Der Pass – Staffel 1 [Review]

Eine Serie rund um einen mysteriösen Mord gepaart mit grandiosen Natur-Aufnahmen geht ja seit „True Detective“ irgendwie immer. Dennoch ging „Der Pass – Die rote Jahreszeit bricht an“ , das bereits im Jahr 2019 auf Sky lief, voll an mir vorbei und weckte jetzt erst mit der zweiten Season das Interesse bei mir.

Und die Serie geht auch richtig gut los…so findet man an der deutsch-österreichischen Grenze in den Bergen eine Leiche in einer seltsamen Pose, die die Neugier beider Länder auf sich zieht. Wobei die deutsche Ermittlerin Ellie Stocker wesentlich engagierter an die Sache rangeht als ihr österreichischer Kollege Gedeon Winter. Dieser ist nämlich ganz froh als sich abzeichnet, dass die deutsche Polizei hier die Verantwortlichen sind. Als dann jedoch weitere Morde geschehen, wird auch er wieder mit in die Sache involviert und so gründet man eine gemeinsame Einheit für die Ermittlungen gegen den mysteriösen Serienmörder, der unter anderem als Krampus eines seiner Opfer aufgesucht hat.
Können Winter und Stocker den Krampus-Killer finden? Und warum tötet dieser seine Opfer auf so grausame Art und Weise?

Die erste Staffel von „Der Pass“ gefiel mir insgesamt gesehen recht gut. Inhaltlich wird der Spannungsbogen eine lange Zeit aufrecht erhalten, so dass man ordentlich mitermitteln kann. Dennoch muss man sagen, sind einige Taten und Handlungen so extrem konstruiert, dass einem die Blödheit des Agierens manchmal schon echt weh tut. Das betrifft leider vor allem die ermittelnde Ellie Stocker, deren Schauspielerin – Julia Jentsch – leider auch nicht wirklich überzeugen kann. Vor allem in emotionaler Hinsicht war das ein Total-Aufall, denn egal was gerade passiert, Frau Stocker bzw. Jentsch quittiert das mit dem immer gleichen Gesichtsausdruck. Schade!

Auch hätte ich mir vor allem zu Gedeon Winter noch ein paar mehr Hintergrund-Infos gewünscht. Was in seiner Vergangenheit passiert ist, wäre definitiv auch spannend gewesen.

In Sachen audiovisueller Gestaltung kann man hier den oben schön erwähnten Vergleich zu „True Detective“ ziehen. Die Kamera fängt immer wieder beeindruckende Bilder der Alpen und der Natur ein, was meist von einem tollen Soundtrack untermalt wird. Großes Kino für eine (deutsch-österreichische) TV-Serie. Apropos: „Der Pass“ basiert auf einer schwedisch-dänischen Produktion namens „Die Brücke“ von der es schon zahlreiche andere Ableger, u.a. aus den USA und Malaysia, gibt.

Erschienen ist die achtteilige Sky-Produktion „Der Pass“ beim Label Eye See Movies, das mir freundlicherweise auch dieses Muster zur Verfügung gestellt hat. Die beiden Blu-rays befinden sich dabei in einem Digipack samt Booklet mit Infos zu Dreharbeiten, Schauspieler*innen und den Folgen. Sehr kurios: die Dialoge der Österreicher sind standardmäßig untertitelt, zum Glück kann man diese Untertitel aber im Menü deaktivieren.

Aktuell läuft Staffel 2 von der „Der Pass“ auf Sky. Wann hier mit einer Heim-Auswertung zu rechnen ist, steht noch nicht fest.

Review: Para – Wir sind King Staffel 1

Aufmerksame Leser*innen meines Blogs wissen: ich liebe „4 Blocks“! Die Serie rund um die libanesische Familie Hamady und ihre Drogengeschäfte gehört zu meiner absoluten Serien-Favoriten in den letzten Jahren und dementsprechend schade fand ich den Abschluss mit Season 3. Doch nicht verzweifeln…es gibt Nachschub und zwar in Form von „Para – Wir sind King“.

Die Serie stammt von den Machern von „4 Blocks“ und auch vor der Kamera geben sich einige Figuren aus der „Vorgänger“-Serie die Ehre. Doch inhaltlich geht es hier in eine andere Richtung, denn wir begleiten die vier Freudinnen Hajra, Fanta, Jazz und Rasaq aus dem Berliner Stadtteil Wedding. Nach einer durchzechten Nacht finden diese bei ihrem Stamm-Dealer niemanden vor, die Wohnung ist verwüstet und verlassen. Eine Tüte Kokain erregt aber Hajras Aufmerksamkeit, die sich von deren Verkauf zumindest die Lösung einiger finanzieller Probleme verspricht. Und was zunächst ganz gut läuft, wird schon nach wenigen Tagen zu einer lebensbedrohlichen Situation. Denn nicht nur der Dealer will seine Ware wieder zurück…

Mehr sei zur ersten Staffel von „Para – Wir sind King“ nicht verraten, den Rest müsst ihr schon selber schauen. Die sechs Folgen sind leider wieder viel zu schnell rum und haben mich wirklich gut unterhalten. Neben vielen spannenden Momenten nimmt sich die Serie auch viel Zeit für ihre Hauptfiguren und erklärt deren Hinter- und Beweggründe. Wie auch schon bei „4 Blocks“ ist das alles sehr hochwertig gefilmt, leider legt man keinen so großen Fokus mehr auf den Soundtrack. Da hoffe ich für eine zweite Staffel wieder auf mehr gute Beats…

„Para – Wir sind King“ ist ab dem 01.Juli 2021 auf DVD und Blu-ray bei Eye See Movies erhältlich. Dankenswerterweise wurde mir ein Exemplar der Blu-ray-Version vom Vertrieb zur Verfügung gestellt. Diese beinhaltet zwei Disc, die in einem schicken Digi stecken. Dazu gibt es ein Booklet mit Informationen zu den Episoden und den Hauptfiguren. Auch ein paar Extras haben es auf die Discs geschafft, unter anderem gibt es eine 45-minütige Doku und Behind the Scenes-Material. Alles in allem ein schönes Gesamtpaket mit einem kleinen Schönheitsfehler…denn überall wird eine Laufzeit von sechs Stunden für die Serie angegeben, die Folgen dauern aber immer nur 45 Minuten.