Filmlogbuch Nr.93- Alles steht Kopf

Als Riley mit ihren Eltern vom kalten Minnesota in das sonnige Kalifornien zieht, weiß die Elfjährige noch nicht, was sie alles erwartet. Denn mit dem Schulwechsel, dem nicht gerade einladenden Haus und dem problematischen Job des Vaters, verändert sie sich. Das eigentlich unbeschwerte Mädchen wird immer deprimierter und will letztlich sogar ausreissen.

Was hier nach einem Familiendrama par excellence klingt, ist eigentlich gar keines. Denn Pixar präsentiert uns hier einen wunderschönen Animationsfilm, der neben all den traurigen Dingen auch unglaulich viel zu Lachen bietet. Dafür sind vor allem die Emotionen der Familie wichtig, denen wir im Film hauptsächlich bei der Arbeit zu schauen. Freude, Wut, Angst, Kummer und Ekel sind nämlich die eigentlichen Helden, die in ihrer Steuerzentrale die Kontrolle über die Figuren haben. Die Emotionen sind es letztendlich, die auch die Hauptgeschichte des Films tragen. Denn eigentlich will Freude nur verhindern, dass Kummer einige der Erinnerungen mit einem negativen Beigeschmack versieht und erreicht damit nur, dass beide für eine gewisse Zeit aus dem Kopf des Mädchens verschwinden und Ekel, Angst und Wut den Laden alleine schmeißen müssen. Dass das nicht lange gut geht, steht außer Frage.
Die Geschichte von „Alles steht Kopf“ verzichtet glücklicherweise auf den alltäglichen Hollywood-Quatsch und lässt die Klischees links liegen. Es beschreibt die Gefühlswelt einfach perfekt und macht überaus deutlich, dass alle Emotionen wichtig sind und man alle zulassen sollte. Das macht den Animationsfilm zu einem der besten Pixarfilme seit „Oben“, dessen unglaublich schöne Eröffnungssequenz wohl aber für lange Zeit unerreicht bleiben wird.
Zur technischen Seite muss man bei Pixar ja nichts mehr sagen. Vor allem die Umsetzung der Emotionswelt ist unglaublich schön und kreativ geraten.

8/10 Punkte

Trailer

„Alles steht Kopf“ erschein vor wenigen Wochen auf DVD, Blu-ray und 3D-Blu-ray. Bei der 3D-Blu-ray sollte man beachten, dass einige Nutzer über einen verzögerten Ton klagen, der mit Dauer des Films immer mehr zunimmt. Das ist wohl aber ein Problem einiger Player. Evtl solltet ihr vor Filmstart mal den Update-Status des Players checken.
Zu zusätzlichen Szenen, Featurettes und einigen Trailern, gesellen sich noch zwei neue Pixar-Kurzfilme auf die Disc. Vor allem „Riley erstes Date?“ ist zum Totlachen. „Lava“ fand ich vom Artdesign her richtig schön, inhaltlich aber zu kitschig.

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