Filmlogbuch Nr.111- Erinnerungen an Marnie

Anna ist eher eine Einzelgängerin an der Schule und ziemlich schüchtern. Außerdem plagt sie eine schwere Asthma-Erkrankung, die sie zwingt, für einige Zeit zu ihrer Verwandtschaft an die Küste zu ziehen.
Dort verliert sich Anna in dem ein oder anderen Tagtraum und freundet sich schließlich mit dem Mädchen Marnie an, das sie bei einer mysterisen Villa antrifft. Die beiden sehen sich fortan fast täglich bis Marnie eines Tages verschwunden ist und neue Besitzer in das Haus einziehen.

„Erinnerungen an Marnie“ ist der letzte Kinofilm des großen Studio Ghiblis, das sich künftig nur noch auf kleinere Projekte konzentriern will. Nach dem sich Miyazaki-san mit seinem „Wie der Wind sich hebt“ schon verabschiedet hat, durfte sich hier nun Hiromasa Yonebayashi bei der Verfilmung des Romans von Joan G. Robinson verwirklichen.
Und der Film ist mal wieder sehr gut gelungen. Schon der Anfang hat mich mit seinen detaillierten Bildern der Großstadt und den tollen Beobachtungen des Alltags ein so starkes Fernweh verspüren lassen, dass ich am liebsten gleich den nächsten Flug nach Japan gebucht hätte. Doch auch die Geschichte konnte mich mitziehen, hat jedoch zur Mitte des Films etwas stark unter einem schlimmen Anfall von Kitsch gelitten. Das wurde zum Ende hin jedoch wieder etwas besser und so hatte ich einen richtig schönen Filmabend mit „Erinnerungen an Marnie“.
Die Animationen und die Musik sind auch hier wieder auf einem ganz hohen Niveau…schade, dass das alles wohl nicht zu einem Oscar gereicht hat.

8/10 Punkte

Trailer

„Erinnerungen an Marnie“ erschien vor einigen Wochen bei Universum Anime, die auch schon die anderen Filme des Studio Ghibli veröffetnlicht haben. Die Blu-ray beinhaltet neben einem kompletten Storyboard auch ein 42-minütiges Making Of und ein Special zum Artwork des Films. Einige Trailer runden die Extras ab. Auerdem beinhaltet das Digipak noch drei Postkarten.

In eigener Sache…

Liebe Leserinnen und Leser meines bescheidenen Blogs,

wie ihr sicherlich die letzten Wochen gemerkt habt, ist es wieder mal ein bißchen ruhiger auf dieser Seite geworden. Das liegt nicht an meinem gesunkenen Filmkonsum…soweit lasse ich es nicht kommen…sondern eher daran, dass ich mittlerweile auch auf einer anderen Seite schreiberisch tätig bin.

Denn auf dvd-forum.at schreibe ich mittlerweile für den Newsbereich „Games“ und widme meine Energie häufiger Spielen aus längst vergangenen Zeiten in der „Retroecke“. Auch der ein oder andere Test dort wurde schon von mir verfasst und ab und an gibt es einen kleinen Comicstrip von mir(findet ihr unter den ganzen „News“- und „Test“-Bereichen auf der Startseite).

Natürlich wird es hier weiterhin neue Artikel geben, denn irgendwo müssen meine Gedanken zu dem ein oder anderen Film ja hin. Aber es würde mich freuen, wenn ihr auch mal auf dvd-forum.at reinschaut, denn wir ziehen da was Gutes auf!

 

Filmlogbuch Nr.110- Battles Without Honour And Humanity

Kurz nach Ende des zweiten Weltkriegs leidet die japanische Bevölkerung immer noch unter der Niederlage und ist noch weit entfernt vom Wirtschaftswunder der folgenden Jahrzehnte. Der Ex-Soldat Shozo Hirono gerät auf dem Schwarzmarkt von Kure in einen Kampf und tötet dabei einen Menschen. Im Gefängnis lernt er schließlich ein Mitglied des Doi-Clans kennen und findet so den Einstieg in die Untergrundwelt der Yakuzas.

Fortan folgen wir Shozo Hironos Geschichte und Werdegang innerhalb der Yakuza-Familien rund um Hiroshima und bekommen sein Leben anhand der fünf Filme der Reihe „Battles Without Honour And Humanity“ aufgezeigt. Diese wurden vom Großmeister Kinji Fukasaku inszeniert, der u.a. für Filme wie „Battle Royale“, „Tora! Tora! Tora!“ oder den abgedrehten „Sternenkrieg im Weltall“ verantworlich war.
Die komplette Reihe ist in einem semi-dokumentarischen Stil erzählt, häufig erläutert ein Sprecher aus dem Off diverse Handlungsstränge oder es werden s/w-Fotos oder Zeitungsausschnitte gezeigt. Zugegebenermaßen ist die Reihe besonders am Anfang sehr verwirrend und anstrengend. Erst mit Mitte des zweiten bzw. Anfang des dritten Teils hatte ich einen ungefähren Überblick über die verschiedenen Yakuza-Familien und wer in welcher Position steht.
Nicht zu Unrecht wird die Reihe(auch unter „The Yakuza Papers“ bekannt) mit den „Godfather“-Filmen von Coppola verglichen und meiner Meinung nach haben sie eine ebenso wichtige Stellung in der Filmgeschichte.

9/10 Punkte

Trailer

Die Filmreihe gab es komplett bisher nur in den USA und Japan für das Heimkino. In Deutschland brachte Rapid Eye Movies vor Jahren mal den ersten Teil auf DVD heraus, jedoch leider nicht die anderen vier Filme.
Wie so oft in den vergangenen Monaten zauberte jedoch Arrow Video aus England eine Collection aus dem Hut, die den Filmen absolut gerecht wird. In einer stabilen Box stecken alle fünf Filme(alle samt Wendecover mit japanischem Kinoplakat) plus einem sehr informativen Buch, das auf die Geschichte des Yakuza-Films eingeht. Ein kleines Highlight ist jedoch der Zusammenschnitt der fünf Teile, der mit 224 Minuten so bisher nicht außerhalb Japans zu sehen war.
Alle Filme sind sowohl auf Blu-ray als auch auf DVD enthalten und können mit einer sehr guten Bildqualität überzeugen.