#Japanuary 2023 Film 6 – Vital

Der letzte #Japanuary-Post hier sollte klar gemacht haben, welche Faszination die Filme von Shinya Tsukamoto auf mich haben und was der Regie-Meister aus Japan für eine Begabung hat. Da kommt es doch genau richtig, dass sich mit „Vital“ ein zweites Werk von ihm in mein Line-up für diese Film-Aktion verirrt hat, oder?

In Sachen Story lernen wir zunächst den Studenten Hiroshi kennen. Durch einen tragischen Autounfall liegt der junge Mann aktuell nämlich im Krankenhaus und muss sich mit einem Gedächtnisverlust auseinandersetzen. Recht schnell wird klar, dass er eigentlich eine Laufbahn als Mediziner verfolgen wollte und ein dementsprechendes Studium angefangen hatte. Seine Eltern wollen diesen Werdegang aber nicht weiter forcieren und verschweigen ihm seine ursprünglichen Pläne zunächst.
Etwas desillusioniert stolpert er aber dann über seine Unterlagen des Studiums, die er fasziniert durchblättert. Mit etwas Unterstützung durch seine Eltern steht für ihn nach kurzer Zeit fest: er setzt seine Laufbahn fort und schreibt sich wieder an der Uni ein.
Und dort läuft es erstaunlich gut, denn Hiroshi ist immer ganz oben dabei wenn es um erfolgreiche Prüfungsergebnisse geht und scheint die richtige Wahl getroffen zu haben. Bis eines Tages im Anatomie-Kurs eine ganz besondere Leiche auf seinem Tisch landet…

Mehr sollte man von „Vital“ eigentlich nicht erfahren, denn der Twist zur Mitte des Films bringt nochmal eine ganz besondere Dynamik in das Werk von Shinya Tsukamoto. Abseits davon gefällt mir vor allem die Optik von „Vital“, besonders da hier viel mit monochromen Szenerien gearbeitet wird. In der Uni überwiegen Gelb- und Grüntöne, bei Hiroshi zuhause das Blau. In Sachen Inszenierung also sicherlich ein optischer Genuss! Auch hier verwendet Tsukamoto hin und wieder hektische und verwackelte Aufnahmen, weiß aber auch ruhige Momente toll in Szene zu setzen und eine ansprechende Bildsprache zu verwenden.
Nicht so prägnant wie in seinen anderen Werken wird hier die Musik verwendet. Diesmal hält sich diese eher im Hintergrund und wird nur in wirklich wichtigen Momenten auch lauter und präsenter.

Alles in allem ist „Vital“ ein bedrückender, aber wunderschöner Film. Getragen wird er vor allem durch einen der größten japanischen Darsteller der Neuzeit, nämlich Tadanobu Asano. Doch nicht nur dieser weiß in Tsukamotos Werk zu überzeugen, auch die Schauspielerin KIKI, hier als Kommilitonin Izumi, gefällt mit ihrer einzigartigen Präsenz auf dem Bildschirm. Dazu gibt es noch einige andere große Namen zu sehen, so zum Beispiel Jun Kunimura oder den Vogel-Papa aus „Survive Style 5+“, Ittoku Kishibe.

„Vital“ ist in Deutschland in mehreren Edition bei Rapid Eye Movies erschienen und daher auch noch recht gut und günstig zu bekommen. Ein Blu-ray-Release dazu gibt es bisher nur in Japan und den USA. Während die Veröffentlichung in good old Nippon aber mal wieder ohne Untertitel auskommen muss, ist die Veröffentlichung in den Vereinigten Staaten leider nur im Rahmen des Box-Sets „Solid Metal Nightmares: The Films of Shinya Tsukamoto“ erhältlich. Und diese hat Ländercode A, braucht also einen kompatiblen Player.

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