Film gegen Comic!!: Edge Of Tomorrow vs. All You Need Is Kill

Der Film „Edge Of Tomorrow“(oder „Live.Die.Repeat“ wie er dann als Blu-ray/DVD hieß) erschien ja schon vor einiger Zeit. Viele wissen jedoch nicht, dass der SciFi-Film mit Tom Cruise und Emily Blunt auf einer japanischen Novel names „All You Need Is Kill“ basieren, die auch als zweibändiger Manga umgesetzt wurde.
Da ich nun am Anfang der Woche „Edge Of Tomorrow“ endlich mal gesehen habe, bestellte ich mir prompt den Manga und möchte hier jetzt einen kleinen Vergleich zwischen diesem und dem Film machen.

Die Grundgeschichte ist beinahe gleich. Es geht beide Male um einen Soldaten im Krieg gegen eine außerirdische Invasion, die Mimics. Doch als dieser gleich am ersten Tag der Schlacht stirbt, wacht er wieder am Vortag des Gefechtes auf. Und so geht es immer weiter und er versucht aus der Zeitschleife das Beste zu  machen und immer besser zu werden.
Im Film ist die Hauptfigur ein hohes Tier der US Army, im Manga ein einfacher Soldat. Auch stellt sich die Figur im Film wesentlich trotteliger an, was aber zu einigen sehr witzigen Szenen führt. Diese gibt es im Manga nur selten. Dann aber auch in anderen Zusammenhängen.Beide Hauptfiguren treffe nach einiger Zeit auf Rita Vrataski, die eine Heldin auf dem Schlachtfeld ist und die Menschen schon oft zu wichtigen Teilsiegen über die Mimics geführt hat. Und auch Ritra hat schon die Erfahrung der endlosen Zeitschleife gemacht und ist deshalb so gut geworden.
Und da machen Film und Vorlage einen großen Schritt voneinander weg. Muss William Cage in „Edge Of Tomorrow“ möglichst weit ins Landesinnere vordringen, um einen der seltenen Omega- Mimics zu töten und einen wichtigen Schlag gegen die Aliens treffen zu können, geht es bei „All You Need Is Kill“ etwas vordergündiger um das Beenden der Zeitschleife. Denn die Schlacht gegen die Mimics ist fast schon aussichtslos, also gibt es hier etwas weniger Pathos und Romantisierung der Situation.

Und genau deswegen gefällt mir der Manga dann auch sehr viel besser als der Film. Denn der Film zieht sich schon nach einer Stunde etwas in die Länge und es liegt ein zu großer Fokus auf der Lovestory zwischen Cage und Vrataski. Dafür sind hier die Szenen des Trainings weitaus kreativer gelöst. Mal sieht man Fehlschläge(Cage wird überfahren oder ständig von Vrataski im Training erschossen, wenn er sich was bricht) oder bekommt einfach mit, wie er sämtliche Abläufe optimiert, um möglichst wenig Zeit zu verschenken.
Der Comic spart auch nicht mit sehr drastischen Szenen und ist teilweise schon sehr hart. Auch die Mimics gefallen mir besser, da sie kreativer gestaltet sind. Die Film- Mimics sieht man so mittlerweile in jedem beliebigen SciFi-Film, sei es „Transformers“ oder „World Invasion Battle LA“.
Die Zeichnungen sind generell sehr gut, die Designs stammen nämlich von Yoshitoshi Abe(ua „Blue Submarine No.6“ oder „Serial Experiments Lain“). Gezeichnet wurden beide Bände von Takeshi Obata, der va mit seinem Meisterwerk „Death Note“ im Westen bekannt wurde.

Alles in allem kann man sich beides gerne mal anschauen. Beide haben ihre Vor- und Nachteile, entscheidet selbst!!
Der Manga als auch die Novel sind bei Tokyopop in Deutschland erschienen, der Film auf DVD/Blu-ray/3DBlu-ray bei Warner Bros.

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Filmlogbuch Nr.54- Knock Knock

KNOCK KNOCK Filmplakat_© SquareOne_Universum

Welcher Mann kennt diese Situation nicht: die Frau ist mitsamt der Kinder über das Wochenende an den Strand gefahren und man selbst muss aufgrund liegengebliebener Arbeit zuhause bleiben. Also macht man das Beste aus der Situation, dreht die Musik auf und stürzt sich auf die Aufgabe.
Doch plötzlich klingelt es an der Tür und zwei bezaubernde, klitschnasse Frauen stehen vor einem. Eigentlich waren sie auf der Suche nach einer bestimmten Party in der Nachbarschaft, wurden dann aber nicht fündig und vom Unwetter überrascht. Also bittet man beide herein. Es stellt sich heraus, dass sie Stewardessen sind und sowieso nie lange an einem Platz sind. So kommt es von einem zum anderen, vom unschuldigen Musikauflegen zu einer unvergesslichen Nacht zu Dritt.
Doch am nächsten Tag kommt die böse Überraschung. Sind die zwei Mädels denn schon volljährig und stimmt das alles, was sie dir am Vorabend erzählt haben? Und eigentlich solltst du die beiden jetzt schnellstmöglich aus dem Haus bringen, denn die Frau samt Nachwuchs kommt ja auch bald zurück.

„Knock Knock“ ist ner neueste Film von Eli Roth, dem Regisseur hinter Werken wie „Hostel“, „Cabin Fever“ oder „The Green Inferno“. Doch schlägt dieser nicht so sehr in die Horror-/Splatter- Richtung, sondern ist eher eine MIschung aus Home Invasion und Familendrama. Mit einem kleinen Augenzwinkern.
Im Endeffekt ist „Knock Knock“ Exploitation in Reinform(vom hohen Budget mal abgesehen): da gibt es einiges an nackter Haut, es gibt Mord und Totschlag und den ein oder anderen sehr trashigen Moment, in dem der Film fast schon zu albern und aufgesetzt wirkt.
Die zwei Mädels können als Femme Fatals definitv überzeugen und auch Keanu Reeves passt perfekt in die Rolle des Familienvaters.
Mir hat der Film spaß gemacht. Sicherlich kein Meisterwerk, aber wer auf seichtes Exploitationkino steht, sollte sich „Knock Knock“ mal anschauen.

7/10

Trailer

Der Film läuft ab dem 10.12.2015 in den deutschen Kinos. Ich konnte ihn dank des Vertriebs Capelight schon vorab sehen.
Mehr Infos zum Film findet Ihr auf folgenden Seiten:

https://www.facebook.com/knockknock.derfilm/info?tab=page_info

http://www.knockknock-film.de/

Und schaut öfter mal hier vorbei, denn passend zum Kinostart wird es noch eine nette Verlosung geben!!

Filmlogbuch Nr.53- James Bond 007: Spectre

Nachdem in „Skyfall“ einiges nicht so lief, wie es sich der britische Geheimagent vorgestellt hat, bekommt er prompt bei der Rückkehr nach London seine Suspendierung auf den Schreibtisch.
Generell steht das Doppelnull-Programm wohl vor dem Aus, da sich die britische Regierung künftig lieber auf die Dienste des JIS, einer neuen und morderneren Agentur, verlassen will. Doch Bond hat noch eine Auftrag vor sich: er muss den geheimnisvollen „blassen König“ treffen und soll ihn eliminieren. Daraufhin beginnt für Bond eine Reise ins Ungewisse auf der er sich mit den Geistern seiner Vergangenheit auseinandersetzen muss.

„Spectre“ ist Daniel Craigs vierter und wohl auch letzter Bond- Film. Das sagt zumindest die Gerüchteküche. Aber auch ohne diese, hat der neueste Streifen um den smarten Agenten ein Gefühl des Finalen und Endlichen. So schließen sich einige Handlungsstränge der letzten Teile und zielen genau auf das große Finale in „Spectre“ ab. Das wirkt teilweise etwas konstruiert und weit herbeigeholt, aber lässt einen eben vermuten, dass das der letzte Film mit Daniel Craig sein wird und mit einem neuen Hauptdarsteller auch ein neues Kapitel der Bond- Geschichte aufgeschlagen wird.
Im Großen und Ganzen wird einen Bond-typische Qualität geliefert. Da wird geschossen, mit schnellen Luxuskarossen halsbrecherisch durch enge Gassen gefahren, es wird geliebt und gelitten und letztlich gibt es da natürlich auch wieder den einen Oberbösewicht. Und dieser wird von keinem geringeren dargestellt als von Christoph Waltz. Leider muss man ja sagen, ist der Gute in den letzten Jahren fast schon zu sehr auf die Rolle des charismatischen, aber sadistischen Fieslings festgenagelt worden. Denn eigentlich kann er auch so viel mehr. Aber auch in „Spectre“ zeigt er eben mal wieder sein talent als böser Bube und kann überzeugen.
Die Bond-Girls sind dieses Jahr Monica Belucci(„Irreversibel“, „Malena“…), die nur eine sehr kurze Screentime hat und Lea Seydoux. Letztere kenne ich vor allem aus „Grand Budapest Hotel“ und natürlich „Blau ist eine warme Farbe“(sehr empfehlenswert!!).
Ob es wirklich Craigs letzter Aufritt als Bond war, weiß wohl nur Sony und Craig selbst, aber ich würde ihn mir auch gerne in einem seiteren James Bond- Film anschauen. Denn bisher, „Ein Quantum Trost“ mal ausgenommen, war das doch alles sehr ordentlich und er ist nach Sean Connery und Roger Moore definitv mein drittliebster Bond- Darsteller.

7,5/10 Punkte

Trailer

Den Film habe ich natürlich im Kino gesehen. Dort läuft er seit dem 05.November 2015.

Filmlogbuch Nr.52- The Voices

Jerries Leben könnte eigentlich ganz gut sein. Ein fester Job in der örtlichen Badewannen- Fabrik, eine eigene Bude und nette ArbeitskollegInnen.
Wären da nicht Mr. Whiskers und Bosco, seine zynische Katze und sein treuer Bosco. Diese kommentieren nämlich ununterbrochen sein Leben…solange er seine Medikamente, die er aufgrund seiner psychischen Vorerkrankung hat, weiterhin nicht wie verordnet einnimmt. Als er sich dann noch in seine Arbeitskollegin Fiona aus der Buchhaltung verliebt und sie aus Versehen tötet, beginnt der Wahnsinn aber erst.

„The Voices“ klang für mich von Anfang an schon wie ein großer Spaß. Und dann ist er auch noch von Marjane Satrapis inszeniert, die schon das großartige „Persepolis“(unbedingt ansehen!!) verwirklichte.
Doch leider ist der Film nur in der Theorie gut, die Umsetzung ließ mich gelangweilt zurück. So kann der Film zu keiner Zeit eine mitreßende Dynamik entwickeln und die Gags zünden fast nie. Also gähnt man sich durch die 100 Minuten so durch und wird immer nur von den vereinzelt guten Einfällen wach gehalten.

4/10 Punkte

Trailer

Gesehen habe ich von „The Voices“ die deutsche Blu-ray, die einiges an Extras bereithält. So sind zB neben vielen Interviews mit Schauspielern auch einige Featurettes und eine B-Roll enthalten.

Filmlogbuch Nr.51- Focus

Nick ist ein absoluter Profi im Stehlen Betrügen. Bei einem seiner neuesten Coups lernt er die Amateurin Jess kennen und nimmt sie fortan unter seine Fittiche. Natürlich verlieben sich die zwei, doch Nicks Geschäft lässt solche Beziehungen eigentlich nicht zu und deswegen trennen sich die Wege der beiden wieder.
Als er sie Jahre später im Rahmen eines neuen Auftrags trifft, ist sie mit dem Rennstall- Besitzer zusammen der gleichzeitig Nicks Auftraggeber ist. Und dann fangen die Probleme an.

Zugegeben, ich bin nicht der größte Fan von Will Smith. Der gute Mann versucht zu sehr, ähnlich wie „unser“ Til Schweiger, seine ganze Familie mit in die Unterhaltungsbranche „Film“ zu ziehen…egal ob es passt oder nicht. Dann macht er ja auch noch immer als Scientologe von sich reden, was das alles nicht besser macht.
Aber nachdem er im kommenden „Suicide Squad“ ein Teil der Schurkenbande ist und der Trailer zu „Focus“ ganz ansprechend war, gab ich ihm also nochmal eine Chance.
Er hat seine Rolle smart und charmant gespielt, das bessere Schauspiel lieferte meiner Meinung nach die bezaubernde Margot Robbie ab.
Ansonsten bietet der Film einige schöne Szenen in Hochglanzoptik, gängige Hollywoodhandlung und definitv ein paar zu viele Twists. Da wäre weniger mehr gewesen. Man rechnet dann schon zu sehr mit einer weiteren Haken, den die Handlung schlägt. Und das macht den Film dann auch ein bißchen kaputt.

6,5/10 Punkte

Trailer

Gesehen habe ich den Film auf der deutschen Blu-ray von Warner. Diese hat etwas über 30 Minuten an Extras an Bord, ua zwei Featurettes über Will Smith bzw Margot Robbie, alternative und entfallene Szenen und ein Beitrag über Trickbetrüger.

Filmlogbuch Nr. 50- Lost River

Bones lebt mit seiner Mutter und seinem kleinen Bruder in der heruntergekommenen Stadt Lost River, für die es kaum noch Hoffnung gibt. Keine Jobs, keine Persepktiven.
Als sie  dann auch noch die Raten für ihr Haus nicht mehr bezahlen können und Bones‘ Mutter einen Job in einem sehr schrägen Etablissement annehmen muss, macht er sich auf die Suche nach dem mysteriösen „lost river“, der den Weg in eine bessere Zukunft zeigen soll.

Ryan Gosling hat mit seiner ersten Regiearbeit einen richtigen Knaller abgeliefert. Anscheinend hat er, v.a. Nicolas Winding Refn bei seiner Arbeit viel über die Schulter geschaut und auch David Lynchs Werken scheint Mr. Gosling nicht abgeneigt. So ist „Lost River“ ähnlich abgedreht und hypnotisch in seinem Zusammenspiel von Bild und Ton wie einige Filme genannter Regisseure. Das könnte der Anfang von etwas Großem sein.
Bild und Ton sind auch die großen Stärken des Films, denn die Story bleibt etwas dünn. Dennoch ist die Hoffnungslosigkeit der Protagonisten in jeder Einstellung deutlich spürbar. Der Soundtrack erinnerte mich in vielen Szenen stark an Refns „Only God Forgives“.

7,5/10 Punkte

Trailer

Von „Lost River“ gibt es sehr viele Fasungen, was den geneigten Filmfan mal wieder ordentlich verwirren kann. So gibt es die reguläre Kinofassung als Standard-Version und in einem Amazon-exklusiven Mediabook. Dieses beinhaltet den Film auf DVD und Blu-ray sowie ein Poster und ein Booklet.
Jedem Filmfan lege ich aber eher die Version ans Herz, die exklusiv bei Müller, Saturn und Media Markt erschien. Diese kommt im Schuber und enthält zwei Discs. Eine für die Kinofassung und eine für den knapp zehn Minuten längeren Extended Cut(den ich auch gesehen habe und auf dem die Besprechung hier basiert). Warum das wieder ein solches Durcheinander sein muss, wissen nur der Handel und der Vertrieb. Könnte man sich aber auch sparen.

Filmlogbuch Nr.49- Minbo oder Die sanfte Kunst japanischer Erpressung

Das Tokyoter Hotel Europa wäre gerne die erste Anlaufstelle für wichtige Staatsgäste aus dem Ausland. Doch da gibt es ein Problem: die Yakuza belagern regelmäßig das Hotel und machen dort ihre fraglichen Geschäfte.
Als es dem Hoteldirektor zu viel wird, sucht er unter seinen Mitarbeitern fähige „Freiwillige“, die es mit der japanischen Mafia aufnhemen. Doch da sich die zwei Herren als nicht sonderlich erfolgreich herausstellen, bekommen sie Unterstützung von der toughen Anwältin Inoue. Und diese weiß, wie sie die Yakuza vertreiben kann.

„Minbo“ stand jetzt schon sehr lange auf meiner Filmliste und endlich hab ich ihn mal gesehen. Seitdem ich den Regisseur Juzo Itami durch das Meisterwerk „Tampopo“ kenne, war mir dieser Film auch ein Anliegen. Doch leider ist ein Großteil seiner Filme im Westen nicht sehr bekannt und schon gar nicht viel davon auch auf DVD oder Blu-ray erschienen.
„Minbo“ ist eine lockere Komödie, die aber auch ihre dramtischen Momente hat. Und wie cool die Anwältin den Gangstern gegenüber tritt, ist wirklich großartig.

8/10 Punkte

Den Film habe ich auf der deutschen DVD gesehen, die erst kürzlich nochmal neu aufgelegt wurde. Diese bietet den Film nicht nur in der geschnittenen, deutschen Fassung, sondern auch als Uncut- Version. In dieser sind die geschnittenen Szenen deutsch untertitelt.
Dazu gibt es noch ein paar Teaser und den Trailer.