Kambodscha 2019 – Angkor und Essen

Nachdem es nun ein Jahr sehr ruhig im Bezug auf Reiseberichte hier auf meinem Blog war, ich dafür aber unsere Reiseerfahrungen aus dem Iran in Buchform veröffentlicht habe, gibt es wieder einen kleinen Reisebericht.

In diesem Jahr zog es uns wieder einmal nach Südostasien, genauer gesagt nach Kambodscha. Das recht kleine Land zwischen Thailand und Vietnam stand schon länger auf unserer Bucketlist, vor allem die Angkor-Tempel wollten wir unbedingt mal sehen und hautnah erleben.

Ganz ungewohnt ging die Planungsphase für den Urlaub recht spät los, Tour und Flug waren erst im Dezember fix und im Februar sollte es schon losgehen. Also quasi ein Last Minuten-Urlaub 😉

In Sachen Vorbereitung ist eigentlich das Visum am wichtigsten. Dieses kann man sich zwar auch am Flughafen bei der Einreise direkt abholen, am bequemsten ist es aber sicherlich online. Für das E-Visum braucht man lediglich ein Passfoto und lädt dieses dann samt der angefragten Daten hoch. Alles unkompliziert und keine halbe Stunde später waren beide Visa da. Die Kosten dafür lagen bei 36$ pro Visum.

Etwas komplizierter war die Lage mit den Flügen bzw darin, günstige Flüge zu finden. Zum einen kommt man nämlich ohne Zwischenstopp schon mal gar nicht nach Kambodscha, zum anderen waren die Preise meist in Richtung 900 oder gar 1000€ gelegen. Letztlich haben wir uns dann für Emirates entschieden, die offiziell nur einen Stopp – nämlich in Dubai – einlegen, aber auf dem Weg nach Phnom Penh für knapp zwei Stunden auch nochmal in Yangon, Myanmar, zwischenlanden. Dort muss man aber nicht aussteigen, sondern kann dem Bodenpersonal dabei zuschauen wie sie die Maschine reinigen und kurze Zeit später steigen dann die Fluggäste aus Myanmar zu.

So kommt man auf eine Anreisezeit von knapp 14 Stunden reiner Flugzeit. 

In Sachen Kosten waren wir dann bei knapp 870€ pro Person hin und zurück inklusive Rail & Fly-Ticket. Generell kann man über Emirates aber nicht meckern. Der Bordservice ist gut, das Essen auch. Außerdem sind die Sitze in der Economy bequem und auch das Entertainment-System ist gut ausgestattet. 

Neben dem Buchen des Fluges ist es empfehlenswert, vorher mal in seinen Impfausweis zu schauen und zu überprüfen, ob man die nötigen Grundimmunisierungen hat. Weiterhin sind natürlich Unterkünfte wichtig, hier haben wir uns von entsprechenden Webseiten Infos eingeholt und dann darüber gebucht. In Kambodscha findet man vom günstigen Mehrbettzimmer für ein paar US-Dollar bis hin zu edlen Resorts eigentlich alles, letztlich ist es einfach die Frage des eigenen Geschmacks und Geldbeutels.

Stichwort US-Dollar: Auch wenn Kambodscha mit dem Riel seine eigene Währung hat, zahlt man als Tourist eigentlich fast nur mit US-Scheinen. Lediglich auf dem Land oder als Wechselgeld wird der Riel genutzt, was immer wieder einmal zu einem großen Devisen-Wirrwarr geführt hat und ständig am Umrechnen ist.

Phnom Penh – Eine Überraschung!

Nach einer langen, aber doch recht bequemen Anreise per Flugzeug landeten wir am Sonntag Abend gegen 21 Uhr in der kambodschanischen Hauptstadt Phnom Penh. Nachdem die Gepäckausgabe recht flott erledigt war, schnappten wir uns am Taxischalter ein Ticket für die Fahrt in die Innenstadt und saßen keine fünf Minuten später mitten im kambodschanischen Verkehr. Schon hier wurde das Chaos auf den Straßen des südostasiatischen Landes kurz angeteasert, in den Folgewochen gab es aber deutlich heftigere Verkehrsereignisse. Trotzdem waren wir nach circa dreißig Minuten an unserer Unterkunft, dem Suite Hotel angekommen.

Dieses liegt in einer relativ ruhigen Seitenstraße, die einige Essensmöglichkeiten bietet, aber zum Glück von den Party-Touris verschont bleibt.

Unser Zimmer war mit den nötigsten Dingen ausgestattet, da konnte man auch die zwei kleinen Löcher im Moskitonetz verzeihen. Wofür hat man sonst eine Rolle Klebeband dabei?

Doch für mehr an diesem Tag langte es nicht mehr. Zwar meldete sich noch einmal der Magen, aber da musste dann einfach mal die Packung Chips herhalten, die im Hotelzimmer bereit standen. Kurz danach ging es auch schon ins Bett, denn ab morgen sollte das Abenteuer Kambodscha auf uns warten.

Nach einem stärkenden Frühstück in einer der Parallelstraßen des Hotels samt Waffeln und Speck und Ingwertee ging es dann erstmal Richtung Flussufer und Promenade. Dort liegt nämlich der Königspalast, der in großen Teilen auch für die Öffentlichkeit zugänglich ist. Nur nicht von 11 bis 14 Uhr, denn da ist das weitläufige Areal für Besucher geschlossen. Schließlich will der König ja auch mal durch seine Gärten flanieren…

Am Fluss, wo sich Tonle Sap und Mekong treffen, weht nicht nur eine angenehme Brise, hier ist es auch recht entspannt und man kann wunderbar auf dem breiten Gehweg spazieren gehen. Nachdem der Königspalast also noch geschlossen hatte, gingen wir zunächst zur Wat Ounalom-Tempelanlage, dem Hauptsitz der kambodschanischen Buddhisten. Vermutlich der Uhrzeit geschuldet, gegen Mittag, war hier kaum etwas los und so konnte man sich ungestört die ganzen Statuen und Räumlichkeiten anschauen. 

Während man an der Riverside unzählige Restaurants findet, die sich auf westliche oder internationale Speisen konzentriert haben, kann man in den kleinen Seitengassen rund um die Tempelanlage auf dem Weg zurück Richtung Königspalast viele einheimische Restaurants und Garküchen finden. Dort sind auch unzählige Hostels angesiedelt, außerdem fanden wir ein kambodschanisches Fitnessstudio, in dem ordentlich geschwitzt wurde. Als wäre es nicht schon heiß genug…

Am Mittag stand dann also der Königspalast auf dem Plan, den man für knapp 10,-€ pro Person besuchen kann. Neben dem Thronsaal, mehreren Palästen und Bauten kann man hier außerdem den Garten begutachten, der einige kreativ geschnittene Büsche und Bäume zu bieten hat. Wichtig ist hier die Kleiderordnung, denn Hosen sollten bis zu den Knien reichen und Oberteile die Schultern bedecken. Wer diese Ordnung nicht einhält, bekommt am Eingang ein schmuckes Tuch zum Überwerfen.

Tag 2 in Phnom Penh stand ganz im Zeichen der dunklen Vergangenheit rund um die Roten Khmer und deren Schandtaten. Da die angepeilten Ziele doch einige Kilometer auseinander lagen, mieteten wir uns einen Tuktuk-Fahrer für diese Strecke.

Unsere Tour begann am berüchtigten Gefängnis S-21, in das die Roten Khmer damals alle Intellektuellen steckte, bevor man diese zu ihrer Hinrichtung brachte. Die Bande rund um Pol Pot dachte damals nämlich ernsthaft, man könnte einen reinen Bauernstaat aufbauen und das ganze Land durch den Anbau von Reis ernähren. Wozu braucht man da schon Lehrer, Beamte & Co. Allerdings reichte es schon aus, wenn man damals nur eine Brille trug, um als Intellektueller zu gelten.

In dem Gefängnis bekommt man einen Audio-Guide mit auf den Weg, der einem an den entsprechenden Stellen die Geschichte zu dem jeweiligen Ort erklärt. Dank zahlreicher Fotos und den sehr intensiven Erzählungen bekommt man doch das ein oder andere Mal Gänsehaut. Für schwache Nerven ist das nicht unbedingt geeignet, aber trotzdem sehr empfehlenswert! 

Wer das Gefängnis mitten in der Stadt besucht, muss natürlich auch die Killing Fields aufsuchen. Diese liegen circa 8km außerhalb der Stadt, aber dank unseres Tuktuk-Fahrers waren wir recht schnell dort. Außerdem konnte man so auch mal einen Blick auf die Außenbezirke der Stadt erhaschen.

War schon das Tuol-Sleng-Genozid-Museum recht beklemmend, erinnerten die Killing Fields schon stark an die KZ-Besuche während der Schulzeit. Auch hier bekommt man dank Audioguides wieder einen recht lebhaften Eindruck von den Geschehnissen aus der Zeit der Roten Khmer, Standorte wie der Säuglingsbaum, an dem man zahlreiche Kleinkinder ihr Leben geben mussten, lassen einen schon mehrmals tief durchatmen.

Nach so viel Schwermut, und mittlerweile war es eh schon früher Nachmittag, ging es erst einmal zurück in unsere Unterkunft zum Ausruhen. Am Abend sahen wir aber leider noch einmal eine andere dunkle Seite Kambodschas, denn auf dem Weg zum Nachtmarkt kamen wir am Nightlife-District vorbei. Man kann es schon ahnen, aber hier sind vor allem ältere weiße Männer auf der Suche nach Unterhaltung und werden auch ohne Probleme fündig. Denn hier bieten sich zahlreiche, sehr junge Mädchen diesen Widerlingen an oder wollen diese zum Besuch eindeutig betitelter Bars animieren. Schlimm!

Unser dritter und letzter Tag in Phnom Penh war dann wieder von etwas leichterer Kost geprägt. Neben einem Abstecher zum russischen und Zentralmarkt, ging es außerdem zur Aeon Mall. Nach ein bißchen Chillerei im dortigen Starbucks besuchten wir noch Wat Phnom, eine Tempelanlage, die gut besucht war, allerdings dank dem umliegenden Park auch ein kleiner Ruhepol inmitten des großen Verkehrskreisels war.

Wie üblich auf meinen Reisen bin ich immer auf der Suche nach dem Fußballtrikot der jeweiligen Nationalmannschaft. Fündig wurde ich hier am Olympiastadion in Phnom Penh, das am Abend eine tolle Kulisse für Sonnenuntergangsfotos bietet. Außerdem war es sehr unterhaltsam sich einfach auf die Tribüne zu setzen und den ganzen Menschen bei ihren schweißtreibenden Beschäftigungen zuzusehen. So zieht das Stadion nämlich nicht nur unzählige Jogger an, rundherum laden grell gekleidete Anleiter mit lauter Musik zur allabendlichen Aerobicstunde ein. 

In Sachen Essen wird man in Phnom Penh definitiv leicht fündig. Neben allerlei kleinen Garküchen, die Basics wie Fried Rice, Fried Noodles oder Sommerrollen anbieten, gab es häufig auch sehr westliche Sachen wie Pizza oder Hamburger. Diese sind dann aber wesentlich teurer als das einheimische Essen und vermutlich bei weitem nicht so lecker. 

An frühere französische Kolonialzeiten erinnerten einige Speisen wie Froschschenkel, kambodschanische Spezialitäten wie Amok(Fisch oder Fleisch in einer Kokossoße mit Reis) waren aber weitaus ansprechender. Und sehr gut!!

Alles in allem gefiel uns Phnom Penh sehr gut. Aufgrund früherer Reisen in Südostasien erwarteten wir etwas komplett anderes und wurden wirklich überrascht. So gibt es viele ruhige Ecken und nur wenig Verkehrschaos außerhalb der Rush Hour, außerdem konnte man viel zu Fuß erreichen. 

Battambang – Pech und Fledermäuse

Unser nächster Stopp sollte uns nach Battambang führen. Die Weiterreise per Minibus war in Sachen Organisation kein Problem, da wir die Tickets über unsere Unterkunft in Phnom Penh reservieren konnten. Nach einer kurzen Wartezeit, da der Tuktukfahrer anscheinend irgendwelche Ansprüche an das Busunternehmen stellte, durften wir dann in den Minivan einsteigen. Zwar war dieser gut klimatisiert, aber leider auch bis auf den letzten Platz voll und daher alles doch recht eng. Aber es sollte ja nur eine dreieinhalbstündige Fahrt sein…sollte. 

Denn unser Zeil erreichten wir erst nach fünf Stunden, und das obwohl der Fahrer mit gefühlten 180km/h über die fürchterlichen Straßen Kambodschas gebrettert ist. Fast hätten wir auch noch das komplette Gepäck verloren, da der Kofferraum schlecht schloss und mehrere Male fast aufging. Abenteuer Kambodscha!

Aber glücklicherweise kamen wir alle heil in Battambang an und fuhren per Tuktuk zu unserer dortigen Unterkunft, dem Coconut House. Dieses liegt etwas außerhalb des Stadtzentrums, dafür aber relativ ruhig. Und wer abends doch noch mal Lust auf eine kleine Knabberei hat, kann sich bei den umliegenden Shops von Einheimischen versorgen. 

Leider war unser gebuchtes Zimmer nicht wirklich der Hit, da sehr dunkel und ungemütlich. Aber glücklicherweise hatten sie noch ein schöneres Zimmer vorne am Hotelpool frei, das zwar letztlich teurer, aber doch weitaus wohnlicher war. 

Nachdem die Anreise doch sehr lang und anstrengend war und ich immer noch etwas unter einer Magenverstimmung litt, gab es am Abend nur noch einen kurzen Spaziergang über den Markt und durch die kleinen Gässchen von Battambang. Hier war vor allem am Fluss sehr viel los, auch die Touristenanzahl stieg im Vergleich zu Phnom Penh deutlich an. 

Über das Hotel mieteten wir uns am zweiten Tag vor Ort zwei Roller, da unsere Ziele etwas außerhalb der Stadt lagen. Für den Preis von 8,-$ am Tag konnte man nicht meckern, auch wenn es letztlich doch teurer wurde…dazu aber später mehr.

Nördlich von Battambang liegen mehrere Tempel, die man recht schön abfahren kann und bei denen kaum etwas los war. Die Fahrt dorthin war relativ entspannt und ging durch mehrere kleine Dörfer und vorbei an Schulen und Massen an Schülern auf Fahrrädern, die alle ganz aufgeregt gewunken und gegrüßt haben. Einzig und allein ein Bauabschnitt einer Straße war für einen Roller-Noob wie mich schon eine Herausforderung, da der lose Schotter und Kies nicht gerade angenehm zu befahren war.

Nach einer kurzen Stärkung bei einer kleinen Garküche und einem Tankstopp(hier wird das Benzin am Straßenrand in Glasflaschen verkauft) ging es wieder Richtung Innenstadt. Bei einem chinesischen Supermarkt machten wir kurz Halt um uns mit Süßkram und Wasser einzudecken, da wir noch einiges an Strecke vor uns hatten, leider machte ich danach aber eine sehr unschöne Begegnung mit einem kambodschanischen Kleinwagen. Dieser krachte in mich hinein, fuhr aber unbehelligt weiter und ließ mich erstmal auf der Kreuzung stehen. Abgesehen von einem kurzen Schreck und einem blauen Fleck ist mir glücklicherweise nichts passiert, allerdings war mein linkes Licht am Roller nun nur noch ein Meer aus Splittern und mehreren losen Teilen.

Aber nach einer kurzen Verschnaufpause ging es dann weiter Richtung Süden, entlang am Sangker-Fluss. Unser nächstes Ziel war Prasat Banan, eine Tempelanlage hoch über den Wäldern von Battambang, genauer gesagt 358 Treppenstufen hoch. Schweißtreibend, aber dafür entschädigte der unglaubliche Ausblick über die ganze Region. Sehr sehenswert!

Aber es sollte noch beeindruckender kommen…denn auf der Rückfahrt Richtung Battambang machten wir Halt bei Phnom Sampeau, einem Kalksteinfelsen, der nicht nur ein unglaubliches Naturspektakel, sondern auch noch die Killing Caves und eine große Tempelanlage zu bieten hat. Unsere Roller parkten wir unten am Fuß des Berges und liefen hoch, was im Vergleich zu den Stufen hoch zu Prasat Banan, fast schon gemütlich war. Aber auch hier belohnt der tolle Ausblick über die Landschaft die Mühen. Nun hieß es aber wieder pünktlich runterzukommen, da bei Dämmerung die Hauptsensation startete.

Denn Abend für Abend fliegen unzählige Fledermäuse aus der Höhle und verteilen sich über die komplette Region. Und das wird hier zum echten Spektakel gemacht. So kann man sich an einem der zahlreichen Tische niederlassen und bekommt Getränke oder Essen serviert und hat beste Aussicht auf den Fledermausschwarm. Ob hier die Touristen oder die kleinen Blutsauger in der Überzahl sind, ist schwer zu sagen. Wahrscheinlich sind es die Fledermäuse, denn selbst nach einer halben Stunde reißt der Schwarm, der aus der Höhle kommt, einfach nicht ab. Wow! Muss man sich unbedingt anschauen, wenn man in der Nähe ist.

Durch die Dämmerung und mit nur einem Licht…wir erinnern uns…ging es nach diesem Naturspektakel dann zurück in die Unterkunft. Leider musste ich den Schaden in Höhe von 20$ natürlich bezahlen, denn die Reparatur wäre „ganz schön kompliziert“. Nach einem stärkenden Abendessen ging es dann ins Bett, denn wir waren echt ganz schön platt und letztlich hatten wir für den nächsten Tag ja einiges geplant.

Doch wie das so oft ist mit solchen Plänen…nichts war es. Denn aufgrund der krassen Sonneneinstrahlung hatte ich einen erstklassigen Sonnenstich und war gezwungen, den Tag im Hotel zu verbringen. Und somit wurde es nichts mit der Erkundung von Battambang und dem Besuch des Zirkus’ am Abend. Phare Ponleu Selpak, so der Name des Zirkus, kostet 14$ Eintritt und hatte laut meiner besseren Hälfte eine tolle Show zu bieten. Ich schaute währenddessen dem Deckenventilator beim Drehen zu…auch irgendwie artistisch. 

Am nächsten Tag ging es dann weiter zu unserer nächsten Station. Immer noch etwas wackelig auf den Beinen musste ich aber erst einmal nichts anderes machen als vier Stunden im Bus zu sitzen. Denn Angkor wartete auf uns!

Wow, nur wow! – Siem Reap & Angkor

Nach unserer Ankunft in der Stadt nahmen wir uns ein Tuktuk zu unserer Unterkunft, da diese doch ein Stück außerhalb des Zentrums lag und der Weg mit Rucksäcken doch etwas beschwerlich gewesen wäre.

Und schon auf der fahrt zur River Bay Villa fiel einen der internationalere Charakter von Siem Reap auf. Selbst im Vergleich zu Phnom Penh sah man viel mehr große Werbetafeln, Läden und einen erheblich größeren Anteil an Touristen. Dies liegt natürlich vor allem an dieser kleinen, fast unbekannten Tempelanlage von Angkor vor den Toren der Stadt. Dazu aber später mehr! 

Unsere Unterkunft, die River Bay Villa, war ein kleines Hotel mit so um die 15 Zimmer, einem Restaurant und einem Pool direkt am Ufer des Flusses Siem Reap. Es lag zwar etwas außerhalb, zu Fuß oder mit dem Rad konnte man aber die Innenstadt recht gut erreichen. Aber auch Tuktuks standen natürlich zu jeder Zeit bereit.

Die ruhige Lage war perfekt, auch das angeschlossene Restaurant überzeugte mit vielen Leckereien und einem guten Frühstück. Highlight war definitiv der Pool, der nach den schweißtreibenden Forschungsmissionen durch Angkor perfekt zum Abkühlen war.

Am Abend des ersten Tages stürzten wir uns gleich mal in das Geschehen in der Innenstadt und sicherten uns für den nächsten Tag Räder für die Tour zu Angkor. Diese kosteten 5$ für 24 Stunden und waren in Sachen Ausstattung ok. 

Wer sich das Elend der Welt mal genauer anschauen will, sollte abends in Siem Reap durch die Touri-Partymeile gehen. Schlimm…einfach nur schlimm. Überall Touris, die ihr Limit nicht kennen oder die einheimische Mädchen abschleppen wollen. Dazu Partymusik vom Allerschlimmsten. Schrecklich! Schnell weg hier…

Da konnte nur ein leckeres Abendessen helfen und somit suchten wir uns ein nettes Plätzchen im Pan & Pot. Dort trifft man auf viele Backpacker, aber das Essen ist lecker und es gibt viele kambodschanische Spezialitäten.

An Tag 2 in Siem Reap sollte es nun endlich zu den Tempeln von Angkor gehen. Somit schwangen wir uns nach einem stärkenden Frühstück auf die Räder und radelten Richtung Angkor. Dank etwas widersprüchlicher Aussagen standen wir dann zwar irgendwann an der Ticketkontrolle, hatten jedoch keine Möglichkeit dort den Eintritt zu bezahlen. Eigentlich sollte die Kasse bzw. das Besucherzentrum auf dem Weg liegen, aber da war nichts. 

Wie wir dann erfuhren, gibt es da ein neues Zentrum, das allerdings 10km in die andere Richtung liegt. Schon leicht genervt, mieteten wir uns ein Tuktuk, das uns dann dorthin brachte.

Warum man das Besucherzentrum soweit weg vom eigentlichen Ort baut, ist wirklich fraglich. Nach einem kurzen Fotoshoot für den Besucherausweis und dem Überreichen von 62$ für drei Tage pro Person ging es wieder zurück zur Ticketkontrolle und endlich auf das Gelände von Angkor. Gleich am Eingang begrüßt einen Angkor Wat, die Hauptattraktion des Ganzen, die wir uns aber für den letzten Tag aufheben wollten. Denn meine Frau hatte einen Plan…

Erst einmal wurde man jedoch von der Vielzahl an Touristen erschlagen, denn das kannten wir bisher aus Kambodscha nicht. Wow! Dank unserer Räder kamen wir aber gut voran und konnten an interessanten Plätzen absteigen und uns umschauen. Zunächst fielen einem die extrem detailreichen Verzierungen der Mauern und Tore auf, die das Gelände umgeben. Teilweise sind diese gut erhalten, manches ist aber auch schon verfallen.

Aufgrund der Größe des Areals(mehrere Hundert Quadratkilometer) werden die Eingänge zu jedem Tempel einzeln bewacht und dort die Tickets kontrolliert. Die verschiedenen Tempel sind einmal recht verschachtelt aufgebaut, ein andermal fast schon pyramidenhaft. Einige sind gut erhalten, andere wurden von der Natur und den Menschen schon recht in Mitleidenschaft gezogen.

In Sachen Touri-Aufkommen gab es einige Tempel, bei denen es übervoll war und wo vor allem Fotospots nervten, die mitten im Weg durch den Tempel lagen. Warum braucht jeder Besucher ein Foto eines besch… Baums?!? Leute. Am Ende landen die Fotos dann eh nur bei Facebook…Gratulation. Vor allem am „Tomb Raider“-Tempel Ta Prohm, Angkor Thom und eben Angkor Wat war es doch recht voll. Vor allem bei Letzterem kam es dadurch zu extremen Wartezeiten von über einer Stunde nur um in den obersten Bereich zu kommen. Das taten wir uns dann doch nicht an.

Weitere Highlights waren die Elefantenterrasse und das Bayon mit seinen unheimlichen Gesichtern. Das muss man mal gesehen haben! Wow, wow, wow! 

Auch das Radfahren hin zur Tempelanlage und zurück in die Stadt war sehr angenehm. Zwar gab es vor allem beim Rückweg(wir machten einen kleinen Umweg) einige Straßenabschnitte, die stark befahren wurden, aber das war schon ok. Aber gut einschmieren und einen Helm bzw. Mütze tragen! Der Sonnenstich…ihr wisst.

Da wir die Räder noch abgeben mussten, radelten wir direkt in die Stadt und gönnten uns unser Abendessen bei Holy Khmer, guter regionaler Küche.

Tag 2 in Angkor wollten wir mit etwas weniger Sonneneinstrahlung verbringen und somit mieteten wir uns einen Fahrer für zwei Tage. Das kostete uns 20$, brachte aber einige spannende Einblicke in den Tourismus im Land mit sich. Dazu später mehr. 

Zu den Tempeln habe ich oben ja schon einiges geschrieben. Highlight heute war definitiv der Sonnenuntergang auf Pre Rup. Hier lohnt es sich aber pünktlich zu kommen, denn mit der Zeit wird es da ordentlich voll, aber zum Glück hatten wir Premium-Plätze. 

Während es an den größeren Tempeln unzählige Stände und kleine Restaurants gibt, sind an den ruhigeren Anlagen vor allem Kinder unterwegs, die Postkarten oder Fächer verkaufen wollen. Die Kleinen sind wirklich aufdringlich und weichen einem für Minuten nicht von der Seite. 

Zurück in der Stadt gönnten wir uns nach einem Spaziergang über den Markt einen feinen Burger bei Burger Gourmand und eine Nachspeise in Form einer Ice Roll. Ach ja…im Zusammenhang mit Kambodscha sieht und hört man häufig davon, dass dort Insekten wie Skorpione oder Spinnen gegessen werden. Die sind uns während unserer Reise genau einmal über den Weg gelaufen und zwar in Siem Reap auf dem Touri-Nachtmarkt.

An unserem letzten Tag in Angkor stand noch das Highlight an, Angkor Wat. Trotz Sonnenstich, den diesmal meine Frau hatte, und 36 Grad war dies ein recht gelungener Abschluss unserer Tempel-Tour.

Es gibt sicherlich schönere Tempel als den Wat in Angkor, aber in seiner Größe und dem Zustand ist das schon alles recht beeindruckend. Mit dem Wasser und dem Dschungel rund um die Anlage entsteht dort trotz Tausender Touris eine ganz interessante Stimmung. Aktuell arbeitet dort ein deutscher Archäologe an der Instandhaltung des Tempels, hierzu gibt es eine kleine Infohütte in der man sich über die Art und Weise der Restauration informieren kann.

Unser Fahrer erzählte uns auf dem Rückweg in die Stadt vom Tourismus im Land und jammerte dabei vor allem über die Chinesen. Diese kommen zwar in Scharen nach Kambodscha, bringen dem Land aber kaum etwas, da diese in ihren eigenen Hotels wohnen, ihre eigenen Reiseunternehmen nutzen und sich auch sonst kaum außerhalb ihrer Reisegruppe bewegen. Finanziell lohne es sich also nicht. Darüber war er sehr frustriert und sehr verärgert. Welchen Einfluss China auf das Land hat, sollten wir zu einem späteren Zeitpunkt noch merken.

Geschafft von unserem dreitägigen Trip durch die Tempel Angkors gönnten wir uns am Abend ein leckeres Essen im Hotel, ehe es morgen dann per Flugzeug nach Chinatown…äh…Sihanoukville gehen sollte. Zum Glück nur kurz…

Inselparadies Koh Rong Sanloem

Mit Cambodia Angkor Air(Flüge waren easy online zu buchen) ging es vom kleinen Flughafen in Siem Reap zum noch kleineren Airport in Sihanoukville. Da die Chinesen diese Stadt aber als ihr neues Reisedomizil festgelegt haben, wird dort nicht nur ein neuer Flughafen gebaut, sondern anscheinend die ganze Stadt von chinesischen Bauunternehmen auf links gedreht. So werden zahlreiche Casinos und Hotels unter chinesischer Hand gebaut. Für Touristen aus China.

Am Flughafen angekommen, nahmen wir uns ein Taxi für 20$ zum Serendipity Beach, an dem auch die Fähren zu den Inseln Koh Rong und Koh Rong Sanloem anlegen. Unser Ziel war Letztere zu der es für 22$ pro Person ging. Da wir noch etwas Zeit hatten, genehmigten wir uns eine Kokosnuss und Pommes am Strand.

Die Fähre nach Koh Rong Sanloem fährt insgesamt drei Haltestellen ab und benötigt knapp zwei Stunden zur Insel. Die Fahrt war etwas holprig zu Beginn, wurde dann aber zum Glück etwas ruhiger. Ich hasse Fähren…

Anlegestelle auf Koh Rong Sanloem ist Saracey Beach, unsere Unterkunft lag aber genau auf der gegenüberliegenden Seite der Insel. Daher schnallten wir unsere Rucksäcke fest und begaben uns auf eine 40-minütige Reise einmal quer über die Insel über Stock und Stein. Solltet ihr auch auf diese Seite der Insel wollen, zieht festes Schuhwerk an. Zwischendurch wurde es nämlich ganz schön steinig, steil und rutschig. Da uns aber immer wieder mal Menschen und sogar ein Hund begegneten, wähnten wir uns auf dem richtigen Weg.

Und siehe da…irgendwann tat sich vor uns der Sunset Beach auf und gleich neben dem Pfad lag unsere Unterkunft für die nächsten vier Tage, Sunboo Beach Village.

Diese wird von sympathischen Österreichern und einem Deutschen geführt und verfügt über eine Handvoll Bungalows. Neben mehreren Pavillons am Strand(mit Hängematte und Tisch) gibt es im dazugehörigen Restaurant Pizza aus dem Steinofen und feines Frühstück. 

Da wir uns die kommenden Tage eigentlich nur an diesem Strand bewegten und die meiste Distanz zwischen Pavillon und Bungalow zurücklegten, gibt es nicht viel zu berichten. Wer mal Ruhe haben will(ja, auch Internet gibt es keines), ist hier perfekt aufgehoben. 

Den Tag verbrachten wir also mit Schlafen, Essen, Lesen und meine Frau mit gelegentlichen Ausflügen ins Wasser…das wars. Der Sunset Beach ist sehr gechillt. Zwar gibt es hier mehrere Unterkünfte, aber alle die hier herkommen, wollen eher entspannen als Party machen.

Meine Frau konnte es dennoch nicht lassen Extremsport zu machen…so ging sie mehrere Male zum Yoga. Auch beim Tauchen wäre sie nicht abgeneigt gewesen, allerdings sind hier fast nur Anfänger am Start, die ihren Schein gerade machen. Nichts für einen Profi!

Da man die Tickets für die Rückfahrt bereits mit der Hinfahrt erwirbt, muss man einen Tag vorher bestätigen, dass man zurück ans Festland möchte. Dies erledigte netterweise die Unterkunft für uns.

Die Rückfahrt mit der Fähre war fast eine Stunde später als geplant und wieder einmal ein wilder Ritt über die Wellen…schlimm. Aber wir haben überlebt, nur um uns dann in einen ätzenden Bus zu quetschen mit dem es dann drei Stunden lang nach Kampot ging. Das Busunternehmen, Champa, kann man nicht wirklich empfehlen. Wir mussten erst auf einen Minivan warten, der uns dann zum richtigen Reisebus brachte. Dieser war voll bis auf den letzten Platz, war aber nicht für so viel Gepäck ausgelegt. Also lagen dann viele Rucksäcke gestapelt im Mittelgang des Busses. In Kombination mit den schlimmen Straßen mit Schlaglöchern, in denen schon Smarts verschwunden sind, nicht schön.

Auch die Kommunikation war miserabel. Denn in Kampot City angekommen, mussten wir alle aussteigen. Keiner wusste warum, schließlich wollten wir weiter nach Kep. Auch auf Nachfrage bekam man keine ordentliche Antwort, letztlich mussten wir dort auf einen weiteren Minibus für den Weg nach Kep warten. Zum Glück waren das nur dreißig Minuten Fahrt…

Kep – Da wo der Pfeffer wächst…

Nach dieser knapp vierstündigen Odyssee kamen wir dann letztlich doch auch mal an unserem Ziel an, den Bacoma Bungalows. Diese werden von einem netten Schweizer geführt und liegen nur ein paar Minuten Fußmarsch vom Hafen entfernt. Hinter einem gemütlichen Empfangsbereich, in dem auch das Frühstück oder Abendessen serviert wird, öffnet sich ein riesiger Garten in dem mehrere Bungalows stehen. Neben kleineren Hütten mit Gemeinschaftsbad gibt es auch größere Häuser mit Dusche & Co.

Wir hatten einen Bungalow mit Bad und Mitbewohnern. Denn aufgrund der offenen, da traditionellen Bauart der Häuser kann es schon mal sein, dass Geckos an der Decke entlang huschen. Bei uns wohnte sogar ein Frosch hinter dem Badezimmerspiegel, den wir aber nach draußen beförderten. Wie wir am nächsten Tag vom Besitzer erfuhren, wohnte dieser da schon länger…ups.

Am Abend unserer Ankunft reichte die Energie nur noch für einen Spaziergang zum Hafen und ein stärkendes Mahl im Holy Crab. Wie es der Name schon vermuten lässt, geht es dort vor allem um Krabbengetier, da diese dort auch gefangen werden. Und lecker war das! Wow!

Der nächste Tag war wieder etwas ergiebiger und laufintensiver, denn wir machten einen Spaziergang durch den Kep Nationalpark. Dessen Eingang lag nicht weit entfernt von unserer Unterkunft und nach einem kurzen steilen Aufstieg konnte man gemütlich entlang des Bergs wandern und die Aussicht auf Kep und das Meer genießen.
Leider hat der Park aber seine besten Zeiten hinter sich, denn viele der Gebäude waren geschlossen oder verfallen, einige Wege sogar verwuchert, so dass man sich gar nicht mehr sicher sein konnte, ob man noch auf dem richtigen Weg ist.

Unsere Tour führte uns einmal um den Berg herum, unterwegs traf man hin und wieder andere Touristen, auch ein paar Affen waren mal zu sehen. Auch an einer kleinen Tempelanlage kamen wir vorbei, bei der wir kurz Halt machten und uns eine Verschnaufpause für den letzten Wegabschnitt gönnten.

Nach einem kurzen Abstecher zum Strand und Beobachtungen, wie kompliziert es für die Mönche aufgrund ihrer zahlreichen Kleiderschichten ist, baden zu gehen, gönnten wir uns noch eine kalte Coke bzw. eine Kokosnuss und schlenderten zurück in die Unterkunft. Den Abend ließen wir dann am Crab Market mit einem riesigen Berg gebratenen Reis und  feinstem Krabbenfleisch ausklingen.

Am letzten Tag in Kep stand noch ein Besuch einer Pfefferplantage auf dem Plan. Diese findet man sehr häufig in Kep und viele davon bieten Touren für Besucher an. Unser Host, der Schweizer, organisierte uns einen Fahrer, der uns zu Sothys Pfefferfarm brachte. Dort angekommen wurde man erst einmal in die Welt des Pfeffers eingeführt und anschließend gab es eine kleine Führung durch die Plantage und die verschiedenen Prozesse.

Die Tour an sich ist kostenlos, natürlich nimmt man dort in den Shops aber zumindest ein Päckchen Pfeffer oder andere Souvenirs mit. 

Der Tuktuk-Fahrer, der uns zur Plantage fuhr, bot uns für 30$ an uns nach Kampot zu unserer letzten Unterkunft dieser Reise zu fahren. Gesagt, getan.

Kampot – Der Schluss

Nach knapp drei Wochen waren wir also nun auf dem Weg zu unserer letzten Unterkunft, Sabay Beach. Und der Trend der nicht gerade angenehmen Anreisen sollte sich fortsetzen. Denn auch wenn die erste Hälfte unserer Tuktuk-Fahrt über die Schnellstraße recht schön war, gestaltete sich der letzte Abschnitt als Staub- und Schlaglochfestival vor dem Herrn. Was für eine Straße! Da dort gerade gebaut wird, fahren dort zahlreiche Laster, die Staub ohne Ende aufwirbeln, generell sind die Straßenverhältnisse eine Katastrophe. 

Aber das Geschaukel und die staubigen Klamotten lohnten sich, denn die Unterkunft liegt in einer kleinen und ruhigen Plantage, hat nur wenige Betten, ein Restaurant und einen eigenen Strandbereich.

Unser Zimmer war mit einem Doppel- und einem Etagenbett ausgestattet und hatte ein helles und sauberes Bad. Passt!

Nachdem der Weg in die Stadt so strapaziös ist, entschieden wir uns für einen gediegenen Abend in der Unterkunft und genossen das leckere Essen im dortigen Restaurant. Dank gemütlicher Sessel und Blick auf den Fluss konnte man es dort ganz gut aushalten. Außerdem sorgten die kleinen Kätzchen für ausreichend Unterhaltung, aber auch Neid unter den Gästen, wer mit diesen nun spielen darf.

Am nächsten Morgen ging es dann nach Kampot und erst einmal zum Frühstücken. Im Epic Arts Café fanden wir zum Glück noch ein Plätzchen, so dass wir das grandiose Essen dort genießen konnten. Nach einem leckeren Stück Käsekuchen als Vorspeise ging es dann an den mega-genialen Bagel mit Speck, Sauce Hollandaise, Spinat und anderen Leckereien. Wow! Das Café wird hauptsächlich von Taubstummen und anderen Menschen mit Handicap betrieben, im zweiten Stock gibt es außerdem einen kleinen Shop. Sollte man mal reingehen! Es lohnt sich.

Nun hatten wir also genug Kraft getankt, um uns Kampot mal näher anzuschauen. Vor allem die Architektur dort ist schon sehr spannend, denn viele der Gebäude stammen noch aus der Kolonialzeit. Zusammen mit vielen kleinen Shops und wenig Verkehr entsteht dort eine ganz besondere Atmosphäre. 

Auch zum Souvenir-Shoppen, was noch auf unserer To Do-Liste stand, eignet sich Kampot hervorragend und ließ uns so einiges finden, was wir den Lieben zuhause mitbringen wollten. 

So verbrachten wir unseren vorletzten Tag in Kambodscha recht entspannt und schlenderten durch die Straßen der Stadt. 

Am nächsten Morgen mussten wir zum Kreisverkehr mit der großen Durian(die ist zum Glück nicht echt und stinkt daher nicht), denn dort fuhr unser Bus Richtung Phnom Penh ab. Zum Glück war es diesmal ein etwas „luxuriöserer“ Bus mit genug Stauraum für das Gepäck, sogar einen kleinen Snack und Wasser gab es für die Fahrt. Aber das konnten wir auch gut gebrauchen, denn vor uns lag eine sechsstündige Reise zurück in die Hauptstadt zum Flughafen.

Die Fahrt war genauso ruckelig und zuckelig wie die vorherigen, denn anscheinend wird überall in Kambodscha gerade gebaut, vor allem an den Straßen. Natürlich sorgten auch zahlreiche abenteuerliche Verkehrsteilnehmer für Stau, aber mittlerweile war man das alles ja gewöhnt. Trotzdem war eine kleine Anspannung da, ob wir es zeitig zum Flughafen schaffen. Denn trotz großem Zeitpuffer war der Verkehr in Richtung Phnom Penh einfach eine Katastrophe!

Letztlich kamen wir aber wohlbehalten und pünktlich am Airport an und konnten dann in den Flug zurück Richtung Dubai steigen. Auch dieses Flugzeug machte wieder einen kurzen Zwischenstopp, aber dank Nachtflug & Co. bekam ich davon nicht viel mit und wachte erst wieder kurz vor den Vereinigten Arabischen Emiraten auf.

Alles in allem war der Kambodscha-Urlaub eine interessante Angelegenheit. Dinge wie Angkor Wat muss man sich definitiv mal selbst angeschaut haben, das wirkt im Fernseher nur halb so beindruckend. Auch die Zeit auf Koh Rong Sanloem will ich nicht missen, denn einfach mal Nichts zu tun und mal ohne Internet & Co. auszukommen, ist auch entspannend.

Die Kambodschaner waren immer nett und freundlich, nur in den seltensten Fällen aufdringlich und dann auch nur in den extremen Touri-Ecken. 

Was mich am meisten verwundert hat, waren aber die Kosten im Urlaub. Von Malaysia und besonders Indonesien kannte ich es bisher so, dass es relativ günstige Länder sind. Aber da ist auch alles billiger, egal ob Dienstleistung, Essen oder Verkehrsmittel.

In Kambodscha aber gab es da diese extremen Unterschiede. Bestes Beispiel: man konnte sich dort für nicht einmal vier oder fünf US-Dollar massieren lassen, Essengehen war aber meist nicht unter 15$ möglich. Die Preise in den Supermärkten waren fast auf europäischem Niveau, auch Tuktuk- oder Taxifahrten waren extrem teuer im Vergleich zur geläufigen Preisstruktur. Und dann ist das Land aber immer noch so extrem arm. Ein Gegensatz, der mich auch nach dem Urlaub noch beschäftigt hat. 

Das Schlimmste an Kambodscha aber waren die alten weißen Männer, die stolz mit ihren gerade erst volljährigen Eroberungen herumstolziert sind oder die sich in den Lokalen wie die Kings gefühlt und dementsprechend aufgeführt haben. Ätzend, dass man die Situation solcher junger Frauen ausnutzt.  

    

Iran 2018 – Kapitel 1

Vor zwei Wochen habe ich über Amazon mein Ebook „Iran – Eine Reise zwischen Kebap und Koran“ veröffentlicht. Als kleinen Bonus für die Leserinnen und Leser meines Blogs möchte ich nun das erste Kapitel gratis hier veröffentlichen, damit ihr schon einmal reinlesen könnt und eine kleine Ahnung von dem habt, was euch erwartet…Viel Spaß dabei! Und Feedback ist unbedingt erwünscht!

 

Das Hirngespinst

 

Da sitzen meine Frau und ich also nun und warten am Frankfurter Flughafen auf unseren Abflug in den „Schurkenstaat“ Iran. Während ich mich noch etwas über die verpasste Gelegenheit eines Upgrades in die Business-Klasse eines späteren Fluges ärgere, mir aber bewusst ist, dass wir so fast einen kompletten Tag in Teheran verloren hätten, gehen mir die unzähligen Warnungen und Fragen von Freunden, Kollegen und Verwandten in den Wochen vor unserer Reise noch einmal durch den Kopf.

„Iran? Da herrscht doch Krieg!“, „Kann man da Urlaub machen?“ oder „Ihr seid aber mutig!“ sind da fast schon die harmlosesten Aussagen. Andere kennen das Land nur aus der aktuellen Medienlandschaft, die außer dem Atomprogramm, Unterstützung des Assad-Regimes und immer wieder kehrenden Problemen mit Israel und den USA keine anderen Themen kennen und Land und Leute komplett vergisst. Auch der starke Einfluss des Islam auf den Alltag im Iran und die in Deutschland zunehmende politische und gesellschaftliche Diskussion über diese Religion lässt viele natürlich aufhorchen und zunächst nur an Kopftücher, Terroristen und Moscheen denken.

 

Für mich begann das Hirngespinst einer Iran-Reise schon vor circa zehn Jahren nachdem ich den genialen Animationsfilm „Persepolis“ gesehen hatte, der auf dem gleichnamigen Comic von Marjane Satrapi basiert. Nach dem Genuss dieses Meisterwerks, welches witzig und tragisch zugleich ist, habe ich mich näher mit dem Land befasst und war vor allem von dessen landschaftlicher Vielfalt, aber auch der jahrtausendealten Kultur und der jüngsten Geschichte begeistert und angezogen. Aufgrund des damaligen Präsidenten Ahmadinedschad  hatte man aber ein noch schlechteres Bild in den Medien erzeugt als aktuell und auch die Sanktionen waren wesentlich strenger gegenüber dem Iran als sie es heutzutage sind. Auch meine Jungfräulichkeit was Fernreisen angeht, hielt mich damals von solch einem Urlaub ab und brachte mich erst mal in weitaus „komfortablere“ Länder in Ostasien und Südostasien. Daher sollte eine Iran-Reise weiterhin nur ein Hirngespinst bleiben.

Doch als ich vor zwei Jahren im winzigen, fast unscheinbaren Sultanat Brunei im Norden Borneos unterwegs war, kam diese Idee wieder in die wichtigen Teile meines Hirns zurück. Denn ich mochte die dortige Atmosphäre sehr und auch wenn Brunei eher arabisch als persisch geprägt ist, stieg in mir die Neugier auf einen Besuch des Irans wieder. Hinzu kam in den vergangenen Jahren, dass sich das Land auch Touristen gegenüber immer mehr öffnete und man dort mittlerweile recht einfach und gefahrlos umherreisen kann. Das Hirngespinst war also zurück und wollte nun einfach in die Tat umgesetzt werden. Bevor unsere Reise nach Persien jedoch beginnt, möchte ich deutlich machen, dass dieses Buch meine Erlebnisse im Iran schildern soll und ich zwar auch über politische und religiöse Dinge schreiben werde, aber mir hier keinerlei Urteile erlauben werde.

Unsere Reise in den Iran – Reisebericht mal anders…

Seit über fünf Jahren habe ich auf dieser Seite jedes Jahr mal mehr, mal weniger ausufernde Reiseberichte über unseren Jahresurlaub gepostet. Aufmerksame Leser werden dies im letzten Jahr vermisst haben. Der Grund dafür ist ganz einfach. Nein, wir sind nicht zuhause geblieben, sondern die Reise in den Iran hat mich letztlich so beeindruckt, dass ich die Erlebnisse in noch ausführlicherer Form festhalten wollte.
Denn das was wir vor Ort im alten Persien gesehen und erlebt haben, deckt sich einfach nicht mit dem Bild des Irans wie es bei uns im Westen herrscht. Natürlich hat man als Tourist nicht den Einblick in alle Lebensbereiche und dass es vor Ort sicherlich Missstände gibt, ist nicht von der Hand zu weisen. Aber neben den faszinierenden Städten und der Kultur waren es vor allem die Menschen vor Ort, die einem den Aufenthalt so großartig wie möglich gemacht haben. Selbst in Japan haben wir eine solche Gastfreundlichkeit nicht erlebt. Außerdem war das Interesse der Menschen an uns als „Westler“ und was wir von ihrem Land halten riesig. Dass so etwas zu spannenden Gesprächen führt, sollte klar sein.

Diese Dinge habe ich nun also in einem Ebook zusammengefasst, das mit einigen Bildern meiner lieben Frau angereichert ist. Aktuell ist „Iran – Eine Reise zwischen Koran und Kebap“ über Amazon als Version für das Kindle erhältlich und kann hier bestellt werden. Ich würde mich über Feedback freuen! Schließlich ist es mein erstes Projekt in dieser Größenordnung…

Xièxie! – Taiwan 2017 Teil 2

Südostasien in Taiwan – Tainan

 

Nach unserem kurzen Abstecher ins Landesinnere ging es per Bus und Bahn in das heiße Tainan, welches einen komplett anderen Eindruck hinterließ als die anderen Städte, die wir während unseres Taiwan-Trips besuchten. Denn Tainan ist wesentlich quirliger und chaotischer als zum Beispiel Taipeh, vor allem aufgrund seines immens hohen Rolleraufkommens rund um den Bahnhof. Gemischt mit der Hitze und dem leichten Sonnenstichs vom Vortag waren die ersten Stunden dort recht überfordernd, was sich aber in den Abendstunden bessern sollte.

 

Wir wohnten im Ing Wang Hotel, welches gute 15 bis 20 Minuten Fußmarsch vom Hauptbahnhof entfernt liegt und in einer ruhigen Nebengasse zu finden ist. Das Personal war mal wieder superfreundlich, das Zimmer leider recht klein und die Klimaanlage laut. Aber sonst war das Hotel absolut empfehlenswert, auch das reichhaltige Frühstücksbüffet mit Reis, Toast, Nudeln oder Porridge war einen Abstecher wert.

 

Am ersten Tag in Tainan schlenderten wir ein bisschen durch das Uni-Viertel hinter dem Hauptbahnhof und erkundeten die zahlreichen Shops in der Beimen Road. Mehr Kultur gab es dann an Tag 2 in Anping, welches ein altes Stadtviertel Tainans und mit dem Bus recht gut erreichbar ist. Bei der 45-minütigen Fahrt mit dem Bus durch die Stadt sieht man auch allerhand und so bekamen wir gleichzeitig auch noch eine tolle Tour durch die City. Die Linien 88 und 99 fahren ab dem Bahnhof in regelmäßigen Abständen, zahlen kann man auch diesen mit der Easy Card.

Neben den verwinkelten Gassen in Anping kann man sich allerlei Tempel, das Fort Zeelandia oder alte Damen beim Austernputzen anschauen. Wer es noch maritimer mag, hat in Laufweite noch den Hafen, der echt schön gestaltet ist und nicht so voll wie der Rest der Stadt ist.

 

Auch wenn wir auf unseren Reisen kaum zweimal im selben Restaurant oder Lokal essen, in Tainan hatte es uns eine Gaststätte besonders angetan: Chih Kan Dan Zai Noodles!!

Selten haben wir so gut gegessen und uns die Mägen vollgeschlagen. Was die Damen und Herren dort in der Küche gezaubert haben, ist der Wahnsinn. Egal ob feine Reisnudeln in Brühe mit Hack und frittiertem Knoblauch oder gedünsteter Milchfisch…da war ein Essen besser als das andere. Und denkt jetzt bloß nicht, dass das alles unglaublich teuer gewesen sei. Günstiger war es nur auf dem Nachtmarkt und so haben wir uns für knapp 15 bis 20€ Leckereien bis zum Umfallen gegönnt. Erkennen kann man das Lokal übrigens an der…äh…Kuhfigur mit recht großen..äh…„Eutern“..??!?!

 

Verregnetes Surfmekka – Kaohsiung

 

Nach der Hitze Tainans tat ein bisschen Abkühlung ganz gut und so war es nicht weiter schlimm, dass uns Kaohsiung mit etwas Regen begrüßte. Die Temperaturen waren immer noch deutlich über 20 Grad, aber das Fehlen der stechenden Sonne war kein sooo großer Verlust.

Nach Kaohsiung kamen wir per Zug und waren etwas über zwei Stunden unterwegs. Am Bahnhof angekommen reichte ein kurzer Anruf im Hotel und wir wurden recht flott von einem netten Angestellten mit dem Hotel-Shuttlebus angeholt.

 

Unsere Unterkunft in Kaohsiung war ein recht modernes Hostel und hieß Legends Hotel. Neben einer kunterbunten Gestaltung der Lobby war auch unser Zimmer mit einem psychedelischen Gemälde oberhalb des Bettes ausgestattet, außerdem gab es neben der gemütlichen Schlafmöglichkeit auch kostenlose Getränke und Instand-Nudelsuppe. Auch das im Preis eingeschlossene Frühstück bot wieder eine tolle Mischung aus westlichen und chinesischen Speisen. Da das Hotel in einer Nebenstraße liegt, ist der Verkehr recht gering, in zehn Minuten kann man zu Fuß die U-Bahn-Station City Council erreichen.

 

Trotz des Regenwetters, das immer wieder einmal der Sonne Platz machte, fuhren wir noch am ersten Tag mit der Metro Richtung Hafen und setzten dort mit der Fähre über auf die Insel Qijin, wo wir uns nicht nur den Leuchtturm und die alten Fortgemäuer anschauten, sondern auch einen Abstecher an den Strand machten. Und dort traf sich gerade die Surfszene Kaohsiungs und so war einiges zum Schauen geboten.

Nachdem wir den zweiten Tag einige Stunden in der Dream Mall verbrachten – mitsamt Fahrt mit dem Riesenrad auf deren Dach – und wir uns im Untergrund die Formosa Boulevard Station(eine wunderschöne Metro-Haltestelle mit Evolutionsgeschichte aus Glas)anschauten, nahmen wir auch noch einen Trip an den Lotus Pond auf uns. Dieser ist sehr sehenswert, aber bei schönem Wetter wohl noch eindrucksvoller.

Stichwort „eindrucksvoll“: die Kaohsiung Mass Rapid Transit, also die Metro, hat ihre eigenen Maskottchen in Form einiger Anime-Mädels. Neben unzähligen Postern, auf denen diese auf diverse Dinge hinweisen, gibt es sogar Souvenirshops für die KMRT-Damen.

 

Da wir in Kaohsiung sehr viel gelaufen sind, mussten wir uns leider auf dem hiesigen Nachtmarkt wieder die Bäuche voll schlagen. Schließlich sollte man die verbrauchte Energie auch wieder voll auffüllen. Alte Bauernweisheit!

In Laufnähe zu unserem Hostel befand sich der LiuHe-Nachtmarkt, den wir an beiden Abenden unseres Aufenthalts in Kaohsiung besuchten. Auch hier lag der Schwerpunkt wieder auf vielen frittierten und gebackenen Leckereien, auch ein Shaved Ice gab es mal als Nachtisch.

 

Schon wieder Surfer! – Kenting

 

Nach den vielen quirligen Städten ging es nun so langsam in den gemütlichen Teil des Urlaubs über und so machten wir uns mit dem Bus auf in die Richtung Kenting Nationalpark, genauer gesagt nach Jialeshui.

Da man dort nur schwer mit dem Zug hinkommt, haben sich zahlreiche private Busunternehmer auf diese Route spezialisiert, wir verließen uns dabei lieber auf eine offizielle Busfirma mit einem etwas moderneren Gefährt.

In Jialeshui angekommen, wurden wir von unserem nächsten Host, Winson abgeholt, der uns auch prompt auf der Fahrt zur Unterkunft einige interessante Spots in der Nähe zeigte.

 

Und Zeit dafür war ordentlich, denn Winsons House liegt etwas abgelegen von Jialeshui, dafür aber extrem ruhig. Der ehemalige Surfer Winson, der auch Surfstunden gibt(machte meine Frau einmal mit), ist ein sehr lockerer Typ, der sich dort sein eigenes kleines Hotel gebaut hat und saubere Zimmer bietet. Neben einem Frühstück, welches er uns jeden Morgen frisch zubereitete, war er auch für unsere Fragen offen und wusste allerlei zu erzählen. Er sorgt sowohl für Fahrrad- als auch Rollerverleih, die uns angebotenen Rädern waren jedoch eher mau. Auch die Roller haben ihren Dienst zwar verrichtet, waren jetzt aber in keinem vertrauenswürdigen Zustand. Dafür war es preislich recht ok.

 

Manzhou, der Ort in dem wir lebten, besteht aus nur wenigen Häusern und ein paar streunenden Hunden, liegt aber direkt am Meer. Zwar gibt es dort drei Lokale, allerdings sind die nicht unbedingt auf Touris eingestellt und machen meist um 18 Uhr zu. Es ist also empfohlen, euch in Jialeshui oder Kenting mit Essen einzudecken, wenn ihr nicht immer wieder dorthin fahren wollt.

Nachdem wir uns am ersten Nachmittag noch mit den Rädern abquälten, besorgte uns Winson am zweiten Tag Roller mit denen wir fortan durch die Gegend düsten. An der Küste entlangzufahren und immer wieder einmal anzuhalten, um die Aussicht zu genießen, machte richtig Spaß. Auch der abendliche Tropenregen konnte den Spaß auf dem Roller nicht verderben.

Von Jialeshui ging es nach Kenting(was in einigen Straßenzügen an Partymeilen auf Mittelmeerinseln erinnert) und weiter nach Hengchun. Ein absolutes Kuriosum war der dortige Strand hinter dem sich ein Atomkraftwerk erhebt. Ins Wasser sind wir dort nicht. Die Angst, am nächsten Tag mit einem zweiten Kopf aufzuwachen, war dann doch zu hoch. Ist zumindest ein wirklich seltsames Bild!

 

Wie schon gesagt, liegt Winsons House nicht gerade zentral und abends wollten wir dann doch nicht durch die Dunkelheit durch unbekannte Regionen fahren. Daher haben wir uns auf dem Markt in Jialeshui und dem örtlichen Family Mart mit Lebensmitteln eingedeckt.

An einem Abend lud uns Winson zum Grillen ein, da einige Freunde von ihm zu Besuch waren und so wurde ordentlich aufgetischt. Neben viel Muscheln und Fisch gab es auch gegrillte Krabben und eine Gemüsesuppe. Dass wir als Deutsche kein Bier mögen, hat die Taiwanesen sichtlich schockiert, das hat aber nichts an ihrer Geselligkeit geändert.

 

Inselurlaub – Green Island

 

Nachdem schon die Tage in Kenting sehr entspannt waren, ging es für uns nun Richtung Green Island. So brachte uns eine Bekannte von Winson gegen ein kleines Taschengeld mit dem Auto nach Fangshan, von dort ging es mit dem Zug nach Taitung. Dort angekommen schnappten wir uns ein Taxi, das uns zum Hafen und so zur Fähre nach Green Island brachte.

Die Überfahrt von Taitung nach Green Island kann sehr unangenehm sein und ist stark abhängig von der Wetterlage. Alternativ kann man auch von Taitung mit dem Flugzeug übersetzen, ich wollte dem Tod aber ins Auge sehen und wählte lebensmüde die Fähre…was ich bereuen sollte.

Denn die Fahrt ins grüne Paradies war eine der schlimmsten Bootsfahrten ever. So ist die Fähre zwar schon recht groß, die Wellen aber so extrem, dass alles von rechts nach links und von oben nach unten fällt.*Dramatisierung nicht ausgeschlossen* Und auch wenn ich meine Tabletten gegen Reisekrankheit genommen hatte, war mir etwas übel. Zum Glück gingen aber auch diese 40 Minuten vorbei.

Auf Green Island angekommen erwartete uns schon der Besitzer unserer Unterkunft, der unsere Rucksäcke entgegen nahm und uns auf E-Roller verfrachtete. Dies war insofern überraschend, da wir das nicht mitgebucht hatten, aber wohl im Preis inbegriffen ist.

 

Auf Green Island übernachteten wir in Jack’s Inn, welches einen recht netten Besitzer hatte, aber leider recht verlassen. Wir waren die einzigen Gäste zu dieser Zeit, hatten also unsere Ruhe. Das Zimmer war sauber und ordentlich, das Bad schon etwas älter aber auch noch vollkommen in Ordnung. Das Hotel liegt an der Nordküste und ist mit dem Roller innerhalb von zehn bis fünfzehn Minuten zu erreichen.

Der Shuttleservice für unser Gepäck vom und zum Hafen war kostenlos, sowie auch die beiden geliehenen E-Roller. Die Akkus der Roller mussten regelmäßig wieder gegen Volle ausgetauscht werden, was am Hafen gemacht wurde. Einmal bekamen wir sogar einfach neue Roller hingestellt.

 

Green Island selber ist eine kleine Insel, die man mit dem Roller in ca. eineinhalb Stunden umrunden kann. Neben dem Hafen gibt es noch ein paar kleinere Städtchen, die vor allem voller Tauchbasen sind. Denn Schnorcheln und Tauchen sind die Lieblingsbeschäftigungen der Touris, die nach Green Island kommen.

Für erfahrene Taucher wie meine Frau ist die Insel für diesen Sport allerdings nicht unbedingt zu empfehlen, denn die Tauchbasen sind vor allem auf Anfänger und Einzeltäter spezialisiert. Auch auf Anfrage bei mehreren Tauchbasen traute sich keine so richtig an die Westlerin ran, die die Meerestiefen rund um die Insel entdecken wollte. So hieß es selbst ist die Frau und sie ging schnorcheln. Und das ohne aneinander gebundene Schnorchler, die nur dreifach abgesichert im knöcheltiefen Wasser umher planschten.

Neben einigen Trails, die wir uns hoch und runter geschwitzt haben, gibt es viel auf der Insel zu entdecken. Egal ob der kleine Tempel in der Höhle, das verlassene Dorf an der Ostseite der Insel oder die kurvigen Straßen die ein tolles Auf und Ab bieten…Green Island ist definitiv eine Reise wert!

An einem Abend gingen wir außerdem in die Haishui Wenquan-Therme, deren heißes Salzwasser eine echte Attraktion ist. Die Therme hat rund um die Uhr offen, etwas albern war aber die Badekappen-Pflicht. Schlimmer war nur, dass wir zwar von unserem Host vermeintliche Kappen bekamen, diese sich allerdings als Duschkappen herausstellten. Dadurch dass es an dieser Stelle der Insel auch noch so unglaublich windig ist, war man mehr damit beschäftigt, diese Kappe irgendwie auf dem Kopf zu halten statt die Therme zu genießen. Als einzige Westler waren wir auch ein echter Hingucker dort!

Doch Green Island ist nicht nur für seine schöne Seiten bekannt, denn früher war die Insel vor allem dafür bekannt, dass man unliebsame Gegner des Regimes dort in das Gefängnis steckte. Das Gelände kann man auch heute noch besichtigen, neben den zerfallenen Baracken gibt es auch ein Museum, welches stark an das KZ in Dachau erinnert. Ein eher unschöner, aber interessanter Platz auf Green Island.

Wer Strände zum Baden und Sonnen sucht, sollte auf alle eher an der Südseite der Insel suchen. Aufgrund des starken Wellengangs und der starken Winde sind die Ost- und Westseite recht ungeeignet dafür.

 

Die größte Auswahl an Lokalen bietet vor allem die „Hauptstadt“ Nanliao, hier gibt es neben taiwanesischen Spezialitäten aber auch Exotisches wie Pizza oder Burritos. Hier merkt man, dass man vor allem auf ein jüngeres Publikum ausgelegt ist. Unter der Woche ist übrigens deutlich weniger los als am Wochenende, so haben auch einige Lokale eher oder komplett geschlossen.

 

Die Rückfahrt mit der Fähre war dann übrigens weniger übelkeitserzeugend als befürchtet und doch recht gemütlich. Da war die anschließende Formel 1-Fahrt des Taxifahrers zum Bahnhof wesentlich aufregender, aber schließlich mussten wir ja auch unseren Zug nach Taipeh erwischen.

 

Die letzte Nacht verbrachten wir also wieder in Taiwans Hauptstadt, genauer gesagt im Park City Hotel in Luzhou. Das Hotel war für seinen Preis unglaublich komfortabel, der Ausblick auf die Stadt atemberaubend.

Am letzten Abend ging es für uns noch einmal auf den Shilin-Nachtmarkt, denn schließlich brauchten wir noch ein paar Mitbringsel und wollten natürlich nochmal das sensationelle Nachtmarkt-Essen genießen. Außerdem gab es noch ca. 35 Kilogramm an Schüsseln und Tellern, die meine bessere Hälfte mit nach Deutschland nehmen wollte.

Da wir an unserem Abreisetag selber noch bis zum Abend um acht Uhr Zeit hatten, stürzten wir uns noch einmal in das Stadtleben von Taiwan und genossen deren Atmosphäre. Nachdem wir mittlerweile auch entdeckt hatten, dass es eine Metro Richtung Flughafen gibt, nahmen wir diese auch prompt. Hier ist zu beachten, dass es zwei dieser Bahnen gibt. Eine hält an fast jeder Station, die andere ist eine Schnellbahn. Aber da an dem Flugschalter aufgrund einer Gruppe von Austauschstudenten das pure Chaos herrschte, war auch diese Verspätung relativ egal. Und so konnten wir es uns letztlich pünktlich und vom Urlaub zufrieden auf den tollen Sitzen der Premium Business Class nieder.

 

Taiwan war für uns eine riesige Überraschung. Zwar lasen sich die Reiseberichte im Vorfeld schon recht gut, aber dass sich das Land so weit vorne bei den Lieblingsreisen positionieren würde, dachte wohl keiner von uns.

Neben den tollen Menschen, die einem immer nett und respektvoll gegenüber traten, war es aber auch die sagenhafte Landschaft, die einen immer wieder atemlos dastehen ließ. Egal ob in der Taroko-Schlucht, in Kenting oder auf Green Island, hier kann man es aushalten.

Wie man wohl dem Text entnehmen kann, war auch das Essen ein großes Highlight. Neben den tollen Dumplings, den tollen Nudeln oder den leckeren Suppen, konnten aber auch Interpretationen von westlichen Sachen überzeugen. Ich erinnere mich da an ein sagenhaftes Sandwich mit Wedges in Tainan…wow!

Auch die Sprachbarriere war zu keiner Zeit ein wirkliches Hindernis. Man braucht nur eine Frau, die mutig genug ist, sich auch in ein Lokal zu setzen, in dem es keinerlei Hinweise auf eine englischsprachige Person gibt und dann mit Händen und Füßen bestellt. Meist gibt es aber auch eine englischsprachige Karte… Aber auch im Nahverkehr war alles doppelt angeschrieben und ziemlich idiotensicher. Sollte man sich mal anschauen, wenn man an Ländern wie Japan oder Korea seinen Spaß hatte.

Xièxe! – Taiwan 2017 Teil 1

Wer an Taiwan denkt, dem fällt vermutlich zuerst das Siegel „Made in Taiwan“ ein, das vor vielen Jahren noch für billige Elektronikartikel stand. Mittlerweile ist Taiwan das Zuhause von Technologie-Riesen wie Acer oder HTC und braucht sich vor Ländern wie Japan und China nicht mehr zu verstecken, hat diese in manchen Punkten sogar überholt.

Leider gerät Taiwan aber wieder nur in die Schlagzeilen, wenn ein weiterer Taifun den Inselstaat heimsucht oder es mal wieder zu Unstimmigkeiten mit dem großen Nachbarn China kommt, die bisher immer recht glimpflich ausgingen. Abgesehen davon nimmt man die Republik China, wie das Land offiziell heißt, schon gar nicht als Urlaubsziel wahr. Und das ist echt schade, denn Taiwan bietet so viel abwechslungsreiche Natur, leckeres Essen und sehenswerte Plätze und sollte von viel mehr westlichen Touristen als Reiseziel anerkannt sein.

 

Nachdem unsere Wahl auf Taiwan als nächste Urlaubsdestination fiel, hieß es erst einmal eine Route festzulegen, die uns in unserem dreiwöchigen Trip genug von Land und Leuten sehen lässt ohne dass man jede Nacht in einem anderen Bett schläft. Dank den Reiseführern von Lonely Planet(gab es bis dahin nur auf Englisch, mittlerweile auch in Deutsch verfügbar) und dem Reise Know-How fanden wir recht schnell eine ansprechende Route und machten uns an das Buchen der Unterkünfte und des Flugs.

 

Direktflüge nach Taiwan sind von Europa aus echte Mangelware. So fliegt die taiwanesische Linie Eva Air von Paris aus Taipeh an, von Deutschland aus geht es nur mit China Airlines, die trotz des Namens tatsächlich auch aus Taiwan stammen. Republik China und so…wer hat aufgepasst?

Also fiel die Wahl recht klar auf China Airlines, die Frühbuchern übrigens einen ganz besonderen Service bieten. Denn kümmert man sich früh genug um seinen Flug, bei uns ca. sechs Monate vorher, bekommt man ein kostenfreies Upgrade auf Premium Economy-Plätze. Und das hat sich wirklich gelohnt. So war der Direktflug mit knapp 900€ zwar nicht gerade günstig, aber immer noch besser als mit Umstieg und verschenkter Zeit. Auch wenn ich im Vorfeld nicht viel Gutes über China Airlines gelesen habe und man so seine Probleme in der Vergangenheit hatte, war ich dann doch recht überrascht. Nicht nur im Bereich Service muss sich die Fluggesellschaft vor den anderen wie JAL, ANA oder Asiana Airlines verstecken, auch das Essen war richtig gut und entsprach nicht dem verkochten Standardquatsch, den man sonst ab und an mal bekommt. Auch die Plätze in der Premium Economy waren Bombe und optimal für einen 12 Stunden-Flug. Große, gemütliche Sitze mit allerlei verstellbaren Lehnen und Fußteilen, riesige Monitore mit einem guten Unterhaltungsprogramm und ein umfangreiches Set aus Noise Cancelling-Kopfhörern, Decken, Kissen usw. Es ging uns also sehr gut während des Hinflugs! Und auch der Rückflug war spitze! Klare Empfehlung!

 

Taipeh, da sind wir!

 

Aufgrund der Zeitverschiebung und des Mittagsfluges am Vortag, erreichten wir Taiwan bzw. den internationalen Flughafen nordwestlich von Taipeh am frühen Sonntagmorgen. Und zunächst begrüßte uns die 2,6 Millionen Einwohner-Stadt mit Regen aber trotzdem hohen Temperaturen. Dank ordentlichem Schlafmangel und dem Luxus eines 12-stündigen Aufenthalts im klimatisierten Flieger rannte man also zunächst gegen eine ordentliche Wand aus warmer, feuchter Luft.

Vom Flughafen Taoyuan kann man entweder mit der Metro oder dem Bus in die Stadt fahren. Da die Metrolinie aus und in die Innenstadt recht neu war, wussten wir davon bei unserer Ankunft nichts und besorgten uns ein Busticket, welches gerade einmal 125 NT$(ca. 3,50€) kostete. Im klimatisierten Reisebus ging es nach einer kurzen Wartezeit bis zum Hauptbahnhof in Taipeh und von dort mit der Metro weiter zu unserer Unterkunft. Für die Fahrt mit der U-Bahn besorgten wir uns die Easy Card, die man immer wieder aufladen kann und auch in den meisten anderen Großstädten Taiwans für den Nahverkehr nutzen kann. Außerdem kann man in vielen Läden, vor allem den 7 Eleven oder anderen Convenience Stores auch damit bezahlen.

 

Unser Hotel lag direkt am Daan Park und war das Dandy Hotel Daan. Das Zimmer erwies sich als wahrer Glücksgriff, denn zum einen bekamen wir ein Upgrade eine Klasse höher, so dass wir einen grandiosen Blick auf den Park hatten, andererseits war auch das Zimmer selbst und das Personal richtig toll. Man sollte sich nicht von der komischen Lage der Eingangstür in einer Seitenstraße beirren lassen, denn hier bekommt man für sein Geld ein kleines, aber feines Hotel. Leider mussten wir aber noch bis 15 Uhr warten, denn erst dann konnten wir offiziell einchecken. Also hieß es nun den Schlaf zu bekämpfen und die sieben Stunden irgendwie rumzukriegen bis man das erste Mal die Füße hochlegen konnte.

 

Also beschlossen wir dem Zoo einen Besuch abzustatten, der etwas außerhalb der Stadt liegt und recht schön sein soll. Gesagt getan, mit dem Hotel-WLAN kurz die Metro-Route gecheckt, im 7 Eleven noch schnell mit einer kleinen Stärkung versorgt und ab ging die Post. Nach einer Fahrt von ca. 30 Minuten waren wir dann auch schon da und wirklich am Stadtrand Taipehs. Nachdem wir schon viele schlimme Zoos oder fürchterliche Tierhaltung in Asien gesehen hatten, waren wir dann wirklich überrascht wie schön der Zoo in Taipeh ist. In meinem persönlichen Ranking liegt er mit dem in Singapur auf einem Level und der war schon klasse. Auch über den Eintritt von nicht einmal zwei Euro kann man nicht meckern. Auch deshalb waren wir etwas verwundert, dass nichts los war und man nur vereinzelt Gäste im Zoo sah. Später haben wir erfahren, dass die einen Tag vor unserer Ankunft ein heftiger Regenschauer für böse Überschwemmungen, teils sogar Erdrutsche gesorgt hatte und vermutlich deshalb die Leute lieber noch zuhause geblieben sind.

 

In Taipeh selbst waren wir dann für vier Nächte und das ist für diese Megacity auch dringend nötig. Neben allerlei Tempeln wie dem Longshan oder den Bao’an und Konfuzius-Tempel, waren vor allem die Nachtmärkte absolut sehenswert. Denn neben allerlei buntem Firlefanz wie Fidgetspinnern oder sensationell günstigen Fußballtrikots von Real Madrid, die man so im Westen noch nicht gesehen hat*räusper* ist natürlich das Essen der Hauptgrund für den Besuch dieser Märkte.

Aber zum Essen kommen wir zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal, schließlich kommt das Beste zum Schluss!

Spannend war auch der Creative Park, eine umgebaute Brauerei mit allerlei kleinen Läden, der Gunag Hua Digital Plaza, der der feuchte Traum eines jeden Elektronikfans ist oder ein Ausflug an die Küste nach Tamsil. Natürlich war neben den vielen Tempeln auch noch weitere Kultur angesagt wie die CKS Memorial Hall, bei der wir sogar der Wachablösung beiwohnen konnten und uns heute noch fragen, wie zum Teufel die Wachen es schaffen, nicht zu blinzeln. Was ist da denn los?!?
Wer nach Taipeh reist, kommt natürlich auch an einem Besuch des Taipei 101 nicht vorbei, welches vor einigen Jahren noch als höchstes Gebäude der Welt galt. Heute ist es nur noch an Stelle 5 und das ist irgendwie enttäuschend…quatsch. Der Wolkenkratzer ist ein imposanter Bau, den man sich am besten vom Elephant Hill aus ansieht, den man dank einer schweißtreibenden Wanderung erst genießen kann, wenn man endlich wieder Luft bekommt und auf dem Weg nach oben nicht erschwitzt ist.

Aber wie versprochen: das Essen!!! Wowowowowowow! Nie hätte ich erwartet, dass man in Taipeh so gut essen kann. Ob dies man Sterne-Restaurant Din Dai Fung ist, in dem es anbetungswürdige und, trotz des Sterns leistbare Dim Sum gibt oder die Beef Noodle Soup bei Yong Kang, das Essen rockt. Am vielfaltigsten und günstigsten kann man wohl aber auf den Nachtmärkten essen. Hier besonders zu empfehlen ist der Markt in Songshan und beim Longshan-Tempel. Auf beiden bekommt man viel Frittiertes, leckeres Mango Shave Ice(eine Delikatesse samt Kondensmilch und Pudding on top!) oder leckere Würstchen im Reisbrötchen. Es war schlicht gesagt einzigartig lecker! Als wagemutige Touristen haben wir uns auch in das Abenteuer Stinketofu gestürzt, bei dem es sich um fermentierten Tofu handelt, den es in verschiedenen Varianten gibt. Wir entschieden uns für die gebackene Version mit einer würzigen Soße und etwas Kraut on top. Zwar riecht der Tofu wirklich bestialisch, aber geschmacklich war das jetzt nicht das Schlechteste. Schmeckte wie ein sehr reifer Käse. Hat also gepasst! Von Perversitäten wie Schlangen- oder Hundefleisch haben wir zum Glück nichts gesehen, muss auch nicht unbedingt sein.

 

Nihao Hualien

 

Bevor wir unsere Tour an der Westküste Taiwans mit recht vielen Stationen starteten, ging es aber noch einmal in die andere Richtung an die Ostküste, genauer gesagt nach Hualien. Hauptgrund hierfür war vor allem die Taroko-Schlucht und der gleichnamige Nationalpark, der sich vor allem zum Wandern hervorragend eignet.

Aufgrund des großartigen Zugnetzes welches einmal um die komplette Insel herumgeht, war das Hinkommen kein großes Problem. Von der Mainstation in Taipeh bis zum Hauptbahnhof Hualien waren es gerade einmal knapp zwei Stunden. In der Stadt selber mietet man sich bestenfalls ein Fahrrad, denn so ist das Herumkommen am günstigsten und bequemsten. Da unsere Unterkunft aber zum Glück nur wenige Minuten vom Bahnhof entfernt lag, konnten wir zunächst einmal unser Gepäck unterbringen und uns dann an die Erkundung der Stadt machen.

 

Das Wow Hostel sprang mir schon bei den ersten Recherchen für den Taiwan-Urlaub ins Auge und punktete mit dem guten Ruf, den es unter Reisenden genießt. Und auch wir waren nicht enttäuscht davon. Das Zimmer präsentiert sich in moderner Betonoptik, das Bad war nagelneu und in einem tollen Zustand. Lediglich das WLAN war recht langsam, auch das Frühstück braucht man in einem Land wie Taiwan nicht wirklich im Hotel wahrzunehmen, denn es beschränkte sich auf Toast, Marmelade und Tee. Viele von den Gästen(hauptsächlich aus Taiwan und anderen asiatischen Ländern) machten aber auch Gebrauch von der Möglichkeit, die Küche zu nutzen und selber zu kochen.

Nachdem wir uns am ersten Abend noch Räder gemietet hatten und an der Küste entlang wieder Richtung Norden gefahren sind, überraschte uns leider ein ziemlicher Regenguss und beendete die Radtour auf den sehr gut ausgebauten Radwegen. Für knapp acht Euro gab es übrigens die beiden Räder für eine Dauer von vier Stunden. Ein fairer Preis! Und im Gegensatz zu späteren Erlebnissen waren die Bikes in einem echt guten Zustand.

Am nächsten Tag stand jedoch der Hauptgrund für unseren Abstecher nach Hualien auf dem Programmpunkt: der Taroko-Nationalpark. Glücklicherweise war das Wetter wieder recht schön geworden, bei Regen hätte man sich den Tagesausflug sparen können. Auch wenn unser Hotel auch Ausflugspakete angeboten hat, besorgten wir uns unser Busticket auf eigene Faust, was sich als nicht sonderlich kompliziert herausstellen sollte. Die Verkaufsterminals der Busunternehmen sind nämlich gleich neben dem Bahnhof und waren so schnell erreicht. Da es vor Ort auf den meisten Trails keinerlei Möglichkeiten gibt, sich etwas zu Trinken oder gar zu Essen zu kaufen, sollte man sich vorher in der Stadt mit genügend Proviant eindecken. Im Nationalpark selber sind wir den Shakadang Trail gelaufen, für den man Hin und Zurück ca. drei Stunden benötigt und anschließend mit dem Bus bis ganz nach oben in das Städtchen Tianxiang gefahren. Über diesem thront eine relativ schicke Pagode, die wir uns einmal von der Nähe anschauen wollten und dafür einige steile Treffen in Kauf nehmen mussten. Doch viel wilder war dann der eintretende Regen, der uns bis auf die Socken aufweichte und letztlich auch den Tod für meine Schuhe bedeute, die sich von diesem Trauma nicht mehr erholen wollten. Mit dem Bus ging es letztlich dann wieder zurück nach Hualien, wo wir den Abend mit einem gemütlichen Spaziergang durch die Innenstadt ausklingen ließen und sich die Stadt mit allerlei Events wie der Vorführung einer örtlichen Breakdance-Gruppe überaus positiv ins Gedächtnis verankerte.

 

Der Eindruck, den uns Taipeh vom taiwanesischen Essen vermittelte, verhärtete sich in Hualien weiter. Neben einer großartigen Runde Dumplings und einer dazu passenden Suppe in der Innenstadt, war vor allem der Nachtmarkt mal wieder eine Offenbarung. Dieser wurde wohl erst kürzlich neu gestaltet und präsentierte sich recht modern, neben Essensbuden gab es auch musikalische Klänge auf die Ohren. Neben einer Rouladen-ähnlichen Fleischrolle, die mit Frühlingszwiebeln gefühlt war, gab es spicy Maiskolben und einen Baoban, einen Burger auf taiwanesische Art. Dieser bestand aus einem Reismehlbrötchen und war mit Hühnchenfleisch, Nudeln, etwas Gemüse und einer Soße nach Wahl belegt. SUPERLECKER!

 

Sonne, Mond und…Seen?!? Der Sun Moon Lake!

 

Aufgrund von Taiwans Geografie mussten wir für unseren nächsten Tourstopp einen gehörigen Umweg machen. Denn in der Theorie könnte man von Hualien einfach über die Berge hinüber zum Sun Moon Lake, da dieser Weg aber nicht ohne weiteres zu befahren ist und sowieso zu unserer Reisezeit gesperrt war, hieß es für uns: einmal um die halbe Insel rum! So mussten wir mit dem Zug von Hualien nach Taichung und von dort mit dem Bus weiter an den Sun Moon Lake. Dafür ging einmal locker der ganze Tag drauf, denn nach vier Stunden mit dem Zug sind das noch einmal 2 ½ Stunden mit dem Bus. Und bis wir diesen Bus gefunden haben, war es auch eine kleine Abenteuerreise. Denn am Bahnhof von Taichung steht zwar ein riesiger, moderner Busbahnhof, aber wer denkt, dass dort auch der Bus zum Sun Moon Lake abfährt, hat sich getäuscht. Dieser fährt einige Straßen weiter ab und hat sein Büro im Erdgeschoss eines unscheinbaren Gebäudes, das man gerne mal übersieht. Zum Glück hatten wir aber genug Zeit eingeplant und kamen so nicht sonderlich unter Zeitdruck. An der Endstation, in Shuishe, und nach einer knapp zweieinhalbstündigen Busfahrt wurden wir vom Sohn des Hotelbesitzers abgeholt. Denn da wir recht spät am Nachmittag ankamen, fuhr kein Bus mehr auf die gegenüberliegende Seite nach Ita Thao.

 

Als Unterkunft wählten wir das Full House Resort, ein recht gemütliches Häuschen, das von einem Künstler betrieben wird. Neben den Zimmern im Haupthaus, gibt es auch ein etwas teureres Appartement im Garten, wir hatten ein Doppelzimmer in Ersterem. Dieses war in einem einwandfreien Zustand und wie der Rest des Hauses mit allerlei Kunstwerken vollgestopft. Deshalb war es leider auch etwas staubig, was den Aufenthalt für Allergiker nicht so toll machen könnte. Sowohl innen als auch im Garten hat der Künstler zig Skulpturen aufgestellt, im Speisesaal – welcher gleichzeitig auch der Eingang- und Empfangsbereich ist – waren an jeder Wand unzählige Gemälde, Figuren, Schüsseln und Regale voller Nippes. Da hatte man definitiv was zu schauen!

 

Nachdem wir sowieso nur zwei Nächste am Sun Moon Lake verbrachten, war unser Programm auf den einen vollen Tag dazwischen beschränkt. Am Abend unserer Ankunft schlenderten wir durch Ita Thao, machten ein paar Fotos an der Anlegestelle der Fähren und versorgten uns mit Verpflegung, denn der nächste Tag sollte recht anstrengend werden.

Nach einer, nur wenige Minuten dauernde Überfahrt nach Shuishe(dank zahlreicher Unternehmen fahren alle zehn bis fünfzehn Minuten Schiffe) suchten wir das Touri-Zentrum auf und liehen uns zwei Fahrräder von einer sehr, sehr schrillen Dame mittleren Alters, die sich wahnsinnig über uns zwei deutsche Reisende freute und dies mit allerlei lauten Lachern und Gackern zeigte. Für einen recht fairen Preis von ca. 25€ bekamen wir beide Räder für einen kompletten Tag, Dabei waren die Marken-Bikes auf den ersten Blick fast neuwertig, doch leider sorgte vor allem mein Fahrrad für einiges an Ärger.

So wollten wir einmal um den kompletten See herumfahren, was ungefähr 25km sind und dank recht ordentlicher Fahrradwege kein Problem sein sollte. In Shuishe starteten wir gegen den Uhrzeigersinn auf recht gut ausgebauten Wegen, mussten irgendwann aber auch auf die reguläre Straße ausweichen. Da sich der Verkehr aber meist in Grenzen hielt, war das kein Problem. Dennoch kämpfte man gegen die teils extremen Höhenunterschiede und die sehr hohen Temperaturen. Doch was macht man nicht alles, wenn man Ende der Tour eine Iced Chocolate bei Starbucks lockt.

Während unseres Ausritts machten wir immer wieder mal an interessanten Spots halt, Highlight war aber der Wen Wu Tempel, der riesig und wirklich beeindruckend ist.

Wie schon angesprochen machte mein Fahrrad irgendwann die Grätsche, neben einer kaum funktionierenden Bremse ging auch meine Gangschaltung irgendwann nur noch recht sporadisch. So wurde die gemütliche Radfahrt zu einem ungewollten Workout…aber so hat man sich am Abend dann zumindest ein ordentliches Essen verdient!

Ach ja, wer einen Kopf nach deutscher Norm hat, wird mit den Helmen wohl auch nicht sonderlich glücklich. Die waren schon recht klein, aber beim Fahren auf normalen Straßen sollte man den leichten Druck lieber in Kauf nehmen!

 

In Ita Thao gibt es ein paar kleinere Restaurants, am ersten Abend gönnten wir uns am Hafen eine leckere Nudelsuppe und diverse andere Leckereien. Am zweiten Abend, nach unserer Tour de Taiwan, machten wir den lokalen Nachtmarkt unsicher und genossen vor allem Frittiertes. Ungekröntes Highlight: ein mit Reis gefülltes Hühnerbein!

 

Fortsetzung folgt…

Selamat Datang! – Borneo 2016(Malaysia/Brunei) Teil 1

Fleißige Leser dieses Blogs fragen sich gleich: Moment mal, Malaysia? Da gab es doch schon mal einen Reisebericht auf dieser Seite. Und das ist natürlich korrekt. Nachdem wir schon 2011 dem Land in Südostasien einen Besuch abstatteten(siehe hier) und dabei die „Hauptinsel“ erkundeten, stand diesmal Borneo, also Ost-Malaysia auf dem Plan.
Über diesen Teil der Erde hört man sonst nicht besonders viel, v.a. ist er aber als Heimat der Orang Utans bekannt und besteht aus den zwei Bezirken Sabah und Sarawak. Dazu kommt noch das überschaubare Sultanat Brunei und der Süden der Insel(die übrigen 2/3), Kalimantan, der zu Indonesien gehört. Aber hauptsächlich besteht die riesige Insel aus Regenwald und hat dementsprechend auch ein feuchtes und heißes Klima. Temperaturen von um die 30 bis 33 Grad am Tag sind also normal.

Im Vornherein war die Planung eigentlich relativ einfach. Neben dem Internet holten wir uns viele Tipps aus dem Reiseführer „Malaysia, Brunei und Singapur“ von Stefan Loose und planten so unsere Route für die drei Wochen ab Ende Juni.
Aufgrund besonderer Verhältnisse auf Pulau Mabul buchten wir aber zunächst die dortige Unterkunft bevor wir uns an die Flüge machte. Dazu gehe ich später im Teil über Mabul noch näher ein.

Von Deutschland aus gibt es nicht viele Möglichkeiten der Direktflüge nach Malaysia und schon gar keine nach Kuching, wo wir unsere Reise starten wollten. Da außerdem Singapur als Teil des Trips schon klar war, buchten wir also bei Singapore Airlines unsere Flüge hin und zurück. Für ca. 850,-€ pro Person kann man auch nichts Schlechtes über den Preis sagen.
Ansonsten sollte natürlich jeder mal in seinen Impfpass schauen, ob er die nötigen Impfungen für solch eine Reise hat, besonders Typhus und Tollwut sollte man mal in Betracht ziehen. Auch ein Malaria-Standby besorgten wir uns beim Arzt, denn laut unserem Tropeninstitut ist Borneo ein sehr risikobehaftetes Gebiet.

Ein paar Teile der Reise in Malaysia wollten wir mit dem Flugzeug bzw. dem Bus hinter unsbringen, deswegen mussten auch hier noch die nötigen Tickets gekauft werden. Besonders Air Asia ist auf Borneo mit Inlandsflügen gut vertreten und mit knapp 30,-€ pro Flug auch relativ günstig. Leider nicht so leicht waren die Butickets zu organisieren bzw. überhaupt herauszufinden, wie und wann diese abfahren. Manch anderen stört es nicht, wenn er sich vor Ort darum kümmern muss, ich habe das als Absicherung aber immer ganz gerne schon im Voraus geklärt.

Fündig wurde ich dann auf easybook.com, die nicht nur Bus- sondern auch Zug- und Fährentickets online verkaufen. Leider konnte ich einige der gewünschten Tickets(besonders die für die Fähre von Brunei nach Malaysia) nicht buchen bzw. konnte man nicht einmal herausfinden, wie diese fährt.

Die Unterkünfte konnte ich alle per E-Mail oder Facebook erreichen und in den meisten Fällen war alles relativ zeitig geklärt. Bei zwei der Unterkünfte konnte man die Anzahlung leider nicht per Paypal machen und so musste ich auf die umständliche Auslandsüberweisung zurückgreifen, die in einem Fall auch prompt nicht funktionieren wollte.

Alles andere kannten wir von unseren Reisen zuvor. Sind die nötigen Unterlagen noch aktuell? Da der Urlaub uns in etwas ländlichere Gefilde führte und auch einige Wege per Boot zurückgelegt werden mussten, holten wir uns noch eine wasserdichte Tasche und Schutzhüllen für die Handys dazu. Auch die Regenjacken wurden für den Fall der Fälle gepackt. Ein Moskitonetz hatten wir noch vom Urlaub in Indonesien übrig, das Spray gegen die nervigen Zeitgenossen sollte man sich sowieso immer erst vor Ort kaufen.
Geld haben wir diesmal nicht vorher umgetauscht, da es komfortabler ist, sich das Geld direkt am Flughafen am Geldautomaten zu ziehen. Auch an dieser Stelle empfehle ich für solche Fälle die Sparcard von der Postbank mit der man zehnmal im Jahr kostenlos weltweit Geld abheben kann. Die Kreditkarte sollte man als Backup aber überall dabei haben.

Und dann kam endlich der große Tag des Abflugs Richtung Südostasien. Der Hinflug wurde dank der Star Alliance-Mitgliedschaft von Singapore Airlines zwar mit der Lufthansa durchgeführt(von denen ich nicht immer begeistert bin), jedoch war es ein sehr angenehmer Flug mit ganz ordentlichem Essen. Außerdem setzte einer der Stwardessen alles daran, dass meine Frau und ich doch noch zusammensitzen konnten. Zwar verstehe ich bis heute nicht, warum man Personen, die zusammen buchen nicht automatisch zwei beieinander liegende Sitze reservieren kann, aber es ging ja nochmal gut.
Geflogen sind wir dann auch noch mit einem der großen Airbus, dem A380, der aber von innen wesentlich weniger hermacht als z.B. der Dreamliner von Boeing. Es regiert das graue Plastikschick der Lufthansa.
Nach ungefähr 11 Stunden und einem sehr entspannenden Flug landeten wir schließlich auf dem Changi Airport in Singapur und wurden direkt zu unserem Weiterflug nach Kuching weitergeschleust. Dieser wurde von Silk Air durchgeführt, die ein Tochterunternehmen von Singapore Airlines sind.
Weitere 60 Minuten später erreichten wir schließlich die erste Station unserer Reise…

Kuching – Die Stadt der Katzen

Weit entfernt von der Hektik einer typischen, südostasiatischen Großstadt, kann man Kuching fast schon als „meditativ“ bezeichnen. Zwar gibt es auch hier viel befahrene Straßen und enge Märkte, jedoch hatte man nie das Gefühl, dass zu viele Menschen in der Stadt wohnen. Da wir in der Kuching Waterfront Lodge wohnten, konnten wir zu Fuß sehr gut das Zentrum erreichen und waren so nur selten auf Taxis oder Busse angewiesen.
Die Unterkunft selber war ein Haus im chinesischen Stil, das jetzt keinen besonders hohen Standard bot, aber für Backpacker vom WLAN über warmes Wasser alles bereithält was man auf der Reise so braucht. Ebenso war ein Frühstück im Preis enthalten, das aus Toast mit verschiedenen Aufstrichen und Bananen bestand. Das eine sollte wohl Erdbeermarmelade sein, schmeckt aber eher wie ein roter Zuckeraufstrich. Aber auch Bananen und Kaffee oder Tee gab es.

Insgesamt drei volle Tage hatten wir für Kuching eingeplant und diese waren absolut ausreichend. Rund um die Waterfront liegen einige sehenswerte Sachen wie z.B. die Stadtmoschee, das chinesische Viertel samt schöner Tempel oder der Markt neben dem Electra House.
Einen ganzen Tag kann man auch im Bako Nationalpark verbringen mit dem man entweder per teurem Taxi oder dem sehr günstigen, öffentlichen Bus kommt(3,50RM, Linie 1). Nach einer ca. 40 minütigen Fahrt vor die Tore Kuchings erreicht man schließlich den Eingang des Nationalparks, muss dann aber in ein Boot umsteigen und kommt nach weiteren zwanzig Minuten in Bako an. Dort muss man zunächst in das Besucherzentrum, um sich zu registrieren, so dass am Abend niemand im Dschungel zurückgelassen wird. Dort gab es dann auch prompt die ersten tierischen Begegnungen, denn vor den Toiletten saß ein Nasenaffe gemütlich im Baum und naschte Blätter und ein Warzenschwein grub imBoden vor sich hin. Gelaufen sind wir dann den ca. 7km langen Trail, der nach schweißtreibenden drei Stunden am Besucherzentrum wieder ein Ende fand. Auf dem Trail selbst, gab es leider keine Tiere zu sehen. Diese beschränken sich zu sehr auf den Bereich, in dem sich Menschen aufhalten. Denn dort ist das Futter…

Ein weiterer „Pflichttermin“ war das Semeggoh Wildlife Rehabilitation Centre, in dem man zweimal täglich an der Fütterung der Orang Utans teilhaben kann. Da diese dort quasi in der Wildnis leben, ist es nicht garantiert, dass einer der Menschenaffen auch kommt, bei unserem Besuch waren es jedoch ganze fünf Stück. Die dortige Mitarbeiter sorgen für die nötige Sicherheit, denn so anständig wie die Orang Utans aussehen, können sie auch sehr schnell recht wild werden. Aber alles in allem waren die Bananen und anderen Früchte interessanter als so ein paar bleiche Touristen. Empfehlenswert ist es, die Fütterung am Nachmittag zu besuchen, da am Morgen dort wohl immer sehr viel los sein soll.

Auch das Essen in Kuching ist definitv erwähnenswert. So kann man generell sehr günstig und lecker essen. Am ersten Abend aßen wir im Top Spot Foodcourt auf dem Dach eines Parkauses(!!!) in der Jalan Padungan. Dort gibt es hauptsächlich Seafood, das man sich an der Theke aussucht und dann frisch je nach Wunsch zubereitet wird.
Auch erwähnen muss man das Bla Bla Bla Restaurant und Wrong Place, die beide Fusionsküche vom Feinsten bieten. Ersteres ist für malaiische Verhältnisse jedoch sehr teuer und wurde auch hauptsächlich von Westlern besucht.

Weiterreise nach Brunei

Nach einer kurzen Nacht ging es dann am Donnerstag morgen mit dem Flugzeug weiter nach Miri. Die Kuching’sche Gemütlichkeit schon zu sehr verinnerlicht, kamen wir auch prompt nur sehr knapp zum Flug und mussten dann auch nochmal 20RM pro Person beim Checkin am Schalter von Air Asia bezahlen, da wir nicht den dafür vorgesehenen Automaten nutzten.
Nach einem einstündigen Flug hatten wir jetzt also einiges an Zeit totzuschlagen, denn unser Bus nach Brunei sollte Miri nicht vor dem Nachmimttag verlassen. Und was macht man als guter Tourist in Asien so? Man geht in eine Mall. Genauer gesagt in die Bintang Megamall. Dort konnte man die Zeit ganz gut verbringen und dank Ramadan war auch nicht wirklich viel los.
Mit der Buchung der Bustickets nach Brunei gab es im Vorfeld einige Ungereimtheiten, da die Seite von easybook.com leider nicht so ganz präzise ist mit ihrer Angabe der Abfahrtstationen. So musste ich die Busfahrt doppelt buchen, da ich erst zwei Zage zuvor merkte, dass man eine andere Abfahrtstation in Miri wählen muss, um tatsächlich nach Bandar Seri Begawan(der Hauptstadt Bruneis) zu kommen. Erstere Tickets hätten uns nur nach Tutong gebracht, was einige Kilometer vor BSB liegt.

Endlich am Busterminal angekommen(Pujut Terminal) und nochmal am Ticketschalter versichert, wiegte ich mich in Sicherhei, dass wir am Abend noch in Brunei sein sollten. Doch als der Bus endlich kam, meinte der Fahrer, dass der Bus an einer anderen Haltestelle fährt, die 6-8 km entfernt wäre. Mit letzter Verzweiflung zückte ich dann den Ausdruck der zuerst gekauften Tickets und siehe da…diese waren für den Bus, der gerade vor mir stand. Und er fuhr sogar auch nach BSB. Ihr seht also, das ist alles verdammt verwirrend und komisch. Am besten fliegt man von Kuching nach Brunei, so dass man sich einges an Zeit und Ärger erspart.

Um 16.00 Uhr starteten wir also endlich in Richtung des Sultanats und waren die einzigen zwei Passagier an Bord. Bereits kurz nach Miri muss man zunächst offiziell aus Malaysia ausreisen, um dann wenig später nach Brunei einreisen zu können. Das hat alles problemlos geklappt und um 18.45 Uhr erreichten wir schließlich Bandar Seri Begawan.

Bandar Seri Begawan – Bruneis goldglänzende Hauptstadt

Wenn man schon in Borneo ist, sollte man auch Brunei mal einen Besuch abstatten. Zwar hat das kleine Sultanat nicht sehr viel zu bieten, so dass zwei bis drei Übernachtungen dort ausreichend sind, allerdings bietet es eine ganz besondere Atmosphäre.
Gleich auf den Highways wird deutlich, dass in Brunei ein ganz anderer Lebensstandard herrscht als beim Nachbarn Malaysia. Die Autos sind wesentlich eleganter und auch die Straßen fühlen sich nicht so an als wären sie bereits bei der Auslöschung der Dinosaurier durch einen Kometen gebaut worden.

An der Waterfront angekommen, an der alle Fernbusse ankommen und abfahren, machten wir uns auf den Weg zu unserem Hotel, das nicht weit vom Stadtzentrum entfernt liegen sollte. Und nach ca. 15 Minuten erreichten wir The Capital Residence Suites, wo wir auch gleich eine kleine Überraschung erleben sollten. Denn statt des normalen Doppelzimmers wurden wir in die Junior Suite geupgradet, die außerdem mit einer Küche und einem geräumigen Wohn-/Esszimmer ausgestattet war. Zusammen mit der ziemlich zentralen Lage, ist diese Unterkunft absolut empfehlenswert. Im Preis inbegriffen war auch ein Frühstück, das einem am Büffet nicht nur typisch Westliches bot, sondern auch einheimisches Essen wie Nasi Lemak.

Da Bruneis Hauptstadt nicht besonders groß ist, waren die geplanten zwei Nächte/drei Tage eigentlich perfekt. Denn viel zu bieten hat BSB nicht unbedingt. Sehr sehenswert sind defintiv die zwei großen Moscheen Sultan Omar Ali Saifuddin und Kiarong, die beide durch ihre imposante Baukunst auffallen und einen nur staunen lassen.
Jedoch ist es alles andere als leicht von A nach B zu kommen. Denn Taxis oder öffentliche Busse sind rar gesät, so machten wir uns also zu Fuß an die Erkundung der Stadt, die leider nicht besonders fußgängerfreundlich ist. Wenig Fußwege und noch weniger Möglichkeiten über Hauptstraßen zu kommen, ließen Erinnerungen an Jakarta 2014 wieder wach werden. Besonders der Weg von der Innenstadt zur Kiarong Moschee war schweißtreibend und etwas nervig. Den Rückweg wollten wir deswegen per Bus am nahe gelegenen Terminal zurücklegen, wo wir jedoch feststellen mussten, dass dort wohl keine Busse fahren. Als wir nach einigen hundert Metern an einer Haltestelle eine Frau nach dem Bus fragten, siganlisierte diese nur, dass wir uns setzen sollen. Nach wenigen Minuten hielt dann ein japanischer Familienvan in den wir einsteigen sollten und der uns nach zehnminütiger Fahrt in der Innenstadt absetzte. Und das für wenige Brunei Dollar(und dem üblichen Buspreis). Was dieser Service im Endeffekt war, kann ich heute noch nicht sagen.

Ein weiteres Highlight in BSB ist das Wasserdorf, das Kampung Ayer, welches man bequem per Schnellboot an der Waterfront erreichen kann(1B$ pro Fahrt). Doch nicht nur einfache Wohnhäuser sind dort auf Stelzen im Wasser aufgebaut, auch Museen, eine Polizeistation, Restaurants und eine schicke, moderne Reihenhaussiedlung. Auf Stegen kann man so von Haus zu Haus wandern und sich über diese andere Art des Wohnens nur wundern.
Da der Sultan von Brunei natürlich einer der wichtigsten Männer des Landes ist, wird natürlich auch sein Geburtstag immer entsprechend gefeiert. So liest man u.a. von Empfängen bei denen der Sultan den anwesenden Gästen Geschenke überreicht. Und wenige Tage nach unserem Aufenthalt sollte der 75. Geburtstag des Sultan Hassanal Bolkiah Mu’izzadin Waddaulah gefeiert werden. So wurden nicht nur alle zwei Meter die Nationalflaggen ausgehängt oder Banner mit Glückwünschen, auch die Parade der Poizei und des Militärs musste natürlich geübt werden.
Und das auf dem königlichen Polofeld, zu dem man freien Zugang hat, da es mitten in der Stadt liegt. Wir stolperten durch Zufall auf diese Proben und schauten dem Spektakel auch bis zum Ende zu. So wurde der Einheitsschritt der Soldaten kritisch vom Oberkommandanten beäugt und zur Not mit einem schrillen Schrei berichtig.

Da wir ja während des Ramadans unterwegs waren, galt meine Hauptsorge etwas der Nahrungszufuhr. Letztlich erwiesen sich aber alle Sorgen für unberechtigt, denn man hätte selbst in Brunei tagsüber ohne Probleme etwas zu Essen bekommen. Spezielle Tipps für Lokale habe ich nicht, da iwr in BSB an sehr einfachen Imbissen gegessen haben, die aber richtig leckeres Essen angeboten haben. Hier sei besonders der Foodcourt an der Waterfront erwähnt, wo es ein göttliches Nasi Goreng Ayam(Fried Rice mit Hühnchen) gab.

Anders als in Malaysia gibt es aber keine bzw. gut versteckte Convenience Stores ala 7 Eleven. Aber dafür gibt es einen relativ großen Supermarkt im Yayasan Complex, das einen mit allen wichtigen Dingen versorgt.
Interessant war auch eine besondere Essenssituation: ausgehungert von unserem anstrengenden Tag schleppten wir uns in einen Imbiss, der von Einheimischen fast voll besetzt war und die uns auch fast gleichzeitig mit großen Augen anschauten. Komischerweise hatten sie alle schon was auf dem Tisch stehen, obwohl die Sonne noch nicht untergegangen war. Als dann wenige Augenblicke später das Gebet im TV zum Ende kam, aßen alle mit einer Geschwindigkeit ihr Abendessen, so dass wir nach 15 Minuten fast alleine in dem Lokal saßen. War kurios…vielleicht muss man aber auch dabei gewesen sein…

Wie weiter oben geschrieben, BSB kann man locker in zwei bis drei Tagen besuchen und hat dabei nichts verpasst. Viele machen wohl noch Touren in die Mangrovenwälder, aber als bekennender Phobiker langer Bootstouren wurde das aus dem Reiseprogramm gestrichen. Gewundert hat mich auch, dass man nur wenige Menschen auf den Straßen gesehen hat. Egal zu welcher Tageszeit. Wir waren sehr oft, die einzigen Leute im näheren Umkreis. Die ganzen Autos mal ausgenommen.
Wenn man schon mal auf Borneo ist, sollte man auf alle Fälle einen Zwischenstopp in Brunei einplanen. Sehr empfehlenswert!!

Nun ging es also wieder zurück nach Malaysia. Doch wir wechselten nicht nur das Land, sondern auch den Bundesstaat. Liegt Kuching und Miri nämlich noch im westlichen Sarawak, so flogen wir nun Richtung Sabah.

Noch kurz: wenn man von der Ausreise aus Brunei liest, fahren viele Touristen mit der Fähre auf die Insel Labuan und von dort aus wieder auf das malaiische Festland. Da ich aber bis kurz vor unserer Reise keinerlei Infos zu Fährtickets u.ä. hatte, entschieden wir uns letztlich für den Flug von Brunei/BSB nach Kota Kinabalu. Dieser wurde von Royal Brunei Air durchgeführt und mit 64,-€ pro Kopf zwar relativ „teuer“, aber so erreichten wir die Hafenstadt innerhalb einer Stunde und waren keinen halben Tag unterwegs.

Das war es mit Teil 1…die Fortsetzung folgt in den nächsten Tagen!

 

FrankonianZombie im Wunderland- Reisebericht Japan 2015

Wie der Titel schön verrät, ging es dieses Jahr wieder ins Land der unbegrenzten Reizüberflutung. Ins Land der schönsten Frauen. Ins Land der leckersten Speisen. Ins Land der vielreichsten Konserven-Bands. Ins Land der vollsten U-Bahnen. Kurzum: JAPAN.
Nach unserem unvergesslichen, ersten großen Urlaub 2010 dort, mussten wir nach so langer Abstinenz endlich mal wieder hin. Denn Japan ist einfach einmalig. Einmalig schön!!
Gesagt getan, Ende letzten Jahres bereits die Flüge über ANA gebucht und dann konnte es an die Planung der Route gehen.

Eins vorab: diesmal werde ich Euch den Reisebericht klarer unterteilen. So ähnelt er weniger einem Erlebnisbericht eines Drittklässlers über die Sommerferien und man kann nötige Infos schneller herausfiltern.

Nachdem der letzte Japan-Urlaub zur Kirschblütezeit zwar optisch sehr reizvoll war, aber teilweise sehr verregnet und kühl, planten wir nun einen etwas späteren Aufenthalt dort. Entschieden haben wir uns letztlich für den Mai, da dieser weder in der Regenzeit noch im brutal schwülen Sommer liegt.
2010 haben wir schon einige der Hauptziele für den typischen Japan-Touristen abgehakt, daher konzentrierten wir uns diesmal mehr auf Kyushu(der südlichste Teil der Hauptinsel) und Okinawa.

Insgesamt waren wir 22 Tage auf Reisen, inkl. Hin- und Rückflug Frankfurt- Tokyo Haneda/ Tokyo Narita- Frankfurt.

 

Die Fluglinie

Unsere Wahl der Airline fiel auf All Nippon Airways, kurz ANA, da wir bisher mit den asiatischen Fluglinien einfach die besten Erfahrungen gemacht haben und es sich vor allem wegen den Inlandsflügen finanziell deutlich gelohnt hat.

Wenn man nämlich mit ANA bzw einer anderen Star Alliance- Fluggesellschaft fliegt, kann man vom Star Alliance Pass Gebrauch machen, bei dem man für jeden zusätzlichen Inlandsflug nur 10000 Yen(ca 73,-€) bezahlt. Leider konnte man das nicht direkt bei Buchung des Fluges über die Homepage machen, sondern musste es telefonisch noch nachträglich einfügen lassen.
Hat aber auch alles prima geklappt dank der netten Telefondame der ANA und kurze Zeit später waren die E-Tickets für die Inlandsflüge in meinem Postfach.
Bei JAL hätten wir deutlich mehr bezahlen müssen und bei japanische Billigfliegern als Westler zu buchen ist beinahe unmöglich.
So kamen wir insgesamt für den Hauptflug plus dreier Inlandsflüge auf 1080,-€ pro Kopf.
Bereut haben wir es nicht. ANA war einfach klasse. Einziger Wermutstropfen war der Rückflug, der dann mit der Lufthansa durchgeführt wurde. Aber dazu später mehr…

 

Es ging also im sehr modernen Boeing Dreamliner gen Osten und das im stark unterbesetzten Flugzeug. Es waren nicht mal vierzig Leute mit an Bord des Fluges und so konnten wir eine ungekannte Platzfreiheit genießen.
Auch das Bordpersonal war trotz geringer Passagierzahl(oder vielleicht auch genau deswegen) hoch motiviert und versorgte uns regelmäßig mit Snacks, Getränken und Erfrischungstüchern.
Als meine Frau nachfragte, ob man denn den Fuji beim Landeanflug sehen würde, erkundigte sich die Stewardess beim Piloten und bat uns dann den Platz auf der linken Seite des Flugzeugs einzunehmen. Denn so war der Fuji perfekt zu sehen. Die tolle Aussicht quittierten die sichtlich begeisterten und in der Zwischenzeit zu einer Menschentraube zusammengewachsenen Stewardessen mit „Ahs“ und „Ohs“. Wirklich großartig!! Da fühlte man sich so herzlich aufgenommen und willkommen. Probiert das mal bei einem Kartenkontrolleur der Deutschen Bahn…
Ansonsten kann man ANA nur loben. Das Essen war prima, das Flugzeug hochmodern und das Bordprogramm sehr aktuell und so konnte man die elf Stunden Flugzeit auch gut verbringen.
In Tokyo landeten wir dann am Haneda Airport. Normalerweise gehen internationale Flüge hauptsächlich zu und von Narita, aber die japanischen Airlines landen auch ihre internationalen Flüge in Haneda.

 

Die Hauptstadt: Tokyo

Die ersten vier Tage waren also für Tokyo verplant, was normalerweise sehr wenig ist, aber da wir 2010 schon fast eine Woche hier waren, konnten wir den Aufenthalt natürlich etwas verkürzen.
Es ist einfach eine großartige Stadt, die man mal besucht haben sollte. Trotz der Menschenmassen nie wirklich hektisch und anstrengend….außer zur Golden Week.
Und das hatte ich diesmal nicht bedacht, denn es war die Golden Week und gefühlt halb Japan war in den Tokyoter Strassen unterwegs.
Aber wir hatten trotzdem eine schöne Zeit. Die üblichen Touri-Spots waren natürlich sehr gut besucht, aber wir bewegten uns zu einem großen Teil immer antizyklisch zu den anderen Touristen(dh später aufstehen, später zu Abend essen usw).

Untergebracht haben wir uns im Khaosan World, das im beschaulichen Stadtteil Asakusa liegt.
Ein ehemaliges Love-Hotel, das in einer sehr ruhigen Nebenstrasse liegt und von dem man zu Fuss sehr viel in kurzer Zeit erlaufen kann.
Das Zimmer an sich war groß und mit einer sehr funky Beleuchtung ausgestattet(Love- Hotel halt), aber das Bett war ein gefühlter Betonstein und leider nicht sehr bequem.
Der Staff war nett und konnte uns eigentlich auch bei allen Fragen helfen, WiFi war kostenlos und es gab die Möglichkeit zu Waschen. Des weiteren gab es eine Küche, eine Bar und sogar einen Comic-/PC-Raum.
Vom Preis-/Leistungsverhältnis hat das schon gepasst(ca 60,-€), evtl findet man für ähnliches Geld zumindest ein etwas weicheres Bett.

Welche Frage sich in solchen Großstädten ja immer automatisch stellt: wie komme ich möglichst günstig und effektiv von A nach B?
Waren wir vom letztjährigen Indonesien-Urlaub etwas stark Taxi- verwöhnt, muss man sich in Tokyo dann doch wieder etwas umstellen.
Der gute, alte PASMO wurde also wieder angeschafft. Eine Guthabenkarte, mit der man in ziemlich vielen japanischen Städten das öffentliche Verkehrsnetz nutzen kann, aber auch mittlerweile sehr häufig in Restaurants oder Shops bezahlen kann.
Nachteil ist sicherlich, dass man beim Fahren mit U-Bahn oder Bus immer genau den Streckentarif zahlt. Es gibt keine Ermäßigung wie beim Kauf eines Tagestickets oder ähnlichem. Aber, wie gesagt, kann man ihn sehr frei einsetzen.
PASMOs kann man an den jeweiligen Automaten in U-Bahnstationen oder Bahnhöfen erwerben. Neben der ersten Aufladung muss man dann noch ein Pfand von 500 Yen zahlen, das man aber bei der Rückgabe wieder bekommt. Sollte man sein Guthaben während der aktuellen Fahrtstrecke aufbrauchen, muss man an den Ausgängen der U-Bahnen nachzahlen. Das merkt man aber relativ leicht, da sich einfach der Durchgang sperrt und er einen deutlichen Ton von sich gibt.
Dank PASMO konnten wir also problemlos durch Tokyo kommen. Das U-Bahnsystem ist groß und auf den ersten Blick sehr verwirrend, aber es gibt eine sehr hilfreiche App der Tokyo Metro(funktioniert auch ohne Internetverbindung) und es ist alles ausreichend ausgeschildert.

Vom Flughafen Haneda zu unserer Unterkunft in Asakusa kamen wir problemlos mit dem Tsukuba Express, der die Strecke innerhalb von 40 Minuten zurückgelegt hat.

Wie oben schon beschrieben, hatten wir diesmal nicht so viele Touri- Spots auf unserem Zettel stehen. Unbedingtes Must-see war natürlich der Sky Tree, seit etwas über einem Jahr Tokyos größter Stolz. Und das Ding ist auch echt mal beeindruckend! Wahnsinn.
Erspart haben wir uns aber die teure Fahrt hinauf und die unendlich lange Warteschlange. Von unten wirkt das dann doch alles besser 😉 Va nachts ein Tipp, denn da ist er noch schön beleuchtet und wenn, wie im unserem Fall die Wolken tief hängen, biete sich da ein unglaublich tolles Spektakel.
Unbedingt noch mal einen Besuch abstatten, wollten wir Harajuku und Akihabara. Zum Großteil sicherlich, um ein bisschen zu shoppen und zu kucken. Aber auch, weil wir Harajuku beim letzten Besuch(es war einem Sonntag) vor Menschen kaum sehen konnten und unbedingt mal die berühmte Takeshita- Dori entlanglaufen wollten.
Schon kurios, was es da an Läden gibt und wie viele Menschen in so eine enge Gasse passen.
Ansonsten sind wir viel durch Läden und Sträßchen gebummelt und haben dem wunderschönen Ueno- Park mal wieder einen Besuch abgestattet.

Kleines Kuriosum war der Besuch eines Katzencafes, das in unserem Hostel beworben war. Inzwischen kennt man die ja schon, aber man will es halt mal mit eigenen Augen sehen. Das von uns besuchte, war aber nicht so der Knaller. Eine winzige Wohnung mit ca zehn Katzen, die alle irgendwie einen Schaden hatten. Aber am seltsamsten war der unnatürliche Umgang mit den Tieren seitens der Japaner. Als hätten sie vorher noch nie ein Tier gesehen…komisch!

Alles in allem war es aber schön, ohne Stress durch die Gegend zu laufen und einfach ein bisschen ins japanische Leben schauen zu können. Unbezahlbar!!
War es 2010 noch eher unbekanntes Terrain, konnte man sich jetzt schon sehr viel sicherer durch die kulinarische Welt Tokyos bewegen.
Und um die Vielfalt der japanischen Küche zu genießen, gibt es kein besseres Viertel als Asakusa meiner Meinung nach. Hier reiht sich Garküche an Sushi- Bar, Tempura- Restaurant an Bento- Laden und Okonimiyaki- Bar an Teppanyaki- Grill.
Da in Asakusa viele Touristen unterwegs sind und es viele Hostels/ Hotels gibt, sind alle Restaurants auf westliche Besucher eingestellt und bieten englischsprachige Speisekarten an.
Highlight war das superleckere Okonimyaki bei Sometaro, das wir frisch auf unserem Tisch zubereitet bekamen. Beim ersten half uns noch einer der Mitarbeiter des Ladens, beim zweiten haben sie dann bemerkt, dass wir eigentlich schon Okonomiyaki- Pros sind.
Sehr lecker waren auch die Gyoza bei Harajuku Gyoza Ro, das in einer Nebenstrasse der Omote-sando in Harajuku liegt. Da man sowohl im Lonely Planet als auch auf Trip Advisor nur Gutes darüber liest, war die Schlange entsprechend lang.
Aber die 20 Minuten Wartezeit haben sich gelohnt. Wir labten uns an gekochten und gebratenen Gyoza inklusive einem superleckeren Miso- Gurkensalat. Oishi!!!
An unserem letzten Tag in Tokyo mussten wir noch unsere Vouchers für den JR-Pass eintauschen. Das haben wir am JR-Bahnhof Ueno gemacht und so konnten wir am Folgetag vom Hauptbahnhof Richtung Kyushu, genauer gesagt Fukuoka aufbrechen.
Der JR-Pass dürfte den meisten Japan-Urlaubern bekannt sein. Es gibt ihn für 7, 14 oder 21 Tage und die Preise starten bei knapp 30000 Yen.
Damit kann man dann für die gewählte Zeitspanne so viel mit JR-Zügen fahren wie man möchte. Eben auch mit dem Shinkansen, wobei hier aber die zwei neusten Zugmodelle ausgeschlossen sind. Das ist aber nur ein kleiner Makel, normalerweise kommt man trotzdem sehr leicht von A nach B.
Den JR-Pass bzw den Voucher dafür muss man vor seiner Reise kaufen(gibt unzählige Portale dafür im Internet, siehe auch unten aufgeführte Links!) und tauscht diesen dann an einer der Servicestationen in den großen JR-Bahnhöfen um.
Sitzplatzreservierungen kann man dann auch umsonst vornehmen, es gibt aber auch Zugabteile für Menschen ohne Reservierung.

Jedenfalls ging es für uns dann Richtung Fukuoka, wo wir die nächsten drei Tage verbringen sollten.

 

Erste Station auf Kyushu: Fukuoka

Nach einmal Umsteigen in Shin-Kobe und ca vier Stunden kamen wir also entspannt am Hakata- Bahnhof an. Wundert euch nicht…das ist der Hauptbahnhof von Fukuoka, aber der wurde nach der zweiten Stadt benannt, die irgendwann mit dem eigentlichen Fukuoka zur jetzigen Großstadt zusammengewachsen ist. Verstanden? 😉
Wobei der Hauptbahnhof schon fast die Ausmaße einer Kleinstadt hat…unglaublich, was es da alles gibt. Angefangen beim Busterminal über Kino und Foodcourt bis hin zur ausladenden Dachterrasse, die vor allem am Abend einen wunderschönen Blick auf die Stadt bietet.
Als Unterkunft habe ich mich hier auch wieder auf die Qualität der Khasosan Hostels verlassen. Es gibt hier zwei, wir entschieden uns für das Annex, das zehn Minuten per Fuß vom Hakata- Bahnhof entfernt liegt.
Aber auch hier gab es wieder eine steinharte Matratze und leider lag das Hostel unter der Stadtautobahn. Daher war es schon recht laut, wenn man das Fenster geöffnet hat…aber wer braucht schon Frischluft?!?
Ansonsten war das normale Hostel- Qualität. Kleines Zimmer, dafür aber sehr sauber. Gab auch eine Bar und eine Küche im Erdgeschoss, die haben wir aber nicht genutzt.

In Fukuoka kann man sich prima zu Fuß fortbewegen oder auf den Hauptstrecken mit der U-Bahn. Auch hier kann man den PASMO nutzen, man muss also keine zusätzliche Karte oder so kaufen.
Weniger zu empfehlen, aber auf einigen Routen unverzichtbar, ist der öffentliche Bus. Der braucht oft wirklich sehr lange für Strecken, da es keine Busspur gibt, dafür aber viele Baustellen…
Man kommt trotzdem gut voran, muss aber etwas mehr Zeit einplanen und dem Busplan große Aufmerksamkeit schenken, damit man seine Haltestelle nicht verpasst.

An Sehenswürdigkeiten hat Fukuoka auch so einiges zu bieten. An einem Vormittag sind wir per Zug in den Vorort Kitakyushu gefahren und dann per Shuttlebus zu dem Wisteria Garden, einer großen Anlage mit Tunneln aus Blumen und hängenden Gärten undundund…besonders für Menschen interessant, die gerne Blumen fotografieren. Aber auch so war die Landschaft rundherum wirklich beeindruckend. Ein See hier, ein Damm da…und dazu super Wetter! Was will man mehr?
Auch sehr sehenswert ist die Burgruine im Ohori Koen- Park und eigentlich der komplette Park um den kleinen See herum. Vor allem am Abend sehr schön, wenn sich hier die Jogger und Gassigeher treffen und man sich einfach nochmal die letzten Sonnenstrahlen des Tages genießen kann.
Wer Tempelanlagen mag, sollte auch mal den Tocho-ji besuchen, der einen fast 11m hohen Holzbuddha beherbergt. Übrigens auch ein schöner Platz, sein Mittagessen zu verputzen.
Das absolute Highlight war aber der Besuch der kleinen Insel Nokonoshima, die man mit der Fähre vom Hafen Meinohama in ca 10 Minuten erreicht.
Dort angekommen kann man sich entweder ein Rad leihen(ging an diesem Tag leider nicht) oder man setzt sich in den Bus und dreht eine Runde über die Insel. Relativ hochgelegen ist der Island Park, der riesige Blumenlandschaften, aber auch einen Streichelzoo, einen „Golfkurs“ oder einen Foodcourt bietet. Der Eintritt ist mit 1000 Yen sehr fair.
Leider hatten wir jedoch nicht genug Zeit für diesen Teil eingeplant, so dass wir da einmal den Schnelldurchlauf aktiviert hatten. Denn wir mussten die Fähre um kurz nach fünf erwischen, damit wir pünktlich am Yahoo! Japan Dome sind.

Und was haben wir da gemacht? Natürlich was jeder anständige Japaner in einer Großstadt am Abend macht…Nein, nicht zum landesweiten Karaoke- Wettbewerb gehen, sondern zum Baseball.
Fukuoka beheimatet mit den Softbank Hawks den aktuellen japanischen Meister und hat ein beeindruckendes Stadion mit einer Kapazität von 35000 Menschen und einem verschließbaren Dach.

Um an die Tickets zu gelangen, mussten wir nur in einen der unzähligen Convenience-Stores, denn dort gibt es die Karten in der Regel an einem Automaten. Da diese leider nur auf Japanisch sind, musste also einer der Mitarbeiter herhalten und führte uns da mit Händen und Füßen durch die Menüs. Am Ende war ich stolzer Besitzer zweier Karten für das Spiel Hawks gegen Rakuten Eagles in Reihe 5(!!!). Für knapp 100,-€.
Aber typisch für Baseball musste man sich zunächst mit Essen eindecken. Leider gab es hier nicht so wie in Korea unzählige Stände mit Streetfood vor dem Stadion, sondern nur Filialen von Fastfood-Ketten. Aber das war auch ganz lecker und vermieste uns auf keinen Fall den Spaß am Spiel.

Ich kann mich noch an den ersten Schritt in das Stadion erinnern…das Spiel hatte gerade begonnen und die Stimmung war schon ganz gut. Aber dieser Blick in das Rund war schon sehr beeindruckend! Nun mussten wir nur noch unsere Plätze finden. Aber es gab an jedem Eck Mitarbeiter, die einen in die richtige Richtung schickten und so standen wir irgendwann vor einem Fangnetz, das die Zuschauer vor Bällen schützen sollte. Unsere Plätze aber waren VOR dem Netz. Deshalb gab es unter den Sitzen dann auch jeweils einen Helm und einen Handschuh. Wir saßen also quasi auf dem Feld, vom Geschehen nur von einer Bande getrennt. Es war ein unglaublich tolles Erlebnis! Und trotz der vielen Bälle, die in unsere Richtung kamen, konnte ich leider keinen fangen.

Da die Japaner ja generell sehr vorsichtige Menschen sind, gab es alle paar Meter einen Mitarbeiter des Stadions, der durch lautes Pfeifen mit seiner Trillerpfeife auf kommende Bälle aufmerksam machte. Sobald diese dann in der Menge gelandet sind, spurteten alle in der Nähe sofort zum Ort des Geschehens um sich zu versichern, dass auch nichts passiert ist.
Am Ende gewannen die Hawks dann auch verdient mit 5-3 und es gab ein Feuerwerk im Stadion. Ja, ein Feuerwerk!! Auch das Maskottchen, die Spieler und die Cheerleader haben dann noch eine Ehrenrunde durchs Stadion gedreht inkl. Abklatschen und Posieren für Fotos.
War wirklich ein tolles Erlebnis!
Ansonsten kann man in Fukuoka auch ganz gut einkaufen. Empfehlenswert sind hier Canal City(ein riesiger Komplex mit zig Läden von großen Ketten aber auch kleinen, unabhängigen Shops) und der Stadtteil Tenjin.
Dort gibt es auch die lohnenswertesten Restaurants wie zB der Ramenkette Ippudo. Einen Blick wert sind aber auch die Yatai in Fukuoka. Das sind mobile Straßenstände, die von Ramen über Frittiertes bis hin zu Nudelgerichten alles mögliche anbieten. Sie sind überall in der Stadt anzutreffen, es gibt aber ein oder zwei Hotspots an denen sich die meisten sammeln. Zum Beispiel am Fluss oder um den Tenjin- Bahnhof.

Eines ist sicher: Verhungern kann man in Fukuoka definitiv nicht!!

 

Eine meiner Lieblingsstädte: Nagasaki

Mittlerweile war die erste Woche schon wieder vorbei und wir saßen schon wieder im Zug gen Südwesten, nach Nagasaki.
Dorthin gibt es leider keine Shinkansen- Verbindung, also mussten wir mit einem Limited Express Vorlieb nehmen, der aber vom Komfort einem deutschen ICE schon recht nahe kommt. Leider war die Bahnstrecke sehr wackelig und ständig hat es geruckelt und gezuckelt, so dass ich relativ blass aus dem Zug in Nagasaki ausstieg.

Als Unterkunft hatte ich mir das Hostel Akari ausgesucht. Das hatte durchweg gute Bewertungen und machte schon auf der Homepage einen guten Eindruck. Auch hier waren es nur fünfzehn Minuten per Fuß, man hätte aber auch die Tram nehmen können.
Leider haben wir irgendwann eine falsche Abzweigung auf der eigentlich nicht so komplizierten Strecke genommen und haben so schon sehr viel von der Stadt gesehen als wir dann doch nach einer halben Stunde am Hostel ankamen.

Das Zimmer war relativ groß und hatte ein Bett mit einer ECHTEN Matratze. Das wäre eigentlich ein Grund für einen 48-stündigen Dauerschlaf gewesen, aber wir machen ja keinen Urlaub um uns Auszuruhen…hihihi.
Das Hostel liegt in einer sehr ruhigen Ecke direkt am Fluss und ist definitiv zu empfehlen.

Zur Fortbewegung in Nagasaki: das eigentliche Zentrum ist sehr gut per pedes zu erkunden, für einige Spots sollte man aber die Tram nehmen. Bei dieser kostet jede Fahrt 180 Yen, es gibt aber auch einen Tagespass.

Dafür, dass wir nur zwei Tage bzw drei Nächte in Nagasaki hatten, haben wir aber sehr viel gesehen.

Angefangen bei den größten Touristen- Magneten, den Glover Garden und den Dutch Slopes. Da Nagasaki ja eine sehr europäische Vergangenheit hatte und vor allem die Holländer sehr präsent waren, wirkt so mancher Teil wie aus Ostfriesland herausgeschnitten und nach Japan transplantiert.
Weitere Attraktionen sind das mit Kitsch überladene Chinatown(Highlights hier: ein Mao- Kartenspiel, Bruce Lee- Anzüge und Spielzeug aus der Hölle), der Shindaiku Markt(nicht an Sonntagen), der Fluss Nakashima und die überdachten Arcaden.
Sehr sehenswert ist auch der Suwa- Schrein, der einen wunderschönen Blick über das Tal bietet, in dem Nagasaki liegt.
Eigentlich sollte man sich in solch einer historisch bedeutenden Stadt auch mit dem Atombombenabwurf und den damit einhergehenden Grausamkeiten auseinandersetzen, aber, und das klingt jetzt vielleicht blöd, wir haben Ähnliches schon in Hiroshima gesehen und uns ausführlich damit beschäftigt. Von daher haben wir das ausgespart.
Was man noch unbedingt machen sollte, ist eine Fahrt auf den Inasa-yama, ein kleiner Berg neben Nagasaki, der einen tollen Rund-um-Blick bietet.
Normalerweise kommt man da per Gondel hoch, diese wurden aber leider gerade gewartet. Deshalb sind wir dann mit einem Bus vom Hauptbahnhof ab gefahren.
Was mich im Nachhinein etwas wurmt, ist der verpasste Besuch von Gunkanjima. Das ist eine verlassene Insel vor der Küste, die früher mal zur Kohleförderung genutzt wurde und seit den 70ern ungenutzt ist. Muss toll sein…
Ich bin aber kein großer Freund von Schiffen und um dorthin zu gelangen, ist das eben unvermeidbar. Aber gut, ich komme wieder!!!

Dazu beigetragen, dass Nagasaki zu einem der Höhepunkte der Reise und nach Hiroshima Lieblingsstadt Nr.2 in Japan wurde, hat aber auf jeden Fall auch das Essen.
Spezialität vor Ort ist übrigens das Castella, ein Rührkuchen den es meist in den drei Geschmacksrichtungen Pur, Schoko oder Macha gibt.
Am Besten waren aber zwei Abendessen. Einmal an unserem Hochzeitstag zu dem wir uns etwas Besonderes gönnen wollten. Denn da waren wir im Shippoku Hamatsu zum, ja richtig, Shippoku essen. Das ist im Grunde ein Menü, das aus lauter kleinen Gängen besteht. So gab es also von Misosuppe und kleinen Fischköstlichkeiten über eine warme Azukibohnensuppe bis hin zu undefinierbaren, aber leckeren Dingen alles was die japanische Küche so her gibt.
Zweiter Geschmacksorgasmus war das Abendessen bei Champon Keikaen. Und auch hier verrät der Restaurantname auch schon was es gab: Champon. Eine weitere lokale Spezialität und eher chinesischer Herkunft. Im Endeffekt sind es Nudeln(mehrere Sorten stehen zur Auswahl) in einer Brühe mit verschiedenen Gemüsesorten und Fleisch oder Fisch. Oder beidem zusammen. Klingt unspektakulär, ist aber was ganz Feines. Dazu haben wir uns noch ein paar Leckereien von der Karte bestellt und waren anschließend froh, dass es bergab zum Hostel ging…

Ein feiner Happen für zwischendurch ist das sog. Kakuni-maju, ein schweinezarter Schweinebauch mit süßer Soße in einem gedämpften Weizenbrötchen. Den Schweinebauch gab es auf Kyushu auch öfter. Superfein!!!

 

Ich seh’ nur heiße Quellen!!: Beppu

Den kürzesten Stopp auf unserer Japan-Tour 2015 legten wir in Beppu ein, das quasi genau auf der anderen Seite Kyushus liegt. Deshalb war der Weg auch etwas länger und wir kamen erst gegen Mittag in der Stadt der Onsen an.

Ich hatte bei der Reisevorbereitung Beppu zwar als Must-see eingeplant, dachte mir jedoch, dass eine Nacht vor Ort ausreichen wird. Aber denkste…im Endeffekt hätte man in dieser kleinen Hafenstadt noch ein bis zwei Tage länger bleiben können.

Diesmal hatten wir als Unterkunft mal ein richtiges Hotel und zwar das New Tsuruta, das nicht weit vom Hafen und vom Stadtzentrum entfernt liegt.
Und für den Preis war dieses Hotel der absolute Hammer! Ein riesiges Zimmer, was fast schon einer Wohnung glich und ein Meerblick, der eigentlich unbezahlbar war. Dazu hatte das Hotel einen eigenen Onsen und auch die Mitarbeiter waren superfreundlich.
Kann man nur empfehlen!!

Der Hauptgrund für den Besuch hier, waren aber die heißen Quellen. Auf der einen Seite die öffentlichen Bäder, die es zuhauf in Beppu gibt, auf der anderen Seite aber auch die Jigoku-Quellen, die etwas außerhalb liegen. Das sind acht verschiedene Quellen und alle haben eine andere Besonderheit. Die einen haben besondere Farben, die anderen sind schlammig usw. Das war sehr schön anzuschauen. Weniger toll waren die Tiergehege, die bei einigen dieser Quellen dabei waren. Einmal zu klein, dann wiederum war man sich nicht sicher, ob das Tier darin überhaupt noch lebt. Das hätte man sich sparen können.
Dorthin kommt man am besten mit dem Bus ab dem Hauptbahnhof. Auch hier kann man wieder den PASMO nutzen.

Am Abend waren wir dann noch in einem Onsen in der Nähe des Hotels und haben uns in heißen Sand eingraben lassen. Das hat gut getan, war aber für mich als passionierter Sauna- Verweigerer, zunächst etwas stressig.
Meine Frau hat dann noch eine richtige Onsen-Erfahrung im Hotel gemacht und war ab diesem Zeitpunkt in jedem öffentlichen Bad, das uns über den Weg lief, zu finden-

Auch in Beppu hat man die verschiedensten Möglichkeiten, seinen Hunger zu stillen. Wir waren im Toyotsune, das ein breitgefächertes Angebot hat. Hier bekommt man Sushi, Sashimi, Tempura….einfach alles.

 

Letzte Station auf Kyushu: Kagoshima

Nach den heißen Quellen im Osten Kyushus, ging es nun zur „Stadt mit dem Vulkan“ in den Süden.
Da dieser Feuerspucker immer noch aktiv ist und sich ab und zu mal zu Wort meldet, roch es immer ein bißchen nach Schwefel und auch die Straßen waren von einer feinen Schicht Vulkanasche bedeckt.
Seit unserer ersten Japan-Reise war es ein Wunsch, mal in einem richtigen Ryokan zu übernachten. Also buchte ich ein Zimmer im Nakazono Ryokan. Eigentlich wurde das überall als eher positiv bewertet und auch die Homepage ließ ein gemütliches Heim vermuten. Jedoch war das auch eher ein Hostel mit einem Besitzer, Nakazono-san, der etwas gelangweilt scheinend sein „Hallo Besucher“-Programm abspulte(Karte auf den Tisch, hier ist das und hier das…viel Spaß!). Das Zimmer war ok. Hatten ein Tatamibett und ein Toilette(Bad war separat), aber das war alles jedoch recht weit entfernt von einem richtigen Ryokan. Außerdem roch es sehr muffig in der ganzen Bude.
Effektiv hatten wir dank der langen Anreise und der frühen Abflugzeit nach Okinawa nur einen Tag Zeit und nutzten diesen für einen Besuch der Vulkaninsel Sakurajima. Das ist der o.g. aktive Vulkan.
Mit der Fähre dauert die Überfahrt ca zwanzig bis dreißig Minuten. Wie schon auf Nokonoshima hat man hier die Wahl zwischen Erkundung mit Rad oder der gemütlichen Variante im Bus. Und da ich Urlaub hatte und es heiß war und die Räder mir auch nicht gefallen haben usw*bitte weitere fadenscheinige Ausreden ergänzen*, nahmen wir den Bus. Dieser fährt ein paar schöne Spots ab und bei jedem gibt einem der Busfahrer eine exakte Zeit vor, wann es weitergeht. So müssen sich japanische Touristen im Ausland fühlen…War aber nie groß hektisch und so haben wir die Tour auch genießen können.
Im Hafen wieder angekommen, haben wir unsere Füße in einer heißen Quelle gebadet und sind noch etwas am Strand spazieren gegangen.

Wenige Stunden nachdem wir die Insel verlassen hatten, erwachte der Vulkan mal wieder zum Leben und spuckte eine meterhohe Aschewolke aus. Sah auf den Bildern echt imposant aus, wir saßen zu der Zeit schon im Flieger Richtung Okinawa und haben das Spektakel eigentlich nur dank Instagram verfolgt.
Auch in Kagoshima haben wir(mal wieder auf dieser Reise) sehr gut gegessen. Zum einen waren wir ein einem edlen Shabu Shabu- Restaurant, das…Überraschung…Shabu Shabu serviert. Für Fleischfans interessant, alle anderen essen Probe.
Außerdem haben wir uns an einem Abend in einer der vielen Seitenstraßen, in denen es vor Bars und Restaurants nur so gewimmelt hat, einen Haufen leckerer Spieße geholt. Da war von Tintenfisch über Spargel im Speckmantel bis hin zu süßen Spießen(mit Reiskuchen) alles dabei. Wurde nach dem Aussuchen alles frisch gegrillt und mit einer leckeren Marinade überzogen. Feine Sache!

 

Shisa, Sushi & Touristen- Krempel: Okinawa

Schon 2010 konnten wir uns einen Abstecher nach Okinawa nicht verkneifen. Leider waren wir damals einfach zu kurz auf dieser wunderschönen Inselgruppe und zur falschen Jahreszeit.
Aber diesmal sollte das anders werden…

Nach einem knapp 90-minütigen Flug mit Solaseed Air(Billigflieger in Kooperation mit ANA, aber auch top!), landeten wir in Naha.
Was man dort definitiv benötigt, ist ein Leihwagen. Denn die Strecken sind oft länger als gedacht und gerade wenn man in den Norden der Insel möchte, kann das ganz schön zeitraubend sein.
Den Leihwagen habe ich über Japan Experience gebucht, Hauptvermieter dort ist Nissan. Diese haben sogar englischsprachige Navis in den Autos(das Menü ist Englisch, der Rest Japanisch), was für mich das Hauptargument war. Zum Führen eines Kraftwagens braucht man in Japan einen übersetzten Führerschein, den man am besten über die Deutsche Botschaft in Tokyo anfordert. Und das geht ganz unkompliziert: beglaubigte Kopien des Führerscheins und Personalausweises einscannen und an die Botschaft schicken. Diese übersetzen das Ganze und senden es per Post zurück nach Deutschland. Überweisungsträger liegt dann bei und kostet knapp 40,-€.

Also ging es per Shuttleservice von Nissan Rent-A-Car vom Airport zur Autovermietung, wo wir unseren grandiosen Nissan Cube abholen konnten. Und das ist wirklich ein Würfel, eben ein typisch japanischer Kastenwagen.
Aber die nächste Hürde wartete schon auf mich: Linksverkehr!! Davor hatte ich wirklich Respekt, aber zum Glück hatte man sich schneller als gedacht dran gewohnt, auf der falschen Seite der Straße zu fahren.

Was kann man sonst noch zum Autofahren in Japan sagen? Das war allgemein sehr entspannt. Man darf aber auch nicht wirklich schnell fahren. 40km/h innerorts, 60 außerorts. Auf der Autobahn dann wahnsinnige 80!!! Da kam man schon mal in einen Geschwindigkeitsrausch. Parken ist immer etwas schwierig. Man sollte bei der Wahl der Unterkunft immer auf einen hauseigenen Parkplatz achten, sonst kann man da auch gerne mal ein kleines Vermögen fürs Parken bezahlen.
In Naha eine schöne und zugleich preiswerte Unterkunft zu finden, war etwas schwieriger. Aber ich hatte wirklich richtiges Glück und habe noch eine richtig tolle Unterkunft ausgemacht. Und zwar war das das Rakuchin Hotel. Lag sehr ruhig in einer Wohngegend, aber nur 20min zu Fuß vom Stadtzentrum entfernt. In der Nähe waren auch viele Restaurants und ein Family Mart. Also alles was man braucht!
Der Staff war sehr nett! Einen kleinen Fauxpas gab es: die Putzfrau hat bei der Zimmerreinigung aus Versehen die Bikinihose meiner Frau in die Hauswäsche. Als Entschädigung gab es dann eine Flasche Pflaumenschnaps, eine Flasche Reiswein und Chips. Und geschätzte viertausenddreihundertsiebenundsiebzig Entschuldigungen. Aber die Hose ist wieder aufgetaucht und sie haben sie uns sogar nach Ishigaki nachgeschickt.

An der Kokusai-dori kommt man als Tourist natürlich nicht vorbei. Das ist DIE Straße in Naha! Und dort wird einfach alles verkauft, allen voran natürlich alles was Okinawa ausmacht, also Schlangenschnaps, verschiedene Salzsorten, Shisas(Schutzstatuen) undundund…
Das kann durchaus mal etwas viel sein, manche Läden sind mit Krempel vollgestopft bis oben hin. Aber ist eben perfekt, um Mitbringsel einzukaufen.

Naha hat aber auch seine ruhigen Seiten. Besonders ist hier das Töpferviertel hervorzuheben, das noch sehr ursprünglich wirkt. Hier kann man mal ganz besonnen durchlaufen.
Einen Tag hatten wir uns auf alle Fälle für das Okinawa Aquarium reserviert. Und da wurden wir überhaupt nicht enttäuscht. Das bietet nämlich neben einem kostenpflichtigen Innenbereich, einen doppelt so großen, kostenfreien Außenbereich mit allerlei Getier aus den Ozeanen dieser Welt.
Aber auch der Eintrittspreis war echt fair(ca. 10,-€/Person). Für die Größe und das Dargebotene kann man da nicht meckern. Highlight ist das riesige Becken in dem drei(!!) Walhaie leben, plus Haien, Rochen usw. War ein unglaublicher Anblick!
Wie gesagt, bot auch der Außenbereich so einiges, ua auch einen eigenen Strand. Dieser war lustigerweise in die Bereiche „Relax“, „Swim“ und „Action“ aufgeteilt und hielt eine riesige Hinweistafel bereit, die vor den „Gefahren“ des Meeres warnt. Darunter waren tödliche Seeigel, Seeschlangen und hinterlistige Rotfeuerfische…vielleicht alles in etwas dramatisierter Form.

Neben Töpfereien ist Okinawa auch noch für seine Glasfabriken bekannt. Deswegen konnte man sich auch einen Besuch in einer dieser Fabriken nicht entgehen lassen. Ist halt vor allem was für Touristen.

 

Das Essen auf Okinawa ist etwas anders als auf der Hauptinsel. Natürlich bekommt man hier auch sein Sushi oder Tempura, aber es gibt ein paar sehr leckere Spezialitäten.

Auf der Suche nach der Soba-Bude von vor fünf Jahren, stießen wir auf ein anderes kleines Restaurant, das wir prompt an drei der fünf Tage in Naha aufsuchten.
Dort gab es superleckere Okinawa-Soba, aber auch Taco-Reis(genialer Mix aus amerikanischer und japanischer Küche) und solche Köstlichkeiten wie Tintenfisch in der eigenen Tinte. Genial sind auch die feinen Frühlingszwiebeln, die frittiert serviert werden. Beliebt ist auch die Bittergurke Goya, aber die muss man schon mögen.

Sehr, sehr, sehr zu empfehlen ist auch das Eis der Blue Seal- Filialen. Ist etwas teurer, aber dafür bekommt man das beste Eis des Universums. Ausprobieren!!! Gibt es fast ausschließlich auf den Okinawa- Inseln.

 

Gibt es ein Leben nach Ishigaki?!?

Und dann war es auch schon soweit. Unsere letzte Woche war angebrochen und somit machten wir uns auf den Weg zu unserer letzten Station in Japan: der kleinen Insel Ishigaki. Vom Naha Airport ging es via ANA zur besagten Insel. Die Flugzeit betrug knappe 50 Minuten.

Und dann landeten wir in diesem kleinen Paradies!! Der erste Eindruck war schwül und heiß und irgendwie sehr tropisch! Das Prozedere war ähnlich wie in Naha. Erst mal den Leihwagen geholt(einen langweiligen Nissan Micra; nicht so spannend wie der Cube…) und ab zur Unterkunft.

Diese war in dem beschaulichen Örtchen Kabira, das im Nordwesten der Insel liegt und ca 30km vom Flughafen entfernt. Also war erst mal cruisen angesagt und so konnten wir schon mal einen guten ersten Eindruck von der Insel gewinnen.
Wir waren im Iriwa Guesthouse untergebracht. Und diese Unterkunft war echt schön!. Liegt fast auf dem höchsten Punkt des Dorfes und so hat man eine schöne Aussicht von dort oben. Wir hatten die Hibiscus- Suite mit zwei riesigen Betten und eben erwähnter toller Aussicht! Die Leute vom Staff waren teilweise sehr crazy und haben sich selbst immer eine schöne Zeit gemacht. Der Besitzer, Gon, nahm andere Gäste und uns einmal im Auto mit und zeigte uns interessante Spots rund um das Dorf.

Kabira an sich ist ein kleines, verschlafenes Städtchen mit zwei Supermärkten und einer Handvoll Restaurants mit einer breiten Auswahl. Außerdem ist es bekannt für seine Bucht, die tagsüber von Touristen überschwemmt wird, die sich das alles per Glasboden-Boot anschauen.

 

Auf Ishigaki ging an Ausflügen nicht besonders viel. Wir waren platt von den Wochen davor und waren froh um jedes Stündchen, das man mit Relaxen verbringen konnte.
So sind wir viel durch die Gegend gefahren, haben an einigen Stränden mal Halt gemacht und einfach die „freie Zeit“ genossen.
Meine Frau war an einem Tag beim Tauchen und kehrte euphorisiert zurück, da sie Mantas gesehen hat. War wohl recht beeindruckend!
Als hätte der Wettergott geahnt, dass wir nicht viel unternehmen möchten, ließ er es dann auch prompt regnen wie aus Eimern. Und das volle zwei Tage lang…mit kurzen Unterbrechungen.
Eine dieser Unterbrechungen nutzten wir für eine Überfahrt mit einem Boot nach Taketomi. Das ist eine winzige Insel westlich von Ishigaki, die man locker zu Fuß in ein paar Stunden umrunden kann. Um dort hinzukommen mussten wir in die Hauptstadt, Ishigaki City. Auch dort bummelten wir mal durch die Einkaufsstraßen und versorgten uns am Abend im riesigen Max Value- Supermarkt mit allerlei Spezialitäten, die man hierzulande nur schwierig bekommt.

 

Gegessen haben wir auf Ishigaki natürlich auch wieder sehr gut, hauptsächlich vor Ort in Kabira.
Zum einen gab es da ein heimeliges, kleines Lokal, das vom Okonomiyaki bis hin zum Ishigaki-Beef(sehr fein!!) gute Sachen im Angebot hatte. Und dann gab es da noch diesen leckeren Sushi-Laden! Leider hab ich keine Namen mehr parat, aber das Städtchen ist sehr übersichtlich. Wenn ihr mal hinkommt, einfach durchfragen.
Zu unserer Überraschung geb es auch überall englischsprachige Speisekarten, das war vor fünf Jahren auf Miyako noch anders.

Besonders hervorheben muss man auch die Pinacolada Bäckerei in Kabira. Was die zwei Angestellten dort alles an feinen Sachen zaubern, ist sagenhaft! Vom leckeren BLT-Sandwich bis hin zum Apfelkuchen werden hier alle Backwaren- Fetischisten befriedigt.

 

Und dann ging es auch schon wieder zurück nach Tokyo, denn dort ging am nächsten Morgen unser Flug Richtung Heimat.

Unsere letzte Nacht verbrachten wir im K’s House, mittlerweile eine lange etablierte Hostel-Kette. Zimmer war recht klein, aber sonst war alles gut.
Der Rückflug wurde dann durch die Lufthansa durchgeführt, was ich schon eine Stunde nach Abflug bereute. Auf der einen Seite ist das Servicepersonal lange nicht so nett und auf Zack gewesen wie die Damen und Herren der ANA, auf der anderen Seite war es stundenlang ein Geruckel und Gehoppse…da kann die Lufthansa nichts für, aber in dem Moment war ich einfach genervt und wehmütig, dass ich wieder heimfliegen musste.

 

Ja, das war mein Reisebericht. Eventuell ist er etwas lang geraten, aber Japan ist einfach eine Herzensangelegenheit und da möchte ich nichts auslassen. Und es soll ja auch als Inspiration für andere Weltenbummler gelten!! Also: Flüge buchen und ab in eines der schönsten Länder auf diesem Planeten!

Zum Abschluss gibt es noch ein paar hilfreiche App- Tipps(gebe nur Verfügbarkeit für iOS an, Android unklar) und Links für Eure Reise:

  • Hyperdia(iOS): App mit kompletten Zugfahrplan; leider nur online nutzbar und nach 30 Tagen kostenpflichtig;
  • Tokyosubway(iOS): Fahrplan der Tokyoter U-Bahn; offline nutzbar;
  • CityMaps2Go(iOS): Offline- Stadtpläne; ab und zu gratis im Appstore zu haben;
  • Japan Experience: internationale Reiseagentur für Japan; hier gibt es von der Autovermietung über den Railpass alles man braucht
    https://www.japan-experience.de/
  • Deutsche Botschaft Tokyo: zur Übersetzung des Führerscheins
    http://www.japan.diplo.de/Vertretung/japan/ja/Startseite.html
  • Hyperdia: Fahrpläne von Zügen, Shinkansen usw.
    http://www.hyperdia.com/

 

Unsere Reise haben wir hauptsächlich mit dem Lonely Planet- Reiseführer geplant, ansonsten ist das Internet natürlich eine gute Quelle, besonders TripAdvisor.

 

 

 

Dilarang merokok!…Reisebericht Indonesien 2014

Auch dieses Jahr ging es wieder für einige Tage ins Ausland. Diesmal zurück nach Asien, Ziel war Indonesien.
Da Indonesien aber nicht gerade ein kleines Land ist, musste man im Vornherein klären: Wo will man hin? Was will man sehen?
Wenn man dann auch „nur“ drei Wochen Zeit hat, grenzt sich das Ganze dann noch einmal ein.
Hilfreich war mal wieder der Reiseführer zu Indonesien von Stefan Loose und der Lonely Planet zu Bali & Lombok. Desweiteren natürlich der ein oder andere Reiseblog oder Reiseforen.

Indonesien besteht aus fünf Hauptinseln und mehreren tausend kleineren Inseln und ist mit ca 240 Mio Einwohnern der viertgrößte Staat der Welt. Fast 200 Mio Menschen davon sind Muslime, daher ist Indonesien der größte muslimische Staat der Welt(über Ausübung der Religion und damit verbundene Besonderheiten gibt es im Lauftext mehr).
Das Klima hängt aufgrund der starken Ost-West-Ausdehnung davon ab, wo man sich Indonesien befindet. Ist aber natürlich eher wärmer und feuchter.

Wir entschieden uns dann letztendlich für Java und Lombok als Reiseziel. Java, da es dort die interessantesten Städte gibt und man relativ einfach von A nach B kommen kann und Lombok, weil es nicht so von Touristen überlaufen ist wie Bali, aber trotzdem Traumstrände und pures Urlaubsfeeling bietet.
Der Flug war relativ schnell gefunden. Für ca 680,-€ pro Person buchten wir bei Etihad Hin- und Rückflug mit Zwischenstopp in Abu Dhabi.
Direktflüge von Deutschland nach Indonesien gibt es so gut wie keine, daher muss man einen Stopp einplanen.
Sonstige Reisevorbereitungen mussten nicht groß getroffen werden. Jeder sollte natürlich eine vernünftige Reiseapotheke parat haben, evtl nötige Impfungen abchecken und sich definitiv ein Moskitonetz kaufen(am besten ein imprägniertes).
Für Java sollte man die normalen Grundimpfungen haben, für Lombok wird auch eine Tollwut-Impfung aufgrund der vielen Straßenhunde empfohlen und Malaria-Prophylaxe sollte man auch im Gepäck haben. Am besten vorher beim Arzt oder besser noch, dem Tropeninstitut klären.
Da ich immer gerne schon mit etwas Bargeld ins Land einreise, habe ich bei der Reisebank indonesische Rupien bestellt. Das ging ziemlich problemlos und fix. 10000Rp entsprechen z.Zt. ungefähr 0,60€.
Die Inlandsflüge und Zugfahrten waren zunächst von Deutschland aus nur schwer zu organisieren. Entweder nahmen die Fluggesellschaften keine deutschen Kreditkarten an oder verweigerten komplett den Buchvorgang.
Zum Glück brachte mich aber eine Besitzerin des Hostels in Yogya im Laufe unseres Mail-Verkehrs auf die Seite www.tiket.com. Dort kann man von Unterkunft über Mietwagen bis hin zu Bahn oder Flug alles buchen was das Herz begehrt. Und ganz problemlos mit Kreditkarte bezahlen!
Unbedingt nötig wäre das alles nicht gewesen, denn vor Ort kann man sich ohne Probleme alles von Zug- über Flugtickets relativ spontan besorgen. Die meisten Hostels/Unterkünfte bieten dabei Hilfe an oder organiseren einfach ein Auto samt Fahrer.

Am Samstag, den 07.06. ging es dann endlich los. Unser Flug mit Etihad startete um 11.15 Uhr und war nach ca. 6h Flug in Abu Dhabi. Dort ging es dann nach einem längeren Aufenthalt weiter Richtung Jakarta und nach weiteren 8h kamen wir endlich am internationalen Flughafen an.
Vor Ort muss man sich bei der Einreise zunächst ein Visum kaufen. 30 Tage kosten 25,-US$(kann man nach der Laufzeit aber auch noch verlängern). Bezahlung geht nur mit Bargeld, ein Bankautomat ist aber in Reichweite des Visa-Schalters.
Inzwischen war es Sonntag und man war etwas gerädert. Zum Glück war es relativ einfach den Bus- Bahnhof zu finden, an dem die Busse in die Stadt fahren. Ein Ticket kostet 20000Rp, der Bus ist ca eine Stunde in die Innenstadt unterwegs.
Wir wollten zunächst zum Bahnhof Gambir und nahmen uns dort dann ein Taxi zum Hotel. Zu Taxis in Indonesien folgendes: Bitte nutzt die Taxis der Bluebird Group! Es gibt zwar auch andere „richtige“ Unternehmen, aber bei Bluebird hatten wir die wenigsten Probleme. Und achtet darauf, dass der Fahrer das Taxameter einschaltet. Von der Problematik haben wir vorher schon gelesen und sind deswegen gezielt auf ein blaues Taxi zugelaufen.
Blöderweise war das aber ein Bluebird-Fake!!! Da das Hirn nach 24h ohne viel Schlaf aber nicht mehr allzu leistungsfähig war, handelten wir eben einen Festpreis mit dem Fahrer aus. Also ging es für 75000Rp(für ca 12km) in den Stadtteil Tebet, dort hatten wir im Pop!Hotel reserviert.
Das Hotel ist relativ neu und bietet schöne Zimmer inkl. Dusche und Doppelbett für einen guten Preis(ca 25,-€/Nacht). Sehr zu empfehlen!!
Nach einer kurzen Erfrischung und einem kurzen Schläfchen ging es dann zurück an den Bahnhof Gambir. Mit einem richtigen Taxi! Und siehe da: das kostete auch nur die Hälfte.
Von Gambir kommt man relativ einfach zum Monumen Nasional, einer 137m hohen Säule, die an den Kampf der Unabhängigkeit Indonesiens erinnern soll. Dort war zu dem Zeitpunkt nicht mehr so viel los. Viele Stände hatten bereits geschlossen oder räumten gerade zusammen.
Aber der Anblick der, unterschiedlich beleuchteten Säule machte schon was her und war den Besuch wert.
So langsam meldete sich der Magen! Die Jl. Jaksa, eine Straße mit vielen Essensmöglichkeiten, lag laut unserem Reiseführer gleich ums Eck. Also liefen wir los…wir mussten nur über diese verfl*****, vierspurige Straße kommen. Von Europa verwöhnt, suchten wir also den Fußgängerweg über die Straße. Aber da war keiner! Nach 15 Minuten gaben wir entnervt auf über die Straße zu kommen und nahmen uns einfach ein Taxi. Nach fünf Minuten Fahrt waren wir dann endlich am Ziel und suchten uns etwas leckeres zum Essen!! Es gab: Nasi Goreng Ayam(gebratener Reis mit Hühnchen).
Wir waren von Sonntag bis Mittwoch in Jakarta. Ua erkundeten wir Chinatown(dort lud uns eine nette ältere Chinesin auf eine Portion Gado Gado ein) samt buddhistischen Tempel, besuchten das alte Stadtzentrum Jakartas inklusive Hafen und die Istiqlal-Moschee(die größte in Südostasien).
In der Moschee wurden wir gleich von einem der Sicherheitsbeamten einkassiert und wurden zunächst in die Besonderheiten eingewiesen. So musten wir uns etwas über unsere Straßenkleidung ziehen und durften uns auch nur auf einem bestimmten Stockwerk bewegen. War aber definitiv sehr interessant und atmosphärisch, va da wir auch gerade zur Gebetszeit da waren. Zu guter letzt „durften“ wir eine Spende geben, die sich der Herr aber anscheinend gleich mal selber eingesteckt hat. Verrückt!
Außerdem gab es eine kleine Shopping-Einheit in der Grand Indonesian Mall(acht Stockwerke inkl. Kino, Fressmeile und Kinderparadies). Denn wie wir auf den bisherigen Reisen gelernt haben: asiatische Malls sind doch die Besten!!!
An unserem letzten Abend besuchten wir nochmal das National-Denkmal, denn da startete just an diesem Tag das dreitägige Food Festival. Dort wurden landesweite Spezialitäten vorgestellt und verkauft. Anscheinend schauten wir bei vielen Speisen so fragend, dass uns manches gratis zum Testen angeboten wurde. So konnte man schon mal einen guten Überblick bekommen, was uns kulinarisch die nächsten Wochen noch erwarten würde: verdammt leckeres Essen!!!

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Am Mittwoch ging es dann vom Bahnhof Gambir aus mit dem Zug nach Bandung. Für eine Fahrt in der ersten Klasse zahlten wir für zwei Personen 13,-€.
Nach 3 1/2h kamen wir dann am Ziel an und nahmen ein Taxi zum Hostel. In Bandung blieben wir für zwei Tage und schliefen im Sanghata Inn.
Das war leider die schlechteste Unterkunft unserer Reise. Die Inhaber sprachen fast kein Englisch, das Zimmer war klein und dunkel, das Bad war in keinem guten Zustand und zwei der Fenster waren nicht komplett schließbar(zum Glück war das Moskitonetz gut zu spannen). Immerhin gab es leckere Mie Goreng zum Frühstück.
Bandung ist va durch seine vielen Outlet-Shops(der in Indonesien produzierenden Marken) und seine Art Deco- Architektur(bedingt durch die holländische Kolonialzeit) bekannt und besonders am Wochenende sehr beliebt bei Touristen aus In- und Ausland. Auch wir wollten uns dort mit ein paar Klamotten eindecken. Oft war es aber relativ schwer zwischen Original und Fake zu unterscheiden. Am sichersten kann man sich da in Marken- eigenen Shops oder in den großen Malls sein.
Obwohl Bandung wesentlich kleiner als Jakarta ist, ist der Verkehr mindestens genau so schlimm und nervenaufreibend. Deshalb flüchteten wir am Abend aus der Stadt und gingen in dem wunderschönen Restaurant Boemi Joglo über den Dächern Bandungs essen(in Dago, etwas nördlich von Bandung). Unser Host organisierte uns ein Taxi für den Hinweg. Für den Rückweg baten wir den Ober im Lokal, dass er uns eines bestellt. Ich gab ihm auch die Telefonnummer der Bluebird Taxis. Da er dort aber anscheinend niemanden erreicht hat(?!?!), fuhr er mit seinem Roller selber los und organisierte uns eines.
Doch leider war auch das kein „richtiges“ Taxi und daher wollte der Fahrer gleich mal 150000Rp für eine Strecke, die uns vorher nur 40000Rp kostete. Da wir  diesen Preis aber nicht bezahlen wollten, flogen wir nach einigen Kilometern aus dem Taxi. Netterweise lies uns der freundliche Herr neben einem echten Taxi aussteigen. Aber nicht ohne uns die 25000Rp Mindestgebühr abzuknöpfen, die für die richtigen Bluebird-Taxis gelten.
Echt ärgerlich!!!
In Bandung hat es jeden Tag pünktlich zum Nachmittag geregnet. Aber dann so richtig. Einmal hatten wir das Glück und fanden Unterschlupf in einem kleinen Imbiss. Die Besitzer und zwei Gäste waren recht glücklich über unsere Anwesenheit und haben uns ganz gut ausgefragt. Dazu gab es noch eine leckere Schüssel Bakso(Hackbällchen mit Brühe und Nudeln). Da kommt man doch gerne mal in den Regen!!
Die Stadt an sich ist ganz cool. Kann man mal für zwei Tage einstreuen, mehr zu sehen gibt es aber nicht.

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Am Freitag fuhren wir dann wieder Zug. Sieben Stunden Richtung Süd-Osten nach Yogyakarta, dem absoluten Highlight Javas.
Unser Zimmer hatten wir dort bei Andrea Hotel gebucht, einem kleinen und sehr gemütlichen Hostel in einer der Seitenstraßen in der Nähe des Bahnhofs. Dort reiht sich Hostel an Hostel. Aber es ist sehr ruhig!!
Erschlagen von der langen Zugfahrt, gab es so nicht mehr viel Programm für den Tag. Wir schlenderten über die Jl. Malioboro, der Hauptstraße der Stadt und aßen im Bedhots zu Abend. Echt zu empfehlen! Sehr leckeres Essen, indonesisch und westlich!
Für den Folgetag war ein Besuch des Prambanan- Tempelanlage geplant. Diese liegt ca 20km nördlich von Yogya, also waren wir auf den Bus angewiesen. Diese fahren an deutlich erkennbaren Haltestellen an der Jl. Malioboro und mit der richtigen Linie fährt man fast direkt bis vor die Anlage.
Dort mal wieder ein weiteres Touri-Ärgernis: Indonesier bezahlen knapp 2,-€ für den Einlass, Touristen jedoch ca 15,-€!!! Aber gut. Ist das Geld auf alle Fälle mal wert. Echt sehr sehenswert! Da kann man schon mal ein paar Stunden verbringen und sich von der Atmosphäre verzaubern lassen.
Wie schon bei einigen Sehenswürdigkeiten vorher(oder einfach mitten auf der Straße) wurden wir hier sehr oft von Einheimischen angesprochen, ob sie denn ein Foto von uns machen dürften. Das war anfangs sehr nett(in Korea war es ähnlich, besonders bei Jüngeren), aber mit der Zeit einfach etwas nervig. Oft konnte man keine fünf Meter gehen ohne dass man wieder angesprochen wurde oder man wurde einfach ungefragt heimlich fotografiert.
Neben der Tempelanlage gibt es eine Freiluftbühne. Dort tritt am Abend das Ramayana- Ballett auf, das in eindrucksvollen Bildern die Geschichte von Rama nachstellt. Gesang, Musik und Farbenspiel hypnotisieren einen regelrecht. Normalerweise gibt es vier Episoden mit je zwei Stunden Aufführung und an einem Tag gibt es eine ebenfalls zweistündige Zusammenfassung der Geschichte. Wir sahen Epsiode 2, zum besseren Überblick gibt es vor Ort Flyer mit der Geschichte.
Das war echt beeindruckend! Im Hintergund das beleuchtete Prambanan und der klare Vollmond über der Szenerie…wow!!!
Das Ticket dafür haben wir in der Tempelanlage erworben(200000Rp/Person), an der Abendkasse haben wir uns dann noch einen Platz für die Rückfahrt in die Stadt reserviert via Minibus.
Am folgenden Tag hieß es: früh aufstehen!!! Denn es ging zur Borobudur-Tempelanlage! Die Tour haben wir über unser Hostel gebucht und fuhren um fünf Uhr früh los. Eine knappe Stunde später waren wir dann vor Ort. Man kann für die Anlage auch Sunset- Touren buchen. In diesem Fall muss man aber schon um 4 Uhr los…muss im Urlaub nicht sein!
Auch diese Anlage ist echt sehenswert(va mit den im Morgendunst liegenden Wald und Gebirge außen herum), ab einer gewissen Uhrzeit war das aber alles so überlaufen(va von fotowütigen, indonesischen Schulklassen), dass es keinen großen Spaß mehr machte. Ein Fotowunsch nach dem anderen und viele unerwünschte „Ich knipps mal heimlich“-Fotos. Ab einem gewissen Zeitpunkt haben wir dann dankend abgelehnt.
Der Rest des Tages stand dann eher im Zeichen von Schlafen, Essen und gemütlichem Schlendern durch die Stadt.
Am letzten Tag gab es nochmal die volle Dröhnung Kulter: Sultanpalast, Wasserschloss und Vogelmarkt standen auf dem Plan. Sollte man sich alles mal anschauen. Sehr gewöhnungsbedürftig ist aber definitv letzterer. Denn dort werden nicht nur Tausende von Vögeln(von Spatzen über Eulen und bunte Kücken) angeboten, sondern auch Katzen, Hunde, Geckos oder Fledermäuse. In winzigen Käfigen, teils zerrupft oder eher krank wirkend.
Yogyakarta ist ein absolutes Must-see in Indonesien. Eine großartige Stadt mit tollem Ambiente!
Störend waren aber die vielen Kuschen- und Rikschafahrer an der Jl. Malioboro, die einen ständig anquatschten. Ständig wollte man uns etwas andrehen oder wir wurden zu exklsuiven Kunstausstellungen eingeladen, die komischerweise jeden Tag einen Sale hatten und nur noch kurze Zeit liefen…jaja.
Wenn man auf der Suche nach Batikstoffen ist, wird man in Yogya ebenfalls fündig. Am besten vorher informieren, wo es gute Stoffe gibt. Oft helfen auch aber die Angestellten in den Hostels weiter.

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Nächste Station war der Vulkan Mount Bromo. Erneut mit dem Zug ging es von Yogya nach Surabaya. Dort wurden wir von einem Mitarbeiter des Hotels am Bromo, Yoschis Guesthouse, abgeholt und waren nach knapp drei Stunden Fahrt 2300m weiter über dem Meeresspiegel.
Da die Planung von Deutschland, wie oben schon erwähnt, nicht so einfach war, hat sich erst in Indonesien herausgestellt, dass wir mit dem Zug auch noch ein Stück hätten weiterfahren können. So hätten wir uns ein paar Stunden Autofahrt ersparen können.
Das Guesthouse wurde von einer Deutschen gegründet und bietet auf den ersten Blick ein sehr gemütliches Ambiente. Das Zimmer war zwar etwas dunkel, aber Sanitäranlagen waren sauber und auch das dazugehörige Restaurant war super. Leider war aber das restliche Interieur sehr verstaubt und schmutzig(nichts für Allergiker!!!) und es wurde besonders in der Nacht immer sehr klamm und feucht. Das machte sich auch an den Klamotten bemerkbar, die nicht mehr trocken werden wollten. Aber da wir eh nur zwei Nächte blieben war das zu verschmerzen.
Im Guesthouse wollten wir uns nach einer Karte und dem leichtesten Weg zum Bromo hinauf informieren(wird so auch auf der Homepage beworben), aber angeblich hatte man keine Karten mehr und man beschrieb uns den Fußweg auch nicht richtig, da man uns lieber eine der überteuerten(und überlaufenen) Sunset-Touren andrehen wollte.
Letztlich konnten wir uns übers Internet genug Infos beschaffen und machten uns zu Fuß auf dem Weg zum Bromo. Nach einer knappen Stunde Fußmarsch(meist steil bergauf), fuhren wir dann doch bei zwei jungen Kerlen im Bus mit hoch zum Bromo Nationalpark. Nachdem man die ca 15,-€/Person Eintritt bezahlt hat, darf man sich dort frei bewegen.
Nun hat man die Wahl, ob man einen der überteuerten Jeeps zum Bromo nimmt oder auf einem der Roller mitfährt bzw sich von einem Pferd zum Gipfel tragen lässt. Man kann aber auch laufen.
Zu Fuß dauert das Ganze bis zum Gipfel eine knappe Stunde und es ist ein einmaliges Erlebnis durch diese Wüste auf den Bromo zu zulaufen. Kurz vor dem Krater sollte man sich übrigens noch einen der getrockneten Blumensträuße kaufen. Den soll man zur Beschwichtigung des (aktiven)Vulkans in den selbigen werfen.
Zu den Aussichtspunkten, die früh von den Sunset-Touren angefahren werden, kommt man am besten per Jeep. Aber auch hier werden unverschämte Preise aufgerufen. Leider! Den Weg von Nationalpark zum Guesthouse in Ngadisari legten wir auch wieder zu Fuß zurück in ca 1 1/2h.
Auch diese Station unserer Reise war die Strapazen wert. Wer die Möglichkeit hat, das im Rahmen eines Tagesausflugs zu machen, sollte das auch machen.
Wenn man vor dem Bromo in dieser unwirklichen Wüste steht, kommt man sich vor wie auf einem anderen Planeten. Die Natur kann so unglaublich schön sein!!!

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Dann verließen wir Java und flogen mit Lion Air von Surabaya aus nach Lombok. Leider hatte der Flug über eine Stunde Verspätung, was mein Vertrauen in die Fluggesellschaft nicht weiter steigern konnte(habe vorher schon von Problemen bei Landeanflügen usw gelesen). Aber im Endeffekt war der Flug super! Das Flugzeug war nagelneu und nach einer knappen Stunde landeten wir sanft auf der Rollbahn des neuen Flughafens in Lombok.
Auf Lombok wohnten wir in Kuta(nicht zu verwechseln mit dem Kuta auf Bali) in Yulis Homestay. Auch hier hatten wir wieder einen Mitarbeiter, der uns am Flughafen abholte und uns zum Hotel fuhr. Dort angekommen waren wir erst mal baff!! Eine unglaublich schöne Anlage mit zehn Ferienwohnungen, Pools und kleinen Bungalows(dort gab es immer Frühstück). Es gab eine Küche, die man nutzen und sich kostenlos mit Tee und Wasser versorgen konnte. Außerdem wurden wir sehr nett von Jon empfangen, dem „Mädchen für alles“. Er kümmert sich um jeden Wunsch der Gäste und war jederzeit ansprechbar.
Die Zeit in Kuta war dann auch nur zum Faulenzen und Entspannen gedacht. Mit Kultur war es nix!!!
Kuta an sich ist ein kleines gemütliches Städtchen direkt am Meer, das komplett vom Tourismus lebt. Hier reiht sich Surf- an Tauchshop, Batikladen an Imbiss und Rollerverleih an Reiseunternehmen(für Touren nach Bali, Komodo…). Die Abende kann man in den tollen Restaurants verbringen, die von westlichen Speisen wie Pizza oder Burgern bis hin zu indonesischen Spezialitäten alles anbieten.
An einem Tag nahmen wir uns einen Fahrer(selber Fahren, sei es mit Roller oder Auto, ist mir in Indonesien echt zu riskant), der uns etwas durch die Gegend kutschierte. Ua fuhren wir an einer Goldmine vorbei, die allerdings schwarz betrieben wird. Dort gab es wohl schon sehr viele Unfälle, da die Stollen wohl nicht sehr sicher sind. Ein- bis zweimal im Jahr gibt es wohl eine staatliche Kontrolle, ob die Mine auch wirklich nicht genutzt wird. Blöderweise immer mit vorheriger Ankündigung 😉
Die Strände, die wir an diesem Tag besuchten, waren menschenleer. Es war kaum etwas los!! Das Wasser war auch relativ angenehm von der Temperatur und sehr ruhig. Wieder einmal sind uns die vielen Straßenhunde aufgefallen und der Fahrer konnte endlich das Rätsel lösen, warum es davon so viele gibt: da die Muslime Hunde als ehrenlos betrachten, kümmert sich einfach keiner um die. Und dann vermehren die sich natürlich auch ins Unendliche.
Nach drei Tagen in Kuta brachte uns dann der Fahrer des Homestays nach Bangsal, in den Norden Lomboks. Dort setzten wir über auf die Insel Gili Air.
Eine winzige, traumhafte Insel, die neben Gili Meno und Gili Trawangan liegt. In gut 1 1/2h kann man die komplette Insel zu Fuß umrunden.
Am Hafen kann man Tickets für die Überfahrt kaufen. Und da gibt es zwei Möglichkeiten: entweder mit dem Speedboot für wirklich viel Geld oder mit dem regulären Boot. Dieses fährt mehrmals am Tag(um 15.30 Uhr das letzte Mal) und ist wesentlich günstiger(ich glaube es waren 15000Rp pP). Und die Strecke ist in nicht mal 15 Minuten geschafft. Allerdings auch etwas abenteuerlicher. Es steht zwar irgendwas dran von max. 20 Personen. Wir zählten aber weit über 50 auf unserem Schiff. Aber gut, wir haben überlebt und kamen heil auf Gili Air an.
Vor Ort kann man sich, bei viel Gepäck, eine der Pferdekutschen samt Fahrer mieten, die einen wohlbehalten zur Unterkunft bringt. Das haben wir doch gleich mal genutzt. Ich wusste gar nicht, dass man mit einer Kutsche um die Kurven driften kann…Zum Glück gibt es dort weder Autos noch Roller. Eine himmlische Ruhe!!
Wir wohnten in den Sejuk Cottages. Eine tolle, kleine Anlage unter französischer Führung. Unser Bungalow war super. Klimaanlage, große Dusche, Hängematte und ein riesiges Bett mit Moskitonetz. Auch hier war, wie fast überall, Frühstück inklusive. Und auch hier bestand es aus einem Saft, Kaffee/Tee und Omelett/Pfannkuchen oder Sandwich. Perfekter Start in den Tag!
Auch hier stand mehr das passive Leben im Vordergrund. Schlafen, Essen, Lesen, Musik hören, Essen, Schlafen…Hier wird einem aber auch einiges geboten. Von Surfen über Yoga bis zum Tauchen. Meine Frau nutzte vor allem die zwei letzteren Angebote sehr häufig. Zum Tauchen ging sie zu 3WDIVE(französicher Eigentümer; sie war sehr zufrieden damit!!) und für Yoga ins H2O.
Am Abend ging es dann immer in eines der zahllosen Restaurants, die fast alle direkt am Meer liegen und auch hier von Sushi über Burger bis hin zu perfekten BBQs alles bieten was das kulinarische Herz begehrt. Unser Favort war die Raja Bar, die wir gleich drei Tage in Folge besuchten und uns durch die Speisekarte schlemmerten.
Eine perfekte Location zum Abschalten und zum Erholen von den stressigen Großstädten Javas.

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Leider verging die Zeit aber wieder viel zu schnell und im Nu war Freitag und es ging zurück von Lombok nach Jakarta. Auch wieder mit Lion Air, auch wieder ohne Vorkomnisse.
Die letzte Nacht verbrachten wir im Pop!Hotel direkt am Airport. Auch hier gab es mal wieder Ärger mit dem Taxifahrer. Denn dieser wollte(trotz Taxameter) 100000Rp für eine 4km-Strecke. Nachdem wir uns mit dem Fahrer nicht einigen konnten, wurden wir mal wieder aus dem Taxi geschmissen. Aber zum Glück gibt es am Flughafen ja mehrere Taxis…und der nächste Fahrer war auch sehr freundlich und nutzte tatsächlich das Taxameter.
Das wars dann leider auch. Am nächsten Tag ging es wieder zurück nach Hause. Mit Etihad über Abu Dhabi nach Frankfurt.

Alles in allem war diesmal wieder ein wunderschöner Urlaub(trotz kleiner Ärgernisse). Die Indonesier sind ein sehr freundliches Volk. Das zeigten viele Gespräche mit Einheimischen. Leider hat man jedoch das Gefühl, dass va die Indonesier im Tourismusgewerbe vor lauter Rupien nichts mehr anderes sehen und Fairness und Ehrlichkeit vergessen. Das hab ich auch schon anders erlebt. Schade!
Für Jakarta sollte man nicht zu viele Tage einplanen, da die Mischung aus Dreck, Chaos und Lautstärke doch sehr nervenzehrend ist und es nicht so viele Sehenswürdigkeiten gibt. In den anderen Städten hat es von der Dauer des Aufenthalts perfekt gepasst.
Ansonsten ist Indonesien ein sehr günstiges Reiseland, teilweise haben wir für 3,-€ zu Abend gegessen(zu zweit!!). Auch die Taxifahrten und Kosten für öffentliche Verkehrsmittel sind sehr günstig. Westliches Preisniveau gibt es sehr selten.
Das Essen war auch super. Manchmal etwas scharf, aber immer lecker. Defintiv sehr viel Auswahl, von Huhn über Rind zu Ziege(Schwein gibt es ja nicht, da muslimisches Land). Mit Reis oder Nudeln. Aber auch die Fischgerichte waren besonders auf den Inseln großartig!!

Aloha und Mahalo…Reisebericht Hawaii 2013

Nach unseren wunderschönen Urlauben in Asien, wollten wir uns nun mal in die andere Himmelsrichtung aufmachen. So ging es dann dieses Jahr im Mai in den 50. und auch jüngsten Bundesstaat der USA, Hawaii.

Im Voraus haben wir alles in Deutschland gebucht. Von Flügen über Unterkünfte bis hin zum Mietwagen. Das ist auch unbedingt zu empfehlen, denn Hawaii ist immer gut besucht(auch in der Nebensaison wie bei uns) und kann sehr schnell sehr teuer werden.
Geflogen sind wir mit United Airlines von Frankfurt aus. Dort am Schalter der erste „Kulturschock“: eine nette Dame befragt die wartenden Fluggäste erneut zu ihrem Gepäck, zum Grund der Reise und wohin man denn fliegt. Eigentlich wurde das schon alles beim ESTA-Antrag beantwortet, aber gut…was macht man nicht alles für terroristenfreie Flugzeuge 😉
Nach knapp 10 Stunden Flug landeten wir in Newark, wo es zur Einreise ging. In Asien war das bisher immer sehr unkompliziert, in Amerika kam ich mir stellenweise wie ein Schwerverbrecher vor. Man will schon alles sehr genau wissen, vor jedem Flug muss man durch den Körperscanner, Schuhe müssen ausgezogen werden undundund…
Aber nachdem das alles erfolgreich absolviert war und wir „richtig“ in den USA angekommen waren, mussten wir uns etwas beeilen um unseren Anschlussflug zu bekommen. Also schnell raus aus dem Terminal, rein in den Airport-Zug und ab zum richtigen Gate.

Nach weiteren zehn Stunden im sehr runtergekühlten Flugzeug landeten wir gegen 18:30 Uhr Ortszeit in Honolulu. Erschöpft, aber happy, suchten wir den Schalter von Hertz, um unseren Mietwagen abzuholen. Dieser liegt zum Glück gleich gegenüber des Ankunfts-Terminals und kann gut per Fuß erreicht werden.
Reserviert hatte ich einen Kleinwagen, der auf Oahu absolut ausreicht. Bekommen haben wir dann einen Chevrolet Sonic. Für den Großteil an Stadtverkehr auf dieser Insel absolut ausreichend. Nur die Automatik-Schaltung gefiel mir nicht so.
Also, Rucksäcke rein ins Auto. Navi(vorher bei ebay günstig bekommen) installiert und los ging es Richtung Unterkunft. Diese haben wir, wie auch alle anderen, über airbnb.de gebucht. Dort gibt es Zimmer, Betten, Ferienwohnungen von Privatleuten zu super Preisen.
Nach einigen Irrungen und Wirrungen durch die amerikanische Straßenführung, kamen wir recht bald dort an. Wir wohnten etwas außerhalb von Honolulu(ca 20 Minuten mit dem Auto bis zur Innenstadt), sehr nahe am Regenwald, in einer ruhigen Wohnsiedlung. Unsere Hosts(ein junges Paar mit zwei Kindern und unzähligen Katzen) waren echt nett und konnten alle unsere Fragen beantworten.
Bevor wir den ersten Abend ausklingen ließen, wollten wir noch etwas essen. Also nochmal ins Auto und zum nächstbesten Supermarkt gefahren. Und das war schon ein Erlebnis! Eine riesige Auswahl an Lebensmitteln in allen Formen und Farben. Und ganz hawaii-typisch kulturell bunt gemischt. Also von Fastfood über Japanisch bis hin zu superfrischem Obst/Gemüse alles verfügbar. Einzig die Packungsgrößen sind für Reisende etwas zu überdimensioniert. Die kleinste Packung (laktosefreie)Milch hatte 2 Liter!!!

Nach einer kurzen Nacht(der Jetlag war deutlich zu spüren) entschlossen wir uns, erst mal Honolulu zu erkundigen. Unser erstes Ziel war der Aloha Tower, der früher die Schiffe in Hawaii willkommen hieß. Auch heute liegen dort riesige Kreuzfahrtschiffe und bringen Touris auf die Insel.
Von diesem aus ging es dann zu Fuß weiter durch das Bankenviertel nach Chinatown. Auf unserem Weg dorthin kamen wir auch an dem Regierungsgebäude vorbei mit der Statue des König Kamehameha vorbei, vielen eher bekannt als der Hauptsitz der Sondereinheit „Hawaii Five-0“.
In Chinatown selbst war an diesem Sonntag noch nicht so viel los, das änderte sich dann aber in den Folgestunden.
Nach einer leckeren Mahlzeit in einem Foodcourt ging es dann wieder zurück zum Auto und wir cruisten durch die Innenstadt zum Waikiki Beach. Parkplätze sind in Honolulu und besonders am Strand Mangelware. Ein guter Tipp ist hier der Zoo(sehr günstig) bzw der Parkplatz am Kapiolani Regional Park(kostenfrei).Nach den anstrengenden Stunden am Strand(liegen und die Seiten des Buches umblättern…puh!!), brauchten wir eine Stärkung und machten unsere erste amerikanische Burgererfahrung bei „Cheeseburgers in Paradise“. Absolut zu empfehlen. Sehr große Auswahl an unterschiedlichen Burgern(in einer ordentlichen Größe) und diese leckeren Pommes dazu!!! Wow!
Insgesamt hatten wir für Oahu eine Woche reserviert und diese Zeit kann man auf dieser tollen Insel absolut ausfüllen.
An den Folgetagen in Honolulu und Umgebung wanderten wir den Diamond Head hinauf(unbedingt feste Schuhe und Sonnenschutz mitnehmen), meine Liebste versuchte sich am Surfen und wir erkundeten die Shopping Malls in den USA(die sich mit der starken Konkurrenz auch Asien messen lassen mussten…knappe Sache!).Hervorzuheben ist hier natürlich die Ala Moana Mall, die größte ihrer Art auf Hawaii und ganz gut ausgestattet, wenn man einkaufen gehen will(va Klamotten und Schuhe).
An Tag 5 ging es zum ersten Mal richtig raus aus Honolulu und wir fuhren Richtung North Shore. Durch die amerikanische Geschwindigkeitsbegrenzung fährt man da verhältnismäßig lange, aber kann dafür die Umgebung genießen.
Erster Stopp dort war Haleiwa. Dort gab es neben vielen kleinen Läden mit allerlei Schätzen ein Highlight: Matsumotos Shave Ice. Crushed Ice mit Sirup übergossen. Also wie Wassereis bei uns. Und das war ein Gaumenschmaus! Aber Achtung: Zuckerschock! Kann unter Umständen sehr süß werden…
Entlang der North Shore gab es einige schöne Strände zu sehen und einfach eine tolle Natur.
Zwei Tage später machten wir uns dann an die Erkundung der Ostküste Richtung Kailua. Auf dem Weg dorthin gab es einen tollen Aussichtspunkt, Nu’uanu Pali. Dort hat man einen tollen Blick auf die Küste und kann die Vegetation Hawaiis bestaunen.
Auf dem Weg nach Kailua gibt es auch eine schöne japanische Tempelanlage zu sehen bei deren Anblick man sich in Nippon wähnt. Nach dem Erkunden der Stadt und einem leckeren Frühstück(um 12:30 Uhr) gab es auch hier wieder einige Stunden am Strand bevor es dann wieder zurück ging.
Den letzten Tag auf Oahu nutzten wir dann noch für eine Wanderung zu den Manoa Falls(sehr schlammig) und für eine Spritztour über den Tantalus Drive, von dem man eine unglaubliche Sicht auf Honolulu hat.

Tags drauf ging es dann mit Hawaiian Airlines weiter nach Maui. Das Flugzeug ist die sinnvollste Art zwischen den Inseln zu reisen. Geht einfach am schnellsten und ist sehr günstig.
Nach nicht mal dreißig Minuten landeten wir auch schon in Kahului. Auch hier hatten wir einen Wagen reserviert. Der Shuttlebus von Hertz holt die Kunden alle 10 bis 15 Minuten am Flughafen ab.
Trotz gebuchter Kleinwagen-Klasse, bekamen wir ein Update auf die Mittelklasse(kostenlos! Ist wohl sehr oft so, dass man „größere“ Autos bekommt, wenn die kleiner Klasse nicht mehr verfügbar ist) und hatten somit für die nächsten sieben Tage einen Ford Focus.
Unsere Unterkunft hatten wir in Kihei bei einem älteren Ehepaar. Diese haben ihr Haus geteilt und eine Ferienwohnung eingerichtet. Somit hatten wir den „Luxus“ eines eigenen Bades und einer kleinen Küche.
Also erst mal ausgepackt und von der unmenschlichen Abflugzeit in Honolulu erholt(7:10 Uhr FRÜH!!!!). Am Mittag fuhren wir dann nach Lahaina, das ca 45 Minuten Autofahrt entfernt ist. Und hier merkten wir schon: Maui ist ganz anders als Oahu. Besonders vom Publikum her! Sehr viele Aussteiger und nicht mehr so viele Japaner.
Lahaina ist ein kleiner, gemütlicher Ort, direkt am Meer. An diesem Sonntag war ein Künstlermarkt unter der Hauptattraktion der Stadt: einem uralten Baum, aus dessen Wurzeln andere Bäume wuchsen und sich über den ganzen Platz verteilen.
Und dann geschah es: REGEN! Auf Maui so selten(maximal zwei Tage im Jahr) und wir hatten natürlich das Glück…aber es blieb trotz Schauer warm und so flüchteten wir von Laden zu Laden an der Strandpromenade.
Am nächsten Tag besuchten wir mehrere Strände an der westlichen Seite Mauis, va aber südlich von Kihei oder dort direkt. Alle sehr schön und sauber. Und da Nebensaison auch nicht so voll von Menschenmassen.
Leider haben wir es mit der Sonnensucht etwas übertrieben und so war am Folgetag nur eines angesagt: der Sonne aus dem Weg gehen! Aber auch hierfür gibt es auf Maui zig Möglichkeiten.
Wir besuchten dann das Maui Ocean Center(Eintrittspreis zwar recht hoch mit knapp 30$ pro Kopf, aber absolut sehenswert) und am Nachmittag gab es dann in einem kleinen Kino „Iron Man 3“.
Ein absolutes Muss auf Maui ist die „Road to Hana“. Eine knapp 80km lange Strecke von Kahului nach…wer hätte es anders gedacht…Hana. Und dafür muss man Zeit einplanen. Sehr viel Zeit! Vor allem dann, wenn man auch noch sehen möchte was es so neben der Straße gibt. Wasserfälle, Strände, kleine Orte, einen Bambuswald…die Liste ist so lang wie die Straße.
Man sollte schon gerne Autofahren, denn die Strecke bietet einige fordernde Kurven, enge Abschnitte, großes Gefälle und teilweise Begrenzungen von 10mph.
Unbedingt vorher nochmal volltanken und am besten Verpflegung mitnehmen. Es gibt auch immer wieder mal Restaurants an der Straßenseite, aber die sind teuer. Leider haben wir die ganze Strecke nicht ganz geschafft, obwohl wir recht früh gestartet sind. Aber das was wir gesehen haben, war einfach nur: WOW!!!
Da Maui gefühlt mehr Strände als Einwohner hat, verbrachten wir die restlichen drei Tage auch an diesen. Mal für unsere Hochzeit und anschließendem Käsekuchen von Safeway, aber meist zum lässigen Strandstuhl-Sitzen mit Musik auf den Ohren. Entspannung pur!

Am 12.05. ging es dann schließlich auf die letzte Insel unserer Tour, Big Island. Auch hier per Flugzeug und Hawaiian Airlines. Und auch hier waren wir innerhalb von dreißig Minuten von der einen zur anderen Insel gelangt.
Diesmal hatten wir das Auto nicht bei Hertz gemietet, sondern bei Alamo. Leider gab es da ein großes Mißverständnis, da wir eigentlich zum Gipfel des Mauna Kea fahren wollten, dies aber nicht zulässig ist mit Autos von Alamo. Das bietet leider nur Harpers an. Zu happigen Konditionen.
Also: eigentlich war ein SUV reserviert, wir bekamen aber nur einen Mazda 5-Van. Sie hatten keinen SUV an der Station am Flughafen in Hilo, aber der Mitarbeiter schlug vor, dass wir das Auto in Kailua Kona(wohin wir sowieso fahren mussten) tauschen könnten. Gesagt getan.
Nach einer knapp dreistündigen über die Nordküste Big Islands durch eine unglaubliche Nebelwand und über Höhenunterschiede von über 2500m, kamen wir dort auch an. Umtausch war kein Problem. Und so hatten wir unseren Allrad Hyundai Tucson.
Die Unterkunft in Kailua Kona erreichten wir auch(dank Navi) gleich und waren auch hier von der Ausstattung positiv überrascht. Wir hatten wieder einen eigenen Teil des Hauses inkl. Bad/WC(japanische Toilette…yeah!!!), Küche, Gartenbereich mit Grill, TV…alles sehr schick!
Da Big Island, wie es der Name schon erahnen lässt, sehr groß ist, hatten wir zwei Unterkünfte gebucht. In der ersten blieben wir für drei Nächte.
Leider war der erste Tag surch die lange Autofahrt schon fast vorbei und so bleib nicht mehr viel Zeit für Sehenswürdigkeiten.
Am Folgetag besichtigten wir zunächst die „Painted Church“, eine sehr abgefahrene, katholische Kirche mit psychedelischen Deckenbildern.
Die tollen Serpentinen ging es dann wieder runter zum Meer, denn da ist Puuhonau O Honaunau. Eine alte hawaiianische Zufluchtsstätte in Parkform.
Defintives Highlight von Big Island und wahrscheinlich der ganzen Reise war die Fahrt auf den Mauna Kea. Schon lange vor dem Gipfel durchbricht man die Wolkendecke und hat einen sehr unwirklichen Blick auf die Vulkanlandschaft vor Ort. Das Besucherzentrum auf einer Höhe von ca 2800m erreicht man noch problemlos mit jeder Autoart, da die Straßen alle befestigt sind. Hier sollte man auch erst mal anhalten. Unbedingt warme Kleidung einpacken und die Chance zum Umziehen nutzen. Auch zur Umgewöhnung an die doch recht dünne Höhenluft muss man hier anhalten.
Wie oben schon erwähnt, erlauben es nur die wenigsten Autovermietungen bis ganz zum Gipfel zu fahren. Die, teils unbefestigte, Straße dorthin sollte man nur mit Allrad-Autos mit Bodenfreiheit befahren. Denn da gibt es Schlaglöcher, die Vulkankratern ähneln.
Am Gipfel selbst ist es nochmal kälter(bei uns war es um den Gefrierpunkt) und, da über den Wolken, sehr grell und blendend. Sonnenbrille ist empfohlen! Da oben bietet sich ein grandioser Blick und mit den Sternwarten im Hintergrund, kam man sich vor wie auf einem fremden Planeten.
Zurück am Besucherzentrum war es schon dunkel und einige Studenten der University of Hawaii hatten Teleskope aufgestellt. Dort gab es den Mond zu sehen und was besonders eindrucksvoll war: den Saturn samt Ring. Unglaublich!!

Bevor es dann zu unserer nächsten Unterkunft Richtung Süden ging, machten wir noch einen Abstecher in den Galaxy Garden. Was ein Trip!! Dort hat Jon Lomberg unsere Galaxie mit Blumen und Sträuchern nachgebaut. Ua gibt es dort noch Statuen zu jeder Weltreligion und Sandmandalas…sehr esoterisch.
In Pahoa angekommen, fiel die Suche der Unterkunft sehr schwer. Die war nicht direkt in Pahoa, sondern weiter südlich. Auch das Navi wusste manchmal nicht weiter.
Schließlich landeten wir in einer Wohnsiedlung für Aussteiger. Die Häuser hatten teilweise eine abgefahrene Architektur und neben unserem war eine Hippie-Kommune. Man fühlte sich wie am Ende der Welt. Kaum Handy-Empfang. Und nur alle hundert Meter mal ein Haus.
Pahoa und die Gegend um Hilo war im Vergleich zu den anderen Gebieten, die wir besuchten, sehr ländlich. Die Städte waren allesamt kleiner und es gab nicht mehr ganz so viel zu sehen wie in den Tagen zuvor.
Einen Tag verbrachten wir im Volcano Nationalpark, den man ganz gut mit dem Auto befahren kann. Ua kann man eine Straße entlang fahren, die durch einen (abgekühlten)Lavastrom versperrt wurde. Dieser hat im Jahr 2010 ein ganzes Dorf verschlungen. Toll waren auch die Schwefelfelder und die Erdlöcher aus denen der Wasserdampf steigt.
Highlight ist aber der aktive Vulkan, den man sich in den späten Abendstunden anschauen sollte. Denn dann sieht man das Glühen der Lava. Am besten etwas früher hingehen. Das ist ein beliebter Fotospot.
Auf Big Island kann man sich auch mal Hilo anschauen. Trotz Airport und den typischen Supermarkt-Ketten immer noch eine kleine, verschlafene Arbeiterstadt. Va an der Promenade lassen sich einige nette Läden entdecken.
Und dann kam auch schon der letzte Tag unserer Reise. Diesen nutzten wir für einen Besuch des Space Farmer Markets(der Hippie-Kommune von nebenan), letzten Strandbesuchen und einem Abendessen nicht von dieser Welt.
Die Rückreise zog sich dann etwas. Erst der Flug zurück nach Honolulu, dann weiter nach Chicago. Dort hatten wir sechs Stunden Aufenthalt und flogen um die Mittagszeit heimwärts nach Frankfurt.

Zum Schluss gibt es noch einige Infos und Fakten zu diversen Punkten:

– Wetter: Das Wetter war über die drei Wochen immer prima. Durchschnittswerte von um die 27°Grad, der Regen beschränkte sich(in Oahu) auf die Nächte. Auf Big Island war das Wetter sehr wechselhaft. Von Wolkenbruch bis zu Sonnenschein war alles dabei. Und das innerhalb von wenigen Minuten. Aber das liegt hauptsächlich an dem Klima der Vulkaninsel und ist wohl immer so.

– Flüge: Mit United Airlines muss ich nicht mehr fliegen. Das Essen und der Service waren im Vergleich zu Asiana oder Singapore Airlines nicht wirklich toll gemessen an dem Preis. Sehr negativ war auch das extreme Herunterkühlen des Innenraums auf den Inlandsflügen und dass das Essen dort auch etwas gekostet hat.

– Essen: Die Verpflegung auf Hawaii war durchgehend fantastisch. Anfangs muss man sich etwas an die Portionsgrößen gewöhnen. Keine großen Esser können sich diese locker teilen. Ein weiterer Pluspunkt: das Wasser ist immer gratis.
Besonders hervorheben möchte ich „Da Kitchen“ in Honolulu bzw „Da Kitchen Express“ in Kihei. Dort gibt es eine exzellente Auswahl aus hawaiianischen Gerichten und „typisch Amerikanisch“. Die Burger waren grandios und das Loco Moco(Spiegelei auf Hamburgerfleisch auf Reis, darüber Bratensoße) erst.
Wenn es etwas Mexikanisches sein soll, empfehle ich „Maui Taco“ oder in Kailua-Kona „Killertaco“.
Für die Mahlzeit am Morgen muss man „Leonard’s“ hervorheben(leckere Malasadas) und „Liliha Bakery“(gefüllte Windbeutel).

– Shopping: Also wenn man auf der Suche nach günstigen Schuhen und Klamotten ist, hat man mit den USA sein Traumland gefunden. Sollte man(so wie ich) gerne mal Filme oder Comics shoppen, gibt es schon nicht so viel Auswahl.
Es gibt sowohl in Honolulu als auch Aiea einen Comic-Laden namens „Jelly’s“. Die führen neben Comics auch Bücher, Schallplatten, CDs und Filme(neu und gebraucht).
Für Filme kann man in die „Barnes & Noble“-Filialen. Hier sollte man sich aber auf gehobenere Preise einstellen. Nicht vergleichbar mit amazon USA.

– Autofahren: Ist definitv entspannter als bei uns. Natürlich auch wegen der niedrigeren Tempolimits. Aber gerade auf Highways halten sich viele nicht daran. Es wird aber nicht so gedrängelt wie bei uns.
Das Tanken war ein kleines Abenteuer. Denn jede Tankstelle hat irgendwie verschiedene Zapfsäulen mit unterschiedlichen Sicherungssystemen. Und wenn man cash zahlt, muss man vorher in der Tanke bezahlen und dann wird die Zapfsäule freigeschalten.
Sprit ist sehr günstig. Eine Gallone kostets ca 4,20$.

– Geld: Kreditkarten werden natürlich überall akzeptiert. Wir nutzten die Auslandsfunktion der Postbank Sparcard, die eigentlich kostenfrei sind. Leider erheben aber die US-Banken eine Umrechnungsgebühr, so dass immer ca 1% mehr abgezogen wurde.

– Unterkünfte: Wie oben beschrieben kann man auch günstig in Hawaii nächtigen. Es muss nicht das Luxushotel am Waikiki Beach für 100$+++ sein. Wir haben pro Kopf für die drei Wochen 500€ bezahlt. Und hatten wirklich gute bis traumhafte Schlaf- und Wohngelegenheiten.

Die Hawaiianer an sich sind ein nettes Völkchen. Immer sehr respektvoll gewesen und man wurde sehr oft gegrüßt und angesprochen.
Alles in allem war es ein super Urlaub! Kann man definitv empfehlen!

Bilder folgen noch…

Reisebericht: Südkorea 2012

Gestartet sind wir natürlich in der Hauptstadt Seoul. Der Hinflug mit Asiana Airlines war super, nettes Bordpersonal, gutes Essen und gute Unterhaltung.
In Seoul wohnten wir im Tea Guesthouse im Viertel Bukchon. Dort hatten wir ein Zimmer im Bamboo House, das einem traditionellen Hanok nachempfunden war inkl. Küche, Bad und kleiner Terasse. War echt super. Jeden Morgen gabs dazu noch ein leckeres Frühstück mit Reis und mehreren kleinen Zugaben wie Fisch, Kimchi, eingelegten Nüssen…
Noch am ersten Tag erforschten wir unser Viertel, das aus ziemlich vielen traditionellen Hanoks bestand und die Kombination aus dem schönen Wetter und der tollen Atmosphäre hatten wir schon mal nen guten Start in den Urlaub.
In Seoul waren wir die ersten sechs Tage und erkundeten ua noch den Changgyeonggung Tempel, schlenderten am Fluß Cheonggye entlang(der erst wieder vor ein paar Jahren freigelegt wurde und jetzt absolut geniale Atmosphäre bietet mit Lichtspielen uä) und haben uns Seoul von oben angeschaut im N Seoul Tower(muss man am Abend machen, die Aussicht vom Tokioter Rathaus war aber umwerfender!).
An einem Abend waren wir beim Baseball im Jamsil Stadium beim Spiel der LG Twins gegen die Nexen Heroes. War der absolute Hammer und hat mich zum Baseball-Fan gemacht. Was für eine Stimmung! Vorm Stadion schön mit Essen eingedeckt(vom Standardburger bis zu den gegrillten Tintenfischen gibt es alles) und dann das Spiel genossen. Absolutes Muss bei einem Korea-Aufenthalt!!!
Den Rest der Zeit verbrachten natürlich auch mit ein bisserl Shopping, va meine Freundin wähnte sich im Paradies aufgrund der ganzen Make Up-Läden.
Von den Läden war es so ne Mischung aus Japan und Malaysia. Einerseits die großen Department Stores mit den großen Marken und andererseits die Märkte auf denen man die selben Produkte für ein Zehntel des Preises bekommt :wink:
Natürlich wollt auch ich ein bißchen shoppen, aber film- bzw musiktechnisch gibts da nicht so die tollen Möglichkeiten. Empfehlen kann ich da den Techno Mart, den ich auch besser fand als den oft empfohlenen Yongsan Electronics MArket. Da gibts zumindest in den oberen Stockwerken vier, fünf Händler, die neue und gebrauchte DVDs/Blu-rays anbieten oder auch Videospiele.
Hat mich schon stark gewundert, bei der großen Film- und va KPop-Szene. Die laden wahrscheinlich alles nur noch runter.
Alles in allem ist Seoul ne tolle Stadt. Leider aber ganz schön hektisch und voller Menschen, die sich gerne überall vor- und durchdrängeln(va die von mir „Drängeldrachen“ getauften Frauen über 50, mit Dauerwelle und Schirmmützen sind das pure Böse!! Eine davon hat mir auf den Arm geschlagen, kA warum…)

Am Freitag ging es dann mit dem Zug weiter nach Jeonju. Dort waren wir für zwei Tage im Jeonju Tourist Hotel. Im Vergleich zu Seoul ist Jeonju ein Dorf, war aber auch mal schön nicht so in der Menschenmasse zu baden wie in der Hauptstadt.
In Jeonju gabs va ein paar schöne, alte Tempelanlagen zu begutachten und am Samstag Vormittag eine Taekwando-Show. Die gingen vielleicht ab! Echt der Hammer wie schnell deren Bewegungen sind!
Da Jeonju die Jauptstadt des Bibimbap ist, mussten wir dasn natürlich auch mal probieren. Das ist Reis mit Fisch, Fleisch oder Gemüse mit einer bitterbös scharfen Pfeffersoße. Das mischt man dann einfach durcheinander und fertig ist das leckere Essen!
Wie schon geschrieben war Jeonju ne schöne Abwechslung zu Seoul, aber durch die wenige Erfahrung mit westlichen Touristen auch ein kleines Abenteuer, da vieles nur auf Koreanisch war und wenig Englisch gesprochen wurde.

Sonntag fuhren wir dann mit dem Bus weiter nach Busan. Meiner absoluten Lieblingsstadt in Korea!
Auch die Unterkunft war die beste der Reise: das Elysee Motel. Schon von den Bildern im Internet dachte ich mir: „Sieht ja fast aus wie ein Love-Hotel!“ Aber da die Koreaner ja sehr prüde sind, dachte ich nicht, dass es sowas dort wirklich gibt.
Unser Zimmer war der Abschuss: PC, riesiger Flatscreen an der Wand, ein riesiges Bett mit Sternenhimmel(den man mit Schwarzlicht anleuchten konnte) und ein Bad mit Dampfdusche und nem Whirlpool. Es war der Hit!
Das Motel selbst sah von außen aus wie ein Playmobil-Schloss. So mit Prinzessinenturm und allem Drum und Dran.
Am 28.5. suchten wir den Beomeosa Tempel auf(nach halbstündiger Metrofahrt und 45 Minuten Wanderweg), ohne zu ahnen, dass Buddhas Gebburtstag war.
Dementprechend viel war da auch geboten(ua ein Foreigner Tent in dem Auländer Buddha-Armbänder und Lotusblüten basteln durften). Es gab kostenfreies Essen(Bibimbap, Suppe und Reiskuchen) und einige Aufführungen. Richtig toll!
In den Folgetagen waren wir am Haeundae-Strand(von dem ich mir mehr versprach!), Shoppen(ua in der größten Mall der Welt) und beim Jagalchi Fischmarkt. Da waren wir auch(auf Empfehlung unseres Motel-Chefs) Sashimi essen. Super lecker! Ne tolle Auswahl an rohem Fisch und dazu wieder die obligatorischen Schälchen mit Omelett, Gemüse mit Tintenfisch, Tiefseekrabbe undundund. Da hatte ich aber auch mein erstes No Go-Erlebnis: rohe Muschel und rohe Gaebul(ähnlich der Seegurke). Und das hat sich noch bewegt! Geht mal gar nicht…
Von Busan sind wir an einem Tag mit dem Bus nach Yeosu gefahren, denn da ist gerade die Expo. Und da das Schwerpunktthema „Meere und Ozeane“ ist, war das natürlich Pflichtprogramm für meine Freundin(als begeisterte Taucherin).
War auch ziemlich cool. Recht faire Preise und m Vormittag keinerlei Wartezeiten an den Pavillons. Aber dann am Nachmittag! Drei Stunden fürs Aquarium, eine Stunde für den Klima-Pavillon(in dem man mehrer Klimazonen durchlaufen kann) und 45 Minuten für den japanischen Pavillon. So konnten wir dann einiges nicht mehr sehen. War schade!

Mit Air Busan(ner Billigflieger-Airline) sind wir dann auf die Insel Jeju geflogen. Und ich hasse Flüge in so kleinen Maschinen! Aber die Tombola, die es während des Flugs gab, hat mich etwas abgelenkt.
Auf Jeju wohnten wir in Seogwipo-si an der Südspitze der Insel im Jeju Hiking Inn. Das hat mich etwas enttäuscht, da es doch ziemlich abgerockt war und auf den Bildern sehr viel moderner aussah. War aber trotzdem noch ok.
Auf Jeju war Entspannung angesagt. Hatten nen Tag am Strand in Jungmun, waren im koreanischen Filmmuseum(ganz nett, aber hatte auch die besten Tage hinter sich), waren im Hallim Park, an den Cheonjiyeon Wasserfällen und bestiegen den Vulkan Ilchulbong, staunten im Loveland über die ausgefallene Methode, Koreaner aufzuklären und sind mit einem Hyundai Avante über die Insel gecruist. Meiner Meinung nach ist ein Leihwagen dort absolutes Muss. Zwar ist das Busnetz auch ziemlich ordentlich, aber mit Leihwagen is es einfach komfortabler. Und außerdem ist Autofahren in Korea auch ein Erlebnis! Wenn man sich mal reingedacht hat, überhaupt kein Problem mehr. Einfach so fahren wie man es für richtig hält. Ich glaub, anders machen es die Koreaner auch nicht.
Meine Freundin war dann noch Tauchen bei der Basis Big Blue 33, die einem Deutschen gehört.
Generell ne sehr entspannte, schöne Atmospäre in Seogwipo-si und die sind auch sehr touristenerfahren(war damals ua ne Spielstätte während der WM 2002).

Nach einer Woche ging es dann wieder zurück nach Seoul(auch mit Air Busan) und da hatten wir noch eine Übernachtung im Bebop Guesthouse in Hongdae, dem definitv geilsten Viertel Seouls. Leider zu spät für uns entdeckt. Waren nochmal lecker essen und genossen die Stimmung dort noch etwas. Und dann ging es leider wieder heim!

Alles in allem war es mal wieder ein grandioser Urlaub in Asien. Irgendwann wird es mich für länger dorthin verschlagen. Definitv!
Von den Koreanern selbst hab ich ne zwiegespaltene Meinung. Einerseits sind sie so hektisch und drängelnd, auf der anderen Seite sind wir noch nie so oft angesprochen worden auf offener Straße(oder von nem sehr netten Herren im Buddha-Tempel, der uns sogar noch ein bißchen herumgeführt hat) oder so interessiert begutachtet worden(va die kleineren Kinder bekommen da riesige Augen bei Westlern). Eine Frau haben wir mitgenommen, weil ihr Auto liegengeblieben ist. Die hat uns sogar zu sich nach Hause zm Essen eingeladen, hat sich dann aber leider nicht mehr gemeldet.
Das Essen war auch sehr gut, so nen Geschmacksorgasmus wie in Japan gabs aber leider seltener. Auch war mir vieles einfach zu scharf oder zu roh(rohe Leber!). Außerdem essen die ja auch sehr viel Fleisch, was auch nicht ganz meins ist. Super fand ich das ganze Streetfood! Einzigartig!

Korea kann man sich defintiv mal anschauen, als Asieneinstieg würde ich da aber andere Länder empfehlen. Mit der koreanischen Sprache wurde ich leider gar nicht warm, obwohl das Schriftsystem ja ziemlich einfach ist im Vergleich zu Kanjis zum Beispiel.
Auf viele andere, westliche Touristen sind wir kaum getroffen. Deutsche schon gar nicht. War auch mal schön!