Doch im Gegensatz zu diesen hat er nicht das Bedürfnis erwachsen zu werden und auszuziehen um die Welt zu sehen.
So verbringt er eins um andere Jahr in seiner gewohnten Umgebung und verliert nach und nach alle seine Freunde.

„See You Tomorrow, Everyone“ ist irgendwas zwischen Drama, Coming- Of- Age und Komödie. Die Regie führte Yoshihiro Nakamura, der ua auch den großartigen „Fish Story“ drehte.
Die Geschichte um den etwas einfältigen, aber liebenswerten Satoru ist recht unterhaltsam, aber etwas zu lang.
Natürlich überbrückt der Film eine lange Zeitspanne und die Storyelemente machen am Ende alle auch Sinn, aber trotzdem hätte man das alles etwas straffer erzählen können.

7/10 Punkte

Trailer

Von „See You Tomorrow, Everyone“ hab ich die britische DVD von Third Window Films gesehen. An Extras gibt es ein knapp neunminütiges Interview und eine Einführung in den Film vom Regisseur.

Filmlogbuch Nr.43- Nightmare On Elm Street(1984)

Eine Gruppe von Teenagern wird von ein und dem selben Albtraum heimgesucht, in dem sie von einem Mann mit vernarbtem Gesicht und Krallenhänden heimgesucht werden.
Als eines der Mädchen, Tina, wieder von ihm träumt, wird sie bestialisch von ihm aufgeschlitzt. Doch der Traum wird zur Realität.
Leider glaubt keiner der Theorie von Nancy und ihren Freunden. Also muss sie sich wohl selber um die Angelegenheit kümmern.

Es gibt so einige Flecken auf meiner Weltkarte des Films, die ich noch ausfüllen muss. Einige der Horror- Klassiker aus den letzten Dekaden gehören da auch dazu, denn das Genre hatte für mich bisher eher wenig Bedeutung.
Und was passt besser zur Jahreszeit als „Nightmare On Elm Street“. Alles in allem hat mich der Streifen echt gut unterhalten, wobei der Gruselfaktor sehr gering war. Zu schlecht sind viele der Effekte gealtert und einige Szenen wirken eher albern als bedrohlich.
Aber ich hatte meinen Spaß! Die Musik war richtig gut und es sind ein paar erinnerungswürdige Momente übriggeblieben.

7/10 Punkte

Trailer

Gesehen habe ich den Film auf der deutschen Blu-ray(uncut ab 16 Jahren übrigens), die mehrere Audiokommentare, zwei Dokus und alternative Enden enthält.
Von dieser Disc gibt es eine Erstauflage, die Warner damals zurückgezogen hat, da in einer Doku Szenen von den indizierten Nachfolgern enthalten waren. Diese wurde nicht mehr auf die Zweitauflage der Blu-ray gepresst.

Filmlogbuch Nr.42- Der Koch

Maravan stammt eigentlich aus Sri Lanka und arbeitet nun in der Schweiz als Küchenhilfe in einem schicken Retaurant.
Sein großer Traum ist ein eigenes Rsetaurant in dem er Rezepte aus seiner Heimat anbieten kann. In der Servicekraft Andrea sieht er eine potentielle Geschäftspartnerin und lädt diese sogleich zum Abendessen ein.
Dort präsentiert er ihr ein Menü, dass es in sich hat. Es wirkt nämlich stark luststeigernd. Und das wo Andrea doch lesbisch ist…
So kommen beide auf die Idee, einen Cateringservice zu gründen, der erotische Abendessen anbietet und wieder Schwung in die ein oder andere Beziehung bringen kann.

„Der Koch“ basiert auf dem gleichnamigen Roman von Martin Suter. Kennengelernt habe ich den Schweizer Schreiber vor einigen Jahren durch die Empfehlung eines guten Freundes und seither so einige seiner Bücher gelesen(va „Small World“ und „Die dunkle Seite des Mondes“ kann ich sehr empfehlen!!).
Nun ich habe ich just vor einigen Wochen das Buch zum Film beendet und war gut unterhalten.
Leider kann der Film nicht im Ansatz die Qualität des Romans erreichen. Das eigentlich leidenschaftliche Thema wird hier so verkopft und kühl wiedergegeben, dass keinerlei Spannung aufkommt. Auch die kulinarischen Elemente bekommen in keinster Hinsicht die Aufmerksamkeit, die sie verdienen.
Echt schade!

4/10 Punkte

Trailer

Gesehen habe ich den Film auf der deutschen Blu-ray, die sonst aber nicht viel Extras oä bietet.

Filmlogbuch Nr.41- The Machine

In der nahen Zukunft befinden sich China und der Westen in einem Kalten Krieg. Um endlich für klare Fronten zu sorgen, möchte der Westen humanoide Kampfroboter bauen und entwickelt hierfür eine KI.
Nach einigen Fehlschlägen verspricht sich der Wissenschaftler Dr. Vincent von seiner neuen Kollegin Ava frische Impulse für die Weiterentwicklung des Programms. Als diese jedoch zu neugierig wird, findet sie ein jähes Ende.
Doch auch der Doktor hat nicht alle Karten auf den Tisch gelegt. Hat er doch sehr persönliche Gründe, endlich einen funktionierenden Cyborg zu bauen.

Auf „The Machine“ wurde ich durch einen Kommentar von mohnmond hier auf meinem Blog aufmerksam. Also hab ich mir den doch mal prompt auf meine Leihliste bei Lovefilm gesetzt und letzte Woche dann auch endlich gesehen.
Hat mich schon „Ex_Machina“ dieses Jahr mit der Thematik der KI und den Grenzen dieser Technik mehr als begeistern können, hat mir auch dieser Film recht gut gefallen.
Die Geschichte war zwar etwas vorhersehbar, aber Atmosphäre und Inszenierung gleichen das wieder aus.
Vor allem musikalisch fühlte ich mich oft an das Psychodrama von Alex Garland zurück erinnert. In den meisten Szenen musste ich aber eher an die „The Ghost In The Shell“-Saga von Masamune Shirow denken. Vor allem gegen Ende. Aber das ist ja nichts negatives.
Sehr positiv aufgefallen ist mir im Übrigen Hauptdarstellerin Caity Lotz. Die hat ihren Job sehr gut gemacht!

7/10 Punkte

Trailer

Gesehen habe ich den Film auf der deutschen Blu-ray von Splendid. Außer ein paar Trailern war allerdings nichts mehr auf der Disc.

Filmlogbuch Nr.40- Blacula & Scream, Blacula, Scream!

1780, Transylvanien: Prinz Mamuwalde und seine Ehefrau Luva statten dem Grafen Dracul einen Besuch ab. Grund ist die ausufernde Versklavung seiner afrikanischen Landsleute. Doch der Graf ist von seinem Erbitten ganz und gar nicht begeistert und belegt Mauwalde mit einem Fluch. Fortan wird er ewig leben und das Blut von Menschen trinken wollen. Er wird unter dem Namen „Blacula“ bekannt sein.
Schnitt in die 1970er: Durch zwei Antikhändler kommt Blaculas Sarg nach Los Angeles. Und wie es der Zufall will, ergibt sich eine Möglichkeit der Flucht für ihn.
Was folgt ist ein Katz und Maus- Spiel mit der Polizei von LA und eine Frau, die seiner verstorbenen Luva sehr ähnlich sieht.

In „Scream, Blacula, Scream!“ macht Blacula Bekanntschaft mit den Gefahren der Voodoo- Zauberei und hat anscheinend einen ebenbürtigen Gegner gefunden.

Aufmerksam auf „Blacula“ wurde ich lustigerweise vor einigen Jahren durch die deutsche Produktion „Leroy“(sehr empfehlenswert und mal wieder topaktuell!!). Und außerdem schielte ich immer schon mit einem Auge auf das faszinierende Blaxploitation- Kino der 1970er. Vor allem Pam Grier sollten auch die Jüngeren unter den Lesern kennen, hat diese doch schon die unglaubliche Jackie Brown in Tarantinos gleichnamiger Hommage an eben dieses Kino gespielt.
Auch sie hat eine Rolle in dieser Reihe(in Teil 2 als Voodoo- Priesterin), ist aber eher zweitrangig. Der Star ist natürlich Blacula himself, William Marshall. Was für eine Erscheinung! Man kauft ihm die Rolle jederzeit ab und ist einfach fasziniert von seiner Ausstrahlung.
Was mir auch gut gefallen hat, ist die funky Musik, die die Filme immer perfekt untermalt.
Leider ist das Qualitätsgefälle zwischen Teil 1 und 2 sehr groß. Ist der Erstling noch ein unterhaltsamer Monsterfilm, leidet das Sequel unter Blutarmut…es hat einfach keine Esprit! Zu belanglos wirkt das Erzählte und mir fehlt einfach das Besondere.

6,5/10 Punkte

Trailer

Gesehen habe ich die Filme in der britischen Blu-ray/DVD- Kombo von Eureka!Video. Auf der Blu-ray sind beide Teile enthalten, auf DVD sind sie jedoch auf zwei Datenträger verteilt.
Dazu gibt es noch ein schönes Wendecover mit alternativem Motiv und ein sehr informatives Booklet zur Geschichte der Filme und sehr coolen Abdrucken der Kinoplakate. Auf den Discs selber ist neben den Kinotrailern noch eine exklusive Einführung des Filmkritikers Kim Newman.

Filmlogbuch Nr.39- A Snake Of June

Rinko lebt in einer sehr lieblosen und langweiligen Partnerschaft. Als sie sich eines Tages selbst befriedigt, mach jemand heimlich Fotos von ihr. Diese nutzt der Unbekannte um sie fortan zu erpressen. Sie soll ihre geheimen, sexuellen Wünsche endlich ausleben. Wenn es eben sein muss, mit etwas Druck von außen.

„A Snake Of June“ war damals eine meiner ersten Begegnungen mit Shinya Tsuakmoto, der sich das Podest meiner persönlichen, japanischen Libelingsregisseure mit Takashi Miike und Sion Sono teilen muss. IM westen gilt er auch als der Vorzeige- Filmemacher, wenn es um Bodyhorror geht(va durch die „Tetsuo“- Reihe).
Er weiß es bizarre Geschichten mit noch bizarreren Bildern zu erzählen und einige seiner Filme sind irgendwo zwischen Kunst und tiefstem Abgrund anzusiedeln. Dabei erzeugen die meisten seiner Werke aber einen außergewöhnlichen Sog, der einen immer tiefer in die Filme hineinzieht.
So ist auch dieser Erotikthriller ein sehr ungewöhnlicher. Das fängt schon bei der Optik an, die alles in Blautönen und die Szenen meist aus der Perspektive eines Voyeurs wiedergibt. Aber auch die Geschichte bietet eher ungewöhnliche Kost. So ist es ja bekannt, dass in japanischen Schlafzimmern nicht sehr viel geboten wird und das zeigt Tsukamoto hier auf drastische Weise. Vermixt das alles aber eben mit seiner Vorliebe für Bodyhorror und kafka’esken Szenerien.
8/10 Punkte

Trailer

„A Snake Of June“ erschien vor einigen Jahren bei Rapid Eye Movies auf DVD. Vor wenigen Wochen aber veröffentlichte das britische Label „Third Window Films“ die erste Blu-ray des Film…und das weltweit! Shinya Tsukamoto arbeitete höchstpersönlich am Mastering des Films mit und stand auch für ein exklusives Interview zur Verfügung.
Hierzu hat die Disc noch ein Making of und einen Audiokommentar von Tom Mes mit an Bord.
Für Sammler interessant: die Erstauflage von 1000 Stück kommt mit einem wunderschönen Schuber, der das Titelmotiv(das so und so schon hervorsticht) nochmal besonders edel wirken lässt.

Das war übrigens mein 100. Beitrag auf diesem Blog und welcher Film könnte besser geeignet sein!?!

Filmlogbuch Nr.38- John Dies At The End

John und Dave sind beste Freunde und geraten eines Tages an die geheimnisvolle Droge „Sojasoße“. Durch deren Konsum können sie durch Dimensionen und Zeit reisen und kommen so auch einer Invasion einer außerirdischen Macht auf die Schliche. Diese gilt es zu verhindern.

Die Voraussetzungen für „John Dies At The End“ klingen eigentlich nach einem schönen Stück Trash- Unterhaltung. Anfangs war ich auch wirklich begeistert und wurde gut unterhalten. Gerade die Gags waren gut gewählt und die Geister- Szene im Keller mit dem „Wurst- Kerl“ war ziemlich gut. Doch dann wird es alles leider sehr wirr und mir fiel es schwer der Geschichte zu folgen. Für die Art eines solchen Films wurde zu viel geredet und zu wenig gehackt. Schade!
Der Film basiert auf einer Comicreihe von David Wong, die als Webcomic startet und mittlerweile sogar einen Nachfolger hervorbrachte.

5/10 Punkte

Trailer

Gesehen habe ich den Film auf der deutschen Blu-ray von Pandastorm Pictures. Außer einem Kino- Trailer und mehreren zum Programm des Labels, gibt es keine Extras.