#Japanuary 2022 Film 7 – The Snake Girl and the Silver-Haired Witch

Der #Japanuary 2022 neigt sich langsam dem Ende zu und somit folgen heute nun die Besprechungen zu Film 7 und 8 hier auf meinem kleinen Blog. Das vorletzte besprochene Werk ist somit Noriaki Yuasas Gruselspaß „The Snake Girl and the Solver-Haired Witch“ aus dem Jahre 1968, der sich thematisch in Richtung des ersten diesjährigen Japanuary-Films „The Great Yokai War“ bewegt. Es geht nämlich um mystische Wesen…

Das Mädchen Sayuri lebt aktuell in einem Waisenhaus, das von Nonnen geführt wird. Eines Tages kann sie zurück zu ihrer eigentlichen Familie, die sie dort ausfindig gemacht hat. Doch die anfängliche Euphorie weicht recht schnell der Angst vor seltsamen Ereignissen im Haus. So ist die Mutter geistig nicht ganz bei sich, empfängt Sayuri dennoch sehr warmherzig in der Familie. Doch nachdem ihr Vater, der sich beruflich mit exotischen und hochgiftigen Tieren beschäftigt, auf eine Dienstreise muss, wird das Leben für Sayuri immer beschwerlicher.

Grund dafür ist die plötzlich aufgetauchte Schwester Tamami, die bisher ihr Dasein auf dem Dachboden fristen musste. Einer der Gründe dafür scheint vor allem ihr entstelltes Gesicht zu sein, doch auch so scheint irgendwas nicht mit ihr zu stimmen. Schon bald vermutet Sayuri, dass ihre Schwester in Wirklichkeit eine Schlange ist und ihr nach dem Leben trachtet.

„The Snake Girl and the Silver-Haired Witch“ ist kein wirklich gruseliger Film. Dafür wirken die Effekte zu altbacken und die Schockmomente zu lasch und vorhersehbar. Man könnte fast meinen, dass man es mit einem kinderkompatiblen Grusel-Film zu tun hat, der auch gar nicht sonderlich erschrecken wollte.
In diese Richtung zielt auch etwas die Auflösung des Ganzen, aber das müsst ihr dann schon selber herausfinden.

Mir persönlich hätte etwas mehr Charakteraufbau gut gefallen, selbst die „Schlangenschwester“ Tamami bleibt etwas blass und platt. Aber gut, der Film läuft halt auch nur 82 Minuten…Ansonsten wird einem hier ein atmosphärisches Werk präsentiert, das sicherlich die ein oder andere Länge hat. Einen spannenden Fakt zum Regisseur gibt es noch zu berichten: dieser hat sich seine Brötchen vor allem mit der Arbeit an „Gamera“-Filmen verdient, so unter anderem mit dem Erstling. Und wie es der Zufall will, war der Teil meines letztjährigen #Japanuary-Line-ups(siehe HIER).

„The Snake Girl and the Silver-Haired Witch“ gibt es auf Blu-ray vom britischen Kult-Label Arrow Films. Diese kommt in einem schönen Schuber daher und hat mit einem Interview, dem Trailer und einem Kommentar von David Kalat außerdem einige Extras an Bord der Disc. Obendrauf gibt es – wie üblich beim Label – ein informatives Booklet, das sich mit den Hintergründen des Films befasst.

#Japanuary 2022 Film 6 – Blind Beast

Im vergangenen Jahr habe ich an dieser Stelle den Film „Irezumi“ besprochen(mehr dazu HIER), der unter der Regie von Yasuzo Masamura entstand. Der Regisseur war einer der ersten, den ich im Rahmen meiner Begeisterung für japanische Exploitation-Werke wahrgenommen habe, doch leider habe ich sein Schaffen nie so wirklich verfolgt. „Blind Beast“ war mir zwar schon recht lange bekannt – u.a. gibt es ein deutsches DVD-Release von REM – doch irgendwie verschwand der Film und sein Regisseur lange aus meinem Fokus. Und nachdem ich „Blind Beast“ nun endlich gesehen habe, frage ich mich: WARUM?!?

Der Film aus dem Jahr 1969 handelt von einem blinden Künstler namens Michio und einem Model namens Aki. Nachdem diese dank einer Ausstellung eines Fotografen und Skulpteurs zu lokalem Ruhm kam, wird auch Michio auf sie aufmerksam. Zusammen mit seiner Mutter entführt er die junge Frau und will sie fortan als Muse und Vorlage für die Skulptur eines perfekten Frauenkörpers nutzen. Eingeschlossen in einer Lagerhalle voll seltsamer Kunstwerke, versucht sie fortan vor Michio zu fliehen. Doch so recht gelingen will ihr das nicht und so entwickelt sich langsam eine sehr skurrile Beziehung zueinander…

„Blind Beast“ ist wirklich eine Bestie an Film. Wägt man sich anfangs noch in Sicherheit und meint zu wissen, was einen da alles noch erwartet, dreht der Film in der zweiten Hälfte voll auf und präsentiert menschliche Abgründe deluxe. Mehr will ich hier gar nicht verraten, aber Fans des Genre Eroguro – also des Erotisch-Grotesken – kommen definitiv auf ihre Kosten. Kein Wunder, basiert der Film doch auf einem Werk von Edogawa Rampo, der berühmt für seine Werke aus diesem Genre ist.

Wie schon erwähnt, ist der Film in Deutschland vom Label Rapid Eye Movies auf DVD erschienen. Ich besitze die britische Blu-ray des Labels Arrow Video, das dem Film ein angemessenes Paket geschnürt hat. Neben einem Wendecover mit japanischem Kinoplakat, gibt es auch noch ein informatives Booklet mit einem Essay zum Film und der umfangreichen Filmographie des Regisseurs. Auf der Disc finden sich außerdem ein Audiokommentar und weitere Boni.

#Japanuary 2021 Film 5 – Haze

Ich liebe die Filme von Shinya Tsukamoto und mit „Haze“ habe ich sie nun endlich alle gesehen. Der japanische Regisseur wird immer wieder als Meister des Body Horror bezeichnet, aber letztlich sind seine Filme so viel mehr und gehen meist sehr an die Substanz. So auch „Haze“….heieieiei…was war das für ein Ritt?!?

Der Film geht lediglich 48 Minuten und dreht sich um einen Mann, der sich plötzlich in einem dunklen Verlies wiederfindet, dessen Wände aber nur wenige Zentimeter von ihm entfernt sind. Er trägt lediglich Unterwäsche, hat eine Verletzung am Bauch und weiß nicht so recht wie er eigentlich in diese missliche Lage gekommen ist. So kriecht er nun hin und her und wird dabei immer wieder von fiesen Fallen überrascht. Wird er einen Ausweg finden? Und warum befindet er sich in diesem seltsamen Gebilde aus Beton?

„Haze“ ist, wie schon beschrieben, ein unangenehmer Film. Vor allem wenn man sich zu sehr in die Lage des Protagonisten versetzt und die Enge der Betongänge zu sehr an sich heranlässt. Auch für Freunde von Zahn-Horror ist der Film etwas, denn in einer Situation findet sich unsere Hauptfigur mit den Zähnen an einem Eisenrohr hängend wieder. Fürchterliche Szenen….brrrrr! Aber letztlich schafft es Tsukamoto, dass man trotzdem fasziniert am Bildschirm klebt und sich fragt wie er die Klaustrophobie so hervorragend in Bilder umsetzen konnte. Das sieht leider aufgrund der verwendeten Digitalkamera häufig etwas billig aus, aber stört eigentlich nur in den Ruhepausen, in denen man nicht mit dem Protagonisten mitleidet…und das sind nur wenige.

„Haze“ gibt es als deutsche DVD von Rapid Eye Movies, empfehlen würde ich aber vor allem das Tsukamoto-Set aus England von Third Window Films. Dieses beinhaltet nämlich noch seinen neuesten Film „Killing“ und den Kurzfilm „The Adventure of Denzu-Kocho“. Generell solltet ihr alle Tsukamoto-Werke mal anschauen…am besten sofort! Ah, fast hätte ich vergessen wie toll mal wieder die Akustik des Films geraten ist. Und wie phänomenal der Soundtrack von Tsukamotos Haus- und Hofkomponisten Chu Ishikawa ist…leider ist dieser aber mittlerweile verstorben und wird wohl so schnell keine Tracks mehr für seine Filme komponieren.

7/10 Punkte

#Japanuary 2021 Film 3 – Wicked City

Wenn man wie ich in den Anfangstagen von Anime und Manga in Europa aufgewachsen ist, gehörte es zum guten Ton sämtliche Veröffentlichungen von Manga Video UK auf VHS zu kaufen. So kam man nicht nur in den Genuss von Meisterwerken wie „Ghost in the Shell“ oder „Fist of the North Star“, hin und wieder bekam man auch Material in die Finger, was eigentlich nicht unbedingt altersgerecht war. Denn in den 80ern und frühen 90ern gab es auch unzählige Vertreter des hochwertigen Erwachsenenfilms auf Kassette, so unter anderem „Urotsukidoji“ oder „Adventure Kid“.

Diese Filme und Serien stachen vor allem mit ihrem hohen Anteil an nackter Haut gepaart mit deftigen Horror-Einlagen aus der Masse heraus und waren somit besonders interessant. Einer dieser Vertreter war auch „Wicked City“, der schon mit seinem geheimnisvollen Cover zum Kauf animierte. Die Geschichte rund um die Welten der Menschen und der Dämonen, die regelmäßig ihren Friedensvertrag erneuern, wirkt auf dem ersten Blick unspektakulär, gefällt aber vor allem mit seiner Inszenierung. Denn dank des starken Einsatzes von Schatten und dazu dem starken Kontrast mit Blau- und Rottönen, wirkt der Anime nochmal ganz anders als vergleichbare Werke von damals.

Die beiden Protagonisten Taki und Makie müssen in „Wicked City“ den Vermittler bei den Friedensverhandlungen, Giuseppe Mayart, beschützen, der den beiden das Leben aber alles andere als einfach macht. Denn der 200 Jahre alte Herr hat eigentlich nur eines im Sinn: den Besuch möglichst vieler Soaplands und die Bekanntschaft mit leichten Damen machen. Dass das natürlich seine Sicherheit gefährdet und die beiden Black Guards Taki und Makie vor keine leichte Aufgabe stellt, ist somit klar. Was folgt ist eine wilde Mixtur aus ein bißchen Sex, viel Blut, abgetrennten Körperteilen und einigen spannenden Twists.

„Wicked City“ wurde von keinem geringeren als Yoshiaki Kawajiri inszeniert, der bei uns mittlerweile vor allem durch „Ninja Scroll“ bekannt sein dürfte. Der Horror-Anime entstand im Jahr 1987, ist aber für sein Alter auch heute noch erstaunlich gut anzusehen, vor allem das Artdesign, die Charaktere und Dämonen wissen zu gefallen. Selbiges kann man auch über die Musik sagen, vermutlich schwingt hier aber auch ein bißchen Nostalgie aus der Zeit mit, in der man stundenlang vor dem heimischen TV hing und eine Anime-VHS nach der anderen in den Player gesteckt hat.

„Wicked City“ habe ich in Form der Blu-ray aus England gesehen, die jüngst bei Manga Video erschienen ist. Ich habe mir dabei das Set mit dem anderen Kawajiri-Werk „Demon City Shinjuku“ gegönnt, das in einem stabilen Schuber steckt und unter anderem noch ein dickes Booklet und Postkarten zu den Filmen enthält. Ein lohnenswertes Set!

Ach ja, von „Wicked City“ gab es Anfang der 90er auch einen Realfilm aus Hong Kong. Dieser stammt von Peter Mak und soll auch sehr sehenswert sein. Ich werde bei Zeiten berichten…

8/10 Punkte

#Japanuary Film 6 – Versus

Zwei namenlose Häftlinge sind gerade frisch aus dem Knast entflohen und warten in einem Waldstück eigentlich auf ihre Fluchthelfer. Doch das Aufeinandertreffen mit diesen verläuft nicht ganz so wie erwartet, Ärger zwischen den Gangstern und eine Geisel führen letztlich zu einem handfesten Streit und Blutvergießen.

Die Probleme nehmen aber nochmal zu als plötzlich der erste Tote in Form eines Wiedergängers erwacht und seinen ehemaligen Kollegen nach dem Leben trachtet. Denn der Wald, der eigentlich die Rettung für die beiden Flüchtigen sein sollte, beherbergt eines der 666 Tore zur Hölle, genauer gesagt das 444., und ist verflucht. Daraus entbrennt ein blutiger und absolut wilder Kampf ums Überleben.

Was für ein Ritt! „Versus“ ist auch zwanzig Jahre nach seinem Erscheinen ein großartiger Beitrag des japanischen Action-Kinos und trotz des billigen Budgets gut gealtert. Ryuhei Kitamura, der u.a. Perlen wie „Azumi“ oder „LoveDeath“ gedreht hat und mittlerweile auch viel in den USA als Regisseur unterwegs ist, hat hier vermutlich den Grundstein für die Splatterwelle aus Japan gelegt, die dann mit „Tokyo Gore Police“ und den Werken von Yoshihiro Nishimura mehrere Jahre später ihren Höhepunkt erreichte.
Aber kommen wir zurück zu „Versus“. Das knapp zweistündige Werk von Kitamura ist vor allem in Sachen Effekten und Actionszenen heute noch richtig gut anzuschauen, der Kleidungsstil der Charaktere könnte aber nicht mehr nach 2000 schreien. So sehen einige der Figuren aus als kämen sie frisch von einem Rave oder der Love Parade. In Sachen Story sollte man hier kein Drehbuch-Meisterwerk erwarten, auch die Laufzeit könnte etwas kürzer sein. Dennoch macht der Film Spaß und hat schon früh gezeigt, was Kitamuara-san alles drauf hat.

7,5/10 Trash-Zombies

 

„Versus“ gibt es bis heute leider nicht auf Blu-ray bei uns, sondern nur auf DVD. Ich besitze die limitierte Tin-Auflage von 2003, in der der Film und massig Bonusmaterial enthalten sind. So bekommt man u.a. auch Kitamuras Frühwerk „Down to Hell“ auf der Bonusdisc dieser Edition zu sehen als auch zahlreiche Trailer und Beiträge aus dem deutschen Fernsehen von damals(u.a. von VIVA 2). Auch ein Booklet liegt dieser Version des Films bei.
Viel Diskussionen gab es damals wegen Farbfiltern, die nicht dem Bild der US- bzw. Japan-DVD entsprechen, außerdem gibt es eine fehlerhafte Auflage, die auch eine falsche Tonabmischung hatte. Und Achtung: leider gibt es von „Versus“ auch eine geschnittene DVD. Die Originalfassung ist bis heute von der FSK ungeprüft.

#Japanuary Film 5 – Visitor Q

Kiyoshi Yamazaki lebt in einer sehr verkorksten Familie. Während seine Tochter ihren minderjährigen Körper verkauft, lebt der gemobbte Sohn seine Aggressionen an der Mutter aus. Diese weiß sich nicht zu helfen und betäubt ihren Schmerz mit Drogen. Aber auch diese wollen bezahlt werden und somit muss auch sie sich für körperliche Dienste verkaufen.
Als Kiyoshi eines Tages von seinem Job als erfolgloser Fernsehreporter nach Hause fahren möchte – übrigens hat er gerade erst mit einer Tochter geschlafen und das auf Kamera festgehalten – wird er von einem Unbekannten niedergeschlagen. Dieser lebt ab da zusammen mit der Familie Yamazaki und wirft deren Leben ganz schön durcheinander.

Durch meine Leidenschaft für Anime und Manga kam ich in den späten Neunzigern natürlich auch irgendwie zum japanischen Film. Beim Onlineshop Adrenafilm bestellte ich mir dann Jahre später meine ersten DVDs und zwar „Battle Royale“ und „Visitor Q“. Zwar war mir dessen Regisseur Takashi Miike bereits namentlich bekannt, allerdings war ich noch nicht in den Genuss eines Films von ihm gekommen. Und da war also mein erster Miike, „Visitor Q“! Sicherlich eines der schrägsten Werke um sich mit dem Regisseur bekannt zu machen und das merkt man bereits in den ersten Minuten.
Und soll ich euch was sagen? Es wird nicht besser. Der Film ist seltsam, skurril und verstörend. Miikes Studie der japanischen Familie ist außerdem erschreckend und in einigen Parts auch echt ein bißchen eklig, aber faszinierend. Auch heute hat der Film noch eine krasse Wirkung und hat mich ähnlich verstört wie bei der Erstsichtung.

7/10 inzestuösen Mobbern

 

„Visitor Q“ gibt es in Deutschland auf DVD von Rapid Eye Movies, ist mittlerweile aber nur noch gebraucht zu haben. Auch hier gab es mehrere Auflagen, unter anderem in der Edition Asien oder einer Miike-Box. In Sachen Extras sieht es leider auch recht mau aus, außer dem Trailer enthalten die VÖs leider nichts.

#Japanuary Film 1 – Uzumaki

In dem beschaulichen Hafenstädtchen Kurouzu-cho lebt Kirie Goshima eigentlich ein relativ beschauliches und ruhiges Leben. Tagtäglich geht sie zur Highschool, trifft sich mit ihrem vermeintlichen Freund Shuichi und verfolgt die aufstrebende Karriere ihres Vaters als Töpfermeister. Doch eines Tages wird die Stadt von seltsamen Ereignissen heimgesucht, viele Bewohner verhalten sich seltsam. Darunter auch Shuichis Vater, der plötzlich eine groteske Begeisterung für Spiralmuster entwickelt und sich in dieses „Hobby“ ziemlich investiert. Was steckt hinter dieser Obsession und warum wachsen manchen Mitschülern Schneckenhäuser auf dem Rücken?

Junji Itos „Uzumaki“ hinterließ bei seiner Erstsichtung mindestens so viele Fragezeichen bei mir, wie die Inhaltsangabe vermuten lässt. Was für ein Mindfuck! Daher verschwand der Filme lange in meinem Filmregal ohne weiter beachtet zu werden. Vor ein paar Jahren jedoch wurde ich wieder auf den Autor der Manga-Vorlage, Junji Ito, aufmerksam, der sich mittlerweile als Horror-Autor einen großen Namen gemacht hat. Auch seine anderen Werke wie „Gyo“ und „Tomie“ waren mir mittlerweile bekannt und just zu diesem Zeitpunkt erschien auch die Deluxe-Ausgabe des Manga „Uzumaki“ in England.
Nach dem ich nun den sehr umfangreichen Manga mit seinen über 600 Seiten kenne, macht der Film wesentlich mehr Sinn(auch wenn er nur einen kleinen Teil des Comics enthält) und ist eine schöne Ergänzung zur Vorlage. Higuchinskys Werk aus dem Jahr 2000 leidet zwar unter einigen mauen CGI-Effekten, die aber durch die starke Verwaschenheit der DVD von Rapid Eye Movies nicht sonderlich auffallen.
Die 94 Minuten sind kurzweilig und bauen eine unangenehme Atmosphäre auf, die mit einigen, handwerklich sehr guten Schockermomenten garniert werden. Auch der Cast wird der Vorlage sehr gut gerecht, insgesamt macht der Film schon recht viel Spaß.

7,5/10 Spiralen

 

„Uzumaki“ ist, wie schon erwähnt, in Deutschland bei Rapid Eye Movies auf DVD erschienen. Das Alter dieser Disc merkt man leider sowohl in Sachen Bildqualität als auch Bildformat, das sich auf aktuellen TVs nur mit einem starken schwarzen Rahmen rund um das Bild bemerkbar macht. Zum Glück kann man dies mit Hilfe der Zoomfunktion am Player etwas heranholen. Immerhin sind noch ein paar Extras wie ein Making of an Bord. Wie das früher bei REM der Fall war, ist die DVD ursprünglich in einer schicken Digi-Ausgabe erschienen, aber auch eine normale Amaray-Version und eine aus der Intro Asien-Edition war über die Jahre hin verfügbar.
Der Manga ist mittlerweile auch in Deutschland erschienen, über die UK-Ausgabe habe ich mich hier schon ausgelassen.

 

#Japanuary 2019 Film 7 – Exte: Hair Extensions

Als im Hafen einer japanischen Kleinstadt ein Container mit einer Leiche und einem Berg von Haaren auftaucht, reißt sich Haarfetischist Yamazaki die Tote unter den Nagel und verkauft ihre Haarpracht an Friseurläden in der Umgebung. Aufgrund eines Fluches wächst ihr das Haar nämlich immer wieder nach so dass er sich damit gutes Geld verdienen und gleichzeitig seinen Fetisch ausleben kann.
Gleichzeitig verfolgen wir die Karriere von Yuko, die es einmal zu einer berühmten Hairstylistin bringen will und die in einem der Salons arbeitet, die Yamazakis Extensions an die Kundinnen bringen.
Nach und nach mehren sich die tödlichen Vorfälle in die diese Kundinnen verwickelt sind und auch Yukos Nichte ist durch die gefährlichen Extensions bedroht. Kann Yuko den verrückten Yamazaki und den Fluch der Toten stoppen?

 

„Exte: Hair Extensions“ stammt von keinem geringeren als Sion Sono höchstpersönlich. Mein Lieblingsregisseur aus dem Land der aufgehenden Sonne ist für Meisterwerke wie „Antiporno“, „Love Exposure“ oder „Cold Fish“ bekannt, hat sich in seinen Anfangstagen aber vor allem mit J-Horror-Beiträgen seinen Unterhalt verdient.
Mit dem vorliegenden Film aus dem Jahr 2006 verbindet er klassische Elemente dieses Genres, so z.B. furchteinflössende Wesen mit langen, schwarzen Haaren mit einer familiären Geschichte rund um Yuko, deren unsympathischer Schwester und ihrer Nichte. Vor allem zu Beginn versprüht der Film eine lockere Atmosphäre wie man sie selten in japanischen Horrorfilmen findet, was den Einstieg etwas leichter macht. Generell ist der Ton aufgrund der absurden Thematik aber auch etwas lockerer als zum Beispiel in „Dark Water“ oder „Ringu“.
„Exte: Hair Extensions“ ist sicherlich kein Meisterwerk. Dafür ist der Film ein paar Minuten zu lang und einige Handlungsstränge eher unnötig. Für Unterhaltung sorgen dann aber vor allem die skurrilen Momente mit dem Fetischisten Yamazaki und seinem Haar-Song und einige Ekeleffekte wie das Haar im Auge oder die haarige Zunge. Das tut schon beim Hinsehen weh!
Erwähnen muss man außerdem, dass die weibliche Hauptrolle von Chiaki Kuriyama gespielt wird, die man im Westen vor allem durch ihren Auftritt in „Kill Bill“ als Gogo Yubari kennt. Immer wieder toll anzusehen, da sie Filme mit ihrer besonderen Art gut ergänzt.

 

7/10

 

 

„Exte: Hair Extensions“ ist in Deutschland bei Rapid Eye Movies erschienen und in mehreren DVD-Varianten erhältlich. Diese sind inhaltlich aber immer gleich ausgestattet und unterscheiden sich nur in Sachen Verpackung. Die Erstauflage gab es noch im Digipack mit Schuber und Poster, gängiger ist mittlerweile die Version aus der Edition Asien im regulären Amaray-Case. Mit fast 50 Minuten an Bonusmaterial wie Making of, Karaoke oder entfernten Szenen gibt es außerdem einiges an Zusatzmaterial auf den Discs.

#Japanuary 2019 Film 2 – Blind Woman’s Curse

Als Akemi die Führung des Tachibana-Clans übernimmt und diesen aus belanglosen Gangkämpfen heraushalten will, stößt dies nicht bei allen Beteiligten auf Akzeptanz. Vor allem einer ihrer Untergebenen, Tatsu, hält nichts von dem eingeschlagenen Weg und verbündet sich deswegen mit dem feindlichen Azora-Clan. Deren Anführer Dobashi hat sich indes mit einer geheimnisvollen blinden Frau zusammengetan, die ihm beim Sturz der Tachibanas helfen will.

 

Meiko Kaji ist eine Göttin! Durch Filme wie „Sasori“ wurde sie unsterblich und zur Ikone des Pinky Violence-Kinos. In „Blind Woman’s Curse“ feierte sie im Jahr 1970 ihre Premiere als Hauptdarstellerin und verlieh dem skurrilen Mix aus Yakuza- und Horrorfilm den nötigen Glanz. Das Multitalent, neben zahlreichen Filmen hat sie nämlich aus Musikalben veröffentlicht, wertet einfach jeden Film schon allein durch ihre Anwesenheit auf.
Inszeniert wurde der Spaß von Teruo Ishii, der es wirklich großartig versteht, die Genres zu einem überzeugenden Film zu vermengen. Garniert mit tätowierten Yakuza-Frauen, verfluchten Katzen und zig übernatürlichen Elementen vergehen die 85 Minuten von „Blind Woman’s Curse“ wie im Fluge und lassen den Zuschauer ziemlich begeistert zurück. Da verzeiht man dem Werk auch einige billigere Effekte wie die Plüschkatze, die an einem Seil durch den Friedhof gezogen wird.

 

8,5/10

 

„Blind Woman’s Curse“ ist bei Arrow Video in Großbritannien in einer tollen Blu-ray/DVD-Kombo erschienen. Wie vom britsichen Label gewohnt, bekommt man hier nicht nur ein Wendecover sondern auch ein informatives Booklet präsentiert. Ein lohnenswertes Paket für Filmfans!

 

Filmlogbuch Nr. 132 – The Untold Story

Wong ist das Glück nicht gerade hold. Als Mörder gesucht flieht er von Hong Kong nach Macau nur um dort in den nächsten Schlamassel zu geraten. So findet er zwar einen Job in einem Restaurant und gewinnt die allabendlichen Runden Mahjong regelmäßig, doch da sein Chef herausgefunden hat, dass er beim Spielen betrügt, ist er natürlich auch nicht gewillt ihm die Spielschulden zu zahlen.
Irgendwann wird es Wong dann zu bunt und er bringt den Restaurantbesitzer samt Familie – egal ob jung oder alt – um. Als frischgebackener Chef eines Schnellimbiss‘ muss er nun nicht nur die Geschäfte leiten, sondern sich auch um die Berge an Leichen kümmern. Was liegt dabei näher als deren Fleisch in leckere Dumplings zu verwandeln?
Doch er ahnt nicht, dass ihm die Polizei schon auf die Schliche gekommen ist und kurz davor steht ihn zu verhaften.

„The Untold Story“ bin ich schon irgendwann Mitte der 1990er über den Weg gelaufen. Als Teil der berühmt-berüchtigten Category III-Filme, die in Hong Kong die Grenzen des guten Geschmacks austesteten, berichtete nämlich die Video Games oder die Animania über diese filmischen Grenzerfahrungen mit solch charmanten Titeln wie „Ebola Syndrome“ oder „Doctor Lamb“.
Über zwanzig Jahre später habe ich nun endlich „The Untold Story“ gesehen, der von Koch Media in einem schicken Mediabook veröffentlicht wurde. Zum Film selber kann man nur sagen, dass er in den ersten 75 Minuten gar nicht so hart wirkt wie man anfangs denkt. So blendet man bei einigen Szenen aus oder die Kamera fokussiert sich auf die Schauspieler und nicht den Gewaltakt an sich. Doch spätestens zum Finale in den letzten 15 bis 20 Minuten dreht der Film noch einmal richtig auf und Bodycount und Kunstblut-Menge steigen enorm an. Da versteht man dann auch warum der Streifen den Ruf hat…
Einige Inhalte wie die Macho-Polizisten, die ihre Kollegin nicht ernst nehmen oder der Polizei-Chef, der ständig eine neue Prostituierte im Arm hält, sind doch schon recht aus der Zeit gefallen, sorgen aber zumindest für einige Schmunzler und lockern den Film gut auf. Der Star von „The Untold Story“ ist und bleibt aber Anthony Wong, den man mittlerweile aus großen Hochglanz-Produktionen wie „Infernal Affairs“ kennt und der damals mit der Kombination aus irrem Blick und Hornbrille wohl einen der besten Psychopathen in der Filmwelt ablieferte.

7/10 Punkte

 

 

„The Untold Story“ gibt es nun dank Koch Media auf Blu-ray und DVD samt neuer Synchronisation. Die beiden Discs gibt es in zwei verschiedenen, limitierten Mediabooks plus Bonus-DVD und recht informativen Booklet. Nicht nur in diesem erfährt man einige spannende Dinge über den Category III-Film, auch auf der Extra-Disc ist eine 80-minütige Doku über dieses Film-Genre enthalten. Eigentlich ein perfektes Paket für den Fan des abseitigen Films!