Filmlogbuch Nr.109- Coconut Hero

Mike Tyson lebt in einer kleinen kanadischen Stadt, ist 16 Jahre alt und hat mit dem Leben eigentlich schon abgeschlossen. Von seinen Mitschülern wird er gehänselt, seine Mutter ist nicht unbedingt interessiert an ihm und sein Vater verließ die Familie früh.
Also beschließt er eines Tages sich zu erschießen. Dumm nur, dass das Gewehr nur mit Platzpatronen geladen war und so überlebt er den Suizidversuch.
Da ihn nun das Jugendamt zu einer Therapie verdonnert, geht er wohl oder übel hin. Denn die Alternative würde bedeuten, dass er zuhause ausziehen muss. Doch bei einem der Therapiekurse lernt er Miranda kennen, die seine Weltansicht auf den Kopf stellt.

„Coconut Hero“ ist ein ziemlich böser, schwarzhumoriger Film, der in der ersten Stunde ziemlich rigide mit dem Thema „Selbstmord“ umgeht. Das wird nicht jedem gefallen, ich fand den lockeren Umgang mit dem Stoff ziemlich gut.
Leider gerät der Film am Ende zu sehr in die „Schicksalsschlag ändert Weltanschauung“-Schiene, offenbart aber trotzdem einige schöne Momente.
Der Film ist im Übrigen eine deutsch-kanadische Produktion und fast nur mit unbekannten Gesichtern besetzt. Einen kuriosen Gastauftritt gibt es aber: Udo Kier spielt den Psychiater, der selber eine Schraube locker hat.

7/10 Punkte

Trailer

„Coconut Hero“ habe ich auf der deutschen Blu-ray gesehen. Diese beinhaltet viele Extras wie Interviews, entfernte Szenen oder eine Hörfilmfassung. Eines ist mir aber supernegativ aufgefallen: die Synchronstimme des Vaters geht ja mal gar nicht! Selten so eine Fehlbesetzung gehört!

Filmlogbuch Nr.108- Victoria

Victoria kommt eigentlich aus Madrid und wohnt nun seit einigen Monaten in Berlin. Leider hat sie bisher kaum Anschluss gefunden und muss so ihre Nächte alleine in Berliner Clubs verbringen.
Eines Nachts trifft sie auf Sonne, der mit seinen Jungs gerade vor der Disco abhängt und sie geraten ins Gespräch. Zunächst etwas verstört von der rauen Art seiner freunde schließt sie sich ihnen jedoch an und zieht mit ihnen um die Häuser.
Als sich Sonne und Victoria dann langsam näher kommen, werden die zwei von seinen Kumpels gestört, die unbedingt noch etwas zu erledigen haben. Und da einer der Jungs so betrunken ist, dass nichts mehr mit ihm anzufangen ist, soll Victoria aushelfen. Hätte sie nur gewusst, worauf sie sich dabei einlässt…

„Victoria“ ist ein spannender Film. Nicht unbedingt aufgrund seiner Handlung, die man ab einem bestimmten Zeitpunkt vorhersehen kann, sondern wegen der Art und Weise wie er entstanden ist. Denn dieser, knapp 140 Minuten lange Film wurde komplett an einem Stück gedreht und kommt so also völlig ohne Schnitt aus. Und diese Inszenierung ist es, die den Film dann auch wirklich spannend macht. Klar gibt es ein oder zwei Momente, die nicht so entscheidend für den weitern Verlauf des Dramas sind, aber diese sind meist schön gefilmt und mit guter Musik untermalt.
Auch fragt man sich zu Beginn schon, was die smarte Spanierin mit den Trunkenbolden will, die sie schon sehr plump anmachen. Besonders der „Ghettoslang“ der Jungs nervt in den ersten Minuten schon ziemlich, später lernen sie aber die hohe Kunst der „normalen“ Kommunikation und sprechen in ganzen Sätzen 😉
Seit „Stereo“(ein echter Pflichtfilm!!!) habe ich keinen so spannenden Film aus deutschen Landen gesehen. Teilweise erinnerte er mich ein bißchen an die Filme von Gaspar Noe.

7,5/10 Punkte

Trailer

Gesehen habe ich die deutsche Blu-ray von „Victoria“. Extras sind einige auf der Disc, angefangen bei Interviews bis hin zu einem schnittlosen Interview mit Hauptdarstellerin Laia Costa.

Filmlogbuch Nr.107- Aku No Hana

Takao ist ein gewöhnlicher Schüler an einer Highschool. Ein bißchen verklemmt, was die Damenwelt betrifft, zieht er sich lieber in sein Zimmer zurück und liest große Werke bedeutender westlicher Autoren. Sein Lieblingsbuch ist „Die Blumen des Bösen“ von Baudelaire(„Aku No Hana“ ist dessen japanischer Titel).
Für seine Mitschülerin Nanako schwärmt er schon einige Jahre und bezeichnet sie insgeheim als seine Muse. Als er eines Tages nochmal zurück ins Klassenzimmer muss, findet er dort ihre Sportsachen und nimmt sie kurzerhand einfach mit nach Hause.
Doch das blieb nich unbemerkt. Während das Verschwinden der Sportsachen ein richtiges Politikum an der Schule wird und das Gerücht über einen Perversen die Runde macht, kennt Takaos Mitschülerin Sawa sein Geheimnis. Denn sie hat ihn bei dem Diebstahl beobachtet und erpresst ihn, Zeit mit ihr zu verbringen. Dabei spielt sie einige perfide Spielchen mit ihm und Takao stösst an die Grenzen seiner eigenen Persönlichkeit.

Die Anime-Serie „Aku No Hana“ basiert auf dem gleichnamigen Manga, der 11 Bände umfasste. Bei Release in Japan sorgte er für Furore, denn die 13-teilige Serie bietet keinesfalls die übliche Anime-Optik, sondern wurde im Rotoskopie-Verfahren gedreht. D.h. dass die Szenen mit echten Schauspielern gestellt waren und dann „überzeichnet“ werden. So entstehen natürlich sehr realistische Animationen. Aber auch bei den Hintergründen oder den Designs der Figuren wurde auf knallige oder unrealistische Effekte verzichtet, so dass „Aku No Hana“ mehr als Realserie wirkt.

Zugegeben, das Thema ist ziemlich hart und drastisch in seiner Erzählung, aber genau das war für mich das Spannende an der Serie. Dazu die wirklich tolle Inszenierung und ein großartiger Introsong, der einem nicht mehr so schnell aus dem Gedächtnis geht.
Einen dicken Minuspunkt gibt es für das offene Ende. Anscheinend plante man eine zweite Staffel, diese wird jedoch nicht mehr realisiert werden. Schließlich fand der Anime schon im Juni 2013 sein Ende und danach wurde es sehr ruhig um „Aku No Hana“. Das ist zu einer Zeit, in der man mit Harem-/Highschool-/Fanservice-Animes zugebombt wird, mehr als schade.
Aber immerhin wurde der Manga wohl mit einem richtigen Ende abgeschlossen, so dass ich mir diesen in naher Zukunft mal gönnen werde.

8,5/10 Punkte

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„Aku No Hana“ erschien im letzten Jahr bei Kaze Entertainment auf Blu-ray und DVD. Beide Formate sind jeweils in zwei Mediabooks erschienen, die ein informatives Booklet mit an Bord haben. Extras gibt es leider keine.
Dafür ist die deutsche Synchro wirklich gelungen und steht der japanischen in nichts nach.

Filmlogbuch Nr.106- Assassination

Korea zu Zeiten der japanischen Besatzung: eine Gruppe Widerstandskämpfer hat es sich zur Aufgabe gemacht, ein Attentat auf einn hohes Tier der japanischen Armee zu vollüben.
Der ausgeklügelte Plan scheint ein Erfolg zu werden, doch durch einen Geheimtipp gerät die gesamte Operation in Gefahr und plötzlich werden aus den Attentätern Gejagte.

„Assassination“ folgt einem Trend, der in den letzten fünf bis sechs Jahren vor allem in China unglaublich beliebt war. Filme über die Besetzung durch die Japaner und den kampf für die Freiheit.
Sind in den Filmen aus dem Land der Mitte jedoch oft sehr viele patriotische Momente und Szenen, die vor Propaganda fast triefen, geht „Assassination“ das Thema relativ neutral an. Und das rechne ihc dem Film sehr hoch an. Natürlich muss man Kriegsverbrechen ansprechen, die damals geschehen sind, jedoch sollte man das auch in einem vernünftigen Ton machen und dem Zuschauer selbst überlassen, was er darüber denkt.
Aber auch die Inszenierung des Action-Thrillers ist auf allerhöchstem Niveau. Hinter dem Film steckt nämlich das Team, das schon „The Thieves“ gemacht und damit einen richtig tollen Hochglanz-Actioner abgeliefert hat.
So verwundert es auch nicht, wenn sich der cast der beiden Filme sehr ähnlich liest. Auch hier ist wieder unser „My Sassy Girl“-Star Ji-hyeon Jeon am Start oder Jeong-jae Lee.
So unterhält der Film auch über seine 140 Minuten Spielzeit und ich kann nur jedem empfehlen, mal reinzuschauen.

8/10 Punkte

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Gesehen habe ich den Film auf der deutschen Blu-ray, die leider keine Extras zum Film bietet.

Filmlogbuch Nr.105- Gozu

Minami hat einen Auftrag: er soll seinen Yakuza-Kollegen Ozaki zur Müllhalde in Nagoya bringen, wo der Clan-Boss plant, ihn umbringen zu lassen.
Denn Ozaki ist eine Gefahr für die eigene Gruppe geworden. So sieht er in einem harmlosen Chihuahua einen „Yakuza-Killerhund“ und erschlägt den Hund ziemlich spektakulär auf offener Straße.
Also fährt Minami mit ihm Richtung Nagoya. Auf dem Weg dorthin kommt Ozaki aber ums Leben und als Minami mit ihm ankommt, verschwindet auch noch die Leiche aus dem offenen Cabrio.
Auf der Suche nach der verschwundenen Leiche trifft Minami auf zahlreiche, seltsame Gestalten, die ihn in die Irre führen wollen. Und auch als er Ozaki wieder findet, erwartet ihn ein ziemlich seltsames Schauspiel.

„Gozu“. Ein weiterer Film von Takashi Miike hier auf meinem Blog und wieder einmal ein sehr seltsamer Film. Denn ein Wort verbinde ich relativ stark mit dem Yakuza-Drama: „ratlos“. Denn so fühlte ich mich nach den kanpp 130 Minuten, in denen so oft nichts passiert, aber dafür dann wieder in zwei Minuten so viel Skurriles, dass manch ein Regisseur damit locker zwei Stunden füllen könnte.
Dafür hat er aber die tolle, beklemmende und besondere Atmosphäre, mit denen ich Takashi Miike-Filme kennengelernt habe. Und das hat mir ziemlich gut gefallen.
Wer kein Die Hard-Fan von Miike ist, muss den Film aber nicht gesehen haben. Dafür ist er dann doch zu unaufgeregt.

6/10 Punkte

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„Gozu“ gibt es in Deutschland auf DVD von I-On, aber auch in einr schicken Edition von Midori Impuls. Diese erschien in Hartboxen, die es mit fünf verschiedenen Covern gibt und die jeweils nur in einer sehr kleinen Auflage erschienen sind. Teilweise sind diese schon OOP.
Bei der Disc handelt es sich aber um die gleiche Scheibe, wie von I-On.

Filmlogbuch Nr.104- Gonin 2

Bei einem Überfall auf einen Juwelier geraten fünf Frauen in den Fokus der lokalen Yakuza-Gang, denn die gestohlenen Juwelen waren besonders wertvoll und sollten ursprünglich von angeheuerten Kleinkriminellen entwendet werden.
Dazu nimmt auch noch ein Mann deren Spur auf, der sich an den Yakuza für den Tod seiner Frau rächen will und auch an einem Teil aus dem Juwelendiebstahl interessiert ist.

„Gonin 2“ hat nur indirekt etwas mit dem Erstling zu tun. Die Handlung ist in den Grundzügen gleich, auch einige Schauplätze sind sich ähnlich wie z.B. die Disco des Hauptcharakters aus dem ersten Teil.
Aber Takashi Ishii inszeniert hier einen Film wie er sie liebt. Starke Frauenrollen, die der Männerwelt mal zeigen, wo der Hammer hängt. Und da unterscheidet sich „Gonin 2“ vom Vorgänger. Waren die Männer auf der Flucht vor den Yakuza eher defensiv, so gehen die Frauen voll in die Offensive und schrecken nicht vor der Mafiabande zurück.
Zwar war Teil 1 teilweise schöner gefilmt, aber insgesamt wirkt der Nachfolger sehr viel runder auf mich.

8,5/10 Punkte

Trailer

„Gonin 2“ ist in Deutschland in zwei Varianten erhältlich. So ist die Version von I-On geschnitten, die DVD von Raptor uncut. Diese habe ich mir auch zugelegt, bin aber wie schon bei der DVD zu Teil 1 sehr enttäuscht worden.
Zwar kann Teil 2 mit dem wesentlich hübscheren Coverdesign aufwarten, jedoch sind hier fürchterliche Fehler bei der Untertitelung passiert. So hat eine der Hauptfiguren, Chihiro, innerhalb weniger Minuten drei verschiedene Namen in den Untertiteln. Einmal Shiho, dann Shiro, dann wieder der echte Namen…ist mir einfach unverständlich.