Xièxie! – Taiwan 2017 Teil 2

Südostasien in Taiwan – Tainan

 

Nach unserem kurzen Abstecher ins Landesinnere ging es per Bus und Bahn in das heiße Tainan, welches einen komplett anderen Eindruck hinterließ als die anderen Städte, die wir während unseres Taiwan-Trips besuchten. Denn Tainan ist wesentlich quirliger und chaotischer als zum Beispiel Taipeh, vor allem aufgrund seines immens hohen Rolleraufkommens rund um den Bahnhof. Gemischt mit der Hitze und dem leichten Sonnenstichs vom Vortag waren die ersten Stunden dort recht überfordernd, was sich aber in den Abendstunden bessern sollte.

 

Wir wohnten im Ing Wang Hotel, welches gute 15 bis 20 Minuten Fußmarsch vom Hauptbahnhof entfernt liegt und in einer ruhigen Nebengasse zu finden ist. Das Personal war mal wieder superfreundlich, das Zimmer leider recht klein und die Klimaanlage laut. Aber sonst war das Hotel absolut empfehlenswert, auch das reichhaltige Frühstücksbüffet mit Reis, Toast, Nudeln oder Porridge war einen Abstecher wert.

 

Am ersten Tag in Tainan schlenderten wir ein bisschen durch das Uni-Viertel hinter dem Hauptbahnhof und erkundeten die zahlreichen Shops in der Beimen Road. Mehr Kultur gab es dann an Tag 2 in Anping, welches ein altes Stadtviertel Tainans und mit dem Bus recht gut erreichbar ist. Bei der 45-minütigen Fahrt mit dem Bus durch die Stadt sieht man auch allerhand und so bekamen wir gleichzeitig auch noch eine tolle Tour durch die City. Die Linien 88 und 99 fahren ab dem Bahnhof in regelmäßigen Abständen, zahlen kann man auch diesen mit der Easy Card.

Neben den verwinkelten Gassen in Anping kann man sich allerlei Tempel, das Fort Zeelandia oder alte Damen beim Austernputzen anschauen. Wer es noch maritimer mag, hat in Laufweite noch den Hafen, der echt schön gestaltet ist und nicht so voll wie der Rest der Stadt ist.

 

Auch wenn wir auf unseren Reisen kaum zweimal im selben Restaurant oder Lokal essen, in Tainan hatte es uns eine Gaststätte besonders angetan: Chih Kan Dan Zai Noodles!!

Selten haben wir so gut gegessen und uns die Mägen vollgeschlagen. Was die Damen und Herren dort in der Küche gezaubert haben, ist der Wahnsinn. Egal ob feine Reisnudeln in Brühe mit Hack und frittiertem Knoblauch oder gedünsteter Milchfisch…da war ein Essen besser als das andere. Und denkt jetzt bloß nicht, dass das alles unglaublich teuer gewesen sei. Günstiger war es nur auf dem Nachtmarkt und so haben wir uns für knapp 15 bis 20€ Leckereien bis zum Umfallen gegönnt. Erkennen kann man das Lokal übrigens an der…äh…Kuhfigur mit recht großen..äh…„Eutern“..??!?!

 

Verregnetes Surfmekka – Kaohsiung

 

Nach der Hitze Tainans tat ein bisschen Abkühlung ganz gut und so war es nicht weiter schlimm, dass uns Kaohsiung mit etwas Regen begrüßte. Die Temperaturen waren immer noch deutlich über 20 Grad, aber das Fehlen der stechenden Sonne war kein sooo großer Verlust.

Nach Kaohsiung kamen wir per Zug und waren etwas über zwei Stunden unterwegs. Am Bahnhof angekommen reichte ein kurzer Anruf im Hotel und wir wurden recht flott von einem netten Angestellten mit dem Hotel-Shuttlebus angeholt.

 

Unsere Unterkunft in Kaohsiung war ein recht modernes Hostel und hieß Legends Hotel. Neben einer kunterbunten Gestaltung der Lobby war auch unser Zimmer mit einem psychedelischen Gemälde oberhalb des Bettes ausgestattet, außerdem gab es neben der gemütlichen Schlafmöglichkeit auch kostenlose Getränke und Instand-Nudelsuppe. Auch das im Preis eingeschlossene Frühstück bot wieder eine tolle Mischung aus westlichen und chinesischen Speisen. Da das Hotel in einer Nebenstraße liegt, ist der Verkehr recht gering, in zehn Minuten kann man zu Fuß die U-Bahn-Station City Council erreichen.

 

Trotz des Regenwetters, das immer wieder einmal der Sonne Platz machte, fuhren wir noch am ersten Tag mit der Metro Richtung Hafen und setzten dort mit der Fähre über auf die Insel Qijin, wo wir uns nicht nur den Leuchtturm und die alten Fortgemäuer anschauten, sondern auch einen Abstecher an den Strand machten. Und dort traf sich gerade die Surfszene Kaohsiungs und so war einiges zum Schauen geboten.

Nachdem wir den zweiten Tag einige Stunden in der Dream Mall verbrachten – mitsamt Fahrt mit dem Riesenrad auf deren Dach – und wir uns im Untergrund die Formosa Boulevard Station(eine wunderschöne Metro-Haltestelle mit Evolutionsgeschichte aus Glas)anschauten, nahmen wir auch noch einen Trip an den Lotus Pond auf uns. Dieser ist sehr sehenswert, aber bei schönem Wetter wohl noch eindrucksvoller.

Stichwort „eindrucksvoll“: die Kaohsiung Mass Rapid Transit, also die Metro, hat ihre eigenen Maskottchen in Form einiger Anime-Mädels. Neben unzähligen Postern, auf denen diese auf diverse Dinge hinweisen, gibt es sogar Souvenirshops für die KMRT-Damen.

 

Da wir in Kaohsiung sehr viel gelaufen sind, mussten wir uns leider auf dem hiesigen Nachtmarkt wieder die Bäuche voll schlagen. Schließlich sollte man die verbrauchte Energie auch wieder voll auffüllen. Alte Bauernweisheit!

In Laufnähe zu unserem Hostel befand sich der LiuHe-Nachtmarkt, den wir an beiden Abenden unseres Aufenthalts in Kaohsiung besuchten. Auch hier lag der Schwerpunkt wieder auf vielen frittierten und gebackenen Leckereien, auch ein Shaved Ice gab es mal als Nachtisch.

 

Schon wieder Surfer! – Kenting

 

Nach den vielen quirligen Städten ging es nun so langsam in den gemütlichen Teil des Urlaubs über und so machten wir uns mit dem Bus auf in die Richtung Kenting Nationalpark, genauer gesagt nach Jialeshui.

Da man dort nur schwer mit dem Zug hinkommt, haben sich zahlreiche private Busunternehmer auf diese Route spezialisiert, wir verließen uns dabei lieber auf eine offizielle Busfirma mit einem etwas moderneren Gefährt.

In Jialeshui angekommen, wurden wir von unserem nächsten Host, Winson abgeholt, der uns auch prompt auf der Fahrt zur Unterkunft einige interessante Spots in der Nähe zeigte.

 

Und Zeit dafür war ordentlich, denn Winsons House liegt etwas abgelegen von Jialeshui, dafür aber extrem ruhig. Der ehemalige Surfer Winson, der auch Surfstunden gibt(machte meine Frau einmal mit), ist ein sehr lockerer Typ, der sich dort sein eigenes kleines Hotel gebaut hat und saubere Zimmer bietet. Neben einem Frühstück, welches er uns jeden Morgen frisch zubereitete, war er auch für unsere Fragen offen und wusste allerlei zu erzählen. Er sorgt sowohl für Fahrrad- als auch Rollerverleih, die uns angebotenen Rädern waren jedoch eher mau. Auch die Roller haben ihren Dienst zwar verrichtet, waren jetzt aber in keinem vertrauenswürdigen Zustand. Dafür war es preislich recht ok.

 

Manzhou, der Ort in dem wir lebten, besteht aus nur wenigen Häusern und ein paar streunenden Hunden, liegt aber direkt am Meer. Zwar gibt es dort drei Lokale, allerdings sind die nicht unbedingt auf Touris eingestellt und machen meist um 18 Uhr zu. Es ist also empfohlen, euch in Jialeshui oder Kenting mit Essen einzudecken, wenn ihr nicht immer wieder dorthin fahren wollt.

Nachdem wir uns am ersten Nachmittag noch mit den Rädern abquälten, besorgte uns Winson am zweiten Tag Roller mit denen wir fortan durch die Gegend düsten. An der Küste entlangzufahren und immer wieder einmal anzuhalten, um die Aussicht zu genießen, machte richtig Spaß. Auch der abendliche Tropenregen konnte den Spaß auf dem Roller nicht verderben.

Von Jialeshui ging es nach Kenting(was in einigen Straßenzügen an Partymeilen auf Mittelmeerinseln erinnert) und weiter nach Hengchun. Ein absolutes Kuriosum war der dortige Strand hinter dem sich ein Atomkraftwerk erhebt. Ins Wasser sind wir dort nicht. Die Angst, am nächsten Tag mit einem zweiten Kopf aufzuwachen, war dann doch zu hoch. Ist zumindest ein wirklich seltsames Bild!

 

Wie schon gesagt, liegt Winsons House nicht gerade zentral und abends wollten wir dann doch nicht durch die Dunkelheit durch unbekannte Regionen fahren. Daher haben wir uns auf dem Markt in Jialeshui und dem örtlichen Family Mart mit Lebensmitteln eingedeckt.

An einem Abend lud uns Winson zum Grillen ein, da einige Freunde von ihm zu Besuch waren und so wurde ordentlich aufgetischt. Neben viel Muscheln und Fisch gab es auch gegrillte Krabben und eine Gemüsesuppe. Dass wir als Deutsche kein Bier mögen, hat die Taiwanesen sichtlich schockiert, das hat aber nichts an ihrer Geselligkeit geändert.

 

Inselurlaub – Green Island

 

Nachdem schon die Tage in Kenting sehr entspannt waren, ging es für uns nun Richtung Green Island. So brachte uns eine Bekannte von Winson gegen ein kleines Taschengeld mit dem Auto nach Fangshan, von dort ging es mit dem Zug nach Taitung. Dort angekommen schnappten wir uns ein Taxi, das uns zum Hafen und so zur Fähre nach Green Island brachte.

Die Überfahrt von Taitung nach Green Island kann sehr unangenehm sein und ist stark abhängig von der Wetterlage. Alternativ kann man auch von Taitung mit dem Flugzeug übersetzen, ich wollte dem Tod aber ins Auge sehen und wählte lebensmüde die Fähre…was ich bereuen sollte.

Denn die Fahrt ins grüne Paradies war eine der schlimmsten Bootsfahrten ever. So ist die Fähre zwar schon recht groß, die Wellen aber so extrem, dass alles von rechts nach links und von oben nach unten fällt.*Dramatisierung nicht ausgeschlossen* Und auch wenn ich meine Tabletten gegen Reisekrankheit genommen hatte, war mir etwas übel. Zum Glück gingen aber auch diese 40 Minuten vorbei.

Auf Green Island angekommen erwartete uns schon der Besitzer unserer Unterkunft, der unsere Rucksäcke entgegen nahm und uns auf E-Roller verfrachtete. Dies war insofern überraschend, da wir das nicht mitgebucht hatten, aber wohl im Preis inbegriffen ist.

 

Auf Green Island übernachteten wir in Jack’s Inn, welches einen recht netten Besitzer hatte, aber leider recht verlassen. Wir waren die einzigen Gäste zu dieser Zeit, hatten also unsere Ruhe. Das Zimmer war sauber und ordentlich, das Bad schon etwas älter aber auch noch vollkommen in Ordnung. Das Hotel liegt an der Nordküste und ist mit dem Roller innerhalb von zehn bis fünfzehn Minuten zu erreichen.

Der Shuttleservice für unser Gepäck vom und zum Hafen war kostenlos, sowie auch die beiden geliehenen E-Roller. Die Akkus der Roller mussten regelmäßig wieder gegen Volle ausgetauscht werden, was am Hafen gemacht wurde. Einmal bekamen wir sogar einfach neue Roller hingestellt.

 

Green Island selber ist eine kleine Insel, die man mit dem Roller in ca. eineinhalb Stunden umrunden kann. Neben dem Hafen gibt es noch ein paar kleinere Städtchen, die vor allem voller Tauchbasen sind. Denn Schnorcheln und Tauchen sind die Lieblingsbeschäftigungen der Touris, die nach Green Island kommen.

Für erfahrene Taucher wie meine Frau ist die Insel für diesen Sport allerdings nicht unbedingt zu empfehlen, denn die Tauchbasen sind vor allem auf Anfänger und Einzeltäter spezialisiert. Auch auf Anfrage bei mehreren Tauchbasen traute sich keine so richtig an die Westlerin ran, die die Meerestiefen rund um die Insel entdecken wollte. So hieß es selbst ist die Frau und sie ging schnorcheln. Und das ohne aneinander gebundene Schnorchler, die nur dreifach abgesichert im knöcheltiefen Wasser umher planschten.

Neben einigen Trails, die wir uns hoch und runter geschwitzt haben, gibt es viel auf der Insel zu entdecken. Egal ob der kleine Tempel in der Höhle, das verlassene Dorf an der Ostseite der Insel oder die kurvigen Straßen die ein tolles Auf und Ab bieten…Green Island ist definitiv eine Reise wert!

An einem Abend gingen wir außerdem in die Haishui Wenquan-Therme, deren heißes Salzwasser eine echte Attraktion ist. Die Therme hat rund um die Uhr offen, etwas albern war aber die Badekappen-Pflicht. Schlimmer war nur, dass wir zwar von unserem Host vermeintliche Kappen bekamen, diese sich allerdings als Duschkappen herausstellten. Dadurch dass es an dieser Stelle der Insel auch noch so unglaublich windig ist, war man mehr damit beschäftigt, diese Kappe irgendwie auf dem Kopf zu halten statt die Therme zu genießen. Als einzige Westler waren wir auch ein echter Hingucker dort!

Doch Green Island ist nicht nur für seine schöne Seiten bekannt, denn früher war die Insel vor allem dafür bekannt, dass man unliebsame Gegner des Regimes dort in das Gefängnis steckte. Das Gelände kann man auch heute noch besichtigen, neben den zerfallenen Baracken gibt es auch ein Museum, welches stark an das KZ in Dachau erinnert. Ein eher unschöner, aber interessanter Platz auf Green Island.

Wer Strände zum Baden und Sonnen sucht, sollte auf alle eher an der Südseite der Insel suchen. Aufgrund des starken Wellengangs und der starken Winde sind die Ost- und Westseite recht ungeeignet dafür.

 

Die größte Auswahl an Lokalen bietet vor allem die „Hauptstadt“ Nanliao, hier gibt es neben taiwanesischen Spezialitäten aber auch Exotisches wie Pizza oder Burritos. Hier merkt man, dass man vor allem auf ein jüngeres Publikum ausgelegt ist. Unter der Woche ist übrigens deutlich weniger los als am Wochenende, so haben auch einige Lokale eher oder komplett geschlossen.

 

Die Rückfahrt mit der Fähre war dann übrigens weniger übelkeitserzeugend als befürchtet und doch recht gemütlich. Da war die anschließende Formel 1-Fahrt des Taxifahrers zum Bahnhof wesentlich aufregender, aber schließlich mussten wir ja auch unseren Zug nach Taipeh erwischen.

 

Die letzte Nacht verbrachten wir also wieder in Taiwans Hauptstadt, genauer gesagt im Park City Hotel in Luzhou. Das Hotel war für seinen Preis unglaublich komfortabel, der Ausblick auf die Stadt atemberaubend.

Am letzten Abend ging es für uns noch einmal auf den Shilin-Nachtmarkt, denn schließlich brauchten wir noch ein paar Mitbringsel und wollten natürlich nochmal das sensationelle Nachtmarkt-Essen genießen. Außerdem gab es noch ca. 35 Kilogramm an Schüsseln und Tellern, die meine bessere Hälfte mit nach Deutschland nehmen wollte.

Da wir an unserem Abreisetag selber noch bis zum Abend um acht Uhr Zeit hatten, stürzten wir uns noch einmal in das Stadtleben von Taiwan und genossen deren Atmosphäre. Nachdem wir mittlerweile auch entdeckt hatten, dass es eine Metro Richtung Flughafen gibt, nahmen wir diese auch prompt. Hier ist zu beachten, dass es zwei dieser Bahnen gibt. Eine hält an fast jeder Station, die andere ist eine Schnellbahn. Aber da an dem Flugschalter aufgrund einer Gruppe von Austauschstudenten das pure Chaos herrschte, war auch diese Verspätung relativ egal. Und so konnten wir es uns letztlich pünktlich und vom Urlaub zufrieden auf den tollen Sitzen der Premium Business Class nieder.

 

Taiwan war für uns eine riesige Überraschung. Zwar lasen sich die Reiseberichte im Vorfeld schon recht gut, aber dass sich das Land so weit vorne bei den Lieblingsreisen positionieren würde, dachte wohl keiner von uns.

Neben den tollen Menschen, die einem immer nett und respektvoll gegenüber traten, war es aber auch die sagenhafte Landschaft, die einen immer wieder atemlos dastehen ließ. Egal ob in der Taroko-Schlucht, in Kenting oder auf Green Island, hier kann man es aushalten.

Wie man wohl dem Text entnehmen kann, war auch das Essen ein großes Highlight. Neben den tollen Dumplings, den tollen Nudeln oder den leckeren Suppen, konnten aber auch Interpretationen von westlichen Sachen überzeugen. Ich erinnere mich da an ein sagenhaftes Sandwich mit Wedges in Tainan…wow!

Auch die Sprachbarriere war zu keiner Zeit ein wirkliches Hindernis. Man braucht nur eine Frau, die mutig genug ist, sich auch in ein Lokal zu setzen, in dem es keinerlei Hinweise auf eine englischsprachige Person gibt und dann mit Händen und Füßen bestellt. Meist gibt es aber auch eine englischsprachige Karte… Aber auch im Nahverkehr war alles doppelt angeschrieben und ziemlich idiotensicher. Sollte man sich mal anschauen, wenn man an Ländern wie Japan oder Korea seinen Spaß hatte.

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Xièxe! – Taiwan 2017 Teil 1

Wer an Taiwan denkt, dem fällt vermutlich zuerst das Siegel „Made in Taiwan“ ein, das vor vielen Jahren noch für billige Elektronikartikel stand. Mittlerweile ist Taiwan das Zuhause von Technologie-Riesen wie Acer oder HTC und braucht sich vor Ländern wie Japan und China nicht mehr zu verstecken, hat diese in manchen Punkten sogar überholt.

Leider gerät Taiwan aber wieder nur in die Schlagzeilen, wenn ein weiterer Taifun den Inselstaat heimsucht oder es mal wieder zu Unstimmigkeiten mit dem großen Nachbarn China kommt, die bisher immer recht glimpflich ausgingen. Abgesehen davon nimmt man die Republik China, wie das Land offiziell heißt, schon gar nicht als Urlaubsziel wahr. Und das ist echt schade, denn Taiwan bietet so viel abwechslungsreiche Natur, leckeres Essen und sehenswerte Plätze und sollte von viel mehr westlichen Touristen als Reiseziel anerkannt sein.

 

Nachdem unsere Wahl auf Taiwan als nächste Urlaubsdestination fiel, hieß es erst einmal eine Route festzulegen, die uns in unserem dreiwöchigen Trip genug von Land und Leuten sehen lässt ohne dass man jede Nacht in einem anderen Bett schläft. Dank den Reiseführern von Lonely Planet(gab es bis dahin nur auf Englisch, mittlerweile auch in Deutsch verfügbar) und dem Reise Know-How fanden wir recht schnell eine ansprechende Route und machten uns an das Buchen der Unterkünfte und des Flugs.

 

Direktflüge nach Taiwan sind von Europa aus echte Mangelware. So fliegt die taiwanesische Linie Eva Air von Paris aus Taipeh an, von Deutschland aus geht es nur mit China Airlines, die trotz des Namens tatsächlich auch aus Taiwan stammen. Republik China und so…wer hat aufgepasst?

Also fiel die Wahl recht klar auf China Airlines, die Frühbuchern übrigens einen ganz besonderen Service bieten. Denn kümmert man sich früh genug um seinen Flug, bei uns ca. sechs Monate vorher, bekommt man ein kostenfreies Upgrade auf Premium Economy-Plätze. Und das hat sich wirklich gelohnt. So war der Direktflug mit knapp 900€ zwar nicht gerade günstig, aber immer noch besser als mit Umstieg und verschenkter Zeit. Auch wenn ich im Vorfeld nicht viel Gutes über China Airlines gelesen habe und man so seine Probleme in der Vergangenheit hatte, war ich dann doch recht überrascht. Nicht nur im Bereich Service muss sich die Fluggesellschaft vor den anderen wie JAL, ANA oder Asiana Airlines verstecken, auch das Essen war richtig gut und entsprach nicht dem verkochten Standardquatsch, den man sonst ab und an mal bekommt. Auch die Plätze in der Premium Economy waren Bombe und optimal für einen 12 Stunden-Flug. Große, gemütliche Sitze mit allerlei verstellbaren Lehnen und Fußteilen, riesige Monitore mit einem guten Unterhaltungsprogramm und ein umfangreiches Set aus Noise Cancelling-Kopfhörern, Decken, Kissen usw. Es ging uns also sehr gut während des Hinflugs! Und auch der Rückflug war spitze! Klare Empfehlung!

 

Taipeh, da sind wir!

 

Aufgrund der Zeitverschiebung und des Mittagsfluges am Vortag, erreichten wir Taiwan bzw. den internationalen Flughafen nordwestlich von Taipeh am frühen Sonntagmorgen. Und zunächst begrüßte uns die 2,6 Millionen Einwohner-Stadt mit Regen aber trotzdem hohen Temperaturen. Dank ordentlichem Schlafmangel und dem Luxus eines 12-stündigen Aufenthalts im klimatisierten Flieger rannte man also zunächst gegen eine ordentliche Wand aus warmer, feuchter Luft.

Vom Flughafen Taoyuan kann man entweder mit der Metro oder dem Bus in die Stadt fahren. Da die Metrolinie aus und in die Innenstadt recht neu war, wussten wir davon bei unserer Ankunft nichts und besorgten uns ein Busticket, welches gerade einmal 125 NT$(ca. 3,50€) kostete. Im klimatisierten Reisebus ging es nach einer kurzen Wartezeit bis zum Hauptbahnhof in Taipeh und von dort mit der Metro weiter zu unserer Unterkunft. Für die Fahrt mit der U-Bahn besorgten wir uns die Easy Card, die man immer wieder aufladen kann und auch in den meisten anderen Großstädten Taiwans für den Nahverkehr nutzen kann. Außerdem kann man in vielen Läden, vor allem den 7 Eleven oder anderen Convenience Stores auch damit bezahlen.

 

Unser Hotel lag direkt am Daan Park und war das Dandy Hotel Daan. Das Zimmer erwies sich als wahrer Glücksgriff, denn zum einen bekamen wir ein Upgrade eine Klasse höher, so dass wir einen grandiosen Blick auf den Park hatten, andererseits war auch das Zimmer selbst und das Personal richtig toll. Man sollte sich nicht von der komischen Lage der Eingangstür in einer Seitenstraße beirren lassen, denn hier bekommt man für sein Geld ein kleines, aber feines Hotel. Leider mussten wir aber noch bis 15 Uhr warten, denn erst dann konnten wir offiziell einchecken. Also hieß es nun den Schlaf zu bekämpfen und die sieben Stunden irgendwie rumzukriegen bis man das erste Mal die Füße hochlegen konnte.

 

Also beschlossen wir dem Zoo einen Besuch abzustatten, der etwas außerhalb der Stadt liegt und recht schön sein soll. Gesagt getan, mit dem Hotel-WLAN kurz die Metro-Route gecheckt, im 7 Eleven noch schnell mit einer kleinen Stärkung versorgt und ab ging die Post. Nach einer Fahrt von ca. 30 Minuten waren wir dann auch schon da und wirklich am Stadtrand Taipehs. Nachdem wir schon viele schlimme Zoos oder fürchterliche Tierhaltung in Asien gesehen hatten, waren wir dann wirklich überrascht wie schön der Zoo in Taipeh ist. In meinem persönlichen Ranking liegt er mit dem in Singapur auf einem Level und der war schon klasse. Auch über den Eintritt von nicht einmal zwei Euro kann man nicht meckern. Auch deshalb waren wir etwas verwundert, dass nichts los war und man nur vereinzelt Gäste im Zoo sah. Später haben wir erfahren, dass die einen Tag vor unserer Ankunft ein heftiger Regenschauer für böse Überschwemmungen, teils sogar Erdrutsche gesorgt hatte und vermutlich deshalb die Leute lieber noch zuhause geblieben sind.

 

In Taipeh selbst waren wir dann für vier Nächte und das ist für diese Megacity auch dringend nötig. Neben allerlei Tempeln wie dem Longshan oder den Bao’an und Konfuzius-Tempel, waren vor allem die Nachtmärkte absolut sehenswert. Denn neben allerlei buntem Firlefanz wie Fidgetspinnern oder sensationell günstigen Fußballtrikots von Real Madrid, die man so im Westen noch nicht gesehen hat*räusper* ist natürlich das Essen der Hauptgrund für den Besuch dieser Märkte.

Aber zum Essen kommen wir zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal, schließlich kommt das Beste zum Schluss!

Spannend war auch der Creative Park, eine umgebaute Brauerei mit allerlei kleinen Läden, der Gunag Hua Digital Plaza, der der feuchte Traum eines jeden Elektronikfans ist oder ein Ausflug an die Küste nach Tamsil. Natürlich war neben den vielen Tempeln auch noch weitere Kultur angesagt wie die CKS Memorial Hall, bei der wir sogar der Wachablösung beiwohnen konnten und uns heute noch fragen, wie zum Teufel die Wachen es schaffen, nicht zu blinzeln. Was ist da denn los?!?
Wer nach Taipeh reist, kommt natürlich auch an einem Besuch des Taipei 101 nicht vorbei, welches vor einigen Jahren noch als höchstes Gebäude der Welt galt. Heute ist es nur noch an Stelle 5 und das ist irgendwie enttäuschend…quatsch. Der Wolkenkratzer ist ein imposanter Bau, den man sich am besten vom Elephant Hill aus ansieht, den man dank einer schweißtreibenden Wanderung erst genießen kann, wenn man endlich wieder Luft bekommt und auf dem Weg nach oben nicht erschwitzt ist.

Aber wie versprochen: das Essen!!! Wowowowowowow! Nie hätte ich erwartet, dass man in Taipeh so gut essen kann. Ob dies man Sterne-Restaurant Din Dai Fung ist, in dem es anbetungswürdige und, trotz des Sterns leistbare Dim Sum gibt oder die Beef Noodle Soup bei Yong Kang, das Essen rockt. Am vielfaltigsten und günstigsten kann man wohl aber auf den Nachtmärkten essen. Hier besonders zu empfehlen ist der Markt in Songshan und beim Longshan-Tempel. Auf beiden bekommt man viel Frittiertes, leckeres Mango Shave Ice(eine Delikatesse samt Kondensmilch und Pudding on top!) oder leckere Würstchen im Reisbrötchen. Es war schlicht gesagt einzigartig lecker! Als wagemutige Touristen haben wir uns auch in das Abenteuer Stinketofu gestürzt, bei dem es sich um fermentierten Tofu handelt, den es in verschiedenen Varianten gibt. Wir entschieden uns für die gebackene Version mit einer würzigen Soße und etwas Kraut on top. Zwar riecht der Tofu wirklich bestialisch, aber geschmacklich war das jetzt nicht das Schlechteste. Schmeckte wie ein sehr reifer Käse. Hat also gepasst! Von Perversitäten wie Schlangen- oder Hundefleisch haben wir zum Glück nichts gesehen, muss auch nicht unbedingt sein.

 

Nihao Hualien

 

Bevor wir unsere Tour an der Westküste Taiwans mit recht vielen Stationen starteten, ging es aber noch einmal in die andere Richtung an die Ostküste, genauer gesagt nach Hualien. Hauptgrund hierfür war vor allem die Taroko-Schlucht und der gleichnamige Nationalpark, der sich vor allem zum Wandern hervorragend eignet.

Aufgrund des großartigen Zugnetzes welches einmal um die komplette Insel herumgeht, war das Hinkommen kein großes Problem. Von der Mainstation in Taipeh bis zum Hauptbahnhof Hualien waren es gerade einmal knapp zwei Stunden. In der Stadt selber mietet man sich bestenfalls ein Fahrrad, denn so ist das Herumkommen am günstigsten und bequemsten. Da unsere Unterkunft aber zum Glück nur wenige Minuten vom Bahnhof entfernt lag, konnten wir zunächst einmal unser Gepäck unterbringen und uns dann an die Erkundung der Stadt machen.

 

Das Wow Hostel sprang mir schon bei den ersten Recherchen für den Taiwan-Urlaub ins Auge und punktete mit dem guten Ruf, den es unter Reisenden genießt. Und auch wir waren nicht enttäuscht davon. Das Zimmer präsentiert sich in moderner Betonoptik, das Bad war nagelneu und in einem tollen Zustand. Lediglich das WLAN war recht langsam, auch das Frühstück braucht man in einem Land wie Taiwan nicht wirklich im Hotel wahrzunehmen, denn es beschränkte sich auf Toast, Marmelade und Tee. Viele von den Gästen(hauptsächlich aus Taiwan und anderen asiatischen Ländern) machten aber auch Gebrauch von der Möglichkeit, die Küche zu nutzen und selber zu kochen.

Nachdem wir uns am ersten Abend noch Räder gemietet hatten und an der Küste entlang wieder Richtung Norden gefahren sind, überraschte uns leider ein ziemlicher Regenguss und beendete die Radtour auf den sehr gut ausgebauten Radwegen. Für knapp acht Euro gab es übrigens die beiden Räder für eine Dauer von vier Stunden. Ein fairer Preis! Und im Gegensatz zu späteren Erlebnissen waren die Bikes in einem echt guten Zustand.

Am nächsten Tag stand jedoch der Hauptgrund für unseren Abstecher nach Hualien auf dem Programmpunkt: der Taroko-Nationalpark. Glücklicherweise war das Wetter wieder recht schön geworden, bei Regen hätte man sich den Tagesausflug sparen können. Auch wenn unser Hotel auch Ausflugspakete angeboten hat, besorgten wir uns unser Busticket auf eigene Faust, was sich als nicht sonderlich kompliziert herausstellen sollte. Die Verkaufsterminals der Busunternehmen sind nämlich gleich neben dem Bahnhof und waren so schnell erreicht. Da es vor Ort auf den meisten Trails keinerlei Möglichkeiten gibt, sich etwas zu Trinken oder gar zu Essen zu kaufen, sollte man sich vorher in der Stadt mit genügend Proviant eindecken. Im Nationalpark selber sind wir den Shakadang Trail gelaufen, für den man Hin und Zurück ca. drei Stunden benötigt und anschließend mit dem Bus bis ganz nach oben in das Städtchen Tianxiang gefahren. Über diesem thront eine relativ schicke Pagode, die wir uns einmal von der Nähe anschauen wollten und dafür einige steile Treffen in Kauf nehmen mussten. Doch viel wilder war dann der eintretende Regen, der uns bis auf die Socken aufweichte und letztlich auch den Tod für meine Schuhe bedeute, die sich von diesem Trauma nicht mehr erholen wollten. Mit dem Bus ging es letztlich dann wieder zurück nach Hualien, wo wir den Abend mit einem gemütlichen Spaziergang durch die Innenstadt ausklingen ließen und sich die Stadt mit allerlei Events wie der Vorführung einer örtlichen Breakdance-Gruppe überaus positiv ins Gedächtnis verankerte.

 

Der Eindruck, den uns Taipeh vom taiwanesischen Essen vermittelte, verhärtete sich in Hualien weiter. Neben einer großartigen Runde Dumplings und einer dazu passenden Suppe in der Innenstadt, war vor allem der Nachtmarkt mal wieder eine Offenbarung. Dieser wurde wohl erst kürzlich neu gestaltet und präsentierte sich recht modern, neben Essensbuden gab es auch musikalische Klänge auf die Ohren. Neben einer Rouladen-ähnlichen Fleischrolle, die mit Frühlingszwiebeln gefühlt war, gab es spicy Maiskolben und einen Baoban, einen Burger auf taiwanesische Art. Dieser bestand aus einem Reismehlbrötchen und war mit Hühnchenfleisch, Nudeln, etwas Gemüse und einer Soße nach Wahl belegt. SUPERLECKER!

 

Sonne, Mond und…Seen?!? Der Sun Moon Lake!

 

Aufgrund von Taiwans Geografie mussten wir für unseren nächsten Tourstopp einen gehörigen Umweg machen. Denn in der Theorie könnte man von Hualien einfach über die Berge hinüber zum Sun Moon Lake, da dieser Weg aber nicht ohne weiteres zu befahren ist und sowieso zu unserer Reisezeit gesperrt war, hieß es für uns: einmal um die halbe Insel rum! So mussten wir mit dem Zug von Hualien nach Taichung und von dort mit dem Bus weiter an den Sun Moon Lake. Dafür ging einmal locker der ganze Tag drauf, denn nach vier Stunden mit dem Zug sind das noch einmal 2 ½ Stunden mit dem Bus. Und bis wir diesen Bus gefunden haben, war es auch eine kleine Abenteuerreise. Denn am Bahnhof von Taichung steht zwar ein riesiger, moderner Busbahnhof, aber wer denkt, dass dort auch der Bus zum Sun Moon Lake abfährt, hat sich getäuscht. Dieser fährt einige Straßen weiter ab und hat sein Büro im Erdgeschoss eines unscheinbaren Gebäudes, das man gerne mal übersieht. Zum Glück hatten wir aber genug Zeit eingeplant und kamen so nicht sonderlich unter Zeitdruck. An der Endstation, in Shuishe, und nach einer knapp zweieinhalbstündigen Busfahrt wurden wir vom Sohn des Hotelbesitzers abgeholt. Denn da wir recht spät am Nachmittag ankamen, fuhr kein Bus mehr auf die gegenüberliegende Seite nach Ita Thao.

 

Als Unterkunft wählten wir das Full House Resort, ein recht gemütliches Häuschen, das von einem Künstler betrieben wird. Neben den Zimmern im Haupthaus, gibt es auch ein etwas teureres Appartement im Garten, wir hatten ein Doppelzimmer in Ersterem. Dieses war in einem einwandfreien Zustand und wie der Rest des Hauses mit allerlei Kunstwerken vollgestopft. Deshalb war es leider auch etwas staubig, was den Aufenthalt für Allergiker nicht so toll machen könnte. Sowohl innen als auch im Garten hat der Künstler zig Skulpturen aufgestellt, im Speisesaal – welcher gleichzeitig auch der Eingang- und Empfangsbereich ist – waren an jeder Wand unzählige Gemälde, Figuren, Schüsseln und Regale voller Nippes. Da hatte man definitiv was zu schauen!

 

Nachdem wir sowieso nur zwei Nächste am Sun Moon Lake verbrachten, war unser Programm auf den einen vollen Tag dazwischen beschränkt. Am Abend unserer Ankunft schlenderten wir durch Ita Thao, machten ein paar Fotos an der Anlegestelle der Fähren und versorgten uns mit Verpflegung, denn der nächste Tag sollte recht anstrengend werden.

Nach einer, nur wenige Minuten dauernde Überfahrt nach Shuishe(dank zahlreicher Unternehmen fahren alle zehn bis fünfzehn Minuten Schiffe) suchten wir das Touri-Zentrum auf und liehen uns zwei Fahrräder von einer sehr, sehr schrillen Dame mittleren Alters, die sich wahnsinnig über uns zwei deutsche Reisende freute und dies mit allerlei lauten Lachern und Gackern zeigte. Für einen recht fairen Preis von ca. 25€ bekamen wir beide Räder für einen kompletten Tag, Dabei waren die Marken-Bikes auf den ersten Blick fast neuwertig, doch leider sorgte vor allem mein Fahrrad für einiges an Ärger.

So wollten wir einmal um den kompletten See herumfahren, was ungefähr 25km sind und dank recht ordentlicher Fahrradwege kein Problem sein sollte. In Shuishe starteten wir gegen den Uhrzeigersinn auf recht gut ausgebauten Wegen, mussten irgendwann aber auch auf die reguläre Straße ausweichen. Da sich der Verkehr aber meist in Grenzen hielt, war das kein Problem. Dennoch kämpfte man gegen die teils extremen Höhenunterschiede und die sehr hohen Temperaturen. Doch was macht man nicht alles, wenn man Ende der Tour eine Iced Chocolate bei Starbucks lockt.

Während unseres Ausritts machten wir immer wieder mal an interessanten Spots halt, Highlight war aber der Wen Wu Tempel, der riesig und wirklich beeindruckend ist.

Wie schon angesprochen machte mein Fahrrad irgendwann die Grätsche, neben einer kaum funktionierenden Bremse ging auch meine Gangschaltung irgendwann nur noch recht sporadisch. So wurde die gemütliche Radfahrt zu einem ungewollten Workout…aber so hat man sich am Abend dann zumindest ein ordentliches Essen verdient!

Ach ja, wer einen Kopf nach deutscher Norm hat, wird mit den Helmen wohl auch nicht sonderlich glücklich. Die waren schon recht klein, aber beim Fahren auf normalen Straßen sollte man den leichten Druck lieber in Kauf nehmen!

 

In Ita Thao gibt es ein paar kleinere Restaurants, am ersten Abend gönnten wir uns am Hafen eine leckere Nudelsuppe und diverse andere Leckereien. Am zweiten Abend, nach unserer Tour de Taiwan, machten wir den lokalen Nachtmarkt unsicher und genossen vor allem Frittiertes. Ungekröntes Highlight: ein mit Reis gefülltes Hühnerbein!

 

Fortsetzung folgt…

Selamat Datang! – Borneo & Singapur 2016 Teil 2

So…aus den wenigen Wochen wurden dann doch mal wieder ein paar Monate Wartezeit und ich hoffe, ich habe euch nicht all zu lange warten lassen. Endlich geht es mit dem Reisebericht weiter und in diesem Teil wird es sich nun um unsere Abenteuer im Bundesstaat Sabah und das große Finale in Singapur drehen.

Kota Kinabalu – Sabahs hippe Stadt am Meer

Nachdem mich Kuching schon so positiv überrascht hatte, konnte KK nochmal eine Schippe drauflegen. Zwar gab es hier wieder die typischen Eigenschaften einer südostasiatischen Stadt, also Verkehrschaos, schreiende und drängelnde Menschenmassen und ab und zu auch mal das ein oder andere Getier, aber vor allem faszinierte das junge und hippe Auftreten der Stadt.
Als Unterkunft hatte ich das Hotel Eden54 gebucht, das relativ zentral liegt und per Taxi vom Flughafen ca. 20 Minuten Fahrt entfernt ist. Im Zimmer hatten wir alle Annehmlichkeiten, die man benötigt. Von der Klima über den TV bis hin zur sauberen Dusche war alles vorhanden. Nur das WLAN war urlangsam.
Unklar ist, ob man wirklich die teureren Zimmer mit Fenster braucht, da die Straßen vor dem Hotel relativ stark befahren waren. Wir hatten ein innenliegendes Zimmer, welches sehr ruhig und gemütlich war.

In Kota Kinabalu selber kann man einiges sehen. Natürlich schloss unser Unterhaltungsprogramm wieder einige Mallbesuche ein, da einerseits unser Ladegerät für den Fotoakku den Geist aufgegeben hatte, wir aber auch einfach auf Malls stehen. Und KK bietet einige wirklich riesige, neue sowie sehenswerte Einkaufstempel.
Aber auch kulturell gab es einige interessante Stops auf unserer Reise. So war vor allem das Sabah Museum inklusive einem Nachbau eines traditionellen Dorfes und der Wildlife Park beachtenswert. Zwar hat das Museum schon etwas Staub angesetzt, aber die Geschichte von Borneo bekommt man wohl nirgendwo besser erzählt als hier. An das Museum ist eine große Freifläche angeschlossen auf der man eben auch besagtes Dorf, das Heritage Village, besuchen kann. Wir waren an einem Montag im Museum, daher war wirklich gar nichts los. Die Angestellten des Dorfes waren sogar so sehr im Stress, dass sie es sich an einem See gemütlich gemacht hatten und angelten.
Vom Sabah Museum kann man per 20-minütigem Spaziergang auch das Islamic Museum besuchen. Von diesem hatten wir uns etwas mehr erhofft. So wäre ein kleiner Exkurs über den Islam interessant gewesen, aber der Fokus lag mehr auf den verschiedenen Kleidungsstilen im Islam sowie Baustile der Moscheen. Auch hier war nichts los. Wir waren die einzigen Besucher. Im Eintritt für das Sabah Museum ist übrigens der Besuch des Islamic Museum inbegriffen.
Der Wildlife Park liegt weit außerhalb der Stadt, weshalb man entweder den Bus oder ein Taxi nimmt. Wir gönnten uns ein Taxi und konnten so für 100RM(ca. 22,-€) die Hin- und Rückfahrt sichern. Der Taxifahrer wartete also auf uns und so hatten wir drei Stunden Zeit, den Park zu erkunden. Neben einigen etwas trostlosen Käfigen mit Vögeln oder kleinen Raubkatzen zeigte sich der Park von aber auch von seiner schönen Seite. So gab es ein Elefantengehege und viele Affenarten zu sehen. Am Ende des Parks ist außerdem ein botanischer Garten angeschlossen, für den man allerdings etwas sportlicher sein sollte.
Unbedingt empfehlenswert ist außerdem der Sonnenuntergang auf dem Signal Hill. Dieser lag nicht weit von unserem Hotel entfernt, der Aufstieg über einige Treppen ist dank der hohen Temperaturen allerdings nicht zu verachten. Faule Leute können sich auch hochfahren lassen…Jedenfalls ist der Blick die Anstrengungen aber wert. Und wer sich belohnen will, kann sich vor Ort ein Eis oder Nasi Goreng gönnen.
Übrigens sind auch die Massagesalons in der Innenstadt sehr zu empfehlen. Gut und günstig! So gut, dass meine Frau fast täglich zur allabendlichen Massage verschwand.

Sucht man nach kulinarischen Highlights kann man nur den Hafen empfehlen. Dort buhlen hunderte von Händlern um die Gunst des Kunden und bieten allerlei Seegetier an. Für Getränke, Nebengerichte oder Nachspeisen gibt es natürlich auch Stände, an denen man sich entweder selbst etwas kaufen kann oder man das Gewünschte einfach bei dem Händler bestellt, bei dem man auch seine Hautpspeise essen möchte.
Als uns eines Abends der Sinn nach etwas anderem Essen stand, gingen wir zum Japaner ums Eck. Im Restaurant Nagasaki gab es erstklassiges Sushi, wunderbar gegrillten Aal und kleine frittierte Krabben zum Niederknien. Das absolute Highlight war aber das Essen bei 5 Star Hainanese Chicken Rice, wo es… Überraschung… Chicken Rice und andere chinesische Köstlichkeiten gibt. Wenn man aber schon mal einen Platz bekommt MUSS man den Chicken Rice probieren.

Nach drei Tagen war auch schon wieder Schluss mit Kota Kinabalu und der „abenteuerliche“ Part begann. Denn per Flugzeug und wieder Air Asia ging es zum Ende des Ramadan von KK nach Sandakan, an dem wir auf unseren Host warteten, der uns zur Unterkunft bringen sollte.

Kinabatangan River

Unser nächster Stop lag am Kinabatangan River, genauer gesagt in der Nähe von Kampung Bilit. Dort wohnten wir im The Last Frontier Resort, was eines der großen Highlights unserer Reise werden sollte. Gestaltete sich die Kommunikation und Reservierung über Mail als etwas kompliziert, da viele Mails nie ankamen, lief es über Facebook wesentlich besser. Kommt man am Resort an, sieht man erstmal nichts davon. Denn man muss zuerst eine Treppe mit über 500 Stufen erklimmen, wird dann aber mit einem sagenhaften Ausblick belohnt. Die beiden Hosts empfehlen auch, dass man sich vorher einen kleinen Rucksack mit allen nötigen Sachen packt und den Großteil der Sachen unten am Parkplatz lässt. Da es dort ein Häuschen gibt, in dem verschließbare Schränke sind, war das kein Problem.
Das Resort gehört einem Belgier und einem Malaien und beide waren unglaublich nette Gastgeber, die sich um jeden Wunsch kümmerten. So war es auch kein Problem auf diverse Lebensmittelunverträglichkeiten zu achten oder jede noch so doofe Frage zu beantworten.

Bei der Buchung der Zimmer sind auch immer gleich Aktivitäten miteingeschlossen, da das Resort eben oben am Berg liegt und man ohne Guide auch nicht weit kommt. So waren in unserem „3days, 2nights“-Paket Vollverpflegung, eine Dschungeltour und zwei Bootsfahrten auf dem Kinabatangan inklusive. Bei den Bootstouren hat man die Wahl, ob man sie am Morgen oder am Abend starten möchte.
Außerdem ist das Resort recht klein und bietet maximal acht Personen gleichzeitig Platz, daher ist eine Reservierung unbedingt zu empfehlen. Die Touren werden immer von einem der Angestellten des Resorts durchgeführt.

Unsere beiden Bootstouren waren einfach atemberaubend! Ich bin etwas skeptisch in das Ganze gestartet und dachte nicht wirklich, dass wir viele Tiere am Ufer des Flusses sehen. Als ich entdeckte, wie viele andere Boote von Hotels und Resorts noch auf dem Fluß unterwegs waren, schmälerte das meine Hoffnungen nochmals. Doch ich sollte überrascht werden…
Denn schon nach wenigen Metern sahen wir eine Herde Elefanten am Ufer, die neben ausgewachsenen Tieren auch Jungtiere dabei hatte. So konnten wir diese beim Baden im Fluss und beim Fressen beobachten. Ab und an traute sich unser Guide mit dem Boot auch sehr nahe an die Tiere heran, was diese immer wieder mal zuließen. Aber eines sei euch gesagt: Elefanten müffeln ganz schön!!
Auf den Bootstouren sahen wir außerdem noch jede Menge Hornbills, Makaken und die skurrilen Nasenaffen. Angeblich kann man hin und wieder auch ein Krokodil sichten. Das ließ sich aber nicht blicken.
Der Fluß an sich ist ein ruhiges Gewässer, daher auch für Wasserphobiker wie mich geeignet. Reinfallen möcht ich trotzdem nicht…
Die Dschungeltour an dem einen Morgen war ganz ok, wobei diese weniger durch Dschungel als einfach weiter den Hügel hinauf ging. Von dort hat man zwar eine grandiose Sicht über das Tal, aber von der Beschreibung her hätte ich mehr erwartet.
Mehr Tierleben gab es sowieso im Garten des Resorts zu sehen. Neben einer Katze, die uns täglich besuchte und einigen Schweinen oder Waranen, die des Nachts durch die Anlage streunten, bekamen wir zweimal sogar Orang Utans zu sehen. Beide Male hingen diese in den Bäumen und beobachteten, wie blöd wir Menschen sie anstarrten. Was für ein Erlebnis!

Wie vorhin schon geschrieben, war im Paketpreis auch Frühstück, Mittagessen und Abendessen sowie Versorgung mit Wasser enthalten. Das Essen war immer lecker. So gab es einen tollen Mix aus lokalem und europäischen Essen. An einem Abend hatten wir lecker Beef Rendang, am anderen gab es Cordon Bleu(!). Dazu immer eine Vor- und Nachspeise am Abend. Ganz großes Kino!

Nach den drei tollen Tagen bei den Jungs von The Last Frontier Resort ging es aber schon wieder weiter und gegen einen kleinen Aufschlag fuhr uns Jason zur nächsten Unterkunft in Sepilok.

Sepilok

Auch Sepilok sollte eher etwas näher an der Natur sein als unsere bisherigen Stationen. So lag unsere Unterkunft Sepilok Nature Resort neben zahlreichen anderen Unterkünften und gleich neben dem Orang Utan Reservation Centre. Die Unterkunft war verdammt edel und lag rundherum um einen kleinen See. In einem kleinen Bungalow hatten wir also unser Reich. Auch wieder inklusive aller nötigen Dinge wie Klima, Dusche und einem TV 😉 Da ich mir leider etwas den Magen verdorben hatte, konnte ich den Aufenthalt vor Ort nicht so recht genießen. Vermutlich hab ich zu viele Waffeln am Vortag gegessen…
Da wir relativ zeitig da waren und Check-in eigentlich immer erst ab 14 oder 15 Uhr möglich ist, wollten wir nur kurz unsere Sachen abstellen und gleich losziehen. Jedoch war unser Zimmer schon fertig und wir konnten es schon beziehen. Das Resort war aber auch relativ leer. Zwar war es abends im Restaurant immer gut gefühlt, jedoch waren dies oft noch Touristen, die einfach nur zum Essen kamen.
Im Preis inbegriffen war übrigens auch ein Frühstück, bei dem man aus zahlreichen Dingen wie Toast, Obst, Marmelade, Omelett usw wählen konnte.

Der Grund für unseren Stopp in Sepilok war eigentlich das Orang Utan Reservation Centre. Zwar war schon das in Kuching interessant, jedoch hatte man hier noch eine Aufzuchtstation und es sollten auch mehr Tiere dort leben. Doch leider ist dieses Centre so überlaufen, dass sich kaum Orang Utans zu den Fütterungsplattformen trauen. So gab es zwar den ein oder anderen Platz, wo man mit Glück doch mal ein Tier zu sehen bekam, aber alles in allem hat uns das enttäuscht. Einzig und allein in der Aufzuchtstation konnte man die Orang Utans gut beobachten.
Mehr versprachen wir uns dann letztlich vom Nightwalk, den man auch am Reservation Centre buchen kann. Dort hatten wir einen eigenen Guide, der uns über die Laufwege durch das Centre führte und allerlei nachtaktives Getier zu zeigen hatte. So bekamen wir Vipern, Lemuren und fliegende Eichhörnchen zu sehen. Highlight war aber ein Orang Utan, der uns letztlich sogar verfolgte und wir ihn deshalb abhängen mussten indem wir einige Runden um die Aufzuchtstaion laufen mussten. Zwar sind die Tiere harmlos, wenn man ihnen nicht zu nahe kommt, allerdings verfolgen sie Menschen gerne, weil sie denken, dass sie Futter bekommen.
Auch gemein: in den Furchen des Handlaufs verstecken sich Skorpione, die blitzschnell mit ihrem Stachel zustechen können. So haben wir beobachtet, wie ein Skorpion einen kleinen Gecko erwischt hat. Leider war ihm nicht mehr zu helfen.
Den zweiten Tag verbrachten wir zunächst in der Zuchtstation für malaiische Sonnenbären. Da dort der Andrang nicht so groß wie bei den Orang Utans war, konnte man einige der Tiere sogar gut beobachten. Niederschmetternd war ein Film, den sie beim Eintritt zeigen und der verdeutlicht, wie bescheiden der Mensch die Umwelt mittlerweile behandelt.
Ca. 30 Minuten zu Fuß vom Resort liegt das Rainforest Discovery Centre, das einem auf Wegen durch den Wald an verschiedenen Ausschaupunkten vorbei führt. Außerdem gibt es einen Canopy Walk, der hoch über den Baumwipfeln entlang führt und einige schöne Ausblicke bietet, aber dafür mit bösen Makaken gespickt ist, die gerne mal die Besucher beklauen.

In Sepilok selber hat man nur wenig Essensmöglichkeiten. So gab es einen Stand kurz vor dem Eingang des Orang Utan Reservation Centres, bei dem eine ältere Dame leckeres und günstiges Essen verkaufte. In unserem Hotel haben wir auch einmal gegessen und für die hohe Qualität des dortigen Essens war auch der Preis in Ordnung.

Kommen wir zu einem kleinen Aufreger der Reise. Denn eigentlich wollten wir von Sepilok mit dem Bus weiter nach Semporna. Die Bustickets hatte uns netterweise Jason vom The Last Frontier Resort besorgt und auch Zeit und Haltestelle nochmal klar gesagt. Also standen wir morgens um sieben an einem Kreisverkehr und warteten brav auf den Bus. Nachdem nach einer halben Stunde immer noch kein Bus zu sehen war, rief ich bei der Leitstelle an. Die freundliche Dame erklärte mir, dass wir den Bus wohl verpasst hätten. Da wir aber deutlich vor der Abfahrtszeit da waren, konnten wir das ausschließen. Wir waren etwas unter Zeitdruck, da wir in Semporna das letzte Boot nach Pulau Mabul erwischen mussten.
Nach einer über einstündigen Verspätung kam der Bus dann letztlich. Theoretisch hatten wir also noch genug Zeit bis Semporna. Doch da der Bus zwischendurch immer wieder mit gefühlten 2 km/h fuhr und dann auch noch von der Polizei angehalten wurde, schwand unser Zeitpolster auf 20 Minuten.
Kleiner Tipp: vermutlich erspart man sich einigen Stress wenn man direkt von Sandakan fährt!

Pulau Mabul

Als wir in Semporna ankamen war uns schon bewusst: entweder rennen oder das erstbeste Taxi für egal welchen Preis nehmen. Also nahmen wir uns ein Taxi zum Hafen, an dem wir uns bei der Zentrale der Scuba Junkies anmeldeten. Diese betrieben nämlich auch das gleichnamige Hotel auf Pulau Mabul und waren auch für die Überfahrt auf die Insel verantwortlich.
Pulau Mabul kam in den letzten Jahren häufiger mal in die Schlagzeilen, da die Gewässer dort häufig von philippinischen Piraten heimgesucht werden. Ab und an werden auch Touristen entführt, mit tödlichem Ausgang… Daher ist die Insel und das gesamte Küstengebiet von einer hohen Anzahl von Militärs bewacht, außerdem darf man nachts nicht mit dem Boot auf das Wasser. Auf Pulau Mabul selbst gibt es auch eine große Anlage des Militärs, deshalb darf man sich über Männer mit MGs nicht wundern. Die Insel ist wohl einer der bestbewachtesten Plätze der Welt!
Das Resort von Scuba Junkies war in einer schönen Anlage, als Nicht-Taucher sollte man sich jedoch auf sehr einsame Stunden einstellen. War nach der Hektik und dem Trubel der vergangenen Tage aber auch sehr schön!
Wir hatten einen Bungalow samt Terasse und Hängematte, der schön, aber teilweise(vor allem im Bad) schon sehr abgerockt war. Essen(Frühstück, Mittag- und Abendessen im Büffet) war auch hier inklusive, als Taucher kann man auch gleich Tauchpakete buchen. Kleines Manko: man MUSS ein Tauch- oder Schnorchelpaket dazu buchen. Also hatte auch ich als passionierter Nichtschwimmer drei Schnorcheltouren gebucht, aber eben nicht genutzt.

Für die kommenden fünf Tage war also Extrem-Relaxing angesagt. Die liebe Frau war täglich tauchen, u.a. auch auf der beliebten Insel Sipadan, die mittlerweile Naturschutzgebiet ist und nur noch den Tauchern und einigen Militärs Zugang gestattet. Ich verbrachte meine Zeit mit dem Austesten der Hängematte, Schlafen, dem Managen meines eigenen Supermarkts auf meinem Nintendo 3DS und Lesen.
Ab und an ging man etwas Essen oder machte einen kurzen Spaziergang über die übersichtliche Insel, die man in zwanzig Minuten umrunden kann. Mehr gab es nicht zu tun…

Pulau Mabul selbst beherbergt neben der großen Militäranlage mehrere Hotels und ein Hostel. Die Hotels sind überwiegend in chinesischer Hand und haben dementsprechend auch chinesische Gäste. Ein krasser Anblick bietet sich beim Ankommen auf der Insel: so ist das Wasser direkt am Strand ziemlich verdreckt und gleich neben unserem Hotel lag ein Dorf der Ureinwohner, die früher hauptsächlich auf dem Wasser lebten. Viele finanzieren sich ihr Leben durch die Gäste auf der Insel(Wäscheservice, kleine Läden, Souvenirs oder Angestellte im Hotel), leben aber trotzdem in sehr ärmlichen Verhältnissen. Auch auf der „Rückseite“ der Insel findet man ein weiteres Dorf. Dort konnte man auch sehr lecker essen, was wir auch gleich an mehreren Abenden trotz Vollpension im Hotel nutzten.

Ganz nett war außerdem die Lounge unseres Hotels. Dort lernten wir eine nette Schwedin kennen und man sinnierte bei einem kühlen Getränk über Reiseereignisse.

Doch alle Entspannung hat einmal ein Ende und so ging es am Donnerstag nachmittag zurück nach Semporna, da wir schon am Freitag mittag in Tawau unseren Flug nach Kuala Lumpur erwischen mussten. Die eine Nacht „an Land“ verbrachten wir im Scuba Junkies Hostel, welches direkt am Hafen liegt. Semporna selbst ist keine ultraschicke Stadt, aber für einen abendlichen Bummel samt Eis allemal einen Besuch wert.
Am nächsten Morgen brachte uns der Shuttleservice der Suba Junkies also nach Tawau zum Flughafen. In KL angekommen mussten wir leider etwas auf unseren Flug nach Singapur warten, hauten so also die verbliebenen Ringgit für sagenhafte M&M’s mit Bretzelfüllung und andere Naschereien auf den Kopf.

Singapur

Bereits bei unserem letzten Aufenthalt in Singapur gönnten wir uns den Luxus für zwei Nächste Marina Bay Sands. Eigentlich wollten wir es wieder ähnlich halten, doch das Hotel war leider schon ausgebucht. Also nach einer anderen Luxus-Unterkunft gesucht und über das Mandarin Oriental gestolpert, welches also unsere Unterkunft für die nächsten zwei Nächte sein sollte. Aufgrund der Verspätung des Fluges waren wir „leider“ jedoch so spät dran, dass unser eigentlich gebuchtes Zimmer mit Hafenblick schon weg war. So wurden wir auf die City Suite umgebucht, die mit 84qm deutlich größer als unsere Wohnung ist. Neben einem tollen Wohnzimmer hatten wir zwei Toiletten, ein riesiges Schlafzimmer und jeden erdenklichen Luxus. So lässt es sich leben!!
Zwar hat das Mandarin Oriental keinen Pool auf dem Dach, bietet jedoch einen schönen Ausblick vom Pool auf die Stadt. Lustig war auch, dass mehrmals am Tag die Decken des Bettes gewechselt wurden(z.B. von Tagesdecke zu Nachtsachen) oder dass innerhalb einer Stunde außerhalb des Zimmers plötzlich das Obst nachgefüllt wurde.

In Singapur selbst waren wir noch einmal in Chinatown. Denn uns wurde der Besuch des Buddha Tooth Relic Temples & Museums nahe gelegt. Dort ist, wie es der Name verrät, einer von Buddhas Zähnen ausgestellt. Außerdem erfährt man allerhand über die Geschichte des Buddhismus.
Da ich noch mein alljährliches Reisesouvenir(ein Fußballtrikot der Nationalmannschaft des besuchten Landes) wollte, durchforsteten wir einige Sportläden und wurden sogar fündig. Am Abend wollten wir aber auf jeden Fall in die Gardens by the Bay, die riesige Anlage neben dem Marina Bay Sands. Dort gibt es zwei riesige „Domes“, die neben einer immensen Vielfalt an Pflanzen sogar einen Wasserfall beherbergen. Getoppt wird das am Abend immer durch eine Lichtershow in den Bäumen, die sich sehen lassen kann. Richtig toll!

Problematisch ist es in Singapur immer, wenn man zu später Stunde essen gehen möchte. So wollten wir am ersten Abend eigentlich zum Dumplingessen in einen anderen Stadtteil. Dort angekommen mussten wir realisieren, dass die Wartezeit eine gute Stunde beträgt. Also zurück in die Innenstadt, wo die Suche begann. Fündig wurden wir dann lustigerweise quasi neben dem Hotel, wo allerlei kleine Imbissstände waren, die vom Nasi Goreng über Frittiertes bis hin zu Burger alles verkauften. Da wir aber schon so „spät“ dran waren, mussten wir uns bei vielen Ständen mit den Rsten begnügen.
Daraus gelernt hatten wir zweiten Abend, der uns wieder zu einem Chicken Rice-Orgasmus führen sollte. Denn bei MacKenzie Rex Restaurant gab es Chicken Rice zum Reinlegen. Eine absolute Empfehlung! Auf dem Weg dorthin stolperten wir außerdem über ein schwäbisches Restaurant!

Und leider mussten wir dann auch schon wieder zurück nach Deutschland. Der Rückflug ging dann wieder mit Singapore Airlines und zeigte mal wieder deutlich die Qualitätsunterschiede zur Lufthansa. Denn im Gegensatz zu „den Deutschen“ weiß man hier was Service bedeudet. Regelmäßige Rundgänge mit Getränken, ausreichend Zwischenmahlzeiten und ein sauberes, modernes Flugzeug.
Alles in allem ist Borneo defintiv eine Reise wert! Vor allem weil man hier, im Gegensatz zu Westmalaysia, so viel kulturelle, landschaftliche und tierische Vielfalt erleben kann. Die Offenheit und Freundlichkeit der Menschen ist zum großen Teil überragend und hier hab ich auch keine Abzock-Taxifahrer erlebt wie in Indonesien. Dennoch ist die Stimmung malaiischen Teil Borneos etwas anders wie auf dem „Festland“, vor allem in ländlicheren Teilen ist man Touristen gegenüber noch etwas gehemmter.

Für die Vorbereitung auf den Urlaub haben wir nicht viele Quellen nutzen müssen. So gibt es viele hilfreiche Reiseberichte im Internet, der Reiseführer von Stefan Loose ist auch sehr gut geschrieben. Wie im ersten teil erwähnt, ist easybook für einige Buszeiten recht hilfreich, aber 100% verlassen würde ich mich darauf nicht.

Selamat Datang! – Borneo 2016(Malaysia/Brunei) Teil 1

Fleißige Leser dieses Blogs fragen sich gleich: Moment mal, Malaysia? Da gab es doch schon mal einen Reisebericht auf dieser Seite. Und das ist natürlich korrekt. Nachdem wir schon 2011 dem Land in Südostasien einen Besuch abstatteten(siehe hier) und dabei die „Hauptinsel“ erkundeten, stand diesmal Borneo, also Ost-Malaysia auf dem Plan.
Über diesen Teil der Erde hört man sonst nicht besonders viel, v.a. ist er aber als Heimat der Orang Utans bekannt und besteht aus den zwei Bezirken Sabah und Sarawak. Dazu kommt noch das überschaubare Sultanat Brunei und der Süden der Insel(die übrigen 2/3), Kalimantan, der zu Indonesien gehört. Aber hauptsächlich besteht die riesige Insel aus Regenwald und hat dementsprechend auch ein feuchtes und heißes Klima. Temperaturen von um die 30 bis 33 Grad am Tag sind also normal.

Im Vornherein war die Planung eigentlich relativ einfach. Neben dem Internet holten wir uns viele Tipps aus dem Reiseführer „Malaysia, Brunei und Singapur“ von Stefan Loose und planten so unsere Route für die drei Wochen ab Ende Juni.
Aufgrund besonderer Verhältnisse auf Pulau Mabul buchten wir aber zunächst die dortige Unterkunft bevor wir uns an die Flüge machte. Dazu gehe ich später im Teil über Mabul noch näher ein.

Von Deutschland aus gibt es nicht viele Möglichkeiten der Direktflüge nach Malaysia und schon gar keine nach Kuching, wo wir unsere Reise starten wollten. Da außerdem Singapur als Teil des Trips schon klar war, buchten wir also bei Singapore Airlines unsere Flüge hin und zurück. Für ca. 850,-€ pro Person kann man auch nichts Schlechtes über den Preis sagen.
Ansonsten sollte natürlich jeder mal in seinen Impfpass schauen, ob er die nötigen Impfungen für solch eine Reise hat, besonders Typhus und Tollwut sollte man mal in Betracht ziehen. Auch ein Malaria-Standby besorgten wir uns beim Arzt, denn laut unserem Tropeninstitut ist Borneo ein sehr risikobehaftetes Gebiet.

Ein paar Teile der Reise in Malaysia wollten wir mit dem Flugzeug bzw. dem Bus hinter unsbringen, deswegen mussten auch hier noch die nötigen Tickets gekauft werden. Besonders Air Asia ist auf Borneo mit Inlandsflügen gut vertreten und mit knapp 30,-€ pro Flug auch relativ günstig. Leider nicht so leicht waren die Butickets zu organisieren bzw. überhaupt herauszufinden, wie und wann diese abfahren. Manch anderen stört es nicht, wenn er sich vor Ort darum kümmern muss, ich habe das als Absicherung aber immer ganz gerne schon im Voraus geklärt.

Fündig wurde ich dann auf easybook.com, die nicht nur Bus- sondern auch Zug- und Fährentickets online verkaufen. Leider konnte ich einige der gewünschten Tickets(besonders die für die Fähre von Brunei nach Malaysia) nicht buchen bzw. konnte man nicht einmal herausfinden, wie diese fährt.

Die Unterkünfte konnte ich alle per E-Mail oder Facebook erreichen und in den meisten Fällen war alles relativ zeitig geklärt. Bei zwei der Unterkünfte konnte man die Anzahlung leider nicht per Paypal machen und so musste ich auf die umständliche Auslandsüberweisung zurückgreifen, die in einem Fall auch prompt nicht funktionieren wollte.

Alles andere kannten wir von unseren Reisen zuvor. Sind die nötigen Unterlagen noch aktuell? Da der Urlaub uns in etwas ländlichere Gefilde führte und auch einige Wege per Boot zurückgelegt werden mussten, holten wir uns noch eine wasserdichte Tasche und Schutzhüllen für die Handys dazu. Auch die Regenjacken wurden für den Fall der Fälle gepackt. Ein Moskitonetz hatten wir noch vom Urlaub in Indonesien übrig, das Spray gegen die nervigen Zeitgenossen sollte man sich sowieso immer erst vor Ort kaufen.
Geld haben wir diesmal nicht vorher umgetauscht, da es komfortabler ist, sich das Geld direkt am Flughafen am Geldautomaten zu ziehen. Auch an dieser Stelle empfehle ich für solche Fälle die Sparcard von der Postbank mit der man zehnmal im Jahr kostenlos weltweit Geld abheben kann. Die Kreditkarte sollte man als Backup aber überall dabei haben.

Und dann kam endlich der große Tag des Abflugs Richtung Südostasien. Der Hinflug wurde dank der Star Alliance-Mitgliedschaft von Singapore Airlines zwar mit der Lufthansa durchgeführt(von denen ich nicht immer begeistert bin), jedoch war es ein sehr angenehmer Flug mit ganz ordentlichem Essen. Außerdem setzte einer der Stwardessen alles daran, dass meine Frau und ich doch noch zusammensitzen konnten. Zwar verstehe ich bis heute nicht, warum man Personen, die zusammen buchen nicht automatisch zwei beieinander liegende Sitze reservieren kann, aber es ging ja nochmal gut.
Geflogen sind wir dann auch noch mit einem der großen Airbus, dem A380, der aber von innen wesentlich weniger hermacht als z.B. der Dreamliner von Boeing. Es regiert das graue Plastikschick der Lufthansa.
Nach ungefähr 11 Stunden und einem sehr entspannenden Flug landeten wir schließlich auf dem Changi Airport in Singapur und wurden direkt zu unserem Weiterflug nach Kuching weitergeschleust. Dieser wurde von Silk Air durchgeführt, die ein Tochterunternehmen von Singapore Airlines sind.
Weitere 60 Minuten später erreichten wir schließlich die erste Station unserer Reise…

Kuching – Die Stadt der Katzen

Weit entfernt von der Hektik einer typischen, südostasiatischen Großstadt, kann man Kuching fast schon als „meditativ“ bezeichnen. Zwar gibt es auch hier viel befahrene Straßen und enge Märkte, jedoch hatte man nie das Gefühl, dass zu viele Menschen in der Stadt wohnen. Da wir in der Kuching Waterfront Lodge wohnten, konnten wir zu Fuß sehr gut das Zentrum erreichen und waren so nur selten auf Taxis oder Busse angewiesen.
Die Unterkunft selber war ein Haus im chinesischen Stil, das jetzt keinen besonders hohen Standard bot, aber für Backpacker vom WLAN über warmes Wasser alles bereithält was man auf der Reise so braucht. Ebenso war ein Frühstück im Preis enthalten, das aus Toast mit verschiedenen Aufstrichen und Bananen bestand. Das eine sollte wohl Erdbeermarmelade sein, schmeckt aber eher wie ein roter Zuckeraufstrich. Aber auch Bananen und Kaffee oder Tee gab es.

Insgesamt drei volle Tage hatten wir für Kuching eingeplant und diese waren absolut ausreichend. Rund um die Waterfront liegen einige sehenswerte Sachen wie z.B. die Stadtmoschee, das chinesische Viertel samt schöner Tempel oder der Markt neben dem Electra House.
Einen ganzen Tag kann man auch im Bako Nationalpark verbringen mit dem man entweder per teurem Taxi oder dem sehr günstigen, öffentlichen Bus kommt(3,50RM, Linie 1). Nach einer ca. 40 minütigen Fahrt vor die Tore Kuchings erreicht man schließlich den Eingang des Nationalparks, muss dann aber in ein Boot umsteigen und kommt nach weiteren zwanzig Minuten in Bako an. Dort muss man zunächst in das Besucherzentrum, um sich zu registrieren, so dass am Abend niemand im Dschungel zurückgelassen wird. Dort gab es dann auch prompt die ersten tierischen Begegnungen, denn vor den Toiletten saß ein Nasenaffe gemütlich im Baum und naschte Blätter und ein Warzenschwein grub imBoden vor sich hin. Gelaufen sind wir dann den ca. 7km langen Trail, der nach schweißtreibenden drei Stunden am Besucherzentrum wieder ein Ende fand. Auf dem Trail selbst, gab es leider keine Tiere zu sehen. Diese beschränken sich zu sehr auf den Bereich, in dem sich Menschen aufhalten. Denn dort ist das Futter…

Ein weiterer „Pflichttermin“ war das Semeggoh Wildlife Rehabilitation Centre, in dem man zweimal täglich an der Fütterung der Orang Utans teilhaben kann. Da diese dort quasi in der Wildnis leben, ist es nicht garantiert, dass einer der Menschenaffen auch kommt, bei unserem Besuch waren es jedoch ganze fünf Stück. Die dortige Mitarbeiter sorgen für die nötige Sicherheit, denn so anständig wie die Orang Utans aussehen, können sie auch sehr schnell recht wild werden. Aber alles in allem waren die Bananen und anderen Früchte interessanter als so ein paar bleiche Touristen. Empfehlenswert ist es, die Fütterung am Nachmittag zu besuchen, da am Morgen dort wohl immer sehr viel los sein soll.

Auch das Essen in Kuching ist definitv erwähnenswert. So kann man generell sehr günstig und lecker essen. Am ersten Abend aßen wir im Top Spot Foodcourt auf dem Dach eines Parkauses(!!!) in der Jalan Padungan. Dort gibt es hauptsächlich Seafood, das man sich an der Theke aussucht und dann frisch je nach Wunsch zubereitet wird.
Auch erwähnen muss man das Bla Bla Bla Restaurant und Wrong Place, die beide Fusionsküche vom Feinsten bieten. Ersteres ist für malaiische Verhältnisse jedoch sehr teuer und wurde auch hauptsächlich von Westlern besucht.

Weiterreise nach Brunei

Nach einer kurzen Nacht ging es dann am Donnerstag morgen mit dem Flugzeug weiter nach Miri. Die Kuching’sche Gemütlichkeit schon zu sehr verinnerlicht, kamen wir auch prompt nur sehr knapp zum Flug und mussten dann auch nochmal 20RM pro Person beim Checkin am Schalter von Air Asia bezahlen, da wir nicht den dafür vorgesehenen Automaten nutzten.
Nach einem einstündigen Flug hatten wir jetzt also einiges an Zeit totzuschlagen, denn unser Bus nach Brunei sollte Miri nicht vor dem Nachmimttag verlassen. Und was macht man als guter Tourist in Asien so? Man geht in eine Mall. Genauer gesagt in die Bintang Megamall. Dort konnte man die Zeit ganz gut verbringen und dank Ramadan war auch nicht wirklich viel los.
Mit der Buchung der Bustickets nach Brunei gab es im Vorfeld einige Ungereimtheiten, da die Seite von easybook.com leider nicht so ganz präzise ist mit ihrer Angabe der Abfahrtstationen. So musste ich die Busfahrt doppelt buchen, da ich erst zwei Zage zuvor merkte, dass man eine andere Abfahrtstation in Miri wählen muss, um tatsächlich nach Bandar Seri Begawan(der Hauptstadt Bruneis) zu kommen. Erstere Tickets hätten uns nur nach Tutong gebracht, was einige Kilometer vor BSB liegt.

Endlich am Busterminal angekommen(Pujut Terminal) und nochmal am Ticketschalter versichert, wiegte ich mich in Sicherhei, dass wir am Abend noch in Brunei sein sollten. Doch als der Bus endlich kam, meinte der Fahrer, dass der Bus an einer anderen Haltestelle fährt, die 6-8 km entfernt wäre. Mit letzter Verzweiflung zückte ich dann den Ausdruck der zuerst gekauften Tickets und siehe da…diese waren für den Bus, der gerade vor mir stand. Und er fuhr sogar auch nach BSB. Ihr seht also, das ist alles verdammt verwirrend und komisch. Am besten fliegt man von Kuching nach Brunei, so dass man sich einges an Zeit und Ärger erspart.

Um 16.00 Uhr starteten wir also endlich in Richtung des Sultanats und waren die einzigen zwei Passagier an Bord. Bereits kurz nach Miri muss man zunächst offiziell aus Malaysia ausreisen, um dann wenig später nach Brunei einreisen zu können. Das hat alles problemlos geklappt und um 18.45 Uhr erreichten wir schließlich Bandar Seri Begawan.

Bandar Seri Begawan – Bruneis goldglänzende Hauptstadt

Wenn man schon in Borneo ist, sollte man auch Brunei mal einen Besuch abstatten. Zwar hat das kleine Sultanat nicht sehr viel zu bieten, so dass zwei bis drei Übernachtungen dort ausreichend sind, allerdings bietet es eine ganz besondere Atmosphäre.
Gleich auf den Highways wird deutlich, dass in Brunei ein ganz anderer Lebensstandard herrscht als beim Nachbarn Malaysia. Die Autos sind wesentlich eleganter und auch die Straßen fühlen sich nicht so an als wären sie bereits bei der Auslöschung der Dinosaurier durch einen Kometen gebaut worden.

An der Waterfront angekommen, an der alle Fernbusse ankommen und abfahren, machten wir uns auf den Weg zu unserem Hotel, das nicht weit vom Stadtzentrum entfernt liegen sollte. Und nach ca. 15 Minuten erreichten wir The Capital Residence Suites, wo wir auch gleich eine kleine Überraschung erleben sollten. Denn statt des normalen Doppelzimmers wurden wir in die Junior Suite geupgradet, die außerdem mit einer Küche und einem geräumigen Wohn-/Esszimmer ausgestattet war. Zusammen mit der ziemlich zentralen Lage, ist diese Unterkunft absolut empfehlenswert. Im Preis inbegriffen war auch ein Frühstück, das einem am Büffet nicht nur typisch Westliches bot, sondern auch einheimisches Essen wie Nasi Lemak.

Da Bruneis Hauptstadt nicht besonders groß ist, waren die geplanten zwei Nächte/drei Tage eigentlich perfekt. Denn viel zu bieten hat BSB nicht unbedingt. Sehr sehenswert sind defintiv die zwei großen Moscheen Sultan Omar Ali Saifuddin und Kiarong, die beide durch ihre imposante Baukunst auffallen und einen nur staunen lassen.
Jedoch ist es alles andere als leicht von A nach B zu kommen. Denn Taxis oder öffentliche Busse sind rar gesät, so machten wir uns also zu Fuß an die Erkundung der Stadt, die leider nicht besonders fußgängerfreundlich ist. Wenig Fußwege und noch weniger Möglichkeiten über Hauptstraßen zu kommen, ließen Erinnerungen an Jakarta 2014 wieder wach werden. Besonders der Weg von der Innenstadt zur Kiarong Moschee war schweißtreibend und etwas nervig. Den Rückweg wollten wir deswegen per Bus am nahe gelegenen Terminal zurücklegen, wo wir jedoch feststellen mussten, dass dort wohl keine Busse fahren. Als wir nach einigen hundert Metern an einer Haltestelle eine Frau nach dem Bus fragten, siganlisierte diese nur, dass wir uns setzen sollen. Nach wenigen Minuten hielt dann ein japanischer Familienvan in den wir einsteigen sollten und der uns nach zehnminütiger Fahrt in der Innenstadt absetzte. Und das für wenige Brunei Dollar(und dem üblichen Buspreis). Was dieser Service im Endeffekt war, kann ich heute noch nicht sagen.

Ein weiteres Highlight in BSB ist das Wasserdorf, das Kampung Ayer, welches man bequem per Schnellboot an der Waterfront erreichen kann(1B$ pro Fahrt). Doch nicht nur einfache Wohnhäuser sind dort auf Stelzen im Wasser aufgebaut, auch Museen, eine Polizeistation, Restaurants und eine schicke, moderne Reihenhaussiedlung. Auf Stegen kann man so von Haus zu Haus wandern und sich über diese andere Art des Wohnens nur wundern.
Da der Sultan von Brunei natürlich einer der wichtigsten Männer des Landes ist, wird natürlich auch sein Geburtstag immer entsprechend gefeiert. So liest man u.a. von Empfängen bei denen der Sultan den anwesenden Gästen Geschenke überreicht. Und wenige Tage nach unserem Aufenthalt sollte der 75. Geburtstag des Sultan Hassanal Bolkiah Mu’izzadin Waddaulah gefeiert werden. So wurden nicht nur alle zwei Meter die Nationalflaggen ausgehängt oder Banner mit Glückwünschen, auch die Parade der Poizei und des Militärs musste natürlich geübt werden.
Und das auf dem königlichen Polofeld, zu dem man freien Zugang hat, da es mitten in der Stadt liegt. Wir stolperten durch Zufall auf diese Proben und schauten dem Spektakel auch bis zum Ende zu. So wurde der Einheitsschritt der Soldaten kritisch vom Oberkommandanten beäugt und zur Not mit einem schrillen Schrei berichtig.

Da wir ja während des Ramadans unterwegs waren, galt meine Hauptsorge etwas der Nahrungszufuhr. Letztlich erwiesen sich aber alle Sorgen für unberechtigt, denn man hätte selbst in Brunei tagsüber ohne Probleme etwas zu Essen bekommen. Spezielle Tipps für Lokale habe ich nicht, da iwr in BSB an sehr einfachen Imbissen gegessen haben, die aber richtig leckeres Essen angeboten haben. Hier sei besonders der Foodcourt an der Waterfront erwähnt, wo es ein göttliches Nasi Goreng Ayam(Fried Rice mit Hühnchen) gab.

Anders als in Malaysia gibt es aber keine bzw. gut versteckte Convenience Stores ala 7 Eleven. Aber dafür gibt es einen relativ großen Supermarkt im Yayasan Complex, das einen mit allen wichtigen Dingen versorgt.
Interessant war auch eine besondere Essenssituation: ausgehungert von unserem anstrengenden Tag schleppten wir uns in einen Imbiss, der von Einheimischen fast voll besetzt war und die uns auch fast gleichzeitig mit großen Augen anschauten. Komischerweise hatten sie alle schon was auf dem Tisch stehen, obwohl die Sonne noch nicht untergegangen war. Als dann wenige Augenblicke später das Gebet im TV zum Ende kam, aßen alle mit einer Geschwindigkeit ihr Abendessen, so dass wir nach 15 Minuten fast alleine in dem Lokal saßen. War kurios…vielleicht muss man aber auch dabei gewesen sein…

Wie weiter oben geschrieben, BSB kann man locker in zwei bis drei Tagen besuchen und hat dabei nichts verpasst. Viele machen wohl noch Touren in die Mangrovenwälder, aber als bekennender Phobiker langer Bootstouren wurde das aus dem Reiseprogramm gestrichen. Gewundert hat mich auch, dass man nur wenige Menschen auf den Straßen gesehen hat. Egal zu welcher Tageszeit. Wir waren sehr oft, die einzigen Leute im näheren Umkreis. Die ganzen Autos mal ausgenommen.
Wenn man schon mal auf Borneo ist, sollte man auf alle Fälle einen Zwischenstopp in Brunei einplanen. Sehr empfehlenswert!!

Nun ging es also wieder zurück nach Malaysia. Doch wir wechselten nicht nur das Land, sondern auch den Bundesstaat. Liegt Kuching und Miri nämlich noch im westlichen Sarawak, so flogen wir nun Richtung Sabah.

Noch kurz: wenn man von der Ausreise aus Brunei liest, fahren viele Touristen mit der Fähre auf die Insel Labuan und von dort aus wieder auf das malaiische Festland. Da ich aber bis kurz vor unserer Reise keinerlei Infos zu Fährtickets u.ä. hatte, entschieden wir uns letztlich für den Flug von Brunei/BSB nach Kota Kinabalu. Dieser wurde von Royal Brunei Air durchgeführt und mit 64,-€ pro Kopf zwar relativ „teuer“, aber so erreichten wir die Hafenstadt innerhalb einer Stunde und waren keinen halben Tag unterwegs.

Das war es mit Teil 1…die Fortsetzung folgt in den nächsten Tagen!

 

In eigener Sache…

Liebe Leserinnen und Leser meines bescheidenen Blogs,

wie ihr sicherlich die letzten Wochen gemerkt habt, ist es wieder mal ein bißchen ruhiger auf dieser Seite geworden. Das liegt nicht an meinem gesunkenen Filmkonsum…soweit lasse ich es nicht kommen…sondern eher daran, dass ich mittlerweile auch auf einer anderen Seite schreiberisch tätig bin.

Denn auf dvd-forum.at schreibe ich mittlerweile für den Newsbereich „Games“ und widme meine Energie häufiger Spielen aus längst vergangenen Zeiten in der „Retroecke“. Auch der ein oder andere Test dort wurde schon von mir verfasst und ab und an gibt es einen kleinen Comicstrip von mir(findet ihr unter den ganzen „News“- und „Test“-Bereichen auf der Startseite).

Natürlich wird es hier weiterhin neue Artikel geben, denn irgendwo müssen meine Gedanken zu dem ein oder anderen Film ja hin. Aber es würde mich freuen, wenn ihr auch mal auf dvd-forum.at reinschaut, denn wir ziehen da was Gutes auf!

 

FrankonianZombie im Wunderland- Reisebericht Japan 2015

Wie der Titel schön verrät, ging es dieses Jahr wieder ins Land der unbegrenzten Reizüberflutung. Ins Land der schönsten Frauen. Ins Land der leckersten Speisen. Ins Land der vielreichsten Konserven-Bands. Ins Land der vollsten U-Bahnen. Kurzum: JAPAN.
Nach unserem unvergesslichen, ersten großen Urlaub 2010 dort, mussten wir nach so langer Abstinenz endlich mal wieder hin. Denn Japan ist einfach einmalig. Einmalig schön!!
Gesagt getan, Ende letzten Jahres bereits die Flüge über ANA gebucht und dann konnte es an die Planung der Route gehen.

Eins vorab: diesmal werde ich Euch den Reisebericht klarer unterteilen. So ähnelt er weniger einem Erlebnisbericht eines Drittklässlers über die Sommerferien und man kann nötige Infos schneller herausfiltern.

Nachdem der letzte Japan-Urlaub zur Kirschblütezeit zwar optisch sehr reizvoll war, aber teilweise sehr verregnet und kühl, planten wir nun einen etwas späteren Aufenthalt dort. Entschieden haben wir uns letztlich für den Mai, da dieser weder in der Regenzeit noch im brutal schwülen Sommer liegt.
2010 haben wir schon einige der Hauptziele für den typischen Japan-Touristen abgehakt, daher konzentrierten wir uns diesmal mehr auf Kyushu(der südlichste Teil der Hauptinsel) und Okinawa.

Insgesamt waren wir 22 Tage auf Reisen, inkl. Hin- und Rückflug Frankfurt- Tokyo Haneda/ Tokyo Narita- Frankfurt.

 

Die Fluglinie

Unsere Wahl der Airline fiel auf All Nippon Airways, kurz ANA, da wir bisher mit den asiatischen Fluglinien einfach die besten Erfahrungen gemacht haben und es sich vor allem wegen den Inlandsflügen finanziell deutlich gelohnt hat.

Wenn man nämlich mit ANA bzw einer anderen Star Alliance- Fluggesellschaft fliegt, kann man vom Star Alliance Pass Gebrauch machen, bei dem man für jeden zusätzlichen Inlandsflug nur 10000 Yen(ca 73,-€) bezahlt. Leider konnte man das nicht direkt bei Buchung des Fluges über die Homepage machen, sondern musste es telefonisch noch nachträglich einfügen lassen.
Hat aber auch alles prima geklappt dank der netten Telefondame der ANA und kurze Zeit später waren die E-Tickets für die Inlandsflüge in meinem Postfach.
Bei JAL hätten wir deutlich mehr bezahlen müssen und bei japanische Billigfliegern als Westler zu buchen ist beinahe unmöglich.
So kamen wir insgesamt für den Hauptflug plus dreier Inlandsflüge auf 1080,-€ pro Kopf.
Bereut haben wir es nicht. ANA war einfach klasse. Einziger Wermutstropfen war der Rückflug, der dann mit der Lufthansa durchgeführt wurde. Aber dazu später mehr…

 

Es ging also im sehr modernen Boeing Dreamliner gen Osten und das im stark unterbesetzten Flugzeug. Es waren nicht mal vierzig Leute mit an Bord des Fluges und so konnten wir eine ungekannte Platzfreiheit genießen.
Auch das Bordpersonal war trotz geringer Passagierzahl(oder vielleicht auch genau deswegen) hoch motiviert und versorgte uns regelmäßig mit Snacks, Getränken und Erfrischungstüchern.
Als meine Frau nachfragte, ob man denn den Fuji beim Landeanflug sehen würde, erkundigte sich die Stewardess beim Piloten und bat uns dann den Platz auf der linken Seite des Flugzeugs einzunehmen. Denn so war der Fuji perfekt zu sehen. Die tolle Aussicht quittierten die sichtlich begeisterten und in der Zwischenzeit zu einer Menschentraube zusammengewachsenen Stewardessen mit „Ahs“ und „Ohs“. Wirklich großartig!! Da fühlte man sich so herzlich aufgenommen und willkommen. Probiert das mal bei einem Kartenkontrolleur der Deutschen Bahn…
Ansonsten kann man ANA nur loben. Das Essen war prima, das Flugzeug hochmodern und das Bordprogramm sehr aktuell und so konnte man die elf Stunden Flugzeit auch gut verbringen.
In Tokyo landeten wir dann am Haneda Airport. Normalerweise gehen internationale Flüge hauptsächlich zu und von Narita, aber die japanischen Airlines landen auch ihre internationalen Flüge in Haneda.

 

Die Hauptstadt: Tokyo

Die ersten vier Tage waren also für Tokyo verplant, was normalerweise sehr wenig ist, aber da wir 2010 schon fast eine Woche hier waren, konnten wir den Aufenthalt natürlich etwas verkürzen.
Es ist einfach eine großartige Stadt, die man mal besucht haben sollte. Trotz der Menschenmassen nie wirklich hektisch und anstrengend….außer zur Golden Week.
Und das hatte ich diesmal nicht bedacht, denn es war die Golden Week und gefühlt halb Japan war in den Tokyoter Strassen unterwegs.
Aber wir hatten trotzdem eine schöne Zeit. Die üblichen Touri-Spots waren natürlich sehr gut besucht, aber wir bewegten uns zu einem großen Teil immer antizyklisch zu den anderen Touristen(dh später aufstehen, später zu Abend essen usw).

Untergebracht haben wir uns im Khaosan World, das im beschaulichen Stadtteil Asakusa liegt.
Ein ehemaliges Love-Hotel, das in einer sehr ruhigen Nebenstrasse liegt und von dem man zu Fuss sehr viel in kurzer Zeit erlaufen kann.
Das Zimmer an sich war groß und mit einer sehr funky Beleuchtung ausgestattet(Love- Hotel halt), aber das Bett war ein gefühlter Betonstein und leider nicht sehr bequem.
Der Staff war nett und konnte uns eigentlich auch bei allen Fragen helfen, WiFi war kostenlos und es gab die Möglichkeit zu Waschen. Des weiteren gab es eine Küche, eine Bar und sogar einen Comic-/PC-Raum.
Vom Preis-/Leistungsverhältnis hat das schon gepasst(ca 60,-€), evtl findet man für ähnliches Geld zumindest ein etwas weicheres Bett.

Welche Frage sich in solchen Großstädten ja immer automatisch stellt: wie komme ich möglichst günstig und effektiv von A nach B?
Waren wir vom letztjährigen Indonesien-Urlaub etwas stark Taxi- verwöhnt, muss man sich in Tokyo dann doch wieder etwas umstellen.
Der gute, alte PASMO wurde also wieder angeschafft. Eine Guthabenkarte, mit der man in ziemlich vielen japanischen Städten das öffentliche Verkehrsnetz nutzen kann, aber auch mittlerweile sehr häufig in Restaurants oder Shops bezahlen kann.
Nachteil ist sicherlich, dass man beim Fahren mit U-Bahn oder Bus immer genau den Streckentarif zahlt. Es gibt keine Ermäßigung wie beim Kauf eines Tagestickets oder ähnlichem. Aber, wie gesagt, kann man ihn sehr frei einsetzen.
PASMOs kann man an den jeweiligen Automaten in U-Bahnstationen oder Bahnhöfen erwerben. Neben der ersten Aufladung muss man dann noch ein Pfand von 500 Yen zahlen, das man aber bei der Rückgabe wieder bekommt. Sollte man sein Guthaben während der aktuellen Fahrtstrecke aufbrauchen, muss man an den Ausgängen der U-Bahnen nachzahlen. Das merkt man aber relativ leicht, da sich einfach der Durchgang sperrt und er einen deutlichen Ton von sich gibt.
Dank PASMO konnten wir also problemlos durch Tokyo kommen. Das U-Bahnsystem ist groß und auf den ersten Blick sehr verwirrend, aber es gibt eine sehr hilfreiche App der Tokyo Metro(funktioniert auch ohne Internetverbindung) und es ist alles ausreichend ausgeschildert.

Vom Flughafen Haneda zu unserer Unterkunft in Asakusa kamen wir problemlos mit dem Tsukuba Express, der die Strecke innerhalb von 40 Minuten zurückgelegt hat.

Wie oben schon beschrieben, hatten wir diesmal nicht so viele Touri- Spots auf unserem Zettel stehen. Unbedingtes Must-see war natürlich der Sky Tree, seit etwas über einem Jahr Tokyos größter Stolz. Und das Ding ist auch echt mal beeindruckend! Wahnsinn.
Erspart haben wir uns aber die teure Fahrt hinauf und die unendlich lange Warteschlange. Von unten wirkt das dann doch alles besser 😉 Va nachts ein Tipp, denn da ist er noch schön beleuchtet und wenn, wie im unserem Fall die Wolken tief hängen, biete sich da ein unglaublich tolles Spektakel.
Unbedingt noch mal einen Besuch abstatten, wollten wir Harajuku und Akihabara. Zum Großteil sicherlich, um ein bisschen zu shoppen und zu kucken. Aber auch, weil wir Harajuku beim letzten Besuch(es war einem Sonntag) vor Menschen kaum sehen konnten und unbedingt mal die berühmte Takeshita- Dori entlanglaufen wollten.
Schon kurios, was es da an Läden gibt und wie viele Menschen in so eine enge Gasse passen.
Ansonsten sind wir viel durch Läden und Sträßchen gebummelt und haben dem wunderschönen Ueno- Park mal wieder einen Besuch abgestattet.

Kleines Kuriosum war der Besuch eines Katzencafes, das in unserem Hostel beworben war. Inzwischen kennt man die ja schon, aber man will es halt mal mit eigenen Augen sehen. Das von uns besuchte, war aber nicht so der Knaller. Eine winzige Wohnung mit ca zehn Katzen, die alle irgendwie einen Schaden hatten. Aber am seltsamsten war der unnatürliche Umgang mit den Tieren seitens der Japaner. Als hätten sie vorher noch nie ein Tier gesehen…komisch!

Alles in allem war es aber schön, ohne Stress durch die Gegend zu laufen und einfach ein bisschen ins japanische Leben schauen zu können. Unbezahlbar!!
War es 2010 noch eher unbekanntes Terrain, konnte man sich jetzt schon sehr viel sicherer durch die kulinarische Welt Tokyos bewegen.
Und um die Vielfalt der japanischen Küche zu genießen, gibt es kein besseres Viertel als Asakusa meiner Meinung nach. Hier reiht sich Garküche an Sushi- Bar, Tempura- Restaurant an Bento- Laden und Okonimiyaki- Bar an Teppanyaki- Grill.
Da in Asakusa viele Touristen unterwegs sind und es viele Hostels/ Hotels gibt, sind alle Restaurants auf westliche Besucher eingestellt und bieten englischsprachige Speisekarten an.
Highlight war das superleckere Okonimyaki bei Sometaro, das wir frisch auf unserem Tisch zubereitet bekamen. Beim ersten half uns noch einer der Mitarbeiter des Ladens, beim zweiten haben sie dann bemerkt, dass wir eigentlich schon Okonomiyaki- Pros sind.
Sehr lecker waren auch die Gyoza bei Harajuku Gyoza Ro, das in einer Nebenstrasse der Omote-sando in Harajuku liegt. Da man sowohl im Lonely Planet als auch auf Trip Advisor nur Gutes darüber liest, war die Schlange entsprechend lang.
Aber die 20 Minuten Wartezeit haben sich gelohnt. Wir labten uns an gekochten und gebratenen Gyoza inklusive einem superleckeren Miso- Gurkensalat. Oishi!!!
An unserem letzten Tag in Tokyo mussten wir noch unsere Vouchers für den JR-Pass eintauschen. Das haben wir am JR-Bahnhof Ueno gemacht und so konnten wir am Folgetag vom Hauptbahnhof Richtung Kyushu, genauer gesagt Fukuoka aufbrechen.
Der JR-Pass dürfte den meisten Japan-Urlaubern bekannt sein. Es gibt ihn für 7, 14 oder 21 Tage und die Preise starten bei knapp 30000 Yen.
Damit kann man dann für die gewählte Zeitspanne so viel mit JR-Zügen fahren wie man möchte. Eben auch mit dem Shinkansen, wobei hier aber die zwei neusten Zugmodelle ausgeschlossen sind. Das ist aber nur ein kleiner Makel, normalerweise kommt man trotzdem sehr leicht von A nach B.
Den JR-Pass bzw den Voucher dafür muss man vor seiner Reise kaufen(gibt unzählige Portale dafür im Internet, siehe auch unten aufgeführte Links!) und tauscht diesen dann an einer der Servicestationen in den großen JR-Bahnhöfen um.
Sitzplatzreservierungen kann man dann auch umsonst vornehmen, es gibt aber auch Zugabteile für Menschen ohne Reservierung.

Jedenfalls ging es für uns dann Richtung Fukuoka, wo wir die nächsten drei Tage verbringen sollten.

 

Erste Station auf Kyushu: Fukuoka

Nach einmal Umsteigen in Shin-Kobe und ca vier Stunden kamen wir also entspannt am Hakata- Bahnhof an. Wundert euch nicht…das ist der Hauptbahnhof von Fukuoka, aber der wurde nach der zweiten Stadt benannt, die irgendwann mit dem eigentlichen Fukuoka zur jetzigen Großstadt zusammengewachsen ist. Verstanden? 😉
Wobei der Hauptbahnhof schon fast die Ausmaße einer Kleinstadt hat…unglaublich, was es da alles gibt. Angefangen beim Busterminal über Kino und Foodcourt bis hin zur ausladenden Dachterrasse, die vor allem am Abend einen wunderschönen Blick auf die Stadt bietet.
Als Unterkunft habe ich mich hier auch wieder auf die Qualität der Khasosan Hostels verlassen. Es gibt hier zwei, wir entschieden uns für das Annex, das zehn Minuten per Fuß vom Hakata- Bahnhof entfernt liegt.
Aber auch hier gab es wieder eine steinharte Matratze und leider lag das Hostel unter der Stadtautobahn. Daher war es schon recht laut, wenn man das Fenster geöffnet hat…aber wer braucht schon Frischluft?!?
Ansonsten war das normale Hostel- Qualität. Kleines Zimmer, dafür aber sehr sauber. Gab auch eine Bar und eine Küche im Erdgeschoss, die haben wir aber nicht genutzt.

In Fukuoka kann man sich prima zu Fuß fortbewegen oder auf den Hauptstrecken mit der U-Bahn. Auch hier kann man den PASMO nutzen, man muss also keine zusätzliche Karte oder so kaufen.
Weniger zu empfehlen, aber auf einigen Routen unverzichtbar, ist der öffentliche Bus. Der braucht oft wirklich sehr lange für Strecken, da es keine Busspur gibt, dafür aber viele Baustellen…
Man kommt trotzdem gut voran, muss aber etwas mehr Zeit einplanen und dem Busplan große Aufmerksamkeit schenken, damit man seine Haltestelle nicht verpasst.

An Sehenswürdigkeiten hat Fukuoka auch so einiges zu bieten. An einem Vormittag sind wir per Zug in den Vorort Kitakyushu gefahren und dann per Shuttlebus zu dem Wisteria Garden, einer großen Anlage mit Tunneln aus Blumen und hängenden Gärten undundund…besonders für Menschen interessant, die gerne Blumen fotografieren. Aber auch so war die Landschaft rundherum wirklich beeindruckend. Ein See hier, ein Damm da…und dazu super Wetter! Was will man mehr?
Auch sehr sehenswert ist die Burgruine im Ohori Koen- Park und eigentlich der komplette Park um den kleinen See herum. Vor allem am Abend sehr schön, wenn sich hier die Jogger und Gassigeher treffen und man sich einfach nochmal die letzten Sonnenstrahlen des Tages genießen kann.
Wer Tempelanlagen mag, sollte auch mal den Tocho-ji besuchen, der einen fast 11m hohen Holzbuddha beherbergt. Übrigens auch ein schöner Platz, sein Mittagessen zu verputzen.
Das absolute Highlight war aber der Besuch der kleinen Insel Nokonoshima, die man mit der Fähre vom Hafen Meinohama in ca 10 Minuten erreicht.
Dort angekommen kann man sich entweder ein Rad leihen(ging an diesem Tag leider nicht) oder man setzt sich in den Bus und dreht eine Runde über die Insel. Relativ hochgelegen ist der Island Park, der riesige Blumenlandschaften, aber auch einen Streichelzoo, einen „Golfkurs“ oder einen Foodcourt bietet. Der Eintritt ist mit 1000 Yen sehr fair.
Leider hatten wir jedoch nicht genug Zeit für diesen Teil eingeplant, so dass wir da einmal den Schnelldurchlauf aktiviert hatten. Denn wir mussten die Fähre um kurz nach fünf erwischen, damit wir pünktlich am Yahoo! Japan Dome sind.

Und was haben wir da gemacht? Natürlich was jeder anständige Japaner in einer Großstadt am Abend macht…Nein, nicht zum landesweiten Karaoke- Wettbewerb gehen, sondern zum Baseball.
Fukuoka beheimatet mit den Softbank Hawks den aktuellen japanischen Meister und hat ein beeindruckendes Stadion mit einer Kapazität von 35000 Menschen und einem verschließbaren Dach.

Um an die Tickets zu gelangen, mussten wir nur in einen der unzähligen Convenience-Stores, denn dort gibt es die Karten in der Regel an einem Automaten. Da diese leider nur auf Japanisch sind, musste also einer der Mitarbeiter herhalten und führte uns da mit Händen und Füßen durch die Menüs. Am Ende war ich stolzer Besitzer zweier Karten für das Spiel Hawks gegen Rakuten Eagles in Reihe 5(!!!). Für knapp 100,-€.
Aber typisch für Baseball musste man sich zunächst mit Essen eindecken. Leider gab es hier nicht so wie in Korea unzählige Stände mit Streetfood vor dem Stadion, sondern nur Filialen von Fastfood-Ketten. Aber das war auch ganz lecker und vermieste uns auf keinen Fall den Spaß am Spiel.

Ich kann mich noch an den ersten Schritt in das Stadion erinnern…das Spiel hatte gerade begonnen und die Stimmung war schon ganz gut. Aber dieser Blick in das Rund war schon sehr beeindruckend! Nun mussten wir nur noch unsere Plätze finden. Aber es gab an jedem Eck Mitarbeiter, die einen in die richtige Richtung schickten und so standen wir irgendwann vor einem Fangnetz, das die Zuschauer vor Bällen schützen sollte. Unsere Plätze aber waren VOR dem Netz. Deshalb gab es unter den Sitzen dann auch jeweils einen Helm und einen Handschuh. Wir saßen also quasi auf dem Feld, vom Geschehen nur von einer Bande getrennt. Es war ein unglaublich tolles Erlebnis! Und trotz der vielen Bälle, die in unsere Richtung kamen, konnte ich leider keinen fangen.

Da die Japaner ja generell sehr vorsichtige Menschen sind, gab es alle paar Meter einen Mitarbeiter des Stadions, der durch lautes Pfeifen mit seiner Trillerpfeife auf kommende Bälle aufmerksam machte. Sobald diese dann in der Menge gelandet sind, spurteten alle in der Nähe sofort zum Ort des Geschehens um sich zu versichern, dass auch nichts passiert ist.
Am Ende gewannen die Hawks dann auch verdient mit 5-3 und es gab ein Feuerwerk im Stadion. Ja, ein Feuerwerk!! Auch das Maskottchen, die Spieler und die Cheerleader haben dann noch eine Ehrenrunde durchs Stadion gedreht inkl. Abklatschen und Posieren für Fotos.
War wirklich ein tolles Erlebnis!
Ansonsten kann man in Fukuoka auch ganz gut einkaufen. Empfehlenswert sind hier Canal City(ein riesiger Komplex mit zig Läden von großen Ketten aber auch kleinen, unabhängigen Shops) und der Stadtteil Tenjin.
Dort gibt es auch die lohnenswertesten Restaurants wie zB der Ramenkette Ippudo. Einen Blick wert sind aber auch die Yatai in Fukuoka. Das sind mobile Straßenstände, die von Ramen über Frittiertes bis hin zu Nudelgerichten alles mögliche anbieten. Sie sind überall in der Stadt anzutreffen, es gibt aber ein oder zwei Hotspots an denen sich die meisten sammeln. Zum Beispiel am Fluss oder um den Tenjin- Bahnhof.

Eines ist sicher: Verhungern kann man in Fukuoka definitiv nicht!!

 

Eine meiner Lieblingsstädte: Nagasaki

Mittlerweile war die erste Woche schon wieder vorbei und wir saßen schon wieder im Zug gen Südwesten, nach Nagasaki.
Dorthin gibt es leider keine Shinkansen- Verbindung, also mussten wir mit einem Limited Express Vorlieb nehmen, der aber vom Komfort einem deutschen ICE schon recht nahe kommt. Leider war die Bahnstrecke sehr wackelig und ständig hat es geruckelt und gezuckelt, so dass ich relativ blass aus dem Zug in Nagasaki ausstieg.

Als Unterkunft hatte ich mir das Hostel Akari ausgesucht. Das hatte durchweg gute Bewertungen und machte schon auf der Homepage einen guten Eindruck. Auch hier waren es nur fünfzehn Minuten per Fuß, man hätte aber auch die Tram nehmen können.
Leider haben wir irgendwann eine falsche Abzweigung auf der eigentlich nicht so komplizierten Strecke genommen und haben so schon sehr viel von der Stadt gesehen als wir dann doch nach einer halben Stunde am Hostel ankamen.

Das Zimmer war relativ groß und hatte ein Bett mit einer ECHTEN Matratze. Das wäre eigentlich ein Grund für einen 48-stündigen Dauerschlaf gewesen, aber wir machen ja keinen Urlaub um uns Auszuruhen…hihihi.
Das Hostel liegt in einer sehr ruhigen Ecke direkt am Fluss und ist definitiv zu empfehlen.

Zur Fortbewegung in Nagasaki: das eigentliche Zentrum ist sehr gut per pedes zu erkunden, für einige Spots sollte man aber die Tram nehmen. Bei dieser kostet jede Fahrt 180 Yen, es gibt aber auch einen Tagespass.

Dafür, dass wir nur zwei Tage bzw drei Nächte in Nagasaki hatten, haben wir aber sehr viel gesehen.

Angefangen bei den größten Touristen- Magneten, den Glover Garden und den Dutch Slopes. Da Nagasaki ja eine sehr europäische Vergangenheit hatte und vor allem die Holländer sehr präsent waren, wirkt so mancher Teil wie aus Ostfriesland herausgeschnitten und nach Japan transplantiert.
Weitere Attraktionen sind das mit Kitsch überladene Chinatown(Highlights hier: ein Mao- Kartenspiel, Bruce Lee- Anzüge und Spielzeug aus der Hölle), der Shindaiku Markt(nicht an Sonntagen), der Fluss Nakashima und die überdachten Arcaden.
Sehr sehenswert ist auch der Suwa- Schrein, der einen wunderschönen Blick über das Tal bietet, in dem Nagasaki liegt.
Eigentlich sollte man sich in solch einer historisch bedeutenden Stadt auch mit dem Atombombenabwurf und den damit einhergehenden Grausamkeiten auseinandersetzen, aber, und das klingt jetzt vielleicht blöd, wir haben Ähnliches schon in Hiroshima gesehen und uns ausführlich damit beschäftigt. Von daher haben wir das ausgespart.
Was man noch unbedingt machen sollte, ist eine Fahrt auf den Inasa-yama, ein kleiner Berg neben Nagasaki, der einen tollen Rund-um-Blick bietet.
Normalerweise kommt man da per Gondel hoch, diese wurden aber leider gerade gewartet. Deshalb sind wir dann mit einem Bus vom Hauptbahnhof ab gefahren.
Was mich im Nachhinein etwas wurmt, ist der verpasste Besuch von Gunkanjima. Das ist eine verlassene Insel vor der Küste, die früher mal zur Kohleförderung genutzt wurde und seit den 70ern ungenutzt ist. Muss toll sein…
Ich bin aber kein großer Freund von Schiffen und um dorthin zu gelangen, ist das eben unvermeidbar. Aber gut, ich komme wieder!!!

Dazu beigetragen, dass Nagasaki zu einem der Höhepunkte der Reise und nach Hiroshima Lieblingsstadt Nr.2 in Japan wurde, hat aber auf jeden Fall auch das Essen.
Spezialität vor Ort ist übrigens das Castella, ein Rührkuchen den es meist in den drei Geschmacksrichtungen Pur, Schoko oder Macha gibt.
Am Besten waren aber zwei Abendessen. Einmal an unserem Hochzeitstag zu dem wir uns etwas Besonderes gönnen wollten. Denn da waren wir im Shippoku Hamatsu zum, ja richtig, Shippoku essen. Das ist im Grunde ein Menü, das aus lauter kleinen Gängen besteht. So gab es also von Misosuppe und kleinen Fischköstlichkeiten über eine warme Azukibohnensuppe bis hin zu undefinierbaren, aber leckeren Dingen alles was die japanische Küche so her gibt.
Zweiter Geschmacksorgasmus war das Abendessen bei Champon Keikaen. Und auch hier verrät der Restaurantname auch schon was es gab: Champon. Eine weitere lokale Spezialität und eher chinesischer Herkunft. Im Endeffekt sind es Nudeln(mehrere Sorten stehen zur Auswahl) in einer Brühe mit verschiedenen Gemüsesorten und Fleisch oder Fisch. Oder beidem zusammen. Klingt unspektakulär, ist aber was ganz Feines. Dazu haben wir uns noch ein paar Leckereien von der Karte bestellt und waren anschließend froh, dass es bergab zum Hostel ging…

Ein feiner Happen für zwischendurch ist das sog. Kakuni-maju, ein schweinezarter Schweinebauch mit süßer Soße in einem gedämpften Weizenbrötchen. Den Schweinebauch gab es auf Kyushu auch öfter. Superfein!!!

 

Ich seh’ nur heiße Quellen!!: Beppu

Den kürzesten Stopp auf unserer Japan-Tour 2015 legten wir in Beppu ein, das quasi genau auf der anderen Seite Kyushus liegt. Deshalb war der Weg auch etwas länger und wir kamen erst gegen Mittag in der Stadt der Onsen an.

Ich hatte bei der Reisevorbereitung Beppu zwar als Must-see eingeplant, dachte mir jedoch, dass eine Nacht vor Ort ausreichen wird. Aber denkste…im Endeffekt hätte man in dieser kleinen Hafenstadt noch ein bis zwei Tage länger bleiben können.

Diesmal hatten wir als Unterkunft mal ein richtiges Hotel und zwar das New Tsuruta, das nicht weit vom Hafen und vom Stadtzentrum entfernt liegt.
Und für den Preis war dieses Hotel der absolute Hammer! Ein riesiges Zimmer, was fast schon einer Wohnung glich und ein Meerblick, der eigentlich unbezahlbar war. Dazu hatte das Hotel einen eigenen Onsen und auch die Mitarbeiter waren superfreundlich.
Kann man nur empfehlen!!

Der Hauptgrund für den Besuch hier, waren aber die heißen Quellen. Auf der einen Seite die öffentlichen Bäder, die es zuhauf in Beppu gibt, auf der anderen Seite aber auch die Jigoku-Quellen, die etwas außerhalb liegen. Das sind acht verschiedene Quellen und alle haben eine andere Besonderheit. Die einen haben besondere Farben, die anderen sind schlammig usw. Das war sehr schön anzuschauen. Weniger toll waren die Tiergehege, die bei einigen dieser Quellen dabei waren. Einmal zu klein, dann wiederum war man sich nicht sicher, ob das Tier darin überhaupt noch lebt. Das hätte man sich sparen können.
Dorthin kommt man am besten mit dem Bus ab dem Hauptbahnhof. Auch hier kann man wieder den PASMO nutzen.

Am Abend waren wir dann noch in einem Onsen in der Nähe des Hotels und haben uns in heißen Sand eingraben lassen. Das hat gut getan, war aber für mich als passionierter Sauna- Verweigerer, zunächst etwas stressig.
Meine Frau hat dann noch eine richtige Onsen-Erfahrung im Hotel gemacht und war ab diesem Zeitpunkt in jedem öffentlichen Bad, das uns über den Weg lief, zu finden-

Auch in Beppu hat man die verschiedensten Möglichkeiten, seinen Hunger zu stillen. Wir waren im Toyotsune, das ein breitgefächertes Angebot hat. Hier bekommt man Sushi, Sashimi, Tempura….einfach alles.

 

Letzte Station auf Kyushu: Kagoshima

Nach den heißen Quellen im Osten Kyushus, ging es nun zur „Stadt mit dem Vulkan“ in den Süden.
Da dieser Feuerspucker immer noch aktiv ist und sich ab und zu mal zu Wort meldet, roch es immer ein bißchen nach Schwefel und auch die Straßen waren von einer feinen Schicht Vulkanasche bedeckt.
Seit unserer ersten Japan-Reise war es ein Wunsch, mal in einem richtigen Ryokan zu übernachten. Also buchte ich ein Zimmer im Nakazono Ryokan. Eigentlich wurde das überall als eher positiv bewertet und auch die Homepage ließ ein gemütliches Heim vermuten. Jedoch war das auch eher ein Hostel mit einem Besitzer, Nakazono-san, der etwas gelangweilt scheinend sein „Hallo Besucher“-Programm abspulte(Karte auf den Tisch, hier ist das und hier das…viel Spaß!). Das Zimmer war ok. Hatten ein Tatamibett und ein Toilette(Bad war separat), aber das war alles jedoch recht weit entfernt von einem richtigen Ryokan. Außerdem roch es sehr muffig in der ganzen Bude.
Effektiv hatten wir dank der langen Anreise und der frühen Abflugzeit nach Okinawa nur einen Tag Zeit und nutzten diesen für einen Besuch der Vulkaninsel Sakurajima. Das ist der o.g. aktive Vulkan.
Mit der Fähre dauert die Überfahrt ca zwanzig bis dreißig Minuten. Wie schon auf Nokonoshima hat man hier die Wahl zwischen Erkundung mit Rad oder der gemütlichen Variante im Bus. Und da ich Urlaub hatte und es heiß war und die Räder mir auch nicht gefallen haben usw*bitte weitere fadenscheinige Ausreden ergänzen*, nahmen wir den Bus. Dieser fährt ein paar schöne Spots ab und bei jedem gibt einem der Busfahrer eine exakte Zeit vor, wann es weitergeht. So müssen sich japanische Touristen im Ausland fühlen…War aber nie groß hektisch und so haben wir die Tour auch genießen können.
Im Hafen wieder angekommen, haben wir unsere Füße in einer heißen Quelle gebadet und sind noch etwas am Strand spazieren gegangen.

Wenige Stunden nachdem wir die Insel verlassen hatten, erwachte der Vulkan mal wieder zum Leben und spuckte eine meterhohe Aschewolke aus. Sah auf den Bildern echt imposant aus, wir saßen zu der Zeit schon im Flieger Richtung Okinawa und haben das Spektakel eigentlich nur dank Instagram verfolgt.
Auch in Kagoshima haben wir(mal wieder auf dieser Reise) sehr gut gegessen. Zum einen waren wir ein einem edlen Shabu Shabu- Restaurant, das…Überraschung…Shabu Shabu serviert. Für Fleischfans interessant, alle anderen essen Probe.
Außerdem haben wir uns an einem Abend in einer der vielen Seitenstraßen, in denen es vor Bars und Restaurants nur so gewimmelt hat, einen Haufen leckerer Spieße geholt. Da war von Tintenfisch über Spargel im Speckmantel bis hin zu süßen Spießen(mit Reiskuchen) alles dabei. Wurde nach dem Aussuchen alles frisch gegrillt und mit einer leckeren Marinade überzogen. Feine Sache!

 

Shisa, Sushi & Touristen- Krempel: Okinawa

Schon 2010 konnten wir uns einen Abstecher nach Okinawa nicht verkneifen. Leider waren wir damals einfach zu kurz auf dieser wunderschönen Inselgruppe und zur falschen Jahreszeit.
Aber diesmal sollte das anders werden…

Nach einem knapp 90-minütigen Flug mit Solaseed Air(Billigflieger in Kooperation mit ANA, aber auch top!), landeten wir in Naha.
Was man dort definitiv benötigt, ist ein Leihwagen. Denn die Strecken sind oft länger als gedacht und gerade wenn man in den Norden der Insel möchte, kann das ganz schön zeitraubend sein.
Den Leihwagen habe ich über Japan Experience gebucht, Hauptvermieter dort ist Nissan. Diese haben sogar englischsprachige Navis in den Autos(das Menü ist Englisch, der Rest Japanisch), was für mich das Hauptargument war. Zum Führen eines Kraftwagens braucht man in Japan einen übersetzten Führerschein, den man am besten über die Deutsche Botschaft in Tokyo anfordert. Und das geht ganz unkompliziert: beglaubigte Kopien des Führerscheins und Personalausweises einscannen und an die Botschaft schicken. Diese übersetzen das Ganze und senden es per Post zurück nach Deutschland. Überweisungsträger liegt dann bei und kostet knapp 40,-€.

Also ging es per Shuttleservice von Nissan Rent-A-Car vom Airport zur Autovermietung, wo wir unseren grandiosen Nissan Cube abholen konnten. Und das ist wirklich ein Würfel, eben ein typisch japanischer Kastenwagen.
Aber die nächste Hürde wartete schon auf mich: Linksverkehr!! Davor hatte ich wirklich Respekt, aber zum Glück hatte man sich schneller als gedacht dran gewohnt, auf der falschen Seite der Straße zu fahren.

Was kann man sonst noch zum Autofahren in Japan sagen? Das war allgemein sehr entspannt. Man darf aber auch nicht wirklich schnell fahren. 40km/h innerorts, 60 außerorts. Auf der Autobahn dann wahnsinnige 80!!! Da kam man schon mal in einen Geschwindigkeitsrausch. Parken ist immer etwas schwierig. Man sollte bei der Wahl der Unterkunft immer auf einen hauseigenen Parkplatz achten, sonst kann man da auch gerne mal ein kleines Vermögen fürs Parken bezahlen.
In Naha eine schöne und zugleich preiswerte Unterkunft zu finden, war etwas schwieriger. Aber ich hatte wirklich richtiges Glück und habe noch eine richtig tolle Unterkunft ausgemacht. Und zwar war das das Rakuchin Hotel. Lag sehr ruhig in einer Wohngegend, aber nur 20min zu Fuß vom Stadtzentrum entfernt. In der Nähe waren auch viele Restaurants und ein Family Mart. Also alles was man braucht!
Der Staff war sehr nett! Einen kleinen Fauxpas gab es: die Putzfrau hat bei der Zimmerreinigung aus Versehen die Bikinihose meiner Frau in die Hauswäsche. Als Entschädigung gab es dann eine Flasche Pflaumenschnaps, eine Flasche Reiswein und Chips. Und geschätzte viertausenddreihundertsiebenundsiebzig Entschuldigungen. Aber die Hose ist wieder aufgetaucht und sie haben sie uns sogar nach Ishigaki nachgeschickt.

An der Kokusai-dori kommt man als Tourist natürlich nicht vorbei. Das ist DIE Straße in Naha! Und dort wird einfach alles verkauft, allen voran natürlich alles was Okinawa ausmacht, also Schlangenschnaps, verschiedene Salzsorten, Shisas(Schutzstatuen) undundund…
Das kann durchaus mal etwas viel sein, manche Läden sind mit Krempel vollgestopft bis oben hin. Aber ist eben perfekt, um Mitbringsel einzukaufen.

Naha hat aber auch seine ruhigen Seiten. Besonders ist hier das Töpferviertel hervorzuheben, das noch sehr ursprünglich wirkt. Hier kann man mal ganz besonnen durchlaufen.
Einen Tag hatten wir uns auf alle Fälle für das Okinawa Aquarium reserviert. Und da wurden wir überhaupt nicht enttäuscht. Das bietet nämlich neben einem kostenpflichtigen Innenbereich, einen doppelt so großen, kostenfreien Außenbereich mit allerlei Getier aus den Ozeanen dieser Welt.
Aber auch der Eintrittspreis war echt fair(ca. 10,-€/Person). Für die Größe und das Dargebotene kann man da nicht meckern. Highlight ist das riesige Becken in dem drei(!!) Walhaie leben, plus Haien, Rochen usw. War ein unglaublicher Anblick!
Wie gesagt, bot auch der Außenbereich so einiges, ua auch einen eigenen Strand. Dieser war lustigerweise in die Bereiche „Relax“, „Swim“ und „Action“ aufgeteilt und hielt eine riesige Hinweistafel bereit, die vor den „Gefahren“ des Meeres warnt. Darunter waren tödliche Seeigel, Seeschlangen und hinterlistige Rotfeuerfische…vielleicht alles in etwas dramatisierter Form.

Neben Töpfereien ist Okinawa auch noch für seine Glasfabriken bekannt. Deswegen konnte man sich auch einen Besuch in einer dieser Fabriken nicht entgehen lassen. Ist halt vor allem was für Touristen.

 

Das Essen auf Okinawa ist etwas anders als auf der Hauptinsel. Natürlich bekommt man hier auch sein Sushi oder Tempura, aber es gibt ein paar sehr leckere Spezialitäten.

Auf der Suche nach der Soba-Bude von vor fünf Jahren, stießen wir auf ein anderes kleines Restaurant, das wir prompt an drei der fünf Tage in Naha aufsuchten.
Dort gab es superleckere Okinawa-Soba, aber auch Taco-Reis(genialer Mix aus amerikanischer und japanischer Küche) und solche Köstlichkeiten wie Tintenfisch in der eigenen Tinte. Genial sind auch die feinen Frühlingszwiebeln, die frittiert serviert werden. Beliebt ist auch die Bittergurke Goya, aber die muss man schon mögen.

Sehr, sehr, sehr zu empfehlen ist auch das Eis der Blue Seal- Filialen. Ist etwas teurer, aber dafür bekommt man das beste Eis des Universums. Ausprobieren!!! Gibt es fast ausschließlich auf den Okinawa- Inseln.

 

Gibt es ein Leben nach Ishigaki?!?

Und dann war es auch schon soweit. Unsere letzte Woche war angebrochen und somit machten wir uns auf den Weg zu unserer letzten Station in Japan: der kleinen Insel Ishigaki. Vom Naha Airport ging es via ANA zur besagten Insel. Die Flugzeit betrug knappe 50 Minuten.

Und dann landeten wir in diesem kleinen Paradies!! Der erste Eindruck war schwül und heiß und irgendwie sehr tropisch! Das Prozedere war ähnlich wie in Naha. Erst mal den Leihwagen geholt(einen langweiligen Nissan Micra; nicht so spannend wie der Cube…) und ab zur Unterkunft.

Diese war in dem beschaulichen Örtchen Kabira, das im Nordwesten der Insel liegt und ca 30km vom Flughafen entfernt. Also war erst mal cruisen angesagt und so konnten wir schon mal einen guten ersten Eindruck von der Insel gewinnen.
Wir waren im Iriwa Guesthouse untergebracht. Und diese Unterkunft war echt schön!. Liegt fast auf dem höchsten Punkt des Dorfes und so hat man eine schöne Aussicht von dort oben. Wir hatten die Hibiscus- Suite mit zwei riesigen Betten und eben erwähnter toller Aussicht! Die Leute vom Staff waren teilweise sehr crazy und haben sich selbst immer eine schöne Zeit gemacht. Der Besitzer, Gon, nahm andere Gäste und uns einmal im Auto mit und zeigte uns interessante Spots rund um das Dorf.

Kabira an sich ist ein kleines, verschlafenes Städtchen mit zwei Supermärkten und einer Handvoll Restaurants mit einer breiten Auswahl. Außerdem ist es bekannt für seine Bucht, die tagsüber von Touristen überschwemmt wird, die sich das alles per Glasboden-Boot anschauen.

 

Auf Ishigaki ging an Ausflügen nicht besonders viel. Wir waren platt von den Wochen davor und waren froh um jedes Stündchen, das man mit Relaxen verbringen konnte.
So sind wir viel durch die Gegend gefahren, haben an einigen Stränden mal Halt gemacht und einfach die „freie Zeit“ genossen.
Meine Frau war an einem Tag beim Tauchen und kehrte euphorisiert zurück, da sie Mantas gesehen hat. War wohl recht beeindruckend!
Als hätte der Wettergott geahnt, dass wir nicht viel unternehmen möchten, ließ er es dann auch prompt regnen wie aus Eimern. Und das volle zwei Tage lang…mit kurzen Unterbrechungen.
Eine dieser Unterbrechungen nutzten wir für eine Überfahrt mit einem Boot nach Taketomi. Das ist eine winzige Insel westlich von Ishigaki, die man locker zu Fuß in ein paar Stunden umrunden kann. Um dort hinzukommen mussten wir in die Hauptstadt, Ishigaki City. Auch dort bummelten wir mal durch die Einkaufsstraßen und versorgten uns am Abend im riesigen Max Value- Supermarkt mit allerlei Spezialitäten, die man hierzulande nur schwierig bekommt.

 

Gegessen haben wir auf Ishigaki natürlich auch wieder sehr gut, hauptsächlich vor Ort in Kabira.
Zum einen gab es da ein heimeliges, kleines Lokal, das vom Okonomiyaki bis hin zum Ishigaki-Beef(sehr fein!!) gute Sachen im Angebot hatte. Und dann gab es da noch diesen leckeren Sushi-Laden! Leider hab ich keine Namen mehr parat, aber das Städtchen ist sehr übersichtlich. Wenn ihr mal hinkommt, einfach durchfragen.
Zu unserer Überraschung geb es auch überall englischsprachige Speisekarten, das war vor fünf Jahren auf Miyako noch anders.

Besonders hervorheben muss man auch die Pinacolada Bäckerei in Kabira. Was die zwei Angestellten dort alles an feinen Sachen zaubern, ist sagenhaft! Vom leckeren BLT-Sandwich bis hin zum Apfelkuchen werden hier alle Backwaren- Fetischisten befriedigt.

 

Und dann ging es auch schon wieder zurück nach Tokyo, denn dort ging am nächsten Morgen unser Flug Richtung Heimat.

Unsere letzte Nacht verbrachten wir im K’s House, mittlerweile eine lange etablierte Hostel-Kette. Zimmer war recht klein, aber sonst war alles gut.
Der Rückflug wurde dann durch die Lufthansa durchgeführt, was ich schon eine Stunde nach Abflug bereute. Auf der einen Seite ist das Servicepersonal lange nicht so nett und auf Zack gewesen wie die Damen und Herren der ANA, auf der anderen Seite war es stundenlang ein Geruckel und Gehoppse…da kann die Lufthansa nichts für, aber in dem Moment war ich einfach genervt und wehmütig, dass ich wieder heimfliegen musste.

 

Ja, das war mein Reisebericht. Eventuell ist er etwas lang geraten, aber Japan ist einfach eine Herzensangelegenheit und da möchte ich nichts auslassen. Und es soll ja auch als Inspiration für andere Weltenbummler gelten!! Also: Flüge buchen und ab in eines der schönsten Länder auf diesem Planeten!

Zum Abschluss gibt es noch ein paar hilfreiche App- Tipps(gebe nur Verfügbarkeit für iOS an, Android unklar) und Links für Eure Reise:

  • Hyperdia(iOS): App mit kompletten Zugfahrplan; leider nur online nutzbar und nach 30 Tagen kostenpflichtig;
  • Tokyosubway(iOS): Fahrplan der Tokyoter U-Bahn; offline nutzbar;
  • CityMaps2Go(iOS): Offline- Stadtpläne; ab und zu gratis im Appstore zu haben;
  • Japan Experience: internationale Reiseagentur für Japan; hier gibt es von der Autovermietung über den Railpass alles man braucht
    https://www.japan-experience.de/
  • Deutsche Botschaft Tokyo: zur Übersetzung des Führerscheins
    http://www.japan.diplo.de/Vertretung/japan/ja/Startseite.html
  • Hyperdia: Fahrpläne von Zügen, Shinkansen usw.
    http://www.hyperdia.com/

 

Unsere Reise haben wir hauptsächlich mit dem Lonely Planet- Reiseführer geplant, ansonsten ist das Internet natürlich eine gute Quelle, besonders TripAdvisor.

 

 

 

Es geht weiter…

Lange, lange Zeit war es sehr ruhig auf dem Blog, aber ich hab es zetlich einfach nicht geschafft, hier aktiver zu sein. Aber künftig wird sich das wieder ändern.
Denn die vielen Kurzreviews zu Filmen, die es quasi täglich auf meiner Facebook-Seite gab, werden jetzt hier ihr Zuhause finden. In letzter Zeit haben nämlich immer weniger Leute meine Beiträge auf Facebook überhaupt sehen können…Danke dafür, Facebook!

Weiterhin also viel Spaß mit dem Blog und scheut Euch nicht vor Kommentaren oder Likes!