Kambodscha 2019 – Angkor und Essen

Nachdem es nun ein Jahr sehr ruhig im Bezug auf Reiseberichte hier auf meinem Blog war, ich dafür aber unsere Reiseerfahrungen aus dem Iran in Buchform veröffentlicht habe, gibt es wieder einen kleinen Reisebericht.

In diesem Jahr zog es uns wieder einmal nach Südostasien, genauer gesagt nach Kambodscha. Das recht kleine Land zwischen Thailand und Vietnam stand schon länger auf unserer Bucketlist, vor allem die Angkor-Tempel wollten wir unbedingt mal sehen und hautnah erleben.

Ganz ungewohnt ging die Planungsphase für den Urlaub recht spät los, Tour und Flug waren erst im Dezember fix und im Februar sollte es schon losgehen. Also quasi ein Last Minuten-Urlaub 😉

In Sachen Vorbereitung ist eigentlich das Visum am wichtigsten. Dieses kann man sich zwar auch am Flughafen bei der Einreise direkt abholen, am bequemsten ist es aber sicherlich online. Für das E-Visum braucht man lediglich ein Passfoto und lädt dieses dann samt der angefragten Daten hoch. Alles unkompliziert und keine halbe Stunde später waren beide Visa da. Die Kosten dafür lagen bei 36$ pro Visum.

Etwas komplizierter war die Lage mit den Flügen bzw darin, günstige Flüge zu finden. Zum einen kommt man nämlich ohne Zwischenstopp schon mal gar nicht nach Kambodscha, zum anderen waren die Preise meist in Richtung 900 oder gar 1000€ gelegen. Letztlich haben wir uns dann für Emirates entschieden, die offiziell nur einen Stopp – nämlich in Dubai – einlegen, aber auf dem Weg nach Phnom Penh für knapp zwei Stunden auch nochmal in Yangon, Myanmar, zwischenlanden. Dort muss man aber nicht aussteigen, sondern kann dem Bodenpersonal dabei zuschauen wie sie die Maschine reinigen und kurze Zeit später steigen dann die Fluggäste aus Myanmar zu.

So kommt man auf eine Anreisezeit von knapp 14 Stunden reiner Flugzeit. 

In Sachen Kosten waren wir dann bei knapp 870€ pro Person hin und zurück inklusive Rail & Fly-Ticket. Generell kann man über Emirates aber nicht meckern. Der Bordservice ist gut, das Essen auch. Außerdem sind die Sitze in der Economy bequem und auch das Entertainment-System ist gut ausgestattet. 

Neben dem Buchen des Fluges ist es empfehlenswert, vorher mal in seinen Impfausweis zu schauen und zu überprüfen, ob man die nötigen Grundimmunisierungen hat. Weiterhin sind natürlich Unterkünfte wichtig, hier haben wir uns von entsprechenden Webseiten Infos eingeholt und dann darüber gebucht. In Kambodscha findet man vom günstigen Mehrbettzimmer für ein paar US-Dollar bis hin zu edlen Resorts eigentlich alles, letztlich ist es einfach die Frage des eigenen Geschmacks und Geldbeutels.

Stichwort US-Dollar: Auch wenn Kambodscha mit dem Riel seine eigene Währung hat, zahlt man als Tourist eigentlich fast nur mit US-Scheinen. Lediglich auf dem Land oder als Wechselgeld wird der Riel genutzt, was immer wieder einmal zu einem großen Devisen-Wirrwarr geführt hat und ständig am Umrechnen ist.

Phnom Penh – Eine Überraschung!

Nach einer langen, aber doch recht bequemen Anreise per Flugzeug landeten wir am Sonntag Abend gegen 21 Uhr in der kambodschanischen Hauptstadt Phnom Penh. Nachdem die Gepäckausgabe recht flott erledigt war, schnappten wir uns am Taxischalter ein Ticket für die Fahrt in die Innenstadt und saßen keine fünf Minuten später mitten im kambodschanischen Verkehr. Schon hier wurde das Chaos auf den Straßen des südostasiatischen Landes kurz angeteasert, in den Folgewochen gab es aber deutlich heftigere Verkehrsereignisse. Trotzdem waren wir nach circa dreißig Minuten an unserer Unterkunft, dem Suite Hotel angekommen.

Dieses liegt in einer relativ ruhigen Seitenstraße, die einige Essensmöglichkeiten bietet, aber zum Glück von den Party-Touris verschont bleibt.

Unser Zimmer war mit den nötigsten Dingen ausgestattet, da konnte man auch die zwei kleinen Löcher im Moskitonetz verzeihen. Wofür hat man sonst eine Rolle Klebeband dabei?

Doch für mehr an diesem Tag langte es nicht mehr. Zwar meldete sich noch einmal der Magen, aber da musste dann einfach mal die Packung Chips herhalten, die im Hotelzimmer bereit standen. Kurz danach ging es auch schon ins Bett, denn ab morgen sollte das Abenteuer Kambodscha auf uns warten.

Nach einem stärkenden Frühstück in einer der Parallelstraßen des Hotels samt Waffeln und Speck und Ingwertee ging es dann erstmal Richtung Flussufer und Promenade. Dort liegt nämlich der Königspalast, der in großen Teilen auch für die Öffentlichkeit zugänglich ist. Nur nicht von 11 bis 14 Uhr, denn da ist das weitläufige Areal für Besucher geschlossen. Schließlich will der König ja auch mal durch seine Gärten flanieren…

Am Fluss, wo sich Tonle Sap und Mekong treffen, weht nicht nur eine angenehme Brise, hier ist es auch recht entspannt und man kann wunderbar auf dem breiten Gehweg spazieren gehen. Nachdem der Königspalast also noch geschlossen hatte, gingen wir zunächst zur Wat Ounalom-Tempelanlage, dem Hauptsitz der kambodschanischen Buddhisten. Vermutlich der Uhrzeit geschuldet, gegen Mittag, war hier kaum etwas los und so konnte man sich ungestört die ganzen Statuen und Räumlichkeiten anschauen. 

Während man an der Riverside unzählige Restaurants findet, die sich auf westliche oder internationale Speisen konzentriert haben, kann man in den kleinen Seitengassen rund um die Tempelanlage auf dem Weg zurück Richtung Königspalast viele einheimische Restaurants und Garküchen finden. Dort sind auch unzählige Hostels angesiedelt, außerdem fanden wir ein kambodschanisches Fitnessstudio, in dem ordentlich geschwitzt wurde. Als wäre es nicht schon heiß genug…

Am Mittag stand dann also der Königspalast auf dem Plan, den man für knapp 10,-€ pro Person besuchen kann. Neben dem Thronsaal, mehreren Palästen und Bauten kann man hier außerdem den Garten begutachten, der einige kreativ geschnittene Büsche und Bäume zu bieten hat. Wichtig ist hier die Kleiderordnung, denn Hosen sollten bis zu den Knien reichen und Oberteile die Schultern bedecken. Wer diese Ordnung nicht einhält, bekommt am Eingang ein schmuckes Tuch zum Überwerfen.

Tag 2 in Phnom Penh stand ganz im Zeichen der dunklen Vergangenheit rund um die Roten Khmer und deren Schandtaten. Da die angepeilten Ziele doch einige Kilometer auseinander lagen, mieteten wir uns einen Tuktuk-Fahrer für diese Strecke.

Unsere Tour begann am berüchtigten Gefängnis S-21, in das die Roten Khmer damals alle Intellektuellen steckte, bevor man diese zu ihrer Hinrichtung brachte. Die Bande rund um Pol Pot dachte damals nämlich ernsthaft, man könnte einen reinen Bauernstaat aufbauen und das ganze Land durch den Anbau von Reis ernähren. Wozu braucht man da schon Lehrer, Beamte & Co. Allerdings reichte es schon aus, wenn man damals nur eine Brille trug, um als Intellektueller zu gelten.

In dem Gefängnis bekommt man einen Audio-Guide mit auf den Weg, der einem an den entsprechenden Stellen die Geschichte zu dem jeweiligen Ort erklärt. Dank zahlreicher Fotos und den sehr intensiven Erzählungen bekommt man doch das ein oder andere Mal Gänsehaut. Für schwache Nerven ist das nicht unbedingt geeignet, aber trotzdem sehr empfehlenswert! 

Wer das Gefängnis mitten in der Stadt besucht, muss natürlich auch die Killing Fields aufsuchen. Diese liegen circa 8km außerhalb der Stadt, aber dank unseres Tuktuk-Fahrers waren wir recht schnell dort. Außerdem konnte man so auch mal einen Blick auf die Außenbezirke der Stadt erhaschen.

War schon das Tuol-Sleng-Genozid-Museum recht beklemmend, erinnerten die Killing Fields schon stark an die KZ-Besuche während der Schulzeit. Auch hier bekommt man dank Audioguides wieder einen recht lebhaften Eindruck von den Geschehnissen aus der Zeit der Roten Khmer, Standorte wie der Säuglingsbaum, an dem man zahlreiche Kleinkinder ihr Leben geben mussten, lassen einen schon mehrmals tief durchatmen.

Nach so viel Schwermut, und mittlerweile war es eh schon früher Nachmittag, ging es erst einmal zurück in unsere Unterkunft zum Ausruhen. Am Abend sahen wir aber leider noch einmal eine andere dunkle Seite Kambodschas, denn auf dem Weg zum Nachtmarkt kamen wir am Nightlife-District vorbei. Man kann es schon ahnen, aber hier sind vor allem ältere weiße Männer auf der Suche nach Unterhaltung und werden auch ohne Probleme fündig. Denn hier bieten sich zahlreiche, sehr junge Mädchen diesen Widerlingen an oder wollen diese zum Besuch eindeutig betitelter Bars animieren. Schlimm!

Unser dritter und letzter Tag in Phnom Penh war dann wieder von etwas leichterer Kost geprägt. Neben einem Abstecher zum russischen und Zentralmarkt, ging es außerdem zur Aeon Mall. Nach ein bißchen Chillerei im dortigen Starbucks besuchten wir noch Wat Phnom, eine Tempelanlage, die gut besucht war, allerdings dank dem umliegenden Park auch ein kleiner Ruhepol inmitten des großen Verkehrskreisels war.

Wie üblich auf meinen Reisen bin ich immer auf der Suche nach dem Fußballtrikot der jeweiligen Nationalmannschaft. Fündig wurde ich hier am Olympiastadion in Phnom Penh, das am Abend eine tolle Kulisse für Sonnenuntergangsfotos bietet. Außerdem war es sehr unterhaltsam sich einfach auf die Tribüne zu setzen und den ganzen Menschen bei ihren schweißtreibenden Beschäftigungen zuzusehen. So zieht das Stadion nämlich nicht nur unzählige Jogger an, rundherum laden grell gekleidete Anleiter mit lauter Musik zur allabendlichen Aerobicstunde ein. 

In Sachen Essen wird man in Phnom Penh definitiv leicht fündig. Neben allerlei kleinen Garküchen, die Basics wie Fried Rice, Fried Noodles oder Sommerrollen anbieten, gab es häufig auch sehr westliche Sachen wie Pizza oder Hamburger. Diese sind dann aber wesentlich teurer als das einheimische Essen und vermutlich bei weitem nicht so lecker. 

An frühere französische Kolonialzeiten erinnerten einige Speisen wie Froschschenkel, kambodschanische Spezialitäten wie Amok(Fisch oder Fleisch in einer Kokossoße mit Reis) waren aber weitaus ansprechender. Und sehr gut!!

Alles in allem gefiel uns Phnom Penh sehr gut. Aufgrund früherer Reisen in Südostasien erwarteten wir etwas komplett anderes und wurden wirklich überrascht. So gibt es viele ruhige Ecken und nur wenig Verkehrschaos außerhalb der Rush Hour, außerdem konnte man viel zu Fuß erreichen. 

Battambang – Pech und Fledermäuse

Unser nächster Stopp sollte uns nach Battambang führen. Die Weiterreise per Minibus war in Sachen Organisation kein Problem, da wir die Tickets über unsere Unterkunft in Phnom Penh reservieren konnten. Nach einer kurzen Wartezeit, da der Tuktukfahrer anscheinend irgendwelche Ansprüche an das Busunternehmen stellte, durften wir dann in den Minivan einsteigen. Zwar war dieser gut klimatisiert, aber leider auch bis auf den letzten Platz voll und daher alles doch recht eng. Aber es sollte ja nur eine dreieinhalbstündige Fahrt sein…sollte. 

Denn unser Zeil erreichten wir erst nach fünf Stunden, und das obwohl der Fahrer mit gefühlten 180km/h über die fürchterlichen Straßen Kambodschas gebrettert ist. Fast hätten wir auch noch das komplette Gepäck verloren, da der Kofferraum schlecht schloss und mehrere Male fast aufging. Abenteuer Kambodscha!

Aber glücklicherweise kamen wir alle heil in Battambang an und fuhren per Tuktuk zu unserer dortigen Unterkunft, dem Coconut House. Dieses liegt etwas außerhalb des Stadtzentrums, dafür aber relativ ruhig. Und wer abends doch noch mal Lust auf eine kleine Knabberei hat, kann sich bei den umliegenden Shops von Einheimischen versorgen. 

Leider war unser gebuchtes Zimmer nicht wirklich der Hit, da sehr dunkel und ungemütlich. Aber glücklicherweise hatten sie noch ein schöneres Zimmer vorne am Hotelpool frei, das zwar letztlich teurer, aber doch weitaus wohnlicher war. 

Nachdem die Anreise doch sehr lang und anstrengend war und ich immer noch etwas unter einer Magenverstimmung litt, gab es am Abend nur noch einen kurzen Spaziergang über den Markt und durch die kleinen Gässchen von Battambang. Hier war vor allem am Fluss sehr viel los, auch die Touristenanzahl stieg im Vergleich zu Phnom Penh deutlich an. 

Über das Hotel mieteten wir uns am zweiten Tag vor Ort zwei Roller, da unsere Ziele etwas außerhalb der Stadt lagen. Für den Preis von 8,-$ am Tag konnte man nicht meckern, auch wenn es letztlich doch teurer wurde…dazu aber später mehr.

Nördlich von Battambang liegen mehrere Tempel, die man recht schön abfahren kann und bei denen kaum etwas los war. Die Fahrt dorthin war relativ entspannt und ging durch mehrere kleine Dörfer und vorbei an Schulen und Massen an Schülern auf Fahrrädern, die alle ganz aufgeregt gewunken und gegrüßt haben. Einzig und allein ein Bauabschnitt einer Straße war für einen Roller-Noob wie mich schon eine Herausforderung, da der lose Schotter und Kies nicht gerade angenehm zu befahren war.

Nach einer kurzen Stärkung bei einer kleinen Garküche und einem Tankstopp(hier wird das Benzin am Straßenrand in Glasflaschen verkauft) ging es wieder Richtung Innenstadt. Bei einem chinesischen Supermarkt machten wir kurz Halt um uns mit Süßkram und Wasser einzudecken, da wir noch einiges an Strecke vor uns hatten, leider machte ich danach aber eine sehr unschöne Begegnung mit einem kambodschanischen Kleinwagen. Dieser krachte in mich hinein, fuhr aber unbehelligt weiter und ließ mich erstmal auf der Kreuzung stehen. Abgesehen von einem kurzen Schreck und einem blauen Fleck ist mir glücklicherweise nichts passiert, allerdings war mein linkes Licht am Roller nun nur noch ein Meer aus Splittern und mehreren losen Teilen.

Aber nach einer kurzen Verschnaufpause ging es dann weiter Richtung Süden, entlang am Sangker-Fluss. Unser nächstes Ziel war Prasat Banan, eine Tempelanlage hoch über den Wäldern von Battambang, genauer gesagt 358 Treppenstufen hoch. Schweißtreibend, aber dafür entschädigte der unglaubliche Ausblick über die ganze Region. Sehr sehenswert!

Aber es sollte noch beeindruckender kommen…denn auf der Rückfahrt Richtung Battambang machten wir Halt bei Phnom Sampeau, einem Kalksteinfelsen, der nicht nur ein unglaubliches Naturspektakel, sondern auch noch die Killing Caves und eine große Tempelanlage zu bieten hat. Unsere Roller parkten wir unten am Fuß des Berges und liefen hoch, was im Vergleich zu den Stufen hoch zu Prasat Banan, fast schon gemütlich war. Aber auch hier belohnt der tolle Ausblick über die Landschaft die Mühen. Nun hieß es aber wieder pünktlich runterzukommen, da bei Dämmerung die Hauptsensation startete.

Denn Abend für Abend fliegen unzählige Fledermäuse aus der Höhle und verteilen sich über die komplette Region. Und das wird hier zum echten Spektakel gemacht. So kann man sich an einem der zahlreichen Tische niederlassen und bekommt Getränke oder Essen serviert und hat beste Aussicht auf den Fledermausschwarm. Ob hier die Touristen oder die kleinen Blutsauger in der Überzahl sind, ist schwer zu sagen. Wahrscheinlich sind es die Fledermäuse, denn selbst nach einer halben Stunde reißt der Schwarm, der aus der Höhle kommt, einfach nicht ab. Wow! Muss man sich unbedingt anschauen, wenn man in der Nähe ist.

Durch die Dämmerung und mit nur einem Licht…wir erinnern uns…ging es nach diesem Naturspektakel dann zurück in die Unterkunft. Leider musste ich den Schaden in Höhe von 20$ natürlich bezahlen, denn die Reparatur wäre „ganz schön kompliziert“. Nach einem stärkenden Abendessen ging es dann ins Bett, denn wir waren echt ganz schön platt und letztlich hatten wir für den nächsten Tag ja einiges geplant.

Doch wie das so oft ist mit solchen Plänen…nichts war es. Denn aufgrund der krassen Sonneneinstrahlung hatte ich einen erstklassigen Sonnenstich und war gezwungen, den Tag im Hotel zu verbringen. Und somit wurde es nichts mit der Erkundung von Battambang und dem Besuch des Zirkus’ am Abend. Phare Ponleu Selpak, so der Name des Zirkus, kostet 14$ Eintritt und hatte laut meiner besseren Hälfte eine tolle Show zu bieten. Ich schaute währenddessen dem Deckenventilator beim Drehen zu…auch irgendwie artistisch. 

Am nächsten Tag ging es dann weiter zu unserer nächsten Station. Immer noch etwas wackelig auf den Beinen musste ich aber erst einmal nichts anderes machen als vier Stunden im Bus zu sitzen. Denn Angkor wartete auf uns!

Wow, nur wow! – Siem Reap & Angkor

Nach unserer Ankunft in der Stadt nahmen wir uns ein Tuktuk zu unserer Unterkunft, da diese doch ein Stück außerhalb des Zentrums lag und der Weg mit Rucksäcken doch etwas beschwerlich gewesen wäre.

Und schon auf der fahrt zur River Bay Villa fiel einen der internationalere Charakter von Siem Reap auf. Selbst im Vergleich zu Phnom Penh sah man viel mehr große Werbetafeln, Läden und einen erheblich größeren Anteil an Touristen. Dies liegt natürlich vor allem an dieser kleinen, fast unbekannten Tempelanlage von Angkor vor den Toren der Stadt. Dazu aber später mehr! 

Unsere Unterkunft, die River Bay Villa, war ein kleines Hotel mit so um die 15 Zimmer, einem Restaurant und einem Pool direkt am Ufer des Flusses Siem Reap. Es lag zwar etwas außerhalb, zu Fuß oder mit dem Rad konnte man aber die Innenstadt recht gut erreichen. Aber auch Tuktuks standen natürlich zu jeder Zeit bereit.

Die ruhige Lage war perfekt, auch das angeschlossene Restaurant überzeugte mit vielen Leckereien und einem guten Frühstück. Highlight war definitiv der Pool, der nach den schweißtreibenden Forschungsmissionen durch Angkor perfekt zum Abkühlen war.

Am Abend des ersten Tages stürzten wir uns gleich mal in das Geschehen in der Innenstadt und sicherten uns für den nächsten Tag Räder für die Tour zu Angkor. Diese kosteten 5$ für 24 Stunden und waren in Sachen Ausstattung ok. 

Wer sich das Elend der Welt mal genauer anschauen will, sollte abends in Siem Reap durch die Touri-Partymeile gehen. Schlimm…einfach nur schlimm. Überall Touris, die ihr Limit nicht kennen oder die einheimische Mädchen abschleppen wollen. Dazu Partymusik vom Allerschlimmsten. Schrecklich! Schnell weg hier…

Da konnte nur ein leckeres Abendessen helfen und somit suchten wir uns ein nettes Plätzchen im Pan & Pot. Dort trifft man auf viele Backpacker, aber das Essen ist lecker und es gibt viele kambodschanische Spezialitäten.

An Tag 2 in Siem Reap sollte es nun endlich zu den Tempeln von Angkor gehen. Somit schwangen wir uns nach einem stärkenden Frühstück auf die Räder und radelten Richtung Angkor. Dank etwas widersprüchlicher Aussagen standen wir dann zwar irgendwann an der Ticketkontrolle, hatten jedoch keine Möglichkeit dort den Eintritt zu bezahlen. Eigentlich sollte die Kasse bzw. das Besucherzentrum auf dem Weg liegen, aber da war nichts. 

Wie wir dann erfuhren, gibt es da ein neues Zentrum, das allerdings 10km in die andere Richtung liegt. Schon leicht genervt, mieteten wir uns ein Tuktuk, das uns dann dorthin brachte.

Warum man das Besucherzentrum soweit weg vom eigentlichen Ort baut, ist wirklich fraglich. Nach einem kurzen Fotoshoot für den Besucherausweis und dem Überreichen von 62$ für drei Tage pro Person ging es wieder zurück zur Ticketkontrolle und endlich auf das Gelände von Angkor. Gleich am Eingang begrüßt einen Angkor Wat, die Hauptattraktion des Ganzen, die wir uns aber für den letzten Tag aufheben wollten. Denn meine Frau hatte einen Plan…

Erst einmal wurde man jedoch von der Vielzahl an Touristen erschlagen, denn das kannten wir bisher aus Kambodscha nicht. Wow! Dank unserer Räder kamen wir aber gut voran und konnten an interessanten Plätzen absteigen und uns umschauen. Zunächst fielen einem die extrem detailreichen Verzierungen der Mauern und Tore auf, die das Gelände umgeben. Teilweise sind diese gut erhalten, manches ist aber auch schon verfallen.

Aufgrund der Größe des Areals(mehrere Hundert Quadratkilometer) werden die Eingänge zu jedem Tempel einzeln bewacht und dort die Tickets kontrolliert. Die verschiedenen Tempel sind einmal recht verschachtelt aufgebaut, ein andermal fast schon pyramidenhaft. Einige sind gut erhalten, andere wurden von der Natur und den Menschen schon recht in Mitleidenschaft gezogen.

In Sachen Touri-Aufkommen gab es einige Tempel, bei denen es übervoll war und wo vor allem Fotospots nervten, die mitten im Weg durch den Tempel lagen. Warum braucht jeder Besucher ein Foto eines besch… Baums?!? Leute. Am Ende landen die Fotos dann eh nur bei Facebook…Gratulation. Vor allem am „Tomb Raider“-Tempel Ta Prohm, Angkor Thom und eben Angkor Wat war es doch recht voll. Vor allem bei Letzterem kam es dadurch zu extremen Wartezeiten von über einer Stunde nur um in den obersten Bereich zu kommen. Das taten wir uns dann doch nicht an.

Weitere Highlights waren die Elefantenterrasse und das Bayon mit seinen unheimlichen Gesichtern. Das muss man mal gesehen haben! Wow, wow, wow! 

Auch das Radfahren hin zur Tempelanlage und zurück in die Stadt war sehr angenehm. Zwar gab es vor allem beim Rückweg(wir machten einen kleinen Umweg) einige Straßenabschnitte, die stark befahren wurden, aber das war schon ok. Aber gut einschmieren und einen Helm bzw. Mütze tragen! Der Sonnenstich…ihr wisst.

Da wir die Räder noch abgeben mussten, radelten wir direkt in die Stadt und gönnten uns unser Abendessen bei Holy Khmer, guter regionaler Küche.

Tag 2 in Angkor wollten wir mit etwas weniger Sonneneinstrahlung verbringen und somit mieteten wir uns einen Fahrer für zwei Tage. Das kostete uns 20$, brachte aber einige spannende Einblicke in den Tourismus im Land mit sich. Dazu später mehr. 

Zu den Tempeln habe ich oben ja schon einiges geschrieben. Highlight heute war definitiv der Sonnenuntergang auf Pre Rup. Hier lohnt es sich aber pünktlich zu kommen, denn mit der Zeit wird es da ordentlich voll, aber zum Glück hatten wir Premium-Plätze. 

Während es an den größeren Tempeln unzählige Stände und kleine Restaurants gibt, sind an den ruhigeren Anlagen vor allem Kinder unterwegs, die Postkarten oder Fächer verkaufen wollen. Die Kleinen sind wirklich aufdringlich und weichen einem für Minuten nicht von der Seite. 

Zurück in der Stadt gönnten wir uns nach einem Spaziergang über den Markt einen feinen Burger bei Burger Gourmand und eine Nachspeise in Form einer Ice Roll. Ach ja…im Zusammenhang mit Kambodscha sieht und hört man häufig davon, dass dort Insekten wie Skorpione oder Spinnen gegessen werden. Die sind uns während unserer Reise genau einmal über den Weg gelaufen und zwar in Siem Reap auf dem Touri-Nachtmarkt.

An unserem letzten Tag in Angkor stand noch das Highlight an, Angkor Wat. Trotz Sonnenstich, den diesmal meine Frau hatte, und 36 Grad war dies ein recht gelungener Abschluss unserer Tempel-Tour.

Es gibt sicherlich schönere Tempel als den Wat in Angkor, aber in seiner Größe und dem Zustand ist das schon alles recht beeindruckend. Mit dem Wasser und dem Dschungel rund um die Anlage entsteht dort trotz Tausender Touris eine ganz interessante Stimmung. Aktuell arbeitet dort ein deutscher Archäologe an der Instandhaltung des Tempels, hierzu gibt es eine kleine Infohütte in der man sich über die Art und Weise der Restauration informieren kann.

Unser Fahrer erzählte uns auf dem Rückweg in die Stadt vom Tourismus im Land und jammerte dabei vor allem über die Chinesen. Diese kommen zwar in Scharen nach Kambodscha, bringen dem Land aber kaum etwas, da diese in ihren eigenen Hotels wohnen, ihre eigenen Reiseunternehmen nutzen und sich auch sonst kaum außerhalb ihrer Reisegruppe bewegen. Finanziell lohne es sich also nicht. Darüber war er sehr frustriert und sehr verärgert. Welchen Einfluss China auf das Land hat, sollten wir zu einem späteren Zeitpunkt noch merken.

Geschafft von unserem dreitägigen Trip durch die Tempel Angkors gönnten wir uns am Abend ein leckeres Essen im Hotel, ehe es morgen dann per Flugzeug nach Chinatown…äh…Sihanoukville gehen sollte. Zum Glück nur kurz…

Inselparadies Koh Rong Sanloem

Mit Cambodia Angkor Air(Flüge waren easy online zu buchen) ging es vom kleinen Flughafen in Siem Reap zum noch kleineren Airport in Sihanoukville. Da die Chinesen diese Stadt aber als ihr neues Reisedomizil festgelegt haben, wird dort nicht nur ein neuer Flughafen gebaut, sondern anscheinend die ganze Stadt von chinesischen Bauunternehmen auf links gedreht. So werden zahlreiche Casinos und Hotels unter chinesischer Hand gebaut. Für Touristen aus China.

Am Flughafen angekommen, nahmen wir uns ein Taxi für 20$ zum Serendipity Beach, an dem auch die Fähren zu den Inseln Koh Rong und Koh Rong Sanloem anlegen. Unser Ziel war Letztere zu der es für 22$ pro Person ging. Da wir noch etwas Zeit hatten, genehmigten wir uns eine Kokosnuss und Pommes am Strand.

Die Fähre nach Koh Rong Sanloem fährt insgesamt drei Haltestellen ab und benötigt knapp zwei Stunden zur Insel. Die Fahrt war etwas holprig zu Beginn, wurde dann aber zum Glück etwas ruhiger. Ich hasse Fähren…

Anlegestelle auf Koh Rong Sanloem ist Saracey Beach, unsere Unterkunft lag aber genau auf der gegenüberliegenden Seite der Insel. Daher schnallten wir unsere Rucksäcke fest und begaben uns auf eine 40-minütige Reise einmal quer über die Insel über Stock und Stein. Solltet ihr auch auf diese Seite der Insel wollen, zieht festes Schuhwerk an. Zwischendurch wurde es nämlich ganz schön steinig, steil und rutschig. Da uns aber immer wieder mal Menschen und sogar ein Hund begegneten, wähnten wir uns auf dem richtigen Weg.

Und siehe da…irgendwann tat sich vor uns der Sunset Beach auf und gleich neben dem Pfad lag unsere Unterkunft für die nächsten vier Tage, Sunboo Beach Village.

Diese wird von sympathischen Österreichern und einem Deutschen geführt und verfügt über eine Handvoll Bungalows. Neben mehreren Pavillons am Strand(mit Hängematte und Tisch) gibt es im dazugehörigen Restaurant Pizza aus dem Steinofen und feines Frühstück. 

Da wir uns die kommenden Tage eigentlich nur an diesem Strand bewegten und die meiste Distanz zwischen Pavillon und Bungalow zurücklegten, gibt es nicht viel zu berichten. Wer mal Ruhe haben will(ja, auch Internet gibt es keines), ist hier perfekt aufgehoben. 

Den Tag verbrachten wir also mit Schlafen, Essen, Lesen und meine Frau mit gelegentlichen Ausflügen ins Wasser…das wars. Der Sunset Beach ist sehr gechillt. Zwar gibt es hier mehrere Unterkünfte, aber alle die hier herkommen, wollen eher entspannen als Party machen.

Meine Frau konnte es dennoch nicht lassen Extremsport zu machen…so ging sie mehrere Male zum Yoga. Auch beim Tauchen wäre sie nicht abgeneigt gewesen, allerdings sind hier fast nur Anfänger am Start, die ihren Schein gerade machen. Nichts für einen Profi!

Da man die Tickets für die Rückfahrt bereits mit der Hinfahrt erwirbt, muss man einen Tag vorher bestätigen, dass man zurück ans Festland möchte. Dies erledigte netterweise die Unterkunft für uns.

Die Rückfahrt mit der Fähre war fast eine Stunde später als geplant und wieder einmal ein wilder Ritt über die Wellen…schlimm. Aber wir haben überlebt, nur um uns dann in einen ätzenden Bus zu quetschen mit dem es dann drei Stunden lang nach Kampot ging. Das Busunternehmen, Champa, kann man nicht wirklich empfehlen. Wir mussten erst auf einen Minivan warten, der uns dann zum richtigen Reisebus brachte. Dieser war voll bis auf den letzten Platz, war aber nicht für so viel Gepäck ausgelegt. Also lagen dann viele Rucksäcke gestapelt im Mittelgang des Busses. In Kombination mit den schlimmen Straßen mit Schlaglöchern, in denen schon Smarts verschwunden sind, nicht schön.

Auch die Kommunikation war miserabel. Denn in Kampot City angekommen, mussten wir alle aussteigen. Keiner wusste warum, schließlich wollten wir weiter nach Kep. Auch auf Nachfrage bekam man keine ordentliche Antwort, letztlich mussten wir dort auf einen weiteren Minibus für den Weg nach Kep warten. Zum Glück waren das nur dreißig Minuten Fahrt…

Kep – Da wo der Pfeffer wächst…

Nach dieser knapp vierstündigen Odyssee kamen wir dann letztlich doch auch mal an unserem Ziel an, den Bacoma Bungalows. Diese werden von einem netten Schweizer geführt und liegen nur ein paar Minuten Fußmarsch vom Hafen entfernt. Hinter einem gemütlichen Empfangsbereich, in dem auch das Frühstück oder Abendessen serviert wird, öffnet sich ein riesiger Garten in dem mehrere Bungalows stehen. Neben kleineren Hütten mit Gemeinschaftsbad gibt es auch größere Häuser mit Dusche & Co.

Wir hatten einen Bungalow mit Bad und Mitbewohnern. Denn aufgrund der offenen, da traditionellen Bauart der Häuser kann es schon mal sein, dass Geckos an der Decke entlang huschen. Bei uns wohnte sogar ein Frosch hinter dem Badezimmerspiegel, den wir aber nach draußen beförderten. Wie wir am nächsten Tag vom Besitzer erfuhren, wohnte dieser da schon länger…ups.

Am Abend unserer Ankunft reichte die Energie nur noch für einen Spaziergang zum Hafen und ein stärkendes Mahl im Holy Crab. Wie es der Name schon vermuten lässt, geht es dort vor allem um Krabbengetier, da diese dort auch gefangen werden. Und lecker war das! Wow!

Der nächste Tag war wieder etwas ergiebiger und laufintensiver, denn wir machten einen Spaziergang durch den Kep Nationalpark. Dessen Eingang lag nicht weit entfernt von unserer Unterkunft und nach einem kurzen steilen Aufstieg konnte man gemütlich entlang des Bergs wandern und die Aussicht auf Kep und das Meer genießen.
Leider hat der Park aber seine besten Zeiten hinter sich, denn viele der Gebäude waren geschlossen oder verfallen, einige Wege sogar verwuchert, so dass man sich gar nicht mehr sicher sein konnte, ob man noch auf dem richtigen Weg ist.

Unsere Tour führte uns einmal um den Berg herum, unterwegs traf man hin und wieder andere Touristen, auch ein paar Affen waren mal zu sehen. Auch an einer kleinen Tempelanlage kamen wir vorbei, bei der wir kurz Halt machten und uns eine Verschnaufpause für den letzten Wegabschnitt gönnten.

Nach einem kurzen Abstecher zum Strand und Beobachtungen, wie kompliziert es für die Mönche aufgrund ihrer zahlreichen Kleiderschichten ist, baden zu gehen, gönnten wir uns noch eine kalte Coke bzw. eine Kokosnuss und schlenderten zurück in die Unterkunft. Den Abend ließen wir dann am Crab Market mit einem riesigen Berg gebratenen Reis und  feinstem Krabbenfleisch ausklingen.

Am letzten Tag in Kep stand noch ein Besuch einer Pfefferplantage auf dem Plan. Diese findet man sehr häufig in Kep und viele davon bieten Touren für Besucher an. Unser Host, der Schweizer, organisierte uns einen Fahrer, der uns zu Sothys Pfefferfarm brachte. Dort angekommen wurde man erst einmal in die Welt des Pfeffers eingeführt und anschließend gab es eine kleine Führung durch die Plantage und die verschiedenen Prozesse.

Die Tour an sich ist kostenlos, natürlich nimmt man dort in den Shops aber zumindest ein Päckchen Pfeffer oder andere Souvenirs mit. 

Der Tuktuk-Fahrer, der uns zur Plantage fuhr, bot uns für 30$ an uns nach Kampot zu unserer letzten Unterkunft dieser Reise zu fahren. Gesagt, getan.

Kampot – Der Schluss

Nach knapp drei Wochen waren wir also nun auf dem Weg zu unserer letzten Unterkunft, Sabay Beach. Und der Trend der nicht gerade angenehmen Anreisen sollte sich fortsetzen. Denn auch wenn die erste Hälfte unserer Tuktuk-Fahrt über die Schnellstraße recht schön war, gestaltete sich der letzte Abschnitt als Staub- und Schlaglochfestival vor dem Herrn. Was für eine Straße! Da dort gerade gebaut wird, fahren dort zahlreiche Laster, die Staub ohne Ende aufwirbeln, generell sind die Straßenverhältnisse eine Katastrophe. 

Aber das Geschaukel und die staubigen Klamotten lohnten sich, denn die Unterkunft liegt in einer kleinen und ruhigen Plantage, hat nur wenige Betten, ein Restaurant und einen eigenen Strandbereich.

Unser Zimmer war mit einem Doppel- und einem Etagenbett ausgestattet und hatte ein helles und sauberes Bad. Passt!

Nachdem der Weg in die Stadt so strapaziös ist, entschieden wir uns für einen gediegenen Abend in der Unterkunft und genossen das leckere Essen im dortigen Restaurant. Dank gemütlicher Sessel und Blick auf den Fluss konnte man es dort ganz gut aushalten. Außerdem sorgten die kleinen Kätzchen für ausreichend Unterhaltung, aber auch Neid unter den Gästen, wer mit diesen nun spielen darf.

Am nächsten Morgen ging es dann nach Kampot und erst einmal zum Frühstücken. Im Epic Arts Café fanden wir zum Glück noch ein Plätzchen, so dass wir das grandiose Essen dort genießen konnten. Nach einem leckeren Stück Käsekuchen als Vorspeise ging es dann an den mega-genialen Bagel mit Speck, Sauce Hollandaise, Spinat und anderen Leckereien. Wow! Das Café wird hauptsächlich von Taubstummen und anderen Menschen mit Handicap betrieben, im zweiten Stock gibt es außerdem einen kleinen Shop. Sollte man mal reingehen! Es lohnt sich.

Nun hatten wir also genug Kraft getankt, um uns Kampot mal näher anzuschauen. Vor allem die Architektur dort ist schon sehr spannend, denn viele der Gebäude stammen noch aus der Kolonialzeit. Zusammen mit vielen kleinen Shops und wenig Verkehr entsteht dort eine ganz besondere Atmosphäre. 

Auch zum Souvenir-Shoppen, was noch auf unserer To Do-Liste stand, eignet sich Kampot hervorragend und ließ uns so einiges finden, was wir den Lieben zuhause mitbringen wollten. 

So verbrachten wir unseren vorletzten Tag in Kambodscha recht entspannt und schlenderten durch die Straßen der Stadt. 

Am nächsten Morgen mussten wir zum Kreisverkehr mit der großen Durian(die ist zum Glück nicht echt und stinkt daher nicht), denn dort fuhr unser Bus Richtung Phnom Penh ab. Zum Glück war es diesmal ein etwas „luxuriöserer“ Bus mit genug Stauraum für das Gepäck, sogar einen kleinen Snack und Wasser gab es für die Fahrt. Aber das konnten wir auch gut gebrauchen, denn vor uns lag eine sechsstündige Reise zurück in die Hauptstadt zum Flughafen.

Die Fahrt war genauso ruckelig und zuckelig wie die vorherigen, denn anscheinend wird überall in Kambodscha gerade gebaut, vor allem an den Straßen. Natürlich sorgten auch zahlreiche abenteuerliche Verkehrsteilnehmer für Stau, aber mittlerweile war man das alles ja gewöhnt. Trotzdem war eine kleine Anspannung da, ob wir es zeitig zum Flughafen schaffen. Denn trotz großem Zeitpuffer war der Verkehr in Richtung Phnom Penh einfach eine Katastrophe!

Letztlich kamen wir aber wohlbehalten und pünktlich am Airport an und konnten dann in den Flug zurück Richtung Dubai steigen. Auch dieses Flugzeug machte wieder einen kurzen Zwischenstopp, aber dank Nachtflug & Co. bekam ich davon nicht viel mit und wachte erst wieder kurz vor den Vereinigten Arabischen Emiraten auf.

Alles in allem war der Kambodscha-Urlaub eine interessante Angelegenheit. Dinge wie Angkor Wat muss man sich definitiv mal selbst angeschaut haben, das wirkt im Fernseher nur halb so beindruckend. Auch die Zeit auf Koh Rong Sanloem will ich nicht missen, denn einfach mal Nichts zu tun und mal ohne Internet & Co. auszukommen, ist auch entspannend.

Die Kambodschaner waren immer nett und freundlich, nur in den seltensten Fällen aufdringlich und dann auch nur in den extremen Touri-Ecken. 

Was mich am meisten verwundert hat, waren aber die Kosten im Urlaub. Von Malaysia und besonders Indonesien kannte ich es bisher so, dass es relativ günstige Länder sind. Aber da ist auch alles billiger, egal ob Dienstleistung, Essen oder Verkehrsmittel.

In Kambodscha aber gab es da diese extremen Unterschiede. Bestes Beispiel: man konnte sich dort für nicht einmal vier oder fünf US-Dollar massieren lassen, Essengehen war aber meist nicht unter 15$ möglich. Die Preise in den Supermärkten waren fast auf europäischem Niveau, auch Tuktuk- oder Taxifahrten waren extrem teuer im Vergleich zur geläufigen Preisstruktur. Und dann ist das Land aber immer noch so extrem arm. Ein Gegensatz, der mich auch nach dem Urlaub noch beschäftigt hat. 

Das Schlimmste an Kambodscha aber waren die alten weißen Männer, die stolz mit ihren gerade erst volljährigen Eroberungen herumstolziert sind oder die sich in den Lokalen wie die Kings gefühlt und dementsprechend aufgeführt haben. Ätzend, dass man die Situation solcher junger Frauen ausnutzt.  

    

Iran 2018 – Kapitel 1

Vor zwei Wochen habe ich über Amazon mein Ebook „Iran – Eine Reise zwischen Kebap und Koran“ veröffentlicht. Als kleinen Bonus für die Leserinnen und Leser meines Blogs möchte ich nun das erste Kapitel gratis hier veröffentlichen, damit ihr schon einmal reinlesen könnt und eine kleine Ahnung von dem habt, was euch erwartet…Viel Spaß dabei! Und Feedback ist unbedingt erwünscht!

 

Das Hirngespinst

 

Da sitzen meine Frau und ich also nun und warten am Frankfurter Flughafen auf unseren Abflug in den „Schurkenstaat“ Iran. Während ich mich noch etwas über die verpasste Gelegenheit eines Upgrades in die Business-Klasse eines späteren Fluges ärgere, mir aber bewusst ist, dass wir so fast einen kompletten Tag in Teheran verloren hätten, gehen mir die unzähligen Warnungen und Fragen von Freunden, Kollegen und Verwandten in den Wochen vor unserer Reise noch einmal durch den Kopf.

„Iran? Da herrscht doch Krieg!“, „Kann man da Urlaub machen?“ oder „Ihr seid aber mutig!“ sind da fast schon die harmlosesten Aussagen. Andere kennen das Land nur aus der aktuellen Medienlandschaft, die außer dem Atomprogramm, Unterstützung des Assad-Regimes und immer wieder kehrenden Problemen mit Israel und den USA keine anderen Themen kennen und Land und Leute komplett vergisst. Auch der starke Einfluss des Islam auf den Alltag im Iran und die in Deutschland zunehmende politische und gesellschaftliche Diskussion über diese Religion lässt viele natürlich aufhorchen und zunächst nur an Kopftücher, Terroristen und Moscheen denken.

 

Für mich begann das Hirngespinst einer Iran-Reise schon vor circa zehn Jahren nachdem ich den genialen Animationsfilm „Persepolis“ gesehen hatte, der auf dem gleichnamigen Comic von Marjane Satrapi basiert. Nach dem Genuss dieses Meisterwerks, welches witzig und tragisch zugleich ist, habe ich mich näher mit dem Land befasst und war vor allem von dessen landschaftlicher Vielfalt, aber auch der jahrtausendealten Kultur und der jüngsten Geschichte begeistert und angezogen. Aufgrund des damaligen Präsidenten Ahmadinedschad  hatte man aber ein noch schlechteres Bild in den Medien erzeugt als aktuell und auch die Sanktionen waren wesentlich strenger gegenüber dem Iran als sie es heutzutage sind. Auch meine Jungfräulichkeit was Fernreisen angeht, hielt mich damals von solch einem Urlaub ab und brachte mich erst mal in weitaus „komfortablere“ Länder in Ostasien und Südostasien. Daher sollte eine Iran-Reise weiterhin nur ein Hirngespinst bleiben.

Doch als ich vor zwei Jahren im winzigen, fast unscheinbaren Sultanat Brunei im Norden Borneos unterwegs war, kam diese Idee wieder in die wichtigen Teile meines Hirns zurück. Denn ich mochte die dortige Atmosphäre sehr und auch wenn Brunei eher arabisch als persisch geprägt ist, stieg in mir die Neugier auf einen Besuch des Irans wieder. Hinzu kam in den vergangenen Jahren, dass sich das Land auch Touristen gegenüber immer mehr öffnete und man dort mittlerweile recht einfach und gefahrlos umherreisen kann. Das Hirngespinst war also zurück und wollte nun einfach in die Tat umgesetzt werden. Bevor unsere Reise nach Persien jedoch beginnt, möchte ich deutlich machen, dass dieses Buch meine Erlebnisse im Iran schildern soll und ich zwar auch über politische und religiöse Dinge schreiben werde, aber mir hier keinerlei Urteile erlauben werde.

Unsere Reise in den Iran – Reisebericht mal anders…

Seit über fünf Jahren habe ich auf dieser Seite jedes Jahr mal mehr, mal weniger ausufernde Reiseberichte über unseren Jahresurlaub gepostet. Aufmerksame Leser werden dies im letzten Jahr vermisst haben. Der Grund dafür ist ganz einfach. Nein, wir sind nicht zuhause geblieben, sondern die Reise in den Iran hat mich letztlich so beeindruckt, dass ich die Erlebnisse in noch ausführlicherer Form festhalten wollte.
Denn das was wir vor Ort im alten Persien gesehen und erlebt haben, deckt sich einfach nicht mit dem Bild des Irans wie es bei uns im Westen herrscht. Natürlich hat man als Tourist nicht den Einblick in alle Lebensbereiche und dass es vor Ort sicherlich Missstände gibt, ist nicht von der Hand zu weisen. Aber neben den faszinierenden Städten und der Kultur waren es vor allem die Menschen vor Ort, die einem den Aufenthalt so großartig wie möglich gemacht haben. Selbst in Japan haben wir eine solche Gastfreundlichkeit nicht erlebt. Außerdem war das Interesse der Menschen an uns als „Westler“ und was wir von ihrem Land halten riesig. Dass so etwas zu spannenden Gesprächen führt, sollte klar sein.

Diese Dinge habe ich nun also in einem Ebook zusammengefasst, das mit einigen Bildern meiner lieben Frau angereichert ist. Aktuell ist „Iran – Eine Reise zwischen Koran und Kebap“ über Amazon als Version für das Kindle erhältlich und kann hier bestellt werden. Ich würde mich über Feedback freuen! Schließlich ist es mein erstes Projekt in dieser Größenordnung…

Xièxie! – Taiwan 2017 Teil 2

Südostasien in Taiwan – Tainan

 

Nach unserem kurzen Abstecher ins Landesinnere ging es per Bus und Bahn in das heiße Tainan, welches einen komplett anderen Eindruck hinterließ als die anderen Städte, die wir während unseres Taiwan-Trips besuchten. Denn Tainan ist wesentlich quirliger und chaotischer als zum Beispiel Taipeh, vor allem aufgrund seines immens hohen Rolleraufkommens rund um den Bahnhof. Gemischt mit der Hitze und dem leichten Sonnenstichs vom Vortag waren die ersten Stunden dort recht überfordernd, was sich aber in den Abendstunden bessern sollte.

 

Wir wohnten im Ing Wang Hotel, welches gute 15 bis 20 Minuten Fußmarsch vom Hauptbahnhof entfernt liegt und in einer ruhigen Nebengasse zu finden ist. Das Personal war mal wieder superfreundlich, das Zimmer leider recht klein und die Klimaanlage laut. Aber sonst war das Hotel absolut empfehlenswert, auch das reichhaltige Frühstücksbüffet mit Reis, Toast, Nudeln oder Porridge war einen Abstecher wert.

 

Am ersten Tag in Tainan schlenderten wir ein bisschen durch das Uni-Viertel hinter dem Hauptbahnhof und erkundeten die zahlreichen Shops in der Beimen Road. Mehr Kultur gab es dann an Tag 2 in Anping, welches ein altes Stadtviertel Tainans und mit dem Bus recht gut erreichbar ist. Bei der 45-minütigen Fahrt mit dem Bus durch die Stadt sieht man auch allerhand und so bekamen wir gleichzeitig auch noch eine tolle Tour durch die City. Die Linien 88 und 99 fahren ab dem Bahnhof in regelmäßigen Abständen, zahlen kann man auch diesen mit der Easy Card.

Neben den verwinkelten Gassen in Anping kann man sich allerlei Tempel, das Fort Zeelandia oder alte Damen beim Austernputzen anschauen. Wer es noch maritimer mag, hat in Laufweite noch den Hafen, der echt schön gestaltet ist und nicht so voll wie der Rest der Stadt ist.

 

Auch wenn wir auf unseren Reisen kaum zweimal im selben Restaurant oder Lokal essen, in Tainan hatte es uns eine Gaststätte besonders angetan: Chih Kan Dan Zai Noodles!!

Selten haben wir so gut gegessen und uns die Mägen vollgeschlagen. Was die Damen und Herren dort in der Küche gezaubert haben, ist der Wahnsinn. Egal ob feine Reisnudeln in Brühe mit Hack und frittiertem Knoblauch oder gedünsteter Milchfisch…da war ein Essen besser als das andere. Und denkt jetzt bloß nicht, dass das alles unglaublich teuer gewesen sei. Günstiger war es nur auf dem Nachtmarkt und so haben wir uns für knapp 15 bis 20€ Leckereien bis zum Umfallen gegönnt. Erkennen kann man das Lokal übrigens an der…äh…Kuhfigur mit recht großen..äh…„Eutern“..??!?!

 

Verregnetes Surfmekka – Kaohsiung

 

Nach der Hitze Tainans tat ein bisschen Abkühlung ganz gut und so war es nicht weiter schlimm, dass uns Kaohsiung mit etwas Regen begrüßte. Die Temperaturen waren immer noch deutlich über 20 Grad, aber das Fehlen der stechenden Sonne war kein sooo großer Verlust.

Nach Kaohsiung kamen wir per Zug und waren etwas über zwei Stunden unterwegs. Am Bahnhof angekommen reichte ein kurzer Anruf im Hotel und wir wurden recht flott von einem netten Angestellten mit dem Hotel-Shuttlebus angeholt.

 

Unsere Unterkunft in Kaohsiung war ein recht modernes Hostel und hieß Legends Hotel. Neben einer kunterbunten Gestaltung der Lobby war auch unser Zimmer mit einem psychedelischen Gemälde oberhalb des Bettes ausgestattet, außerdem gab es neben der gemütlichen Schlafmöglichkeit auch kostenlose Getränke und Instand-Nudelsuppe. Auch das im Preis eingeschlossene Frühstück bot wieder eine tolle Mischung aus westlichen und chinesischen Speisen. Da das Hotel in einer Nebenstraße liegt, ist der Verkehr recht gering, in zehn Minuten kann man zu Fuß die U-Bahn-Station City Council erreichen.

 

Trotz des Regenwetters, das immer wieder einmal der Sonne Platz machte, fuhren wir noch am ersten Tag mit der Metro Richtung Hafen und setzten dort mit der Fähre über auf die Insel Qijin, wo wir uns nicht nur den Leuchtturm und die alten Fortgemäuer anschauten, sondern auch einen Abstecher an den Strand machten. Und dort traf sich gerade die Surfszene Kaohsiungs und so war einiges zum Schauen geboten.

Nachdem wir den zweiten Tag einige Stunden in der Dream Mall verbrachten – mitsamt Fahrt mit dem Riesenrad auf deren Dach – und wir uns im Untergrund die Formosa Boulevard Station(eine wunderschöne Metro-Haltestelle mit Evolutionsgeschichte aus Glas)anschauten, nahmen wir auch noch einen Trip an den Lotus Pond auf uns. Dieser ist sehr sehenswert, aber bei schönem Wetter wohl noch eindrucksvoller.

Stichwort „eindrucksvoll“: die Kaohsiung Mass Rapid Transit, also die Metro, hat ihre eigenen Maskottchen in Form einiger Anime-Mädels. Neben unzähligen Postern, auf denen diese auf diverse Dinge hinweisen, gibt es sogar Souvenirshops für die KMRT-Damen.

 

Da wir in Kaohsiung sehr viel gelaufen sind, mussten wir uns leider auf dem hiesigen Nachtmarkt wieder die Bäuche voll schlagen. Schließlich sollte man die verbrauchte Energie auch wieder voll auffüllen. Alte Bauernweisheit!

In Laufnähe zu unserem Hostel befand sich der LiuHe-Nachtmarkt, den wir an beiden Abenden unseres Aufenthalts in Kaohsiung besuchten. Auch hier lag der Schwerpunkt wieder auf vielen frittierten und gebackenen Leckereien, auch ein Shaved Ice gab es mal als Nachtisch.

 

Schon wieder Surfer! – Kenting

 

Nach den vielen quirligen Städten ging es nun so langsam in den gemütlichen Teil des Urlaubs über und so machten wir uns mit dem Bus auf in die Richtung Kenting Nationalpark, genauer gesagt nach Jialeshui.

Da man dort nur schwer mit dem Zug hinkommt, haben sich zahlreiche private Busunternehmer auf diese Route spezialisiert, wir verließen uns dabei lieber auf eine offizielle Busfirma mit einem etwas moderneren Gefährt.

In Jialeshui angekommen, wurden wir von unserem nächsten Host, Winson abgeholt, der uns auch prompt auf der Fahrt zur Unterkunft einige interessante Spots in der Nähe zeigte.

 

Und Zeit dafür war ordentlich, denn Winsons House liegt etwas abgelegen von Jialeshui, dafür aber extrem ruhig. Der ehemalige Surfer Winson, der auch Surfstunden gibt(machte meine Frau einmal mit), ist ein sehr lockerer Typ, der sich dort sein eigenes kleines Hotel gebaut hat und saubere Zimmer bietet. Neben einem Frühstück, welches er uns jeden Morgen frisch zubereitete, war er auch für unsere Fragen offen und wusste allerlei zu erzählen. Er sorgt sowohl für Fahrrad- als auch Rollerverleih, die uns angebotenen Rädern waren jedoch eher mau. Auch die Roller haben ihren Dienst zwar verrichtet, waren jetzt aber in keinem vertrauenswürdigen Zustand. Dafür war es preislich recht ok.

 

Manzhou, der Ort in dem wir lebten, besteht aus nur wenigen Häusern und ein paar streunenden Hunden, liegt aber direkt am Meer. Zwar gibt es dort drei Lokale, allerdings sind die nicht unbedingt auf Touris eingestellt und machen meist um 18 Uhr zu. Es ist also empfohlen, euch in Jialeshui oder Kenting mit Essen einzudecken, wenn ihr nicht immer wieder dorthin fahren wollt.

Nachdem wir uns am ersten Nachmittag noch mit den Rädern abquälten, besorgte uns Winson am zweiten Tag Roller mit denen wir fortan durch die Gegend düsten. An der Küste entlangzufahren und immer wieder einmal anzuhalten, um die Aussicht zu genießen, machte richtig Spaß. Auch der abendliche Tropenregen konnte den Spaß auf dem Roller nicht verderben.

Von Jialeshui ging es nach Kenting(was in einigen Straßenzügen an Partymeilen auf Mittelmeerinseln erinnert) und weiter nach Hengchun. Ein absolutes Kuriosum war der dortige Strand hinter dem sich ein Atomkraftwerk erhebt. Ins Wasser sind wir dort nicht. Die Angst, am nächsten Tag mit einem zweiten Kopf aufzuwachen, war dann doch zu hoch. Ist zumindest ein wirklich seltsames Bild!

 

Wie schon gesagt, liegt Winsons House nicht gerade zentral und abends wollten wir dann doch nicht durch die Dunkelheit durch unbekannte Regionen fahren. Daher haben wir uns auf dem Markt in Jialeshui und dem örtlichen Family Mart mit Lebensmitteln eingedeckt.

An einem Abend lud uns Winson zum Grillen ein, da einige Freunde von ihm zu Besuch waren und so wurde ordentlich aufgetischt. Neben viel Muscheln und Fisch gab es auch gegrillte Krabben und eine Gemüsesuppe. Dass wir als Deutsche kein Bier mögen, hat die Taiwanesen sichtlich schockiert, das hat aber nichts an ihrer Geselligkeit geändert.

 

Inselurlaub – Green Island

 

Nachdem schon die Tage in Kenting sehr entspannt waren, ging es für uns nun Richtung Green Island. So brachte uns eine Bekannte von Winson gegen ein kleines Taschengeld mit dem Auto nach Fangshan, von dort ging es mit dem Zug nach Taitung. Dort angekommen schnappten wir uns ein Taxi, das uns zum Hafen und so zur Fähre nach Green Island brachte.

Die Überfahrt von Taitung nach Green Island kann sehr unangenehm sein und ist stark abhängig von der Wetterlage. Alternativ kann man auch von Taitung mit dem Flugzeug übersetzen, ich wollte dem Tod aber ins Auge sehen und wählte lebensmüde die Fähre…was ich bereuen sollte.

Denn die Fahrt ins grüne Paradies war eine der schlimmsten Bootsfahrten ever. So ist die Fähre zwar schon recht groß, die Wellen aber so extrem, dass alles von rechts nach links und von oben nach unten fällt.*Dramatisierung nicht ausgeschlossen* Und auch wenn ich meine Tabletten gegen Reisekrankheit genommen hatte, war mir etwas übel. Zum Glück gingen aber auch diese 40 Minuten vorbei.

Auf Green Island angekommen erwartete uns schon der Besitzer unserer Unterkunft, der unsere Rucksäcke entgegen nahm und uns auf E-Roller verfrachtete. Dies war insofern überraschend, da wir das nicht mitgebucht hatten, aber wohl im Preis inbegriffen ist.

 

Auf Green Island übernachteten wir in Jack’s Inn, welches einen recht netten Besitzer hatte, aber leider recht verlassen. Wir waren die einzigen Gäste zu dieser Zeit, hatten also unsere Ruhe. Das Zimmer war sauber und ordentlich, das Bad schon etwas älter aber auch noch vollkommen in Ordnung. Das Hotel liegt an der Nordküste und ist mit dem Roller innerhalb von zehn bis fünfzehn Minuten zu erreichen.

Der Shuttleservice für unser Gepäck vom und zum Hafen war kostenlos, sowie auch die beiden geliehenen E-Roller. Die Akkus der Roller mussten regelmäßig wieder gegen Volle ausgetauscht werden, was am Hafen gemacht wurde. Einmal bekamen wir sogar einfach neue Roller hingestellt.

 

Green Island selber ist eine kleine Insel, die man mit dem Roller in ca. eineinhalb Stunden umrunden kann. Neben dem Hafen gibt es noch ein paar kleinere Städtchen, die vor allem voller Tauchbasen sind. Denn Schnorcheln und Tauchen sind die Lieblingsbeschäftigungen der Touris, die nach Green Island kommen.

Für erfahrene Taucher wie meine Frau ist die Insel für diesen Sport allerdings nicht unbedingt zu empfehlen, denn die Tauchbasen sind vor allem auf Anfänger und Einzeltäter spezialisiert. Auch auf Anfrage bei mehreren Tauchbasen traute sich keine so richtig an die Westlerin ran, die die Meerestiefen rund um die Insel entdecken wollte. So hieß es selbst ist die Frau und sie ging schnorcheln. Und das ohne aneinander gebundene Schnorchler, die nur dreifach abgesichert im knöcheltiefen Wasser umher planschten.

Neben einigen Trails, die wir uns hoch und runter geschwitzt haben, gibt es viel auf der Insel zu entdecken. Egal ob der kleine Tempel in der Höhle, das verlassene Dorf an der Ostseite der Insel oder die kurvigen Straßen die ein tolles Auf und Ab bieten…Green Island ist definitiv eine Reise wert!

An einem Abend gingen wir außerdem in die Haishui Wenquan-Therme, deren heißes Salzwasser eine echte Attraktion ist. Die Therme hat rund um die Uhr offen, etwas albern war aber die Badekappen-Pflicht. Schlimmer war nur, dass wir zwar von unserem Host vermeintliche Kappen bekamen, diese sich allerdings als Duschkappen herausstellten. Dadurch dass es an dieser Stelle der Insel auch noch so unglaublich windig ist, war man mehr damit beschäftigt, diese Kappe irgendwie auf dem Kopf zu halten statt die Therme zu genießen. Als einzige Westler waren wir auch ein echter Hingucker dort!

Doch Green Island ist nicht nur für seine schöne Seiten bekannt, denn früher war die Insel vor allem dafür bekannt, dass man unliebsame Gegner des Regimes dort in das Gefängnis steckte. Das Gelände kann man auch heute noch besichtigen, neben den zerfallenen Baracken gibt es auch ein Museum, welches stark an das KZ in Dachau erinnert. Ein eher unschöner, aber interessanter Platz auf Green Island.

Wer Strände zum Baden und Sonnen sucht, sollte auf alle eher an der Südseite der Insel suchen. Aufgrund des starken Wellengangs und der starken Winde sind die Ost- und Westseite recht ungeeignet dafür.

 

Die größte Auswahl an Lokalen bietet vor allem die „Hauptstadt“ Nanliao, hier gibt es neben taiwanesischen Spezialitäten aber auch Exotisches wie Pizza oder Burritos. Hier merkt man, dass man vor allem auf ein jüngeres Publikum ausgelegt ist. Unter der Woche ist übrigens deutlich weniger los als am Wochenende, so haben auch einige Lokale eher oder komplett geschlossen.

 

Die Rückfahrt mit der Fähre war dann übrigens weniger übelkeitserzeugend als befürchtet und doch recht gemütlich. Da war die anschließende Formel 1-Fahrt des Taxifahrers zum Bahnhof wesentlich aufregender, aber schließlich mussten wir ja auch unseren Zug nach Taipeh erwischen.

 

Die letzte Nacht verbrachten wir also wieder in Taiwans Hauptstadt, genauer gesagt im Park City Hotel in Luzhou. Das Hotel war für seinen Preis unglaublich komfortabel, der Ausblick auf die Stadt atemberaubend.

Am letzten Abend ging es für uns noch einmal auf den Shilin-Nachtmarkt, denn schließlich brauchten wir noch ein paar Mitbringsel und wollten natürlich nochmal das sensationelle Nachtmarkt-Essen genießen. Außerdem gab es noch ca. 35 Kilogramm an Schüsseln und Tellern, die meine bessere Hälfte mit nach Deutschland nehmen wollte.

Da wir an unserem Abreisetag selber noch bis zum Abend um acht Uhr Zeit hatten, stürzten wir uns noch einmal in das Stadtleben von Taiwan und genossen deren Atmosphäre. Nachdem wir mittlerweile auch entdeckt hatten, dass es eine Metro Richtung Flughafen gibt, nahmen wir diese auch prompt. Hier ist zu beachten, dass es zwei dieser Bahnen gibt. Eine hält an fast jeder Station, die andere ist eine Schnellbahn. Aber da an dem Flugschalter aufgrund einer Gruppe von Austauschstudenten das pure Chaos herrschte, war auch diese Verspätung relativ egal. Und so konnten wir es uns letztlich pünktlich und vom Urlaub zufrieden auf den tollen Sitzen der Premium Business Class nieder.

 

Taiwan war für uns eine riesige Überraschung. Zwar lasen sich die Reiseberichte im Vorfeld schon recht gut, aber dass sich das Land so weit vorne bei den Lieblingsreisen positionieren würde, dachte wohl keiner von uns.

Neben den tollen Menschen, die einem immer nett und respektvoll gegenüber traten, war es aber auch die sagenhafte Landschaft, die einen immer wieder atemlos dastehen ließ. Egal ob in der Taroko-Schlucht, in Kenting oder auf Green Island, hier kann man es aushalten.

Wie man wohl dem Text entnehmen kann, war auch das Essen ein großes Highlight. Neben den tollen Dumplings, den tollen Nudeln oder den leckeren Suppen, konnten aber auch Interpretationen von westlichen Sachen überzeugen. Ich erinnere mich da an ein sagenhaftes Sandwich mit Wedges in Tainan…wow!

Auch die Sprachbarriere war zu keiner Zeit ein wirkliches Hindernis. Man braucht nur eine Frau, die mutig genug ist, sich auch in ein Lokal zu setzen, in dem es keinerlei Hinweise auf eine englischsprachige Person gibt und dann mit Händen und Füßen bestellt. Meist gibt es aber auch eine englischsprachige Karte… Aber auch im Nahverkehr war alles doppelt angeschrieben und ziemlich idiotensicher. Sollte man sich mal anschauen, wenn man an Ländern wie Japan oder Korea seinen Spaß hatte.

Xièxe! – Taiwan 2017 Teil 1

Wer an Taiwan denkt, dem fällt vermutlich zuerst das Siegel „Made in Taiwan“ ein, das vor vielen Jahren noch für billige Elektronikartikel stand. Mittlerweile ist Taiwan das Zuhause von Technologie-Riesen wie Acer oder HTC und braucht sich vor Ländern wie Japan und China nicht mehr zu verstecken, hat diese in manchen Punkten sogar überholt.

Leider gerät Taiwan aber wieder nur in die Schlagzeilen, wenn ein weiterer Taifun den Inselstaat heimsucht oder es mal wieder zu Unstimmigkeiten mit dem großen Nachbarn China kommt, die bisher immer recht glimpflich ausgingen. Abgesehen davon nimmt man die Republik China, wie das Land offiziell heißt, schon gar nicht als Urlaubsziel wahr. Und das ist echt schade, denn Taiwan bietet so viel abwechslungsreiche Natur, leckeres Essen und sehenswerte Plätze und sollte von viel mehr westlichen Touristen als Reiseziel anerkannt sein.

 

Nachdem unsere Wahl auf Taiwan als nächste Urlaubsdestination fiel, hieß es erst einmal eine Route festzulegen, die uns in unserem dreiwöchigen Trip genug von Land und Leuten sehen lässt ohne dass man jede Nacht in einem anderen Bett schläft. Dank den Reiseführern von Lonely Planet(gab es bis dahin nur auf Englisch, mittlerweile auch in Deutsch verfügbar) und dem Reise Know-How fanden wir recht schnell eine ansprechende Route und machten uns an das Buchen der Unterkünfte und des Flugs.

 

Direktflüge nach Taiwan sind von Europa aus echte Mangelware. So fliegt die taiwanesische Linie Eva Air von Paris aus Taipeh an, von Deutschland aus geht es nur mit China Airlines, die trotz des Namens tatsächlich auch aus Taiwan stammen. Republik China und so…wer hat aufgepasst?

Also fiel die Wahl recht klar auf China Airlines, die Frühbuchern übrigens einen ganz besonderen Service bieten. Denn kümmert man sich früh genug um seinen Flug, bei uns ca. sechs Monate vorher, bekommt man ein kostenfreies Upgrade auf Premium Economy-Plätze. Und das hat sich wirklich gelohnt. So war der Direktflug mit knapp 900€ zwar nicht gerade günstig, aber immer noch besser als mit Umstieg und verschenkter Zeit. Auch wenn ich im Vorfeld nicht viel Gutes über China Airlines gelesen habe und man so seine Probleme in der Vergangenheit hatte, war ich dann doch recht überrascht. Nicht nur im Bereich Service muss sich die Fluggesellschaft vor den anderen wie JAL, ANA oder Asiana Airlines verstecken, auch das Essen war richtig gut und entsprach nicht dem verkochten Standardquatsch, den man sonst ab und an mal bekommt. Auch die Plätze in der Premium Economy waren Bombe und optimal für einen 12 Stunden-Flug. Große, gemütliche Sitze mit allerlei verstellbaren Lehnen und Fußteilen, riesige Monitore mit einem guten Unterhaltungsprogramm und ein umfangreiches Set aus Noise Cancelling-Kopfhörern, Decken, Kissen usw. Es ging uns also sehr gut während des Hinflugs! Und auch der Rückflug war spitze! Klare Empfehlung!

 

Taipeh, da sind wir!

 

Aufgrund der Zeitverschiebung und des Mittagsfluges am Vortag, erreichten wir Taiwan bzw. den internationalen Flughafen nordwestlich von Taipeh am frühen Sonntagmorgen. Und zunächst begrüßte uns die 2,6 Millionen Einwohner-Stadt mit Regen aber trotzdem hohen Temperaturen. Dank ordentlichem Schlafmangel und dem Luxus eines 12-stündigen Aufenthalts im klimatisierten Flieger rannte man also zunächst gegen eine ordentliche Wand aus warmer, feuchter Luft.

Vom Flughafen Taoyuan kann man entweder mit der Metro oder dem Bus in die Stadt fahren. Da die Metrolinie aus und in die Innenstadt recht neu war, wussten wir davon bei unserer Ankunft nichts und besorgten uns ein Busticket, welches gerade einmal 125 NT$(ca. 3,50€) kostete. Im klimatisierten Reisebus ging es nach einer kurzen Wartezeit bis zum Hauptbahnhof in Taipeh und von dort mit der Metro weiter zu unserer Unterkunft. Für die Fahrt mit der U-Bahn besorgten wir uns die Easy Card, die man immer wieder aufladen kann und auch in den meisten anderen Großstädten Taiwans für den Nahverkehr nutzen kann. Außerdem kann man in vielen Läden, vor allem den 7 Eleven oder anderen Convenience Stores auch damit bezahlen.

 

Unser Hotel lag direkt am Daan Park und war das Dandy Hotel Daan. Das Zimmer erwies sich als wahrer Glücksgriff, denn zum einen bekamen wir ein Upgrade eine Klasse höher, so dass wir einen grandiosen Blick auf den Park hatten, andererseits war auch das Zimmer selbst und das Personal richtig toll. Man sollte sich nicht von der komischen Lage der Eingangstür in einer Seitenstraße beirren lassen, denn hier bekommt man für sein Geld ein kleines, aber feines Hotel. Leider mussten wir aber noch bis 15 Uhr warten, denn erst dann konnten wir offiziell einchecken. Also hieß es nun den Schlaf zu bekämpfen und die sieben Stunden irgendwie rumzukriegen bis man das erste Mal die Füße hochlegen konnte.

 

Also beschlossen wir dem Zoo einen Besuch abzustatten, der etwas außerhalb der Stadt liegt und recht schön sein soll. Gesagt getan, mit dem Hotel-WLAN kurz die Metro-Route gecheckt, im 7 Eleven noch schnell mit einer kleinen Stärkung versorgt und ab ging die Post. Nach einer Fahrt von ca. 30 Minuten waren wir dann auch schon da und wirklich am Stadtrand Taipehs. Nachdem wir schon viele schlimme Zoos oder fürchterliche Tierhaltung in Asien gesehen hatten, waren wir dann wirklich überrascht wie schön der Zoo in Taipeh ist. In meinem persönlichen Ranking liegt er mit dem in Singapur auf einem Level und der war schon klasse. Auch über den Eintritt von nicht einmal zwei Euro kann man nicht meckern. Auch deshalb waren wir etwas verwundert, dass nichts los war und man nur vereinzelt Gäste im Zoo sah. Später haben wir erfahren, dass die einen Tag vor unserer Ankunft ein heftiger Regenschauer für böse Überschwemmungen, teils sogar Erdrutsche gesorgt hatte und vermutlich deshalb die Leute lieber noch zuhause geblieben sind.

 

In Taipeh selbst waren wir dann für vier Nächte und das ist für diese Megacity auch dringend nötig. Neben allerlei Tempeln wie dem Longshan oder den Bao’an und Konfuzius-Tempel, waren vor allem die Nachtmärkte absolut sehenswert. Denn neben allerlei buntem Firlefanz wie Fidgetspinnern oder sensationell günstigen Fußballtrikots von Real Madrid, die man so im Westen noch nicht gesehen hat*räusper* ist natürlich das Essen der Hauptgrund für den Besuch dieser Märkte.

Aber zum Essen kommen wir zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal, schließlich kommt das Beste zum Schluss!

Spannend war auch der Creative Park, eine umgebaute Brauerei mit allerlei kleinen Läden, der Gunag Hua Digital Plaza, der der feuchte Traum eines jeden Elektronikfans ist oder ein Ausflug an die Küste nach Tamsil. Natürlich war neben den vielen Tempeln auch noch weitere Kultur angesagt wie die CKS Memorial Hall, bei der wir sogar der Wachablösung beiwohnen konnten und uns heute noch fragen, wie zum Teufel die Wachen es schaffen, nicht zu blinzeln. Was ist da denn los?!?
Wer nach Taipeh reist, kommt natürlich auch an einem Besuch des Taipei 101 nicht vorbei, welches vor einigen Jahren noch als höchstes Gebäude der Welt galt. Heute ist es nur noch an Stelle 5 und das ist irgendwie enttäuschend…quatsch. Der Wolkenkratzer ist ein imposanter Bau, den man sich am besten vom Elephant Hill aus ansieht, den man dank einer schweißtreibenden Wanderung erst genießen kann, wenn man endlich wieder Luft bekommt und auf dem Weg nach oben nicht erschwitzt ist.

Aber wie versprochen: das Essen!!! Wowowowowowow! Nie hätte ich erwartet, dass man in Taipeh so gut essen kann. Ob dies man Sterne-Restaurant Din Dai Fung ist, in dem es anbetungswürdige und, trotz des Sterns leistbare Dim Sum gibt oder die Beef Noodle Soup bei Yong Kang, das Essen rockt. Am vielfaltigsten und günstigsten kann man wohl aber auf den Nachtmärkten essen. Hier besonders zu empfehlen ist der Markt in Songshan und beim Longshan-Tempel. Auf beiden bekommt man viel Frittiertes, leckeres Mango Shave Ice(eine Delikatesse samt Kondensmilch und Pudding on top!) oder leckere Würstchen im Reisbrötchen. Es war schlicht gesagt einzigartig lecker! Als wagemutige Touristen haben wir uns auch in das Abenteuer Stinketofu gestürzt, bei dem es sich um fermentierten Tofu handelt, den es in verschiedenen Varianten gibt. Wir entschieden uns für die gebackene Version mit einer würzigen Soße und etwas Kraut on top. Zwar riecht der Tofu wirklich bestialisch, aber geschmacklich war das jetzt nicht das Schlechteste. Schmeckte wie ein sehr reifer Käse. Hat also gepasst! Von Perversitäten wie Schlangen- oder Hundefleisch haben wir zum Glück nichts gesehen, muss auch nicht unbedingt sein.

 

Nihao Hualien

 

Bevor wir unsere Tour an der Westküste Taiwans mit recht vielen Stationen starteten, ging es aber noch einmal in die andere Richtung an die Ostküste, genauer gesagt nach Hualien. Hauptgrund hierfür war vor allem die Taroko-Schlucht und der gleichnamige Nationalpark, der sich vor allem zum Wandern hervorragend eignet.

Aufgrund des großartigen Zugnetzes welches einmal um die komplette Insel herumgeht, war das Hinkommen kein großes Problem. Von der Mainstation in Taipeh bis zum Hauptbahnhof Hualien waren es gerade einmal knapp zwei Stunden. In der Stadt selber mietet man sich bestenfalls ein Fahrrad, denn so ist das Herumkommen am günstigsten und bequemsten. Da unsere Unterkunft aber zum Glück nur wenige Minuten vom Bahnhof entfernt lag, konnten wir zunächst einmal unser Gepäck unterbringen und uns dann an die Erkundung der Stadt machen.

 

Das Wow Hostel sprang mir schon bei den ersten Recherchen für den Taiwan-Urlaub ins Auge und punktete mit dem guten Ruf, den es unter Reisenden genießt. Und auch wir waren nicht enttäuscht davon. Das Zimmer präsentiert sich in moderner Betonoptik, das Bad war nagelneu und in einem tollen Zustand. Lediglich das WLAN war recht langsam, auch das Frühstück braucht man in einem Land wie Taiwan nicht wirklich im Hotel wahrzunehmen, denn es beschränkte sich auf Toast, Marmelade und Tee. Viele von den Gästen(hauptsächlich aus Taiwan und anderen asiatischen Ländern) machten aber auch Gebrauch von der Möglichkeit, die Küche zu nutzen und selber zu kochen.

Nachdem wir uns am ersten Abend noch Räder gemietet hatten und an der Küste entlang wieder Richtung Norden gefahren sind, überraschte uns leider ein ziemlicher Regenguss und beendete die Radtour auf den sehr gut ausgebauten Radwegen. Für knapp acht Euro gab es übrigens die beiden Räder für eine Dauer von vier Stunden. Ein fairer Preis! Und im Gegensatz zu späteren Erlebnissen waren die Bikes in einem echt guten Zustand.

Am nächsten Tag stand jedoch der Hauptgrund für unseren Abstecher nach Hualien auf dem Programmpunkt: der Taroko-Nationalpark. Glücklicherweise war das Wetter wieder recht schön geworden, bei Regen hätte man sich den Tagesausflug sparen können. Auch wenn unser Hotel auch Ausflugspakete angeboten hat, besorgten wir uns unser Busticket auf eigene Faust, was sich als nicht sonderlich kompliziert herausstellen sollte. Die Verkaufsterminals der Busunternehmen sind nämlich gleich neben dem Bahnhof und waren so schnell erreicht. Da es vor Ort auf den meisten Trails keinerlei Möglichkeiten gibt, sich etwas zu Trinken oder gar zu Essen zu kaufen, sollte man sich vorher in der Stadt mit genügend Proviant eindecken. Im Nationalpark selber sind wir den Shakadang Trail gelaufen, für den man Hin und Zurück ca. drei Stunden benötigt und anschließend mit dem Bus bis ganz nach oben in das Städtchen Tianxiang gefahren. Über diesem thront eine relativ schicke Pagode, die wir uns einmal von der Nähe anschauen wollten und dafür einige steile Treffen in Kauf nehmen mussten. Doch viel wilder war dann der eintretende Regen, der uns bis auf die Socken aufweichte und letztlich auch den Tod für meine Schuhe bedeute, die sich von diesem Trauma nicht mehr erholen wollten. Mit dem Bus ging es letztlich dann wieder zurück nach Hualien, wo wir den Abend mit einem gemütlichen Spaziergang durch die Innenstadt ausklingen ließen und sich die Stadt mit allerlei Events wie der Vorführung einer örtlichen Breakdance-Gruppe überaus positiv ins Gedächtnis verankerte.

 

Der Eindruck, den uns Taipeh vom taiwanesischen Essen vermittelte, verhärtete sich in Hualien weiter. Neben einer großartigen Runde Dumplings und einer dazu passenden Suppe in der Innenstadt, war vor allem der Nachtmarkt mal wieder eine Offenbarung. Dieser wurde wohl erst kürzlich neu gestaltet und präsentierte sich recht modern, neben Essensbuden gab es auch musikalische Klänge auf die Ohren. Neben einer Rouladen-ähnlichen Fleischrolle, die mit Frühlingszwiebeln gefühlt war, gab es spicy Maiskolben und einen Baoban, einen Burger auf taiwanesische Art. Dieser bestand aus einem Reismehlbrötchen und war mit Hühnchenfleisch, Nudeln, etwas Gemüse und einer Soße nach Wahl belegt. SUPERLECKER!

 

Sonne, Mond und…Seen?!? Der Sun Moon Lake!

 

Aufgrund von Taiwans Geografie mussten wir für unseren nächsten Tourstopp einen gehörigen Umweg machen. Denn in der Theorie könnte man von Hualien einfach über die Berge hinüber zum Sun Moon Lake, da dieser Weg aber nicht ohne weiteres zu befahren ist und sowieso zu unserer Reisezeit gesperrt war, hieß es für uns: einmal um die halbe Insel rum! So mussten wir mit dem Zug von Hualien nach Taichung und von dort mit dem Bus weiter an den Sun Moon Lake. Dafür ging einmal locker der ganze Tag drauf, denn nach vier Stunden mit dem Zug sind das noch einmal 2 ½ Stunden mit dem Bus. Und bis wir diesen Bus gefunden haben, war es auch eine kleine Abenteuerreise. Denn am Bahnhof von Taichung steht zwar ein riesiger, moderner Busbahnhof, aber wer denkt, dass dort auch der Bus zum Sun Moon Lake abfährt, hat sich getäuscht. Dieser fährt einige Straßen weiter ab und hat sein Büro im Erdgeschoss eines unscheinbaren Gebäudes, das man gerne mal übersieht. Zum Glück hatten wir aber genug Zeit eingeplant und kamen so nicht sonderlich unter Zeitdruck. An der Endstation, in Shuishe, und nach einer knapp zweieinhalbstündigen Busfahrt wurden wir vom Sohn des Hotelbesitzers abgeholt. Denn da wir recht spät am Nachmittag ankamen, fuhr kein Bus mehr auf die gegenüberliegende Seite nach Ita Thao.

 

Als Unterkunft wählten wir das Full House Resort, ein recht gemütliches Häuschen, das von einem Künstler betrieben wird. Neben den Zimmern im Haupthaus, gibt es auch ein etwas teureres Appartement im Garten, wir hatten ein Doppelzimmer in Ersterem. Dieses war in einem einwandfreien Zustand und wie der Rest des Hauses mit allerlei Kunstwerken vollgestopft. Deshalb war es leider auch etwas staubig, was den Aufenthalt für Allergiker nicht so toll machen könnte. Sowohl innen als auch im Garten hat der Künstler zig Skulpturen aufgestellt, im Speisesaal – welcher gleichzeitig auch der Eingang- und Empfangsbereich ist – waren an jeder Wand unzählige Gemälde, Figuren, Schüsseln und Regale voller Nippes. Da hatte man definitiv was zu schauen!

 

Nachdem wir sowieso nur zwei Nächste am Sun Moon Lake verbrachten, war unser Programm auf den einen vollen Tag dazwischen beschränkt. Am Abend unserer Ankunft schlenderten wir durch Ita Thao, machten ein paar Fotos an der Anlegestelle der Fähren und versorgten uns mit Verpflegung, denn der nächste Tag sollte recht anstrengend werden.

Nach einer, nur wenige Minuten dauernde Überfahrt nach Shuishe(dank zahlreicher Unternehmen fahren alle zehn bis fünfzehn Minuten Schiffe) suchten wir das Touri-Zentrum auf und liehen uns zwei Fahrräder von einer sehr, sehr schrillen Dame mittleren Alters, die sich wahnsinnig über uns zwei deutsche Reisende freute und dies mit allerlei lauten Lachern und Gackern zeigte. Für einen recht fairen Preis von ca. 25€ bekamen wir beide Räder für einen kompletten Tag, Dabei waren die Marken-Bikes auf den ersten Blick fast neuwertig, doch leider sorgte vor allem mein Fahrrad für einiges an Ärger.

So wollten wir einmal um den kompletten See herumfahren, was ungefähr 25km sind und dank recht ordentlicher Fahrradwege kein Problem sein sollte. In Shuishe starteten wir gegen den Uhrzeigersinn auf recht gut ausgebauten Wegen, mussten irgendwann aber auch auf die reguläre Straße ausweichen. Da sich der Verkehr aber meist in Grenzen hielt, war das kein Problem. Dennoch kämpfte man gegen die teils extremen Höhenunterschiede und die sehr hohen Temperaturen. Doch was macht man nicht alles, wenn man Ende der Tour eine Iced Chocolate bei Starbucks lockt.

Während unseres Ausritts machten wir immer wieder mal an interessanten Spots halt, Highlight war aber der Wen Wu Tempel, der riesig und wirklich beeindruckend ist.

Wie schon angesprochen machte mein Fahrrad irgendwann die Grätsche, neben einer kaum funktionierenden Bremse ging auch meine Gangschaltung irgendwann nur noch recht sporadisch. So wurde die gemütliche Radfahrt zu einem ungewollten Workout…aber so hat man sich am Abend dann zumindest ein ordentliches Essen verdient!

Ach ja, wer einen Kopf nach deutscher Norm hat, wird mit den Helmen wohl auch nicht sonderlich glücklich. Die waren schon recht klein, aber beim Fahren auf normalen Straßen sollte man den leichten Druck lieber in Kauf nehmen!

 

In Ita Thao gibt es ein paar kleinere Restaurants, am ersten Abend gönnten wir uns am Hafen eine leckere Nudelsuppe und diverse andere Leckereien. Am zweiten Abend, nach unserer Tour de Taiwan, machten wir den lokalen Nachtmarkt unsicher und genossen vor allem Frittiertes. Ungekröntes Highlight: ein mit Reis gefülltes Hühnerbein!

 

Fortsetzung folgt…

Selamat Datang! – Borneo & Singapur 2016 Teil 2

So…aus den wenigen Wochen wurden dann doch mal wieder ein paar Monate Wartezeit und ich hoffe, ich habe euch nicht all zu lange warten lassen. Endlich geht es mit dem Reisebericht weiter und in diesem Teil wird es sich nun um unsere Abenteuer im Bundesstaat Sabah und das große Finale in Singapur drehen.

Kota Kinabalu – Sabahs hippe Stadt am Meer

Nachdem mich Kuching schon so positiv überrascht hatte, konnte KK nochmal eine Schippe drauflegen. Zwar gab es hier wieder die typischen Eigenschaften einer südostasiatischen Stadt, also Verkehrschaos, schreiende und drängelnde Menschenmassen und ab und zu auch mal das ein oder andere Getier, aber vor allem faszinierte das junge und hippe Auftreten der Stadt.
Als Unterkunft hatte ich das Hotel Eden54 gebucht, das relativ zentral liegt und per Taxi vom Flughafen ca. 20 Minuten Fahrt entfernt ist. Im Zimmer hatten wir alle Annehmlichkeiten, die man benötigt. Von der Klima über den TV bis hin zur sauberen Dusche war alles vorhanden. Nur das WLAN war urlangsam.
Unklar ist, ob man wirklich die teureren Zimmer mit Fenster braucht, da die Straßen vor dem Hotel relativ stark befahren waren. Wir hatten ein innenliegendes Zimmer, welches sehr ruhig und gemütlich war.

In Kota Kinabalu selber kann man einiges sehen. Natürlich schloss unser Unterhaltungsprogramm wieder einige Mallbesuche ein, da einerseits unser Ladegerät für den Fotoakku den Geist aufgegeben hatte, wir aber auch einfach auf Malls stehen. Und KK bietet einige wirklich riesige, neue sowie sehenswerte Einkaufstempel.
Aber auch kulturell gab es einige interessante Stops auf unserer Reise. So war vor allem das Sabah Museum inklusive einem Nachbau eines traditionellen Dorfes und der Wildlife Park beachtenswert. Zwar hat das Museum schon etwas Staub angesetzt, aber die Geschichte von Borneo bekommt man wohl nirgendwo besser erzählt als hier. An das Museum ist eine große Freifläche angeschlossen auf der man eben auch besagtes Dorf, das Heritage Village, besuchen kann. Wir waren an einem Montag im Museum, daher war wirklich gar nichts los. Die Angestellten des Dorfes waren sogar so sehr im Stress, dass sie es sich an einem See gemütlich gemacht hatten und angelten.
Vom Sabah Museum kann man per 20-minütigem Spaziergang auch das Islamic Museum besuchen. Von diesem hatten wir uns etwas mehr erhofft. So wäre ein kleiner Exkurs über den Islam interessant gewesen, aber der Fokus lag mehr auf den verschiedenen Kleidungsstilen im Islam sowie Baustile der Moscheen. Auch hier war nichts los. Wir waren die einzigen Besucher. Im Eintritt für das Sabah Museum ist übrigens der Besuch des Islamic Museum inbegriffen.
Der Wildlife Park liegt weit außerhalb der Stadt, weshalb man entweder den Bus oder ein Taxi nimmt. Wir gönnten uns ein Taxi und konnten so für 100RM(ca. 22,-€) die Hin- und Rückfahrt sichern. Der Taxifahrer wartete also auf uns und so hatten wir drei Stunden Zeit, den Park zu erkunden. Neben einigen etwas trostlosen Käfigen mit Vögeln oder kleinen Raubkatzen zeigte sich der Park von aber auch von seiner schönen Seite. So gab es ein Elefantengehege und viele Affenarten zu sehen. Am Ende des Parks ist außerdem ein botanischer Garten angeschlossen, für den man allerdings etwas sportlicher sein sollte.
Unbedingt empfehlenswert ist außerdem der Sonnenuntergang auf dem Signal Hill. Dieser lag nicht weit von unserem Hotel entfernt, der Aufstieg über einige Treppen ist dank der hohen Temperaturen allerdings nicht zu verachten. Faule Leute können sich auch hochfahren lassen…Jedenfalls ist der Blick die Anstrengungen aber wert. Und wer sich belohnen will, kann sich vor Ort ein Eis oder Nasi Goreng gönnen.
Übrigens sind auch die Massagesalons in der Innenstadt sehr zu empfehlen. Gut und günstig! So gut, dass meine Frau fast täglich zur allabendlichen Massage verschwand.

Sucht man nach kulinarischen Highlights kann man nur den Hafen empfehlen. Dort buhlen hunderte von Händlern um die Gunst des Kunden und bieten allerlei Seegetier an. Für Getränke, Nebengerichte oder Nachspeisen gibt es natürlich auch Stände, an denen man sich entweder selbst etwas kaufen kann oder man das Gewünschte einfach bei dem Händler bestellt, bei dem man auch seine Hautpspeise essen möchte.
Als uns eines Abends der Sinn nach etwas anderem Essen stand, gingen wir zum Japaner ums Eck. Im Restaurant Nagasaki gab es erstklassiges Sushi, wunderbar gegrillten Aal und kleine frittierte Krabben zum Niederknien. Das absolute Highlight war aber das Essen bei 5 Star Hainanese Chicken Rice, wo es… Überraschung… Chicken Rice und andere chinesische Köstlichkeiten gibt. Wenn man aber schon mal einen Platz bekommt MUSS man den Chicken Rice probieren.

Nach drei Tagen war auch schon wieder Schluss mit Kota Kinabalu und der „abenteuerliche“ Part begann. Denn per Flugzeug und wieder Air Asia ging es zum Ende des Ramadan von KK nach Sandakan, an dem wir auf unseren Host warteten, der uns zur Unterkunft bringen sollte.

Kinabatangan River

Unser nächster Stop lag am Kinabatangan River, genauer gesagt in der Nähe von Kampung Bilit. Dort wohnten wir im The Last Frontier Resort, was eines der großen Highlights unserer Reise werden sollte. Gestaltete sich die Kommunikation und Reservierung über Mail als etwas kompliziert, da viele Mails nie ankamen, lief es über Facebook wesentlich besser. Kommt man am Resort an, sieht man erstmal nichts davon. Denn man muss zuerst eine Treppe mit über 500 Stufen erklimmen, wird dann aber mit einem sagenhaften Ausblick belohnt. Die beiden Hosts empfehlen auch, dass man sich vorher einen kleinen Rucksack mit allen nötigen Sachen packt und den Großteil der Sachen unten am Parkplatz lässt. Da es dort ein Häuschen gibt, in dem verschließbare Schränke sind, war das kein Problem.
Das Resort gehört einem Belgier und einem Malaien und beide waren unglaublich nette Gastgeber, die sich um jeden Wunsch kümmerten. So war es auch kein Problem auf diverse Lebensmittelunverträglichkeiten zu achten oder jede noch so doofe Frage zu beantworten.

Bei der Buchung der Zimmer sind auch immer gleich Aktivitäten miteingeschlossen, da das Resort eben oben am Berg liegt und man ohne Guide auch nicht weit kommt. So waren in unserem „3days, 2nights“-Paket Vollverpflegung, eine Dschungeltour und zwei Bootsfahrten auf dem Kinabatangan inklusive. Bei den Bootstouren hat man die Wahl, ob man sie am Morgen oder am Abend starten möchte.
Außerdem ist das Resort recht klein und bietet maximal acht Personen gleichzeitig Platz, daher ist eine Reservierung unbedingt zu empfehlen. Die Touren werden immer von einem der Angestellten des Resorts durchgeführt.

Unsere beiden Bootstouren waren einfach atemberaubend! Ich bin etwas skeptisch in das Ganze gestartet und dachte nicht wirklich, dass wir viele Tiere am Ufer des Flusses sehen. Als ich entdeckte, wie viele andere Boote von Hotels und Resorts noch auf dem Fluß unterwegs waren, schmälerte das meine Hoffnungen nochmals. Doch ich sollte überrascht werden…
Denn schon nach wenigen Metern sahen wir eine Herde Elefanten am Ufer, die neben ausgewachsenen Tieren auch Jungtiere dabei hatte. So konnten wir diese beim Baden im Fluss und beim Fressen beobachten. Ab und an traute sich unser Guide mit dem Boot auch sehr nahe an die Tiere heran, was diese immer wieder mal zuließen. Aber eines sei euch gesagt: Elefanten müffeln ganz schön!!
Auf den Bootstouren sahen wir außerdem noch jede Menge Hornbills, Makaken und die skurrilen Nasenaffen. Angeblich kann man hin und wieder auch ein Krokodil sichten. Das ließ sich aber nicht blicken.
Der Fluß an sich ist ein ruhiges Gewässer, daher auch für Wasserphobiker wie mich geeignet. Reinfallen möcht ich trotzdem nicht…
Die Dschungeltour an dem einen Morgen war ganz ok, wobei diese weniger durch Dschungel als einfach weiter den Hügel hinauf ging. Von dort hat man zwar eine grandiose Sicht über das Tal, aber von der Beschreibung her hätte ich mehr erwartet.
Mehr Tierleben gab es sowieso im Garten des Resorts zu sehen. Neben einer Katze, die uns täglich besuchte und einigen Schweinen oder Waranen, die des Nachts durch die Anlage streunten, bekamen wir zweimal sogar Orang Utans zu sehen. Beide Male hingen diese in den Bäumen und beobachteten, wie blöd wir Menschen sie anstarrten. Was für ein Erlebnis!

Wie vorhin schon geschrieben, war im Paketpreis auch Frühstück, Mittagessen und Abendessen sowie Versorgung mit Wasser enthalten. Das Essen war immer lecker. So gab es einen tollen Mix aus lokalem und europäischen Essen. An einem Abend hatten wir lecker Beef Rendang, am anderen gab es Cordon Bleu(!). Dazu immer eine Vor- und Nachspeise am Abend. Ganz großes Kino!

Nach den drei tollen Tagen bei den Jungs von The Last Frontier Resort ging es aber schon wieder weiter und gegen einen kleinen Aufschlag fuhr uns Jason zur nächsten Unterkunft in Sepilok.

Sepilok

Auch Sepilok sollte eher etwas näher an der Natur sein als unsere bisherigen Stationen. So lag unsere Unterkunft Sepilok Nature Resort neben zahlreichen anderen Unterkünften und gleich neben dem Orang Utan Reservation Centre. Die Unterkunft war verdammt edel und lag rundherum um einen kleinen See. In einem kleinen Bungalow hatten wir also unser Reich. Auch wieder inklusive aller nötigen Dinge wie Klima, Dusche und einem TV 😉 Da ich mir leider etwas den Magen verdorben hatte, konnte ich den Aufenthalt vor Ort nicht so recht genießen. Vermutlich hab ich zu viele Waffeln am Vortag gegessen…
Da wir relativ zeitig da waren und Check-in eigentlich immer erst ab 14 oder 15 Uhr möglich ist, wollten wir nur kurz unsere Sachen abstellen und gleich losziehen. Jedoch war unser Zimmer schon fertig und wir konnten es schon beziehen. Das Resort war aber auch relativ leer. Zwar war es abends im Restaurant immer gut gefühlt, jedoch waren dies oft noch Touristen, die einfach nur zum Essen kamen.
Im Preis inbegriffen war übrigens auch ein Frühstück, bei dem man aus zahlreichen Dingen wie Toast, Obst, Marmelade, Omelett usw wählen konnte.

Der Grund für unseren Stopp in Sepilok war eigentlich das Orang Utan Reservation Centre. Zwar war schon das in Kuching interessant, jedoch hatte man hier noch eine Aufzuchtstation und es sollten auch mehr Tiere dort leben. Doch leider ist dieses Centre so überlaufen, dass sich kaum Orang Utans zu den Fütterungsplattformen trauen. So gab es zwar den ein oder anderen Platz, wo man mit Glück doch mal ein Tier zu sehen bekam, aber alles in allem hat uns das enttäuscht. Einzig und allein in der Aufzuchtstation konnte man die Orang Utans gut beobachten.
Mehr versprachen wir uns dann letztlich vom Nightwalk, den man auch am Reservation Centre buchen kann. Dort hatten wir einen eigenen Guide, der uns über die Laufwege durch das Centre führte und allerlei nachtaktives Getier zu zeigen hatte. So bekamen wir Vipern, Lemuren und fliegende Eichhörnchen zu sehen. Highlight war aber ein Orang Utan, der uns letztlich sogar verfolgte und wir ihn deshalb abhängen mussten indem wir einige Runden um die Aufzuchtstaion laufen mussten. Zwar sind die Tiere harmlos, wenn man ihnen nicht zu nahe kommt, allerdings verfolgen sie Menschen gerne, weil sie denken, dass sie Futter bekommen.
Auch gemein: in den Furchen des Handlaufs verstecken sich Skorpione, die blitzschnell mit ihrem Stachel zustechen können. So haben wir beobachtet, wie ein Skorpion einen kleinen Gecko erwischt hat. Leider war ihm nicht mehr zu helfen.
Den zweiten Tag verbrachten wir zunächst in der Zuchtstation für malaiische Sonnenbären. Da dort der Andrang nicht so groß wie bei den Orang Utans war, konnte man einige der Tiere sogar gut beobachten. Niederschmetternd war ein Film, den sie beim Eintritt zeigen und der verdeutlicht, wie bescheiden der Mensch die Umwelt mittlerweile behandelt.
Ca. 30 Minuten zu Fuß vom Resort liegt das Rainforest Discovery Centre, das einem auf Wegen durch den Wald an verschiedenen Ausschaupunkten vorbei führt. Außerdem gibt es einen Canopy Walk, der hoch über den Baumwipfeln entlang führt und einige schöne Ausblicke bietet, aber dafür mit bösen Makaken gespickt ist, die gerne mal die Besucher beklauen.

In Sepilok selber hat man nur wenig Essensmöglichkeiten. So gab es einen Stand kurz vor dem Eingang des Orang Utan Reservation Centres, bei dem eine ältere Dame leckeres und günstiges Essen verkaufte. In unserem Hotel haben wir auch einmal gegessen und für die hohe Qualität des dortigen Essens war auch der Preis in Ordnung.

Kommen wir zu einem kleinen Aufreger der Reise. Denn eigentlich wollten wir von Sepilok mit dem Bus weiter nach Semporna. Die Bustickets hatte uns netterweise Jason vom The Last Frontier Resort besorgt und auch Zeit und Haltestelle nochmal klar gesagt. Also standen wir morgens um sieben an einem Kreisverkehr und warteten brav auf den Bus. Nachdem nach einer halben Stunde immer noch kein Bus zu sehen war, rief ich bei der Leitstelle an. Die freundliche Dame erklärte mir, dass wir den Bus wohl verpasst hätten. Da wir aber deutlich vor der Abfahrtszeit da waren, konnten wir das ausschließen. Wir waren etwas unter Zeitdruck, da wir in Semporna das letzte Boot nach Pulau Mabul erwischen mussten.
Nach einer über einstündigen Verspätung kam der Bus dann letztlich. Theoretisch hatten wir also noch genug Zeit bis Semporna. Doch da der Bus zwischendurch immer wieder mit gefühlten 2 km/h fuhr und dann auch noch von der Polizei angehalten wurde, schwand unser Zeitpolster auf 20 Minuten.
Kleiner Tipp: vermutlich erspart man sich einigen Stress wenn man direkt von Sandakan fährt!

Pulau Mabul

Als wir in Semporna ankamen war uns schon bewusst: entweder rennen oder das erstbeste Taxi für egal welchen Preis nehmen. Also nahmen wir uns ein Taxi zum Hafen, an dem wir uns bei der Zentrale der Scuba Junkies anmeldeten. Diese betrieben nämlich auch das gleichnamige Hotel auf Pulau Mabul und waren auch für die Überfahrt auf die Insel verantwortlich.
Pulau Mabul kam in den letzten Jahren häufiger mal in die Schlagzeilen, da die Gewässer dort häufig von philippinischen Piraten heimgesucht werden. Ab und an werden auch Touristen entführt, mit tödlichem Ausgang… Daher ist die Insel und das gesamte Küstengebiet von einer hohen Anzahl von Militärs bewacht, außerdem darf man nachts nicht mit dem Boot auf das Wasser. Auf Pulau Mabul selbst gibt es auch eine große Anlage des Militärs, deshalb darf man sich über Männer mit MGs nicht wundern. Die Insel ist wohl einer der bestbewachtesten Plätze der Welt!
Das Resort von Scuba Junkies war in einer schönen Anlage, als Nicht-Taucher sollte man sich jedoch auf sehr einsame Stunden einstellen. War nach der Hektik und dem Trubel der vergangenen Tage aber auch sehr schön!
Wir hatten einen Bungalow samt Terasse und Hängematte, der schön, aber teilweise(vor allem im Bad) schon sehr abgerockt war. Essen(Frühstück, Mittag- und Abendessen im Büffet) war auch hier inklusive, als Taucher kann man auch gleich Tauchpakete buchen. Kleines Manko: man MUSS ein Tauch- oder Schnorchelpaket dazu buchen. Also hatte auch ich als passionierter Nichtschwimmer drei Schnorcheltouren gebucht, aber eben nicht genutzt.

Für die kommenden fünf Tage war also Extrem-Relaxing angesagt. Die liebe Frau war täglich tauchen, u.a. auch auf der beliebten Insel Sipadan, die mittlerweile Naturschutzgebiet ist und nur noch den Tauchern und einigen Militärs Zugang gestattet. Ich verbrachte meine Zeit mit dem Austesten der Hängematte, Schlafen, dem Managen meines eigenen Supermarkts auf meinem Nintendo 3DS und Lesen.
Ab und an ging man etwas Essen oder machte einen kurzen Spaziergang über die übersichtliche Insel, die man in zwanzig Minuten umrunden kann. Mehr gab es nicht zu tun…

Pulau Mabul selbst beherbergt neben der großen Militäranlage mehrere Hotels und ein Hostel. Die Hotels sind überwiegend in chinesischer Hand und haben dementsprechend auch chinesische Gäste. Ein krasser Anblick bietet sich beim Ankommen auf der Insel: so ist das Wasser direkt am Strand ziemlich verdreckt und gleich neben unserem Hotel lag ein Dorf der Ureinwohner, die früher hauptsächlich auf dem Wasser lebten. Viele finanzieren sich ihr Leben durch die Gäste auf der Insel(Wäscheservice, kleine Läden, Souvenirs oder Angestellte im Hotel), leben aber trotzdem in sehr ärmlichen Verhältnissen. Auch auf der „Rückseite“ der Insel findet man ein weiteres Dorf. Dort konnte man auch sehr lecker essen, was wir auch gleich an mehreren Abenden trotz Vollpension im Hotel nutzten.

Ganz nett war außerdem die Lounge unseres Hotels. Dort lernten wir eine nette Schwedin kennen und man sinnierte bei einem kühlen Getränk über Reiseereignisse.

Doch alle Entspannung hat einmal ein Ende und so ging es am Donnerstag nachmittag zurück nach Semporna, da wir schon am Freitag mittag in Tawau unseren Flug nach Kuala Lumpur erwischen mussten. Die eine Nacht „an Land“ verbrachten wir im Scuba Junkies Hostel, welches direkt am Hafen liegt. Semporna selbst ist keine ultraschicke Stadt, aber für einen abendlichen Bummel samt Eis allemal einen Besuch wert.
Am nächsten Morgen brachte uns der Shuttleservice der Suba Junkies also nach Tawau zum Flughafen. In KL angekommen mussten wir leider etwas auf unseren Flug nach Singapur warten, hauten so also die verbliebenen Ringgit für sagenhafte M&M’s mit Bretzelfüllung und andere Naschereien auf den Kopf.

Singapur

Bereits bei unserem letzten Aufenthalt in Singapur gönnten wir uns den Luxus für zwei Nächste Marina Bay Sands. Eigentlich wollten wir es wieder ähnlich halten, doch das Hotel war leider schon ausgebucht. Also nach einer anderen Luxus-Unterkunft gesucht und über das Mandarin Oriental gestolpert, welches also unsere Unterkunft für die nächsten zwei Nächte sein sollte. Aufgrund der Verspätung des Fluges waren wir „leider“ jedoch so spät dran, dass unser eigentlich gebuchtes Zimmer mit Hafenblick schon weg war. So wurden wir auf die City Suite umgebucht, die mit 84qm deutlich größer als unsere Wohnung ist. Neben einem tollen Wohnzimmer hatten wir zwei Toiletten, ein riesiges Schlafzimmer und jeden erdenklichen Luxus. So lässt es sich leben!!
Zwar hat das Mandarin Oriental keinen Pool auf dem Dach, bietet jedoch einen schönen Ausblick vom Pool auf die Stadt. Lustig war auch, dass mehrmals am Tag die Decken des Bettes gewechselt wurden(z.B. von Tagesdecke zu Nachtsachen) oder dass innerhalb einer Stunde außerhalb des Zimmers plötzlich das Obst nachgefüllt wurde.

In Singapur selbst waren wir noch einmal in Chinatown. Denn uns wurde der Besuch des Buddha Tooth Relic Temples & Museums nahe gelegt. Dort ist, wie es der Name verrät, einer von Buddhas Zähnen ausgestellt. Außerdem erfährt man allerhand über die Geschichte des Buddhismus.
Da ich noch mein alljährliches Reisesouvenir(ein Fußballtrikot der Nationalmannschaft des besuchten Landes) wollte, durchforsteten wir einige Sportläden und wurden sogar fündig. Am Abend wollten wir aber auf jeden Fall in die Gardens by the Bay, die riesige Anlage neben dem Marina Bay Sands. Dort gibt es zwei riesige „Domes“, die neben einer immensen Vielfalt an Pflanzen sogar einen Wasserfall beherbergen. Getoppt wird das am Abend immer durch eine Lichtershow in den Bäumen, die sich sehen lassen kann. Richtig toll!

Problematisch ist es in Singapur immer, wenn man zu später Stunde essen gehen möchte. So wollten wir am ersten Abend eigentlich zum Dumplingessen in einen anderen Stadtteil. Dort angekommen mussten wir realisieren, dass die Wartezeit eine gute Stunde beträgt. Also zurück in die Innenstadt, wo die Suche begann. Fündig wurden wir dann lustigerweise quasi neben dem Hotel, wo allerlei kleine Imbissstände waren, die vom Nasi Goreng über Frittiertes bis hin zu Burger alles verkauften. Da wir aber schon so „spät“ dran waren, mussten wir uns bei vielen Ständen mit den Rsten begnügen.
Daraus gelernt hatten wir zweiten Abend, der uns wieder zu einem Chicken Rice-Orgasmus führen sollte. Denn bei MacKenzie Rex Restaurant gab es Chicken Rice zum Reinlegen. Eine absolute Empfehlung! Auf dem Weg dorthin stolperten wir außerdem über ein schwäbisches Restaurant!

Und leider mussten wir dann auch schon wieder zurück nach Deutschland. Der Rückflug ging dann wieder mit Singapore Airlines und zeigte mal wieder deutlich die Qualitätsunterschiede zur Lufthansa. Denn im Gegensatz zu „den Deutschen“ weiß man hier was Service bedeudet. Regelmäßige Rundgänge mit Getränken, ausreichend Zwischenmahlzeiten und ein sauberes, modernes Flugzeug.
Alles in allem ist Borneo defintiv eine Reise wert! Vor allem weil man hier, im Gegensatz zu Westmalaysia, so viel kulturelle, landschaftliche und tierische Vielfalt erleben kann. Die Offenheit und Freundlichkeit der Menschen ist zum großen Teil überragend und hier hab ich auch keine Abzock-Taxifahrer erlebt wie in Indonesien. Dennoch ist die Stimmung malaiischen Teil Borneos etwas anders wie auf dem „Festland“, vor allem in ländlicheren Teilen ist man Touristen gegenüber noch etwas gehemmter.

Für die Vorbereitung auf den Urlaub haben wir nicht viele Quellen nutzen müssen. So gibt es viele hilfreiche Reiseberichte im Internet, der Reiseführer von Stefan Loose ist auch sehr gut geschrieben. Wie im ersten teil erwähnt, ist easybook für einige Buszeiten recht hilfreich, aber 100% verlassen würde ich mich darauf nicht.

Selamat Datang! – Borneo 2016(Malaysia/Brunei) Teil 1

Fleißige Leser dieses Blogs fragen sich gleich: Moment mal, Malaysia? Da gab es doch schon mal einen Reisebericht auf dieser Seite. Und das ist natürlich korrekt. Nachdem wir schon 2011 dem Land in Südostasien einen Besuch abstatteten(siehe hier) und dabei die „Hauptinsel“ erkundeten, stand diesmal Borneo, also Ost-Malaysia auf dem Plan.
Über diesen Teil der Erde hört man sonst nicht besonders viel, v.a. ist er aber als Heimat der Orang Utans bekannt und besteht aus den zwei Bezirken Sabah und Sarawak. Dazu kommt noch das überschaubare Sultanat Brunei und der Süden der Insel(die übrigen 2/3), Kalimantan, der zu Indonesien gehört. Aber hauptsächlich besteht die riesige Insel aus Regenwald und hat dementsprechend auch ein feuchtes und heißes Klima. Temperaturen von um die 30 bis 33 Grad am Tag sind also normal.

Im Vornherein war die Planung eigentlich relativ einfach. Neben dem Internet holten wir uns viele Tipps aus dem Reiseführer „Malaysia, Brunei und Singapur“ von Stefan Loose und planten so unsere Route für die drei Wochen ab Ende Juni.
Aufgrund besonderer Verhältnisse auf Pulau Mabul buchten wir aber zunächst die dortige Unterkunft bevor wir uns an die Flüge machte. Dazu gehe ich später im Teil über Mabul noch näher ein.

Von Deutschland aus gibt es nicht viele Möglichkeiten der Direktflüge nach Malaysia und schon gar keine nach Kuching, wo wir unsere Reise starten wollten. Da außerdem Singapur als Teil des Trips schon klar war, buchten wir also bei Singapore Airlines unsere Flüge hin und zurück. Für ca. 850,-€ pro Person kann man auch nichts Schlechtes über den Preis sagen.
Ansonsten sollte natürlich jeder mal in seinen Impfpass schauen, ob er die nötigen Impfungen für solch eine Reise hat, besonders Typhus und Tollwut sollte man mal in Betracht ziehen. Auch ein Malaria-Standby besorgten wir uns beim Arzt, denn laut unserem Tropeninstitut ist Borneo ein sehr risikobehaftetes Gebiet.

Ein paar Teile der Reise in Malaysia wollten wir mit dem Flugzeug bzw. dem Bus hinter unsbringen, deswegen mussten auch hier noch die nötigen Tickets gekauft werden. Besonders Air Asia ist auf Borneo mit Inlandsflügen gut vertreten und mit knapp 30,-€ pro Flug auch relativ günstig. Leider nicht so leicht waren die Butickets zu organisieren bzw. überhaupt herauszufinden, wie und wann diese abfahren. Manch anderen stört es nicht, wenn er sich vor Ort darum kümmern muss, ich habe das als Absicherung aber immer ganz gerne schon im Voraus geklärt.

Fündig wurde ich dann auf easybook.com, die nicht nur Bus- sondern auch Zug- und Fährentickets online verkaufen. Leider konnte ich einige der gewünschten Tickets(besonders die für die Fähre von Brunei nach Malaysia) nicht buchen bzw. konnte man nicht einmal herausfinden, wie diese fährt.

Die Unterkünfte konnte ich alle per E-Mail oder Facebook erreichen und in den meisten Fällen war alles relativ zeitig geklärt. Bei zwei der Unterkünfte konnte man die Anzahlung leider nicht per Paypal machen und so musste ich auf die umständliche Auslandsüberweisung zurückgreifen, die in einem Fall auch prompt nicht funktionieren wollte.

Alles andere kannten wir von unseren Reisen zuvor. Sind die nötigen Unterlagen noch aktuell? Da der Urlaub uns in etwas ländlichere Gefilde führte und auch einige Wege per Boot zurückgelegt werden mussten, holten wir uns noch eine wasserdichte Tasche und Schutzhüllen für die Handys dazu. Auch die Regenjacken wurden für den Fall der Fälle gepackt. Ein Moskitonetz hatten wir noch vom Urlaub in Indonesien übrig, das Spray gegen die nervigen Zeitgenossen sollte man sich sowieso immer erst vor Ort kaufen.
Geld haben wir diesmal nicht vorher umgetauscht, da es komfortabler ist, sich das Geld direkt am Flughafen am Geldautomaten zu ziehen. Auch an dieser Stelle empfehle ich für solche Fälle die Sparcard von der Postbank mit der man zehnmal im Jahr kostenlos weltweit Geld abheben kann. Die Kreditkarte sollte man als Backup aber überall dabei haben.

Und dann kam endlich der große Tag des Abflugs Richtung Südostasien. Der Hinflug wurde dank der Star Alliance-Mitgliedschaft von Singapore Airlines zwar mit der Lufthansa durchgeführt(von denen ich nicht immer begeistert bin), jedoch war es ein sehr angenehmer Flug mit ganz ordentlichem Essen. Außerdem setzte einer der Stwardessen alles daran, dass meine Frau und ich doch noch zusammensitzen konnten. Zwar verstehe ich bis heute nicht, warum man Personen, die zusammen buchen nicht automatisch zwei beieinander liegende Sitze reservieren kann, aber es ging ja nochmal gut.
Geflogen sind wir dann auch noch mit einem der großen Airbus, dem A380, der aber von innen wesentlich weniger hermacht als z.B. der Dreamliner von Boeing. Es regiert das graue Plastikschick der Lufthansa.
Nach ungefähr 11 Stunden und einem sehr entspannenden Flug landeten wir schließlich auf dem Changi Airport in Singapur und wurden direkt zu unserem Weiterflug nach Kuching weitergeschleust. Dieser wurde von Silk Air durchgeführt, die ein Tochterunternehmen von Singapore Airlines sind.
Weitere 60 Minuten später erreichten wir schließlich die erste Station unserer Reise…

Kuching – Die Stadt der Katzen

Weit entfernt von der Hektik einer typischen, südostasiatischen Großstadt, kann man Kuching fast schon als „meditativ“ bezeichnen. Zwar gibt es auch hier viel befahrene Straßen und enge Märkte, jedoch hatte man nie das Gefühl, dass zu viele Menschen in der Stadt wohnen. Da wir in der Kuching Waterfront Lodge wohnten, konnten wir zu Fuß sehr gut das Zentrum erreichen und waren so nur selten auf Taxis oder Busse angewiesen.
Die Unterkunft selber war ein Haus im chinesischen Stil, das jetzt keinen besonders hohen Standard bot, aber für Backpacker vom WLAN über warmes Wasser alles bereithält was man auf der Reise so braucht. Ebenso war ein Frühstück im Preis enthalten, das aus Toast mit verschiedenen Aufstrichen und Bananen bestand. Das eine sollte wohl Erdbeermarmelade sein, schmeckt aber eher wie ein roter Zuckeraufstrich. Aber auch Bananen und Kaffee oder Tee gab es.

Insgesamt drei volle Tage hatten wir für Kuching eingeplant und diese waren absolut ausreichend. Rund um die Waterfront liegen einige sehenswerte Sachen wie z.B. die Stadtmoschee, das chinesische Viertel samt schöner Tempel oder der Markt neben dem Electra House.
Einen ganzen Tag kann man auch im Bako Nationalpark verbringen mit dem man entweder per teurem Taxi oder dem sehr günstigen, öffentlichen Bus kommt(3,50RM, Linie 1). Nach einer ca. 40 minütigen Fahrt vor die Tore Kuchings erreicht man schließlich den Eingang des Nationalparks, muss dann aber in ein Boot umsteigen und kommt nach weiteren zwanzig Minuten in Bako an. Dort muss man zunächst in das Besucherzentrum, um sich zu registrieren, so dass am Abend niemand im Dschungel zurückgelassen wird. Dort gab es dann auch prompt die ersten tierischen Begegnungen, denn vor den Toiletten saß ein Nasenaffe gemütlich im Baum und naschte Blätter und ein Warzenschwein grub imBoden vor sich hin. Gelaufen sind wir dann den ca. 7km langen Trail, der nach schweißtreibenden drei Stunden am Besucherzentrum wieder ein Ende fand. Auf dem Trail selbst, gab es leider keine Tiere zu sehen. Diese beschränken sich zu sehr auf den Bereich, in dem sich Menschen aufhalten. Denn dort ist das Futter…

Ein weiterer „Pflichttermin“ war das Semeggoh Wildlife Rehabilitation Centre, in dem man zweimal täglich an der Fütterung der Orang Utans teilhaben kann. Da diese dort quasi in der Wildnis leben, ist es nicht garantiert, dass einer der Menschenaffen auch kommt, bei unserem Besuch waren es jedoch ganze fünf Stück. Die dortige Mitarbeiter sorgen für die nötige Sicherheit, denn so anständig wie die Orang Utans aussehen, können sie auch sehr schnell recht wild werden. Aber alles in allem waren die Bananen und anderen Früchte interessanter als so ein paar bleiche Touristen. Empfehlenswert ist es, die Fütterung am Nachmittag zu besuchen, da am Morgen dort wohl immer sehr viel los sein soll.

Auch das Essen in Kuching ist definitv erwähnenswert. So kann man generell sehr günstig und lecker essen. Am ersten Abend aßen wir im Top Spot Foodcourt auf dem Dach eines Parkauses(!!!) in der Jalan Padungan. Dort gibt es hauptsächlich Seafood, das man sich an der Theke aussucht und dann frisch je nach Wunsch zubereitet wird.
Auch erwähnen muss man das Bla Bla Bla Restaurant und Wrong Place, die beide Fusionsküche vom Feinsten bieten. Ersteres ist für malaiische Verhältnisse jedoch sehr teuer und wurde auch hauptsächlich von Westlern besucht.

Weiterreise nach Brunei

Nach einer kurzen Nacht ging es dann am Donnerstag morgen mit dem Flugzeug weiter nach Miri. Die Kuching’sche Gemütlichkeit schon zu sehr verinnerlicht, kamen wir auch prompt nur sehr knapp zum Flug und mussten dann auch nochmal 20RM pro Person beim Checkin am Schalter von Air Asia bezahlen, da wir nicht den dafür vorgesehenen Automaten nutzten.
Nach einem einstündigen Flug hatten wir jetzt also einiges an Zeit totzuschlagen, denn unser Bus nach Brunei sollte Miri nicht vor dem Nachmimttag verlassen. Und was macht man als guter Tourist in Asien so? Man geht in eine Mall. Genauer gesagt in die Bintang Megamall. Dort konnte man die Zeit ganz gut verbringen und dank Ramadan war auch nicht wirklich viel los.
Mit der Buchung der Bustickets nach Brunei gab es im Vorfeld einige Ungereimtheiten, da die Seite von easybook.com leider nicht so ganz präzise ist mit ihrer Angabe der Abfahrtstationen. So musste ich die Busfahrt doppelt buchen, da ich erst zwei Zage zuvor merkte, dass man eine andere Abfahrtstation in Miri wählen muss, um tatsächlich nach Bandar Seri Begawan(der Hauptstadt Bruneis) zu kommen. Erstere Tickets hätten uns nur nach Tutong gebracht, was einige Kilometer vor BSB liegt.

Endlich am Busterminal angekommen(Pujut Terminal) und nochmal am Ticketschalter versichert, wiegte ich mich in Sicherhei, dass wir am Abend noch in Brunei sein sollten. Doch als der Bus endlich kam, meinte der Fahrer, dass der Bus an einer anderen Haltestelle fährt, die 6-8 km entfernt wäre. Mit letzter Verzweiflung zückte ich dann den Ausdruck der zuerst gekauften Tickets und siehe da…diese waren für den Bus, der gerade vor mir stand. Und er fuhr sogar auch nach BSB. Ihr seht also, das ist alles verdammt verwirrend und komisch. Am besten fliegt man von Kuching nach Brunei, so dass man sich einges an Zeit und Ärger erspart.

Um 16.00 Uhr starteten wir also endlich in Richtung des Sultanats und waren die einzigen zwei Passagier an Bord. Bereits kurz nach Miri muss man zunächst offiziell aus Malaysia ausreisen, um dann wenig später nach Brunei einreisen zu können. Das hat alles problemlos geklappt und um 18.45 Uhr erreichten wir schließlich Bandar Seri Begawan.

Bandar Seri Begawan – Bruneis goldglänzende Hauptstadt

Wenn man schon in Borneo ist, sollte man auch Brunei mal einen Besuch abstatten. Zwar hat das kleine Sultanat nicht sehr viel zu bieten, so dass zwei bis drei Übernachtungen dort ausreichend sind, allerdings bietet es eine ganz besondere Atmosphäre.
Gleich auf den Highways wird deutlich, dass in Brunei ein ganz anderer Lebensstandard herrscht als beim Nachbarn Malaysia. Die Autos sind wesentlich eleganter und auch die Straßen fühlen sich nicht so an als wären sie bereits bei der Auslöschung der Dinosaurier durch einen Kometen gebaut worden.

An der Waterfront angekommen, an der alle Fernbusse ankommen und abfahren, machten wir uns auf den Weg zu unserem Hotel, das nicht weit vom Stadtzentrum entfernt liegen sollte. Und nach ca. 15 Minuten erreichten wir The Capital Residence Suites, wo wir auch gleich eine kleine Überraschung erleben sollten. Denn statt des normalen Doppelzimmers wurden wir in die Junior Suite geupgradet, die außerdem mit einer Küche und einem geräumigen Wohn-/Esszimmer ausgestattet war. Zusammen mit der ziemlich zentralen Lage, ist diese Unterkunft absolut empfehlenswert. Im Preis inbegriffen war auch ein Frühstück, das einem am Büffet nicht nur typisch Westliches bot, sondern auch einheimisches Essen wie Nasi Lemak.

Da Bruneis Hauptstadt nicht besonders groß ist, waren die geplanten zwei Nächte/drei Tage eigentlich perfekt. Denn viel zu bieten hat BSB nicht unbedingt. Sehr sehenswert sind defintiv die zwei großen Moscheen Sultan Omar Ali Saifuddin und Kiarong, die beide durch ihre imposante Baukunst auffallen und einen nur staunen lassen.
Jedoch ist es alles andere als leicht von A nach B zu kommen. Denn Taxis oder öffentliche Busse sind rar gesät, so machten wir uns also zu Fuß an die Erkundung der Stadt, die leider nicht besonders fußgängerfreundlich ist. Wenig Fußwege und noch weniger Möglichkeiten über Hauptstraßen zu kommen, ließen Erinnerungen an Jakarta 2014 wieder wach werden. Besonders der Weg von der Innenstadt zur Kiarong Moschee war schweißtreibend und etwas nervig. Den Rückweg wollten wir deswegen per Bus am nahe gelegenen Terminal zurücklegen, wo wir jedoch feststellen mussten, dass dort wohl keine Busse fahren. Als wir nach einigen hundert Metern an einer Haltestelle eine Frau nach dem Bus fragten, siganlisierte diese nur, dass wir uns setzen sollen. Nach wenigen Minuten hielt dann ein japanischer Familienvan in den wir einsteigen sollten und der uns nach zehnminütiger Fahrt in der Innenstadt absetzte. Und das für wenige Brunei Dollar(und dem üblichen Buspreis). Was dieser Service im Endeffekt war, kann ich heute noch nicht sagen.

Ein weiteres Highlight in BSB ist das Wasserdorf, das Kampung Ayer, welches man bequem per Schnellboot an der Waterfront erreichen kann(1B$ pro Fahrt). Doch nicht nur einfache Wohnhäuser sind dort auf Stelzen im Wasser aufgebaut, auch Museen, eine Polizeistation, Restaurants und eine schicke, moderne Reihenhaussiedlung. Auf Stegen kann man so von Haus zu Haus wandern und sich über diese andere Art des Wohnens nur wundern.
Da der Sultan von Brunei natürlich einer der wichtigsten Männer des Landes ist, wird natürlich auch sein Geburtstag immer entsprechend gefeiert. So liest man u.a. von Empfängen bei denen der Sultan den anwesenden Gästen Geschenke überreicht. Und wenige Tage nach unserem Aufenthalt sollte der 75. Geburtstag des Sultan Hassanal Bolkiah Mu’izzadin Waddaulah gefeiert werden. So wurden nicht nur alle zwei Meter die Nationalflaggen ausgehängt oder Banner mit Glückwünschen, auch die Parade der Poizei und des Militärs musste natürlich geübt werden.
Und das auf dem königlichen Polofeld, zu dem man freien Zugang hat, da es mitten in der Stadt liegt. Wir stolperten durch Zufall auf diese Proben und schauten dem Spektakel auch bis zum Ende zu. So wurde der Einheitsschritt der Soldaten kritisch vom Oberkommandanten beäugt und zur Not mit einem schrillen Schrei berichtig.

Da wir ja während des Ramadans unterwegs waren, galt meine Hauptsorge etwas der Nahrungszufuhr. Letztlich erwiesen sich aber alle Sorgen für unberechtigt, denn man hätte selbst in Brunei tagsüber ohne Probleme etwas zu Essen bekommen. Spezielle Tipps für Lokale habe ich nicht, da iwr in BSB an sehr einfachen Imbissen gegessen haben, die aber richtig leckeres Essen angeboten haben. Hier sei besonders der Foodcourt an der Waterfront erwähnt, wo es ein göttliches Nasi Goreng Ayam(Fried Rice mit Hühnchen) gab.

Anders als in Malaysia gibt es aber keine bzw. gut versteckte Convenience Stores ala 7 Eleven. Aber dafür gibt es einen relativ großen Supermarkt im Yayasan Complex, das einen mit allen wichtigen Dingen versorgt.
Interessant war auch eine besondere Essenssituation: ausgehungert von unserem anstrengenden Tag schleppten wir uns in einen Imbiss, der von Einheimischen fast voll besetzt war und die uns auch fast gleichzeitig mit großen Augen anschauten. Komischerweise hatten sie alle schon was auf dem Tisch stehen, obwohl die Sonne noch nicht untergegangen war. Als dann wenige Augenblicke später das Gebet im TV zum Ende kam, aßen alle mit einer Geschwindigkeit ihr Abendessen, so dass wir nach 15 Minuten fast alleine in dem Lokal saßen. War kurios…vielleicht muss man aber auch dabei gewesen sein…

Wie weiter oben geschrieben, BSB kann man locker in zwei bis drei Tagen besuchen und hat dabei nichts verpasst. Viele machen wohl noch Touren in die Mangrovenwälder, aber als bekennender Phobiker langer Bootstouren wurde das aus dem Reiseprogramm gestrichen. Gewundert hat mich auch, dass man nur wenige Menschen auf den Straßen gesehen hat. Egal zu welcher Tageszeit. Wir waren sehr oft, die einzigen Leute im näheren Umkreis. Die ganzen Autos mal ausgenommen.
Wenn man schon mal auf Borneo ist, sollte man auf alle Fälle einen Zwischenstopp in Brunei einplanen. Sehr empfehlenswert!!

Nun ging es also wieder zurück nach Malaysia. Doch wir wechselten nicht nur das Land, sondern auch den Bundesstaat. Liegt Kuching und Miri nämlich noch im westlichen Sarawak, so flogen wir nun Richtung Sabah.

Noch kurz: wenn man von der Ausreise aus Brunei liest, fahren viele Touristen mit der Fähre auf die Insel Labuan und von dort aus wieder auf das malaiische Festland. Da ich aber bis kurz vor unserer Reise keinerlei Infos zu Fährtickets u.ä. hatte, entschieden wir uns letztlich für den Flug von Brunei/BSB nach Kota Kinabalu. Dieser wurde von Royal Brunei Air durchgeführt und mit 64,-€ pro Kopf zwar relativ „teuer“, aber so erreichten wir die Hafenstadt innerhalb einer Stunde und waren keinen halben Tag unterwegs.

Das war es mit Teil 1…die Fortsetzung folgt in den nächsten Tagen!