#Japanuary 2021 Film 7 – Eros + Massacre

Im Zuge eines Sales bei Arrow Video habe ich vor einiger Zeit mal bei den ganzen Boxen zuschlagen, die die Damen und Herren von japanischen Filmemachern im Angebot haben. Da war unter anderem auch Kiju Yoshidas Love + Anarchism-Set dabei, das neben dem besprochenen „Eros + Massacre“ in Kinofassung und Director’s Cut auch die Filme „Coup D’Etat“ und „Heroic Purgatory“ enthält. Plus ein kleines Büchlein über den Regisseur, den man auch unter dem Namen Yoshishige Yoshida kennt.

Zum Japanuary wollte ich gleich mal mit dem richtigen Laufzeit-Hammer anfangen, dem dreieinhalbstündigen Director’s Cut von „Eros + Massacre“, in dem es um den japanischen Sozialisten und Anarchisten Sakae Osugi geht. Vordergründig geht es hier aber nicht um sein Leben, der Film dreht sich eher um ihn und drei seiner Frauen. Ein echter Schwerenöter also! Schließlich war auch das Konzept der freien Liebe einer seiner Schwerpunkte. Diese Sequenzen werden immer wieder von Geschehnissen aus der – damaligen – Gegenwart von 1969 unterbrochen, in denen zwei Studenten Osugis Lehren analysieren.

Klingt in der Theorie also ganz interessant, leider fühlte sich der Film mindestens doppelt so lang an. Außerdem bekam ich zu keiner Minute eine Zugriff darauf und war auch von den Sprüngen zwischen dem Japan Anfang des 20.Jahrhunderts und den Sequenzen aus den 60ern genervt. Da wurde es gerade mal interessant, da gab es auch schon wieder einen Cut in eine andere Zeit. Vielleicht war das Setting für den Film auch einfach nicht gut, eventuell geb ich ihm nochmal irgendwann eine Chance. Dann aber erst mal in der in der „kurzen“ Fassung, die ne Stunde kürzer ist.

5/10

#Japanuary 2021 Film 6 – Gamera(1965)

Auch wenn ich schon lange ein großer Fan der japanischen Pop-Kultur bin, waren mir Kajiu-Filme nie besonders wichtig. Mitte der 90er war ich ein viel zu cooles Kid, um Godzilla gut zu finden, mit dem US-Versuch von Emmerich bin ich aber auch nicht warm geworden. Erst in den letzten zehn Jahren hat sich die Faszination großer Monster, die ganze Städte in Schutt und Asche legen gefestigt und mittlerweile sind mir vor allem die Godzilla-Sachen so wichtig, dass ich über ein entsprechendes Tattoo nachdenke.

Aber zurück zum Japanuary und dem sechsten von acht Filmen: „Gamera“ von 1965. Nachdem Arrow Video im Sommer letzten Jahres eine tolle Box mit allen zwölf Filmen auf Blu-ray plus fettem Buch und den Comics veröffentlicht hatte, ich bisher aber noch keine Chance sah, da mal reinzuschauen, sollte der Japanuary nun Anlass für die Sichtung des ersten Teils sein.

Das von Daiei Film ins Rennen geworfene Schildkröten-Monster folgt im ersten Teil dem üblichen Kaiju-Klischee. Durch einen militärischen Zwischenfall in der Arktis wird Gamera erweckt und treibt von da an sein Unwesen. Natürlich gibt es aber wieder einen schlauen Kopf, der weiß, wie man das Monster stoppen kann. Mehr kann man von „Gamera“ nicht erwarten, aber das habe ich auch gar nicht. Bekommen hab ich dafür aber einen unterhaltsamen Film mit einer riesigen Schildkröte, die sogar fliegen kann und zugegebenermaßen noch etwas arg billig aussieht. Aber hey, es war 1965 und die Produktion des Films stand wohl unter keinem guten Stern.

Ich hab jetzt definitiv Lust auf die anderen elf Filme der Box bekommen und freue mich vor allem auf die neueren Filme, die teilweise ja sehr gelobt werden. Wie schon erwähnt, die Box aus Großbritannien von Arrow Video ist ein echtes Monster und ein Fest für jeden Kaiju-Fan. Mittlerweile gibt es diese aber kaum noch für einen guten Preis, immerhin hat das britische Kult-Label zwei kleinere Boxen mit je den Filmen aus der Showa- sowie der Heisei-Ära herausgebracht. In Deutschland gibt es auch einige VÖs dieses Films, aber lediglich auf DVD.

7/10

#Japanuary 2021 Film 5 – Haze

Ich liebe die Filme von Shinya Tsukamoto und mit „Haze“ habe ich sie nun endlich alle gesehen. Der japanische Regisseur wird immer wieder als Meister des Body Horror bezeichnet, aber letztlich sind seine Filme so viel mehr und gehen meist sehr an die Substanz. So auch „Haze“….heieieiei…was war das für ein Ritt?!?

Der Film geht lediglich 48 Minuten und dreht sich um einen Mann, der sich plötzlich in einem dunklen Verlies wiederfindet, dessen Wände aber nur wenige Zentimeter von ihm entfernt sind. Er trägt lediglich Unterwäsche, hat eine Verletzung am Bauch und weiß nicht so recht wie er eigentlich in diese missliche Lage gekommen ist. So kriecht er nun hin und her und wird dabei immer wieder von fiesen Fallen überrascht. Wird er einen Ausweg finden? Und warum befindet er sich in diesem seltsamen Gebilde aus Beton?

„Haze“ ist, wie schon beschrieben, ein unangenehmer Film. Vor allem wenn man sich zu sehr in die Lage des Protagonisten versetzt und die Enge der Betongänge zu sehr an sich heranlässt. Auch für Freunde von Zahn-Horror ist der Film etwas, denn in einer Situation findet sich unsere Hauptfigur mit den Zähnen an einem Eisenrohr hängend wieder. Fürchterliche Szenen….brrrrr! Aber letztlich schafft es Tsukamoto, dass man trotzdem fasziniert am Bildschirm klebt und sich fragt wie er die Klaustrophobie so hervorragend in Bilder umsetzen konnte. Das sieht leider aufgrund der verwendeten Digitalkamera häufig etwas billig aus, aber stört eigentlich nur in den Ruhepausen, in denen man nicht mit dem Protagonisten mitleidet…und das sind nur wenige.

„Haze“ gibt es als deutsche DVD von Rapid Eye Movies, empfehlen würde ich aber vor allem das Tsukamoto-Set aus England von Third Window Films. Dieses beinhaltet nämlich noch seinen neuesten Film „Killing“ und den Kurzfilm „The Adventure of Denzu-Kocho“. Generell solltet ihr alle Tsukamoto-Werke mal anschauen…am besten sofort! Ah, fast hätte ich vergessen wie toll mal wieder die Akustik des Films geraten ist. Und wie phänomenal der Soundtrack von Tsukamotos Haus- und Hofkomponisten Chu Ishikawa ist…leider ist dieser aber mittlerweile verstorben und wird wohl so schnell keine Tracks mehr für seine Filme komponieren.

7/10 Punkte

#Japanuary 2021 Film 4 – Promare

Werke des Studio Trigger stehen bei mir hoch im Kurs, „Kill La Kill“ schafft es dabei locker in meine Top 5 der Animeserien. Aber auch „Darling in the Franxx“ mochte ich sehr, vor allem der tolle Stil des Studios gefällt mir dabei.

Umso gespannter war ich deshalb auf den ersten, abendfüllenden Animefilm des Studios, „Promare“. In diesem geht es um ein mysteriöses Ereignis, das als Great World Blaze in die Geschichtsbücher einging. Dabei entzündeten sich Menschen ganz spontan und rissen mit ihrer pinken Flamme alles in ihrer Umgebung mit sich. Daraus entstanden dann die sogenannten Burnish, die immer noch die Kraft besitzen, Feuer und Flammen zu steuern. Nach einem Zeitsprung über mehrere Jahrzehnte verfolgen wir die Einsätze der Feuerwehr von Promepolis, die sehr häufig den Burnish geschuldet sind. Durch einen dieser Einsätze lernt Feuerwehrmann Galo den Burnish Lio kennen und somit auch die andere Seite der Medaille. Denn die Regierung der Stadt geht keinesfalls zimperlich gegen die Burnish vor und will diese für ihre Zwecke missbrauchen.

In Sachen Story erzählt „Promare“ nun also sicherlich keine sensationell revolutionäre Geschichte und manch ein Regisseur hätte die sicherlich auch in der Hälfte der Zeit erzählen können. Somit wirkt das Geschehen arg in die Länge gezogen, viele Szenen sind einfach zu langwierig. Da wird dann hier nochmal in der Perspektive umgeschalten, da passiert irgendwas spektakuläres und hey…habt ihr das da hinten schon gesehen? „Promare“ ist einfach ein verrücktes, lautes und grelles Werk und das über die vollen 111Minuten. Hin und wieder darf man mal kurz verschnaufen, aber dann geht es schon wieder weiter. Das muss man mögen und fällt sicherlich sehr deutlich unter den Begriff „style over substance“.

Studio Trigger zeigt hier mal wieder eindrucksvoll, was sie in Sachen Animationen so drauf haben. Auch das Charakterdesign und das Aussehen der Welt und der Mechs sind fantastisch, sogar die CGI-Effekte störten mich hier kaum. Denn durch den sehr reduzierten Stil, der sowieso schon sehr viele, große Flächen hat, konnte man auch so manchen Computereffekt damit gut übertünchen. Auch die Musik gefiel mir sehr gut, auch wenn es gerne ein paar Songs mehr hätte geben dürfen.

Alles in allem ist „Promare“ optisch gelungen, inhaltlich aber eher mau. Mir war der Film dann letztlich für seine Geschichte etwas zu lang und in manchen Szenen wusste man wirklich nicht mehr, wo oben und unten ist. Da schau ich mir lieber nochmal eine der vielen tollen Serien des Studios an.

„Promare“ gibt es bisher nicht in Deutschland auf DVD oder Blu-ray, dafür aber im europäischen Ausland. Ich habe meine Blu-ray aus England. Diese stammt von Anime Limited und hat auch ein paar Extras mit an Bord(u.a. Interviews und Trailer).

6,5/10 Punkte

#Japanuary 2021 Film 3 – Wicked City

Wenn man wie ich in den Anfangstagen von Anime und Manga in Europa aufgewachsen ist, gehörte es zum guten Ton sämtliche Veröffentlichungen von Manga Video UK auf VHS zu kaufen. So kam man nicht nur in den Genuss von Meisterwerken wie „Ghost in the Shell“ oder „Fist of the North Star“, hin und wieder bekam man auch Material in die Finger, was eigentlich nicht unbedingt altersgerecht war. Denn in den 80ern und frühen 90ern gab es auch unzählige Vertreter des hochwertigen Erwachsenenfilms auf Kassette, so unter anderem „Urotsukidoji“ oder „Adventure Kid“.

Diese Filme und Serien stachen vor allem mit ihrem hohen Anteil an nackter Haut gepaart mit deftigen Horror-Einlagen aus der Masse heraus und waren somit besonders interessant. Einer dieser Vertreter war auch „Wicked City“, der schon mit seinem geheimnisvollen Cover zum Kauf animierte. Die Geschichte rund um die Welten der Menschen und der Dämonen, die regelmäßig ihren Friedensvertrag erneuern, wirkt auf dem ersten Blick unspektakulär, gefällt aber vor allem mit seiner Inszenierung. Denn dank des starken Einsatzes von Schatten und dazu dem starken Kontrast mit Blau- und Rottönen, wirkt der Anime nochmal ganz anders als vergleichbare Werke von damals.

Die beiden Protagonisten Taki und Makie müssen in „Wicked City“ den Vermittler bei den Friedensverhandlungen, Giuseppe Mayart, beschützen, der den beiden das Leben aber alles andere als einfach macht. Denn der 200 Jahre alte Herr hat eigentlich nur eines im Sinn: den Besuch möglichst vieler Soaplands und die Bekanntschaft mit leichten Damen machen. Dass das natürlich seine Sicherheit gefährdet und die beiden Black Guards Taki und Makie vor keine leichte Aufgabe stellt, ist somit klar. Was folgt ist eine wilde Mixtur aus ein bißchen Sex, viel Blut, abgetrennten Körperteilen und einigen spannenden Twists.

„Wicked City“ wurde von keinem geringeren als Yoshiaki Kawajiri inszeniert, der bei uns mittlerweile vor allem durch „Ninja Scroll“ bekannt sein dürfte. Der Horror-Anime entstand im Jahr 1987, ist aber für sein Alter auch heute noch erstaunlich gut anzusehen, vor allem das Artdesign, die Charaktere und Dämonen wissen zu gefallen. Selbiges kann man auch über die Musik sagen, vermutlich schwingt hier aber auch ein bißchen Nostalgie aus der Zeit mit, in der man stundenlang vor dem heimischen TV hing und eine Anime-VHS nach der anderen in den Player gesteckt hat.

„Wicked City“ habe ich in Form der Blu-ray aus England gesehen, die jüngst bei Manga Video erschienen ist. Ich habe mir dabei das Set mit dem anderen Kawajiri-Werk „Demon City Shinjuku“ gegönnt, das in einem stabilen Schuber steckt und unter anderem noch ein dickes Booklet und Postkarten zu den Filmen enthält. Ein lohnenswertes Set!

Ach ja, von „Wicked City“ gab es Anfang der 90er auch einen Realfilm aus Hong Kong. Dieser stammt von Peter Mak und soll auch sehr sehenswert sein. Ich werde bei Zeiten berichten…

8/10 Punkte

#Japanuary 2021 Bonus – Mishima – Ein Leben in vier Kapiteln

Was ist denn hier los? Ein Film eines US-Amerikaners im Japanuary? Da ich „Mishima – Ein Leben in vier Kapiteln“ auch aktuell gesehen habe und der ja thematisch wie die Faust aufs Auge passt, war ich mal so frei auch hier eine kurze Besprechung im Rahmen des Japanuary zu schreiben.

In Paul Schraders Werk bekommen wir nämlich Auszüge aus der Biografie des gleichnamigen Autors Yukio Mishima präsentiert, die immer wieder von kurzen, kunstvoll inszenierten Abschnitten aus Mishimas Werken unterbrochen werden. So verfolgen wir Mishimas Kindheit bis zu seinem Aufstieg als berühmter Autor, die Sequenzen der Werke stammen beispielsweise aus seinem Roman „Der Tempelbrand“ und „Unter dem Sturmgott“. Dabei behandelt der Film auch Mishimas Hang zum Körperkult, seine versteckte Homosexualität und vor allem natürlich seine offene, rechte Gesinnung, die sogar zu einer Gründung einer privaten Armee führte.

Paul Schraders „Mishima – Ein Leben in vier Kapiteln“ ist wahnsinnig toll inszeniert, teilweise erinnern die Sequenzen aus den Romanvorlagen mit ihren starken Farben und den vielen künstlichen, teils stilisierten Hintergründen wie Filme von Nobuhiko Obayashi. Außerdem ist der Film trotz seiner Laufzeit von knapp über zwei Stunden sehr kurzweilig und zu keiner Minuten langweilig.

Der Film erschien jüngst in Deutschland beim einstigen Kultlabel für asiatische Filme, Rapid Eye Movies, aber leider in einer sehr dürftigen Version. Während Ton(Achtung: nur japanischer O-Ton mit deutschen Untertiteln vorhanden) und Bild für eine Blu-ray in Ordnung gehen, muss man sich über die Ausstattung der Disc schon wundern. Das Menü besteht aus zwei Punkten und lässt einem die Wahl aus dem Filmstart und einem Trailer. Keine Extras, nicht mal Trailer zu anderen Filmen von REM. Trauriger Höhepunkt ist aber das Verwenden einer gebrannten und keiner gepressten Blu-ray. Hoffentlich wirkt sich das nicht auf die Haltbarkeit der Disc aus…

8/10 Punkte

#Japanuary 2021 Film 2 – Nausicaä aus dem Tal der Winde

In einer postapokalyptischen Welt gibt es kaum noch Leben auf dem Planeten. Denn ein giftiger Pilzwald verteilt seine Sporen überall und sorgt dafür, dass die Erde fast nur noch aus trister Wüste, dem Meer der Fäulnis, besteht. Zum Glück lebt Prinzessin Nauicaä im Tal der Winde, das bisher von den Sporen verschont blieb und somit der Welt wie sie früher einmal noch sehr ähnlich ist.

Doch als eines Nachts ein Flugzeug mit einer mysteriösen Fracht im Tal abstürzt, ändert sich das Leben im Tal von einer Minute zur anderen. Denn der seltsame Fleischklumpen, der an Bord des Luftschiffes war, lockt die Armee aus dem Reich Torumekia an, die keine Scheu vor einem Krieg hat. Nausicaä und ihr Volk sehen sich plötzlich also nicht nur der Gefahr der Natur ausgesetzt, sondern auch der des Menschen.

„Nausicaä aus dem Tal der Winde“ entstand im Jahr 1984 und ist somit eigentlich gar kein offizieller Studio Ghibli-Film, denn dieses wurde erst 1985 gegründet. Da aber Mastermind Hayao Miyazaki beteiligt war und der Film und dessen Erfolg schließlich für die Gründung des Studios verantwortlich war, ist er aber überall ein Thema wo es auch um Ghibli geht.

Nachdem ich den Film zum ersten Mal auf der Connichi in Kassel – vermutlich so 2005 – auf der großen Leinwand gesehen habe, hab ich ihn zwar mindestens zweimal gekauft, aber erst anlässlich des Japanuary jetzt wieder mal geschaut. Der Film ist mittlerweile 36 Jahre alt und das sieht man ihn zu keinem Zeitpunkt an. Zwar sind manche Szenen nicht ganz so detailliert wie andere, aber gerade das tolle Design und die wunderbaren Animationen wirken immer noch sehr zeitgemäß.

Ein absolutes Highlight ist aber – neben der wichtigen Botschaft des Films rund um Umweltschutz und Umgang mit der Natur – die mitreißende Musik. Ich hatte die gar nicht mehr so experimentell in Erinnerung, neben den, in den 80ern üblichen Synthiesounds, gibt es hier nämlich auch ganz schön frickelige Prog-Klänge um die Ohren geschmissen. Wow!

Wissenswertes zu „Nausicaä“ gibt es noch zu erzählen: zum einen basiert der Film auf einem Manga von Miyazaki, der nicht nur sehr detailreich gezeichnet ist, sondern natürlich auch sehr viel mehr Umfang als der Anime bietet. Der Manga wurde auch in Deutschland veröffentlicht, wirklich zu empfehlen ist aber die tolle Hardcover-Edition von VIZ Manga.
In den 80ern erschien der Film übrigens schon mal in Deutschland, da aber noch unter dem Titel „Sternenkrieger: Warriors of the Wind“ und in einer zerstückelten Version mit 23 Minuten weniger Laufzeit. Außerdem ersetzte man die tolle Botschaft des Films mit einer lahmen Gut gegen Böse-Geschichte…zum Glück gibt es solche Ausfälle heutzutage nur noch selten.

„Nausicaä aus dem Tal“ ist in Deutschland auf Blu-ray und DVD erhältlich. Ich habe den Film auf Blu-ray geschaut, die im schicken Digi daherkommt und einiges an Extras wie Storyboards in Filmlänge, Trailer und ein Interview an Bord hat.

10/10 Punkte

#Japanuary 2021 Film 1 – Chihiros Reise ins Zauberland

Die kleine Chihiro ist mit ihren Eltern eigentlich auf dem Weg in ihr neues Zuhause, doch ihr Vater verfährt sich und somit landen die Drei vor einem mysteriösen Tunnel. Als sie diesen durchschreiten, ahnt die Familie nicht, was sie hier alles erwarten wird.

Zunächst wähnen sie sich in einem verlassenen Freizeitpark, doch als Chihiro ein mysteriöses Badehaus entdeckt und sich ihre Eltern nach einem kleinen Festmahl an einem Straßenimbiss in Schweine verwandeln, ist klar: hier stimmt was nicht.

Chihiro wird daraufhin vom jungen Haku wortwörtlich an die Hand genommen und soll sich – bs sich die Wogen gelättet haben – im Badehaus um einen Job bewerben. Doch als Mensch ist das alles nicht so einfach, denn die Welt ist voller Geister und Mythengestalten. Und eigentlich will das Mädchen doch nur ihre Eltern und in die normale Welt zurück.

Als die Anime- und Mangawelle Ende der 90er/Anfang der 2000er so richtig in Deutschland ankam, konnte auch Studio Ghibli die ersten internationalen Erfolge feiern. Denn nachdem „Prinzessin Mononoke“ schon für sagenhafte Einspielergebnisse in Japan sorgte und sogar mit einem deutschen Kinostart versehen wurde, hat „Chihiros Reise ins Zauberland“ erstmals einen Oscar für einen Anime gewonnen.

Und gute zwanzig Jahre später kann man sagen: der Film ist immer noch eine absolute Wucht und mit „Akira“ und „Ghost in the Shell“ vermutlich meine persönliche Top 3 in Sachen Anime. Von Minute 1 an begeistert der Film mit seiner Optik, der zauberhaften Atmosphäre und dem wunderschönen Soundtrack. Von den vielen Fabelwesen mal abgesehen…

Die Farben sind knackig bunt, die Animationen einzigartig schön und generell kann man sich vermutlich jedes einzelne Bild ohne Probleme auch an die Wand hängen. „Chihiros Reise ins Zauberland“ war der ideale Start in den Japanuary 2021! Ein Meisterwerk!

Den Film besitze ich auf Blu-ray von Universum Anime, doch leider musste ich gestern feststellen, dass diese nicht mehr läuft. Ich hoffe, dass es sich hier um einen Einzelfall handelt, bin aber skeptisch. Immerhin hat schon die Blu-ray von „Evangelion 3.33“ von Universum Anime mit ähnlichen Problemen zu kämpfen. Doof…immerhin konnte man bei der Gelegenheit auf den Netflix-Stream zurückgreifen.

10/10 Punkte

Vagrant Queen

Elida (Adriyan Rae), ist bereits als Mädchen eine Königin, die aber zu einem ausgestoßenen Waisenkind wird. Auf eigene Faust gestellt ist sie in den abgelegensten Winkeln der Galaxie unterwegs, immer ein Schritt der Regierung der Republik voraus, die alles dafür tun würde, um ihre Erblinie endgültig auszulöschen. Als Elidas alter Freund Isaac (Tim Rozon) auftaucht und behauptet, dass ihre Mutter noch am Leben ist, planen beide eine Rettungsaktion, die sie zurück in das gefährliche Herz ihres früheren Königsreichs führen wird. Außerdem wird Elida erstmals ihrem Todfeind aus Kindertagen gegenüberstehen: Commander Lazaro (Paul Du Toit).

Bei „Vagrant Queen“ handelt es sich eigentlich um eine US-amerikanische Comic-Reihe von Magdalene Visaggio und Jason Smith. Nun wurde diese als TV-Serie für den Pay TV-Kanal Syfy umgesetzt, zunächst einmal mit zehn Episoden.

Während die Geschichte eigentlich recht sympathisch klingt und das Design auf einige spannende neue Impulse für das SciFi-Genre hoffen lässt, bin ich nach Sichtung der Staffel wirklich enttäuscht. So könnte man „Vagrant Queen“ den billigen Look samt mieser CGI-Effekte ja noch verzeihen, wenn der Inhalt stimmen würde. Aber auch dieser ist so uninspiriert umgesetzt und ohne wirkliche Highlights. Gleiches gilt für den Humor. Sind ein paar Gags am Anfang noch wirklich lustig, reizt man diese bis zum Erbrechen aus und kann diese nur noch mit Augenrollen statt Lachen quittieren.

Mittlerweile wurde auch bekannt, dass die erste Staffel keine Fortsetzung enthält. Die Wertungen im Netz waren nämlich katastrophal…was ich leider nachvollziehen kann. In Deutschland erscheint die Serie bei Eye See Movies auf DVD und Blu-ray in einem schönen Digi-Schuber mit einem Booklet, das einiges über die Produktion verrät(dies wurde mir netterweise vom Vertrieb zur Verfügung gestellt).

4/10

 

YUNG

YUNG ist der flirrende Trip von vier jungen Mädchen durch die pulsierende und hedonistische Subkultur des modernen Berlin, vor allem aber ein pures, raues und authentisches Portrait ihrer Freundschaft. Janaina verdient sich etwas Taschengeld mit Webcam-Sex hinzu. Für ihre beste Freundin Emmy ist die Stadt ein einziger Rausch, dabei realisiert sie nicht, dass sie immer tiefer in den Strudel der Abhängigkeit gerät. Joy sinnt über die Liebe nach, wenn sie nicht gerade Drogen verkauft, und die süße Abbie träumt davon nach Los Angeles abzuhauen.

 

Im Vorfeld der Sichtung – Danke an Public Insight und Alamode für den Screener – fiel mir „YUNG“ immer wieder aufgrund der Vergleiche mit Larry Clarks „Kids“ ins Auge. Besagten Film um eine Gruppe Jugendlicher im New York der 90er Jahre habe ich zwar bisher nur ein einziges Mal gesehen und das auch schon vor über zwanzig Jahren, dennoch erinnere ich mich auch heute noch an die Abscheu und die Faszination zugleich, die der Film in mir auslöste. Auch wenn die Abscheu immer überwog und ich den Film lange als einen meiner meistgehassten deklarierte, finde ich solche Milieustudien mittlerweile sehr interessant und habe auch meinen Frieden mit Regisseur Larry Clark geschlossen. Aber das ist ein anderes Thema…

„YUNG“ schockiert natürlich mit seinen jungen Hauptfiguren, die sich von einem Exzess in den anderen stürzen und natürlich kommt da die Frage bei einem Enddreißiger wie mir auf: kann das wirklich alles stimmen? Tickt „die Jugend“ heute so? Keine Ahnung…laut dem Regisseur soll das ja alles sehr nah dran am echten Leben sein. Ich kam mir teilweise ein bißchen alt vor und musste ehrlicherweise einige Begriffe wirklich googeln…oder wer von euch weiß schon was ein K-Hole ist? Oder G?
Inszeniert war der Film recht gut und hatte einige echt tolle Bilder. Egal ob Aufnahmen mit einem schönen Panorama von Berlin oder Szenen in Klubs…das sah alles echt hochwertig aus und dazu gab es einen vorzüglichen Soundtrack auf die Ohren. Dieser wurde von DJ Hell zusammengestellt und besteht zu einem großen Teil aus elektronischen Tracks. Richtig gut! Kann man übrigens auch auf CD erwerben…noch ein Beweis für mein biblisches Alter…CDs!
„YUNG“ kann man definitiv empfehlen und ist eine Sichtung wert. Der Film von Henning Gronkowski erscheint im Verleih von Alamode Film auf DVD am 24.07. und ist bereits seit Anfang Mai auf diversen Plattformen als digitale Fassung erhältlich.

 

7/10