#Japanuary 2018 Film 7 – Pulse

Tokyo, Anfang der 2000er Jahre. Mit dem Aufkommen von Handys und dem Internet ziehen zwei ganz neue Phänomene in das Leben der Gesellschaft und bringen nicht nur positive Veränderungen. So erlebt die Stadt seltsame Geschehnisse in der Form von unerklärlichen Selbstmorden und dem spurlosen Verschwinden von Menschen.

Auch die beiden Hauptakteure Michi und Ryosuke machen seltsame Entdeckungen. So verschwinden einige Personen in Michis näherem Umkreis plötzlich und Ryosuke gerät bei seinen ersten Schritten im Internet auf eine mysteriöse Website, die dunkle Aufnahmen von anscheinend wahllos ausgesuchten Webcams zeigt. „Willst du einen Geist treffen?“

 

„Pulse“ von Kyoshi Kurosawa ist einer dieser Horrorfilme, der im Zuge des großen Erfolgs von „Ring“ oder „Ju-On“ auch im Westen zu großer Popularität kam und auch in einem US-Remake verwurstet wurde. Nachdem ich trotz langjähriger Begeisterung für das japanische Kino erst recht spät zu den Filmen von Kyoshi Kurosawa kam, bin ich hin- und hergerissen von dessen Werken. Vor allem seine Horrorwerke wie „Cure“ oder eben „Pulse“ sind recht verkopfte Filme, die ihren Inhalt nicht unbedingt beim ersten Anschauen klar machen. Da gefiel mir „Creepy“ wesentlich besser…
So ist „Kairo“, wie der Film im Original heißt, zwar vor allem zu Beginn düster und unheimlich und jagt einem wirklich einen kalten Schauer über den Rücken, allerdings macht die kryptische Geschichte  mit ihren gut verpackten Aussagen das ganze Konstrukt wieder recht kaputt. Das kann man mögen, aber in einem Horrorfilm habe ich gerne eine klare Botschaft. Letztlich ist es aber wieder genau diese „Verschwurbeltheit“, die den Film dann doch irgendwie zu etwas Besonderem macht.

 

6,5/10

 

„Pulse“ gibt es in Deutschland bisher nur auf DVD, wer es gerne etwas umfangreicher und informativer in Sachen Bonusmaterial hat, greift lieber zu der Arrow Video-Veröffentlichung aus Großbritannien. Neben einem Wendecover mit Kinoplakat gibt es nämlich ein Booklet und recht umfangreiche Extras.

 

Filmlogbuch Nr.117 – Sühne

Vier Mädchen erleben im zarten Alter von neun Jahren mit, wie ihre Freunde Emily von einem fremden Mann getötet wird. Deren Mutter Asako kann den Vieren nicht verzeihen, da sie ihnen vorwirft, Emily nicht geholfen zu haben und sie angeblich die Identität des Mörders für sich zu behalten wollen.
15 Jahre später sind die Mädchen zu jungen Frauen herangewachsen und haben die grausame Tat von damals entweder fast vergessen oder verdrängt. Jedoch haben sie mittlerweile alle ihre eigenen Probleme, die ihr Leben teilweise beträchtlich auf den Kopf stellen. Und mittenrein platzt Asako, die immer noch auf der Suche nach dem Mörder ihrer Tochter ist.

„Sühne“ ist eine fünfteilige Fernsehreihe von Kyoshi Kurosawa, der für Filme wie „Pulse“ oder „Cure“ verantwortlich ist. Neben dem Serienformat gibt es aber auch einen zweiteiligen Zusammenschnitt der Episoden, der hierzulande bei Arte zu sehen war.
Kurosawa ist eigentlich bekannt für seine Thriller, die meist einen übersinnlichen Touch haben und den Zuschauer nach dem Filmgenuss oft ratlos sitzen lassen. „Sühne“ entspricht da eher einem Werk wie „Tokyo Sonata“, das schmerzhaft in die Wunden der japanischen Gesellschaft gedrückt hat und das übliche Familienbild Japans komplett auseinandergenommen hat. Die typische Kurosawa’sche Mordgeschichte dient dabei eher als roter Faden, um die fünf Folgen miteinander zu verknüpfen und die Schicksale der Frauen zu zeigen.
Dabei ist „Sühne“ absolut unterkühlt inszeniert. Starre Kameraeinstellungen, kaum Musik und eine zum Ende hin immer mehr ins s/w gehende Farbgestaltung zeigen das Können Kurosawas. Großes Kino!

 8/10 Punkte

 Trailer

Leider gibt es „Sühne“ bisher nur in Form der Ausstrahlung von Arte auf Deutsch. Wer die Serie auf Blu-ray bzw. DVD haben will, muss auf das Release in Nordamerika zurückgreifen. Oder schaut nach Frankreich(Französisch-Kenntnisse vorausgesetzt).