Fleischeslust in Japan – Tokyo Ghoul [S]

Mitten in Japans Hauptstadt Tokyo leben sie: Ghule, die sich von Menschen ernähren. Unter ihnen ist nun auch Ken Kaneki (Masataka Kubota), der nach einer Operation zum Halbghul geworden ist und keine normale Nahrung mehr verträgt. Für einige seiner Artgenossen ist diese Mischung offensichtlich besonders anziehend: Shu Tsukiyama alias „Der Gourmet“, einer der gefährlichsten Ghule der Stadt, hat schon seine Feinschmecker-Fühler nach Ken ausgestreckt. Als ihn Shu in ein Ghul-Restaurant einlädt, denkt sich Ken noch nicht viel dabei – bis er auf einmal vor lauter hungrigen Maskierten steht und merkt, dass er als Delikatesse versteigert werden soll. Wird er der Gier des Gourmets noch entkommen können?

 

Bei „Tokyo Ghoul“ handelt es sich um ein Phänomen. Alles begann mit einer Manga-Reihe von Sui Ishida im Jahr 2011, der mehrere Anime-Staffeln sowie eine weitere Manga-Reihe folgten. Von Umsetzungen in Videospielform und als Theaterstück wollen wir hier gar nicht erst anfangen. Als wäre dies nicht schon genug, gibt es auch eine Realverfilmung von „Tokyo Ghoul“, die es im Jahr 2018 letztlich auch zu uns schaffte.

Daher ist es nicht verwunderlich, dass Kazé nun auch dessen Nachfolger zu uns bringt. „Tokyo Ghoul [S]“ läuft vom 28. bis 30.April im Rahmen der Kazé Anime Nights als Onlineevent und wird anschließend auch bei Anime on Demand zum Kauf verfügbar sein. Ein Release auf DVD und Blu-ray ist dann für später im Jahr geplant.

Doch lohnt sich die neue Realverfilmung auch? Ein klares „Ja“ gibt es hier nur für die eingefleischten Fans der Reihe. Das Erzähltempo des Films ist nämlich sehr gemächlich und ohne Vorkenntnis des Erstlings gibt es hier vermutlich mehr Fragezeichen als alles andere. Die Schauspieler machen ihren Job recht gut und verfallen nur selten in‘s Overacting. Etwas negativ fielen – vor allem im Finale – einige der CGIs auf. Aber das ist man von Produktionen aus Japan ja leider mittlerweile gewohnt. Dafür stimmt das generelle Production Value, das ghoulische Vergnügen sieht schon sehr wertig aus.

Alles in allem ist „Tokyo Ghoul [S]“ sicherlich kein schlechter Film, aber wirklich eher als Bonus für eingefleischte Fans zu betrachten. Wer Lust auf makabres und düsteres Kino aus Japan hat, sollte sich die Reihe mal näher betrachten. Dann aber eher mit dem Anime oder Manga anfangen.

 

6/10

 

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