#Japanuary 2022 Film 8 – Helter Skelter

Trommelwirbel, bitte! Hier kommt die Besprechung des letzten Films des 2022er Japanuary…“Helter Skelter“ von der Regisseurin Mina Ninagawa. Alteingesessene Leser*innen des Blogs haben sicherlich noch die alte Review vom Juli 2013 im Kopf…das habt ihr doch, oder? Schon damals konnte mich das Drama um das japanische Top-Model Lilico begeistern, daher wollte ich den Film unbedingt mal wieder anschauen.

Lilico ist DER Shooting-Star der japanischen Modewelt und findet sich monatlich auf zahlreichen Magazin-Cover und in Werbespots wieder. Dank ihrer Beliebtheit ist sie außerdem Gast in zahlreichen Talkshows und spielt kleinere Rollen in TV-Serien. Ihre makellose Schönheit sorgt schlicht und einfach dafür, dass sie ein tolles Leben führen kann wie sie es sich immer schon gewünscht hat.

Doch das Alles hat einen Preis, denn Lilicos Aussehen war ihr nicht von Geburt an gegeben. Dank finanzieller Unterstützung ihrer „Mama“, der Managerin Hiroko, hat sie in zahlreichen Schönheits-OPs ihr heutiges Aussehen bekommen. Als Lilico eines Tages einen Fleck auf der Stirn entdeckt, muss sie sich einer weiteren Operation unterziehen, außerdem muss sie fortan Medikamente nehmen, um ihr Aussehen zu erhalten.

Das, die brüchige Beziehung zu ihrem Freund und eine neue Konkurrentin in Form des jüngeren Models Kozue, treiben Lilico langsam in den Wahnsinn und treiben sie zu einigen garstigen Manövern. Dass abseits davon auch noch die Polizei gegen die Beauty Klinik wegen Organhandel & Co. ermittelt, in der sie sich operiern lässt, sorgt nur weiter für Lilicos Zerfall.

„Helter Skelter“ basiert auf dem gleichnamigen Manga von Kyoko Okazaki. Ergänzend zum Film kann man sich diesen auch mal anschauen, der Film ist aber aufgrund seiner Bildgewalt die empfehlenswertere Umsetzung. Kein Wunder, sind Ninagawas Filme doch durch die Bank sehr stylische und hübsche Erlebnisse. Die Farben sind knallig, die Sets ideenreich und toll ausstaffiert. Obendrauf kommen noch die ansehnlichen Menschen wie Erika Sawajiri als Lilico und fertig ist das Eyecandy.

Und inhaltlich? Ja, auch in Sachen Story gefällt „Helter Skelter“ mit seinem Mix aus Drama und Psycho-Thriller, erinnert oft an den grandiosen Anime „Perfect Blue“ von Satoshi Kon garniert mit ein bißchen Body Horror. Sawajiri spielt Lilico sehr überzeugend, mal verführerisch, mal verletzt, mal als echtes Miststück. Da hat man wirklich Mitleid mit ihrer Assistentin, dem Make-up-Artist & Co. Auch die Geschichte rund um die Ermittlungen um die Beauty Klinik störten mich jetzt nicht mehr so sehr wie damals, dennoch finde ich sie immer noch fast überflüssig für die Geschichte. Entweder also ganz weglassen oder noch mehr davon erzählen…aber das ist nur ein kleiner Makel, der Rest ist tolles japanisches Kino! Ach, das muss man auch noch erwähnen: der Soundtrack ist interessant gewählt, unter anderem gibt es zum Einstieg Nina Hagen zu hören, später dann die „Ode an die Freude“…das unterstreicht den Wahnsinn des Films recht gut.

Leider gibt es „Helter Skelter“ auch zehn Jahre nach seinem Release nicht im Westen auf DVD oder Blu-ray. Ich konnte damals zum Glück letztere aus Hong Kong ergattern, die aber leider eine Code A-Disc ist. Daher ist ein freigeschalteter Player ein Muss. Die Disc bietet den japanischen O-Ton und englische sowie chinesische Untertitel, an Extras sind der Trailer und TV-Spot vorhanden. Also nichts besonders…

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