Filmlogbuch Nr. 131 – Mandy

Eigentlich leben Red und Mandy ein beschauliches Leben. In einem schönen Häuschen an einem See verbringen die beiden ihre gemeinsame Zeit mit tiefsinnigen Gesprächen oder trashigen B-Movies im Fernsehen. Doch als Mandy eines Tages auf dem Weg zur Arbeit von Sektenführer Jeremiah erblickt wird, beginnt die Talfahrt in die Hölle.
Denn Jeremiah erkennt in ihr seine neue Muse und will sie unbedingt besitzen. Dazu geht er einen Pakt mit einer verrückten Bikergang ein, die sich des Problems annehmen. Doch leider zeigt sich Mandy nicht sonderlich kooperativ und wird daher vor Reds Augen bei lebendigem Leib verbrannt.
Der Schmerz und die Wut treiben Red nun zu einem erbarmungslosen Rachefeldzug gegen die Biker und die Sekte an. Bis an die Zähne bewaffnet begibt er sich nun also auf eine ganz besondere Jagd.

 

„Mandy“ ist ein Film, der die Meinungen ähnlich spaltet wie die Köpfe seiner Bösewichte. Viele reden vom Film des Jahres, andere von einer Vollkatastrophe. Meine Meinung bewegt sich irgendwo dazwischen und auch zwei Tage nach der Sichtung des Rachethrillers bin ich mir noch nicht sicher, ob ich das schicke Mediabook wirklich behalten soll.
Der Film treibt auf der einen Seite etwas auf der aktuellen Retro-Welle an Filmen und Serien, die mit Neonfarben und VHS-Optik vor allem Kinder der 80er und frühen 90er ansprechen wollen. Dazu mischt Regisseur Cosmatos eine Black Metal-Ästhetik mit der Atmosphäre von Horrorfilmen der 70er/80er-Jahre und dazu wummert der Soundtrack von Johann Johannsson(leider bereits verstorben) aus den Boxen. Alles in allem müsste der Film mir also so gut gefallen, dass er locker in die Top 5 meiner Lieblingsfilme 2018 steht. Eigentlich…

Doch irgendwie ist das Tempo des Films so gemächlich erzählt, dass es schwer ist, die erste Stunde voll konzentriert zu bleiben. Und als dann endlich die Rachetour beginnt, ist das alles viel zu schnell auch schon wieder vorbei. Nicolas Cage füllt die Rolle von Red recht gut aus, mehr Eindruck hinterlässt aber Andrea Riseborough als die titelgebende, tragische Hauptfigur des Films.
Eine Wucht sind aber die großartig eingefangenen Sequenzen und Bilder mit denen „Mandy“ das Auge des Betrachters verwöhnt. Egal ob Landschaftsaufnahmen oder Handlungsshots, der Film ist eine Aneinanderreihung von tollen Bildern, die sich in den Sehnerv schlängeln. Wahnsinn!
Letztendlich muss sich über „Mandy“ jeder selbst ein Urteil bilden. Ich kann die auseinandergehenden Meinungen gut nachvollziehen und werde dem Film wohl nochmal bei einer zweiten Sichtung die Chance geben, mich auch storytechnisch von der Couch zu blasen. Bis dahin gibt es

6,5/10 Punkte

„Mandy“ erscheint in Deutschland in verschiedenen Versionen für das Heimkino. Neben regulärer DVD und Blu-ray gibt es den Rachefilm in zwei Mediabooks(beide mit unglaublich tollen Cover-Motiven) und einer Ultimate Edition. Letztere enthält neben dem Film auf DVD und Blu-ray auch eine Soundtrack-CD, vier Aushangfotos und ein Poster. Schmuckstück ist aber die LP mit  dem Song „Amulet of the Weeping Maze“ aus dem Film. Passend dazu erscheint diese Fassung auch in einer Schallplatten-großen Sonderverpackung. Das Mediabook enthält neben dem Film auf DVD und Blu-ray einen recht informativen Bookletteil und eine DVD mit Bonusmaterial.

 

Werbeanzeigen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.