#Japanuary 2023 Film 1 – Gunsmith Cats

Jaja, streng genommen handelt es sich hier um keinen Film, sondern eine dreiteilige Miniserie…aber wir wollen mal nicht so sein. Aber zunächst: Herzlich willkommen zum Japanuary 2023! Irgendwie war ich diesmal recht spät dran und legte mich erst vor Kurzem auf eine entsprechende Film-Liste für dieses tolle, jährliche Event fest. In den kommenden Wochen und Tagen wird es somit also wieder Reviews zu acht verschiedenen japanischen Werken aus Film und Fernsehen geben. Zum genauen Line-up verrate ich hier noch nichts, lasst euch einfach überraschen.

Den Anfang macht nun aber die Anime-Serie und Manga-Adapation „Gunsmith Cats“. Damals – in den späten 90er Jahren – stieß ich erstmals durch die Veröffentlichung des Comics auf die Reihe von Kenichi Sonoda(u.a. „Bubblegum Crisis“ und „Riding Bean“) und war eigentlich auf der Stelle begeistert. Die Story dreht sich um die beiden Protagonistinnen Rally Vincent und Minnie May Hopkins, die nach außen hin lediglich einen Waffenladen betreiben, aber auch als Kopfgeldjägerinnen unterwegs sind. Angesiedelt ist das Ganze – sehr ungewöhnlich für einen Manga dieser Zeit – in Chicago, wo die beiden also der örtlichen Polizei bei der Verbrecherjagd unter die Arme greifen.

In der dreiteiligen Anime-Serie – die Folgen sind je 25 bis 29 Minuten lang – dreht sich alles um den Fall des Waffenhändlers Jonathan Washington, der von der lokalen ATF, der Behörde für Tabak, Waffen und Alkohol, gejagt wird. Doch nachdem Rally und Minnie May den vermeintlichen Übeltäter stellen, entspinnt sich eine Story rund um allerlei explosive Stoffe, bleihaltige Diskussionen, russische Auftragskillerinnen und Korruption.

Wie auch schon die Manga-Vorlage strotzt der Anime nur so vor Anspielungen auf das Genre des Detektiv-Films und bietet den Zuschauer*innen so Waffen ohne Ende, rasante Verfolgungsjagden und schnelle Autos. Speziell hier sieht man auch Sonodas Detailverliebtheit, denn besonders die Schusswaffen und Autos ähneln ihren Vorbildern 1:1. Alleine wie hier schon Rallys ikonische Shelby Cobra in Szene gesetzt ist, zeugt von einem echten Fan von Muscle Cars. Aber auch die Figuren sind hervorragend gezeichnet und animiert, was eigentlich nur von den ziemlich aufwendigen Actionszenen getoppt wird. In diesen gibt es wilde Kamerafahrten & Co., es ist also einiges geboten. Abgerundet wird die tolle visuelle Seite durch eine ebenso gute Akustik. Vor allem das Intro geht voll in’s Ohr und ist obendrein stylisch ohne Ende.

Inhaltlich hat man den Ton der Manga-Vorlage zwar gut getroffen, das ist aber auch einer meiner größten Kritikpunkte. Denn irgendwie kann sich die Reihe nicht so ganz zwischen ernst und brutal beziehungsweise albern bis comichaft überspitzt entscheiden. So verlieren manche Situationen etwas von ihrer Bedrohlichkeit und nehmen Spannung weg. Wie auch schon beim Manga gibt es hin und wieder ein paar Fanservice-Momente, welche sich aber im Vergleich zu heutigen Produktionen etwas im Zaum halten. Auch die Hintergrundgeschichten der beiden Hauptdarstellerinnen kommen etwas zu kurz. Besonders die von Minnie May empfand ich damals im Manga als recht spannend. Aber gut, es gibt hier halt lediglich drei Folgen…

Die Anime-Serie zu „Gunsmith Cats“ gab es im deutschsprachigen Raum zumindest mal auf einer DVD von OVA Films, diese ist mittlerweile aber offiziell out of print. Ich besitze die Blu-ray von Animeigo, die vor ein paar Jahren über ein Kickstarter-Projekt finanziert wurde. Leider gibt es auch diese Disc nicht mehr offiziell im Handel. Solltet ihr das gute Stück dennoch irgendwie in die Hände bekommen: sie ist codefree und läuft daher auch problemlos in europäischen Playern. Neben einer englischen Tonspur gibt es auch eine japanische Sprach-Option samt englischer Untertitel. Obendrauf gibt es noch ein paar Extras auf der Scheibe, zum Beispiel ein kleines Zeichen-Tutorial von Sonoda himself. Und das Bild ist eine echte Augenweide!

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