#Japanuary Film 7 – Zigeunerweisen

Als der Rumtreiber Nakasago des Mordes an einer Frau bezichtigt wird, kommt ihm sein ehemaliger Freund und Studienkollege Aochi zur Hilfe. Denn als Professor für Deutsch genießt er ein gewisses Ansehen und schwört dem anwesenden Mob und dem Polizisten, dass dieser auf keinen Fall als Täter in Frage kommen könne.
Daraufhin verbringen die beiden etwas Zeit miteinander und treffen dabei auf die Geisha Koine. Als Nakasago diese einige Jahre später heiratet, wird es jedoch nichts mit dem trauten Eheleben, denn es zieht ihn immer wieder in die Welt hinaus.

Seijun Suzuki ist ein japanischer Regisseur, der vor allem in den 1960er Jahren richtig tolle Filme gedreht hat. Unvergesslich zum Beispiel „Branded to Kill“ oder „Tokyo Drifter“. Anfang der 80er schuf er dann die Taisho-Trilogie, deren erster Teil eben „Zigeunerweisen“ ist und den ich voller Vorfreude in den Player legte. Leider musste ich mich aber schon so sehr durch die ersten 15 Minuten quälen, dass ich fast schon Angst vor den restlichen zwei Stunden hatte. Und das zurecht!
Denn der Film ist leider nicht sehr gut strukturiert und verwirrt mit seiner Erzählweise und den vielen nichtigen Inhalten. Das war mir alles viel zu durcheinander. Sorry, Suzuki-san! Einige recht gute Szenen und die vermittelte Stimmung haben den Film vor einer Voll-Katastrophe gerettet, aber das war auch schon die positive Seite. Sehr gestört hat außerdem die Vertonung des Films, da die Stimmen im Gegensatz zu den Umgebungsgeräuschen zu laut waren und zu steril klangen.

5/10 roten Krabben

 

„Zigeunerweisen“ ist in dem schicken The Taisho Trilogy-Set von Arrow Academy sowohl als Blu-ray als auch DVD enthalten. Die Box bietet außerdem ein umfangreiches Büchlein mit 60 Seiten, einige Extras sowie die beiden Quasi-Fortsetzungen „Kagero-za“ und „Yumeji“. Ton ist in Japanisch mit englischen Untertiteln enthalten, die Bildqualität geht in Ordnung. Ein deutsches Release von „Zigeunerweisen“ existiert leider nicht, Suzukis Filme sind hierzulande leider sowieso unterrepräsentiert. Hier lohnt aber ein Blick nach England, auch wenn viele der Releases dort mittlerweile auch nur noch schwer zu kriegen sind.

#Japanuary 2019 Film 2 – Blind Woman’s Curse

Als Akemi die Führung des Tachibana-Clans übernimmt und diesen aus belanglosen Gangkämpfen heraushalten will, stößt dies nicht bei allen Beteiligten auf Akzeptanz. Vor allem einer ihrer Untergebenen, Tatsu, hält nichts von dem eingeschlagenen Weg und verbündet sich deswegen mit dem feindlichen Azora-Clan. Deren Anführer Dobashi hat sich indes mit einer geheimnisvollen blinden Frau zusammengetan, die ihm beim Sturz der Tachibanas helfen will.

 

Meiko Kaji ist eine Göttin! Durch Filme wie „Sasori“ wurde sie unsterblich und zur Ikone des Pinky Violence-Kinos. In „Blind Woman’s Curse“ feierte sie im Jahr 1970 ihre Premiere als Hauptdarstellerin und verlieh dem skurrilen Mix aus Yakuza- und Horrorfilm den nötigen Glanz. Das Multitalent, neben zahlreichen Filmen hat sie nämlich aus Musikalben veröffentlicht, wertet einfach jeden Film schon allein durch ihre Anwesenheit auf.
Inszeniert wurde der Spaß von Teruo Ishii, der es wirklich großartig versteht, die Genres zu einem überzeugenden Film zu vermengen. Garniert mit tätowierten Yakuza-Frauen, verfluchten Katzen und zig übernatürlichen Elementen vergehen die 85 Minuten von „Blind Woman’s Curse“ wie im Fluge und lassen den Zuschauer ziemlich begeistert zurück. Da verzeiht man dem Werk auch einige billigere Effekte wie die Plüschkatze, die an einem Seil durch den Friedhof gezogen wird.

 

8,5/10

 

„Blind Woman’s Curse“ ist bei Arrow Video in Großbritannien in einer tollen Blu-ray/DVD-Kombo erschienen. Wie vom britsichen Label gewohnt, bekommt man hier nicht nur ein Wendecover sondern auch ein informatives Booklet präsentiert. Ein lohnenswertes Paket für Filmfans!

 

#Japanuary 2018 Film 1 – Female Convict 701: Sasori

Eigentlich lebt Nami ein beschauliches Leben. Als dann auch noch Sugimi, ein erfolgreicher Drogenfahnder in ihr Leben tritt, scheint alles perfekt. Blind vor Liebe und etwas nauv lässt sie sich auf einen Deal ein und soll für Sugimi in einem Nachtclub mehr über die Schmugglerrouten der Mafia. Doch leider fliegt ihre Tarnung recht schnell auf und die Gangster erniederigen Nami aufs Übelste. Als sie dann noch herausfindet, dass Sugimi ihr Leben wissentlich aufs Spiel gesetzt hat, brennen bei Nami die Sicherungen durch und sie versucht ihre einstige große Liebe umzubringen. Doch leider scheitert dies und Nami wird festgenommen und verurteilt.
Fortan fristet sie ihr Dasein als Gefangene Nr. 701 in einer Besserungsanstalt für Frauen, die von sadistischen Wärtern geführt wird. Nach einem Ausbruchsversuch wird sie auch noch von ihren Mithäftlingen geächtet, da auch diese für ihr Fehlverhalten mit Essensrationierung und anderen Maßnhamen bestraft werden. Für Nami beginnt so eine unglaublich harte Zeit, die auch noch durch Einflussnahme von Außen erschwert wird. Denn ihr ehemaliger Liebhaber bekomtm langsam kalte Füße, ob Nami nocht doch noch ein Ausbruch und so der erfolgreiche Racheversuch an ihm gelingt.

„Female Convict 701: Sasori“ war vor etwas über zehn Jahren einer meiner ersten Kontake mit dem Women in Prison-Genre und entfachte meine Liebe für das Pinky Violence-Kino der 70er Jahre bzw. dem Pinku Eiga. Shunya Itos Film von 1972 ist alles andere als zimperlich und in einigen Momenten sehr, sehr derbe, zieht den Zuschauer aber schon von Minute 1 an in seinen Bann. Daran ist nicht nur die Giallo-artige Inszenierung mit starken Farben und einprägsamer Musik schuld, vor allem die Präsenz von Hauptdarstellerin Meiko Kaji sorgt für den Kultstatus des Films. Die Schauspielerin steht wie keine andere ihrer Zunft für das Pinky Violence-Genre und war auch in den drei Fortsetzungen der „Sasori“-Reihe zu sehen. Wer noch keinen Film mit ihr gesehen hat: NACHHOLEN!!! Zum Einstieg empfehle ich den kultigen „Lady Snowblood“!
Aber zurück zu „Female Convict 701: Sasori“:  die Giallo-artige Inszenierung sprach ich bereits an, spannend sind aber auch die Momente, in denen der Film wie ein japanisches Theaterstück wirkt. So werden Blutspritzer im Gesicht schon mal zu einer Kabuki-Maske-ähnlichen Beamlung, auch die Blutfontänen kennt man eher aus dem japanischen Theater.

8/10 Punkte

„Female Convict 701: Sasori“ gibt es in Deutschland auf DVD von Rapid Eye Movies, entweder in einer Einzel-VÖ oder in einer Box. Letztere ist seit einiger Zeit OOP, gibt es gebraucht aber noch auf einschlägigen Seiten. Wer sich die Filme in der besten Qualität in die Sammlung stellen will, sollte zur Komplettbox des britischen Labels Arrow Video greifen. Aktuell gibt es diese noch in der limitierten Erstauflage, die nicht nur in einem stabilen Schuber kommt, sondern auch ein informatives Booklet enthält. Weiterhin hat jeder Film im separaten Amaray ein Wendecover mit dem japanischen Originalplakat.

 

Giallo-Special Teil 2: Die Neunschwänzige Katze

So, weiter gehts mit den Giallo-Filmen…

Mit meiner Bestellung von „Das Geheimnis der schwarzen Handschuhe“, bekam ich auch noch „Die Neunschwänzige Katze“(OT: Cat O’Nine Tails, 1971), ebenfalls unter Regie von Dario Argento entstanden.

Der erblindete, ehemalige Journalist Arno begibt sich zusammen mit dem Reporter Giordani auf die Suche nach einem Mörder. Das Opfer, Dr. Calabresi, arbeitete in einem großen Genforschungsinstitut und war an einem Forschungsprojekt beteiligt, das es er ermöglichen  soll, kriminelles Potential eines Menschen anhand der DNA-Struktur erkennen zu können.
Nach und nach ergeben sich immer mehr mögliche Täter, aber auch Mordmotive.

Giallo-typisch setzt auch dieser Film sehr stark auf die klassischen Elemente des Genres(extreme Nahaufnahmen, Spannungsaufbau und die nervenaufreibende Musik). Wie auch schon bei Argentos Erstling, wird man hier immer mal wieder in die Irre geführt und wird am Ende definitiv überrascht.
Leider wollte bei mir aber nicht die selbe Stimmung aufkommen wie bei anderen Gialli. Irgendwie ist der Film etwas zu lange geraten und plätschert gerade im Mittelteil so vor sich hin.

Gesehen habe ich den Film auf Blu-ray und zwar die Veröffentlichung aus England von Arrow Video. Wie auch schon Argentos Debut, kommt die Blu-ray im schicken Schuber mit Postkarten, verschiedenen Wendecovern, Booklet und Poster.
Außerdem gibt es ca eine Stunde an Extras.
Bild und Ton sind qualitativ ok.

Den Trailer gibt es hier!

 

Giallo-Special Teil 1: Das Geheimnis der schwarzen Handschuhe

HIer ist er nun: der erste Teil des Giallo-Specials. Dieser beginnt mit dem Erstlingswerk von Dario Argento aus dem Jahr 1970, „Das Geheimnis der schwarzen Handschuhe“(engl. Titel ‚The Bird with the Crystal Plumage“).

Die Geschichte erzählt von einem amerikanischen Schriftsteller, der Zeuge eines Angriffs auf eine junge Frau wird. Doch der ganz in schwarz gekleidete Attentäter kann entkommen und lässt die Frau verletzt zurück.
Da die Polizei ihn als Hauptzeugen nicht ausreisen lässt, macht er sich selbst auf die Tätersuche und gerät so selbst in den Focus des Unbekannten.
Nach und nach stellt sich heraus, dass er auf der Spur eines Serienkillers ist…

Die Artworks zu dem Film lassen härtere Szenen erahnen als der Film dann letztlich ist. Alles in allem ist es ein sehr spannender Film, der einen immer mal wieder in die Irre führt.
Perfekt für den Einstieg ins Genre!!

Gesehen habe ich die Blu-ray aus England von Arrow Video.
Zwar ist die Bildqualität nicht so besonders, aber dafür gibt es sehr viele Extras auf der Disc sowie ein Booklet, Poster und einen Schuber. Eine Besonderheit der Arrow-VÖs sind definitiv de verschiedenen Wendecover(meist Kinoplakate aus unterschiedlichen Ländern). Sehr schick!!
Zu meinem Unverständnis gibt es den Film im deutschsprachigen Raum nicht ungeschnitten auf DVD/BD. Wie schon gesagt, der Film ist nicht besonders hart. Aber es ist ja bekannt, dass Sub-Genres in deutschen Landen oft nicht mit dem nötigen Respekt behandelt werden…

Alle Giallo-/Argento- Interessierten sollten sich daher va auf Veröffentlichungen aus dem Ausland konzentrieren. Zumindest von Argento-Klassikern gibt es meist keine anständige deutsche DVD/BD. Am besten vorher immer mal auf www.ofdb.de checken!!!

Hier gehts zum Trailer!