#Japanuary 2019 Film 4 – Perfect Blue

Da Mima der Erfolg mit ihrer Pop-Gruppe CHAM vorenthalten bleibt, entscheidet sich die junge Frau Schauspielerin zu werden. Dass dieser Ausstieg bei den teils sehr enthusiastischen Fans nicht wirklich gern gesehen wird, versteht sich von selbst. Und so schlägt auch die Stimmung gegenüber Mima langsam um.
Zum gleichen Zeitpunkt entdeckt sie eine ominöse Homepage, die ihren Tagesabauf und ihre Gedankenwelt bis ins kleinste Detail rekonstruiert, aber eben nicht von ihr erstellt wurde. Zusehends verschwimmt ihre Wahrnehmung der Realität was zusätzlich durch ihre Rolle bei einer TV-Serie verstärkt wird, da diese sich vor allem auf ihr früheres Lebens als Pop-Sternchen bezieht. Als es dann auch noch zu einem Anschlag per Briefbombe kommt und sich die mysteriösen Mordfälle in ihrem Umfeld häufen, wird der psychische Druck immer größer.

 

Das Phänomen der Idols in Japan ist faszinierend aber auch abschreckend zugleich. Wer schon einmal in Tokyo und den entsprechenden Vierteln wie Akihabara unterwegs war, ist sicherlich auch schon einmal über ein Konzert einer solchen Band oder Person gestossen, auch Mega-Gruppen wie AKB48 sollten euch dann bekannt sein.
Ich persönlich finde die musikalische Qualität zum Großteil nicht wirklich gut, erschreckender sind allerdings die älteren Herren, die sich für die meist recht jungen Damen viel zu sehr begeistern können. Hierzu empfehle ich die Doku „Tokyo Idols“, die sich dem Thema gewidmet hat.
Aber hier soll es ja um „Perfect Blue“ gehen, in dem es sich vor allem um die Idol-Karriere einer jungen Frau und dem damit verbundenen Druck dreht. Auch hier werden Dinge wie Fanatismus und Stalking thematisiert, aber auch die frauenfeindliche Denke der Industrie. Verfolgt man die heutige Idol-Szene in Japan muss man leider sagen, dass sich gut zwanzig Jahre nach „Perfect Blue“ kaum etwas getan hat. Egal ob Messerattacken auf Sängerinnen oder das bekannte Entschuldigungsvideo von AKB48-Mitglied Minami Minegishi, in dem sie sich mit abrasierten Haaren bei ihren Fans für eine, mit ihrem Freund verbrachte Nacht entschuldigt, das Idol-Business ist auch heute noch so gnadenlos wie in „Perfect Blue“ dargestellt.

Der Regisseur hinter dem Psycho-Thriller ist kein geringerer als Satoshi Kon, der hier sein Regie-Debüt abliefert. Und was für eins! Leider verstarb er 2010 im Alter von 46 Jahren, setzte sich aber mit seinen Filmen, Manga und TV-Serien definitiv mehrere Denkmale.
„Perfect Blue“ selbst basiert auf einem Roman und wurde außerdem als Realverfilmung umgesetzt. Diese kommt aber in keiner Minuten an den Anime heran, kann also getrost übersehen werden. Zum Anime selber muss man, denke ich, kaum noch was sagen. Egal ob Atmosphäre, Inszenierung oder Animationen…hier wird großes Kino geboten. Wenn ich auf mein persönliches Dasein als Anime-Fan zurückblicke, sind wohl „Akira“, „Ghost in the Shell“ und „Perfect Blue“ die drei Filme, die den größten Eindruck bei mir hinterlassen haben. Ein Meisterwerk, das jeder mal gesehen haben sollte!

 

10/10

 

 

„Perfect Blue“ ist in Deutschland als Blu-ray erhältlich, die DVD bekommt man meist nur noch gebraucht und auch in unterschiedlichen Editionen. Die aktuelle HD-Variante ist bei Rapid Eye Movies in der Nippon Classics-Serie erschienen. Neben einem Schuber enthält diese Version ein 16-seitiges Booklet mit einem Text von Tom Mes.

Filmlogbuch Nr.47- The Cell

In einer wissenschaftlichen Einrichtung arbeitet die Sozialarbeiterin Catherine Dean mit einer neuartigen Methode in die Psyche von Kindern und Jugendlichen vorzudringen.
Bevor der Serienkiller Carl Stargher festgenommen und der Ort ermittelt werden kann, wo er sein letztes Opfer gefangen hält, fällt er in ein tiefes Koma. So beginnt für die Polizei ein Wettlauf gegen die Zeit.
Und Catherine wird zur wichtigen Figur in diesem Rennen, denn sie taucht in die Psyche des Killers ein und versucht so, sein Vertrauen zu erwecken.

„The Cell“ ist mittlerweile gute 15 Jahre alt und war damals Tarsem Singhs Durchbruch in Hollywood. Vorher hat er sich hauptsächlich mit Musik- und Werbevideos seine Brötchen verdient. Seinen Stil beherrschen die großartig inszenierten, verspielten Bilder mit starken Farben und exotischen Designs.
Und auch dieser Film lebt hauptsächlich von seinem handwerklichen Können. Denn die Story ist recht dünn und macht hin und wieder einfach keinen Sinn. Vor allem die schlampige Polizeiarbeit fällt hier extrem negativ auf.
Aber wie gesagt, vor allem das Audiovisuelle ist hier überragend und macht den Thriller zu etwas Besonderen. Und auch die ein oder andere verrückte Idee weiß hier ganz gut zu gefallen.

7/10 Punkte

Trailer

„The Cell“ ist bisher nicht in Deutschland erschienen, hierzulande muss man sich bis Dezember gedulden. Ich habe den Film auf der neuen Blu-ray aus den USA gesehen. Diese ist codefrei und hat sowohl deutschen Ton als auch deutsche Menütexte.
Obwohl auf der Verpackung angegeben ist, dass die R-Rated- Fassung enthalten ist, präsentiert sich der Film in der ungeschnittenen Version.
Neben zwei Audiokommentaren gibt es einige entfallene Szenen, ein Featurette zu Singhs Stilmitteln und sechs Beiträge zu den verschiedenen Spezialeffekten.

Giallo- Special

Der Giallo (von ital. ‚gelb‘, Mehrzahl: gialli) ist ein spezifisches italienisches Subgenre des Thrillers, das von Mario Bava in den 1960ern begründet wurde und in den 1970ern seinen Höhepunkt hatte. Die Handlung dreht sich zumeist um die Aufdeckung einer Mordserie. In der Inszenierung werden vor allem detaillierte Mordszenen und Spannungsszenen durch stilvolle Kameraführung, Ausstattung und Musik betont.

Quelle: Wikipedia

Nachdem ich vor einigen Monaten den französischen Film „Amer“ gesehen habe, der als Hommage an die Giallo- Filme aus früheren Tagen gilt, war ich absolut begeistert von dessen Machart und den Giallo-typischen Stilmitteln.
Leider verlor ich das Genre dann wieder aus den Augen, bis ich vor einigen Tagen auf die Dario Argento- Filme gestossen bin. Die meisten gibt es in guter Qualität und mit tollen Extras auf Blu-ray/DVD beim Label Arrow Films aus Großbriatnnien.

In den nächsten Tagen startet hier Teil 1 des Specials mit dem Erstling von Argento „Das Gehmeinis der schwarzen Handschuhe“.

Hier schon mal der Trailer.