#Japanuary 2021 Film 3 – Wicked City

Wenn man wie ich in den Anfangstagen von Anime und Manga in Europa aufgewachsen ist, gehörte es zum guten Ton sämtliche Veröffentlichungen von Manga Video UK auf VHS zu kaufen. So kam man nicht nur in den Genuss von Meisterwerken wie „Ghost in the Shell“ oder „Fist of the North Star“, hin und wieder bekam man auch Material in die Finger, was eigentlich nicht unbedingt altersgerecht war. Denn in den 80ern und frühen 90ern gab es auch unzählige Vertreter des hochwertigen Erwachsenenfilms auf Kassette, so unter anderem „Urotsukidoji“ oder „Adventure Kid“.

Diese Filme und Serien stachen vor allem mit ihrem hohen Anteil an nackter Haut gepaart mit deftigen Horror-Einlagen aus der Masse heraus und waren somit besonders interessant. Einer dieser Vertreter war auch „Wicked City“, der schon mit seinem geheimnisvollen Cover zum Kauf animierte. Die Geschichte rund um die Welten der Menschen und der Dämonen, die regelmäßig ihren Friedensvertrag erneuern, wirkt auf dem ersten Blick unspektakulär, gefällt aber vor allem mit seiner Inszenierung. Denn dank des starken Einsatzes von Schatten und dazu dem starken Kontrast mit Blau- und Rottönen, wirkt der Anime nochmal ganz anders als vergleichbare Werke von damals.

Die beiden Protagonisten Taki und Makie müssen in „Wicked City“ den Vermittler bei den Friedensverhandlungen, Giuseppe Mayart, beschützen, der den beiden das Leben aber alles andere als einfach macht. Denn der 200 Jahre alte Herr hat eigentlich nur eines im Sinn: den Besuch möglichst vieler Soaplands und die Bekanntschaft mit leichten Damen machen. Dass das natürlich seine Sicherheit gefährdet und die beiden Black Guards Taki und Makie vor keine leichte Aufgabe stellt, ist somit klar. Was folgt ist eine wilde Mixtur aus ein bißchen Sex, viel Blut, abgetrennten Körperteilen und einigen spannenden Twists.

„Wicked City“ wurde von keinem geringeren als Yoshiaki Kawajiri inszeniert, der bei uns mittlerweile vor allem durch „Ninja Scroll“ bekannt sein dürfte. Der Horror-Anime entstand im Jahr 1987, ist aber für sein Alter auch heute noch erstaunlich gut anzusehen, vor allem das Artdesign, die Charaktere und Dämonen wissen zu gefallen. Selbiges kann man auch über die Musik sagen, vermutlich schwingt hier aber auch ein bißchen Nostalgie aus der Zeit mit, in der man stundenlang vor dem heimischen TV hing und eine Anime-VHS nach der anderen in den Player gesteckt hat.

„Wicked City“ habe ich in Form der Blu-ray aus England gesehen, die jüngst bei Manga Video erschienen ist. Ich habe mir dabei das Set mit dem anderen Kawajiri-Werk „Demon City Shinjuku“ gegönnt, das in einem stabilen Schuber steckt und unter anderem noch ein dickes Booklet und Postkarten zu den Filmen enthält. Ein lohnenswertes Set!

Ach ja, von „Wicked City“ gab es Anfang der 90er auch einen Realfilm aus Hong Kong. Dieser stammt von Peter Mak und soll auch sehr sehenswert sein. Ich werde bei Zeiten berichten…

8/10 Punkte

#Japanuary 2019 Film 5 – Orgies of Edo

Japan zu Zeiten der Genroku-Ära zum Ende des 17.Jahrhunderts. Der Mediziner Gentatsu sieht sich immer wieder mit allerlei besonderen Fällen und deren Geschichte konfrontiert. Während er den sozialen Abstieg der Prostituierten Oito mitverfolgen muss, soll er außerdem die abartigen Gelüste einer Frau kurieren, die nur mit entstellten oder körperlich beeinträchtigten Männern Lust empfinden kann.
Sein letzter Fall führt ihn dann in ein Schloss, in dem der sadistische Besitzer mit seinen Haremsdamen allerlei krude Spielchen treibt, sie zum Beispiel von Stieren jagen lässt oder sie komplett in goldene Farbe hüllt.

 

„Orgies of Edo“ stammt, wie auch schon „Blind Woman’s Curse“, ebenfalls von Teruo Ishii und lässt den Betrachter sicherlich erst einmal sprachlos zurück. Denn während der Film mit der ersten Geschichte noch relativ harmlos anfängt, brennen sich einige Bilder und Szenen aus den beiden anderen Episoden direkt in den Sehnerv des Zuschauers ein.
Aber so sind Werke des Ero Guro-Genres eben. Erotisch angehaucht, gleichzeitig aber auch grotesk und manchmal auch abstoßend. Ishii hat vor und nach „Orgies of Edo“ noch andere Filme in diese Richtung gedreht, so zum Beispiel „Horrors of  Malformed Men“ oder die „Tokugawa“-Reihe.

Auch wenn ich den abseitigen Film wirklich mag, konnte mich „Orgies of Edo“ nicht so ganz mitreißen. Sicherlich hat er seine Momente, besonders Epsiode 3 finde ich wirklich sehenswert, aber in einigen Szenen hat er einem dann doch ganz schön auf den Magen geschlagen. Aber damit hat er wohl seine Wirkung auch voll und ganz erreicht…Dennoch bevorzuge ich aus dieser Zeit des japanischen Films dann eher die Werke des Pinky Violence-Genres, da diese meist etwas lockerer inszeniert und nicht ganz so derbe sind.

 

6,5/10

 

 

„Orgies of Edo“ erschien erst vor kurzem über das britische Label Arrow Video auf Blu-ray. Neben einem schicken Wendecover mit einem wirklich sehenswerten Motiv von Arrow, bekommt man als Besitzer der Disc außerdem mal wieder ein recht informatives Booklet dazu. Auch auf der Disc selbst ist mit einem ausführlichen Interview von Patrick Maccias über Ishiis Filme ein wirklich toller Beitrag vorhanden.
In Deutschland erschien der Film unter dem Titel „Tokugawa III – Im Rausch der Sinne“ zwar auf DVD, diese ist aber lediglich ein Bootleg. Früher gab es den Film auch einmal auf VHS.

#Japanuary 2019 Film 2 – Blind Woman’s Curse

Als Akemi die Führung des Tachibana-Clans übernimmt und diesen aus belanglosen Gangkämpfen heraushalten will, stößt dies nicht bei allen Beteiligten auf Akzeptanz. Vor allem einer ihrer Untergebenen, Tatsu, hält nichts von dem eingeschlagenen Weg und verbündet sich deswegen mit dem feindlichen Azora-Clan. Deren Anführer Dobashi hat sich indes mit einer geheimnisvollen blinden Frau zusammengetan, die ihm beim Sturz der Tachibanas helfen will.

 

Meiko Kaji ist eine Göttin! Durch Filme wie „Sasori“ wurde sie unsterblich und zur Ikone des Pinky Violence-Kinos. In „Blind Woman’s Curse“ feierte sie im Jahr 1970 ihre Premiere als Hauptdarstellerin und verlieh dem skurrilen Mix aus Yakuza- und Horrorfilm den nötigen Glanz. Das Multitalent, neben zahlreichen Filmen hat sie nämlich aus Musikalben veröffentlicht, wertet einfach jeden Film schon allein durch ihre Anwesenheit auf.
Inszeniert wurde der Spaß von Teruo Ishii, der es wirklich großartig versteht, die Genres zu einem überzeugenden Film zu vermengen. Garniert mit tätowierten Yakuza-Frauen, verfluchten Katzen und zig übernatürlichen Elementen vergehen die 85 Minuten von „Blind Woman’s Curse“ wie im Fluge und lassen den Zuschauer ziemlich begeistert zurück. Da verzeiht man dem Werk auch einige billigere Effekte wie die Plüschkatze, die an einem Seil durch den Friedhof gezogen wird.

 

8,5/10

 

„Blind Woman’s Curse“ ist bei Arrow Video in Großbritannien in einer tollen Blu-ray/DVD-Kombo erschienen. Wie vom britsichen Label gewohnt, bekommt man hier nicht nur ein Wendecover sondern auch ein informatives Booklet präsentiert. Ein lohnenswertes Paket für Filmfans!

 

Des Zombies liebste Filme 2017 – Eine Top 10

Auch wenn das Jahr 2017 mit knapp 120 konsumierten Filmen und Serien wohl eines der schwächsten der vergangenen Jahre war, habe ich mal wieder ziemlich viel Zeit mit Blu-rays, DVDs oder Streams verbracht. Und da euch sämtliche Seiten zum Jahreswechsel ihre Top10 um die Ohren schlagen, will ich da natürlich auch mitmachen.
Beim Durchgehen meiner Liste bei der Ofdb ist mir aufgefallen, dass es dieses Jahr erschreckend wenig aktuelle Sachen aus Japan zu mir geschafft haben und wenn dann waren es hauptsächlich Anime-Serien. Irgendwie war der japanische Film im Jahr 2017 nicht ganz so gut. Hoffen wir mal auf ein besseres Jahr 2018, aber wenn ich mir da so einige Releaselisten von Thirdwindowfilms oder anderen Publishern anschaue, bin ich ganz zuversichtlich.

Nun aber zu meinen persönlichen Top10 des vergangenen Jahres und damit zu den unbestritten besten Filmen, die man einfach gesehen haben muss. Mein Wort ist hier Gesetz! Zu einigen wenigen Filmen werdet ihr hier auf meinem Blog ein Review finden, so z.B. „Gantz: O“.

10. „Girl with all the Gifts“
Auch wenn ich Zombiefilmen mittlerweile überdrüssig bin und mich nur ganz wenige Filme dieses Genres noch begeistern können, hat mich „Girl with all the Gifts“ einfach beeindruckt. Zum Glück entstaubt es das Genre aber auch ordentlich und erinnert von der Atmosphäre an das Videospiel „The Last of Us“.

9. „I Am A Hero“
Und gleich noch ein Zombiefilm hinterher. Basierend auf dem gleichnamigen Manga, der mittlerweile auch bei über 20 Bänden angekommen ist, begeistert auch dieser Zombiefilm mit einem frischen Ansatz und einem unverbrauchten Setting. Hinzu kommen einige gesellschaftskritische Aspekte und eine ordentliche Menge Blut. Top!

8. „A Cure for Wellness“
Einer der Filme, der sicherlich in die Kategorie „Style over Substance“ gehört, mit aber aufgrund der richtigen Horrorelemente(Zähne und mit Wasser gefüllte, enge Räume) einen ordentlichen Schauer über den Rücken gejagt hat. Großartig auch die Szene, in der Mia Goth zu Bilderbuchs „Spliff“ in der Bar tanzt.

7. „Guardians of the Galaxy Vol.2“
Superhelden-Filme sind mittlerweile ähnlich wie Zombiefilme leider etwas zu häufig vertreten, James Gunn zeigt mit dem zweiten Teil um die skurille Truppe aus Mensch, Baum oder Waschbär wie man eine spannende und innovative  Superhelden-Saga schafft.

6. „Your Name“
Makoto Shinkais Filme waren bei mir schon immer umstritten. Optisch fand ich die Sachen schon immer beeindruckend, die Geschichten haben mich meist nicht so vom Hocker gerissen. Der RomCom-SciFi-Mix „Your Name“ ist aber mit Sicherheit einer der besten Anime der letzten Jahre und für mich persönlich Shinkais Meisterwerk.

5. „Blade Runner 2049“
Filme von Denis Villeneuve können eigentlich nicht schlecht sein. Egal ob der wirre „Enemy“ oder Spannungshämmer wie „Sicario“ oder „Prisoners“, der Kanadier hat mittlerweile bewiesen, dass er es kann. „Blade Runner 2049“ war letztlich ein großartiges Zusammenspiel aus dem hämmernden Soundtrack, den tollen Bildern und einem guten Cast.

4. „Gantz: O“
Den CGI-Film habe ich schon ausführlich hier besprochen, letztlich ist es ein großer „Hirn aus, Spaß an“-Film mit absurdesten Actionsequenzen und tollem Artdesign.

3. „High-Rise“
Basierend auf dem gleichnamigen Buch ist diese Gesellschaftskritik ein fesselnder Thriller mit einer Bombastoptik und großartigem Soundtrack. Die vier Minuten Film zu Portisheads ABBA-Coverversion von „SOS“ sind vermutlich welche der besten 2018.

2. „Star Wars – Die letzten Jedi“
Ehrlich gesagt kann ich die viele Kritik nicht nachvollziehen, für mich ist Episode VIII die perfekte Fortführung von „Das Erwachen der Macht“. Sicher hätte ich mir auch einige Antworten erhofft auf Fragen des Vorgängers, aber es bleibt ja noch ein weiterer Teil Zeit dafür. Kylo Ren und Rey halte ich für ebenbürtige Charaktere wie damals Luke und Darth Vader.

1. „Train to Busan“
Im März kamen wir in Deutschland auch endlich in den Genuss von „Train to Busan“, der schon auf zahlreichen Festivals abgeräumt hatte. Und was soll ich sagen? Der koreanische Zombie-Hit hat auch mich nicht enttäuscht. Zwar ist er etwas blutarm, dafür gibt es ein gelungenes Setting und viele frische Ansätze, die die verstaubten West-Zombies alt aussehen lassen.

Filmlogbuch Nr.116 – Parasyte Part 1 & 2

Die Erde ist krank und von einer fast unheilbaren Krankheit befallen. Dem Menschen. Um die Natur und den Planeten zu retten, fallen eines Nachts außerirdische Parasiten auf die Erde nieder und nisten sich in den Gehirnen einiger Menschen ein. Auch Shinichi sollte von einem Alien befallen werden, doch er konnte sich im letzten Augenblick noch wehren. Blöd nur, dass es der Parasit in seine rechte Hand geschafft hat, denn von nun an entwickelt diese ein Eigenleben. Nicht nur, dass sie in den unpassendsten Momenten spricht und wahnsinnig flexibel ist, ebenso will sie alles über die Menschheit lernen und liest ein Buch nach dem anderen.
In der gleichen Zeit werden jedoch auch einige grausame Morde an Menschen begangen, doch kein Täter kann gefasst werden. Als Shinichi zum ersten Mal auf einen Menschen trifft, dessen Gehirn von dem Parasiten befallen wurde, ist auch klar, wer es war. Denn durch die Mutation fallen die Betroffenen über ander Menschen bisher. Und das soll solange geschehen, bis es keine Menschen mehr gibt. Doch Shinichi und Migi(seine rechte Hand… im wahrsten Sinne des Wortes) stellen sich der Bedrohung jedoch entgegen.

Wie klein manchmal die Welt ist. Vor unzähligen Jahren gegen Ende der 90er fiel mir eine englische Manga-Anthologie namens Pulp in die Hände. In dieser fand ich u.a. ein Kapitel aus „Parasyte“ welches oben beschriebenem Film zu Grunde liegt. Dieses Werk entstand 1989 unter der Feder von Hitoshi Iwaaki und genießt zur Zeit eine absolute Renaissance. Denn neben der zweiteiligen Filmreihe, wurde der Stoff letztes Jahr auch als Animeserie umgesetzt. Passend dazu veröffentlicht Panini Manga seit September auch den Manga, der in 10 Ausgaben abgeschlossen ist.
Doch zurück zum Film. „Parasyte“ ist ein sehenswerter Zweiteiler, der vor allem in Teil 2 absolut mitreißend und spannend inszeniert ist. Gerade am Anfang weiß man oft nichts mit dem wilden Stilmix anzufangen. Mal lustig, mal dramatisch. Dazu dreht der Film in den brutalen und gruseligen Szenen oft zu schnell ab, was wie ein Eingeständnis an den Mainstream-Status des Kinofilms wirkt. Denn gerade der Manga geizt nicht mit der ein oder anderen Splattereinlage.
Sehr sympathisch sind auch die Hauptcharaktere. Allen voran Shota Sometami als Shinichi und Eri Fukatsu als seine Gegenspielerin machen einen hervorragenden Job.
Oft von mir kritisierte, schlechte CGI-Effekte sind in „Parasyte“ eher selten zu sehen. Klar, Migi wirkt manchmal etwas arg aufgesetzt, aber alles in allem hat die Effekte-Abteilung einen guten Job gemacht.
So kann ich die Filme nur jedem wärmstens ans Herz legen, der nur ein bißchen was für kreative Horrordramen mit leichtem Comedyeinschlag übrig hat. Auch den Manga kann ich absolut empfehlen, über den Anime werdet ihr in Bälde etwas auf meiner Seit lesen.

 8/10

Trailer

„Parasyte“ gibt es mittlerweile in England auf Blu-ray. Beide Teile wurden hier seperat von Animatsu veröffentlicht, haben aber außer dem Film keine Extras an Bord. In Deutschland wird Teil 1 von Eye See Movies Ende Oktober veröffentlicht, Teil 2 folgt dann einige Zeit später.

Filmlogbuch Nr.112 – Kill La Kill

Ryuko Matoi ist auf der Suche nach dem Mörder ihres Vaters. Die einzige Spur, der sie nachgehen kann, ist die Hälfte einer riesigen Schere, die im Besitz des Mörders ist.
Die vermeintliche Besitzerin dieses Mordwerkzeugs vermutet Ryuko an der Honnouji-Akademie in Gestalt der Präsidentin des Schülerrats, Satsuki Kiryuin.
Doch leider unterliegt sie in dem Kampf, findet aber eine einzigartige Schuluniform, Senketsu, die ihr ungeahnte Kräfte verleiht.
Also macht sich Ryuko erneut auf, um den Mord an ihrem Vater zu rächen.

Das alles klingt etwas bekloppt? Liebe Leser, das ist nur die Spitze des Eisbergs. Denn „Kill La Kill“ beweist wieder einmal, dass Anime eines können: unglaublich verrückte Grundideen zu einer 25-teiligen Anime-Serie zu machen und dabei jede noch so bescheuerte Idee in der nächsten Szene zu toppen.
So sind einige Folgen oft ziemlich anstrengend und reizüberflutend, aber dafür ist „Kill La Kill“ so großartig inszeniert und stylish wie nur wenig andere Anime.
So ist die Optik oft sehr grob und hektisch, aber einfach perfekt in Kombination mit den Animationen und der großartigen Musik.
Jeder der Gegner von Ryuko wird wie in einem Beat’em Up kurz vorgestellt und die Spezialattacken kündigen sich durch fettgeschriebene, rote Kanji an.
Inhaltlich kann „Kill La Kill“ sicherlich keinem „Neon Genesis Evangelion“ oder „Gost in the Shell SAC“ die Stirn bieten, dafür liebe ich die Serie aber für ihre vielen Anspielungen. Besonders das japanische Kino der 1970er Jahre kommt nicht zu kurz. So erinnerte mich Senketsu immer an die Schuluniformen der Mädchen aus „Sukeban Deka“ oder einigen Pinky Violence-Filmen.

8/10 Punkte

Trailer

Die Serie ist mittlerweile in Deutschland erhältlich. Ich griff jedoch zu der Ausgabe aus England, da die Serie dort in drei schönen Collector’s Editions erschienen ist, die mit Vol.3 in einem schönen Schuber veröffentlicht wurde.
Erschienen sind diese Blu-rays bei Anime Limited.

 

Filmlogbuch Nr.41- The Machine

In der nahen Zukunft befinden sich China und der Westen in einem Kalten Krieg. Um endlich für klare Fronten zu sorgen, möchte der Westen humanoide Kampfroboter bauen und entwickelt hierfür eine KI.
Nach einigen Fehlschlägen verspricht sich der Wissenschaftler Dr. Vincent von seiner neuen Kollegin Ava frische Impulse für die Weiterentwicklung des Programms. Als diese jedoch zu neugierig wird, findet sie ein jähes Ende.
Doch auch der Doktor hat nicht alle Karten auf den Tisch gelegt. Hat er doch sehr persönliche Gründe, endlich einen funktionierenden Cyborg zu bauen.

Auf „The Machine“ wurde ich durch einen Kommentar von mohnmond hier auf meinem Blog aufmerksam. Also hab ich mir den doch mal prompt auf meine Leihliste bei Lovefilm gesetzt und letzte Woche dann auch endlich gesehen.
Hat mich schon „Ex_Machina“ dieses Jahr mit der Thematik der KI und den Grenzen dieser Technik mehr als begeistern können, hat mir auch dieser Film recht gut gefallen.
Die Geschichte war zwar etwas vorhersehbar, aber Atmosphäre und Inszenierung gleichen das wieder aus.
Vor allem musikalisch fühlte ich mich oft an das Psychodrama von Alex Garland zurück erinnert. In den meisten Szenen musste ich aber eher an die „The Ghost In The Shell“-Saga von Masamune Shirow denken. Vor allem gegen Ende. Aber das ist ja nichts negatives.
Sehr positiv aufgefallen ist mir im Übrigen Hauptdarstellerin Caity Lotz. Die hat ihren Job sehr gut gemacht!

7/10 Punkte

Trailer

Gesehen habe ich den Film auf der deutschen Blu-ray von Splendid. Außer ein paar Trailern war allerdings nichts mehr auf der Disc.

Filmlogbuch Nr.39- A Snake Of June

Rinko lebt in einer sehr lieblosen und langweiligen Partnerschaft. Als sie sich eines Tages selbst befriedigt, mach jemand heimlich Fotos von ihr. Diese nutzt der Unbekannte um sie fortan zu erpressen. Sie soll ihre geheimen, sexuellen Wünsche endlich ausleben. Wenn es eben sein muss, mit etwas Druck von außen.

„A Snake Of June“ war damals eine meiner ersten Begegnungen mit Shinya Tsuakmoto, der sich das Podest meiner persönlichen, japanischen Libelingsregisseure mit Takashi Miike und Sion Sono teilen muss. IM westen gilt er auch als der Vorzeige- Filmemacher, wenn es um Bodyhorror geht(va durch die „Tetsuo“- Reihe).
Er weiß es bizarre Geschichten mit noch bizarreren Bildern zu erzählen und einige seiner Filme sind irgendwo zwischen Kunst und tiefstem Abgrund anzusiedeln. Dabei erzeugen die meisten seiner Werke aber einen außergewöhnlichen Sog, der einen immer tiefer in die Filme hineinzieht.
So ist auch dieser Erotikthriller ein sehr ungewöhnlicher. Das fängt schon bei der Optik an, die alles in Blautönen und die Szenen meist aus der Perspektive eines Voyeurs wiedergibt. Aber auch die Geschichte bietet eher ungewöhnliche Kost. So ist es ja bekannt, dass in japanischen Schlafzimmern nicht sehr viel geboten wird und das zeigt Tsukamoto hier auf drastische Weise. Vermixt das alles aber eben mit seiner Vorliebe für Bodyhorror und kafka’esken Szenerien.
8/10 Punkte

Trailer

„A Snake Of June“ erschien vor einigen Jahren bei Rapid Eye Movies auf DVD. Vor wenigen Wochen aber veröffentlichte das britische Label „Third Window Films“ die erste Blu-ray des Film…und das weltweit! Shinya Tsukamoto arbeitete höchstpersönlich am Mastering des Films mit und stand auch für ein exklusives Interview zur Verfügung.
Hierzu hat die Disc noch ein Making of und einen Audiokommentar von Tom Mes mit an Bord.
Für Sammler interessant: die Erstauflage von 1000 Stück kommt mit einem wunderschönen Schuber, der das Titelmotiv(das so und so schon hervorsticht) nochmal besonders edel wirken lässt.

Das war übrigens mein 100. Beitrag auf diesem Blog und welcher Film könnte besser geeignet sein!?!

Ein fröhliches Film- Potpourri

On The Job

Die Gefängnisinsassen Tatang und Daniel werden gelegentlich für Freigänge aus der Anstalt gelassen. Aber nur für eine Gegenleistung: Auftragsmorde.
Diese geschehen meist im Auftrag von hochrangigen Politikern und diese sind nicht erfreut als eine Einheit der Polizei den Killern auf die Spur kommt. So beginnt ein spannendes Katz-und-Maus-Spiel zwischen den Cops, den Killern und deren Auftraggebern.

Nachdem mich der philippinische Thriller „Graceland“ schon so begeistern konnte, habe ich bei „On The Job“ gerne auch wieder zugegriffen. Technisch und handwerklich ist das alles auf sehr hohem Niveau, auch die Schauspieler machen einen sehr guten Job.
Hauptkritikpunkt sind die zwei bis drei Längen, die sich in der knapp zweistündigen Spielzeit einschleichen.

7,5/10

Trailer

Justice League- Throne Of Atlantis

Hierbei handelt es sich um die Vorgeschichte von Aquaman und wie dieser zu seiner Bestimmung kam.
Bei mir ist die Sympathie für solche Animationsfilme immer stark abhängig von der Qualität der Zeichnungen und Animationen. Und das ist hier leider etwas zwiespältig. Auf der einen Seite sind die Figuren sehr gut gezeichnet, die Hintergründe aber sehr detailarm. Auch die Animationen sind oft sehr hakelig.
Aber dafür hat mich die Geschichte überzeugt. In knackigen 70 Minuten wird sie ohne große Längen erzählt.
Und so ein bißchen mit Aquaman anfreunden konnte ich mich.

7/10

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Frequencies

Zak und Marie dürfen sich eigentlich nicht begegnen oder überhaupt anfreunden. Denn sie haben unterschiedliche Frequenzen. Diese entscheiden in dieser alternativen Gegenwart des Films über den Verlauf des Lebens. Menschen mit hoher Frequenz sind vom Glück gesegnet und müssen nicht viel für ihr Wohlergehen tun, niederfrequente Menschen erleben das genaue Gegenteil.
Aber blöderweise verliebt sich Zak eben in Marie und arbeitet jahrelang an einer Lösung, die beide zusammen bringen kann. Denn sind sie länger als eine Minute an einem Ort, passiert irgendeine Katastrophe…

„Frequencies“ ist eine sehr untypische SciFi-Romanze. Und ich mag solche Filme, die mit wenig Mitteln eine „Parallelwelt“ erschaffen können. Ähnlich einem „Perfect Sense“ oder „Enemy“.
Das Ende ist mir bisher noch nicht ganz klar, da hilft wohl nur eine Zweitsichtung. Aber das ist weitaus weniger schlimm, es ist ein sehr sehenswerter Film!

8/10

Trailer