Danmachi: The Movie – Arrow of the Orion

Das erste Kinoabenteuer für Bell und Hestia ist zwischen den beiden TV-Staffeln der Hauptserie angesiedelt. Dort gibt es für Hestia ein Wiedersehen mit Artemis, ihrer besten Freundin aus der Götterwelt, die dringend Hilfe benötigt. Und so brechen Hestia, Bell und ihre Freunde auf zu einer Suche, die sie weit fort von Orario führt und mit einer Macht konfrontiert, vor der sogar der Dungeon selbst vor Angst erzittert.

Die „Danmachi“-Reihe kennt man hierzulande auch unter dem griffigeren Titel „Is it wrong to try to pick up Girls in a Dungeon?“, welche auf einer umfangreichen Light Novel basiert. Nachdem diese in den vergangenen Jahren sowohl als Manga als auch Animeserie umgesetzt wurden, folgte im vergangenen Jahr der erste Kinofilm. „Danmachi“ entspringt dabei dem beliebten Genre der Fantasy-Animes und bedient sich recht exzessiv an allerlei Mechaniken aus Rollenspielen. So gehen die Abenteurer auf Monsterjagd in Dungeons und verdienen sich damit ihren Unterhalt. Von Etage zu Etage werden die Monster und Gegner aggressiver und gefährlicher, dafür steigt aber auch die Belohnung.

Der Kinofilm „Danmachi: The Movie – Arrow of the Orion“ ist nun auch hierzulande dank Kazé im Rahmen der Anime Nights erschienen und wurde mir freundlicherweise vom Verleih zur Verfügung gestellt. Da Kinos aufgrund der Corona-Pandemie ja immer noch eingeschränkt geöffnet oder teilweise noch komplett geschlossen sind, wurde der Film wie auch schon „Tokyo Ghoul S“ als Onlineevent bei Anime on Demand gezeigt.

Doch wie gelungen ist denn nun der erste große Film zu „Danmachi“? Nun, absolut überzeugt hat mich der knapp 85-minütige Anime nicht unbedingt. Denn inhaltlich fühlt er sich eher wie eine extrem gestreckte Episode der Serie an und trotz kurzer Laufzeit schleppt sich der Film vor allem im Mittelteil so vor sich hin bis es zu einem semi-guten Finale kommt.

Auch optisch war ich nicht unbedingt begeistert. Das Monsterdesign ist ziemlich lahm, für einen Kinofilm gab es mir viel zu wenig Highlights. Das unterstreicht weiterhin das Gefühl, dass man nur eine überlange Epsiode der Animeserie schauen würde. Sehr schade! Das Charakterdesign ist nämlich ganz schön, auch wenn man sich bei den Göttinnen teilweise viel zu sehr auf Fanservice mit wobenden Brüsten und Höschenblitzern konzentriert hat.

 

6/10 Punkte

 

Spides – Berlin ist erst der Anfang Staffel 1

Angesiedelt im heutigen Berlin folgt „Spides“ Nora, einer jungen Frau, die nach Einnahme der Partydroge Blis ohne Erinnerung an ihr früheres Leben aus dem Koma erwacht. Die Ermittler David Leonhart und Nique Navar gehen der Spur der geheimnisvollen Droge nach und finden eine Verbindung zu zahlreichen vermissten Teenagern. Nach und nach wird Nora bewusst, was mit ihr passiert, und sie beginnt eine unglaubliche Verschwörung aufzudecken: Aliens versuchen mit der synthetischen Droge, Menschen zu infiltrieren und deren Körper als Wirt zu benutzen. Je näher Nora der Wahrheit kommt, desto mehr gerät ihr eigenes, dunkles Geheimnis ans Licht. Denn sie ist der Schlüssel zur Invasion, die sie zu bekämpfen versucht.

 

Vor etwas über zehn Jahren schwappte aus den USA ein enormer TV-Serien-Hype auch nach Deutschland, der mit Produktionen wie „Game of Thrones“ oder „Breaking Bad“ mehrere Höhepunkte erreichte. Doch in den letzten Jahren kann man vermehrt auch auf großartige Serien aus deutschen Landen stossen. Darunter zum Beispiel meine absoluten Lieblinge „4 Blocks“ oder „Bad Banks“.

Für den TV-Sender SyFy wurde nun „Spides“ produziert, bei dem es sich zwar offiziell um eine deutsche Serie handelt, der Cast aber sehr international gehalten wurde. So trifft man nicht nur auf deutsche Schauspieler wie Désirée Nosbusch oder Aleksandar Jovanovic, sondern auf einen Cast mit Menschen aus aller Welt. Mit Hauptdarstellerin Rosabell Laurenti Sellers konnte man sich sogar einen ehemaligen Star aus „Game of Thrones“ angeln(sie spielte eine der „Amazonen“-Schwestern der Familie Sand).

„Spides“ umfasst acht Folgen mit einer Dauer von je ca. 45 Minuten und ist somit perfekt für den verregneten Serien-Sonntag geeignet. Zwar sind einige der Handlungsstränge recht cheesy und sehr trashig, allerdings fiebert man bald mit allen Figuren mit. Auch wenn diese häufig recht unkluge Dinge tun…aber so ist das nun manchmal. Passend zur nicht ganz perfekten Geschichte rund um Tentakelmonster, Alieninvasion und Partydroge, hat auch die Inszenierung ihre Stärken und Schwächen. Während die Bilder von Berlin und einiger Drehorte recht stark sind, wirken manche Effekte oder Locations wiederum sehr billig und wie aus einem B-Movie. Aber wie gesagt, das passt auch wieder irgendwie zur Trash-Note der Serie. Alles in allem hoffe ich, dass „Spides“ sich auch noch einmal in einer weiteren Staffel austoben kann. Zu erzählen gibt es sicherlich noch etwas in diesem Universum.

 

7/10 Tentakel

 

„Spides“ wurde im März 2020 bei SyFy ausgestrahlt und ist mittlerweile auch bei Eye See Movies auf DVD und Blu-ray erhältlich. Die mir zur Verfügung gestellte HD-Version der Serie beinhaltet zwei Discs und kommt in einem ähnlichen Digipack daher wie es auch schon bei „4 Blocks“ der Fall war.

Abgerundet wird das Paket mit einem zwölfseitigen Booklet, das einen Episodenguide und einige Serien-Infos bereithält. Auf Disc 2 finden sich außerdem einige Trailer zu weiteren Serien des Vertriebs und ein Making of sowie Interviews zu „Spides“.

 

Fleischeslust in Japan – Tokyo Ghoul [S]

Mitten in Japans Hauptstadt Tokyo leben sie: Ghule, die sich von Menschen ernähren. Unter ihnen ist nun auch Ken Kaneki (Masataka Kubota), der nach einer Operation zum Halbghul geworden ist und keine normale Nahrung mehr verträgt. Für einige seiner Artgenossen ist diese Mischung offensichtlich besonders anziehend: Shu Tsukiyama alias „Der Gourmet“, einer der gefährlichsten Ghule der Stadt, hat schon seine Feinschmecker-Fühler nach Ken ausgestreckt. Als ihn Shu in ein Ghul-Restaurant einlädt, denkt sich Ken noch nicht viel dabei – bis er auf einmal vor lauter hungrigen Maskierten steht und merkt, dass er als Delikatesse versteigert werden soll. Wird er der Gier des Gourmets noch entkommen können?

 

Bei „Tokyo Ghoul“ handelt es sich um ein Phänomen. Alles begann mit einer Manga-Reihe von Sui Ishida im Jahr 2011, der mehrere Anime-Staffeln sowie eine weitere Manga-Reihe folgten. Von Umsetzungen in Videospielform und als Theaterstück wollen wir hier gar nicht erst anfangen. Als wäre dies nicht schon genug, gibt es auch eine Realverfilmung von „Tokyo Ghoul“, die es im Jahr 2018 letztlich auch zu uns schaffte.

Daher ist es nicht verwunderlich, dass Kazé nun auch dessen Nachfolger zu uns bringt. „Tokyo Ghoul [S]“ läuft vom 28. bis 30.April im Rahmen der Kazé Anime Nights als Onlineevent und wird anschließend auch bei Anime on Demand zum Kauf verfügbar sein. Ein Release auf DVD und Blu-ray ist dann für später im Jahr geplant.

Doch lohnt sich die neue Realverfilmung auch? Ein klares „Ja“ gibt es hier nur für die eingefleischten Fans der Reihe. Das Erzähltempo des Films ist nämlich sehr gemächlich und ohne Vorkenntnis des Erstlings gibt es hier vermutlich mehr Fragezeichen als alles andere. Die Schauspieler machen ihren Job recht gut und verfallen nur selten in‘s Overacting. Etwas negativ fielen – vor allem im Finale – einige der CGIs auf. Aber das ist man von Produktionen aus Japan ja leider mittlerweile gewohnt. Dafür stimmt das generelle Production Value, das ghoulische Vergnügen sieht schon sehr wertig aus.

Alles in allem ist „Tokyo Ghoul [S]“ sicherlich kein schlechter Film, aber wirklich eher als Bonus für eingefleischte Fans zu betrachten. Wer Lust auf makabres und düsteres Kino aus Japan hat, sollte sich die Reihe mal näher betrachten. Dann aber eher mit dem Anime oder Manga anfangen.

 

6/10

 

#Japanuary Film 8 – Crows 0

An der Suzuran High School herrscht Krieg! Die chaotische Schule für hoffnungslose Fälle wird nämlich immer wieder von Kämpfen rivalisierender Gangs und Banden erschüttert, die sich um die Vorherrschaft an der Suzuran schlagen. Aktuell ist Tamao Serizawa der unangefochtene König der Schule und verteidigt sein Revier erfolgreich gegen jeden Angriff von anderen. Das ändert sich als Genji Takiya an die Schule kommt, der nicht nur die moralische Unterstützung eines Kleinganoven erhält, sondern auch einige von Serizawas Erzfeinden um sich scharen kann.
Die letzte Schlacht steht somit bevor!

„Crows 0“ wurde von Takashi Miike gedreht und basiert auf einer Manga-Reihe aus den 1990ern, die auch als Anime umgesetzt wurde. Der japanische Regisseur zeigt hier erneut mal wieder seine Klasse und hat hier einen absolut wahnsinnigen Film gemacht, der unglaublich viel Spaß macht.
Die Schulschläger sind herrlich überdreht dargestellt, die Kampfszenen sind hart und gnadenlos. Die Geschichte um den Kampf zwischen Serizawa und Takiya wird immer wieder von anderen Handlungssträngen aufgelockert und erzählt zum einen die Geschichte des Kleinganoven Katagiri, aber auch ein bißchen von Takiyas Loveinterest Ruka. Leider blasen diese Storyparts die Laufzeit aber auf 130 Minuten auf, was schon sehr grenzwertig ist.

7,5/10 fliegende Schultische

 

„Crows 0“ gibt es hierzulande auf DVD, auch der zweite Teil hat es zu einer Veröffentlichung auf Deutsch gebracht. Ich besitze die Blu-ray aus den USA von Tokyo Shock, die aber leider eine Code A-Scheibe ist und somit nur auf entsprechenden Playern läuft. In Sachen Bildqualität ist aber auch diese HD-Veröffentlichung nicht unbedingt das Gelbe vom Ei, immerhin ist ein Interview mit Miike himself auf der Disc.

#Japanuary Film 7 – Zigeunerweisen

Als der Rumtreiber Nakasago des Mordes an einer Frau bezichtigt wird, kommt ihm sein ehemaliger Freund und Studienkollege Aochi zur Hilfe. Denn als Professor für Deutsch genießt er ein gewisses Ansehen und schwört dem anwesenden Mob und dem Polizisten, dass dieser auf keinen Fall als Täter in Frage kommen könne.
Daraufhin verbringen die beiden etwas Zeit miteinander und treffen dabei auf die Geisha Koine. Als Nakasago diese einige Jahre später heiratet, wird es jedoch nichts mit dem trauten Eheleben, denn es zieht ihn immer wieder in die Welt hinaus.

Seijun Suzuki ist ein japanischer Regisseur, der vor allem in den 1960er Jahren richtig tolle Filme gedreht hat. Unvergesslich zum Beispiel „Branded to Kill“ oder „Tokyo Drifter“. Anfang der 80er schuf er dann die Taisho-Trilogie, deren erster Teil eben „Zigeunerweisen“ ist und den ich voller Vorfreude in den Player legte. Leider musste ich mich aber schon so sehr durch die ersten 15 Minuten quälen, dass ich fast schon Angst vor den restlichen zwei Stunden hatte. Und das zurecht!
Denn der Film ist leider nicht sehr gut strukturiert und verwirrt mit seiner Erzählweise und den vielen nichtigen Inhalten. Das war mir alles viel zu durcheinander. Sorry, Suzuki-san! Einige recht gute Szenen und die vermittelte Stimmung haben den Film vor einer Voll-Katastrophe gerettet, aber das war auch schon die positive Seite. Sehr gestört hat außerdem die Vertonung des Films, da die Stimmen im Gegensatz zu den Umgebungsgeräuschen zu laut waren und zu steril klangen.

5/10 roten Krabben

 

„Zigeunerweisen“ ist in dem schicken The Taisho Trilogy-Set von Arrow Academy sowohl als Blu-ray als auch DVD enthalten. Die Box bietet außerdem ein umfangreiches Büchlein mit 60 Seiten, einige Extras sowie die beiden Quasi-Fortsetzungen „Kagero-za“ und „Yumeji“. Ton ist in Japanisch mit englischen Untertiteln enthalten, die Bildqualität geht in Ordnung. Ein deutsches Release von „Zigeunerweisen“ existiert leider nicht, Suzukis Filme sind hierzulande leider sowieso unterrepräsentiert. Hier lohnt aber ein Blick nach England, auch wenn viele der Releases dort mittlerweile auch nur noch schwer zu kriegen sind.

#Japanuary Film 6 – Versus

Zwei namenlose Häftlinge sind gerade frisch aus dem Knast entflohen und warten in einem Waldstück eigentlich auf ihre Fluchthelfer. Doch das Aufeinandertreffen mit diesen verläuft nicht ganz so wie erwartet, Ärger zwischen den Gangstern und eine Geisel führen letztlich zu einem handfesten Streit und Blutvergießen.

Die Probleme nehmen aber nochmal zu als plötzlich der erste Tote in Form eines Wiedergängers erwacht und seinen ehemaligen Kollegen nach dem Leben trachtet. Denn der Wald, der eigentlich die Rettung für die beiden Flüchtigen sein sollte, beherbergt eines der 666 Tore zur Hölle, genauer gesagt das 444., und ist verflucht. Daraus entbrennt ein blutiger und absolut wilder Kampf ums Überleben.

Was für ein Ritt! „Versus“ ist auch zwanzig Jahre nach seinem Erscheinen ein großartiger Beitrag des japanischen Action-Kinos und trotz des billigen Budgets gut gealtert. Ryuhei Kitamura, der u.a. Perlen wie „Azumi“ oder „LoveDeath“ gedreht hat und mittlerweile auch viel in den USA als Regisseur unterwegs ist, hat hier vermutlich den Grundstein für die Splatterwelle aus Japan gelegt, die dann mit „Tokyo Gore Police“ und den Werken von Yoshihiro Nishimura mehrere Jahre später ihren Höhepunkt erreichte.
Aber kommen wir zurück zu „Versus“. Das knapp zweistündige Werk von Kitamura ist vor allem in Sachen Effekten und Actionszenen heute noch richtig gut anzuschauen, der Kleidungsstil der Charaktere könnte aber nicht mehr nach 2000 schreien. So sehen einige der Figuren aus als kämen sie frisch von einem Rave oder der Love Parade. In Sachen Story sollte man hier kein Drehbuch-Meisterwerk erwarten, auch die Laufzeit könnte etwas kürzer sein. Dennoch macht der Film Spaß und hat schon früh gezeigt, was Kitamuara-san alles drauf hat.

7,5/10 Trash-Zombies

 

„Versus“ gibt es bis heute leider nicht auf Blu-ray bei uns, sondern nur auf DVD. Ich besitze die limitierte Tin-Auflage von 2003, in der der Film und massig Bonusmaterial enthalten sind. So bekommt man u.a. auch Kitamuras Frühwerk „Down to Hell“ auf der Bonusdisc dieser Edition zu sehen als auch zahlreiche Trailer und Beiträge aus dem deutschen Fernsehen von damals(u.a. von VIVA 2). Auch ein Booklet liegt dieser Version des Films bei.
Viel Diskussionen gab es damals wegen Farbfiltern, die nicht dem Bild der US- bzw. Japan-DVD entsprechen, außerdem gibt es eine fehlerhafte Auflage, die auch eine falsche Tonabmischung hatte. Und Achtung: leider gibt es von „Versus“ auch eine geschnittene DVD. Die Originalfassung ist bis heute von der FSK ungeprüft.

#Japanuary Film 5 – Visitor Q

Kiyoshi Yamazaki lebt in einer sehr verkorksten Familie. Während seine Tochter ihren minderjährigen Körper verkauft, lebt der gemobbte Sohn seine Aggressionen an der Mutter aus. Diese weiß sich nicht zu helfen und betäubt ihren Schmerz mit Drogen. Aber auch diese wollen bezahlt werden und somit muss auch sie sich für körperliche Dienste verkaufen.
Als Kiyoshi eines Tages von seinem Job als erfolgloser Fernsehreporter nach Hause fahren möchte – übrigens hat er gerade erst mit einer Tochter geschlafen und das auf Kamera festgehalten – wird er von einem Unbekannten niedergeschlagen. Dieser lebt ab da zusammen mit der Familie Yamazaki und wirft deren Leben ganz schön durcheinander.

Durch meine Leidenschaft für Anime und Manga kam ich in den späten Neunzigern natürlich auch irgendwie zum japanischen Film. Beim Onlineshop Adrenafilm bestellte ich mir dann Jahre später meine ersten DVDs und zwar „Battle Royale“ und „Visitor Q“. Zwar war mir dessen Regisseur Takashi Miike bereits namentlich bekannt, allerdings war ich noch nicht in den Genuss eines Films von ihm gekommen. Und da war also mein erster Miike, „Visitor Q“! Sicherlich eines der schrägsten Werke um sich mit dem Regisseur bekannt zu machen und das merkt man bereits in den ersten Minuten.
Und soll ich euch was sagen? Es wird nicht besser. Der Film ist seltsam, skurril und verstörend. Miikes Studie der japanischen Familie ist außerdem erschreckend und in einigen Parts auch echt ein bißchen eklig, aber faszinierend. Auch heute hat der Film noch eine krasse Wirkung und hat mich ähnlich verstört wie bei der Erstsichtung.

7/10 inzestuösen Mobbern

 

„Visitor Q“ gibt es in Deutschland auf DVD von Rapid Eye Movies, ist mittlerweile aber nur noch gebraucht zu haben. Auch hier gab es mehrere Auflagen, unter anderem in der Edition Asien oder einer Miike-Box. In Sachen Extras sieht es leider auch recht mau aus, außer dem Trailer enthalten die VÖs leider nichts.

#Japanuary Film 4 – Irezumi

Otsuya stammt aus einem reicheren Hause, ist aber in den Bediensteten Shinsuke verliebt. Da die beiden für sich keine Zukunft in ihrem Elternhaus sehen, beschließen sie abzuhauen und irgendwo ein neues Leben anzufangen. Helfen will ihnen eigentlich der Freund der Familie Gonji, doch dieser hintergeht die beiden.
Während Shinsuke das Opfer eines vermeintlichen Mordes wird, lässt man Otsuya ein Spinnentattoo auf den Rücken tätowieren und verkauft sie somit als Attraktion unter den Geishas.
Einige Zeit später ist sie aufgrund dieses Motivs wirklich eine der gefragtesten Geishas des Landes und lebt in Saus und Braus. Als plötzlich Shinsuke wieder auftaucht und er sie in ihr früheres Leben zurück bringen will, überschlagen sich aber die Ereignisse.

„Irezumi – Spider Tattoo“(so der deutsche Titel) stammt aus dem Jahr 1966 von dem Regisseur Yasuzo Masumura und basiert auf einer Kurzgeschichte vom Anfang des 20. Jahrhunderts. Der Regisseur selber ist recht bekannt für Werke wie „Blind Beast“ oder „Manji“ und galt zu seiner Zeit als recht radikaler Filmemacher.
Auch „Irezumi“ versprüht so einen gewissen Exploitation-Charme ohne jedoch je so extrem wie andere Vertreter aus dieser Zeit zu sein. So wird nackte Haut nur angedeutet, dennoch versprüht der Film eine gewisse erotische Stimmung. Das liegt vor allem an der extrem attraktiven Hauptdarstellerin Ayako Wakao, die eine sehr sinnliche Geisha abbildet und mit dem, für diese Zeit recht ungewöhnlichen Tattoo ein echter Hingucker ist.
„Irezumi“ ist ein sehr kurzweiliger Film und war damals eine meiner ersten Berührungen mit dem japanischen Exploitationfilm, der unzählige Meisterwerke hervorgebracht hat. Deswegen wird das Werk sicherlich immer einen besonderen Platz in meiner Filmsammlung haben. Kein unbedingtes Must-see, aber sehr hoch zu bewerten.

8/10 Spinnentattoos

„Irezumi – Spider Tattoo“ gibt es als deutsche DVD von Rapid Eye Movies und das mal wieder in zwei Editionen. So gibt es die reguläre Amaray aus der Edition Nippon Classics, zu Beginn gab es aber auch eine schicke Auflage im Digipack und Schuber. Diese enthält ein Poster und Postkarten, dürfte heute aber nur noch gebraucht zu kriegen sein.

#Japanuary Film 3 – Cold Fish

Der Tropenfischverkäufer Shamoto lebt mit seiner Tochter und der neuen Frau in einem nicht gerade harmonischen Haushalt. Vor allem die Tochter, Mitsuko, hat so ihre Probleme mit der sehr jungen Stiefmutter und den bescheidenen Lebensumständen, und macht ihrem Unmut darüber regelmäßig Luft.
Als sie beim Ladendiebstahl erwischt wird, ist es Murata, der ihr und der Familie aus der Patsche hilft. Dieser betreibt auch ein Geschäft für Tropenfische, allerdings in einem ganz anderen Rahmen als Shamoto. Neben einem riesigen Geschäft mit zahlreichen Fischarten hat dieser nämlich noch allerlei, vorwiegend weibliche und sehr junge Angestellte, die ihn vergöttern. Da Murata in Mitsuko eine ähnlich verlorene Seele wie in seinen anderen Angestellten sieht, bietet er ihr einen Job an, den sie wohlwollend annimmt. Denn so kann die dem tristen Haushalt entfliehen und steht endlich auf eigenen Beinen.
Dass dies eine gewisse Verpflichtung für Shamoto und seine Frau Taeko gegenüber Murata mit sich bringt, ist natürlich selbstverständlich. Und gerade Shamoto wird von Murata plötzlich ziemlich in Beschlag genommen und in einige nicht gerade legale Angelegenheiten mit reingezogen. Als diese in einem Mord enden, verändert das für Shamoto alles.

Was wäre ein Japanuary ohne einen Film von Shion Sono? Genau, nichts! Diesmal war also „Cold Fish“ mal wieder an der Reihe, der im Jahr 2010 entstand und der vermutlich mein zweiter, bewusster Film von Sono war. Und damals hat mich der Thriller von der Couch gehauen, so beeindruckt war ich nach den zweieinhalb Stunden. Das war wirklich ein aufregender Ritt!
Bei der jetzigen Zweitsichtung fehlt dieser Effekt zwar etwas, dennoch sind vor allem die letzten vierzig bis fünfundvierzig Minuten grandios und lassen einem kaum Zeit zum Verschnaufen. Hinzu kommen ein paar grandiose schauspielerische Leistungen, vor allem Denden als Murata ist widerlich und ein Unsympath durch und durch. Mit Megumi Kagurazaka ist außerdem Shion Sonos Ehefrau und Darstellerin von u.a. „The Whispering Star“ und „Guilty of Romance“ mit an Bord.
„Cold Fish“ gehört zweifelsfrei zu meinen persönlichen Top 5 der Shion Sono-Filme und ist für jeden Fan von packenden Thrillern empfehlenswert.

 

8,5/10 tropischen Fischen

 

 

„Cold Fish“ gibt es in Deutschland auf DVD von Rapideyemovies, ist in UK allerdings auch auf Blu-ray erschienen. Ich habe den Film in dieser HD-Veröffentlichung von Third Window Films gesehen, die auch noch eine zweite Disc mit allerlei Extras beinhaltet. Auf dieser finden sich einige Interviews, u.a. auch zu den realen Vorfällen auf denen „Cold Fish“ basiert.

#Japanuary Film 2 – Like A Dragon

Der ehemalige Yakuza Kazuma Kiryu wurde gerade aus dem Knast entlassen, doch schon stellen sich ihm wieder einige Probleme in den Weg. So trachtet ihm sein ehemaliger Partner Majima nach dem Leben, außerdem läuft ihm die kleine Haruka über den Weg, die nach ihrer Mutter sucht. Als wäre das nicht schon genug  macht auch noch ein kleinkriminelles Pärchen das fiktive Viertel Kamurocho unsicher und ein koreanischer Killer will alte Rechnungen begleichen.

„Like A Dragon“ ist ein Film von Takashi Miike und die Videospiel-Verfilmung zu „Yakuza“(oder „Ryu Ga Gotoku“ wie man es in Japan kennt). Als großer Fan dieser Reihe, eine Liebeserklärung an „Yakuza 0“ findet ihr hier, war es natürlich Pflichtprogramm für mich, diesen Film zu sichten. Das erste Mal sah ich den Film jedoch ohne Bezug zu den Spielen und verstand eigentlich nur Bahnhof. Denn leider reiht Miike hier einfach Ereignisse aus dem ersten Teil der Reihe aneinander, führt Figuren kaum oder gar nicht vernünftig ein und garniert diese mit ein paar netten Verweisen auf die Games. Das war’s!
Nachdem ich die Serie nun sehr gut kenne und jeden Teil der Hauptreihe gespielt habe, schmerzt der Film aber umso mehr. Das beginnt bei den uncharismatischen Figuren, die leider nicht im entferntesten an ihre Vorlagen erinnern und zieht sich über die chaotische Erzählweise bis hin zu einem Finale, das maximal ok ist. Ein Spiel von gut 10 Stunden Länge in einen Spielfilm mit 104 Minuten Laufzeit zu packen, ist eben nicht gerade sinnvoll.
In der Theorie hätte aus dem Film auch ein echtes Meisterwerk werden können. Denn sowohl Takashi Miike als auch die Videospiel-Vorlage sind bekannt für ihre Verrücktheiten und nehmen sich nicht allzu ernst. Und wer kann bessere Yakuza-Filme als Miike-sensei? Gut…ok…Takeshi Kitano, ich weiß. Doch wenn eben alles nach einem schlechten Fanfilm von noch schlechteren Cosplayern aussieht, hilft da auch der Name Miike nicht viel. Sehr schade!

 

4/10 Faustschlägen

 

 

„Like A Dragon“ erschien bereits im Jahr 2009 beim deutschen Label Eye See Movies und das sogar in zwei Varianten. Neben einer normalen Keepcase-Version mit einer Disc gibt es auch eine Deluxe Edition im Digipack mit zwei DVDs. Disc 2 enthält dabei einen Kurzfilm, der als Prolog zum Hauptfilm dient und knapp 43 Minuten läuft.
Loben muss man an dieser Stelle die Qualität der DVD, die selbst auf modernen 4K-TVs eine sehr gute Bildqualität hat. Nicht selbstverständlich für eine zwölf Jahre alte DVD.
Jedem der etwas mit Japan anfangen kann und nicht „Call of Duuty“-abhängig ist, muss ich hier noch einmal die Videospiele zu „Yakuza“ empfehlen. Glücklicherweise kann man dank „Kiwami“-Neuauflagen und dem bald erhältlichen Remaster-Set mit Teil 3 bis 5 mittlerweile alle Serienteile(außer den beiden Mittelalter- und dem Zombie-Ableger) auf der PlayStation4 spielen. Man braucht halt etwas Zeit und Geduld. Einige der Teile sind schon recht redselig, belohnen aber mit tollen Storylines und noch besseren Nebenquests. Und dem unbezahlbaren Japan-Feeling.