Filmlogbuch Nr.95- Messi

Messi gilt zurecht als einer der größten Fußballer der Welt, ist aber relativ zurückgezogen und entspricht wohl nicht so dem Bild eines typischen, egozentrischen Stars wie wohl ein Cristiano Ronaldo.
So entschied sich der spanische Regisseur Alex de la Iglesia einen Dokumentarfilm über das argentinische Wunderkind zu drehen. Also versammelte er alle wichtigen Personen aus Messis Umfeld in einem Restaurant und ließ sie darüber schwärmen, wie toll Messi doch schon immer war.
Es kommen sowohl Johan Cruyff oder Gerard Pique zu Wort als auch ehemalige Sandkastenfreundinnen und -freunde oder ehemalige Lehrerinnen.

Klingt nicht sonderlich spannend und wahrscheinlich viel zu einseitig? Ist es auch. Selten wurde ich von einem Film so enttäuscht wie von „Messi“. Zunächst bemüht sich der Film zwar um eine Struktur indem er erst die Anfänge in Argentinien beleuchtet, dann die erste Zeit in Barcelona bis Messi endlich in die erste Mannschaft aufsteigt, aber das ist alles leider recht konfus mit ständig wechselnden Personen erzählt. Außerdem wurde das alles mit solch einem Pathos versehen, Michael Bay wird wohl bald bei de la Iglesia anrufen und um Nachhilfe bitten.
Wer sich für Fußball interessiert, bekommt hier auch keinerlei neue Infos über den Weltfußballer. Dass er eigentlich zu klein war und dann mit Wachstumshormonen behandelt wurde oder dass Barca die Behandlung zunächst die Verpflichtung deswegen zu riskant erschien, weiß man schon alles aus anderen Quellen. Mich hätte ein persönliches Bild von Messi interessiert.
Aber das bietet der Film leider nicht.
Daher zücke ich jetzt lieber den Controller meiner PS4 und spiele ein paar Runden PES…das macht mehr Spaß!

4/10 Punkte

Trailer

Gesehen habe ich die deutsche Blu-ray des Films. Diese bietet aber außer Trailern keine Extras. Achtung: wer Untertitel nicht mag, wird hier nicht glücklich. Denn der komplette Film ist in Spanisch.

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Filmlogbuch Nr.94- Ryuzo And The Seven Henchmen

Ryuzo lebt zusammen mit seinem Sohn und dessen Familie in einem Haus in einer ruhigen Nachbarschaft in Tokyo. Doch immer wieder gerät der Senior mit seinem Nachwuchs aneinander, da er im Garten steht und ganz unverhohlen seine Tattoos zur Schau stellt. Durch diese verrät er natürlich seine früheren Aktivitäten bei der japanischen Mafia, der Yakuza und das sorgt bei seiner Familie natürlich für Ärger.
Als eines Tages eine neue, kriminelle Organisation die Gegend unsicher kauft und alle Immobilien aufkauft, die dem früherern Yakuza-Mitglied wichtig sind, beschließen er und zwei seiner Weggefährten die alten Bandenmitglieder wieder zusammen zu trommeln und dem neuen Konkurrenten gegenüber zu treten.
Doch leider haben seine alten Kumpane mittlerweile die ein oder andere Macke…wie z.B. der schießwütige Mac, dessen großes Vorbild Steve McQueen ist.

„Ryuzo And The Seven Henchmen“ ist Takeshi Kitanos neuester Streich und eine Mixtur aus seichter Komödie und Yakuza-Film. Denn wenn die Mafia-Rentner durch die Straßen ziehen, gibt es den ein oder anderen skurrilen Moment und so einige Lacher. Auch wenn einige der Gags ziemlich platt sind und eher dem „Furz“-Genre entstammen. Aber da merkt man Kitanos Gene als Komiker.
Was man dem Film vorwerfen kann, ist der nicht gerade spannende Mittelteil. Zehn bis 15 Minuten kürzere Laufzeit wären auch nicht schlimm gewesen. Doch dafür ist das Finale wieder sehr mitreissend und passend inszeniert.

8/10 Punkte

Trailer

Den Film gibt es bisher nicht als westliches Release. Ich habe mir die japanische Blu-ray gekauft, die englische Untertitel hat und sogar frei von einem Ländercode ist. Es gibt noch eine Special Edition, die mit einer zweiten Disc mit ordentlich Bonusmaterial daher kommt, aber dieses ist leider nicht untertitelt.

 

Filmlogbuch Nr.93- Alles steht Kopf

Als Riley mit ihren Eltern vom kalten Minnesota in das sonnige Kalifornien zieht, weiß die Elfjährige noch nicht, was sie alles erwartet. Denn mit dem Schulwechsel, dem nicht gerade einladenden Haus und dem problematischen Job des Vaters, verändert sie sich. Das eigentlich unbeschwerte Mädchen wird immer deprimierter und will letztlich sogar ausreissen.

Was hier nach einem Familiendrama par excellence klingt, ist eigentlich gar keines. Denn Pixar präsentiert uns hier einen wunderschönen Animationsfilm, der neben all den traurigen Dingen auch unglaulich viel zu Lachen bietet. Dafür sind vor allem die Emotionen der Familie wichtig, denen wir im Film hauptsächlich bei der Arbeit zu schauen. Freude, Wut, Angst, Kummer und Ekel sind nämlich die eigentlichen Helden, die in ihrer Steuerzentrale die Kontrolle über die Figuren haben. Die Emotionen sind es letztendlich, die auch die Hauptgeschichte des Films tragen. Denn eigentlich will Freude nur verhindern, dass Kummer einige der Erinnerungen mit einem negativen Beigeschmack versieht und erreicht damit nur, dass beide für eine gewisse Zeit aus dem Kopf des Mädchens verschwinden und Ekel, Angst und Wut den Laden alleine schmeißen müssen. Dass das nicht lange gut geht, steht außer Frage.
Die Geschichte von „Alles steht Kopf“ verzichtet glücklicherweise auf den alltäglichen Hollywood-Quatsch und lässt die Klischees links liegen. Es beschreibt die Gefühlswelt einfach perfekt und macht überaus deutlich, dass alle Emotionen wichtig sind und man alle zulassen sollte. Das macht den Animationsfilm zu einem der besten Pixarfilme seit „Oben“, dessen unglaublich schöne Eröffnungssequenz wohl aber für lange Zeit unerreicht bleiben wird.
Zur technischen Seite muss man bei Pixar ja nichts mehr sagen. Vor allem die Umsetzung der Emotionswelt ist unglaublich schön und kreativ geraten.

8/10 Punkte

Trailer

„Alles steht Kopf“ erschein vor wenigen Wochen auf DVD, Blu-ray und 3D-Blu-ray. Bei der 3D-Blu-ray sollte man beachten, dass einige Nutzer über einen verzögerten Ton klagen, der mit Dauer des Films immer mehr zunimmt. Das ist wohl aber ein Problem einiger Player. Evtl solltet ihr vor Filmstart mal den Update-Status des Players checken.
Zu zusätzlichen Szenen, Featurettes und einigen Trailern, gesellen sich noch zwei neue Pixar-Kurzfilme auf die Disc. Vor allem „Riley erstes Date?“ ist zum Totlachen. „Lava“ fand ich vom Artdesign her richtig schön, inhaltlich aber zu kitschig.

Filmlogbuch Nr.92- The Guest

Caleb Peterson fiel im Krieg in Afghanistan. Und darunter leidet seine Familie immer noch stark. Als eines Abends sein vermeintlicher Kamerad David auftaucht, verändert sich das Leben der Petersons schlagartig. Die Mutter lacht wieder, der Sohn lernt sich gegen seine Mobber zu wehren und die Tochter findet auch irgendwie Gefallen an dem mysteriösen Fremden.
Nur der Vater ist von Beginn an skeptisch. Und das zu Recht, da nach dem Auftauchen von David mehrere Menschen im Umfeld der Familie auf seltsame Art und Weise ums Leben kommen.

„The Guest“ sprach mich zunächst vor allem wegen seiner Ästhetik an. Denn sowohl Soundtrack als auch Inszenierung atmen den Geist der 80er. Ein bißchen Carpenter gemischt mit einer Prise „Drive“. Dann war da noch die Besetzung von Maika Monroe, die in dem letztjährigen Horror-Hit „It Follows“ schon eine gute Figur gemacht hat und prompt war die Blu-ray gekauft.
Alles in allem ist „The Guest“ ein ordentlicher Film, der einen unterhaltsamen Abend garantiert. Auch wenn die ganze Auflösung um den mysteriösen Ex-Soldaten eher belanglos und langweilig wirkt. Dafür überzeugt der Thriller mit vielen cool gefilmten Sequenzen und einem absolut überragenden Soundtrack. Dieser ist eine Mischung aus Songs aus den 80ern und von Goth-Bands wie „Clan Of Xymox“ aber auch aktuellen Synthwave-Formationen wie den kongenialen „Perturbator“.

7/10 Punkte

Trailer

Ich habe die deutsche Blu-ray von „The Guest“, die auch einige Extras mit sich bringt. So gibt es entfernte und erweiterte Szenen, Outtakes und einen Audiokommentar.

Filmlogbuch Nr.91- The Garden Of Sinners

Die Story von „The Garden Of Sinners“ zusammenzufassen, ist mehr als leicht. Im Grunde dreht sich alles in der siebenteiligen Anime-Reihe um Shiki Ryogi, die übersinnlich begabt scheint. Sie ist bei einer Agentur angestellt, die sich um solche Phänomene kümmert und die Menschen vor deren gefährlichen Auswüchsen schützt.

Das umreißt grob die Rahmenhandlung, der von Ufotable(u.a. das Fate-Universum) produzierten Film-Reihe, die auf einer Visual Novel basiert. Die sieben Teile sind unchronologisch erschienen, d.h. dass man die Filme entweder in der Folge 1 bis 7 schauen kann oder man sich die Kapitel in der Reihenfolge 2, 4, 3, 1, 5, 6 und 7 anschaut. Ob man dann mehr versteht…man weiß es nicht.

„The Garden Of Sinners“ ist eine optisch sehr beeindruckende Serie und weiß zu Beginn noch mit ihrem ungewöhnlichen Setting zu begeistern, aber ich konnte der Geschichte irgendwann einfach nicht mehr folgen. Ich weiß nicht, was mir die Serie sagen will.
Wirklich schade. Da investiere ich meine Zeit lieber in eine andere Anime-Serie. zum Beispiel „Kill la Kill“…

5/10 Punkte

Trailer

„The Garden Of Sinners“ erschien hierzulande bei Kaze zunächst auf DVD. Jeder Film kam in einer Edition mit dem jeweiligen Soundtrack auf den Markt. Dann folgte ein Release auf Blu-ray, das in einer sehr großen Box erschien. Diese beinhaltete die Serie auch drei Discs und die sieben Soundtrack-CDs der Einzelveröffentlichungen. Diese ging relativ rasch out of print, daher folgten dann noch einmal die drei Blu-rays als Einzel-Ausgaben.

Filmlogbuch Nr.90- Love 3D

Als der Filmstudent Murphy am Neujahrsmorgen einen Anruf der Mutter seiner Ex-Freundin Electra bekommt, ist die Aufregung groß. Denn sie ist wohl schon seit einigen Monaten spurlos verschwunden und war zuletzt immer mehr in die Drogenszene abgerutscht.
Da Murphy immer aber immer noch Gefühle hegt, unternimmt er erste Schritte, sie zu finden. Zum Ärger seiner aktuellen Freundin Omi, mit der er auch ein gemeinsames Kind hat. Und die früher ein Teil einer Dreiecksbeziehung mit Murphy und Electra war…

Gaspar Noes Filme sind ein Schlag in die Magengrube. Egal, ob er bei „Irreversible“ eine minutenlange Vergewaltigungsszene zeigt oder den Zuschauer bei „Enter The Void“ auf einen unglaublichen Trip nimmt, leicht verdaulich sind seine Filme definitv nicht.
Auch „Love 3D“ bildet hier keine Ausnahme. Mit fast 140 Minuten Laufzeit ist der Film alles andere als kurz für einen Film mit solch einer Thematik und auch hier entspinnt sich eine magische Wirkung aus Musik und Bildern, die den Zuschauer mit sich reißt.
In den Medien war „Love 3D“ hauptsächlich Gesprächsthema, da die enthaltenen Sexszenen sehr explizit sind und alles zeigen. Doch sind die Szenen hier weniger drastisch als z.B in einem „Nymphomaniac“, sondern sind durchaus erotisch inszeniert. Besonders der, alles auslösende Dreier ist sehr sinnlich und definitv das Heißeste was es in einem Film in den letzten 15 Jahren zu sehen gab. Aber auch die typischen Gewalt-Ausbrüche und die depressive Grundstimmung entsprechen dem Noe’schen Filmemachen.
Besonders hervorheben möchte ich noch einmal den Soundtrack, der ale möglichen Stilrichtungen mit sich bringt und Songs von Salem, Daft Punk oder Pink Floyd enthält.

8/10 Punkte

Trailer

„Love 3D“ ist letzten Monat in Deutschland auf DVD, Blu-ray und in einer Special Edition erschienen. Die SE ist ein Mediabook mit DVD und Blu-ray des Films und enthält natürlich auch die 3D-Fassung. Dazu gibt es ein Filmposter und ein sehr informatives Booklet, das vom Filmmagazin „Deadline“(sehr empfehlenswert!!) zusammengestellt wurde.

Filmlogbuch Nr.89- True Blood – Die komplette Serie

Bon Temps, Louisiana. Sookie Stackhouse lebt mit ihrem Bruder Jason bei ihrer Großmutter und verdient sich ihre Brötchen in der örtlichen Kneipe, dem Merlotte’s, als Bedienung.
Das verschlafenen Örtchen, in dem jeder jeden kennt, liegt weit von der Zivilisation entfernt und so dauert es auch hier bis sich der erste Vampir blicken lässt. Diese haben sich nämlich schon Jahre zuvor „geoutet“ und sich mittlerweile mehr oder weniger gut in die Gesellschaft integriert.
Doch ein Vampir in Bon Temps?!? Das ist natürlich Gesprächsthema Nummer Eins. Sookie ist jedoch sofort fasziniert von Vampir Bill und fühlt sich wohl in seiner Gegenwart. Ist er doch eine der wenigen Personen, dessen Gedanken sie nicht lesen kann.

Als ich das erste mal von „True Blood“ hörte, war ich skeptisch. Denn damals ging gerade der unsägliche „Twilight“-Hype los und ich erwartete eine weitere, lahme Vampir-Lovestory. Auch wenn der Serienmacher, Alan Ball, mich erst wenige Jahre davor mit „Six Feet Under“ wirklich begeistert hat.
Doch schon bei den ersten Folgen der HBO-Serie merkt man, dass das keine, für Teenies versoftete Glitzervampir-Geschichte ist. Denn hier wird geflucht, viel geblutet und leidenschaftlich geliebt. Und das nimmt mit jeder Folge zu. Denn hier geht es nicht nur um die Probleme der Vampire und der Akzeptanz der Menschen, nein, es kommen auch noch Werwölfe, Wiccahexen, Mänaden, Zwerge oder Feen vor. Das klingt nach irrem Wahnsinn? Ist es auch. Man muss den trashigen Faktor der Serie wirklich mögen, um bis zum Ende am Ball zu bleiben.
Aber natürlich geht es hier tiefgründig um Sachen wie Fremdenhass oder Intoleranz gegenüber Minderheiten. Auch Kritik an den Einsätzen im Irak wird nicht ausgelassen. Und das macht die Serie dann auch so besonders. Hier gibt es verdammt viele Botschaften, die gerade wieder aktueller denn je sind. Auch in unserm Lande.
Insgesamt hat die Serie sieben Staffeln, die aber leider nicht alle das selbe, hohe Niveau haben. Gerade der Handlungsstrang um den Lilith-Kult fand ich eher lahm, Highlights waren aber z.B. die Anhänger der Gesellschaft der Sonne oder die Bedrohung durch den größenwahnsinnigen Russell Edgington. Gorßartig ist auch das Südstaaten-Feeling, das sie Serie aufbaut.

9/10 Punkte

Einen Trailer zur Serie werdet ihr hier nicht sehen, dafür das einzigartige Intro!

„True Blood“ lief nur begrenzt im Free-TV, kam wohl aber nicht sonderlich gut an. Daher erfolgte die Ausstrahlung hauptsächlich  im Pay-TV. Aber natürlich gibt es alle Staffeln auch auf DVD und Blu-ray.
Für Fans von Komplettboxen gibt es bei Amazon exklusiv ein Set mit allen sieben Seasons in einem schicken Schuber. Inhaltlich unterschieden sich die Discs aber nicht von den einzeln erhältlichen. Jede Staffel kam immer mit vielen Extras wie Audiokommentaren und verschiedenen Featurettes.