YUNG

YUNG ist der flirrende Trip von vier jungen Mädchen durch die pulsierende und hedonistische Subkultur des modernen Berlin, vor allem aber ein pures, raues und authentisches Portrait ihrer Freundschaft. Janaina verdient sich etwas Taschengeld mit Webcam-Sex hinzu. Für ihre beste Freundin Emmy ist die Stadt ein einziger Rausch, dabei realisiert sie nicht, dass sie immer tiefer in den Strudel der Abhängigkeit gerät. Joy sinnt über die Liebe nach, wenn sie nicht gerade Drogen verkauft, und die süße Abbie träumt davon nach Los Angeles abzuhauen.

 

Im Vorfeld der Sichtung – Danke an Public Insight und Alamode für den Screener – fiel mir „YUNG“ immer wieder aufgrund der Vergleiche mit Larry Clarks „Kids“ ins Auge. Besagten Film um eine Gruppe Jugendlicher im New York der 90er Jahre habe ich zwar bisher nur ein einziges Mal gesehen und das auch schon vor über zwanzig Jahren, dennoch erinnere ich mich auch heute noch an die Abscheu und die Faszination zugleich, die der Film in mir auslöste. Auch wenn die Abscheu immer überwog und ich den Film lange als einen meiner meistgehassten deklarierte, finde ich solche Milieustudien mittlerweile sehr interessant und habe auch meinen Frieden mit Regisseur Larry Clark geschlossen. Aber das ist ein anderes Thema…

„YUNG“ schockiert natürlich mit seinen jungen Hauptfiguren, die sich von einem Exzess in den anderen stürzen und natürlich kommt da die Frage bei einem Enddreißiger wie mir auf: kann das wirklich alles stimmen? Tickt „die Jugend“ heute so? Keine Ahnung…laut dem Regisseur soll das ja alles sehr nah dran am echten Leben sein. Ich kam mir teilweise ein bißchen alt vor und musste ehrlicherweise einige Begriffe wirklich googeln…oder wer von euch weiß schon was ein K-Hole ist? Oder G?
Inszeniert war der Film recht gut und hatte einige echt tolle Bilder. Egal ob Aufnahmen mit einem schönen Panorama von Berlin oder Szenen in Klubs…das sah alles echt hochwertig aus und dazu gab es einen vorzüglichen Soundtrack auf die Ohren. Dieser wurde von DJ Hell zusammengestellt und besteht zu einem großen Teil aus elektronischen Tracks. Richtig gut! Kann man übrigens auch auf CD erwerben…noch ein Beweis für mein biblisches Alter…CDs!
„YUNG“ kann man definitiv empfehlen und ist eine Sichtung wert. Der Film von Henning Gronkowski erscheint im Verleih von Alamode Film auf DVD am 24.07. und ist bereits seit Anfang Mai auf diversen Plattformen als digitale Fassung erhältlich.

 

7/10

 

 

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