#Japanuary 2019 Film 7 – Exte: Hair Extensions

Als im Hafen einer japanischen Kleinstadt ein Container mit einer Leiche und einem Berg von Haaren auftaucht, reißt sich Haarfetischist Yamazaki die Tote unter den Nagel und verkauft ihre Haarpracht an Friseurläden in der Umgebung. Aufgrund eines Fluches wächst ihr das Haar nämlich immer wieder nach so dass er sich damit gutes Geld verdienen und gleichzeitig seinen Fetisch ausleben kann.
Gleichzeitig verfolgen wir die Karriere von Yuko, die es einmal zu einer berühmten Hairstylistin bringen will und die in einem der Salons arbeitet, die Yamazakis Extensions an die Kundinnen bringen.
Nach und nach mehren sich die tödlichen Vorfälle in die diese Kundinnen verwickelt sind und auch Yukos Nichte ist durch die gefährlichen Extensions bedroht. Kann Yuko den verrückten Yamazaki und den Fluch der Toten stoppen?

 

„Exte: Hair Extensions“ stammt von keinem geringeren als Sion Sono höchstpersönlich. Mein Lieblingsregisseur aus dem Land der aufgehenden Sonne ist für Meisterwerke wie „Antiporno“, „Love Exposure“ oder „Cold Fish“ bekannt, hat sich in seinen Anfangstagen aber vor allem mit J-Horror-Beiträgen seinen Unterhalt verdient.
Mit dem vorliegenden Film aus dem Jahr 2006 verbindet er klassische Elemente dieses Genres, so z.B. furchteinflössende Wesen mit langen, schwarzen Haaren mit einer familiären Geschichte rund um Yuko, deren unsympathischer Schwester und ihrer Nichte. Vor allem zu Beginn versprüht der Film eine lockere Atmosphäre wie man sie selten in japanischen Horrorfilmen findet, was den Einstieg etwas leichter macht. Generell ist der Ton aufgrund der absurden Thematik aber auch etwas lockerer als zum Beispiel in „Dark Water“ oder „Ringu“.
„Exte: Hair Extensions“ ist sicherlich kein Meisterwerk. Dafür ist der Film ein paar Minuten zu lang und einige Handlungsstränge eher unnötig. Für Unterhaltung sorgen dann aber vor allem die skurrilen Momente mit dem Fetischisten Yamazaki und seinem Haar-Song und einige Ekeleffekte wie das Haar im Auge oder die haarige Zunge. Das tut schon beim Hinsehen weh!
Erwähnen muss man außerdem, dass die weibliche Hauptrolle von Chiaki Kuriyama gespielt wird, die man im Westen vor allem durch ihren Auftritt in „Kill Bill“ als Gogo Yubari kennt. Immer wieder toll anzusehen, da sie Filme mit ihrer besonderen Art gut ergänzt.

 

7/10

 

 

„Exte: Hair Extensions“ ist in Deutschland bei Rapid Eye Movies erschienen und in mehreren DVD-Varianten erhältlich. Diese sind inhaltlich aber immer gleich ausgestattet und unterscheiden sich nur in Sachen Verpackung. Die Erstauflage gab es noch im Digipack mit Schuber und Poster, gängiger ist mittlerweile die Version aus der Edition Asien im regulären Amaray-Case. Mit fast 50 Minuten an Bonusmaterial wie Making of, Karaoke oder entfernten Szenen gibt es außerdem einiges an Zusatzmaterial auf den Discs.

#Japanuary 2018 Film 3 – Battle Royale

In nicht allzuferner Zukunft hat die japanische Regierung aufgrund der hohen Arbeitslosigkeit und der Jugendkriminalität das „BR“-Gesetz erlassen, indem jährlich eine Schulklasse ausgewählt wird und auf eine einsame Insel verfrachtet wird. Ihr Ziel dort: bringt euch gegenseitig um, der Stärkere gewinnt und darf weiterhin ein Teil der Gesellschaft bleiben.

Mehr will ich über „Battle Royale“ gar nicht schreiben, denn was in den folgenden etwas über 110 Minuten(im Kinocut) passiert, ist Filmgeschichte. Kinji Fukasaku schuf mit dem Film, der auf einem Roman von Takami Koshun basiert, ein Meisterwerk, das auch noch 17 Jahre nach seiner Veröffentlichung absolut zu überzeugen weiß. Dies fängt bei der Besetzung von Jungschaupielern wie Chiaki Kuriyama oder Tatsuya Fujisawara an und geht über Altmeister Takeshi Kitano bis hin zur tollen Inszenierung.
So überzeugen die großartige Musikuntermalung mit klassischen Stücken und schon heute kultige Szenen oder Einfälle wie der Counter, der die verstorbenen Schülerinnen und Schüler nennt. Aber auch in seiner Botschaft ist „Battle Royale“ ein wichtiger Film, denn neben der sozialkritischen Aussage über den Leistungsdruck in der japanischen Gesellschaft war auch die Vision von den ansteigenden Problemen in Japan in Sachen Arbeitslosigkeit und Wirtschaft wegweisend. Auch wenn „Battle Royale“ nicht gerade zimperlich ist, sollte man als Filmfan diesem Meisterwerk einen Platz an einem Filmabend spendieren. Absolutes Pflichtprogramm!

10/10 Punkte

Nach Jahren auf dem deutschen Index schaffte es „Battle Royale“ letztes Jahr endlich in einer ungeschnittenen Version offiziell in den Handel zu kommen. Das erhältliche Steelbook – oder die reguläre Fassung im Amaray – enthält sowohl den Kino- als auch den etwas längeren Extended Cut und massig Extras. Letztere Schnittfassung geht etwas expliziter auf die Beziehung von Shuya und Nobu bzw. Kitano und Noriko ein. In Großbritannien gibt es außerdem eine schicke limitierte Box von Arrow Video, die neben drei Discs auch Extras wie ein Comic, Postkarten und zwei Booklets enthält. Ähnlich ausgestattet ist auch die deutschsprachige Ultimate Edition, die im jahr 2014 aufgrund der Beschlagnahmung von „Battle Royale“ noch über Österreich erschien.