#Japanuary 2022 Film 5 – Ghost in the Shell 2: Innocence

Nachdem es vergangene Woche schon den großartigen Erstling im Rahmen des #Japanuary 2022 gab, wollte ich mir auch endlich mal wieder „Ghost in the Shell 2: Innocence“ anschauen. Die letzte Sichtung dieses Films liegt nämlich schon wieder viel zu lange zurück und auch die Erinnerung daran verblasste langsam.

Der zweite große „Ghost in the Shell“-Film erschien im Jahr 2004, also fast zehn Jahre nach dem ersten Teil, und entstand erneut unter der Regie von Mamoru Oshii. Und auch wenn man nach dem relativ ähnlichen Intro, in dem man wieder die Herstellung eines Cyborgs zu atmosphärischer Musik verfolgen kann, vermutet, dass man hier „more of the same“ bekommt, geht der Film in eine andere Richtung. Denn nachdem – ACHTUNG: SPOILER!! – Motoko Kusanagi am Ende des ersten Teils verschwindet, dreht sich der Film primär um ihren Sektion 9-Partner Batou.

Dieser wird an einen Tatort gerufen, an dem ein Cyborg mehrere Polizisten getötet hat und sich anschließend selbst in die Luft sprengt. Dabei ist dies nicht der erste Fall, in dem dieses spezifische Modell anderen Schaden zufügt und so beginnt er zusammen mit seinem neuen Partner Togusa mit den Ermittlungen. Relativ schnell wird klar, dass die Cyborgs hauptsächlich zu einem Zweck gebaut werden, sie sind Sexroboter. Doch was steckt hinter dem Verhalten der Cyborgs?

„Ghost in the Shell 2: Innocence“ verzichtet erneut auf einen riesigen aufgeblasenen Fall und bewegt sich in einem eher kleineren Rahmen. Dabei werden die Ermittlungsarbeiten von Batou und Togusa aber von einem deutlicheren Schwerpunkt auf philosophische Fragen begleitet, so gibt es eine komplette Sequenz, die sich deutlich als Mindfuck klassifizieren lässt und auch so gibt es immer wieder mal bedeutungsschwangere Dialoge auf die Ohren. Generell hat der Film eine gewisse Schwere, was mir persönlich den Zugang schon immer ziemlich…ja…schwer gemacht hat.

Auch optisch war ich mit „Innocence“ noch nie so ganz glücklich, einige CGI-Effekte wirkten schon im Jahr 2004 veraltet und sind heutzutage noch schlimmer anzuschauen. Doch durch den Einsatz von Computergrafiken bekommt der Film auch seine ganz spezielle Atmosphäre. Ein echt zweischneidiges Schwert! Freunde von klassischer Animation kommen dennoch auf ihre Kosten, die Bewegungen der Figuren sehen gut aus und die vielen Details in den Hintergründen sorgen für eine lebendige Welt. Auch die wenigen Actionszenen machen deutlich, dass Herr Oshii sein Werk versteht.
Mal wieder ein Highlight ist der Soundtrack, der erneut von Kenji Kawai beigesteuert wurde und der sich mit seiner Mischung aus Synthie-Sounds und Chören extrem am Erstling orientiert.

„Ghost in the Shell 2: Innocence“ ist sicherlich kein Meisterwerk wie es noch der erste Film aus dem Jahr 1995 war. Er ist einfach sehr sperrig und der grimmige Batou als Hauptfigur ist sicherlich auch nicht die erste Wahl für einen erfolgreichen Film. Andererseits hat man sich damit etwas getraut und nicht einfach der bewährte Erfolgsrezept stumpf wiederholt.

Ich habe den Film auf der südkoreanischen Blu-ray von Mirage Entertainment angeschaut. Diese ist regionfree und bietet neben dem japanischen O-Ton auch koreanische und englische Untertitel. Es gibt den Film zwar auch auf einer deutschen Blu-ray, doch diese hat das grauenhafte Cover, das damals von Dreamworks angefertigt wurde. Aufgrund eines speziellen Deals für die West-Veröffentlichung haben diese „Innocence“ in 2004 nämlich unter ihrer Flagge vermarktet und dabei Coverbild des Schreckens gestaltet.

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