#Japanuary 2022 Film 1 – The Great Yokai War

Ihr wisst was los ist…im Januar ist #Japanuary-Zeit! Es gilt also mal wieder acht Filme aus dem Land der aufgehenden Sonne zu sichten und diese zu besprechen. Den Anfang macht in diesem Jahr „The Great Yokai War“ von keinem geringeren als Takashi Miike.

Anfang der 2000er hatte der japanische Film eine echte Hochphase in Deutschland, was unter anderem auch Mister Miike geschuldet war, der sich mit „Audition“, „Dead or Alive“ und „Gozu“ einen gewissen Ruf erarbeitet hatte. Seine Filme versprachen viel Gewalt, nackte Haut und Yakuza mit dicken Eiern. Umso verwirrter war für mich die damalige Ankündigung, dass er mit „The Great Yokai War“ nun einen Kinderfilm machen würde. Miike und Kids?!?! Das wollte so gar nicht zusammenpassen, aber – und so viel kann man vorab verraten – der Film ist eine echte Überraschung.

Der junge Tadashi ist mit seiner Mutter aufs Land gezogen, da diese sich von ihrem Mann getrennt hat. Nun wohnen die beiden also bei dem seltsamen Großvater, Tadashi vermisst aber sowohl seine Schwester in Tokyo und kommt außerdem in der Schule so gar nicht klar. Als er eines Tages bei einem Dorffest aber zum Kirin Rider ernannt wird und das Dorf beziehungsweise ganz Japan plötzlich von einer finsteren Schar an Dämonen bedroht wird, nimmt er all seinen Mut zusammen und stellt sich der Herausforderung. Hilfe bekommt er dabei von einigen Yokai, japanischen Geisterwesen, die dem Schurken eigentlich als Futter für seine diabolische Maschine dienen sollen.

„The Great Yokai War“ ist von Minute 1 an ein unterhaltsames Abenteuer für Jung und Alt. Auch wenn sich Miike inhaltich hier schon sehr auf die jüngere Zuschauerschaft konzentriert hat, gibt es doch so einige gruselige und brutale Momente. Und auch in sexueller Hinsicht gibt es die ein oder andere subtile Szene, zum Beispiel mit der Flussgöttin Kawahime oder Chiaki „Gogo“ Kuriyama. Miike schafft es also seine Elemente für die er berühmt und berüchtigt ist, auch in einem Kinderfilm unterzubringen. Ein echter Regie-Gott!

Ganz hervorragend sind aber auch die unterschiedlichen Yokai gelungen. Wenn man für die fantasievollen Geisterwesen nur ein bißchen was übrig hat, wird man hier seinen Spaß haben. Egal ob scheinbar nutzloser Bohnenzähler, der einbeinige Regenschirm oder der klassische Kappa…das ist schon großes Kino. Ja, der ein oder andere Effekt sieht mal nicht ganz so professionell aus und wirkt schlecht gealtert, vor allem bei CGI-Monstern, aber darüber kann man meist gut hinwegsehen.

„The Great Yokai War“ macht über seine zwei Stunden Laufzeit durchgehend Spaß und gefällt mit seinen skurrilen Einfällen und vor allem den vielen verschiedenen Yokai. Humor, Spannung, Abenteuer…fast fühlt man sich an eine japanische Variante von „The Goonies“ erinnert…nur mit Kappas und feuchten Fluss-Prinzessinen…und epischer!
Wer sich nun auf die Suche nach dem Film begeben möchte: in deutscher Sprache gibt es „The Great Yokai War“ nur auf DVD und das auch nur noch in gebrauchter Form. Ansprechend präsentiert wird der Film aber in der neuen „Yokai Monsters Collection“ von Arrow Video. Dort gibt es neben Miikes Werk auch noch die drei Filme „100 Monsters“, „Spook Warfare“ und „Along with Ghosts“ aus den späten 60er Jahren. Obendrauf beinhaltet die Box neben massig Extras auf Disc auch noch einen Yokai Guide und ein kleines Büchlein mit Infos zu den Filmen und einigen Yokai-Artikeln. Darunter unter anderem einer über Mangaka Shigeru Mizuki, der auch in „The Great Yokai War“ als einer DER Zeichner thematisiert wird, wenn es um Yokai geht.

#Japanuary Film 5 – Visitor Q

Kiyoshi Yamazaki lebt in einer sehr verkorksten Familie. Während seine Tochter ihren minderjährigen Körper verkauft, lebt der gemobbte Sohn seine Aggressionen an der Mutter aus. Diese weiß sich nicht zu helfen und betäubt ihren Schmerz mit Drogen. Aber auch diese wollen bezahlt werden und somit muss auch sie sich für körperliche Dienste verkaufen.
Als Kiyoshi eines Tages von seinem Job als erfolgloser Fernsehreporter nach Hause fahren möchte – übrigens hat er gerade erst mit einer Tochter geschlafen und das auf Kamera festgehalten – wird er von einem Unbekannten niedergeschlagen. Dieser lebt ab da zusammen mit der Familie Yamazaki und wirft deren Leben ganz schön durcheinander.

Durch meine Leidenschaft für Anime und Manga kam ich in den späten Neunzigern natürlich auch irgendwie zum japanischen Film. Beim Onlineshop Adrenafilm bestellte ich mir dann Jahre später meine ersten DVDs und zwar „Battle Royale“ und „Visitor Q“. Zwar war mir dessen Regisseur Takashi Miike bereits namentlich bekannt, allerdings war ich noch nicht in den Genuss eines Films von ihm gekommen. Und da war also mein erster Miike, „Visitor Q“! Sicherlich eines der schrägsten Werke um sich mit dem Regisseur bekannt zu machen und das merkt man bereits in den ersten Minuten.
Und soll ich euch was sagen? Es wird nicht besser. Der Film ist seltsam, skurril und verstörend. Miikes Studie der japanischen Familie ist außerdem erschreckend und in einigen Parts auch echt ein bißchen eklig, aber faszinierend. Auch heute hat der Film noch eine krasse Wirkung und hat mich ähnlich verstört wie bei der Erstsichtung.

7/10 inzestuösen Mobbern

 

„Visitor Q“ gibt es in Deutschland auf DVD von Rapid Eye Movies, ist mittlerweile aber nur noch gebraucht zu haben. Auch hier gab es mehrere Auflagen, unter anderem in der Edition Asien oder einer Miike-Box. In Sachen Extras sieht es leider auch recht mau aus, außer dem Trailer enthalten die VÖs leider nichts.

#Japanuary Film 2 – Like A Dragon

Der ehemalige Yakuza Kazuma Kiryu wurde gerade aus dem Knast entlassen, doch schon stellen sich ihm wieder einige Probleme in den Weg. So trachtet ihm sein ehemaliger Partner Majima nach dem Leben, außerdem läuft ihm die kleine Haruka über den Weg, die nach ihrer Mutter sucht. Als wäre das nicht schon genug  macht auch noch ein kleinkriminelles Pärchen das fiktive Viertel Kamurocho unsicher und ein koreanischer Killer will alte Rechnungen begleichen.

„Like A Dragon“ ist ein Film von Takashi Miike und die Videospiel-Verfilmung zu „Yakuza“(oder „Ryu Ga Gotoku“ wie man es in Japan kennt). Als großer Fan dieser Reihe, eine Liebeserklärung an „Yakuza 0“ findet ihr hier, war es natürlich Pflichtprogramm für mich, diesen Film zu sichten. Das erste Mal sah ich den Film jedoch ohne Bezug zu den Spielen und verstand eigentlich nur Bahnhof. Denn leider reiht Miike hier einfach Ereignisse aus dem ersten Teil der Reihe aneinander, führt Figuren kaum oder gar nicht vernünftig ein und garniert diese mit ein paar netten Verweisen auf die Games. Das war’s!
Nachdem ich die Serie nun sehr gut kenne und jeden Teil der Hauptreihe gespielt habe, schmerzt der Film aber umso mehr. Das beginnt bei den uncharismatischen Figuren, die leider nicht im entferntesten an ihre Vorlagen erinnern und zieht sich über die chaotische Erzählweise bis hin zu einem Finale, das maximal ok ist. Ein Spiel von gut 10 Stunden Länge in einen Spielfilm mit 104 Minuten Laufzeit zu packen, ist eben nicht gerade sinnvoll.
In der Theorie hätte aus dem Film auch ein echtes Meisterwerk werden können. Denn sowohl Takashi Miike als auch die Videospiel-Vorlage sind bekannt für ihre Verrücktheiten und nehmen sich nicht allzu ernst. Und wer kann bessere Yakuza-Filme als Miike-sensei? Gut…ok…Takeshi Kitano, ich weiß. Doch wenn eben alles nach einem schlechten Fanfilm von noch schlechteren Cosplayern aussieht, hilft da auch der Name Miike nicht viel. Sehr schade!

 

4/10 Faustschlägen

 

 

„Like A Dragon“ erschien bereits im Jahr 2009 beim deutschen Label Eye See Movies und das sogar in zwei Varianten. Neben einer normalen Keepcase-Version mit einer Disc gibt es auch eine Deluxe Edition im Digipack mit zwei DVDs. Disc 2 enthält dabei einen Kurzfilm, der als Prolog zum Hauptfilm dient und knapp 43 Minuten läuft.
Loben muss man an dieser Stelle die Qualität der DVD, die selbst auf modernen 4K-TVs eine sehr gute Bildqualität hat. Nicht selbstverständlich für eine zwölf Jahre alte DVD.
Jedem der etwas mit Japan anfangen kann und nicht „Call of Duuty“-abhängig ist, muss ich hier noch einmal die Videospiele zu „Yakuza“ empfehlen. Glücklicherweise kann man dank „Kiwami“-Neuauflagen und dem bald erhältlichen Remaster-Set mit Teil 3 bis 5 mittlerweile alle Serienteile(außer den beiden Mittelalter- und dem Zombie-Ableger) auf der PlayStation4 spielen. Man braucht halt etwas Zeit und Geduld. Einige der Teile sind schon recht redselig, belohnen aber mit tollen Storylines und noch besseren Nebenquests. Und dem unbezahlbaren Japan-Feeling.

#Japanuary 2018 Film 4 – Dead Or Alive

Ryuichi und seine Gang sind eigentlich ein paar Kleinganoven, die neben ihren kriminellen Aktivitäten auch noch einen Nachtclub betreiben. Doch dies langt der Truppe nicht und so überfallt man nicht nur einen Geldtransport, sondern legt sich auch noch mit den ansässigen Yakuza-Gruppierungen an. Als ihnen dann auch noch der Polizist Jojima auf die Spur kommt, wird es plötzlich unangenehm für Ryuichi und seine Entourage.

„Dead Or Alive“ war Anfang der 2000er mein erster Kontakt mit Takashi Miike und ließ mich ziemlich verstört zurück. Denn glaubt man anhand der Storybeschreibung einen normalen Yakuza-Film zu sehen, hauen den Zuschauer schon die ersten fünf Minuten von der Couch. Diese geben nämlich den verrückten Grundton des Film grandios wieder, neben allerlei nackter Haut gibt es nämlich auch viel Blut und skurrile Ideen.
Dazu kommt ein Cast, der mit Riki Takeuchi, Sho Aikawa oder Susumu Terajima großen Wiedererkennungswert hat, wenn man sich etwas mit dem japanischen Film befasst. Dieser hat auch einen großen Anteil an der hohen Qualität des Films und vermitteln den Wahnsinn der Geschichte recht gut.
Auch fast zwanzig Jahre nach der Erstveröffentlichung wirken viele der Effekte recht gut und einige der drastischeren Szenen haben ihre Wirkung nicht verloren. Da wird deutlich, was ein guter Filmemacher Takashi Miike ist…auch wenn ich nicht alle seiner Filme mag.

8/10 Punkte

„Dead Or Alive“ gibt es in Deutschland auf DVD und Blu-ray, letztere sogar im Mediabook für den schmalen Taler. In Großbritannien gibt es mittlerweile ein Set von Arrow Video, in dem alle drei Filme der Reihe enthalten sind. Dazu gibt es ein informatives Booklet und bei der Erstauflage einen schönen Schuber. Wie üblich hat die Amaray ein Wendecover mit dem japanischen Originalmotiv des Films bzw. hat man hier noch einige Elemente von Teil 2 und 3 ergänzt.
Ich hab den Film auf der Blu-ray von Arrow gesehen, die visuell und akustisch absolut in Ordnung geht, wenn man das Alter des Films in Betracht zieht.

 

Filmlogbuch Nr.110- Battles Without Honour And Humanity

Kurz nach Ende des zweiten Weltkriegs leidet die japanische Bevölkerung immer noch unter der Niederlage und ist noch weit entfernt vom Wirtschaftswunder der folgenden Jahrzehnte. Der Ex-Soldat Shozo Hirono gerät auf dem Schwarzmarkt von Kure in einen Kampf und tötet dabei einen Menschen. Im Gefängnis lernt er schließlich ein Mitglied des Doi-Clans kennen und findet so den Einstieg in die Untergrundwelt der Yakuzas.

Fortan folgen wir Shozo Hironos Geschichte und Werdegang innerhalb der Yakuza-Familien rund um Hiroshima und bekommen sein Leben anhand der fünf Filme der Reihe „Battles Without Honour And Humanity“ aufgezeigt. Diese wurden vom Großmeister Kinji Fukasaku inszeniert, der u.a. für Filme wie „Battle Royale“, „Tora! Tora! Tora!“ oder den abgedrehten „Sternenkrieg im Weltall“ verantworlich war.
Die komplette Reihe ist in einem semi-dokumentarischen Stil erzählt, häufig erläutert ein Sprecher aus dem Off diverse Handlungsstränge oder es werden s/w-Fotos oder Zeitungsausschnitte gezeigt. Zugegebenermaßen ist die Reihe besonders am Anfang sehr verwirrend und anstrengend. Erst mit Mitte des zweiten bzw. Anfang des dritten Teils hatte ich einen ungefähren Überblick über die verschiedenen Yakuza-Familien und wer in welcher Position steht.
Nicht zu Unrecht wird die Reihe(auch unter „The Yakuza Papers“ bekannt) mit den „Godfather“-Filmen von Coppola verglichen und meiner Meinung nach haben sie eine ebenso wichtige Stellung in der Filmgeschichte.

9/10 Punkte

Trailer

Die Filmreihe gab es komplett bisher nur in den USA und Japan für das Heimkino. In Deutschland brachte Rapid Eye Movies vor Jahren mal den ersten Teil auf DVD heraus, jedoch leider nicht die anderen vier Filme.
Wie so oft in den vergangenen Monaten zauberte jedoch Arrow Video aus England eine Collection aus dem Hut, die den Filmen absolut gerecht wird. In einer stabilen Box stecken alle fünf Filme(alle samt Wendecover mit japanischem Kinoplakat) plus einem sehr informativen Buch, das auf die Geschichte des Yakuza-Films eingeht. Ein kleines Highlight ist jedoch der Zusammenschnitt der fünf Teile, der mit 224 Minuten so bisher nicht außerhalb Japans zu sehen war.
Alle Filme sind sowohl auf Blu-ray als auch auf DVD enthalten und können mit einer sehr guten Bildqualität überzeugen.

Filmlogbuch Nr.105- Gozu

Minami hat einen Auftrag: er soll seinen Yakuza-Kollegen Ozaki zur Müllhalde in Nagoya bringen, wo der Clan-Boss plant, ihn umbringen zu lassen.
Denn Ozaki ist eine Gefahr für die eigene Gruppe geworden. So sieht er in einem harmlosen Chihuahua einen „Yakuza-Killerhund“ und erschlägt den Hund ziemlich spektakulär auf offener Straße.
Also fährt Minami mit ihm Richtung Nagoya. Auf dem Weg dorthin kommt Ozaki aber ums Leben und als Minami mit ihm ankommt, verschwindet auch noch die Leiche aus dem offenen Cabrio.
Auf der Suche nach der verschwundenen Leiche trifft Minami auf zahlreiche, seltsame Gestalten, die ihn in die Irre führen wollen. Und auch als er Ozaki wieder findet, erwartet ihn ein ziemlich seltsames Schauspiel.

„Gozu“. Ein weiterer Film von Takashi Miike hier auf meinem Blog und wieder einmal ein sehr seltsamer Film. Denn ein Wort verbinde ich relativ stark mit dem Yakuza-Drama: „ratlos“. Denn so fühlte ich mich nach den kanpp 130 Minuten, in denen so oft nichts passiert, aber dafür dann wieder in zwei Minuten so viel Skurriles, dass manch ein Regisseur damit locker zwei Stunden füllen könnte.
Dafür hat er aber die tolle, beklemmende und besondere Atmosphäre, mit denen ich Takashi Miike-Filme kennengelernt habe. Und das hat mir ziemlich gut gefallen.
Wer kein Die Hard-Fan von Miike ist, muss den Film aber nicht gesehen haben. Dafür ist er dann doch zu unaufgeregt.

6/10 Punkte

Trailer

„Gozu“ gibt es in Deutschland auf DVD von I-On, aber auch in einr schicken Edition von Midori Impuls. Diese erschien in Hartboxen, die es mit fünf verschiedenen Covern gibt und die jeweils nur in einer sehr kleinen Auflage erschienen sind. Teilweise sind diese schon OOP.
Bei der Disc handelt es sich aber um die gleiche Scheibe, wie von I-On.

Filmlogbuch Nr.102- Yakuza Apocalypse

Yakuzaboss Kamiura hat ein Geheimnis. Denn der, von den Bürgern geschätzte Kopf der Bande ist in Wirklichkeit ein Vampir. Als er eines Tages in einen Hinterhalt gerät wird er getötet. Auch sein Lehrling Kageyama kann das nicht verhindert und kommt ihm zu spät zur Hilfe. Doch plötzlich erwacht Kamiuras Kopf wieder zum Leben und beißt Kageyama in den Hals. Auch er wird also zum Vampir und steht fortan auf der Abschussliste der Mörder seines Bosses.

„Yakuza Apocalypse“ klingt nicht nur ziemlich abgefahren, sondern wurde auch so inszeniert. Man könnte fast meinen, dass der Film von Sion Sono inszeniert wurde, stammt aber vom Altmeister Takashi Miike.
Und genau da beginnt mein „Problem“ mit dem Film. Denn die Werke des Regisseurs lassen sich bei mir ganz klar einteilen in großartige Meilensteine des (japanischen) Kinos und ganz großem Käse. Und die Vampir-Mafia-Sage gehört leider zu Letzterem.
Sind die Ideen noch schön abgefahren und einige der Charaktere wirkliche Knaller, ist der Film viel zu langatmig und undynamisch inszeniert.
Da können auch Gastauftritte von Yaya Ruihan, der schon aus den beiden „The Raid“-Teilen bekannt ist, nicht viel helfen. Ziemlich schade!

4/10 Punkte

Trailer

„Yakuza Apocalypse“ erschien erst vor kurzer Zeit in Deutschland auf DVD und Blu-ray. Extras sind nicht viele vorhanden, dafür ist das Behind the Scenes-Feature mit 60 Minuten recht umfangreich.

Filmlogbuch Nr.30- Audition

Der Witwer Aoyama ist auf der Suche nach einer neuen Frau. Doch so recht weiß er nicht, wie und wo er eine kennenlernen soll. Schließlich muss diese auch hohe Ansprüche erfüllen und seiner verstorbenen Frau mindestens ebenbürtig sein.
Sein Freund, ein Filmproduzent, kommt auf die Idee, ein Fake-Casting zu veranstalten und so Aoyamas Traumfrau zu finden.
Und prompt wird er in der mysteriösen Schönheit Asami Yamazaki fündig. Er verliebt sich Hals über Kopf und schmiedet schon Hochzeitspläne.
Doch irgendwas scheint nicht zu stimmen. Die von ihr gemachten Angaben beim Casting stimmen nicht und ihre Vergangenheit ist nicht wirklich nachvollziehbar.

„Audition“ war 1999 der große internationale Durchbruch für Takashi Miike und auch für mich eine der ersten Begegnungen mit dem japanischen Kult-Regisseur(zusammen mit dem ähnlich seltsamen „Visitor Q).
Beginnt der Film noch ruhig und besonnen, dreht er spätestens nach einer Stunde in eine komplett andere Richtung und wird zu einer Horror- Lovestory, die man nicht so schnell vergisst. Bei meiner ersten Sichtung vor über zehn Jahren ließ mich der Film ziemlich ratlos zurück und ich war mehr abgestossen als fasziniert.
Doch nach Jahren filmischen Reifens habe ich den Film jetzt (hoffentlich) verstanden und kann den Kultstatus absolut verstehen.
Die besondere Stärke liegt bei „Audition“ vor allem im Aufbau der bedrohlichen Stimmung, die den Film von Minute zu Minute unerträglicher werden lässt. Irgendwann weiß man, dass da irgendwas nicht stimmt und es vermutlich nicht auf ein Happy End hinauslaufen wird.
Hervorzuheben ist auch noch die schauspielerische Leistung von Eihi Shiina, die die Femme Fatale perfekt mimt und hier wohl ihr Meisterstück abgeleifert hat(und das mit ihrem Schauspiel- Debüt!!).
Miikes Kultfilm ist definitv einer meiner Lieblingsfilme von ihm. Was nicht selsbtverständlich ist, denn er schafft es doch immer wieder für einen guten Film mindestens drei schlechte Filme zu machen. Aber zu Miike mal an anderer Stelle mehr.

8/10 Punkte

Trailer

Rapid Eye Movies haben mir für dieses Review die erst kürzlich veröffentlichte Blu-ray netterweise zur Verfügung gestellt. Diese kommt(wie auch schon die anderen Blu-rays der Neuauflagen von REM) in einem schicken Schuber und beinhaltet zusätzlich noch ein Booklet. Das ist vollgestopft mit Infos zur Vorlage von Ryu Murakami und ist echt lesenswert.