In eigener Sache…

Liebe Leserinnen und Leser meines bescheidenen Blogs,

wie ihr sicherlich die letzten Wochen gemerkt habt, ist es wieder mal ein bißchen ruhiger auf dieser Seite geworden. Das liegt nicht an meinem gesunkenen Filmkonsum…soweit lasse ich es nicht kommen…sondern eher daran, dass ich mittlerweile auch auf einer anderen Seite schreiberisch tätig bin.

Denn auf dvd-forum.at schreibe ich mittlerweile für den Newsbereich „Games“ und widme meine Energie häufiger Spielen aus längst vergangenen Zeiten in der „Retroecke“. Auch der ein oder andere Test dort wurde schon von mir verfasst und ab und an gibt es einen kleinen Comicstrip von mir(findet ihr unter den ganzen „News“- und „Test“-Bereichen auf der Startseite).

Natürlich wird es hier weiterhin neue Artikel geben, denn irgendwo müssen meine Gedanken zu dem ein oder anderen Film ja hin. Aber es würde mich freuen, wenn ihr auch mal auf dvd-forum.at reinschaut, denn wir ziehen da was Gutes auf!

 

Gewinnt zwei Freikarten für „Knock Knock“!!

Wie in meinem Review angekündigt, verlose ich ab heute zwei Freikarten für den Film „Knock Knock“ von Eli Roth. Dieser startet am 10.12. in den deutschen Kinos.
Um an der Verlosung teilzunehmen, schickt Ihr mir bitte bis zum 11.12.2015 Eure Top5-Filme des Jahres 2015 an die E-Mail-Adresse          frankonianzombie(at)gmx.de

Die Karten schicke ich dann per Post zu. Sie sind in allen Kinos deutschlandweit einlösbar.
Der Rechtsweg ist natürlich ausgeschlossen!

FrankonianZombie im Wunderland- Reisebericht Japan 2015

Wie der Titel schön verrät, ging es dieses Jahr wieder ins Land der unbegrenzten Reizüberflutung. Ins Land der schönsten Frauen. Ins Land der leckersten Speisen. Ins Land der vielreichsten Konserven-Bands. Ins Land der vollsten U-Bahnen. Kurzum: JAPAN.
Nach unserem unvergesslichen, ersten großen Urlaub 2010 dort, mussten wir nach so langer Abstinenz endlich mal wieder hin. Denn Japan ist einfach einmalig. Einmalig schön!!
Gesagt getan, Ende letzten Jahres bereits die Flüge über ANA gebucht und dann konnte es an die Planung der Route gehen.

Eins vorab: diesmal werde ich Euch den Reisebericht klarer unterteilen. So ähnelt er weniger einem Erlebnisbericht eines Drittklässlers über die Sommerferien und man kann nötige Infos schneller herausfiltern.

Nachdem der letzte Japan-Urlaub zur Kirschblütezeit zwar optisch sehr reizvoll war, aber teilweise sehr verregnet und kühl, planten wir nun einen etwas späteren Aufenthalt dort. Entschieden haben wir uns letztlich für den Mai, da dieser weder in der Regenzeit noch im brutal schwülen Sommer liegt.
2010 haben wir schon einige der Hauptziele für den typischen Japan-Touristen abgehakt, daher konzentrierten wir uns diesmal mehr auf Kyushu(der südlichste Teil der Hauptinsel) und Okinawa.

Insgesamt waren wir 22 Tage auf Reisen, inkl. Hin- und Rückflug Frankfurt- Tokyo Haneda/ Tokyo Narita- Frankfurt.

 

Die Fluglinie

Unsere Wahl der Airline fiel auf All Nippon Airways, kurz ANA, da wir bisher mit den asiatischen Fluglinien einfach die besten Erfahrungen gemacht haben und es sich vor allem wegen den Inlandsflügen finanziell deutlich gelohnt hat.

Wenn man nämlich mit ANA bzw einer anderen Star Alliance- Fluggesellschaft fliegt, kann man vom Star Alliance Pass Gebrauch machen, bei dem man für jeden zusätzlichen Inlandsflug nur 10000 Yen(ca 73,-€) bezahlt. Leider konnte man das nicht direkt bei Buchung des Fluges über die Homepage machen, sondern musste es telefonisch noch nachträglich einfügen lassen.
Hat aber auch alles prima geklappt dank der netten Telefondame der ANA und kurze Zeit später waren die E-Tickets für die Inlandsflüge in meinem Postfach.
Bei JAL hätten wir deutlich mehr bezahlen müssen und bei japanische Billigfliegern als Westler zu buchen ist beinahe unmöglich.
So kamen wir insgesamt für den Hauptflug plus dreier Inlandsflüge auf 1080,-€ pro Kopf.
Bereut haben wir es nicht. ANA war einfach klasse. Einziger Wermutstropfen war der Rückflug, der dann mit der Lufthansa durchgeführt wurde. Aber dazu später mehr…

 

Es ging also im sehr modernen Boeing Dreamliner gen Osten und das im stark unterbesetzten Flugzeug. Es waren nicht mal vierzig Leute mit an Bord des Fluges und so konnten wir eine ungekannte Platzfreiheit genießen.
Auch das Bordpersonal war trotz geringer Passagierzahl(oder vielleicht auch genau deswegen) hoch motiviert und versorgte uns regelmäßig mit Snacks, Getränken und Erfrischungstüchern.
Als meine Frau nachfragte, ob man denn den Fuji beim Landeanflug sehen würde, erkundigte sich die Stewardess beim Piloten und bat uns dann den Platz auf der linken Seite des Flugzeugs einzunehmen. Denn so war der Fuji perfekt zu sehen. Die tolle Aussicht quittierten die sichtlich begeisterten und in der Zwischenzeit zu einer Menschentraube zusammengewachsenen Stewardessen mit „Ahs“ und „Ohs“. Wirklich großartig!! Da fühlte man sich so herzlich aufgenommen und willkommen. Probiert das mal bei einem Kartenkontrolleur der Deutschen Bahn…
Ansonsten kann man ANA nur loben. Das Essen war prima, das Flugzeug hochmodern und das Bordprogramm sehr aktuell und so konnte man die elf Stunden Flugzeit auch gut verbringen.
In Tokyo landeten wir dann am Haneda Airport. Normalerweise gehen internationale Flüge hauptsächlich zu und von Narita, aber die japanischen Airlines landen auch ihre internationalen Flüge in Haneda.

 

Die Hauptstadt: Tokyo

Die ersten vier Tage waren also für Tokyo verplant, was normalerweise sehr wenig ist, aber da wir 2010 schon fast eine Woche hier waren, konnten wir den Aufenthalt natürlich etwas verkürzen.
Es ist einfach eine großartige Stadt, die man mal besucht haben sollte. Trotz der Menschenmassen nie wirklich hektisch und anstrengend….außer zur Golden Week.
Und das hatte ich diesmal nicht bedacht, denn es war die Golden Week und gefühlt halb Japan war in den Tokyoter Strassen unterwegs.
Aber wir hatten trotzdem eine schöne Zeit. Die üblichen Touri-Spots waren natürlich sehr gut besucht, aber wir bewegten uns zu einem großen Teil immer antizyklisch zu den anderen Touristen(dh später aufstehen, später zu Abend essen usw).

Untergebracht haben wir uns im Khaosan World, das im beschaulichen Stadtteil Asakusa liegt.
Ein ehemaliges Love-Hotel, das in einer sehr ruhigen Nebenstrasse liegt und von dem man zu Fuss sehr viel in kurzer Zeit erlaufen kann.
Das Zimmer an sich war groß und mit einer sehr funky Beleuchtung ausgestattet(Love- Hotel halt), aber das Bett war ein gefühlter Betonstein und leider nicht sehr bequem.
Der Staff war nett und konnte uns eigentlich auch bei allen Fragen helfen, WiFi war kostenlos und es gab die Möglichkeit zu Waschen. Des weiteren gab es eine Küche, eine Bar und sogar einen Comic-/PC-Raum.
Vom Preis-/Leistungsverhältnis hat das schon gepasst(ca 60,-€), evtl findet man für ähnliches Geld zumindest ein etwas weicheres Bett.

Welche Frage sich in solchen Großstädten ja immer automatisch stellt: wie komme ich möglichst günstig und effektiv von A nach B?
Waren wir vom letztjährigen Indonesien-Urlaub etwas stark Taxi- verwöhnt, muss man sich in Tokyo dann doch wieder etwas umstellen.
Der gute, alte PASMO wurde also wieder angeschafft. Eine Guthabenkarte, mit der man in ziemlich vielen japanischen Städten das öffentliche Verkehrsnetz nutzen kann, aber auch mittlerweile sehr häufig in Restaurants oder Shops bezahlen kann.
Nachteil ist sicherlich, dass man beim Fahren mit U-Bahn oder Bus immer genau den Streckentarif zahlt. Es gibt keine Ermäßigung wie beim Kauf eines Tagestickets oder ähnlichem. Aber, wie gesagt, kann man ihn sehr frei einsetzen.
PASMOs kann man an den jeweiligen Automaten in U-Bahnstationen oder Bahnhöfen erwerben. Neben der ersten Aufladung muss man dann noch ein Pfand von 500 Yen zahlen, das man aber bei der Rückgabe wieder bekommt. Sollte man sein Guthaben während der aktuellen Fahrtstrecke aufbrauchen, muss man an den Ausgängen der U-Bahnen nachzahlen. Das merkt man aber relativ leicht, da sich einfach der Durchgang sperrt und er einen deutlichen Ton von sich gibt.
Dank PASMO konnten wir also problemlos durch Tokyo kommen. Das U-Bahnsystem ist groß und auf den ersten Blick sehr verwirrend, aber es gibt eine sehr hilfreiche App der Tokyo Metro(funktioniert auch ohne Internetverbindung) und es ist alles ausreichend ausgeschildert.

Vom Flughafen Haneda zu unserer Unterkunft in Asakusa kamen wir problemlos mit dem Tsukuba Express, der die Strecke innerhalb von 40 Minuten zurückgelegt hat.

Wie oben schon beschrieben, hatten wir diesmal nicht so viele Touri- Spots auf unserem Zettel stehen. Unbedingtes Must-see war natürlich der Sky Tree, seit etwas über einem Jahr Tokyos größter Stolz. Und das Ding ist auch echt mal beeindruckend! Wahnsinn.
Erspart haben wir uns aber die teure Fahrt hinauf und die unendlich lange Warteschlange. Von unten wirkt das dann doch alles besser 😉 Va nachts ein Tipp, denn da ist er noch schön beleuchtet und wenn, wie im unserem Fall die Wolken tief hängen, biete sich da ein unglaublich tolles Spektakel.
Unbedingt noch mal einen Besuch abstatten, wollten wir Harajuku und Akihabara. Zum Großteil sicherlich, um ein bisschen zu shoppen und zu kucken. Aber auch, weil wir Harajuku beim letzten Besuch(es war einem Sonntag) vor Menschen kaum sehen konnten und unbedingt mal die berühmte Takeshita- Dori entlanglaufen wollten.
Schon kurios, was es da an Läden gibt und wie viele Menschen in so eine enge Gasse passen.
Ansonsten sind wir viel durch Läden und Sträßchen gebummelt und haben dem wunderschönen Ueno- Park mal wieder einen Besuch abgestattet.

Kleines Kuriosum war der Besuch eines Katzencafes, das in unserem Hostel beworben war. Inzwischen kennt man die ja schon, aber man will es halt mal mit eigenen Augen sehen. Das von uns besuchte, war aber nicht so der Knaller. Eine winzige Wohnung mit ca zehn Katzen, die alle irgendwie einen Schaden hatten. Aber am seltsamsten war der unnatürliche Umgang mit den Tieren seitens der Japaner. Als hätten sie vorher noch nie ein Tier gesehen…komisch!

Alles in allem war es aber schön, ohne Stress durch die Gegend zu laufen und einfach ein bisschen ins japanische Leben schauen zu können. Unbezahlbar!!
War es 2010 noch eher unbekanntes Terrain, konnte man sich jetzt schon sehr viel sicherer durch die kulinarische Welt Tokyos bewegen.
Und um die Vielfalt der japanischen Küche zu genießen, gibt es kein besseres Viertel als Asakusa meiner Meinung nach. Hier reiht sich Garküche an Sushi- Bar, Tempura- Restaurant an Bento- Laden und Okonimiyaki- Bar an Teppanyaki- Grill.
Da in Asakusa viele Touristen unterwegs sind und es viele Hostels/ Hotels gibt, sind alle Restaurants auf westliche Besucher eingestellt und bieten englischsprachige Speisekarten an.
Highlight war das superleckere Okonimyaki bei Sometaro, das wir frisch auf unserem Tisch zubereitet bekamen. Beim ersten half uns noch einer der Mitarbeiter des Ladens, beim zweiten haben sie dann bemerkt, dass wir eigentlich schon Okonomiyaki- Pros sind.
Sehr lecker waren auch die Gyoza bei Harajuku Gyoza Ro, das in einer Nebenstrasse der Omote-sando in Harajuku liegt. Da man sowohl im Lonely Planet als auch auf Trip Advisor nur Gutes darüber liest, war die Schlange entsprechend lang.
Aber die 20 Minuten Wartezeit haben sich gelohnt. Wir labten uns an gekochten und gebratenen Gyoza inklusive einem superleckeren Miso- Gurkensalat. Oishi!!!
An unserem letzten Tag in Tokyo mussten wir noch unsere Vouchers für den JR-Pass eintauschen. Das haben wir am JR-Bahnhof Ueno gemacht und so konnten wir am Folgetag vom Hauptbahnhof Richtung Kyushu, genauer gesagt Fukuoka aufbrechen.
Der JR-Pass dürfte den meisten Japan-Urlaubern bekannt sein. Es gibt ihn für 7, 14 oder 21 Tage und die Preise starten bei knapp 30000 Yen.
Damit kann man dann für die gewählte Zeitspanne so viel mit JR-Zügen fahren wie man möchte. Eben auch mit dem Shinkansen, wobei hier aber die zwei neusten Zugmodelle ausgeschlossen sind. Das ist aber nur ein kleiner Makel, normalerweise kommt man trotzdem sehr leicht von A nach B.
Den JR-Pass bzw den Voucher dafür muss man vor seiner Reise kaufen(gibt unzählige Portale dafür im Internet, siehe auch unten aufgeführte Links!) und tauscht diesen dann an einer der Servicestationen in den großen JR-Bahnhöfen um.
Sitzplatzreservierungen kann man dann auch umsonst vornehmen, es gibt aber auch Zugabteile für Menschen ohne Reservierung.

Jedenfalls ging es für uns dann Richtung Fukuoka, wo wir die nächsten drei Tage verbringen sollten.

 

Erste Station auf Kyushu: Fukuoka

Nach einmal Umsteigen in Shin-Kobe und ca vier Stunden kamen wir also entspannt am Hakata- Bahnhof an. Wundert euch nicht…das ist der Hauptbahnhof von Fukuoka, aber der wurde nach der zweiten Stadt benannt, die irgendwann mit dem eigentlichen Fukuoka zur jetzigen Großstadt zusammengewachsen ist. Verstanden? 😉
Wobei der Hauptbahnhof schon fast die Ausmaße einer Kleinstadt hat…unglaublich, was es da alles gibt. Angefangen beim Busterminal über Kino und Foodcourt bis hin zur ausladenden Dachterrasse, die vor allem am Abend einen wunderschönen Blick auf die Stadt bietet.
Als Unterkunft habe ich mich hier auch wieder auf die Qualität der Khasosan Hostels verlassen. Es gibt hier zwei, wir entschieden uns für das Annex, das zehn Minuten per Fuß vom Hakata- Bahnhof entfernt liegt.
Aber auch hier gab es wieder eine steinharte Matratze und leider lag das Hostel unter der Stadtautobahn. Daher war es schon recht laut, wenn man das Fenster geöffnet hat…aber wer braucht schon Frischluft?!?
Ansonsten war das normale Hostel- Qualität. Kleines Zimmer, dafür aber sehr sauber. Gab auch eine Bar und eine Küche im Erdgeschoss, die haben wir aber nicht genutzt.

In Fukuoka kann man sich prima zu Fuß fortbewegen oder auf den Hauptstrecken mit der U-Bahn. Auch hier kann man den PASMO nutzen, man muss also keine zusätzliche Karte oder so kaufen.
Weniger zu empfehlen, aber auf einigen Routen unverzichtbar, ist der öffentliche Bus. Der braucht oft wirklich sehr lange für Strecken, da es keine Busspur gibt, dafür aber viele Baustellen…
Man kommt trotzdem gut voran, muss aber etwas mehr Zeit einplanen und dem Busplan große Aufmerksamkeit schenken, damit man seine Haltestelle nicht verpasst.

An Sehenswürdigkeiten hat Fukuoka auch so einiges zu bieten. An einem Vormittag sind wir per Zug in den Vorort Kitakyushu gefahren und dann per Shuttlebus zu dem Wisteria Garden, einer großen Anlage mit Tunneln aus Blumen und hängenden Gärten undundund…besonders für Menschen interessant, die gerne Blumen fotografieren. Aber auch so war die Landschaft rundherum wirklich beeindruckend. Ein See hier, ein Damm da…und dazu super Wetter! Was will man mehr?
Auch sehr sehenswert ist die Burgruine im Ohori Koen- Park und eigentlich der komplette Park um den kleinen See herum. Vor allem am Abend sehr schön, wenn sich hier die Jogger und Gassigeher treffen und man sich einfach nochmal die letzten Sonnenstrahlen des Tages genießen kann.
Wer Tempelanlagen mag, sollte auch mal den Tocho-ji besuchen, der einen fast 11m hohen Holzbuddha beherbergt. Übrigens auch ein schöner Platz, sein Mittagessen zu verputzen.
Das absolute Highlight war aber der Besuch der kleinen Insel Nokonoshima, die man mit der Fähre vom Hafen Meinohama in ca 10 Minuten erreicht.
Dort angekommen kann man sich entweder ein Rad leihen(ging an diesem Tag leider nicht) oder man setzt sich in den Bus und dreht eine Runde über die Insel. Relativ hochgelegen ist der Island Park, der riesige Blumenlandschaften, aber auch einen Streichelzoo, einen „Golfkurs“ oder einen Foodcourt bietet. Der Eintritt ist mit 1000 Yen sehr fair.
Leider hatten wir jedoch nicht genug Zeit für diesen Teil eingeplant, so dass wir da einmal den Schnelldurchlauf aktiviert hatten. Denn wir mussten die Fähre um kurz nach fünf erwischen, damit wir pünktlich am Yahoo! Japan Dome sind.

Und was haben wir da gemacht? Natürlich was jeder anständige Japaner in einer Großstadt am Abend macht…Nein, nicht zum landesweiten Karaoke- Wettbewerb gehen, sondern zum Baseball.
Fukuoka beheimatet mit den Softbank Hawks den aktuellen japanischen Meister und hat ein beeindruckendes Stadion mit einer Kapazität von 35000 Menschen und einem verschließbaren Dach.

Um an die Tickets zu gelangen, mussten wir nur in einen der unzähligen Convenience-Stores, denn dort gibt es die Karten in der Regel an einem Automaten. Da diese leider nur auf Japanisch sind, musste also einer der Mitarbeiter herhalten und führte uns da mit Händen und Füßen durch die Menüs. Am Ende war ich stolzer Besitzer zweier Karten für das Spiel Hawks gegen Rakuten Eagles in Reihe 5(!!!). Für knapp 100,-€.
Aber typisch für Baseball musste man sich zunächst mit Essen eindecken. Leider gab es hier nicht so wie in Korea unzählige Stände mit Streetfood vor dem Stadion, sondern nur Filialen von Fastfood-Ketten. Aber das war auch ganz lecker und vermieste uns auf keinen Fall den Spaß am Spiel.

Ich kann mich noch an den ersten Schritt in das Stadion erinnern…das Spiel hatte gerade begonnen und die Stimmung war schon ganz gut. Aber dieser Blick in das Rund war schon sehr beeindruckend! Nun mussten wir nur noch unsere Plätze finden. Aber es gab an jedem Eck Mitarbeiter, die einen in die richtige Richtung schickten und so standen wir irgendwann vor einem Fangnetz, das die Zuschauer vor Bällen schützen sollte. Unsere Plätze aber waren VOR dem Netz. Deshalb gab es unter den Sitzen dann auch jeweils einen Helm und einen Handschuh. Wir saßen also quasi auf dem Feld, vom Geschehen nur von einer Bande getrennt. Es war ein unglaublich tolles Erlebnis! Und trotz der vielen Bälle, die in unsere Richtung kamen, konnte ich leider keinen fangen.

Da die Japaner ja generell sehr vorsichtige Menschen sind, gab es alle paar Meter einen Mitarbeiter des Stadions, der durch lautes Pfeifen mit seiner Trillerpfeife auf kommende Bälle aufmerksam machte. Sobald diese dann in der Menge gelandet sind, spurteten alle in der Nähe sofort zum Ort des Geschehens um sich zu versichern, dass auch nichts passiert ist.
Am Ende gewannen die Hawks dann auch verdient mit 5-3 und es gab ein Feuerwerk im Stadion. Ja, ein Feuerwerk!! Auch das Maskottchen, die Spieler und die Cheerleader haben dann noch eine Ehrenrunde durchs Stadion gedreht inkl. Abklatschen und Posieren für Fotos.
War wirklich ein tolles Erlebnis!
Ansonsten kann man in Fukuoka auch ganz gut einkaufen. Empfehlenswert sind hier Canal City(ein riesiger Komplex mit zig Läden von großen Ketten aber auch kleinen, unabhängigen Shops) und der Stadtteil Tenjin.
Dort gibt es auch die lohnenswertesten Restaurants wie zB der Ramenkette Ippudo. Einen Blick wert sind aber auch die Yatai in Fukuoka. Das sind mobile Straßenstände, die von Ramen über Frittiertes bis hin zu Nudelgerichten alles mögliche anbieten. Sie sind überall in der Stadt anzutreffen, es gibt aber ein oder zwei Hotspots an denen sich die meisten sammeln. Zum Beispiel am Fluss oder um den Tenjin- Bahnhof.

Eines ist sicher: Verhungern kann man in Fukuoka definitiv nicht!!

 

Eine meiner Lieblingsstädte: Nagasaki

Mittlerweile war die erste Woche schon wieder vorbei und wir saßen schon wieder im Zug gen Südwesten, nach Nagasaki.
Dorthin gibt es leider keine Shinkansen- Verbindung, also mussten wir mit einem Limited Express Vorlieb nehmen, der aber vom Komfort einem deutschen ICE schon recht nahe kommt. Leider war die Bahnstrecke sehr wackelig und ständig hat es geruckelt und gezuckelt, so dass ich relativ blass aus dem Zug in Nagasaki ausstieg.

Als Unterkunft hatte ich mir das Hostel Akari ausgesucht. Das hatte durchweg gute Bewertungen und machte schon auf der Homepage einen guten Eindruck. Auch hier waren es nur fünfzehn Minuten per Fuß, man hätte aber auch die Tram nehmen können.
Leider haben wir irgendwann eine falsche Abzweigung auf der eigentlich nicht so komplizierten Strecke genommen und haben so schon sehr viel von der Stadt gesehen als wir dann doch nach einer halben Stunde am Hostel ankamen.

Das Zimmer war relativ groß und hatte ein Bett mit einer ECHTEN Matratze. Das wäre eigentlich ein Grund für einen 48-stündigen Dauerschlaf gewesen, aber wir machen ja keinen Urlaub um uns Auszuruhen…hihihi.
Das Hostel liegt in einer sehr ruhigen Ecke direkt am Fluss und ist definitiv zu empfehlen.

Zur Fortbewegung in Nagasaki: das eigentliche Zentrum ist sehr gut per pedes zu erkunden, für einige Spots sollte man aber die Tram nehmen. Bei dieser kostet jede Fahrt 180 Yen, es gibt aber auch einen Tagespass.

Dafür, dass wir nur zwei Tage bzw drei Nächte in Nagasaki hatten, haben wir aber sehr viel gesehen.

Angefangen bei den größten Touristen- Magneten, den Glover Garden und den Dutch Slopes. Da Nagasaki ja eine sehr europäische Vergangenheit hatte und vor allem die Holländer sehr präsent waren, wirkt so mancher Teil wie aus Ostfriesland herausgeschnitten und nach Japan transplantiert.
Weitere Attraktionen sind das mit Kitsch überladene Chinatown(Highlights hier: ein Mao- Kartenspiel, Bruce Lee- Anzüge und Spielzeug aus der Hölle), der Shindaiku Markt(nicht an Sonntagen), der Fluss Nakashima und die überdachten Arcaden.
Sehr sehenswert ist auch der Suwa- Schrein, der einen wunderschönen Blick über das Tal bietet, in dem Nagasaki liegt.
Eigentlich sollte man sich in solch einer historisch bedeutenden Stadt auch mit dem Atombombenabwurf und den damit einhergehenden Grausamkeiten auseinandersetzen, aber, und das klingt jetzt vielleicht blöd, wir haben Ähnliches schon in Hiroshima gesehen und uns ausführlich damit beschäftigt. Von daher haben wir das ausgespart.
Was man noch unbedingt machen sollte, ist eine Fahrt auf den Inasa-yama, ein kleiner Berg neben Nagasaki, der einen tollen Rund-um-Blick bietet.
Normalerweise kommt man da per Gondel hoch, diese wurden aber leider gerade gewartet. Deshalb sind wir dann mit einem Bus vom Hauptbahnhof ab gefahren.
Was mich im Nachhinein etwas wurmt, ist der verpasste Besuch von Gunkanjima. Das ist eine verlassene Insel vor der Küste, die früher mal zur Kohleförderung genutzt wurde und seit den 70ern ungenutzt ist. Muss toll sein…
Ich bin aber kein großer Freund von Schiffen und um dorthin zu gelangen, ist das eben unvermeidbar. Aber gut, ich komme wieder!!!

Dazu beigetragen, dass Nagasaki zu einem der Höhepunkte der Reise und nach Hiroshima Lieblingsstadt Nr.2 in Japan wurde, hat aber auf jeden Fall auch das Essen.
Spezialität vor Ort ist übrigens das Castella, ein Rührkuchen den es meist in den drei Geschmacksrichtungen Pur, Schoko oder Macha gibt.
Am Besten waren aber zwei Abendessen. Einmal an unserem Hochzeitstag zu dem wir uns etwas Besonderes gönnen wollten. Denn da waren wir im Shippoku Hamatsu zum, ja richtig, Shippoku essen. Das ist im Grunde ein Menü, das aus lauter kleinen Gängen besteht. So gab es also von Misosuppe und kleinen Fischköstlichkeiten über eine warme Azukibohnensuppe bis hin zu undefinierbaren, aber leckeren Dingen alles was die japanische Küche so her gibt.
Zweiter Geschmacksorgasmus war das Abendessen bei Champon Keikaen. Und auch hier verrät der Restaurantname auch schon was es gab: Champon. Eine weitere lokale Spezialität und eher chinesischer Herkunft. Im Endeffekt sind es Nudeln(mehrere Sorten stehen zur Auswahl) in einer Brühe mit verschiedenen Gemüsesorten und Fleisch oder Fisch. Oder beidem zusammen. Klingt unspektakulär, ist aber was ganz Feines. Dazu haben wir uns noch ein paar Leckereien von der Karte bestellt und waren anschließend froh, dass es bergab zum Hostel ging…

Ein feiner Happen für zwischendurch ist das sog. Kakuni-maju, ein schweinezarter Schweinebauch mit süßer Soße in einem gedämpften Weizenbrötchen. Den Schweinebauch gab es auf Kyushu auch öfter. Superfein!!!

 

Ich seh’ nur heiße Quellen!!: Beppu

Den kürzesten Stopp auf unserer Japan-Tour 2015 legten wir in Beppu ein, das quasi genau auf der anderen Seite Kyushus liegt. Deshalb war der Weg auch etwas länger und wir kamen erst gegen Mittag in der Stadt der Onsen an.

Ich hatte bei der Reisevorbereitung Beppu zwar als Must-see eingeplant, dachte mir jedoch, dass eine Nacht vor Ort ausreichen wird. Aber denkste…im Endeffekt hätte man in dieser kleinen Hafenstadt noch ein bis zwei Tage länger bleiben können.

Diesmal hatten wir als Unterkunft mal ein richtiges Hotel und zwar das New Tsuruta, das nicht weit vom Hafen und vom Stadtzentrum entfernt liegt.
Und für den Preis war dieses Hotel der absolute Hammer! Ein riesiges Zimmer, was fast schon einer Wohnung glich und ein Meerblick, der eigentlich unbezahlbar war. Dazu hatte das Hotel einen eigenen Onsen und auch die Mitarbeiter waren superfreundlich.
Kann man nur empfehlen!!

Der Hauptgrund für den Besuch hier, waren aber die heißen Quellen. Auf der einen Seite die öffentlichen Bäder, die es zuhauf in Beppu gibt, auf der anderen Seite aber auch die Jigoku-Quellen, die etwas außerhalb liegen. Das sind acht verschiedene Quellen und alle haben eine andere Besonderheit. Die einen haben besondere Farben, die anderen sind schlammig usw. Das war sehr schön anzuschauen. Weniger toll waren die Tiergehege, die bei einigen dieser Quellen dabei waren. Einmal zu klein, dann wiederum war man sich nicht sicher, ob das Tier darin überhaupt noch lebt. Das hätte man sich sparen können.
Dorthin kommt man am besten mit dem Bus ab dem Hauptbahnhof. Auch hier kann man wieder den PASMO nutzen.

Am Abend waren wir dann noch in einem Onsen in der Nähe des Hotels und haben uns in heißen Sand eingraben lassen. Das hat gut getan, war aber für mich als passionierter Sauna- Verweigerer, zunächst etwas stressig.
Meine Frau hat dann noch eine richtige Onsen-Erfahrung im Hotel gemacht und war ab diesem Zeitpunkt in jedem öffentlichen Bad, das uns über den Weg lief, zu finden-

Auch in Beppu hat man die verschiedensten Möglichkeiten, seinen Hunger zu stillen. Wir waren im Toyotsune, das ein breitgefächertes Angebot hat. Hier bekommt man Sushi, Sashimi, Tempura….einfach alles.

 

Letzte Station auf Kyushu: Kagoshima

Nach den heißen Quellen im Osten Kyushus, ging es nun zur „Stadt mit dem Vulkan“ in den Süden.
Da dieser Feuerspucker immer noch aktiv ist und sich ab und zu mal zu Wort meldet, roch es immer ein bißchen nach Schwefel und auch die Straßen waren von einer feinen Schicht Vulkanasche bedeckt.
Seit unserer ersten Japan-Reise war es ein Wunsch, mal in einem richtigen Ryokan zu übernachten. Also buchte ich ein Zimmer im Nakazono Ryokan. Eigentlich wurde das überall als eher positiv bewertet und auch die Homepage ließ ein gemütliches Heim vermuten. Jedoch war das auch eher ein Hostel mit einem Besitzer, Nakazono-san, der etwas gelangweilt scheinend sein „Hallo Besucher“-Programm abspulte(Karte auf den Tisch, hier ist das und hier das…viel Spaß!). Das Zimmer war ok. Hatten ein Tatamibett und ein Toilette(Bad war separat), aber das war alles jedoch recht weit entfernt von einem richtigen Ryokan. Außerdem roch es sehr muffig in der ganzen Bude.
Effektiv hatten wir dank der langen Anreise und der frühen Abflugzeit nach Okinawa nur einen Tag Zeit und nutzten diesen für einen Besuch der Vulkaninsel Sakurajima. Das ist der o.g. aktive Vulkan.
Mit der Fähre dauert die Überfahrt ca zwanzig bis dreißig Minuten. Wie schon auf Nokonoshima hat man hier die Wahl zwischen Erkundung mit Rad oder der gemütlichen Variante im Bus. Und da ich Urlaub hatte und es heiß war und die Räder mir auch nicht gefallen haben usw*bitte weitere fadenscheinige Ausreden ergänzen*, nahmen wir den Bus. Dieser fährt ein paar schöne Spots ab und bei jedem gibt einem der Busfahrer eine exakte Zeit vor, wann es weitergeht. So müssen sich japanische Touristen im Ausland fühlen…War aber nie groß hektisch und so haben wir die Tour auch genießen können.
Im Hafen wieder angekommen, haben wir unsere Füße in einer heißen Quelle gebadet und sind noch etwas am Strand spazieren gegangen.

Wenige Stunden nachdem wir die Insel verlassen hatten, erwachte der Vulkan mal wieder zum Leben und spuckte eine meterhohe Aschewolke aus. Sah auf den Bildern echt imposant aus, wir saßen zu der Zeit schon im Flieger Richtung Okinawa und haben das Spektakel eigentlich nur dank Instagram verfolgt.
Auch in Kagoshima haben wir(mal wieder auf dieser Reise) sehr gut gegessen. Zum einen waren wir ein einem edlen Shabu Shabu- Restaurant, das…Überraschung…Shabu Shabu serviert. Für Fleischfans interessant, alle anderen essen Probe.
Außerdem haben wir uns an einem Abend in einer der vielen Seitenstraßen, in denen es vor Bars und Restaurants nur so gewimmelt hat, einen Haufen leckerer Spieße geholt. Da war von Tintenfisch über Spargel im Speckmantel bis hin zu süßen Spießen(mit Reiskuchen) alles dabei. Wurde nach dem Aussuchen alles frisch gegrillt und mit einer leckeren Marinade überzogen. Feine Sache!

 

Shisa, Sushi & Touristen- Krempel: Okinawa

Schon 2010 konnten wir uns einen Abstecher nach Okinawa nicht verkneifen. Leider waren wir damals einfach zu kurz auf dieser wunderschönen Inselgruppe und zur falschen Jahreszeit.
Aber diesmal sollte das anders werden…

Nach einem knapp 90-minütigen Flug mit Solaseed Air(Billigflieger in Kooperation mit ANA, aber auch top!), landeten wir in Naha.
Was man dort definitiv benötigt, ist ein Leihwagen. Denn die Strecken sind oft länger als gedacht und gerade wenn man in den Norden der Insel möchte, kann das ganz schön zeitraubend sein.
Den Leihwagen habe ich über Japan Experience gebucht, Hauptvermieter dort ist Nissan. Diese haben sogar englischsprachige Navis in den Autos(das Menü ist Englisch, der Rest Japanisch), was für mich das Hauptargument war. Zum Führen eines Kraftwagens braucht man in Japan einen übersetzten Führerschein, den man am besten über die Deutsche Botschaft in Tokyo anfordert. Und das geht ganz unkompliziert: beglaubigte Kopien des Führerscheins und Personalausweises einscannen und an die Botschaft schicken. Diese übersetzen das Ganze und senden es per Post zurück nach Deutschland. Überweisungsträger liegt dann bei und kostet knapp 40,-€.

Also ging es per Shuttleservice von Nissan Rent-A-Car vom Airport zur Autovermietung, wo wir unseren grandiosen Nissan Cube abholen konnten. Und das ist wirklich ein Würfel, eben ein typisch japanischer Kastenwagen.
Aber die nächste Hürde wartete schon auf mich: Linksverkehr!! Davor hatte ich wirklich Respekt, aber zum Glück hatte man sich schneller als gedacht dran gewohnt, auf der falschen Seite der Straße zu fahren.

Was kann man sonst noch zum Autofahren in Japan sagen? Das war allgemein sehr entspannt. Man darf aber auch nicht wirklich schnell fahren. 40km/h innerorts, 60 außerorts. Auf der Autobahn dann wahnsinnige 80!!! Da kam man schon mal in einen Geschwindigkeitsrausch. Parken ist immer etwas schwierig. Man sollte bei der Wahl der Unterkunft immer auf einen hauseigenen Parkplatz achten, sonst kann man da auch gerne mal ein kleines Vermögen fürs Parken bezahlen.
In Naha eine schöne und zugleich preiswerte Unterkunft zu finden, war etwas schwieriger. Aber ich hatte wirklich richtiges Glück und habe noch eine richtig tolle Unterkunft ausgemacht. Und zwar war das das Rakuchin Hotel. Lag sehr ruhig in einer Wohngegend, aber nur 20min zu Fuß vom Stadtzentrum entfernt. In der Nähe waren auch viele Restaurants und ein Family Mart. Also alles was man braucht!
Der Staff war sehr nett! Einen kleinen Fauxpas gab es: die Putzfrau hat bei der Zimmerreinigung aus Versehen die Bikinihose meiner Frau in die Hauswäsche. Als Entschädigung gab es dann eine Flasche Pflaumenschnaps, eine Flasche Reiswein und Chips. Und geschätzte viertausenddreihundertsiebenundsiebzig Entschuldigungen. Aber die Hose ist wieder aufgetaucht und sie haben sie uns sogar nach Ishigaki nachgeschickt.

An der Kokusai-dori kommt man als Tourist natürlich nicht vorbei. Das ist DIE Straße in Naha! Und dort wird einfach alles verkauft, allen voran natürlich alles was Okinawa ausmacht, also Schlangenschnaps, verschiedene Salzsorten, Shisas(Schutzstatuen) undundund…
Das kann durchaus mal etwas viel sein, manche Läden sind mit Krempel vollgestopft bis oben hin. Aber ist eben perfekt, um Mitbringsel einzukaufen.

Naha hat aber auch seine ruhigen Seiten. Besonders ist hier das Töpferviertel hervorzuheben, das noch sehr ursprünglich wirkt. Hier kann man mal ganz besonnen durchlaufen.
Einen Tag hatten wir uns auf alle Fälle für das Okinawa Aquarium reserviert. Und da wurden wir überhaupt nicht enttäuscht. Das bietet nämlich neben einem kostenpflichtigen Innenbereich, einen doppelt so großen, kostenfreien Außenbereich mit allerlei Getier aus den Ozeanen dieser Welt.
Aber auch der Eintrittspreis war echt fair(ca. 10,-€/Person). Für die Größe und das Dargebotene kann man da nicht meckern. Highlight ist das riesige Becken in dem drei(!!) Walhaie leben, plus Haien, Rochen usw. War ein unglaublicher Anblick!
Wie gesagt, bot auch der Außenbereich so einiges, ua auch einen eigenen Strand. Dieser war lustigerweise in die Bereiche „Relax“, „Swim“ und „Action“ aufgeteilt und hielt eine riesige Hinweistafel bereit, die vor den „Gefahren“ des Meeres warnt. Darunter waren tödliche Seeigel, Seeschlangen und hinterlistige Rotfeuerfische…vielleicht alles in etwas dramatisierter Form.

Neben Töpfereien ist Okinawa auch noch für seine Glasfabriken bekannt. Deswegen konnte man sich auch einen Besuch in einer dieser Fabriken nicht entgehen lassen. Ist halt vor allem was für Touristen.

 

Das Essen auf Okinawa ist etwas anders als auf der Hauptinsel. Natürlich bekommt man hier auch sein Sushi oder Tempura, aber es gibt ein paar sehr leckere Spezialitäten.

Auf der Suche nach der Soba-Bude von vor fünf Jahren, stießen wir auf ein anderes kleines Restaurant, das wir prompt an drei der fünf Tage in Naha aufsuchten.
Dort gab es superleckere Okinawa-Soba, aber auch Taco-Reis(genialer Mix aus amerikanischer und japanischer Küche) und solche Köstlichkeiten wie Tintenfisch in der eigenen Tinte. Genial sind auch die feinen Frühlingszwiebeln, die frittiert serviert werden. Beliebt ist auch die Bittergurke Goya, aber die muss man schon mögen.

Sehr, sehr, sehr zu empfehlen ist auch das Eis der Blue Seal- Filialen. Ist etwas teurer, aber dafür bekommt man das beste Eis des Universums. Ausprobieren!!! Gibt es fast ausschließlich auf den Okinawa- Inseln.

 

Gibt es ein Leben nach Ishigaki?!?

Und dann war es auch schon soweit. Unsere letzte Woche war angebrochen und somit machten wir uns auf den Weg zu unserer letzten Station in Japan: der kleinen Insel Ishigaki. Vom Naha Airport ging es via ANA zur besagten Insel. Die Flugzeit betrug knappe 50 Minuten.

Und dann landeten wir in diesem kleinen Paradies!! Der erste Eindruck war schwül und heiß und irgendwie sehr tropisch! Das Prozedere war ähnlich wie in Naha. Erst mal den Leihwagen geholt(einen langweiligen Nissan Micra; nicht so spannend wie der Cube…) und ab zur Unterkunft.

Diese war in dem beschaulichen Örtchen Kabira, das im Nordwesten der Insel liegt und ca 30km vom Flughafen entfernt. Also war erst mal cruisen angesagt und so konnten wir schon mal einen guten ersten Eindruck von der Insel gewinnen.
Wir waren im Iriwa Guesthouse untergebracht. Und diese Unterkunft war echt schön!. Liegt fast auf dem höchsten Punkt des Dorfes und so hat man eine schöne Aussicht von dort oben. Wir hatten die Hibiscus- Suite mit zwei riesigen Betten und eben erwähnter toller Aussicht! Die Leute vom Staff waren teilweise sehr crazy und haben sich selbst immer eine schöne Zeit gemacht. Der Besitzer, Gon, nahm andere Gäste und uns einmal im Auto mit und zeigte uns interessante Spots rund um das Dorf.

Kabira an sich ist ein kleines, verschlafenes Städtchen mit zwei Supermärkten und einer Handvoll Restaurants mit einer breiten Auswahl. Außerdem ist es bekannt für seine Bucht, die tagsüber von Touristen überschwemmt wird, die sich das alles per Glasboden-Boot anschauen.

 

Auf Ishigaki ging an Ausflügen nicht besonders viel. Wir waren platt von den Wochen davor und waren froh um jedes Stündchen, das man mit Relaxen verbringen konnte.
So sind wir viel durch die Gegend gefahren, haben an einigen Stränden mal Halt gemacht und einfach die „freie Zeit“ genossen.
Meine Frau war an einem Tag beim Tauchen und kehrte euphorisiert zurück, da sie Mantas gesehen hat. War wohl recht beeindruckend!
Als hätte der Wettergott geahnt, dass wir nicht viel unternehmen möchten, ließ er es dann auch prompt regnen wie aus Eimern. Und das volle zwei Tage lang…mit kurzen Unterbrechungen.
Eine dieser Unterbrechungen nutzten wir für eine Überfahrt mit einem Boot nach Taketomi. Das ist eine winzige Insel westlich von Ishigaki, die man locker zu Fuß in ein paar Stunden umrunden kann. Um dort hinzukommen mussten wir in die Hauptstadt, Ishigaki City. Auch dort bummelten wir mal durch die Einkaufsstraßen und versorgten uns am Abend im riesigen Max Value- Supermarkt mit allerlei Spezialitäten, die man hierzulande nur schwierig bekommt.

 

Gegessen haben wir auf Ishigaki natürlich auch wieder sehr gut, hauptsächlich vor Ort in Kabira.
Zum einen gab es da ein heimeliges, kleines Lokal, das vom Okonomiyaki bis hin zum Ishigaki-Beef(sehr fein!!) gute Sachen im Angebot hatte. Und dann gab es da noch diesen leckeren Sushi-Laden! Leider hab ich keine Namen mehr parat, aber das Städtchen ist sehr übersichtlich. Wenn ihr mal hinkommt, einfach durchfragen.
Zu unserer Überraschung geb es auch überall englischsprachige Speisekarten, das war vor fünf Jahren auf Miyako noch anders.

Besonders hervorheben muss man auch die Pinacolada Bäckerei in Kabira. Was die zwei Angestellten dort alles an feinen Sachen zaubern, ist sagenhaft! Vom leckeren BLT-Sandwich bis hin zum Apfelkuchen werden hier alle Backwaren- Fetischisten befriedigt.

 

Und dann ging es auch schon wieder zurück nach Tokyo, denn dort ging am nächsten Morgen unser Flug Richtung Heimat.

Unsere letzte Nacht verbrachten wir im K’s House, mittlerweile eine lange etablierte Hostel-Kette. Zimmer war recht klein, aber sonst war alles gut.
Der Rückflug wurde dann durch die Lufthansa durchgeführt, was ich schon eine Stunde nach Abflug bereute. Auf der einen Seite ist das Servicepersonal lange nicht so nett und auf Zack gewesen wie die Damen und Herren der ANA, auf der anderen Seite war es stundenlang ein Geruckel und Gehoppse…da kann die Lufthansa nichts für, aber in dem Moment war ich einfach genervt und wehmütig, dass ich wieder heimfliegen musste.

 

Ja, das war mein Reisebericht. Eventuell ist er etwas lang geraten, aber Japan ist einfach eine Herzensangelegenheit und da möchte ich nichts auslassen. Und es soll ja auch als Inspiration für andere Weltenbummler gelten!! Also: Flüge buchen und ab in eines der schönsten Länder auf diesem Planeten!

Zum Abschluss gibt es noch ein paar hilfreiche App- Tipps(gebe nur Verfügbarkeit für iOS an, Android unklar) und Links für Eure Reise:

  • Hyperdia(iOS): App mit kompletten Zugfahrplan; leider nur online nutzbar und nach 30 Tagen kostenpflichtig;
  • Tokyosubway(iOS): Fahrplan der Tokyoter U-Bahn; offline nutzbar;
  • CityMaps2Go(iOS): Offline- Stadtpläne; ab und zu gratis im Appstore zu haben;
  • Japan Experience: internationale Reiseagentur für Japan; hier gibt es von der Autovermietung über den Railpass alles man braucht
    https://www.japan-experience.de/
  • Deutsche Botschaft Tokyo: zur Übersetzung des Führerscheins
    http://www.japan.diplo.de/Vertretung/japan/ja/Startseite.html
  • Hyperdia: Fahrpläne von Zügen, Shinkansen usw.
    http://www.hyperdia.com/

 

Unsere Reise haben wir hauptsächlich mit dem Lonely Planet- Reiseführer geplant, ansonsten ist das Internet natürlich eine gute Quelle, besonders TripAdvisor.

 

 

 

Es geht weiter…

Lange, lange Zeit war es sehr ruhig auf dem Blog, aber ich hab es zetlich einfach nicht geschafft, hier aktiver zu sein. Aber künftig wird sich das wieder ändern.
Denn die vielen Kurzreviews zu Filmen, die es quasi täglich auf meiner Facebook-Seite gab, werden jetzt hier ihr Zuhause finden. In letzter Zeit haben nämlich immer weniger Leute meine Beiträge auf Facebook überhaupt sehen können…Danke dafür, Facebook!

Weiterhin also viel Spaß mit dem Blog und scheut Euch nicht vor Kommentaren oder Likes!

Neue Mini-Rubrik: Reiseberichte

Eigentlich passt es ja nicht so zu den anderen Themen, aber da neben dem ganzen Nerdstuff das Reisen eine meiner großen Leidenschaften ist, gibt es nun die Rubrik „Reiseberichte“.

In dieser werde ich in unregelmäßigen Abständen(in der Regel maximal einmal pro Jahr) berichten. Den Anfang machen meine Reiseberichte der letzten drei Jahre: Japan, Malaysia/Singapur und Südkorea.
Zum aktuellsten Urlaub auf Hawaii folgt dann noch ein Bericht in den nächsten Tagen.