#Japanuary 2019 Film 6 – A Thousand & One Nights

Wasserverkäufer Aldin wittert auf dem Basar in Bagdad sein großes Geschäft. Doch leider springen die mordernen Städter nicht auf seine Ware an so dass er sich gelangweilt zu einer Sklavenauktion begibt. Dort verliebt er sich Hals über Kopf in die schöne Milliam, die er sich aber nicht in seinen kühnsten Träumen lesiten könnte. Schnell steigen die Gebote in Tausender Schritten und als sich der Sohn des lokalen Polizeichefs schon über die neue Frau an seiner Seite freut, brennt Aldin mit ihr durch.
Nach einer gemeinsamen Nacht werden die beiden Liebenden aber doch festgenommen. Während Milliam in den Haremsdienst des Polizeichefs tritt, beginnt für Aldin eine wundersame Reise. So muss er sich gegen eine Insel voller schlängelnder Schonheiten zur Wehr setzen und gegen Riesen kämpfen. Nach Jahren der Irrfahrt kehrt er nach Bagdad zurück und macht sich auf die Suche nach der Liebe seines Lebens.

 

Osamu Tezuka, der im vergangenen Jahr 80 Jahre alt geworden wäre, setzte sich mit Titeln wie „Kimba“ oder „Astro Boy“ ein Denkmal und gilt als Gott des Manga. Neben seinen klassischen Werken die von Fantasy über Sci-Fi bis Thriller reichten, widmete er sich in einer kurzen Schaffensphase auch einigen erotisch-angehauchten Animefilmen.
Unter dem Titel Animerama erschien ab Ende der 1960er eine Trilogie, die aus den Filmen „A Thousand & One Nights“, „Cleopatra“ und „Belladonna of Sadness“ besteht. Vor allem letzterer Film ist im Westen recht bekannt und ein Meisterwerk aus psychedlischen Szenen, aquarellartigen Bildern und doppeldeutiger Symbolistik. Mit der Qualität der Sage um Belladonna kann dieses Werk nicht ganz mithalten. Denn mit seinen 130 Minuten Laufzeit ist der Film mindestens 45 Minuten zu lang und kann erzählerisch schlicht nicht über die komplette Dauer unterhalten. Zwar laufen viele Handlungsstränge, die anfangs seltsam wirken, am Ende doch noch schlüssig zusammen, aber eine flottere Inszenierung hätte dem Film einfach gut getan.
Denkt man an Erotik und Anime, kommen einem doch zunächst Tentakel und anderes Hentai-Gedöns in den Kopf. „A Thousand & One Nights“ ist bei weitem nicht so explizit, hat aber schon einige Szenen, die sehr  doppeldeutig eindeutig sind. Generell ist die Inszenierung des Films aber nichts alltägliches. Seien es der Einstieg mit psychedelischen Rock- und Jazzklängen oder immer weider eingestreute Aufnahmen von Modellen(zum Beispiel beim Panorama von Bagdad), der Film sieht einfach besonders aus. Auch die Animationen der Figuren und deren Gestik und Mimik befinden sich auf einem cartoon-igeren Level als vergleichbare japanische Werke aus dieser Zeit. Ein spannendes Stück Animations-Geschichte bei dem eine einmalige Sichtung ausreicht.

 

6,5/10

 

 

„A Thousand & One Nights“ gibt es mittlerweile auch in Deutschland zusammen mit den anderen oben genannten Filmen. Diese Box ist bei Rapid Eye Movies erschienen. Ich habe den Film auf der britischen Blu-ray von Third Window Films gesehen, die zusammen mit der Disc von „Cleopatra“ in ein Set gepackt wurde. Neben einem schönen Schuber und Wendecover mit den beiden Kinoplakaten, bekommt man außerdem ein recht schmales Booklet dazu. Dieses ist optisch aber leider kein wirklicher Hinkucker!
Von der Bildqulität der Filme darf man nun auch kein HD-Wunderwerk erwarten. Zwar wurden die Filme direkt von Tezuka Productions restauriert, dennoch ist das Bild nicht ganz frei von Schmutz und Kratzern.

#Japanuary 2019 Film 5 – Orgies of Edo

Japan zu Zeiten der Genroku-Ära zum Ende des 17.Jahrhunderts. Der Mediziner Gentatsu sieht sich immer wieder mit allerlei besonderen Fällen und deren Geschichte konfrontiert. Während er den sozialen Abstieg der Prostituierten Oito mitverfolgen muss, soll er außerdem die abartigen Gelüste einer Frau kurieren, die nur mit entstellten oder körperlich beeinträchtigten Männern Lust empfinden kann.
Sein letzter Fall führt ihn dann in ein Schloss, in dem der sadistische Besitzer mit seinen Haremsdamen allerlei krude Spielchen treibt, sie zum Beispiel von Stieren jagen lässt oder sie komplett in goldene Farbe hüllt.

 

„Orgies of Edo“ stammt, wie auch schon „Blind Woman’s Curse“, ebenfalls von Teruo Ishii und lässt den Betrachter sicherlich erst einmal sprachlos zurück. Denn während der Film mit der ersten Geschichte noch relativ harmlos anfängt, brennen sich einige Bilder und Szenen aus den beiden anderen Episoden direkt in den Sehnerv des Zuschauers ein.
Aber so sind Werke des Ero Guro-Genres eben. Erotisch angehaucht, gleichzeitig aber auch grotesk und manchmal auch abstoßend. Ishii hat vor und nach „Orgies of Edo“ noch andere Filme in diese Richtung gedreht, so zum Beispiel „Horrors of  Malformed Men“ oder die „Tokugawa“-Reihe.

Auch wenn ich den abseitigen Film wirklich mag, konnte mich „Orgies of Edo“ nicht so ganz mitreißen. Sicherlich hat er seine Momente, besonders Epsiode 3 finde ich wirklich sehenswert, aber in einigen Szenen hat er einem dann doch ganz schön auf den Magen geschlagen. Aber damit hat er wohl seine Wirkung auch voll und ganz erreicht…Dennoch bevorzuge ich aus dieser Zeit des japanischen Films dann eher die Werke des Pinky Violence-Genres, da diese meist etwas lockerer inszeniert und nicht ganz so derbe sind.

 

6,5/10

 

 

„Orgies of Edo“ erschien erst vor kurzem über das britische Label Arrow Video auf Blu-ray. Neben einem schicken Wendecover mit einem wirklich sehenswerten Motiv von Arrow, bekommt man als Besitzer der Disc außerdem mal wieder ein recht informatives Booklet dazu. Auch auf der Disc selbst ist mit einem ausführlichen Interview von Patrick Maccias über Ishiis Filme ein wirklich toller Beitrag vorhanden.
In Deutschland erschien der Film unter dem Titel „Tokugawa III – Im Rausch der Sinne“ zwar auf DVD, diese ist aber lediglich ein Bootleg. Früher gab es den Film auch einmal auf VHS.

Filmlogbuch Nr.90- Love 3D

Als der Filmstudent Murphy am Neujahrsmorgen einen Anruf der Mutter seiner Ex-Freundin Electra bekommt, ist die Aufregung groß. Denn sie ist wohl schon seit einigen Monaten spurlos verschwunden und war zuletzt immer mehr in die Drogenszene abgerutscht.
Da Murphy immer aber immer noch Gefühle hegt, unternimmt er erste Schritte, sie zu finden. Zum Ärger seiner aktuellen Freundin Omi, mit der er auch ein gemeinsames Kind hat. Und die früher ein Teil einer Dreiecksbeziehung mit Murphy und Electra war…

Gaspar Noes Filme sind ein Schlag in die Magengrube. Egal, ob er bei „Irreversible“ eine minutenlange Vergewaltigungsszene zeigt oder den Zuschauer bei „Enter The Void“ auf einen unglaublichen Trip nimmt, leicht verdaulich sind seine Filme definitv nicht.
Auch „Love 3D“ bildet hier keine Ausnahme. Mit fast 140 Minuten Laufzeit ist der Film alles andere als kurz für einen Film mit solch einer Thematik und auch hier entspinnt sich eine magische Wirkung aus Musik und Bildern, die den Zuschauer mit sich reißt.
In den Medien war „Love 3D“ hauptsächlich Gesprächsthema, da die enthaltenen Sexszenen sehr explizit sind und alles zeigen. Doch sind die Szenen hier weniger drastisch als z.B in einem „Nymphomaniac“, sondern sind durchaus erotisch inszeniert. Besonders der, alles auslösende Dreier ist sehr sinnlich und definitv das Heißeste was es in einem Film in den letzten 15 Jahren zu sehen gab. Aber auch die typischen Gewalt-Ausbrüche und die depressive Grundstimmung entsprechen dem Noe’schen Filmemachen.
Besonders hervorheben möchte ich noch einmal den Soundtrack, der ale möglichen Stilrichtungen mit sich bringt und Songs von Salem, Daft Punk oder Pink Floyd enthält.

8/10 Punkte

Trailer

„Love 3D“ ist letzten Monat in Deutschland auf DVD, Blu-ray und in einer Special Edition erschienen. Die SE ist ein Mediabook mit DVD und Blu-ray des Films und enthält natürlich auch die 3D-Fassung. Dazu gibt es ein Filmposter und ein sehr informatives Booklet, das vom Filmmagazin „Deadline“(sehr empfehlenswert!!) zusammengestellt wurde.

Filmlogbuch Nr.86- Die letzte Nacht des Boris Gruschenko

Russland im 19.Jahrhundert: Napoleon befindet sich auf dem Durchmarsch durch Europa und versetzt den Kontinent in Angst und Schrecken. Als Boris Gruschenko seiner Cousine Sonja seine Liebe gesteht, diese ihn jedoch verschmäht, sieht er keinen Sinn mehr im Leben und meldet sich waghalsig zum Dienst in der Armee.
Durch einen wirklich dummen Zufall wird er zum Kriegshelden und kehrt nach Hause zurück, wo ihm seine geliebte Cousine doch ihr Herz verspricht. Aber nur, wenn er Napoleon in einem Attentat zur Strecke bringt.

Zunächst war ich mir bei dem Film nicht sicher, wo er hin will, hat mich jedoch von Minute zu Minute mehr überrascht. So bringt Woody Allen wieder seine typischen, wiederkehrenden Elemente(Sex, Liebe, Tod…) in einem Historienfilm unter und erschafft somit eine unglaublich unterhaltsame Komödie.

7/10 Punkte

Trailer

Auch diese DVD besitze ich in der Woody Allen Collection. Extras sind auf der Disc außer dem Kinotrailer nicht vorhanden.

Filmlogbuch Nr.69- Was Sie schon immer über Sex wissen wollten…

In sieben Epsioden behandelt Woody Allen hier alle relevanten Fragen zum Thema „Sex“: Wirken Aphrodisiaka? Ist Sodomie schädlich? Sind Transsexuelle schwul? Wie verlässlich sind die Forschungsergebnisse zum Thema? Und und und…

„Was Sie schon immer über Sex wissen wollten…“ war einer meiner ersten Woody Allen- Filme. Der lief damals häufiger im Ersten oder Zweiten spätabends an Samstagen.
Hier zeigt sich das größte Problem, welches Epsiodenfilme häufiger haben: die Qualität der einzelnen Abschnitte schwankt stark. So gibt es einige wirklich lustige Folgen wie zB über den notgeilen Hofnarr, das Schaf Daisy oder die Monstertitte, aber dafür auch ziemlich miese Stories.

6,5/10 Punkte

Auch hier habe ich die DVD des Films aus der Woody Allen Collection gesehen. Und ebenso gibt es hier keine Extras außer dem Kinotrailer.