Josie, der Tiger und die Fische [Review]

In den vergangenen Jahren gab es hier häufiger mal Reviews zu Filmen aus der KAZÉ Anime Nights, auch „Josie, der Tiger und die Fische“ wird am 30.11. im Rahmen dieses Events in den hiesigen Lichtspielhäusern gezeigt. Ich durfte mir im Vorfeld bereits den Screener anschauen und kann euch jetzt verraten, ob sich ein Kinobesuch lohnt.

Zunächst punktet der Film schon mal mit seinem Setting. Er spielt nämlich an einem der schönsten Orte Japans, Okinawa. Wer noch nicht dort war, sollte das schnell nachholen, Infos dazu könnt ihr in meinen beiden Reiseberichten von 2010 und 2015 finden.

Aber kommen wir zurück zum Film. Wir lernen erst einmal Student und Tauchlehrer Tsuneo kennen, der das Meer und seine Bewohner liebt. Als er eines Tages von der Arbeit nach Hause geht, stoppt er den Rollstuhl der jungen Josie, der sich selbständig machen wollte und einem Abhang hinabrollt.

Während die eigenbrödlerische Josie selbst nicht gerade begeistert von dem jungen Mann ist, ist es deren Großmutter umso mehr. Kurzerhand stellt diese ihn ein, um Josie den Alltag etwas zu erleichtern und die junge Frau wieder mehr an die Gesellschaft heranzuführen. Doch nach anfänglichen Querelen – ihr werdet es schon ahnen – fängt es zwischen den beiden an zu knistern, was das Leben aber für beide nicht leichter macht. Weder für die emotional unentschlossene Josie noch für Tsuneo, der eigentlich ein Auslandssemester in Mexiko plant.

„Josie, der Tiger und die Fische“ stammt vom Studio Bones, das auf eine beeindruckende Historie zurückschauen kann. Serien wie „Wolf‘s Rain“ oder „Mob Psycho 100“ und Filme wie „Sword of Stranger“ gehen schon auf deren Rechnung. Mit der Romanze unterstreicht man die hohe Qualität des Studios erneut. Die Animationen und die Qualität der Zeichnungen sind hervorragend. Es gibt viele Details zu entdecken und die Farben unterstreichen die jeweiligen Szenen toll.

Natürlich denkt man bei den Zutaten „Anime“, „Behinderung“ und „Love Story“ auch gleich an „A Silent Voice“, den ich an dieser Stelle nochmal besonders erwähnen möchte. Doch Josies Geschichte geht nicht ganz so ans Herz wie das Werk aus 2018. Das liegt zum einen an der Vorhersehbarkeit des Ganzen, wirklich überraschend ist der Film zu keinem Zeitpunkt. Außerdem drückt man fast schon ein bißchen zu sehr auf die Tränendrüse…also etwas zu viel Drama für meinen Geschmack.