Die beste Musik 2019

Premiere hier auf meinem Blog: die musikalischen Top 5 des Jahres 2019! Während ich mich früher meist nur mit einem Bereich auseinandergesetzt habe, von Hip Hop zu Metal zu Gothic, hat sich das in den letzten Jahren stark vermischt.

Egal ob Synthwave, Hip Hop, Rock oder Electropop, vor allem in diesem Jahr hat sich da ganz schön viel durcheinander gemischt. Daher sind auch meine Top 5 Alben recht unterschiedlich ausgefallen.

 

Platz 5

Antifuchs – „Stola“

Stellvertretend für die vielen Hip Hop-Sachen aus deutschen Landen, die ich in diesem Jahr gehört habe, nenne ich hier „Stola“ von Antifuchs. Die Rapperin mit der Fuchsmaske fiel mir erstmals auf Callejons „Hartgeld im Club“ auf, auch das Album ist vielfältig und sehr gelungen.

 

Platz 4

Opeth – „In Cauda Venenum“

Die schwedischen Prog-Metaller begleiten mich schon seit einigen Jahren und haben mich mit ihrem Wandel vom harten zum jetzt sehr verspielten Sound echt begeistern können. Das neue Album gibt es außerdem in einer englischen und einer schwedischen Version und bietet gewohnt hohes Niveau.

 

Platz 3

Bring Me The Horizon – „amo“

Auch die ehemaligen Deathcore-Jungs von Bring Me The Horizon haben ihren Stil in den letzten Jahren extrem verändert. Gab es schon auf dem letzten Album mal klareren Gesang zu hören, begeisterte mich „amo“ mit den elektronischen Beats und einigen poppigen Elementen noch viel mehr. Sehr vielfältiges Album mit einigen echten Ohrwürmern!

 

Platz 2

Lana Del Rey – „Norman Fucking Roswell!“

Mein erstes Album der Dame aus New York. Musikalisch ist sie mir schon häufiger mal positiv aufgefallen, vom neuen Album habe ich aber so viel Positives gehört, da musste ich mal zuschlagen. Und ich wurde nicht enttäuscht. „Norman Fucking Roswell“ enthält sehr vielfältige Songs, die mal an Trip Hop, dann wieder an Prog erinnern.

 

Platz 1

TOOL – „Fear Inoculum“

Nach vielen Jahren sind TOOL endlich zurück und präsentieren sich auf ihrem neuen Album gewohnt hochklassig. Üppige Songs mit einer Laufzeit zwischen 10 und 13 Minuten begeisterten mich mit so vielen Details und fetten Riffs…DAS Album des Jahres 2019!

Die besten Games 2019

Das Gaming-Jahr 2019 war eigentlich recht entspannt. Zum einen werfen die Next Generation-Konsolen PlayStation5 und Xbox Series X ihren Schatten voraus, zum anderen wurden einige Top-Titel wie „Cyberpunk 2077“ oder „The Last of Us: Part II“ noch für 2020 aufgespart. So blieb genug Zeit, die interessanten Spiele in aller Ruhe zu zocken und auch mal einen Blick auf nischigere Titel zu werfen.

Zum Ende des Jahres also nun ein kleines Resümee meinerseits, welche Spiele ich in 2019 für besonders spielenswert fand.

 

Platz 5

„Star Wars Jedi: Fallen Order“

Ja, das Gameplay von Respawns „Star Wars“-Abenteuer ist schamlos an Genre-Perlen wie „Uncharted“, „Tom Raider“ oder „Sekiro“ angelehnt, aber dafür präsentiert man euch hier eines der besten Spiele aus dem „Krieg der Sterne“-Universum.

Abwechslungsreiche Planeten, spannende Gefechte und eine tolle Stimmung machen den Titel zu einem sehr spielenswerten Action-Adventure. Und wie cool ist bitte BD-2?!?

 

Platz 4

„Devil May Cry 5“

Bisher hatte ich nicht viel Berührungspunkte mit der „Devil May Cry“-Reihe, doch bei Teil 5 hat es endlich Klick gemacht. Zwar sind die Level etwas schlauchig und grafisch nicht unbedingt spannend inszeniert, dafür macht das Kampfsystem und das Gegnerdesign umso mehr Spaß. Die drei Charaktere haben alle unterschiedliche Stile und ermöglichen ein Kombo-Gewitter sondergleichen. Und erst der Soundtrack!! Wow!
Seit „Bayonetta“ hatte ich keinen so großen Spaß mehr mit einem Hack’n Slay!

 

Platz 3

„Judgment“

Das Spinoff zu Segas „Yakuza“-Reihe bot dank des neuen Hauptcharakters einige neue Gameplay-Kniffe. So machte die Ermittlungsarbeit in den Detektivfällen schon recht viel Spaß(die langwierigen Verfolgungen mal ausgenommen), aber auch das flinke Kampfsystem ließ wieder großartige Brawler-Atmosphäre aufkommen. Ausflüge nach Kamurocho sind doch immer wieder ein großer Spaß!

 

Platz 2

„Dragon Quest Builders 2“

Ich mochte Teil 1 schon sehr, der Nachfolger machte dank sinnvoller Änderungen und Neuerungen noch mehr Spaß. Dank der Switch verbrachte ich so einige Stunden mit dem Aufbau von Siedlungen oder dem Craften von neuen Gegenständen. Etwas genervt haben die Endgegnerkämpfe, die sich teilweise ganz schön hingezogen haben. Dennoch schön, dass die „Dragon Quest“-Reihe nun endlich auch im Westen angekommen ist.

 

Platz 1

„Astral Chain“

Erst auf Nintendos Post E3-Event in Frankfurt funkte es zwischen „Astral Chain“ und mir. Das Kampfsystem mit den unterschiedlichen Legions hat eine großartige Vielfalt, am besten war aber die Atmosphäre des Spiels, die an SciFi-/Cyberpunk-Animes aus den späten 80er und 90er Jahren erinnerte.
Außerdem zeigt das Spiel von Platinum Games eindrucksvoll, was die Switch leisten kann, wenn man sich als Entwickler etwas Mühe gibt. Definitiv mein Lieblingsspiel 2019!

Kambodscha 2019 – Angkor und Essen

Nachdem es nun ein Jahr sehr ruhig im Bezug auf Reiseberichte hier auf meinem Blog war, ich dafür aber unsere Reiseerfahrungen aus dem Iran in Buchform veröffentlicht habe, gibt es wieder einen kleinen Reisebericht.

In diesem Jahr zog es uns wieder einmal nach Südostasien, genauer gesagt nach Kambodscha. Das recht kleine Land zwischen Thailand und Vietnam stand schon länger auf unserer Bucketlist, vor allem die Angkor-Tempel wollten wir unbedingt mal sehen und hautnah erleben.

Ganz ungewohnt ging die Planungsphase für den Urlaub recht spät los, Tour und Flug waren erst im Dezember fix und im Februar sollte es schon losgehen. Also quasi ein Last Minuten-Urlaub 😉

In Sachen Vorbereitung ist eigentlich das Visum am wichtigsten. Dieses kann man sich zwar auch am Flughafen bei der Einreise direkt abholen, am bequemsten ist es aber sicherlich online. Für das E-Visum braucht man lediglich ein Passfoto und lädt dieses dann samt der angefragten Daten hoch. Alles unkompliziert und keine halbe Stunde später waren beide Visa da. Die Kosten dafür lagen bei 36$ pro Visum.

Etwas komplizierter war die Lage mit den Flügen bzw darin, günstige Flüge zu finden. Zum einen kommt man nämlich ohne Zwischenstopp schon mal gar nicht nach Kambodscha, zum anderen waren die Preise meist in Richtung 900 oder gar 1000€ gelegen. Letztlich haben wir uns dann für Emirates entschieden, die offiziell nur einen Stopp – nämlich in Dubai – einlegen, aber auf dem Weg nach Phnom Penh für knapp zwei Stunden auch nochmal in Yangon, Myanmar, zwischenlanden. Dort muss man aber nicht aussteigen, sondern kann dem Bodenpersonal dabei zuschauen wie sie die Maschine reinigen und kurze Zeit später steigen dann die Fluggäste aus Myanmar zu.

So kommt man auf eine Anreisezeit von knapp 14 Stunden reiner Flugzeit. 

In Sachen Kosten waren wir dann bei knapp 870€ pro Person hin und zurück inklusive Rail & Fly-Ticket. Generell kann man über Emirates aber nicht meckern. Der Bordservice ist gut, das Essen auch. Außerdem sind die Sitze in der Economy bequem und auch das Entertainment-System ist gut ausgestattet. 

Neben dem Buchen des Fluges ist es empfehlenswert, vorher mal in seinen Impfausweis zu schauen und zu überprüfen, ob man die nötigen Grundimmunisierungen hat. Weiterhin sind natürlich Unterkünfte wichtig, hier haben wir uns von entsprechenden Webseiten Infos eingeholt und dann darüber gebucht. In Kambodscha findet man vom günstigen Mehrbettzimmer für ein paar US-Dollar bis hin zu edlen Resorts eigentlich alles, letztlich ist es einfach die Frage des eigenen Geschmacks und Geldbeutels.

Stichwort US-Dollar: Auch wenn Kambodscha mit dem Riel seine eigene Währung hat, zahlt man als Tourist eigentlich fast nur mit US-Scheinen. Lediglich auf dem Land oder als Wechselgeld wird der Riel genutzt, was immer wieder einmal zu einem großen Devisen-Wirrwarr geführt hat und ständig am Umrechnen ist.

Phnom Penh – Eine Überraschung!

Nach einer langen, aber doch recht bequemen Anreise per Flugzeug landeten wir am Sonntag Abend gegen 21 Uhr in der kambodschanischen Hauptstadt Phnom Penh. Nachdem die Gepäckausgabe recht flott erledigt war, schnappten wir uns am Taxischalter ein Ticket für die Fahrt in die Innenstadt und saßen keine fünf Minuten später mitten im kambodschanischen Verkehr. Schon hier wurde das Chaos auf den Straßen des südostasiatischen Landes kurz angeteasert, in den Folgewochen gab es aber deutlich heftigere Verkehrsereignisse. Trotzdem waren wir nach circa dreißig Minuten an unserer Unterkunft, dem Suite Hotel angekommen.

Dieses liegt in einer relativ ruhigen Seitenstraße, die einige Essensmöglichkeiten bietet, aber zum Glück von den Party-Touris verschont bleibt.

Unser Zimmer war mit den nötigsten Dingen ausgestattet, da konnte man auch die zwei kleinen Löcher im Moskitonetz verzeihen. Wofür hat man sonst eine Rolle Klebeband dabei?

Doch für mehr an diesem Tag langte es nicht mehr. Zwar meldete sich noch einmal der Magen, aber da musste dann einfach mal die Packung Chips herhalten, die im Hotelzimmer bereit standen. Kurz danach ging es auch schon ins Bett, denn ab morgen sollte das Abenteuer Kambodscha auf uns warten.

Nach einem stärkenden Frühstück in einer der Parallelstraßen des Hotels samt Waffeln und Speck und Ingwertee ging es dann erstmal Richtung Flussufer und Promenade. Dort liegt nämlich der Königspalast, der in großen Teilen auch für die Öffentlichkeit zugänglich ist. Nur nicht von 11 bis 14 Uhr, denn da ist das weitläufige Areal für Besucher geschlossen. Schließlich will der König ja auch mal durch seine Gärten flanieren…

Am Fluss, wo sich Tonle Sap und Mekong treffen, weht nicht nur eine angenehme Brise, hier ist es auch recht entspannt und man kann wunderbar auf dem breiten Gehweg spazieren gehen. Nachdem der Königspalast also noch geschlossen hatte, gingen wir zunächst zur Wat Ounalom-Tempelanlage, dem Hauptsitz der kambodschanischen Buddhisten. Vermutlich der Uhrzeit geschuldet, gegen Mittag, war hier kaum etwas los und so konnte man sich ungestört die ganzen Statuen und Räumlichkeiten anschauen. 

Während man an der Riverside unzählige Restaurants findet, die sich auf westliche oder internationale Speisen konzentriert haben, kann man in den kleinen Seitengassen rund um die Tempelanlage auf dem Weg zurück Richtung Königspalast viele einheimische Restaurants und Garküchen finden. Dort sind auch unzählige Hostels angesiedelt, außerdem fanden wir ein kambodschanisches Fitnessstudio, in dem ordentlich geschwitzt wurde. Als wäre es nicht schon heiß genug…

Am Mittag stand dann also der Königspalast auf dem Plan, den man für knapp 10,-€ pro Person besuchen kann. Neben dem Thronsaal, mehreren Palästen und Bauten kann man hier außerdem den Garten begutachten, der einige kreativ geschnittene Büsche und Bäume zu bieten hat. Wichtig ist hier die Kleiderordnung, denn Hosen sollten bis zu den Knien reichen und Oberteile die Schultern bedecken. Wer diese Ordnung nicht einhält, bekommt am Eingang ein schmuckes Tuch zum Überwerfen.

Tag 2 in Phnom Penh stand ganz im Zeichen der dunklen Vergangenheit rund um die Roten Khmer und deren Schandtaten. Da die angepeilten Ziele doch einige Kilometer auseinander lagen, mieteten wir uns einen Tuktuk-Fahrer für diese Strecke.

Unsere Tour begann am berüchtigten Gefängnis S-21, in das die Roten Khmer damals alle Intellektuellen steckte, bevor man diese zu ihrer Hinrichtung brachte. Die Bande rund um Pol Pot dachte damals nämlich ernsthaft, man könnte einen reinen Bauernstaat aufbauen und das ganze Land durch den Anbau von Reis ernähren. Wozu braucht man da schon Lehrer, Beamte & Co. Allerdings reichte es schon aus, wenn man damals nur eine Brille trug, um als Intellektueller zu gelten.

In dem Gefängnis bekommt man einen Audio-Guide mit auf den Weg, der einem an den entsprechenden Stellen die Geschichte zu dem jeweiligen Ort erklärt. Dank zahlreicher Fotos und den sehr intensiven Erzählungen bekommt man doch das ein oder andere Mal Gänsehaut. Für schwache Nerven ist das nicht unbedingt geeignet, aber trotzdem sehr empfehlenswert! 

Wer das Gefängnis mitten in der Stadt besucht, muss natürlich auch die Killing Fields aufsuchen. Diese liegen circa 8km außerhalb der Stadt, aber dank unseres Tuktuk-Fahrers waren wir recht schnell dort. Außerdem konnte man so auch mal einen Blick auf die Außenbezirke der Stadt erhaschen.

War schon das Tuol-Sleng-Genozid-Museum recht beklemmend, erinnerten die Killing Fields schon stark an die KZ-Besuche während der Schulzeit. Auch hier bekommt man dank Audioguides wieder einen recht lebhaften Eindruck von den Geschehnissen aus der Zeit der Roten Khmer, Standorte wie der Säuglingsbaum, an dem man zahlreiche Kleinkinder ihr Leben geben mussten, lassen einen schon mehrmals tief durchatmen.

Nach so viel Schwermut, und mittlerweile war es eh schon früher Nachmittag, ging es erst einmal zurück in unsere Unterkunft zum Ausruhen. Am Abend sahen wir aber leider noch einmal eine andere dunkle Seite Kambodschas, denn auf dem Weg zum Nachtmarkt kamen wir am Nightlife-District vorbei. Man kann es schon ahnen, aber hier sind vor allem ältere weiße Männer auf der Suche nach Unterhaltung und werden auch ohne Probleme fündig. Denn hier bieten sich zahlreiche, sehr junge Mädchen diesen Widerlingen an oder wollen diese zum Besuch eindeutig betitelter Bars animieren. Schlimm!

Unser dritter und letzter Tag in Phnom Penh war dann wieder von etwas leichterer Kost geprägt. Neben einem Abstecher zum russischen und Zentralmarkt, ging es außerdem zur Aeon Mall. Nach ein bißchen Chillerei im dortigen Starbucks besuchten wir noch Wat Phnom, eine Tempelanlage, die gut besucht war, allerdings dank dem umliegenden Park auch ein kleiner Ruhepol inmitten des großen Verkehrskreisels war.

Wie üblich auf meinen Reisen bin ich immer auf der Suche nach dem Fußballtrikot der jeweiligen Nationalmannschaft. Fündig wurde ich hier am Olympiastadion in Phnom Penh, das am Abend eine tolle Kulisse für Sonnenuntergangsfotos bietet. Außerdem war es sehr unterhaltsam sich einfach auf die Tribüne zu setzen und den ganzen Menschen bei ihren schweißtreibenden Beschäftigungen zuzusehen. So zieht das Stadion nämlich nicht nur unzählige Jogger an, rundherum laden grell gekleidete Anleiter mit lauter Musik zur allabendlichen Aerobicstunde ein. 

In Sachen Essen wird man in Phnom Penh definitiv leicht fündig. Neben allerlei kleinen Garküchen, die Basics wie Fried Rice, Fried Noodles oder Sommerrollen anbieten, gab es häufig auch sehr westliche Sachen wie Pizza oder Hamburger. Diese sind dann aber wesentlich teurer als das einheimische Essen und vermutlich bei weitem nicht so lecker. 

An frühere französische Kolonialzeiten erinnerten einige Speisen wie Froschschenkel, kambodschanische Spezialitäten wie Amok(Fisch oder Fleisch in einer Kokossoße mit Reis) waren aber weitaus ansprechender. Und sehr gut!!

Alles in allem gefiel uns Phnom Penh sehr gut. Aufgrund früherer Reisen in Südostasien erwarteten wir etwas komplett anderes und wurden wirklich überrascht. So gibt es viele ruhige Ecken und nur wenig Verkehrschaos außerhalb der Rush Hour, außerdem konnte man viel zu Fuß erreichen. 

Battambang – Pech und Fledermäuse

Unser nächster Stopp sollte uns nach Battambang führen. Die Weiterreise per Minibus war in Sachen Organisation kein Problem, da wir die Tickets über unsere Unterkunft in Phnom Penh reservieren konnten. Nach einer kurzen Wartezeit, da der Tuktukfahrer anscheinend irgendwelche Ansprüche an das Busunternehmen stellte, durften wir dann in den Minivan einsteigen. Zwar war dieser gut klimatisiert, aber leider auch bis auf den letzten Platz voll und daher alles doch recht eng. Aber es sollte ja nur eine dreieinhalbstündige Fahrt sein…sollte. 

Denn unser Zeil erreichten wir erst nach fünf Stunden, und das obwohl der Fahrer mit gefühlten 180km/h über die fürchterlichen Straßen Kambodschas gebrettert ist. Fast hätten wir auch noch das komplette Gepäck verloren, da der Kofferraum schlecht schloss und mehrere Male fast aufging. Abenteuer Kambodscha!

Aber glücklicherweise kamen wir alle heil in Battambang an und fuhren per Tuktuk zu unserer dortigen Unterkunft, dem Coconut House. Dieses liegt etwas außerhalb des Stadtzentrums, dafür aber relativ ruhig. Und wer abends doch noch mal Lust auf eine kleine Knabberei hat, kann sich bei den umliegenden Shops von Einheimischen versorgen. 

Leider war unser gebuchtes Zimmer nicht wirklich der Hit, da sehr dunkel und ungemütlich. Aber glücklicherweise hatten sie noch ein schöneres Zimmer vorne am Hotelpool frei, das zwar letztlich teurer, aber doch weitaus wohnlicher war. 

Nachdem die Anreise doch sehr lang und anstrengend war und ich immer noch etwas unter einer Magenverstimmung litt, gab es am Abend nur noch einen kurzen Spaziergang über den Markt und durch die kleinen Gässchen von Battambang. Hier war vor allem am Fluss sehr viel los, auch die Touristenanzahl stieg im Vergleich zu Phnom Penh deutlich an. 

Über das Hotel mieteten wir uns am zweiten Tag vor Ort zwei Roller, da unsere Ziele etwas außerhalb der Stadt lagen. Für den Preis von 8,-$ am Tag konnte man nicht meckern, auch wenn es letztlich doch teurer wurde…dazu aber später mehr.

Nördlich von Battambang liegen mehrere Tempel, die man recht schön abfahren kann und bei denen kaum etwas los war. Die Fahrt dorthin war relativ entspannt und ging durch mehrere kleine Dörfer und vorbei an Schulen und Massen an Schülern auf Fahrrädern, die alle ganz aufgeregt gewunken und gegrüßt haben. Einzig und allein ein Bauabschnitt einer Straße war für einen Roller-Noob wie mich schon eine Herausforderung, da der lose Schotter und Kies nicht gerade angenehm zu befahren war.

Nach einer kurzen Stärkung bei einer kleinen Garküche und einem Tankstopp(hier wird das Benzin am Straßenrand in Glasflaschen verkauft) ging es wieder Richtung Innenstadt. Bei einem chinesischen Supermarkt machten wir kurz Halt um uns mit Süßkram und Wasser einzudecken, da wir noch einiges an Strecke vor uns hatten, leider machte ich danach aber eine sehr unschöne Begegnung mit einem kambodschanischen Kleinwagen. Dieser krachte in mich hinein, fuhr aber unbehelligt weiter und ließ mich erstmal auf der Kreuzung stehen. Abgesehen von einem kurzen Schreck und einem blauen Fleck ist mir glücklicherweise nichts passiert, allerdings war mein linkes Licht am Roller nun nur noch ein Meer aus Splittern und mehreren losen Teilen.

Aber nach einer kurzen Verschnaufpause ging es dann weiter Richtung Süden, entlang am Sangker-Fluss. Unser nächstes Ziel war Prasat Banan, eine Tempelanlage hoch über den Wäldern von Battambang, genauer gesagt 358 Treppenstufen hoch. Schweißtreibend, aber dafür entschädigte der unglaubliche Ausblick über die ganze Region. Sehr sehenswert!

Aber es sollte noch beeindruckender kommen…denn auf der Rückfahrt Richtung Battambang machten wir Halt bei Phnom Sampeau, einem Kalksteinfelsen, der nicht nur ein unglaubliches Naturspektakel, sondern auch noch die Killing Caves und eine große Tempelanlage zu bieten hat. Unsere Roller parkten wir unten am Fuß des Berges und liefen hoch, was im Vergleich zu den Stufen hoch zu Prasat Banan, fast schon gemütlich war. Aber auch hier belohnt der tolle Ausblick über die Landschaft die Mühen. Nun hieß es aber wieder pünktlich runterzukommen, da bei Dämmerung die Hauptsensation startete.

Denn Abend für Abend fliegen unzählige Fledermäuse aus der Höhle und verteilen sich über die komplette Region. Und das wird hier zum echten Spektakel gemacht. So kann man sich an einem der zahlreichen Tische niederlassen und bekommt Getränke oder Essen serviert und hat beste Aussicht auf den Fledermausschwarm. Ob hier die Touristen oder die kleinen Blutsauger in der Überzahl sind, ist schwer zu sagen. Wahrscheinlich sind es die Fledermäuse, denn selbst nach einer halben Stunde reißt der Schwarm, der aus der Höhle kommt, einfach nicht ab. Wow! Muss man sich unbedingt anschauen, wenn man in der Nähe ist.

Durch die Dämmerung und mit nur einem Licht…wir erinnern uns…ging es nach diesem Naturspektakel dann zurück in die Unterkunft. Leider musste ich den Schaden in Höhe von 20$ natürlich bezahlen, denn die Reparatur wäre „ganz schön kompliziert“. Nach einem stärkenden Abendessen ging es dann ins Bett, denn wir waren echt ganz schön platt und letztlich hatten wir für den nächsten Tag ja einiges geplant.

Doch wie das so oft ist mit solchen Plänen…nichts war es. Denn aufgrund der krassen Sonneneinstrahlung hatte ich einen erstklassigen Sonnenstich und war gezwungen, den Tag im Hotel zu verbringen. Und somit wurde es nichts mit der Erkundung von Battambang und dem Besuch des Zirkus’ am Abend. Phare Ponleu Selpak, so der Name des Zirkus, kostet 14$ Eintritt und hatte laut meiner besseren Hälfte eine tolle Show zu bieten. Ich schaute währenddessen dem Deckenventilator beim Drehen zu…auch irgendwie artistisch. 

Am nächsten Tag ging es dann weiter zu unserer nächsten Station. Immer noch etwas wackelig auf den Beinen musste ich aber erst einmal nichts anderes machen als vier Stunden im Bus zu sitzen. Denn Angkor wartete auf uns!

Wow, nur wow! – Siem Reap & Angkor

Nach unserer Ankunft in der Stadt nahmen wir uns ein Tuktuk zu unserer Unterkunft, da diese doch ein Stück außerhalb des Zentrums lag und der Weg mit Rucksäcken doch etwas beschwerlich gewesen wäre.

Und schon auf der fahrt zur River Bay Villa fiel einen der internationalere Charakter von Siem Reap auf. Selbst im Vergleich zu Phnom Penh sah man viel mehr große Werbetafeln, Läden und einen erheblich größeren Anteil an Touristen. Dies liegt natürlich vor allem an dieser kleinen, fast unbekannten Tempelanlage von Angkor vor den Toren der Stadt. Dazu aber später mehr! 

Unsere Unterkunft, die River Bay Villa, war ein kleines Hotel mit so um die 15 Zimmer, einem Restaurant und einem Pool direkt am Ufer des Flusses Siem Reap. Es lag zwar etwas außerhalb, zu Fuß oder mit dem Rad konnte man aber die Innenstadt recht gut erreichen. Aber auch Tuktuks standen natürlich zu jeder Zeit bereit.

Die ruhige Lage war perfekt, auch das angeschlossene Restaurant überzeugte mit vielen Leckereien und einem guten Frühstück. Highlight war definitiv der Pool, der nach den schweißtreibenden Forschungsmissionen durch Angkor perfekt zum Abkühlen war.

Am Abend des ersten Tages stürzten wir uns gleich mal in das Geschehen in der Innenstadt und sicherten uns für den nächsten Tag Räder für die Tour zu Angkor. Diese kosteten 5$ für 24 Stunden und waren in Sachen Ausstattung ok. 

Wer sich das Elend der Welt mal genauer anschauen will, sollte abends in Siem Reap durch die Touri-Partymeile gehen. Schlimm…einfach nur schlimm. Überall Touris, die ihr Limit nicht kennen oder die einheimische Mädchen abschleppen wollen. Dazu Partymusik vom Allerschlimmsten. Schrecklich! Schnell weg hier…

Da konnte nur ein leckeres Abendessen helfen und somit suchten wir uns ein nettes Plätzchen im Pan & Pot. Dort trifft man auf viele Backpacker, aber das Essen ist lecker und es gibt viele kambodschanische Spezialitäten.

An Tag 2 in Siem Reap sollte es nun endlich zu den Tempeln von Angkor gehen. Somit schwangen wir uns nach einem stärkenden Frühstück auf die Räder und radelten Richtung Angkor. Dank etwas widersprüchlicher Aussagen standen wir dann zwar irgendwann an der Ticketkontrolle, hatten jedoch keine Möglichkeit dort den Eintritt zu bezahlen. Eigentlich sollte die Kasse bzw. das Besucherzentrum auf dem Weg liegen, aber da war nichts. 

Wie wir dann erfuhren, gibt es da ein neues Zentrum, das allerdings 10km in die andere Richtung liegt. Schon leicht genervt, mieteten wir uns ein Tuktuk, das uns dann dorthin brachte.

Warum man das Besucherzentrum soweit weg vom eigentlichen Ort baut, ist wirklich fraglich. Nach einem kurzen Fotoshoot für den Besucherausweis und dem Überreichen von 62$ für drei Tage pro Person ging es wieder zurück zur Ticketkontrolle und endlich auf das Gelände von Angkor. Gleich am Eingang begrüßt einen Angkor Wat, die Hauptattraktion des Ganzen, die wir uns aber für den letzten Tag aufheben wollten. Denn meine Frau hatte einen Plan…

Erst einmal wurde man jedoch von der Vielzahl an Touristen erschlagen, denn das kannten wir bisher aus Kambodscha nicht. Wow! Dank unserer Räder kamen wir aber gut voran und konnten an interessanten Plätzen absteigen und uns umschauen. Zunächst fielen einem die extrem detailreichen Verzierungen der Mauern und Tore auf, die das Gelände umgeben. Teilweise sind diese gut erhalten, manches ist aber auch schon verfallen.

Aufgrund der Größe des Areals(mehrere Hundert Quadratkilometer) werden die Eingänge zu jedem Tempel einzeln bewacht und dort die Tickets kontrolliert. Die verschiedenen Tempel sind einmal recht verschachtelt aufgebaut, ein andermal fast schon pyramidenhaft. Einige sind gut erhalten, andere wurden von der Natur und den Menschen schon recht in Mitleidenschaft gezogen.

In Sachen Touri-Aufkommen gab es einige Tempel, bei denen es übervoll war und wo vor allem Fotospots nervten, die mitten im Weg durch den Tempel lagen. Warum braucht jeder Besucher ein Foto eines besch… Baums?!? Leute. Am Ende landen die Fotos dann eh nur bei Facebook…Gratulation. Vor allem am „Tomb Raider“-Tempel Ta Prohm, Angkor Thom und eben Angkor Wat war es doch recht voll. Vor allem bei Letzterem kam es dadurch zu extremen Wartezeiten von über einer Stunde nur um in den obersten Bereich zu kommen. Das taten wir uns dann doch nicht an.

Weitere Highlights waren die Elefantenterrasse und das Bayon mit seinen unheimlichen Gesichtern. Das muss man mal gesehen haben! Wow, wow, wow! 

Auch das Radfahren hin zur Tempelanlage und zurück in die Stadt war sehr angenehm. Zwar gab es vor allem beim Rückweg(wir machten einen kleinen Umweg) einige Straßenabschnitte, die stark befahren wurden, aber das war schon ok. Aber gut einschmieren und einen Helm bzw. Mütze tragen! Der Sonnenstich…ihr wisst.

Da wir die Räder noch abgeben mussten, radelten wir direkt in die Stadt und gönnten uns unser Abendessen bei Holy Khmer, guter regionaler Küche.

Tag 2 in Angkor wollten wir mit etwas weniger Sonneneinstrahlung verbringen und somit mieteten wir uns einen Fahrer für zwei Tage. Das kostete uns 20$, brachte aber einige spannende Einblicke in den Tourismus im Land mit sich. Dazu später mehr. 

Zu den Tempeln habe ich oben ja schon einiges geschrieben. Highlight heute war definitiv der Sonnenuntergang auf Pre Rup. Hier lohnt es sich aber pünktlich zu kommen, denn mit der Zeit wird es da ordentlich voll, aber zum Glück hatten wir Premium-Plätze. 

Während es an den größeren Tempeln unzählige Stände und kleine Restaurants gibt, sind an den ruhigeren Anlagen vor allem Kinder unterwegs, die Postkarten oder Fächer verkaufen wollen. Die Kleinen sind wirklich aufdringlich und weichen einem für Minuten nicht von der Seite. 

Zurück in der Stadt gönnten wir uns nach einem Spaziergang über den Markt einen feinen Burger bei Burger Gourmand und eine Nachspeise in Form einer Ice Roll. Ach ja…im Zusammenhang mit Kambodscha sieht und hört man häufig davon, dass dort Insekten wie Skorpione oder Spinnen gegessen werden. Die sind uns während unserer Reise genau einmal über den Weg gelaufen und zwar in Siem Reap auf dem Touri-Nachtmarkt.

An unserem letzten Tag in Angkor stand noch das Highlight an, Angkor Wat. Trotz Sonnenstich, den diesmal meine Frau hatte, und 36 Grad war dies ein recht gelungener Abschluss unserer Tempel-Tour.

Es gibt sicherlich schönere Tempel als den Wat in Angkor, aber in seiner Größe und dem Zustand ist das schon alles recht beeindruckend. Mit dem Wasser und dem Dschungel rund um die Anlage entsteht dort trotz Tausender Touris eine ganz interessante Stimmung. Aktuell arbeitet dort ein deutscher Archäologe an der Instandhaltung des Tempels, hierzu gibt es eine kleine Infohütte in der man sich über die Art und Weise der Restauration informieren kann.

Unser Fahrer erzählte uns auf dem Rückweg in die Stadt vom Tourismus im Land und jammerte dabei vor allem über die Chinesen. Diese kommen zwar in Scharen nach Kambodscha, bringen dem Land aber kaum etwas, da diese in ihren eigenen Hotels wohnen, ihre eigenen Reiseunternehmen nutzen und sich auch sonst kaum außerhalb ihrer Reisegruppe bewegen. Finanziell lohne es sich also nicht. Darüber war er sehr frustriert und sehr verärgert. Welchen Einfluss China auf das Land hat, sollten wir zu einem späteren Zeitpunkt noch merken.

Geschafft von unserem dreitägigen Trip durch die Tempel Angkors gönnten wir uns am Abend ein leckeres Essen im Hotel, ehe es morgen dann per Flugzeug nach Chinatown…äh…Sihanoukville gehen sollte. Zum Glück nur kurz…

Inselparadies Koh Rong Sanloem

Mit Cambodia Angkor Air(Flüge waren easy online zu buchen) ging es vom kleinen Flughafen in Siem Reap zum noch kleineren Airport in Sihanoukville. Da die Chinesen diese Stadt aber als ihr neues Reisedomizil festgelegt haben, wird dort nicht nur ein neuer Flughafen gebaut, sondern anscheinend die ganze Stadt von chinesischen Bauunternehmen auf links gedreht. So werden zahlreiche Casinos und Hotels unter chinesischer Hand gebaut. Für Touristen aus China.

Am Flughafen angekommen, nahmen wir uns ein Taxi für 20$ zum Serendipity Beach, an dem auch die Fähren zu den Inseln Koh Rong und Koh Rong Sanloem anlegen. Unser Ziel war Letztere zu der es für 22$ pro Person ging. Da wir noch etwas Zeit hatten, genehmigten wir uns eine Kokosnuss und Pommes am Strand.

Die Fähre nach Koh Rong Sanloem fährt insgesamt drei Haltestellen ab und benötigt knapp zwei Stunden zur Insel. Die Fahrt war etwas holprig zu Beginn, wurde dann aber zum Glück etwas ruhiger. Ich hasse Fähren…

Anlegestelle auf Koh Rong Sanloem ist Saracey Beach, unsere Unterkunft lag aber genau auf der gegenüberliegenden Seite der Insel. Daher schnallten wir unsere Rucksäcke fest und begaben uns auf eine 40-minütige Reise einmal quer über die Insel über Stock und Stein. Solltet ihr auch auf diese Seite der Insel wollen, zieht festes Schuhwerk an. Zwischendurch wurde es nämlich ganz schön steinig, steil und rutschig. Da uns aber immer wieder mal Menschen und sogar ein Hund begegneten, wähnten wir uns auf dem richtigen Weg.

Und siehe da…irgendwann tat sich vor uns der Sunset Beach auf und gleich neben dem Pfad lag unsere Unterkunft für die nächsten vier Tage, Sunboo Beach Village.

Diese wird von sympathischen Österreichern und einem Deutschen geführt und verfügt über eine Handvoll Bungalows. Neben mehreren Pavillons am Strand(mit Hängematte und Tisch) gibt es im dazugehörigen Restaurant Pizza aus dem Steinofen und feines Frühstück. 

Da wir uns die kommenden Tage eigentlich nur an diesem Strand bewegten und die meiste Distanz zwischen Pavillon und Bungalow zurücklegten, gibt es nicht viel zu berichten. Wer mal Ruhe haben will(ja, auch Internet gibt es keines), ist hier perfekt aufgehoben. 

Den Tag verbrachten wir also mit Schlafen, Essen, Lesen und meine Frau mit gelegentlichen Ausflügen ins Wasser…das wars. Der Sunset Beach ist sehr gechillt. Zwar gibt es hier mehrere Unterkünfte, aber alle die hier herkommen, wollen eher entspannen als Party machen.

Meine Frau konnte es dennoch nicht lassen Extremsport zu machen…so ging sie mehrere Male zum Yoga. Auch beim Tauchen wäre sie nicht abgeneigt gewesen, allerdings sind hier fast nur Anfänger am Start, die ihren Schein gerade machen. Nichts für einen Profi!

Da man die Tickets für die Rückfahrt bereits mit der Hinfahrt erwirbt, muss man einen Tag vorher bestätigen, dass man zurück ans Festland möchte. Dies erledigte netterweise die Unterkunft für uns.

Die Rückfahrt mit der Fähre war fast eine Stunde später als geplant und wieder einmal ein wilder Ritt über die Wellen…schlimm. Aber wir haben überlebt, nur um uns dann in einen ätzenden Bus zu quetschen mit dem es dann drei Stunden lang nach Kampot ging. Das Busunternehmen, Champa, kann man nicht wirklich empfehlen. Wir mussten erst auf einen Minivan warten, der uns dann zum richtigen Reisebus brachte. Dieser war voll bis auf den letzten Platz, war aber nicht für so viel Gepäck ausgelegt. Also lagen dann viele Rucksäcke gestapelt im Mittelgang des Busses. In Kombination mit den schlimmen Straßen mit Schlaglöchern, in denen schon Smarts verschwunden sind, nicht schön.

Auch die Kommunikation war miserabel. Denn in Kampot City angekommen, mussten wir alle aussteigen. Keiner wusste warum, schließlich wollten wir weiter nach Kep. Auch auf Nachfrage bekam man keine ordentliche Antwort, letztlich mussten wir dort auf einen weiteren Minibus für den Weg nach Kep warten. Zum Glück waren das nur dreißig Minuten Fahrt…

Kep – Da wo der Pfeffer wächst…

Nach dieser knapp vierstündigen Odyssee kamen wir dann letztlich doch auch mal an unserem Ziel an, den Bacoma Bungalows. Diese werden von einem netten Schweizer geführt und liegen nur ein paar Minuten Fußmarsch vom Hafen entfernt. Hinter einem gemütlichen Empfangsbereich, in dem auch das Frühstück oder Abendessen serviert wird, öffnet sich ein riesiger Garten in dem mehrere Bungalows stehen. Neben kleineren Hütten mit Gemeinschaftsbad gibt es auch größere Häuser mit Dusche & Co.

Wir hatten einen Bungalow mit Bad und Mitbewohnern. Denn aufgrund der offenen, da traditionellen Bauart der Häuser kann es schon mal sein, dass Geckos an der Decke entlang huschen. Bei uns wohnte sogar ein Frosch hinter dem Badezimmerspiegel, den wir aber nach draußen beförderten. Wie wir am nächsten Tag vom Besitzer erfuhren, wohnte dieser da schon länger…ups.

Am Abend unserer Ankunft reichte die Energie nur noch für einen Spaziergang zum Hafen und ein stärkendes Mahl im Holy Crab. Wie es der Name schon vermuten lässt, geht es dort vor allem um Krabbengetier, da diese dort auch gefangen werden. Und lecker war das! Wow!

Der nächste Tag war wieder etwas ergiebiger und laufintensiver, denn wir machten einen Spaziergang durch den Kep Nationalpark. Dessen Eingang lag nicht weit entfernt von unserer Unterkunft und nach einem kurzen steilen Aufstieg konnte man gemütlich entlang des Bergs wandern und die Aussicht auf Kep und das Meer genießen.
Leider hat der Park aber seine besten Zeiten hinter sich, denn viele der Gebäude waren geschlossen oder verfallen, einige Wege sogar verwuchert, so dass man sich gar nicht mehr sicher sein konnte, ob man noch auf dem richtigen Weg ist.

Unsere Tour führte uns einmal um den Berg herum, unterwegs traf man hin und wieder andere Touristen, auch ein paar Affen waren mal zu sehen. Auch an einer kleinen Tempelanlage kamen wir vorbei, bei der wir kurz Halt machten und uns eine Verschnaufpause für den letzten Wegabschnitt gönnten.

Nach einem kurzen Abstecher zum Strand und Beobachtungen, wie kompliziert es für die Mönche aufgrund ihrer zahlreichen Kleiderschichten ist, baden zu gehen, gönnten wir uns noch eine kalte Coke bzw. eine Kokosnuss und schlenderten zurück in die Unterkunft. Den Abend ließen wir dann am Crab Market mit einem riesigen Berg gebratenen Reis und  feinstem Krabbenfleisch ausklingen.

Am letzten Tag in Kep stand noch ein Besuch einer Pfefferplantage auf dem Plan. Diese findet man sehr häufig in Kep und viele davon bieten Touren für Besucher an. Unser Host, der Schweizer, organisierte uns einen Fahrer, der uns zu Sothys Pfefferfarm brachte. Dort angekommen wurde man erst einmal in die Welt des Pfeffers eingeführt und anschließend gab es eine kleine Führung durch die Plantage und die verschiedenen Prozesse.

Die Tour an sich ist kostenlos, natürlich nimmt man dort in den Shops aber zumindest ein Päckchen Pfeffer oder andere Souvenirs mit. 

Der Tuktuk-Fahrer, der uns zur Plantage fuhr, bot uns für 30$ an uns nach Kampot zu unserer letzten Unterkunft dieser Reise zu fahren. Gesagt, getan.

Kampot – Der Schluss

Nach knapp drei Wochen waren wir also nun auf dem Weg zu unserer letzten Unterkunft, Sabay Beach. Und der Trend der nicht gerade angenehmen Anreisen sollte sich fortsetzen. Denn auch wenn die erste Hälfte unserer Tuktuk-Fahrt über die Schnellstraße recht schön war, gestaltete sich der letzte Abschnitt als Staub- und Schlaglochfestival vor dem Herrn. Was für eine Straße! Da dort gerade gebaut wird, fahren dort zahlreiche Laster, die Staub ohne Ende aufwirbeln, generell sind die Straßenverhältnisse eine Katastrophe. 

Aber das Geschaukel und die staubigen Klamotten lohnten sich, denn die Unterkunft liegt in einer kleinen und ruhigen Plantage, hat nur wenige Betten, ein Restaurant und einen eigenen Strandbereich.

Unser Zimmer war mit einem Doppel- und einem Etagenbett ausgestattet und hatte ein helles und sauberes Bad. Passt!

Nachdem der Weg in die Stadt so strapaziös ist, entschieden wir uns für einen gediegenen Abend in der Unterkunft und genossen das leckere Essen im dortigen Restaurant. Dank gemütlicher Sessel und Blick auf den Fluss konnte man es dort ganz gut aushalten. Außerdem sorgten die kleinen Kätzchen für ausreichend Unterhaltung, aber auch Neid unter den Gästen, wer mit diesen nun spielen darf.

Am nächsten Morgen ging es dann nach Kampot und erst einmal zum Frühstücken. Im Epic Arts Café fanden wir zum Glück noch ein Plätzchen, so dass wir das grandiose Essen dort genießen konnten. Nach einem leckeren Stück Käsekuchen als Vorspeise ging es dann an den mega-genialen Bagel mit Speck, Sauce Hollandaise, Spinat und anderen Leckereien. Wow! Das Café wird hauptsächlich von Taubstummen und anderen Menschen mit Handicap betrieben, im zweiten Stock gibt es außerdem einen kleinen Shop. Sollte man mal reingehen! Es lohnt sich.

Nun hatten wir also genug Kraft getankt, um uns Kampot mal näher anzuschauen. Vor allem die Architektur dort ist schon sehr spannend, denn viele der Gebäude stammen noch aus der Kolonialzeit. Zusammen mit vielen kleinen Shops und wenig Verkehr entsteht dort eine ganz besondere Atmosphäre. 

Auch zum Souvenir-Shoppen, was noch auf unserer To Do-Liste stand, eignet sich Kampot hervorragend und ließ uns so einiges finden, was wir den Lieben zuhause mitbringen wollten. 

So verbrachten wir unseren vorletzten Tag in Kambodscha recht entspannt und schlenderten durch die Straßen der Stadt. 

Am nächsten Morgen mussten wir zum Kreisverkehr mit der großen Durian(die ist zum Glück nicht echt und stinkt daher nicht), denn dort fuhr unser Bus Richtung Phnom Penh ab. Zum Glück war es diesmal ein etwas „luxuriöserer“ Bus mit genug Stauraum für das Gepäck, sogar einen kleinen Snack und Wasser gab es für die Fahrt. Aber das konnten wir auch gut gebrauchen, denn vor uns lag eine sechsstündige Reise zurück in die Hauptstadt zum Flughafen.

Die Fahrt war genauso ruckelig und zuckelig wie die vorherigen, denn anscheinend wird überall in Kambodscha gerade gebaut, vor allem an den Straßen. Natürlich sorgten auch zahlreiche abenteuerliche Verkehrsteilnehmer für Stau, aber mittlerweile war man das alles ja gewöhnt. Trotzdem war eine kleine Anspannung da, ob wir es zeitig zum Flughafen schaffen. Denn trotz großem Zeitpuffer war der Verkehr in Richtung Phnom Penh einfach eine Katastrophe!

Letztlich kamen wir aber wohlbehalten und pünktlich am Airport an und konnten dann in den Flug zurück Richtung Dubai steigen. Auch dieses Flugzeug machte wieder einen kurzen Zwischenstopp, aber dank Nachtflug & Co. bekam ich davon nicht viel mit und wachte erst wieder kurz vor den Vereinigten Arabischen Emiraten auf.

Alles in allem war der Kambodscha-Urlaub eine interessante Angelegenheit. Dinge wie Angkor Wat muss man sich definitiv mal selbst angeschaut haben, das wirkt im Fernseher nur halb so beindruckend. Auch die Zeit auf Koh Rong Sanloem will ich nicht missen, denn einfach mal Nichts zu tun und mal ohne Internet & Co. auszukommen, ist auch entspannend.

Die Kambodschaner waren immer nett und freundlich, nur in den seltensten Fällen aufdringlich und dann auch nur in den extremen Touri-Ecken. 

Was mich am meisten verwundert hat, waren aber die Kosten im Urlaub. Von Malaysia und besonders Indonesien kannte ich es bisher so, dass es relativ günstige Länder sind. Aber da ist auch alles billiger, egal ob Dienstleistung, Essen oder Verkehrsmittel.

In Kambodscha aber gab es da diese extremen Unterschiede. Bestes Beispiel: man konnte sich dort für nicht einmal vier oder fünf US-Dollar massieren lassen, Essengehen war aber meist nicht unter 15$ möglich. Die Preise in den Supermärkten waren fast auf europäischem Niveau, auch Tuktuk- oder Taxifahrten waren extrem teuer im Vergleich zur geläufigen Preisstruktur. Und dann ist das Land aber immer noch so extrem arm. Ein Gegensatz, der mich auch nach dem Urlaub noch beschäftigt hat. 

Das Schlimmste an Kambodscha aber waren die alten weißen Männer, die stolz mit ihren gerade erst volljährigen Eroberungen herumstolziert sind oder die sich in den Lokalen wie die Kings gefühlt und dementsprechend aufgeführt haben. Ätzend, dass man die Situation solcher junger Frauen ausnutzt.  

    

#Japanuary 2019 Film 7 – Exte: Hair Extensions

Als im Hafen einer japanischen Kleinstadt ein Container mit einer Leiche und einem Berg von Haaren auftaucht, reißt sich Haarfetischist Yamazaki die Tote unter den Nagel und verkauft ihre Haarpracht an Friseurläden in der Umgebung. Aufgrund eines Fluches wächst ihr das Haar nämlich immer wieder nach so dass er sich damit gutes Geld verdienen und gleichzeitig seinen Fetisch ausleben kann.
Gleichzeitig verfolgen wir die Karriere von Yuko, die es einmal zu einer berühmten Hairstylistin bringen will und die in einem der Salons arbeitet, die Yamazakis Extensions an die Kundinnen bringen.
Nach und nach mehren sich die tödlichen Vorfälle in die diese Kundinnen verwickelt sind und auch Yukos Nichte ist durch die gefährlichen Extensions bedroht. Kann Yuko den verrückten Yamazaki und den Fluch der Toten stoppen?

 

„Exte: Hair Extensions“ stammt von keinem geringeren als Sion Sono höchstpersönlich. Mein Lieblingsregisseur aus dem Land der aufgehenden Sonne ist für Meisterwerke wie „Antiporno“, „Love Exposure“ oder „Cold Fish“ bekannt, hat sich in seinen Anfangstagen aber vor allem mit J-Horror-Beiträgen seinen Unterhalt verdient.
Mit dem vorliegenden Film aus dem Jahr 2006 verbindet er klassische Elemente dieses Genres, so z.B. furchteinflössende Wesen mit langen, schwarzen Haaren mit einer familiären Geschichte rund um Yuko, deren unsympathischer Schwester und ihrer Nichte. Vor allem zu Beginn versprüht der Film eine lockere Atmosphäre wie man sie selten in japanischen Horrorfilmen findet, was den Einstieg etwas leichter macht. Generell ist der Ton aufgrund der absurden Thematik aber auch etwas lockerer als zum Beispiel in „Dark Water“ oder „Ringu“.
„Exte: Hair Extensions“ ist sicherlich kein Meisterwerk. Dafür ist der Film ein paar Minuten zu lang und einige Handlungsstränge eher unnötig. Für Unterhaltung sorgen dann aber vor allem die skurrilen Momente mit dem Fetischisten Yamazaki und seinem Haar-Song und einige Ekeleffekte wie das Haar im Auge oder die haarige Zunge. Das tut schon beim Hinsehen weh!
Erwähnen muss man außerdem, dass die weibliche Hauptrolle von Chiaki Kuriyama gespielt wird, die man im Westen vor allem durch ihren Auftritt in „Kill Bill“ als Gogo Yubari kennt. Immer wieder toll anzusehen, da sie Filme mit ihrer besonderen Art gut ergänzt.

 

7/10

 

 

„Exte: Hair Extensions“ ist in Deutschland bei Rapid Eye Movies erschienen und in mehreren DVD-Varianten erhältlich. Diese sind inhaltlich aber immer gleich ausgestattet und unterscheiden sich nur in Sachen Verpackung. Die Erstauflage gab es noch im Digipack mit Schuber und Poster, gängiger ist mittlerweile die Version aus der Edition Asien im regulären Amaray-Case. Mit fast 50 Minuten an Bonusmaterial wie Making of, Karaoke oder entfernten Szenen gibt es außerdem einiges an Zusatzmaterial auf den Discs.

#Japanuary 2019 Film 5 – Orgies of Edo

Japan zu Zeiten der Genroku-Ära zum Ende des 17.Jahrhunderts. Der Mediziner Gentatsu sieht sich immer wieder mit allerlei besonderen Fällen und deren Geschichte konfrontiert. Während er den sozialen Abstieg der Prostituierten Oito mitverfolgen muss, soll er außerdem die abartigen Gelüste einer Frau kurieren, die nur mit entstellten oder körperlich beeinträchtigten Männern Lust empfinden kann.
Sein letzter Fall führt ihn dann in ein Schloss, in dem der sadistische Besitzer mit seinen Haremsdamen allerlei krude Spielchen treibt, sie zum Beispiel von Stieren jagen lässt oder sie komplett in goldene Farbe hüllt.

 

„Orgies of Edo“ stammt, wie auch schon „Blind Woman’s Curse“, ebenfalls von Teruo Ishii und lässt den Betrachter sicherlich erst einmal sprachlos zurück. Denn während der Film mit der ersten Geschichte noch relativ harmlos anfängt, brennen sich einige Bilder und Szenen aus den beiden anderen Episoden direkt in den Sehnerv des Zuschauers ein.
Aber so sind Werke des Ero Guro-Genres eben. Erotisch angehaucht, gleichzeitig aber auch grotesk und manchmal auch abstoßend. Ishii hat vor und nach „Orgies of Edo“ noch andere Filme in diese Richtung gedreht, so zum Beispiel „Horrors of  Malformed Men“ oder die „Tokugawa“-Reihe.

Auch wenn ich den abseitigen Film wirklich mag, konnte mich „Orgies of Edo“ nicht so ganz mitreißen. Sicherlich hat er seine Momente, besonders Epsiode 3 finde ich wirklich sehenswert, aber in einigen Szenen hat er einem dann doch ganz schön auf den Magen geschlagen. Aber damit hat er wohl seine Wirkung auch voll und ganz erreicht…Dennoch bevorzuge ich aus dieser Zeit des japanischen Films dann eher die Werke des Pinky Violence-Genres, da diese meist etwas lockerer inszeniert und nicht ganz so derbe sind.

 

6,5/10

 

 

„Orgies of Edo“ erschien erst vor kurzem über das britische Label Arrow Video auf Blu-ray. Neben einem schicken Wendecover mit einem wirklich sehenswerten Motiv von Arrow, bekommt man als Besitzer der Disc außerdem mal wieder ein recht informatives Booklet dazu. Auch auf der Disc selbst ist mit einem ausführlichen Interview von Patrick Maccias über Ishiis Filme ein wirklich toller Beitrag vorhanden.
In Deutschland erschien der Film unter dem Titel „Tokugawa III – Im Rausch der Sinne“ zwar auf DVD, diese ist aber lediglich ein Bootleg. Früher gab es den Film auch einmal auf VHS.

#Japanuary 2019 Film 4 – Perfect Blue

Da Mima der Erfolg mit ihrer Pop-Gruppe CHAM vorenthalten bleibt, entscheidet sich die junge Frau Schauspielerin zu werden. Dass dieser Ausstieg bei den teils sehr enthusiastischen Fans nicht wirklich gern gesehen wird, versteht sich von selbst. Und so schlägt auch die Stimmung gegenüber Mima langsam um.
Zum gleichen Zeitpunkt entdeckt sie eine ominöse Homepage, die ihren Tagesabauf und ihre Gedankenwelt bis ins kleinste Detail rekonstruiert, aber eben nicht von ihr erstellt wurde. Zusehends verschwimmt ihre Wahrnehmung der Realität was zusätzlich durch ihre Rolle bei einer TV-Serie verstärkt wird, da diese sich vor allem auf ihr früheres Lebens als Pop-Sternchen bezieht. Als es dann auch noch zu einem Anschlag per Briefbombe kommt und sich die mysteriösen Mordfälle in ihrem Umfeld häufen, wird der psychische Druck immer größer.

 

Das Phänomen der Idols in Japan ist faszinierend aber auch abschreckend zugleich. Wer schon einmal in Tokyo und den entsprechenden Vierteln wie Akihabara unterwegs war, ist sicherlich auch schon einmal über ein Konzert einer solchen Band oder Person gestossen, auch Mega-Gruppen wie AKB48 sollten euch dann bekannt sein.
Ich persönlich finde die musikalische Qualität zum Großteil nicht wirklich gut, erschreckender sind allerdings die älteren Herren, die sich für die meist recht jungen Damen viel zu sehr begeistern können. Hierzu empfehle ich die Doku „Tokyo Idols“, die sich dem Thema gewidmet hat.
Aber hier soll es ja um „Perfect Blue“ gehen, in dem es sich vor allem um die Idol-Karriere einer jungen Frau und dem damit verbundenen Druck dreht. Auch hier werden Dinge wie Fanatismus und Stalking thematisiert, aber auch die frauenfeindliche Denke der Industrie. Verfolgt man die heutige Idol-Szene in Japan muss man leider sagen, dass sich gut zwanzig Jahre nach „Perfect Blue“ kaum etwas getan hat. Egal ob Messerattacken auf Sängerinnen oder das bekannte Entschuldigungsvideo von AKB48-Mitglied Minami Minegishi, in dem sie sich mit abrasierten Haaren bei ihren Fans für eine, mit ihrem Freund verbrachte Nacht entschuldigt, das Idol-Business ist auch heute noch so gnadenlos wie in „Perfect Blue“ dargestellt.

Der Regisseur hinter dem Psycho-Thriller ist kein geringerer als Satoshi Kon, der hier sein Regie-Debüt abliefert. Und was für eins! Leider verstarb er 2010 im Alter von 46 Jahren, setzte sich aber mit seinen Filmen, Manga und TV-Serien definitiv mehrere Denkmale.
„Perfect Blue“ selbst basiert auf einem Roman und wurde außerdem als Realverfilmung umgesetzt. Diese kommt aber in keiner Minuten an den Anime heran, kann also getrost übersehen werden. Zum Anime selber muss man, denke ich, kaum noch was sagen. Egal ob Atmosphäre, Inszenierung oder Animationen…hier wird großes Kino geboten. Wenn ich auf mein persönliches Dasein als Anime-Fan zurückblicke, sind wohl „Akira“, „Ghost in the Shell“ und „Perfect Blue“ die drei Filme, die den größten Eindruck bei mir hinterlassen haben. Ein Meisterwerk, das jeder mal gesehen haben sollte!

 

10/10

 

 

„Perfect Blue“ ist in Deutschland als Blu-ray erhältlich, die DVD bekommt man meist nur noch gebraucht und auch in unterschiedlichen Editionen. Die aktuelle HD-Variante ist bei Rapid Eye Movies in der Nippon Classics-Serie erschienen. Neben einem Schuber enthält diese Version ein 16-seitiges Booklet mit einem Text von Tom Mes.

#Japanuary 2019 Film 2 – Blind Woman’s Curse

Als Akemi die Führung des Tachibana-Clans übernimmt und diesen aus belanglosen Gangkämpfen heraushalten will, stößt dies nicht bei allen Beteiligten auf Akzeptanz. Vor allem einer ihrer Untergebenen, Tatsu, hält nichts von dem eingeschlagenen Weg und verbündet sich deswegen mit dem feindlichen Azora-Clan. Deren Anführer Dobashi hat sich indes mit einer geheimnisvollen blinden Frau zusammengetan, die ihm beim Sturz der Tachibanas helfen will.

 

Meiko Kaji ist eine Göttin! Durch Filme wie „Sasori“ wurde sie unsterblich und zur Ikone des Pinky Violence-Kinos. In „Blind Woman’s Curse“ feierte sie im Jahr 1970 ihre Premiere als Hauptdarstellerin und verlieh dem skurrilen Mix aus Yakuza- und Horrorfilm den nötigen Glanz. Das Multitalent, neben zahlreichen Filmen hat sie nämlich aus Musikalben veröffentlicht, wertet einfach jeden Film schon allein durch ihre Anwesenheit auf.
Inszeniert wurde der Spaß von Teruo Ishii, der es wirklich großartig versteht, die Genres zu einem überzeugenden Film zu vermengen. Garniert mit tätowierten Yakuza-Frauen, verfluchten Katzen und zig übernatürlichen Elementen vergehen die 85 Minuten von „Blind Woman’s Curse“ wie im Fluge und lassen den Zuschauer ziemlich begeistert zurück. Da verzeiht man dem Werk auch einige billigere Effekte wie die Plüschkatze, die an einem Seil durch den Friedhof gezogen wird.

 

8,5/10

 

„Blind Woman’s Curse“ ist bei Arrow Video in Großbritannien in einer tollen Blu-ray/DVD-Kombo erschienen. Wie vom britsichen Label gewohnt, bekommt man hier nicht nur ein Wendecover sondern auch ein informatives Booklet präsentiert. Ein lohnenswertes Paket für Filmfans!