#Japanuary 2019 Film 8 – Swallowtail Butterfly

Durch die erstarkte japanische Wirtschaft und den starken Yen zieht es zahlreiche Ausländer nach Japan, die dort aber vorwiegend in ihren eigenen Bezirken, den sogenannten Yentowns leben. Die chinesische Prostituierte Glico nimmt sich eines Tages der Waisen Ageha an, die erst vor kurzem ihre Mutter verloren hat und vom Rest der Familie verstoßen wurde.
Nach anfänglichen Schwierigkeiten wachsen die beiden zusammen und so gehen sie künftig durch dick und dünn. Nachdem Glico von einem ihrer Freier angegriffen wird, kommt es jedoch zu einem tragischen Zwischenfall in dem dieser stirbt. Als Glico und ihre Freunde aus der Yentown die Leiche beseitigen wollen, finden sie ein Musiktape in deren Magen auf der sich nicht nur Frank Sinatras „My Way“ befindet, sondern auch Daten um gefälschte Banknoten herzustellen.
Mit viel Yen in den Taschen machen sich Glico, Fei Hong und Ageha auf in die Stadt, kaufen dort einen Musikclub und veranstalten jeden Abend Konzerte. Im Mittelpunkt steht dort vor allem Glico, die mit ihrer tollen Stimme schon bald mehrere Musikproduzenten auf sich aufmerksam macht.
Doch auch die chinesische Mafia hat den Yentwon Club und deren Besitzer im Blick, denn die Kassette mit den Falschgeld-Daten gehört eigentlich ihnen.

 

„Swallowtail Butterfly“(hierzulande auch unter „Yentown“ bekannt) stammt von Shunji Iwai, der seit Anfang der 1990er bereits über zwanzig Filme gedreht hat. Wie auch seine anderen Werke besitzt diese Mischung aus Sozialdrama, Gangster- und Musikfilm eine ganz besondere, fast schon unwirkliche Atmosphäre, die einen von Minuten Eins an in Besitz nimmt.
Als der Film 1996 in die japanischen Kinos kam, sorgte er wohl für eine ziemliche Kontroverse, da er das Problem der japanischen Regierung mit seinen ausländischen Einwohnern und deren Insolation vom Rest der Gesellschaft recht direkt anspricht. Dennoch ist „Swallowtail Butterfly“ kein demprimierendes Werk, sondern hat die unterschiedlichsten Facetten. Mal ist er witzig, dann spannend, dann tragisch oder einfach nur unterhaltsam.
Seinen Multikulti-Stil erhält sich der Film auch durch die unterschiedlichen Sprachen, die gesprochen werden. Während sich die Hauptfiguren häufig in einem Mix aus Englisch, Japanisch und Chinesisch unterhalten, sind es zu einem großten Teil kurioserweise die weißen Langnasen, die ausschließlich Japanisch können. Spannend!
Natürlich liegt bei „Swallowtail Butterfly“ ein großer Fokus auf der Musik, Glico-Darstellerin Chara kennt man in Japan nämlich vor allem als Sängerin. Ihre etwas rauchige Stimmte und die tollen Songs während des Films lassen einen wunderbaren Soundtrack entstehen, der die Atmosphäre des Films noch einmal unterstreicht.

 

8,5/10

 

 

„Swallowtail Butterfly“ ist in Deutschland vor vielen Jahren bei Rapid Eye Movies auf DVD erschienen. Während die Erstauflage im Digipack samt Schuber und Poster in den Handel kam, gibt es auch eine Intro Edition Asien-Version des Films in einer Vorform des Mediabooks. Achtung: hierzulande ist der Film unter dem Titel „Yentown“ erschienen.

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#Japanuary 2019 Film 2 – Blind Woman’s Curse

Als Akemi die Führung des Tachibana-Clans übernimmt und diesen aus belanglosen Gangkämpfen heraushalten will, stößt dies nicht bei allen Beteiligten auf Akzeptanz. Vor allem einer ihrer Untergebenen, Tatsu, hält nichts von dem eingeschlagenen Weg und verbündet sich deswegen mit dem feindlichen Azora-Clan. Deren Anführer Dobashi hat sich indes mit einer geheimnisvollen blinden Frau zusammengetan, die ihm beim Sturz der Tachibanas helfen will.

 

Meiko Kaji ist eine Göttin! Durch Filme wie „Sasori“ wurde sie unsterblich und zur Ikone des Pinky Violence-Kinos. In „Blind Woman’s Curse“ feierte sie im Jahr 1970 ihre Premiere als Hauptdarstellerin und verlieh dem skurrilen Mix aus Yakuza- und Horrorfilm den nötigen Glanz. Das Multitalent, neben zahlreichen Filmen hat sie nämlich aus Musikalben veröffentlicht, wertet einfach jeden Film schon allein durch ihre Anwesenheit auf.
Inszeniert wurde der Spaß von Teruo Ishii, der es wirklich großartig versteht, die Genres zu einem überzeugenden Film zu vermengen. Garniert mit tätowierten Yakuza-Frauen, verfluchten Katzen und zig übernatürlichen Elementen vergehen die 85 Minuten von „Blind Woman’s Curse“ wie im Fluge und lassen den Zuschauer ziemlich begeistert zurück. Da verzeiht man dem Werk auch einige billigere Effekte wie die Plüschkatze, die an einem Seil durch den Friedhof gezogen wird.

 

8,5/10

 

„Blind Woman’s Curse“ ist bei Arrow Video in Großbritannien in einer tollen Blu-ray/DVD-Kombo erschienen. Wie vom britsichen Label gewohnt, bekommt man hier nicht nur ein Wendecover sondern auch ein informatives Booklet präsentiert. Ein lohnenswertes Paket für Filmfans!

 

Des Zombies liebste Spiele – Die Top 10 des Jahres 2018

Auch im Jahr 2018 wurden wieder einige Games von mir gezockt. Glücklicherweise war es diesmal nicht so vollgestopft mit Spielen wie noch 2017, dafür kamen vor allem am Jahresende einige Titel heraus, die unzählige Stunden Spielzeit boten. Und ganz ehrlich…auf solche Spiele habe ich kaum noch Lust. Überdimensionale Karten wie die von „Assassin’s Creed Odyssey“ machen mir das Spiel – trotz gutem Gameplay – schon kurz nach Beginn madig, ähnlich bei „Red Dead Redemption 2“. Wobei das Wildwest-Abenteuer außerdem noch mit einem sehr gemächlichen Spieltempo fordert…
Dank der Switch habe ich aber einige kleinere Spiele entdeckt, die man so wahrscheinlich nie gespielt hätte. Außerdem habe ich eine Indieperle endlich nachgeholt, die mich wirklich in ihren Bann ziehen konnte. Welche Spiele haben euch 2018 besonders gut gefallen? Verratet es mir in den Kommentaren.

 

10. 1979 Revolution: Black Friday

 

Das Spiel über die Revolution im Iran und den Sturz des Schahs im Jahr 1979 gibt es bereits seit einigen Jahren für den PC und mobile Endgeräte. Erst im August 2018 erschien aber eine Switch-Version des Spiels, die ich mir nun kurz vor Jahresende noch zugelegt habe. Aufgrund unseres Urlaubs im Iran 2018(der übliche Reisebericht folgt diesmal auf andere Art und Weise), der uns kein Land voller Terroristen und Bombenleger zeigte, sondern ein ganz herzliches und gastfreundliches Volk präsentierte, hat mich das Spiel erst recht angesprochen.
In Sachen Gameplay darf man keine AAA-Qualität erwarten, dafür sind die Erzählungen über die Revolution gut und vor allem spannend inszeniert. Aktuell kann man im eShop-Sale für wirklich kleines Geld zuschlagen. Tut das!

 

9. Pokémon: Let’s Go, Evoli!

 

Ich stieg erst mit „Pokémon Mond“ auf den Taschenmonsterzug auf, habe aber die Faszination der Titel recht schnell verstanden. Daher war auch der erste Switch-Ableger der Reihe für mich Pflicht, vor allem weil man das Spielprinzip etwas vereinfacht und Elemente aus „Pokémon Go“ übernommen hat. Endlich keine Zufallskämpfe mehr und kein lästiges Schwächen des Pokémons, damit man es fangen kann. Dennoch freue ich mich auf ein „richtiges“ Pokémon-Rollenspiel im Jahr 2019.

 

8. Super Meat Boy

 

Ja, ich bin etwas spät zur Party…denn eigentlich hat „Super Meat Boy“ den Indie-Hype bereits im Jahr 2010 losgetreten, aber erst die Anfang 2018 veröffentlichte Switch-Fassung ließ mich zu einem Anhänger des bockschweren Jump’n’Runs werden. Dank sofortiger Neustarts und perfekter Lernkurve wird auch das Frustlevel recht niedrig gehalten. Prima Sache!

 

7. Yakuza 6

 

Die „Yakuza“-Reihe begleitet mich nun schon seit über acht Jahren. Anfangs musste man sich als Spieler im Westen noch über Schnitte bei Teil 3 und 4 ärgern, mittlerweile erscheint jeder Teil relativ schnell auch bei uns und das ohne Zensuren. Selbst Ableger wie „Fist of the North Star: Lost Paradise“(nur knapp an der Top 10 vorbei) schaffen es zu uns. Danke, Sega!
„Yakuza 6“ schließt nun also die Saga um Kazuma Kiryu ab und präsentiert sich dabei erstmals in einer neuen Optik. Die PS4 hat damit in einigen Momenten zwar etwas zu kämpfen und auch das Areal von Kamurocho wurde etwas verkleinert, dafür überzeugt die Geschichte und die neue Kampf-Physik. Und die überragenden Nebenmissionen sind sowieso Gold!

 

6. Monster Hunter World

 

Bereits Ende Januar erschien schon ein erster Kandidat auf den Titel „Spiel des Jahres“, allerdings muss ich zugeben, dass mich der neueste „Monster Hunter“-Ableger auf der PS4 nach rund zwanzig Spielstunden leider verloren hat. In diesen hatte ich aber großen Spaß, Monster zu jagen und immer wieder neues Crafting-Material für immer stärkere und bessere Ausrüstung zu finden. Genial sind vor allem die lebendige Flora und Fauna und die liebevollen Details wie die kochenden oder schmiedenden Katzen.

 

5. Dead Cells

 

Zugegebenermaßen hatte ich an „Dead Cells“ nicht die größten Erwartungen. In Sachen Optik erinnerte das 2D-Rogue-lite an typische Indiegames und Phrasen wie „Dark Souls-like Gameplay“ locken kaum noch hinter dem Ofen hervor. Doch vor allem das flotte, fordernde und schnörkellose Kampfsystem machen „Dead Cells“ dann doch zu einem echten Hit 2018. Hinzu kommt die sympathsiche Pixeloptik und dieser grandiose Soundtrack, fertig ist der Indie-Hit!

 

4. Diablo III: Eternal Collection

 

„Diablo III“ und ich haben es schon einmal miteinander probiert. Als damals die PS4-Version des Spiels erschien, ging ich voller Vorfreude zum Spiele-Händler meines Vertrauens und legte die Disc zuversichtlich in die Konsole. Doch nach zwei Stunden war ich so gelangweilt vom ewigen Tastengeklicke und dem Looten, dass ich es enttäuscht ausmachte und wieder verkaufte.
Die Switch-Version war also nun Anlauf Nummer 2 und endlich machte es Klick! Denn vor allem im Handheldmodus der Switch macht „Diablo III“ unglaublich viel Spaß. Charakter leveln, bessere Items finden und damit immer größere Monster und Kreaturen legen! Super!

 

3. Tetris Effect

 

Zugegebenermaßen, den Tetris-Hype verstand ich nie so wirklich. Ich denke auch nicht, dass ich je irgendeine Version des Spiels besessen habe. Bis zuletzt…denn da erschien „Tetris Effect“, welches u.a. vom Macher von der Musik-Ballerei „REZ“ ist. Und dieses Spiel werde ich ewig verehren! Zum ersten Mal auf dem Dreamcast gespielt, beamte mich die Mischung aus elektronischen Beats und reduzierter Polygon-Optik auf einen anderen Planeten. Und nun machte man ein Tetris-Spiel in einer ähnlichen Variante?!? Take my money!
„Tetris Effect“ ist grandios zum Abschalten und glänzt mit vielen tollen Spielmodi und einem hypnotisierenden Mischmasch aus Musik und Grafikeffekten. Wohnzimmer abdunkeln, Anlage bis zum Anschlag aufdrehen und abheben!

 

2. Pro Evolution Soccer 2019

 

Seit vielen Jahren pendle ich immer wieder zwischen „PES“ und „FIFA“. Während Konamis Fußballreihe zu Zeiten der PS2 fast schon mit meiner Konsole verwachsen war, änderte der Generationswechsel auf die PS3 alles. Denn da war EAs Fußballspiel die deutlich bessere Wahl. Auf der PS4 ist es immer ein Hin und Her. Mal lasse ich mich vom Lizenzumfang von „FIFA“ blenden, dann wiederum begeistert mich Konamis tolles Gameplay mal wieder. Aktuell ist es nun also mal wieder „Pro Evolution Soccer“, welches zwar wieder mal einige Lizenzprobleme hat, aber auf dem Platz absolut überzeugt. Und dank zahlreicher Patches kann man das Lizenz-Problem ja beheben…

 

1. God of War

 

Die „God of War“-Reihe gehört zur Marke PlayStation wie kaum eine andere. Trotzdem habe ich bisher nur wenige der Spiele um den griechischen Kriegsgott Kratos wirklich genießen können, denn in Sachen Hack’n’Slay haben mich dann doch eher Games wie „Bayonetta“ eher angesprochen und mitreißen können.
Doch nun gibt es da dieses feine Spiel „God of War“, das Kratos mit Sohn Atreus nicht nur eine neue Figur an die Seite stellt, sondern euch auch in den hohen Norden versetzt. Und auch spielerisch macht der Titel von Sony Santa Monica alles neu, denn vorbei sind die Zeiten der starren Kamerapersepktiven und des kombolastigen Kampfsystems. „God of War“ zeigt euch das Geschehen nicht nur aus einer Thirdperson-Ansicht, sondern gestaltet auch die Kämpfe wesentlich taktischer. Abgerundet wird das Erlebnis durch die wahnsinnige Optik und die schnittlose Inszenierung. Zweifellos das Spiel des Jahres 2018!

#Japanuary 2018 Film 4 – Dead Or Alive

Ryuichi und seine Gang sind eigentlich ein paar Kleinganoven, die neben ihren kriminellen Aktivitäten auch noch einen Nachtclub betreiben. Doch dies langt der Truppe nicht und so überfallt man nicht nur einen Geldtransport, sondern legt sich auch noch mit den ansässigen Yakuza-Gruppierungen an. Als ihnen dann auch noch der Polizist Jojima auf die Spur kommt, wird es plötzlich unangenehm für Ryuichi und seine Entourage.

„Dead Or Alive“ war Anfang der 2000er mein erster Kontakt mit Takashi Miike und ließ mich ziemlich verstört zurück. Denn glaubt man anhand der Storybeschreibung einen normalen Yakuza-Film zu sehen, hauen den Zuschauer schon die ersten fünf Minuten von der Couch. Diese geben nämlich den verrückten Grundton des Film grandios wieder, neben allerlei nackter Haut gibt es nämlich auch viel Blut und skurrile Ideen.
Dazu kommt ein Cast, der mit Riki Takeuchi, Sho Aikawa oder Susumu Terajima großen Wiedererkennungswert hat, wenn man sich etwas mit dem japanischen Film befasst. Dieser hat auch einen großen Anteil an der hohen Qualität des Films und vermitteln den Wahnsinn der Geschichte recht gut.
Auch fast zwanzig Jahre nach der Erstveröffentlichung wirken viele der Effekte recht gut und einige der drastischeren Szenen haben ihre Wirkung nicht verloren. Da wird deutlich, was ein guter Filmemacher Takashi Miike ist…auch wenn ich nicht alle seiner Filme mag.

8/10 Punkte

„Dead Or Alive“ gibt es in Deutschland auf DVD und Blu-ray, letztere sogar im Mediabook für den schmalen Taler. In Großbritannien gibt es mittlerweile ein Set von Arrow Video, in dem alle drei Filme der Reihe enthalten sind. Dazu gibt es ein informatives Booklet und bei der Erstauflage einen schönen Schuber. Wie üblich hat die Amaray ein Wendecover mit dem japanischen Originalmotiv des Films bzw. hat man hier noch einige Elemente von Teil 2 und 3 ergänzt.
Ich hab den Film auf der Blu-ray von Arrow gesehen, die visuell und akustisch absolut in Ordnung geht, wenn man das Alter des Films in Betracht zieht.

 

Des Zombies liebste Spiele 2017 – 12 Titel für großen Spaß

Geschuldet meiner Nebentätigkeit als Games-Schreiberling bei dvd-forum.at habe ich dieses Jahr wohl wesentlich mehr Spiele gespielt als in den vergangenen Jahren. Und auch wenn dabei hauptsächlich die großen AAA-Spiele den Weg in das Laufwerk meiner Switch, des 3DS oder der PS4 gefunden haben, habe ich mir zwischendurch immer wieder die Zeit für kleine Indieperlen oder japanische Nischentitel genommen.
2017 war ein unglaublich starkes Jahr für Spiele, vor allem der März und der Oktober hätten gerne 60 Tage haben könne, damit man alle Spiele auch so spielen kann wie sie es verdient haben. Und mit der Switch hat Nintendo letztlich auch eine Konsole veröffentlicht, die sicherlich das beste Lineup seit dem Super Nintendo hat. Wahnsinn! Bisher ist die Releaseliste von 2018 übersichtlich, aber da wird sicherlich noch einiges auf die Spielerschaft losgelassen, was sie noch nicht erwartet.

12. „Uncharted: The Lost Legacy“
Ich muss es gestehen: ich mag Nathan Drake nicht sonderlich. Die „Uncharted“-Spiele haben mich zwar schon immer mit ihren tollen Welten begeistert, aber spielerisch eher gelangweilt. Das Spinoff mit Nadine Ross und Chloe Frazer hingegen, hat echt Spaß gemacht. Cooles Setting in Indien und zwei schlagkräftige Damen in der Hauptrolle. Top!

11. „FIFA 18“
Nachdem ich einige Jahre nun bei Konamis „PES“-Reihe war, hat mich dieses Jahr EA wieder auf die dunkle Seite des Fußballs gezogen. Dank zahlreicher Lizenzen kann man mit „FIFA 18“ unendlichen Spielspaß haben, auch der Storymodus rund um Alex Hunter ist trotz seines Soap-Niveaus spielenswert.

10. „Super Mario Odyssey“
Nintendo schafft es mit fast jedem „Mario“-Spiel neue Maßstäbe im Genre der Jump’n’Runs zu schaffen. Und auch im Switch-Abenteuer gibt es so viel zu erleben und zu sehen, dass es eine wahre Freude ist. Vor allem die Anspielungen auf alte Serienteile treffen einen Videospiel-Veteranen wie mich genau an der richtigen Stelle.

9. „Horizon Zero Dawn“
Wohl eines der schönsten Spiele des Jahres mit einer tollen Heldin und einem wahnsinnigen Monsterdesign! Entschuldigung, aber Elektroschrott-Dinoss!?!?!? Wie geil! Aber auch spielerisch hat mich das Spiel gepackt, war neben typsichen Open World-Aufgaben nämlich auch mit innovativen Sachen voll gepackt.

8. „Persona 5“
Eines der Spiele, das niemals enden will. Auch nach über 30 Stunden habe ich noch kein Ende gesehen, dafür ist das Rollenspiel aus Japan zu voll gepackt. Denn neben den Abenteuern in den Dungeons will euer Protagonist ja noch in seinem japanischen Schulalltag begleitet werden. Optik und Sound sind auch hervorragend! Ein JRPG-Hammer!

7. „The Legend of Zelda: Breath of the Wild“
Ein Spiel, das zum Start der Switch alles weggeblasen hat, was nur annähernd im Open World-Genre verankert war. Auch wenn es nervige Gameplay-Elemente gibt(die zerbrechlichen Waffen), das Spiel ist eine Wucht. Selten hat ein Game so neugierig gemacht, was hinter dem nächsten Hügel steckt.

6. „Nex Machina“
Ich liebe Housemarques Arcade-Spiele. „Resogun“ war sicherlich das beste Spiel zum Release der PS4, mit „Nex Machina“ vereint der Entwickler Highscore-Jagd mit Voxel-Optik und treibenden Synthwave-Beats. Dieses Zusammenspiel lässt einen in solch einen Rausch geraten…Hammer!

5. „South Park – Die rekatkuläre Zerreißprobe“
Eigentlich mochte ich die anarchische Zeichentrick-Serie bisher nicht wirklich. Doch der zweite Teil der „South Park“-Reihe von Ubisoft hat mich eines Besseren belehrt. Die Thematik der Superhelden-Frnachises wird hier herrlich aufs Korn genommen, da kann ich auch den ein oder anderen Furz-Witz verschmerzen.

4. „Yakuza 0“
Die „Yakuza“-Serie gehört seit Teil 3 zu meinen Favoriten im Bereich der Videospiele. Sei es die originalgetreue Abbildung der japanischen Straßenzüge oder die epischen Mafia-Geschichten, man kehrt immer wieder gern in Tokyos Rotlichtviertel zurück. Und mit „Yakuza 0“ schuf man einen perfekten Einstieg für Neulinge in die Serie.

3. „Oxenfree“
Die Switch-Version von „Oxenfree“ hat mich in den Bann gezogen wie selten ein Indiespiel zuvor. Eine unglaublich dichte Atmosphäre, spannende Charaktere und eine unheimliche Vertonung mit Samples und toller Musik sorgten für einige Stunden an Hochspannung.

2. „Assassin’s Creed Origins“
Bis zum „Black Flag“-Teil hatte ich nicht viel für die „Assassin’s Creed“-Serie übrig, da mich das Setting meist nicht ansprach. Doch mit dem besagten Piraten-Abenteuer oder „Assassin’s Creed Syndicate“ hatte mich die Serie. Und auch „Origins“ ist mit seinem Ägypten-Setting ein großartiger Spielplatz mit einer zwar dünnen Geschichte, aber einer dichten Atmosphäre.

1. „NieR:Automata“
Yoko Taros Andoriden-Epos ist für mich unbestritten beste Spiel des Jahres! Zwar kann man über die Optik streiten, aber nicht über die Handlung, die viele existenzielle Fragen stellt oder über die Musik, die das Epos immer richtig untermalt. Neben den vielen Hack’n’Slay-Einlagen gefallen auch die Bullethell-Momente. Wahnsinn!! Unbedingt spielen!

Meine Liebeserklärung an „Yakuza 0“

Die „Yakuza“-Serie erschien erstmals auf auf der PS2 und hat seit ihrem Debüt im Jahr 2005 neben sechs Teilen der Hauptserie auch mehrere Spin-offs hervorgebracht. Leider haben es die meisten der Titel bisher nur mit starker Verzögerung oder gar geschnitten in den Westen gebracht, mittlerweile ist man sich der Beliebtheit der Serie bei „uns“ aber wohl bewusst und so bekommen wir im Jahr 2017 nicht nur das Prequel „Yakuza 0“, sondern im Sommer auch noch das Remake von Teil 1 namens „Yakuza Kiwami“. Und für 2018 wurde sogar schon „Yakuza 6“ angekündigt, das wieder mit vielen japanischen Berühmtheiten wie Takeshi Kitano geschmückt sein wird.

Doch kommen wir zu „Yakuza 0“, das bereits im März 2015 für PS3 und PS4 in Japan erschien und nun im Januar auch zu uns in den Westen kam. Das Prequel zur Hauptserie spielt Ende der 1980er als in Japan das Geld auf der Starße lag und man einen unglaublichen Reichtum bestaunen konnte. Angeblich musste man Taxis mit 10000 Yen-Scheinen(ca. 83,-€) stoppen, um überhaupt eines zu bekommen.
Jedenfalls starten wir wieder in der Form von Serienheld Kiryu Kazuma im fiktiven Tokyoter Vergnügungsviertel Kamurocho. Zu dieser Zeit ist er gerade frisch Mitglied bei der Dojima Familie und will einen Geschäftsmann nur mit etwas Nachdruck  davon überzeugen, endlich seine Schulden bei einem Kredithai zu bezahlen. Doch als am nächsten Tag die Leiche des Mannes gefunden wird, befinden wir uns plötzlich im Schussfeld der polizeilichen Ermittlungen und auch unsere Yakuza-Gruppierung distanziert sich plötzlich von uns. Der Mord scheint irgendetwas mit einem noch unbebauten Platz mitten in Kamurocho zu tun zu haben, der über Auf- und Abstieg im größten Yakuza-Clan Tokyos entscheiden kann.
Gleichzeitig spielen wir aber auch in der Rolle von Goro Majima, der in Sotenbori, der Vergnügungsmeile in Osaka, einen Nachtclub leitet. Dies soll allerdings nur kurzfristig so sein, denn eigentlich will er wieder Mitglied des Tojo Clans werden und zurück zu den Yakuza. Hierfür soll er nur einen Mordauftrag erledigen. Doch letztlich kann er diesen nicht ausführen und gerät so in eine verzwickte und tiefergehende Geschichte als er ahnen kann.

Soweit grob zur Handlung, die man einfach selbst erlebt haben muss. So gibt es allerlei Überraschungen und Wendungen und am Ende treffen die beiden Erzählstränge natürlich aufeinander und ein spannendes Finale wartet.
Nachdem ich „Yakuza 3“ und „Yakuza 4“ begeistert auf der PS3 gespielt habe, war ich auf das Prequel absolut gespannt. Und es hat mich zu keiner der 35 Spielstunden enttäuscht. Denn auch wenn die Geschichte gerade zu Beginn so vor sich hinplätschert, zieht sie in den letzten sieben oder acht Kapiteln so an, dass man unbedingt das Ende erleben will.
Schuld an dem gemächlichen Tempo sind aber vor allem die vielen Nebenaktivitäten, die man in den beiden Stadtvierteln erleben kann. So trifft man nicht nur auf zig Nebenfiguren, die Aufträge oder andere Sorgen haben, sondern man kann auch zahlreiche Minispiele erleben.
So kann man sich beim Karaoke vergnügen, in der Disco zu den angesagtesten Hits tanzen oder eine Runde Billard spielen. Da das Spiel von Sega stammt, gibt es auch Arcades in denen man „Outrun“ und „“Space Harrier“ spielen kann! Die volle Retroladung also!
Teil der Story und ein spannender Zeitvertreib für zwischen den Missionen sind allerdings die beiden Jobs, denen Kiryu und Goro nachgehen. So kann man mit Kiryu in das Immobiliengeschäft einsteigen und seine Grundstücke bzw. Geschäfte durch gezieltes Aufleveln immer wertvoller machen. Mein Highlight war aber das Managen des Hostessen-Clubs von Goro. Ich hab selten ein so spaßiges Minispiel erlebt. Denn neben der Auswahl der richtigen Hostessen, ist es natürlich auch wichtig, dass man auf die Wünsche der Gäste richtig eingeht. So wollen diese entweder flirten, sind nur an einem Gespräch interessiert oder wollen Party machen. Neben regulären Hostessen gibt es dann auch noch die Platinum-Mädchen, die man nicht nur in Kategorien wie Gesprächsführung oder Karaoke trainieren kann, sondern auch ganz nach dem eigenen Geschmack einkleiden kann. Sollte das hier jemand von Sega lesen: Ich hätte das gerne als Spiel für das Smartphone oder das Tablet!! Ein riesiger Spaß!

Aber auch die ganzen Nebenmissionen sind teilweise grandios geschrieben. So muss man einmal einem Jungen ein gestohlenes Videospiel wieder holen nachdem er mehrere Stunden dafür angestanden war. Kiryu kommentiert dies nur mit Unverständnis und dass es sowas doch gar nicht geben könne. Ein andermal müsst ihr einer Punkband sagen, wie sie sich bei ihrem Interview mit den Fans verhalten sollen, damit sie auch wie eine harte Punkband wirken. Zum Brüllen komisch!
Und so könnte das noch Stunden weitergehen. Man erlebt wirklich selten eine so detailverliebte Welt, die so viele tolle Geschichten bietet.
Doch die Nebenmissionen sorgen nicht nur für Spaß, sondern auch für einen riesigen Umfang. In den bereits erwähnten 35 Stunden Spielzeit habe ich die Story zwar schon beendet, aber erst knapp 26% des kompletten Spiels erlebt.
Natürlich ist alles SEHR Japanisch und man sollte schon ein kleins Faible für das Land der aufgehenden Sonne haben, aber vermutlich ist „Yakuza 0“ der beste Serienteil bisher und rangiert bei meinen Lieblingsspielen auf der PS4 auch ganz weit vorne. Auch wenn der Vergleich öfter fällt: „Yakuza“ ist nicht „GTA“. Die Spielwelt ist wesentlich kleiner, dafür aber eben fast genauso lebendig wie die von Rockstars Open World-Titel. Auch die Erzählstruktur und das Gameplay sind anders, japanischer eben.

Aber egal, spielt das Spiel! Und kauft euch „Yakuza Kiwami“ bei Release. Und dann „Yakuza 6“! Unbedingt! Ihr werdet es nicht bereuen!

Filmlogbuch Nr.114 – Outrage Beyond

Fünf Jahre nach den Geschehnissen in Teil 1 ist Kato immer noch an der Spitze des Sanno-kai Clans. Doch die Polizei und andere Yakuza-Clans arbeiten bereits an einer neuen Machtstruktur und wollen Kato mit aller Gewalt verdrängen.
Hierfür holt die Polizei sogar den totgeglaubten Alt-Yakuza Otomo aus dem Gefängnis zurück und dieser setzt alles daran, in den eingefahrenen Machtstrukturen einmal ordentlich durchzuwischen.

„Outrage Beyond“ ist der Nachfolger zu Takeshi Kitanos Abgesang auf die Yakuza, „Outrage“ aus dem Jahr 2010. Und wieder einmal beweist Kitano, dass er es immer noch kann. Begeisterte er mich zuletzt mit seiner leichtfüßigen Kömodie „Ryuzo & The Seven Henchmen“, ist das wieder der Kitano, den man von brutalen Mafia-Filmen wie „Sonatine“ oder „Brother“ kennt. Eine ruhige Inszenierung, die in Gewaltspitzen eskaliert, nur um dann wieder sachlich und ruhig in großartigen Bildkompositionen weiterzuerzählen. Dafür liebe ich seine Filme!

8/10 Punkte

Trailer

„Outrage Beyond“ erschien dank Capelight Pictures endlich in Deutschland, ist der Film doch schon vier Jahre alt. Wie schon der erste Teil kommt auch der Nachfolger in einem schicken Mediabook samt informativem Booklet und dem Bonusfilm „Achilles und die Schildkröte“.