Filmlogbuch Nr.117 – Sühne

Vier Mädchen erleben im zarten Alter von neun Jahren mit, wie ihre Freunde Emily von einem fremden Mann getötet wird. Deren Mutter Asako kann den Vieren nicht verzeihen, da sie ihnen vorwirft, Emily nicht geholfen zu haben und sie angeblich die Identität des Mörders für sich zu behalten wollen.
15 Jahre später sind die Mädchen zu jungen Frauen herangewachsen und haben die grausame Tat von damals entweder fast vergessen oder verdrängt. Jedoch haben sie mittlerweile alle ihre eigenen Probleme, die ihr Leben teilweise beträchtlich auf den Kopf stellen. Und mittenrein platzt Asako, die immer noch auf der Suche nach dem Mörder ihrer Tochter ist.

„Sühne“ ist eine fünfteilige Fernsehreihe von Kyoshi Kurosawa, der für Filme wie „Pulse“ oder „Cure“ verantwortlich ist. Neben dem Serienformat gibt es aber auch einen zweiteiligen Zusammenschnitt der Episoden, der hierzulande bei Arte zu sehen war.
Kurosawa ist eigentlich bekannt für seine Thriller, die meist einen übersinnlichen Touch haben und den Zuschauer nach dem Filmgenuss oft ratlos sitzen lassen. „Sühne“ entspricht da eher einem Werk wie „Tokyo Sonata“, das schmerzhaft in die Wunden der japanischen Gesellschaft gedrückt hat und das übliche Familienbild Japans komplett auseinandergenommen hat. Die typische Kurosawa’sche Mordgeschichte dient dabei eher als roter Faden, um die fünf Folgen miteinander zu verknüpfen und die Schicksale der Frauen zu zeigen.
Dabei ist „Sühne“ absolut unterkühlt inszeniert. Starre Kameraeinstellungen, kaum Musik und eine zum Ende hin immer mehr ins s/w gehende Farbgestaltung zeigen das Können Kurosawas. Großes Kino!

 8/10 Punkte

 Trailer

Leider gibt es „Sühne“ bisher nur in Form der Ausstrahlung von Arte auf Deutsch. Wer die Serie auf Blu-ray bzw. DVD haben will, muss auf das Release in Nordamerika zurückgreifen. Oder schaut nach Frankreich(Französisch-Kenntnisse vorausgesetzt).

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