#Japanuary 2019 Film 4 – Perfect Blue

Da Mima der Erfolg mit ihrer Pop-Gruppe CHAM vorenthalten bleibt, entscheidet sich die junge Frau Schauspielerin zu werden. Dass dieser Ausstieg bei den teils sehr enthusiastischen Fans nicht wirklich gern gesehen wird, versteht sich von selbst. Und so schlägt auch die Stimmung gegenüber Mima langsam um.
Zum gleichen Zeitpunkt entdeckt sie eine ominöse Homepage, die ihren Tagesabauf und ihre Gedankenwelt bis ins kleinste Detail rekonstruiert, aber eben nicht von ihr erstellt wurde. Zusehends verschwimmt ihre Wahrnehmung der Realität was zusätzlich durch ihre Rolle bei einer TV-Serie verstärkt wird, da diese sich vor allem auf ihr früheres Lebens als Pop-Sternchen bezieht. Als es dann auch noch zu einem Anschlag per Briefbombe kommt und sich die mysteriösen Mordfälle in ihrem Umfeld häufen, wird der psychische Druck immer größer.

 

Das Phänomen der Idols in Japan ist faszinierend aber auch abschreckend zugleich. Wer schon einmal in Tokyo und den entsprechenden Vierteln wie Akihabara unterwegs war, ist sicherlich auch schon einmal über ein Konzert einer solchen Band oder Person gestossen, auch Mega-Gruppen wie AKB48 sollten euch dann bekannt sein.
Ich persönlich finde die musikalische Qualität zum Großteil nicht wirklich gut, erschreckender sind allerdings die älteren Herren, die sich für die meist recht jungen Damen viel zu sehr begeistern können. Hierzu empfehle ich die Doku „Tokyo Idols“, die sich dem Thema gewidmet hat.
Aber hier soll es ja um „Perfect Blue“ gehen, in dem es sich vor allem um die Idol-Karriere einer jungen Frau und dem damit verbundenen Druck dreht. Auch hier werden Dinge wie Fanatismus und Stalking thematisiert, aber auch die frauenfeindliche Denke der Industrie. Verfolgt man die heutige Idol-Szene in Japan muss man leider sagen, dass sich gut zwanzig Jahre nach „Perfect Blue“ kaum etwas getan hat. Egal ob Messerattacken auf Sängerinnen oder das bekannte Entschuldigungsvideo von AKB48-Mitglied Minami Minegishi, in dem sie sich mit abrasierten Haaren bei ihren Fans für eine, mit ihrem Freund verbrachte Nacht entschuldigt, das Idol-Business ist auch heute noch so gnadenlos wie in „Perfect Blue“ dargestellt.

Der Regisseur hinter dem Psycho-Thriller ist kein geringerer als Satoshi Kon, der hier sein Regie-Debüt abliefert. Und was für eins! Leider verstarb er 2010 im Alter von 46 Jahren, setzte sich aber mit seinen Filmen, Manga und TV-Serien definitiv mehrere Denkmale.
„Perfect Blue“ selbst basiert auf einem Roman und wurde außerdem als Realverfilmung umgesetzt. Diese kommt aber in keiner Minuten an den Anime heran, kann also getrost übersehen werden. Zum Anime selber muss man, denke ich, kaum noch was sagen. Egal ob Atmosphäre, Inszenierung oder Animationen…hier wird großes Kino geboten. Wenn ich auf mein persönliches Dasein als Anime-Fan zurückblicke, sind wohl „Akira“, „Ghost in the Shell“ und „Perfect Blue“ die drei Filme, die den größten Eindruck bei mir hinterlassen haben. Ein Meisterwerk, das jeder mal gesehen haben sollte!

 

10/10

 

 

„Perfect Blue“ ist in Deutschland als Blu-ray erhältlich, die DVD bekommt man meist nur noch gebraucht und auch in unterschiedlichen Editionen. Die aktuelle HD-Variante ist bei Rapid Eye Movies in der Nippon Classics-Serie erschienen. Neben einem Schuber enthält diese Version ein 16-seitiges Booklet mit einem Text von Tom Mes.

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#Japanuary 2019 Film 3 – Pom Poko

Aufgrund des anhaltenden Wirtschaftsbooms und dem Bedarf an neuen Wohngebieten in Tokyo, holzt die Regierung viele Wälder ab und begradigt eigentlich unbewohnbares Gebiet. Doch leider verliert man dabei die heimische Tierwelt aus den Augen, vor allem die ansässigen Marderhunde leiden unter dem Verlust ihrer Heimat.
Irgendwann haben diese jedoch die Schnauze voll vom rücksichtslosen Handeln der Menschen und versuchen die Bauarbeiten zu stoppen. Hierfür setzen sie vor allem ihre Verwandlungskünste ein mit denen sie den Arbeitern Streiche spielen oder vorgeben Geister zu sein. Aber es gibt auch rauere Töne unter den Tanukis, die davon sprechen, die Menschen umzubringen. Hoffnung haben sie aber vor allem an die drei Weisen, die eigentlich wissen sollten wie man mit dieser Situation umzugehen hat. Wird es den Marderhunden gelingen, ihre Heimat zu retten?

 

Wenn man Studio Ghibli hört, denkt man vor allem an Filme wie „Chihiros Reise ins Zauberland“, „Nausicaä“ oder „Prinzessin Mononoke“, also vor allem Werke von Hayao Miyazaki. Doch mit Isao Takahata war noch ein anderer, sehr fähiger Regisseur beim renommierten Animationsstudio tätig. Und von diesem stammt auch „Pom Poko“!
Das Abenteuer der Marderhunde ist wirklich wunderschön umgesetzt und präsentiert sich in einer detailreichen und sehr liebevoll umgesetzten Optik. Die fantasievollen Figuren, egal ob Marderhunde oder die Yokais bei der Parade, versprühen einen einziartigen Charme und in Verbindung mit den gelegentlich eingestreuten Songs eine ganz besondere Atmosphäre, die für jeden Japan-Fan ein Fest sein wird.
Dank des Erzählers hat man außerdem immer das Gefühl eine Tier-Doku zu sehen, was dem Film noch einmal eine ganz besondere Stimmung verleiht. „Pom Poko“(was übrigens das Trommelgeräusch ist, wenn Marderhunde auf ihre Bäuche schlagen) ist sicherlich einer der seltsamsten Filme aus dem Studio Ghibli, dennoch beschäftigt er sich mit Themen, die dem Animationsstudio nicht sehr fern sind. Vor allem der Umweltschutz(dem sich Miyazaki bis heute verschrieben hat) ist natürlich allgegenwärtig.
In vielen Bereichen erinnert der Film ein bißchen an „Watership Down“, wird allerdings zu keinem Zeitpunkt so derb wie dieser Klassiker. Dafür hat er doch einen recht kruden Humor, vor allem wenn die männlichen Tanukis ihre Hoden(diese sind bei Figuren dieser immer recht ausgeprägt zu sehen) in irgendwelche Gegenstände verwandeln, knallen die Synapsen durch. Aber das macht den Film eben auch so einzigartig!

 

8,5/10

 

 

„Pom Poko“ gibt es, wie jeden anderen Studio Ghibli-Film mittlerweile, auch auf deutscher Blu-ray und DVD von Universum Anime. Die HD-Variante kommt in einem schmalen Digipack mit Postkarten und Schuber und beinhaltet an Extras das komplette Storyboard und den japanischen Trailer.

Des Zombies liebste Serien – Die Top 5 des Jahres 2018

Neben den knapp 200 gesehenenen Filmen im Jahr 2018 gab es auch einige Serien, die mich nachhaltig stark beeindruckt haben. Dank Netflix und Co. ist gerade der Kosum von Serien leicht wie nie, dennoch greife ich auch hier gerne auf physische Releases zurück und stelle mir „4 Blocks“ oder „Made in Abyss“ ins Regal.
Auch hier hätte ich eine Top 10 erstelle können, muss aber zugeben, dass vieles so nebenbei konsumiert wurde und nur wenig davon hängengeblieben ist. Die hier aufgelistete Top 5 stellt also wirklich die Speerpsitze der Serien-Unterhaltung dieses Jahres dar…für mich persönlich!

 

5. Dark Tourist

 

Die Netflix-Serie über den umherreisenden Journalisten David Farrier hat mich wirklich fasziniert. Denn er fährt oder fliegt nicht an die überfüllten Strände oder die überlaufenen Sehenswürdigkeiten der Welt, die eh schon jeder kennt. Nein, er geht dahin wo sich der Otto-Normal-Tourist höchstens hinverirren würde. So badet er in einem See in einem ehemaligen Atombomben-Testgebiet, trifft Charles Mansons Brieffreund und nimmt an einer Massenmörder-Tour durch LA teil oder verfolgt die jährliche Totenfeier in Indonesien bei der die Leichen wieder aus ihren Särgen geholt werden. Außerdem trifft er Vampire, holt sich eine ordentliche Portion Strahlung in Fukushima ab und wechselt ein paar Worte mit dem ehemaligen Bodyguard von Pablo Escobar. Perfekt für die Urlaubsplanung 2019!

 

4. Willkommen in Gravity Falls!

 

Die Zeichentrickserie von Disney ist eigentlich schon ein paar Jährchen älter, ich habe sie aber erst jetzt auf Netflix(und dank Radio Nukular) entdeckt. Hier sollte man sich nicht von dem Zeichenstil und den vordergründig einfachen Geschichten täuschen lassen, denn „Gravity Falls“ ist sowohl für Jung als auch Alt gedacht. Die Story um die beiden Geschwister Mabel und Dipper und ihrem seltsamen Gronkel Stan, die seltsamen Eriegnissen in dem Städtchen Gravity Falls nachgehen, ist einfach zum Schießen. Charaktere wie Hausschwein Schwabbel oder die beiden dümmlichen Polizisten darf man dabei natürlich auch nicht vergessen. Wären Fox und Mulder Geschwister, würde hier ihre Vorgeschichte erzählt werden…

 

3. Made in Abyss

 

An Animeserien habe ich im Jahr 2018 doch verhältnismäßig viel gesehen, dennoch konnte mich keine zu 100% überzeugen. Wenn es da nicht „Made in Abyss“ gegeben hätte. Der doch recht kindlich wirkende Anime täuscht mit seiner Optik zwar eine seichte und kindgerechte Story vor, präsentiert sich im letzten Drittel der ersten 12 Episoden aber als ganz schön harter Tobak. Ich glaube, dass mich seit „Neon Genesis Evangelion“ keine Animeserie mehr so mitgerissen und bewegt hat. Man kann nur hoffen, dass die zweite Season bald ausgestrahlt und schnell veröffentlicht wird. Solange kann man übrigens auf den Manga zurückgreifen, der auch bereits in deutscher Sprache erhältlich ist.

 

2. 4 Blocks

 

Schon seit mehreren Monaten stand die erste Staffel von „4 Blocks“ auf meinem Wunschzettel und zum Black Friday schlug ich endlich zu. Warum habe ich so lange gewartet?!? Die Serie um die libanesische Familie Hamady und ihre Machenschaften im Berliner Drogengeschäft ist ein absolutes Aha-Erlebnis und deutsche Serienunterhaltung auf höchstem Niveau. Der Cast ist super und die hochwertig inszenierten Folgen mit einem passenden Deutschrap-Soundtrack untermalt. Jetzt heißt es bis Ende 2019 warten, denn erst da folgt Staffel Nummer 3. Bevor ihr Netflix-Kids da draußen also „Dogs of Berlin“ schaut – was ganz ok ist – sichtet erst einmal „4 Blocks“.

 

1. Bad Banks

 

Auf Platz 1 meiner Serien-Jahrescharts steht kein „Game of Thrones“ oder „Westworld“. Dieser Platz ist für eine weitere deutsche Produktion reserviert, „Bad Banks“. Inszeniert von Christian Schwochow und mit wirklich tollen Schauspielern wie Paula Beer ausgestattet, erzählt die Serie von den dunklen Geschäften einer großen Bank und ist somit absolut am Puls der Zeit. Vor allem die letzte Episode ist pures Gold und großes Serien-Kino! Hoffentlich kommt bald eine zweite Staffel…

Des Zombies liebste Filme – Die Top 12 des Jahres 2018

Auf allen Blogs und Seiten sieht man aktuell die Top-Listen von Filmen, Games usw. Und auch ich will da natürlich meinen Senf dazu geben und präsentiere euch nun meine Top 12-Filme des Jahres 2018. Gerne könnt ihr mir in den Kommentaren eure Favoriten nennen!

 

12. Detroit

 

Geben wir es doch zu: die politische Lage in den großen Nationen dieser Welt war noch nie so furchteinflößend wie heute. Dass dabei vor allem die Angst vor „Überfremdung“(schreckliches Wort) und generell Rassismus eine tragende Rolle spielen, sollte man eigentlich nach zigtausenden Jahren Menschheitsgeschichte nicht erwarten. Aber…naja…
Umso wichtiger ist ein Film wie „Detroit“, der zwar schon 2017 erschien, ich aber erst in diesem Jahr gesehen habe. Hier stimmt einfach recht viel. Handwerklich ist der super gemacht, überragend sind aber vor allem die Stimmung und die zerreißende Anspannung der Situation.

 

 

11. Thelma

 

Ich mag Coming of Age-Geschichten. Noch mehr mag ich Filme dieses Genres, wenn sie mit einem übernatürlichen Extra ergänzt werden. Im Jahr 2017 war dies der ungemütliche „Raw“, dieses Jahr der norwegische Oscar-Beitrag „Thelma“. Auch hier geht es um ein Mädchen, das von Zuhause auszieht und während ihres Studiums mit ungewöhnlichen Vorfällen konfrontiert wird. Während sich „Raw“ recht stark auf den Kannibalismus konzentrierte, geht es in „Thelma“ auch um unterdrückte Sexualität und ein sehr religiöses Elternhaus. Und natürlich den übernatürlichen Kniff!

 

 

10. That’s It

 

Das deutsche Label Midori Impuls hat in den vergangenen Jahren einige echte Perlen aus Japan nach Europa gebracht. Dieses Jahr war dies vor allem der wahnsinnige „That’s It!“, der nicht nur eine rasante Inszenierung und sympathische Jungdarsteller bietet, sondern auch von einem passenden Punk-Soundtrack der Bloodthirsty Butchers untermalt wird. Außerdem glänzt der Film mit einem besonderen Audio-Konzept, das auf den Einsatz eines Subwoofers verzichtet, sondern über bestimmte Frequenzen der Frontlautsprecher einen besonders druckvollen Sound erzeugt.

 

 

9. Suburra

 

Auch schon etwas älter aber in Vorbereitung auf „Sicario 2“ und dessen neuem Regisseur Stefano Solima wollte ich mir sein bisher bestes Werk „Suburra“ anschauen. Und ich wurde nicht enttäuscht. Der Italiener überzeugt nicht nur mit einem spannenden Polit-Thriller zwischen Vatikan und Mafia, sondern konnte mich gerade mit tollen Bildern und schöner Musikeinbindung begeistern. Brutal und düster, aber wunderschön!

 

 

8. Bohemian Rhapsody

 

Als „Queen“-Fan von Kindesbeinen an erwartete ich den Kinostart von „Bohemian Rhapsody“ natürlich mit großer Spannung. Und ich wurde im Kino nicht enttäuscht. Auch wenn die Vorderzähne von Rami Malek etwas überdimensioniert wirken und man sicherlich auch auf die anderen Band-Mitglieder etwas stärker hätte eingehen können, ist der Film eine emotionale Achterbahnfahrt. Von den ersten großen Konzerten bis hin zur HIV-Diagnose Mercurys macht man hier einiges mit. Und dann dieser Abschluss! Wow!

 

 

7. Breakfast Club

 

Hin und wieder muss man mal einige Klassiker nachholen und im Zuge der tollen Retrowelle und dank dem zugehörigen Podcast von Radio Nukular waren dies im Jahr 2018 vor allem die vielen Filme des John Hughes. Und einer davon, nämlich „Breakfast Club“ hat mein Filmherz im Sturm erobert. Was für eine tolle Geschichte um vier Highschool-Kids, die gemeinsam nachsitzen müssen und dabei allerlei Schabernack treiben!

 

 

6. Wind River

 

Die Wucht dieses Thrillers hat mich total unvorbereitet getroffen. Der Film mit Jeremy Renner in der Hauptrolle ist nämlich nicht nur spannend inszeniert, sondern hypnotisiert den Zuschauer vor allem mit dem Zusammenspiel aus den Bildern von verschneiten Gebirgen, weitläufigen, menschenleeren Ebenen und der sphärischen Musik.

 

 

5. The Wailing

 

Das Jahr begann gut, denn mit „The Wailing“ wurde nach langer Wartezeit endlich Na Hong-jins dritter Film nach „The Chaser“ und „Yellow Sea“ veröffentlicht. Der Horror-Mystery-Thriller ist vermutlich einer der besten Filme aus Korea in den letzten Jahren und hat einen tollen Cast. Hervorheben muss man hier die Leistung der Schauspielerin der besessenen Tochter Hyo-jin, denn diese spielt die Rolle mit ihren damals 14 Jahren sehr eindrucksvoll und bedrückend.

 

 

4. A Silent Voice

 

Der Preis für den besten Anime in diesem Jahr geht zweifelsohne an „A Silent Voice“. Zugegebenermaßen hatte ich die Romanze zwischen dem Schul-Bully Shoya und der gehörlosen Mitschülerin Shoko nicht so wirklich auf dem Radar. Aber da ich das Review für die Seite asianfilmweb schreiben durfte, kam ich doch in den Genuss dieses einzigartigen Animes und bin wirklich froh darüber. Gerade die Themen Mobbing und Behinderung werden in Japan immer noch totgeschwiegen und so kann man den Film für seine Vorarbeit nur loben.

 

 

3. Hounds of Love

 

Was für ein Monster an Film! „Hounds of Love“ ist so böse und abgrundtief dunkel, gleichzeitig aber so wunderschön gefilmt und mit einem tollen Soundtrack untermalt. Die Geschichte eines Paares, die junge Mädchen entführen und für ihre abartigen Gelüste missbrauchen, basiert dabei auf einer wahren Begebenheit und ist somit noch einmal ein ganzes Eck schrecklicher als sowieso schon.

 

 

2. Antiporno

 

Sion Sono ist und bleibt ein Meister unter den Regisseuren! Mit „Love Exposure“ oder „Cold Fish“ hat er bereits Filme abgeliefert, die ganz weit oben in meiner Top-Liste stehen und auch 2018 hat er mit „Antiporno“ wieder ein großartiges Werk geschaffen. Dabei setzt er die sehr künstlerische Inszenierung von Werken wie „The Whispering Star“ in seinem neuen Werk fort und belebt außerdem das Genre der Roman Porno-Filme, die in Japan vor allem in den 70er Jahren eine große Rolle spielten. Aber auch das Frauenbild des von Männern dominierten Japans thematisiert er und übt so einiges an Kritik an der japanischen Gesellschaft. Sono wie wir ihn kennen und lieben!

 

 

1. Three Billboards Outside Ebbing Missouri

 

Auch wenn das Heimkino-Release schon quasi vor der Tür stand, wollte ich mir den diesjährigen Oscar-Gewinner von Martin McDonagh unbedingt im Kino anschauen. Und dann lief er auch noch in der Originalfassung! Die Voraussetzungen für einen gelungen Filmabend war also gegeben und meine Erwartungen wurden voll und ganz erfüllt. Was für ein spannender und mitreißender Thriller. Was für ein Cast! Was für ein toller Soundtrack! Wow, wow, wow!! Unbestritten der beste Film des Jahres! Wow!

 

Der #Japanuary kommt! Erneut!

Ende des vergangenen Jahres startete auf Twitter durch die Initative einiger fleißiger und energischer Filmfreunde die #japanuary-Aktion. In dieser geht es darum im Monat Januar acht Filme aus dem Land der aufgehenden Sonne zu schauen und seine Meinung dazu über verschiedene soziale Kanäle kund zu tun. Die tollen Menschen von SchönerDenken haben sich sogar die Mühe gemacht, alle Reviews auf ihrer Seite zusammenzufassen und somit konnte man Stunden damit verbringen, die Meinungen anderer Menschen über Filme zu lesen. Wie schon damals zitiere ich einmal die offiziellen „Teilnahmeregeln“:

Um was geht es? Es geht darum, im Januar 2018 acht japanische Filme anzuschauen und darüber zu schreiben oder zu podcasten. Das Ganze ist inspiriert vom Erfolg des #Horrorctobers. Und warum 8? In der japanischen Kultur gilt 8 als Glücksbringer, findet sich oft an spirituellen Gebäuden und wird „sue-hirogari“ genannt (erfolgreich sein). Jede/r sucht sich seine eigenen acht japanischen Filme aus und jede/r entscheidet selbst, wie und wo sie/er darüber schreiben oder podcasten will. Jede/r kann mitmachen. Der offizielle Hashtag ist #Japanuary.

 

Nachdem ich gerade sowieso über meinen Top-Listen des Jahres 2018 sitze, habe ich mir bereits die Mühen gemacht und meine Filmliste für den Japanuary 2019 erstellt. Dabei habe ich wie schon in diesem Jahr ein paar Premieren mit Rewatches gemischt. Die Filme stammen dabei aus Dekaden von den 60ern bis heute und auch einige Anime haben sich wieder in das Line-Up gemischt. Die komplette Liste findet ihr hier in meinem Letterboxd-Profil!

#Japanuary 2018 – Die Bonusfilme

Der Japanuary 2018 war für mich eine tolle Möglichkeit, einige Filme aus dem Pile of Shame abzuarbeiten und einige Klassiker wieder einmal anzuschauen. Doch auch zwischen den geplanten Filmen war immer noch etwas Zeit für andere japanische Werke und diese möchte ich euch in einer Kurzreview vorstellen. Alles in allem war der #Japanuary ein guter Einstieg in das Filmejahr 2018 und man muss an dieser Stelle erneut den Initiatoren von @politikundliebe, Abspanngucker und Kompendium des Unbehagens für die tolle Idee und die Mobilmachung danken! Wer sich mal anschauen will, was alles in dieser Zeit geschaut wurde, kann dies bei den Kollegen von SchönerDenken, die in wahnsinniger Kleinstarbeit jedes Review katalogisieren werden.

 

Your Name

 

Makoto Shinkais neuesten Film habe ich bereits im Herbst 2017 gesehen, wollte die Chance aber noch einmal wahrnehmen und ihn auf der großen Leinwand genießen. Für mich ist das einer der besten Anime der letzten zwanzig Jahre und in seiner Umsetzung einfach großartig. Toller Soundtrack, wunderschöne Geschichte und eine Optik, die in einem unglaubliches Fernweh nach Japan erzeugt. Großes Kino!

 

9/10 Punkte

 

Blade of the Immortal

 

Als großer Fan des Manga war ich zu Beginn recht enttäuscht von den ersten Szenen aus Miikes 100.Film. So wirkte mir das alles zu sauber und butleer, doch nachdem ich nun den kompletten Film gesehen habe, bin ich anderer Meinung. Denn „Blade of the Immortal“ ist eine sehr gute Manga-Verfilmung geworden, die zwar dem großen Umfang der Vorlage natürlich nicht gerecht werden kann, aber inszenatorisch ganz Miike ist und daher ziemlich cool!

 

8,5/10 Punkte

 

Corpse Party: Tortured Souls

 

Als großer Videospielfan ist mir die „Corpse Party“-Serie recht gut bekannt, auch in den Manga habe ich mal kurz reingelesen. Deshalb wollte ich mir auch die Anime-Verfilmung dazu mal anschauen, aber schon bei OVA 2 von 4 war Schluss. Denn neben den superdämlichen Charakteren hat mir auch die lahme Geschichte nicht gefallen. Kann man sich schenken.

 

4/10 Punkte

 

The Garden of Words

 

Nach „Your Name“ wollte ich mir wieder mal einen anderen Sjinkai-Film anschauen und griff zu „The Garden of Words“. Die Geschichte ist recht nett, hat gegen die tolle Optik aber kaum eine Chance. Ganz nett für zwischendruch, auch aufgrund der kurzen Laufzeit, aber sicherlich kein Must-see.

 

7/10

 

Blame!

 

Auch hier bin ich riesiger Fan des Manga von Tsutomu Nihei und wie er den Comic damals trotz weniger Dialoge sehr ausagekräftig gemacht hat. Der Anime, der nun in Zusammenarbeit mit Netflix produziert wurde, verschiebt die Hauptfiguren leider etwas und auch die epischen Momente des Manga bleiben leider aus. Dennoch gefiel mir die Optik recht gut, inhaltlich ist das aber Ware von der Stange.

 

6/10

#Japanuary 2018 Film 2 – Cutie Honey

Honey Kisaragi hat ein Geheimnis: denn neben ihrem alltäglichen Bürojob – zu dem sie meist zu spät kommt – sorgt sie als Cutie Honey auch noch dafür, dass böse Buben in Tokyo keine Chance haben. Doch als die Gruppierung Panther Claw ihren Onkel entführt, weil sie hinter das Geheimnis ihrer magischen Kraft kommen will, ist auch sie auf Hilfe angewiesen.
Zusammen mit dem Reporter Seiji Hayami und der Polizistin Natsuko Aki macht sie sich auf, der Bande das Handwerk zu legen und ihren Onkel zu befreien.

„Cutie Honey“ ist eigentlich eine Manga-Serie von Go Nagai(u.a. auch bekannt für „Devilman“) aus den 1970er Jahren und war damals eine der ersten Magical Girl-Serien für Jungs. Denn neben allerlei Action bot der Comic auch etwas nackte Haut und somit einiges an Fanservice. Die Verfilmung von Hideaki Anno(ja, DEM „Evangelion“-Schöpfer) aus dem Jahr 2004 setzt dabei nicht nur auf den Fanservice-Faktor, der Film fühlt sich im Grunde an wie eine überlange „Power Rangers“-Folge.
Neben allerlei Overacting gibt es nämlich den ein oder anderen wirklich trashigen Effekt, außerdem sind einige Einfälle wirklich unglaublich blödsinnig. Aber der Film macht unglaublich viel Sapß! Dafür sorgt nicht nur Eyecandy Eriko Sato, die immer wieder durch „interessante“ Kameraperspektiven in Szene gesetzt wird, auch Dinge wie ihre Verkleidungen oder die skurrilen Panther Claw-Mitglieder samt Karaoke-Einlage lassen einen staunend auf der Couch verharren. Super gelungen sind auch der Soundtrack, der u.a.  Songs von J-Pop-Queen Kumi Koda bereithält und die immer wieder eingestreuten Anime-Szenen, die von Studio Gainax produziert wurden.
So gehört „Cutie Honey“ sicherlich zu einer der besseren Realverfilmungen eines Manga, trotzdem sollte man für Trashfilme etwas übrig haben. Mir hat es Spaß gemacht, den Film nach über zehn Jahren mal wieder anszuschauen, auch weil meine Liebe für Hideaki Annos Filme mittlerweile riesengroß ist.

8/10 Punkte

„Cutie Honey“ ist in Deutschland nur auf DVD erschienen und das bereits vor über elf Jahren. Auf Blu-ray gibt es den Film nur in Japan und das auch nur in einer Box mit zwei anderen Filmen von Hideaki Anno, nämlich „Love & Pop“ und „Shiki-Jitsu“. Die sogenannte „Hideaki Anno Live Action Film Collection 1998 – 2004“ ist dabei glücklicherweise codefree und enthält alle drei Filme mit englischen Untertiteln. Die Bildqualität von „Cutie Honey“ lässt in einigen Szenen etwas zu wünschen übrig, begeistert aber vor allem mit ihren knalligen Farben, die zur Manga-Verfilmung gut passen. Aufgrund der höheren Auflösung sind einige Makeup-Effekte allerdings nicht mehr so gut, bei dem Diener von Sister Jill sieht man sogar einmal das doppelseitige Klebeband mit dem der Schnurrbart befestigt ist. Ob das wirklich so gewollt war, ist schwer zu sagen. Ob man das auch schon auf der DVD so deutlich erkannte, weiß ich nicht mehr.
Warnen möchte ich an dieser Stelle auch nochmal kurz vor dem neuen Film „Cutie Honey Tears“. Wer hier einen ähnlichen Feelgood-Movie erwartet, wird wohl recht enttäuscht sein. Der Film ist düsterer, die Story ziemlich enttäuschend und die Effekte ein Graus!